Alltag - der werklose Glaube ... austreten?

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Stephanie123
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Alltag - der werklose Glaube ... austreten?

Beitragvon Stephanie123 » 26.01.2011 23:18

Nun - wie schreib ich jetzt eigentlich was mir am Herzen liegt..

Das grosse Glück -- nein die grosse Gande ist es, in einem Zuhause aufzuwachsen in dem der Glaube gelebt und weitergegeben wird.

Ja das hatte ich ! Und als ich noch klein war - und auch in der Zeit der Jugend waren "Werke" - gelebte Tugenden noch keine Fremdworte. Es war zwar bereits der - ich bitte um Entschudigung mangels eines anderen Ausdrucks - Wahnsinn der 68er Generation im Kommen - doch waren Werte noch Werte - aber nur dann wenn sie auch gelebt wurden. Damals kannte man noch sehr deutlich den Unterschied zu Worthülsen oder Relativismus..

So lange ist das noch nicht her 3- 4 Jahrzehnte..

"Meine" Kirche (Luth) war "damals" durchaus noch ein Zuhause am Sonntag - und am Freitagnachmittag für die Jugendstunden ..

Dies ist heute anders .. seit jetzt gut 15 Jahren gehe ich nicht mehr hin..

Geht es manchen auch so?Fühlt hier sich jemadn auch "unter Geschwistern" als Ausenseiter durch "gelebte Tugenden" ? Kann es sein dass ich mir das einbilde ?

Man ist "akzeptiert" wenn man "Jesus als Gott und Erlöser" annimmt - aber sobald es darum geht Ihn auch als "Führer" zu sehen und Seine Gebote zu halten ... dann wird es "brenzlig"..

Nicht "in der Welt" - das ist / wäre ja "logisch" ... sondern unter Geschwistern..

Seit geraumer Zeit nagt ein " tritt aus!" Such etwas anderes..

Kennt das jemand?

Stephanie

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Anton
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Beitragvon Anton » 27.01.2011 18:43

Hallo Stephanie,

Ich bin zwar nie in der Landeskirche gewesen, möchte aber dennoch versuchen, wenn möglich, etwas zu helfen. Die Landeskirche war für mich ehrlich gesagt noch nie eine echte Alternative für eine Gemeindezugehörigkeit, wobei ich damit auf keinen Fall alle Mitglieder oder auch Pastoren pauschalisieren möchte. Die allgemeine Ausrichtung und vor allem die Forderungen von der Führungsspitze finde ich höchst bedenklich und kann ich überhaupt nicht mit dem Geist des Wortes Gottes in Verbindung sehen. Ich kenne viele gläubige Lutheraner, die sich auf Grund ihrer persönlichen Überzeugung von der Landeskirche verabschiedet haben.

Du musst dir allerdings nicht nur die Frage stellen, ob du aus der Landeskirche austreten solltest (was da ja eigentlich schon vor 15 Jahren quasi getan hast), sondern auch wohin du dich wenden möchtest. Gibt es für dich in der Nähe eine echte Alternative, eine Gemeinde, die wirklich noch nach biblischen Maßstäben lebt?

Wenn ja, dann nichts wie hin. :wink:
Aber die Frage solltest du dir unbedingt stellen.

Alles Gute,
Anton
»Meine Gnade muss dir genügen, denn meine Kraft gelangt in der Schwachheit zur Vollendung.«
2.Korinther 12,9 | -> "Best Message"

Gast

Beitragvon Gast » 28.01.2011 09:10

Neulich hatte ich Bibellesekreis (Wir lesen mit Noch-nicht-Christen das Johannesevangelium). Als wir irgendwie auf das Thema Freikirchen kamen, da sagten manche von den Ungläubigen, dass sie am Anfang große Angst hätten, dass das eventuell Sekten sind. Aber als sie unsere Kirche ein wenig kennengelernt hatten, mussten sie zugeben, dass das nicht der Fall ist und die Gemeinschaft wie eine große Familie wirkt. Dann fiel die Aussage, dass es so was in der evangelischen oder katholischen Kirche nicht gibt. Mit so was meinten sie, dass man hinterher gemeinsam Kaffee und Kuchen zu sich nimmt. Ich denke schon, dass es auch einige gute Landeskirchen gibt, mehr wohl im Süden von Deutschland, aber in der Regel ist das System was vorgegeben ist, nicht auf Gemeinschaft angelegt. Viele Bibelverse können sich so wohl niemals bewahrheiten, da der Aspekt der Gemeinschaft im Neuen Testament sehr hervorgehoben wird.

Stephanie123
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@ Anton

Beitragvon Stephanie123 » 29.01.2011 11:46

Hallo Anton - danke für Deine Gedanken.

Ich wuchs ja in einer Familie auf die aktiv in der Kirche lebten (leben - Geschwister)
Und "damals" waren die Zustände ja noch nicht so wie heute..

Das ist schon etwas anderes.
Aus dem AT sowie aus dem NT ist ersichtlich dass innerhalb der Gemeinden (Israel im AT) sehr viele Dinge liefen die den heutigen ähneln.

Deine "wohin"- ja die ist wichtig. Nur wohin?

Es gibt 2 Dinge die ich für mich entschieden habe : keinerlei Charismaktik - sowie keinerlei Evangelikales ..

Das 1 . sehe ich (ich bitte das zu beachten - ich möchte NIEMANDEN zu nahe treten ) "nicht koscher".
Das 2 . teilweise zu aggressiv..

Dann kommt noch dazu dass hier Österreich die Politik völlig obskure Züge annimmt - und die "Christenpartei" auf 2 % kommt..
Nicht dass ich das ganze jetzt an dieser Partei fest machen möchte.. aber es ist ein gewissen Gradmesser..

Ich bin jetzt gerade dabei im Internet nach verschiedenen Richtungen zu sehen und fordere Schriftmaterial an.

Danke Dir für den Gedankenanstoss

Stephanie123
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@ Samel A.

Beitragvon Stephanie123 » 29.01.2011 12:11

Hallo Samuel, hmmm.. Deine Zeilen beinhalten etwas , was auf mich nicht zutrifft .. die "Sektenangst" .

Da der Weg eingeengt ist - und nur wenige ihn finden KANN es meiner bescheidenen Ansicht nach gar nicht etwas "normal anerkanntes" sein.. die Frage stellt sich eben da für mich auch "von wem anerkannt" ?

Es scheint ja eben der "Massenweg" zu sein der da im Argen liegt.
Das sind eben auch solche Dinge die sich mir als Frage auftun.

Wenn ich hier das AT ansehe war es ja auch so dass nicht der Massstab der Heiden an Israel gelegt wurde sondern die Wege Israels - die von Gott gegeben wurde - an ihrem Leben.

Der "Überrest" der aus Babylon gerettet wurde war ja nicht Absonderung aller Israeliten aus Babylon heraus -- sondern der gehorsam gottergebene Teil Israels.

Zum "Kaffee und Kuchen" natürlich gibt es das auch in den Kirchen. Nur eben nicht nach einem Gottesdienst.

Es gibt Seniorennachmittage - Kinderspieltage - es gibt Vorträge mit anschliessendem gemeinsamen Zusammensein. Gerade in grösseren Städten gibt es solche Dingen.

Das "Kennenlernen" ist nicht dasselbe wie eine Gemeinde gut zu kennen.

Mit Sicherheit wird es in einer kleineren Gemeinde eher besser zugehen als in den grossen Kirchen. Das nehme ich als gegeben an.

NUR - und jetzt kommt auch so ein innerer Zwiespalt in mir :

es gibt kirchliche Dachverbände und ökumenische Verträge. Wenn also Gemeinden diese annehmen - dann unterschreiben sie doch das "ja" zu der heutigen Situation ?

Hier läuft einfach etwas ganz ganz schief...

da muss ich suchen .. frei von Vorurteilen.. und mit offenem Geist.

Vielleicht kennt ja jemand diese innere Suche. Wäre schön etwas zu erfahren.

Auch Dir vielen Dank für Deine Gedanken

Stephanie123
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Urlaub

Beitragvon Stephanie123 » 29.01.2011 19:56

Hallo an die Teilnehmer

ich bin von Morgen an ca 7 Tage auf Urlaub - es kann möglich sein dass ich in der Zeit nicht ins internet kann - nicht dazu komme.

Bitte also etwas um Geduld mit ev. Antworten ..

Schöne und gesegnete Zeit

Stephanie

Jose
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Re: Alltag - der werklose Glaube ... austreten?

Beitragvon Jose » 29.01.2011 20:01

Stephanie123 hat geschrieben:Seit geraumer Zeit nagt ein " tritt aus!" Such etwas anderes..
Liebe Stephanie.
Deinen inneren Kampf kann ich gut verstehen, es handelt sich auch nicht um eine Kleinigkeit. Als ich 1982 von Jesus als einen persönlich erfahrbaren Heiland erstmalig erfuhr, war meine Sehnsucht, Ihn auch persönlich kennenzulernen, geweckt. Im Katholizismus hört man auch viel von Jesus, aber Maria und vieles mehr steht doch im Mittelpunkt und der Glaube erschöpft sich in Zeremonien und Äußerlichkeiten. Als Jesus in mein Leben erfahrbar trat, war mir klar, dass die katholische Kirche nicht meine geistliche Heimat sein kann. Ich trat einer Freikirche bei, wo ich auch zum Glauben gekommen war.

Als ich aber durch Gottes Gnade nicht mehr so unmündig war im Glauben, wurde ich zusehends enttäuschter über manches was auch in dieser Freikirche gelehrt und praktiziert wurde. Gespräche mit den verantwortlichen Leitern blieben fruchtlos, d.h. ich erkannte, dass man in wesentlichen Punkten bei Kompromissen bleiben wollte und nicht mehr das Wort Gottes uneingeschränkt befolgen. Mit der Zeit erkannte ich aber, dass der innere Konflikt zunahm und ich nur schwerlich, wenn überhaupt, gesegnet wurde. Ich hatte zwar viele liebe Geschwister, aber es geht um Jesus und um Sein Wort und Kompromisse sind Hindernisse für das wachsen im Glauben und zerstören die Gemeinschaft mit dem Herrn.

Es ist allezeit ganz wichtig, dass wir die Verbindung nach oben nicht abstumpfen lassen sondern darauf achten, wie Gott uns leiten will. Jedoch muss sich jeder ernstlich prüfen, was die Ursache für seine Austrittsüberlegungen sind, ob es der Gehorsam zur erkannten Wahrheit in der Bibel ist oder vielleicht nur enttäuschte Erwartungen. Ansonsten sollten wir uns nicht scheuen, uns wie Abraham zu verhalten: "Durch Glauben war Abraham, als er gerufen wurde, gehorsam, auszuziehen an den Ort, den er zum Erbteil empfangen sollte; und er zog aus, ohne zu wissen, wohin er komme" Hebr 11,8.

Irgendwann ging ich traurigen Herzens, ohne zu wissen, wohin genau. Ich suchte Kontakt zu anderen mir bekannte Glaubensgeschwister und pflegte Gemeinschaft mit ihnen, denn Gemeinschaft war mir wichtig. Mein Anliegen war aber, der Herr möge mir eine biblische Gemeinde zeigen, der ich auch beitreten sollte. Und der Herr hat Gnade geschenkt. Seit über 20 Jahre gehöre ich nun einer Freikirche an und wie dankbar bin ich dem Herrn für die zurückliegenden Jahre und Seine Bewahrung. Wie vieles durfte ich lernen und im Glauben wachsen. Oft habe ich zwar meine Geschwister auch enttäuscht und wurde enttäuscht, aber dazu sind wir leider noch Menschen und benötigen die gegenseitige Vergebung und auch die gegenseitige Ermunterung, im Glauben auszuharren.

Möge der Herr dich reichlich segnen! Ich grüsse dich mit dem Wort:
"Und wenn ihr zur Rechten oder wenn ihr zur Linken abbiegt, werden deine Ohren ein Wort hinter dir her hören: Dies ist der Weg, den geht!" Jes 30,21.

José
Bibelzitate sind, wenn nicht anders angegeben, nach der rev. Elberfelder (PC-Ausgabe)

Jörg
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Beitragvon Jörg » 30.01.2011 08:03

Hallo Stephanie,

ich bin in einer ähnlichen Situation wie Du. Ich kenne die Kämpfe, dass man an seiner Kirche sehr leidet. Man sieht, wie alles den Bach runter geht, dass man die Bibel nicht mehr gelten lässt, dass man unbequeme Stellen mit schlauen theologischen Reden ausradiert. Da sind so viele Pfarrer, die durch ungläubige Professoren auf der Universität vergiftet worden sind und nun dieses Gift predigen. Das Resultat sind verwirrte und verirrte Schafe!

War früher alles besser? Wenn ich da nur an die “Deutschen Christen” im Dritten Reich denke, kommen mir Zweifel! - Aber da gab es ja immerhin noch die “Bekennende Kirche”, die zwar nicht aus der Kirche austraten, wohl aber auftraten!

Ich stelle hier mal einen Text rein, der zumindest bedenkenswert ist:

http://bitflow.dyndns.org/german/RolfSc ... 870618.pdf

Zum Schluß möchte ich Dir viel Weisheit und Führung von unserem Dreieinigen Gott wünschen, denn es gibt keine einfache Antwort auf Deine Frage!

Herzlichen Gruß

Jörg
Es muß alles erst einmal an Gott vorüber, bevor es mich treffen kann. (Helmut Thielicke)


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