Wahrhafte Jünger Jesu

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Jose
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Wahrhafte Jünger Jesu

Beitragvon Jose » 20.03.2011 12:03

In den letzten Tagen musste ich vermehrt über die Worte Jesu nachdenken: "Jesus sprach nun zu den Juden, die ihm geglaubt hatten: Wenn ihr in meinem Wort bleibt, so seid ihr wahrhaft meine Jünger; und ihr werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen" Joh 8,31.32. Darüber bin ich unruhig geworden, denn wenn ich außerhalb dieser Erwartung Gottes bleibe, dann stehe ich nicht in der Wahrheit und habe somit die Botschaft des Herrn weder richtig erfasst noch lebe ich danach.

Ob es um Fragen der Gemeindezugehörigkeit oder um das Abendmahl- und Taufverständnis geht sowie um Anpassung an die Welt usw., ab wann "bleiben" wir nicht mehr in Seinem Wort? Wie weit können Gotteskinder gehen ohne dabei diesem Gebot des Herrn schuldhaft Ungehorsam zu sein? Zuweilen habe ich den Eindruck, wir verlassen uns auf die Gnade die alles zudeckt und am Ende alles richten wird. Aber dürfen wir uns so aus der Verantwortung stehlen?

Für mich persönlich habe ich bislang so vorzugehen versucht: Ich masse mir nicht an zu behaupten, ich hätte in allen Lehrstücken die richtige Erkenntnis. Daher lege ich mich nur in den Lehren fest, für die ich in der Bibel keine andere Alternative sehe. Dafür setzte ich mich dann auch ein und bitte den Herrn um die Kraft, danach leben zu können.

Gerade in einer Zeit, in der man sich zunehmend von dem Fundament des Evangeliums entfernt und verschiedene Meinungen nebeneinander gelten lässt, sehe ich es als lebensnotwendig an, in Jesu Wort zu bleiben. Mich würde interessieren, wie ihr damit umgeht.

José

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Joschie
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Beitragvon Joschie » 20.03.2011 21:39

Hallo Jose!
Erstmal der Text vor Johannes 8.31,82. und danach.
Das Licht der Welt
12 Jesus redete nun wieder zu ihnen und sprach: Ich bin das Licht der Welt; wer mir nachfolgt, wird nicht in der Finsternis wandeln, sondern wird das Licht des Lebens haben. 13 Da sprachen die Pharisäer zu ihm: Du zeugst von dir selbst; dein Zeugnis ist nicht wahr. 14 Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Auch wenn ich von mir selbst zeuge, ist mein Zeugnis wahr, weil ich weiß, woher ich gekommen bin und wohin ich gehe; ihr aber wisst nicht, woher ich komme oder wohin ich gehe. 15 Ihr richtet nach dem Fleisch, ich richte niemand. 16 Wenn ich aber auch richte, so ist mein Gericht wahr, weil ich nicht allein bin, sondern ich und der Vater, der mich gesandt hat. 17 Aber auch in eurem Gesetz steht geschrieben, dass das Zeugnis zweier Menschen wahr ist. 18 Ich bin es, der von mir selbst zeugt, und der Vater, der mich gesandt hat, zeugt von mir. 19 Da sprachen sie zu ihm: Wo ist dein Vater? Jesus antwortete: Ihr kennt weder mich noch meinen Vater; wenn ihr mich gekannt hättet, so würdet ihr auch meinen Vater gekannt haben. 20 Diese Worte redete er in der Schatzkammer, als er im Tempel lehrte; und niemand legte Hand an ihn, denn seine Stunde war noch nicht gekommen.
Der Gesandte des Vaters
21 Er sprach nun wieder zu ihnen: Ich gehe hin, und ihr werdet mich suchen und werdet in eurer Sünde sterben; wohin ich gehe, könnt ihr nicht hinkommen. 22 Da sagten die Juden: Er will sich doch nicht selbst töten, dass er spricht: Wohin ich gehe, könnt ihr nicht hinkommen? 23 Und er sprach zu ihnen: Ihr seid von dem, was unten ist, ich bin von dem, was oben ist; ihr seid von dieser Welt, ich bin nicht von dieser Welt. 24 Daher sagte ich euch, dass ihr in euren Sünden sterben werdet; denn wenn ihr nicht glauben werdet, dass ich es bin, so werdet ihr in euren Sünden sterben. 25 Da sprachen sie zu ihm: Wer bist du? Jesus sprach zu ihnen: Durchaus das, was ich auch zu euch rede.4 26 Vieles habe ich über euch zu reden und zu richten, aber der mich gesandt hat, ist wahrhaftig; und was ich von ihm gehört habe, das rede ich zu der Welt. 27 Sie erkannten nicht, dass er von dem Vater zu ihnen sprach. 28 Da sprach Jesus zu ihnen: Wenn ihr den Sohn des Menschen erhöht haben werdet, dann werdet ihr erkennen, dass ich es bin und dass ich nichts von mir selbst tue, sondern wie der Vater mich gelehrt hat, das rede ich. 29 Und der mich gesandt hat, ist mit mir; er hat mich nicht allein gelassen, weil ich allezeit das ihm Wohlgefällige tue. 30 Als er dies redete, glaubten viele an ihn.
Wahre Freiheit
31 Jesus sprach nun zu den Juden, die ihm geglaubt hatten: Wenn ihr in meinem Wort bleibt, so seid ihr wahrhaft meine Jünger; 32 und ihr werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen. 33 Sie antworteten ihm: Wir sind Abrahams Nachkommenschaft5 und sind nie jemandes Sklaven gewesen. Wie sagst du: Ihr sollt frei werden? 34 Jesus antwortete ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Jeder, der die Sünde tut, ist der Sünde Sklave. 35 Der Sklave aber bleibt nicht für immer6 im Haus; der Sohn bleibt für immer. 36 Wenn nun der Sohn euch frei machen wird, so werdet ihr wirklich frei sein.
Wahre Nachkommen Abrahams
37 Ich weiß, dass ihr Abrahams Nachkommen seid; aber ihr sucht mich zu töten, weil mein Wort nicht Raum in euch findet. 38 Ich rede, was ich bei dem Vater gesehen habe; auch ihr nun tut, was ihr von eurem7 Vater gehört habt. 39 Sie antworteten und sprachen zu ihm: Abraham ist unser Vater. Jesus spricht zu ihnen: Wenn ihr Abrahams Kinder wäret, so würdet ihr die Werke Abrahams tun; 40 jetzt aber sucht ihr mich zu töten, einen Menschen, der ich euch die Wahrheit gesagt habe, die ich von Gott gehört habe; das hat Abraham nicht getan. 41 Ihr tut die Werke eures Vaters. Sie sprachen nun zu ihm: Wir sind nicht durch Hurerei geboren; wir haben einen Vater, Gott. 42 Jesus sprach zu ihnen: Wenn Gott euer Vater wäre, so würdet ihr mich lieben, denn ich bin von Gott ausgegangen und gekommen; denn ich bin auch nicht von mir selbst gekommen, sondern er hat mich gesandt. 43 Warum versteht ihr meine Sprache nicht? Weil ihr mein Wort nicht hören könnt. 44 Ihr seid aus dem Vater, dem Teufel, und die Begierden eures Vaters wollt ihr tun. Jener war ein Menschenmörder von Anfang an und stand nicht in der Wahrheit, weil keine Wahrheit in ihm ist. Wenn er die Lüge redet, so redet er aus seinem Eigenen, denn er ist ein Lügner und der Vater derselben8. 45 Weil ich aber die Wahrheit sage, glaubt ihr mir nicht. 46 Wer von euch überführt mich einer Sünde9? Wenn ich die Wahrheit sage, warum glaubt ihr mir nicht? 47 Wer aus Gott ist, hört die Worte Gottes. Darum hört ihr nicht, weil ihr nicht aus Gott seid. 48 Die Juden antworteten und sprachen zu ihm: Sagen wir nicht recht, dass du ein Samariter bist und einen Dämon hast? 49 Jesus antwortete: Ich habe keinen Dämon, sondern ich ehre meinen Vater, und ihr verunehrt mich. 50 Ich aber suche nicht meine Ehre: Es ist einer, der sie sucht und der richtet. 51 Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wenn jemand mein Wort bewahren10 wird, so wird er den Tod nicht sehen in Ewigkeit11. 52 Die Juden sprachen nun zu ihm: Jetzt erkennen wir, dass du einen Dämon hast. Abraham ist gestorben und die Propheten, und du sagst: Wenn jemand mein Wort bewahren12 wird, so wird er den Tod nicht schmecken in Ewigkeit13. 53 Bist du etwa größer als unser Vater Abraham, der gestorben ist? Und die Propheten sind gestorben. Was machst du aus dir selbst? 54 Jesus antwortete: Wenn ich mich selbst ehre, so ist meine Ehre nichts; mein Vater ist es, der mich ehrt, von dem ihr sagt: Er ist unser Gott. 55 Und ihr habt ihn nicht erkannt, ich aber kenne ihn; und wenn ich sagte: Ich kenne ihn nicht, so würde ich euch gleich sein: ein Lügner. Aber ich kenne ihn, und ich bewahre14 sein Wort. 56 Abraham, euer Vater, jubelte, dass er meinen Tag sehen sollte, und er sah ihn und freute sich. 57 Da sprachen die Juden zu ihm: Du bist noch nicht fünfzig Jahre alt und hast Abraham gesehen? 58 Jesus sprach zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ehe Abraham war, bin ich. 59 Da hoben sie Steine auf, um sie auf ihn zu werfen. Jesus aber verbarg sich und ging aus dem Tempel hinaus.
rev.Elberfelder
Der Text beschreibt den Konflikt zwischen Jesus und den Juden oder anders ausgedrückt, zwischen richtige und falsche Frömmigkeit.
Zu Anfang müsste man erst mal abklären, was man unter wahrhaftigen Jünger versteht.Genauso, was ist mit Wahrheit und frei machen gemeint?
Gruß Joschie
Tod, wo ist dein Stachel? Totenreich, wo ist dein Sieg? 1Kor 15,55

Jose
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Re: Wahrhafte Jünger Jesu

Beitragvon Jose » 24.03.2011 21:41

Hallo Joschie!
Hatte nicht daran gedacht, dass man das Wort nicht einfach so nehmen kann wie es geschrieben steht. Johannes 8,31.32 stellt m.E. eine klare Bedingung an die welche zum Glauben an Jesus gekommen sind. Es hat m.E. nicht ausschließlich mit dem Konflikt zwischen Jesus und den Juden zu tun bzw. zwischen richtige und falsche Frömmigkeit, wie du angedeutet hast.

Wenn du weiter schreibst: "Zu Anfang müsste man erst mal abklären, was man unter wahrhaftigen Jünger versteht", so verstehe ich darunter solche, deren Glauben ausschließlich sich nach der Lehre der Schrift richtet und welche die Lehre des NT wörtlich und als verbindlich für unserer Zeit nehmen.

Zu dem Punkt: "Genauso, was ist mit Wahrheit und frei machen gemeint?", so bin ich überzeugt, dass Jesus hier darauf hinweist, dass das Gesetz keine wirklich Freiheit gebracht hat, denn Er sagte: "Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Jeder, der die Sünde tut, ist der Sünde Sklave" Joh 8,34. Erst in Ihm und durch Sein Sühnopfer, haben wir wirklich Befreiung von der Macht der Sünde und ist die Grundlage geschaffen, dass wir frei sein können.

Wenn wir noch in Jakobus lesen: "Wer aber in das vollkommene Gesetz der Freiheit hineingeschaut hat und dabei geblieben ist, indem er nicht ein vergesslicher Hörer, sondern ein Täter des Werkes ist, der wird in seinem Tun glückselig sein" Jak 1,25, so lesen wir hier vom vollkommenen Gesetz der Freiheit - also wieder von der Freiheit, aber wir lesen auch davon, dass wir nicht vergesslicher Hörer sein sollen, sondern Täter des Wortes. Hiermit sind wir wieder beim Thema: Wahrhafte Jünger Jesu.

Wenn es wichtig ist, können wir gerne uns über den Kontext von Johannes 8,31.32 austauschen, persönlich möchte ich aber die Worte Jesu direkt auf mich beziehen und frage mich: Bin ich ein wahrhaftiger Jünger Jesu?


Ich möchte ein Beispiel bringen. Wenn wir lesen: "Geht nicht unter fremdartigem Joch mit Ungläubigen! Denn welche Verbindung haben Gerechtigkeit und Gesetzlosigkeit? Oder welche Gemeinschaft Licht mit Finsternis?" 2. Kor 6,14, fangen wir an darüber zu denken, in welchem Kontext es geschrieben wurde, oder gilt das Wort für uns, wenn es z.B. darum geht, dass ein Gläubiger keinen Ungläubigen heiraten darf?


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Re: Wahrhafte Jünger Jesu

Beitragvon lutz » 24.03.2011 22:42

Jose hat geschrieben: Ich möchte ein Beispiel bringen. Wenn wir lesen: "Geht nicht unter fremdartigem Joch mit Ungläubigen! Denn welche Verbindung haben Gerechtigkeit und Gesetzlosigkeit? Oder welche Gemeinschaft Licht mit Finsternis?" 2. Kor 6,14, fangen wir an darüber zu denken, in welchem Kontext es geschrieben wurde, oder gilt das Wort für uns, wenn es z.B. darum geht, dass ein Gläubiger keinen Ungläubigen heiraten darf?
Hallo Jose,
ich bin davon überzeugt, dass dein Thema ein wichtiges ist und dass sich weit mehr darüber Gedanken machen, als sich hier "zu Wort melden" ...

Aber der Kontext ist wichtig und ohne Kontext kannst du jeden Irrtum mit der Bibel belegen, den du dir denken kannst.
Deine zitierten Verse bspw. sagen nichts von Heirat. Die könnte ich auch mühelos auf Arbeitsverhältnisse, Nachbarschaftsbeziehungen und und und … anwenden.
Am Ende müsste ich „Mönch“ werden oder mir eine Insel kaufen …

Zuerst muss die Bedeutung ermittelt werden, die die Verse historisch hatten – so sehe ich es.
Diese Worte sind an ganz konkrete Personen in der Vergangenheit gerichtet. Wie mussten sie diese Worte verstehen?
Dann kann ich nach Parallelen suchen …

Das Dilemma heute besteht doch darin, dass Parallelen hergestellt werden, wie man selber denkt …
Insofern ist eine größere Sorgfalt nichts Destruktives – sondern der Ausdruck von Respekt oder Ehrfurcht vor dem Wort Gottes. Ich könnte auch sagen: Hüte dich, es anders zu gebrauchen, als Gott es gegeben hat!

Das Ganze soll uns aber nicht entmutigen oder ängstlicher machen, sondern einfach zu mehr Genauigkeit leiten – so sehe ich das Ganze und das Thema zusammen mit deinem Einstiegsbeitrag ist durchaus alles andere als „kinderleicht“.
Für mich persönlich habe ich bislang so vorzugehen versucht: Ich masse mir nicht an zu behaupten, ich hätte in allen Lehrstücken die richtige Erkenntnis. Daher lege ich mich nur in den Lehren fest, für die ich in der Bibel keine andere Alternative sehe. Dafür setzte ich mich dann auch ein und bitte den Herrn um die Kraft, danach leben zu können.
Schau dir mal an, auf welchen Fuß das Ganze letztlich steht?
Ist es nicht dieses: „Wenn ich?“
Die Basis ist hier ein: „Wenn du keine andere Alternative siehst.“ Da kann mal viel und ausgiebig diskutieren – am Ende kann immer ein: „Weil ich nicht …, deshalb kann nicht …“ stehen.
Das bedeutet aber auch: „Wenn ich keine Alternative sehe, dann lebe ich so, wie ich es sehe …“

Also mir ist hier einfach zu viel „Ich“ als letzter Maßstab.
Es geht zuerst darum, was der Autor der betreffenden Zeilen gemeint hat und was nicht – ob dich das dann letztlich überzeugt oder nicht, ist eine andere Frage.

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Re: Wahrhafte Jünger Jesu

Beitragvon Jose » 24.03.2011 22:57

lutz hat geschrieben:Also mir ist hier einfach zu viel „Ich“ als letzter Maßstab.
Danke für den Hinweis, Lutz. Der Eindruck sollte natürlich nicht entstehen und wer einige meiner bisherigen Beiträge gelesen hat, dürfte es gemerkt haben, dass es mir sehr wichtig ist, dass nicht unsere Meinung oder die Meinung irgendeines Autors für uns an erste Stelle stehen darf, sondern Gottes Wort, die Bibel.

Insofern danke ich dir für den Hinweis, deine "Zerschlagung" von 2. Kor 6,14 hat mich aber sehr überrascht, denn gerade die Ehe ist das engste Bündnis zwischen zwei Menschen und hier das Wort aus 2. Kor. 6,14 entkräften zu wollen, erachte ich für sehr bedenklich.

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Re: Wahrhafte Jünger Jesu

Beitragvon lutz » 24.03.2011 23:05

Jose hat geschrieben: ... , deine "Zerschlagung" von 2. Kor 6,14 hat mich aber sehr überrascht, denn gerade die Ehe ist das engste Bündnis zwischen zwei Menschen und hier das Wort aus 2. Kor. 6,14 entkräften zu wollen, erachte ich für sehr bedenklich.
Da hast du mich gründlich missverstanden.
Es geht mir nicht um ein „Entkräften“ – es geht mir um die Notwendigkeit des Kontextes.
Lässt du den Kontext weg, dann kann aus einem oder zwei oder … Versen eine völlig „gottfremde“ Interpretation werden. Das Ganze läuft dann aber unter: „Gott hat so gesprochen …“

Lutz

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Beitragvon Gast » 24.03.2011 23:30

José ich kann mich sehr gut mit dem was du schreibst identifizieren. Ich selbst habe selten Gewissheit über mein Heil. Ich liebe Jesus, aber ich weiß auch immer mehr wie hoch die Anforderungen sind ein wahrhaftiger Jünger zu sein und es bedeutet seinen Geboten zu gehorchen und ihm nachzufolgen.

Meine Sünden sind zahlreich und Frucht ist kaum zu sehen. Das bereitet mir schon ziemlich viele Sorgen. Die Verheißungen sind mir noch nicht so süß, angesichts der Warnungen, die mich ständig anklagen.

Was die Betrachtung des Kontextes angeht, stimmt es, dass man sicherlich zuerst fragen sollte, an wen waren die Worte damals gerichtet und welche Bedeutung hatten sie. Aber wenn ich mir die Auslegungen von Paulus und Petrus im NT zu alttestamentlichen Schriftstellen anschaue, dann denke ich manchmal, diese haben jetzt aber auch nicht lange über den Kontext und die damalige Bedeutung nachgedacht, sondern einfach das geredet wie ihnen der Geist es ihnen zu verstehen gab.

Ein Beispiel: "Denn in dem Gesetz Moses steht geschrieben: «Du sollst dem Ochsen, der da drischt, nicht das Maul verbinden». (5Mo 25,4; 1Tim 5,18) Ist Gott etwa um die Ochsen besorgt?" 1. Kor 9,9
Paulus wendet dieses alttestamentliche Gebot auf die Versorgung von Evangelisten und Lehrern an. Ist dies der Kontext?

Schaue ich die Predigten von Spurgeon an, sehe ich, dass auch er nicht allzulange beim ursprüchlichen Kontext verweilt, sondern den Text auf eine gegenwärtige Situation schnell umzumünzen weiß. Ist okay, meiner Meinung nach.

Ein wahrhaftiger Jünger wird manchmal erst nach Jahren nach Bekehrung und Wiedergeburt Frieden finden und Bestätigung seiner Errettung finden. Man kann auch ohne Heilsgewissheit sterben und in den Himmel landen, doch schön ist das für ein Kind Gottes sicherlich nicht. Auch Gott möchte nicht das seine Kinder ständig Angst haben, dass sie gar nicht seine Kinder sind und schließlich in die Hölle geworfen werden. Das ehrt Gott nicht. Das kann nicht Gottes Absicht sein, sonst hätten die meisten irdischen Väter mehr Liebe zu ihren Kindern als Gott zu seinen Kindern. Und ist Gott nicht die Liebe? Niemand anderes kann mehr Liebe zeigen als er.
Warum wir aber ständig zittern und fragen gehören wir nun zu ihm, bleiben wir in ihm, bleiben wir im Wort, dass kann ich mir auch noch nicht so ganz erklären. Es gehört schon mit zu Gottes Erziehungsprogramm und zeigt eben auch, dass man wahrscheinlich zu ihm gehört. Es treibt uns auch in der Heiligung voran und wir streben mehr danach, dem Bilde des Sohnes gleichgestaltet zu sein.
Gibt sicherlich noch mehr Gründe.
Gruß und Segen
Samuel

Gast

Beitragvon Gast » 25.03.2011 00:00

Diese Verheißung wollte ich noch anhängen:

"Wenn aber jener, der Geist der Wahrheit, gekommen ist, wird er euch in die ganze Wahrheit leiten; denn er wird nicht von sich selbst aus reden, sondern was er hören wird, wird er reden, und das Kommende wird er euch verkündigen." Joh 16,13

Bis zu unserem Ableben oder der Wiederkunft des Herrn werden wir weiter und weiter geführt in dem was der Herr Jesus uns von sich mitteilen möchte.

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Beitragvon Joschie » 25.03.2011 09:10

Jose hat geschrieben:Ob es um Fragen der Gemeindezugehörigkeit oder um das Abendmahl- und Taufverständnis geht sowie um Anpassung an die Welt usw., ab wann "bleiben" wir nicht mehr in Seinem Wort? Wie weit können Gotteskinder gehen ohne dabei diesem Gebot des Herrn schuldhaft Ungehorsam zu sein? Zuweilen habe ich den Eindruck, wir verlassen uns auf die Gnade die alles zudeckt und am Ende alles richten wird. Aber dürfen wir uns so aus der Verantwortung stehlen?
Gerade wegen deiner Fragestellung, finde ich es wichtig auch den Kontext zu beachten, in dem der Bibelvers steht.Es ist eben so, das man mit aus dem Kontext gerissene Bibelstellen, jede Irrlehre belegen kann, das war so in der Kirchengeschichte und ist auch heute so :!:
Wenn du weiter schreibst: "Zu Anfang müsste man erst mal abklären, was man unter wahrhaftigen Jünger versteht", so verstehe ich darunter solche, deren Glauben ausschließlich sich nach der Lehre der Schrift richtet und welche die Lehre des NT wörtlich und als verbindlich für unserer Zeit nehmen
Jose, ich meine damit, das es besser ist, das man abklärt, was man unter bestimmten Begriffen versteht, um so zu verhindern, das man zwar den gleichen Begriff nennt aber darunter was ganz anderes versteht.
Gruß Joschie
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Kontext oder Ungehorsam?

Beitragvon Jose » 25.03.2011 09:54

Joschie hat geschrieben:Jose, ich meine damit, das es besser ist, das man abklärt, was man unter bestimmten Begriffen versteht, um so zu verhindern, das man zwar den gleichen Begriff nennt aber darunter was ganz anderes versteht.
Bei diesem Thema sehe ich eigentlich keine Begriffe, die neu wären oder erst geklärt werden müssten. Mein Bibelwort zum Einstieg war: "Jesus sprach nun zu den Juden, die ihm geglaubt hatten: Wenn ihr in meinem Wort bleibt, so seid ihr wahrhaft meine Jünger" Joh 8,31, und das ist eine klare Aussage: Ein guter Anfang genügt nicht, es geht darum, in Jesu Wort zu bleiben. Dies fängt mit der Gesinnung, d.h. mit der Herzenseinstellung an.

Samuel hat es m.E. in seinem Beitrag deutlich gemacht, dass die Beachtung des Kontexts wichtig ist, aber nicht ausschließlich entscheidend. Wie bereits erwähnt, sehe ich bei Joh. 8,31.32 keine Einschränkung der verbindlichen allgemeinen Bedeutung für alle Jünger Jesu. Wenn du, Joschie, es anders siehst, vielleicht könntest du erklären, welche Begriffe oder welcher Kontext hier einer genaueren Erläuterung bedürfen.

Zum Thema Kontext noch ein Beispiel: Wenn von der Stellung der Frau in der Gemeinde die Rede ist, wird oft mit der "Frauenfeindlichkeit" des unverheirateten Paulus argumentiert oder eben auf die damalige Kultur verwiesen. Ist das der Kontext oder einfach nur Alibi für den Ungehorsam?

José
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Beitragvon Joschie » 25.03.2011 16:23

Jose hat geschrieben:
Joschie hat geschrieben:Jose, ich meine damit, das es besser ist, das man abklärt, was man unter bestimmten Begriffen versteht, um so zu verhindern, das man zwar den gleichen Begriff nennt aber darunter was ganz anderes versteht.
Bei diesem Thema sehe ich eigentlich keine Begriffe, die neu wären oder erst geklärt werden müssten. Mein Bibelwort zum Einstieg war: "Jesus sprach nun zu den Juden, die ihm geglaubt hatten: Wenn ihr in meinem Wort bleibt, so seid ihr wahrhaft meine Jünger" Joh 8,31, und das ist eine klare Aussage: Ein guter Anfang genügt nicht, es geht darum, in Jesu Wort zu bleiben. Dies fängt mit der Gesinnung, d.h. mit der Herzenseinstellung an.
Jose, das kein Begriff neu ist stimmt, ob alle darunter immer das Gleiche verstehen bezweifele ich sehr ??!

Davor schreibst du
Darüber bin ich unruhig geworden, denn wenn ich außerhalb dieser Erwartung Gottes bleibe, dann stehe ich nicht in der Wahrheit und habe somit die Botschaft des Herrn weder richtig erfasst noch lebe ich danach.

Ob es um Fragen der Gemeindezugehörigkeit oder um das Abendmahl- und Taufverständnis geht sowie um Anpassung an die Welt usw., ab wann "bleiben" wir nicht mehr in Seinem Wort? Wie weit können Gotteskinder gehen ohne dabei diesem Gebot des Herrn schuldhaft Ungehorsam zu sein? Zuweilen habe ich den Eindruck, wir verlassen uns auf die Gnade die alles zudeckt und am Ende alles richten wird. Aber dürfen wir uns so aus der Verantwortung stehlen?
Jose,ich sehe nicht , das Gott an uns Erwartungen hat, sondern genaue Verpflichtungen uns vorgegeben hat, die er uns in sein Wort kundgetan hat. Ich mußte lernen diese von so manche fromme Erwartung, die aus meinem Umfeld herangetragen wurde, zu unterscheiden. Als Beispiel, in meiner alten Gemeinde zu Zeiten der DDR, sollte keiner ein größeres Auto wie Trabbi fahren, das schickte sich nicht, das ein Christ für so einen weltlichen Kram Geld ausgibt. Das ist nur ein Beispiel von vielen. Deine Beobachtung zur Gnade kann ich voll teilen, dazu gibt es folgendes Zitat: "Wenn alles nur noch Gnade ist, verliert das Evangelium die Spitze". Ich vermute, das es A. Schlatter geschrieben hat, bei seiner Kritik am Luthertum bin mir aber nicht sicher.
deren Glauben ausschließlich sich nach der Lehre der Schrift richtet und welche die Lehre des NT wörtlich und als verbindlich für unserer Zeit nehmen.
Jose würdest du auch Johannes.18.8-9 wörtlich nehmen
8 Wenn aber deine Hand oder dein Fuß dir Anlass zur Sünde gibt, so hau ihn ab und wirf ihn von dir! Es ist besser für dich, lahm oder als Krüppel in das Leben hineinzugehen, als mit zwei Händen oder mit zwei Füßen in das ewige Feuer geworfen zu werden. 9 Und wenn dein Auge dir Anlass zur Sünde gibt, so reiß es aus und wirf es von dir! Es ist besser für dich, einäugig in das Leben hineinzugehen, als mit zwei Augen in die Hölle des Feuers geworfen zu werden.
Ich möchte mit meinen Beitrag niemanden zu nahe treten, sondern einfach zum Nachdenken über die verschiedenen Sichtweisen anregen.
Gruß Joschie
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Re: Gotteswort wörtlich nehmen

Beitragvon Jose » 25.03.2011 17:45

Joschie hat geschrieben:Jose würdest du auch Johannes.18.8-9 wörtlich nehmen
8 Wenn aber deine Hand oder dein Fuß dir Anlass zur Sünde gibt, so hau ihn ab und wirf ihn von dir! Es ist besser für dich, lahm oder als Krüppel in das Leben hineinzugehen, als mit zwei Händen oder mit zwei Füßen in das ewige Feuer geworfen zu werden. 9 Und wenn dein Auge dir Anlass zur Sünde gibt, so reiß es aus und wirf es von dir! Es ist besser für dich, einäugig in das Leben hineinzugehen, als mit zwei Augen in die Hölle des Feuers geworfen zu werden.
Im Grunde genommen, ja, was die Gewichtung anbetrifft. Ich bin ja ein Krüppel und wäre mit Sicherheit nicht gläubig geworden, wenn der Herr nicht diesen harten Weg mit mir gegangen wäre. $:D

Du weißt aber mit Sicherheit wie ich es meine, denn wenn du den Einwand bringst:
Joschie hat geschrieben:Jose,ich sehe nicht , das Gott an uns Erwartungen hat, sondern genaue Verpflichtungen uns vorgegeben hat, die er uns in sein Wort kundgetan hat.
bestätigt du ja mit anderen Worten, was ich auch sagen wollte, nämlich dass Gottes Wort für uns bindend ist. Persönlich rede ich auch gerne von Erwartungen Gottes an uns, weil Er uns nicht zum Gehorsam zwingt. Wir müssen die Gnade ja auch nicht annehmen. Es ist ein Angebot Gottes an uns.


Mein letzter Satz im Eröffnungsbeitrag hätte eigentlich deutlich machen sollen, um was es mir geht:
Gerade in einer Zeit, in der man sich zunehmend von dem Fundament des Evangeliums entfernt und verschiedene Meinungen nebeneinander gelten lässt, sehe ich es als lebensnotwendig an, in Jesu Wort zu bleiben.
Ich komme ursprünglich aus einer Gemeinde die zwischenzeitlich im ACK aktiv ist. Geht das? Es geht nur, wenn das was trennt nicht auffallend betont wird und man den Eindruck stehen lässt, die Unterschiede seien lediglich verschiedene gültige Meinungen nebeneinander. Haben Jesus oder die Apostel so gehandelt?

Zu deiner DDR-Vergangenheit möchte ich erwähnen, dass als die Mauer noch stand ich dort auch Glaubensgeschwister besucht hatte. Sie erzählten mir, dass während sie Stubenversammlung hatten sie oftmals bemerkten, wie die Polizei am Fenster stand. Das hatte auf mich einen großen Eindruck gemacht, wenn man unter solchen Verhältnissen dennoch klar und treu zu seinem Herrn stand.

José
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Beitragvon Joschie » 25.03.2011 19:13

Jose hat geschrieben:Zu deiner DDR-Vergangenheit möchte ich erwähnen, dass als die Mauer noch stand ich dort auch Glaubensgeschwister besucht hatte. Sie erzählten mir, dass während sie Stubenversammlung hatten sie oftmals bemerkten, wie die Polizei am Fenster stand. Das hatte auf mich einen großen Eindruck gemacht, wenn man unter solchen Verhältnissen dennoch klar und treu zu seinem Herrn stand.
Man gewöhnt sich einfach an manche Situationen, die nicht in diesem Moment zu ändern sind.Hätte man nur darüber ständig nachgedacht, hätte der Staat genau das erreicht was er wollte, das ich niemand mehr vertraue und ständig eine Schere im Kopf habe.Da ich zur DDR-Zeit oft in Rumänien war, lernte ich doch, wie privilegiert wir in der DDR waren.
Gruß Joschie
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Jörg
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Beitragvon Jörg » 26.03.2011 09:32

Samuel A. hat geschrieben:José ich kann mich sehr gut mit dem was du schreibst identifizieren. Ich selbst habe selten Gewissheit über mein Heil. Ich liebe Jesus, aber ich weiß auch immer mehr wie hoch die Anforderungen sind ein wahrhaftiger Jünger zu sein und es bedeutet seinen Geboten zu gehorchen und ihm nachzufolgen.

Meine Sünden sind zahlreich und Frucht ist kaum zu sehen. Das bereitet mir schon ziemlich viele Sorgen. Die Verheißungen sind mir noch nicht so süß, angesichts der Warnungen, die mich ständig anklagen.
Die fehlende Heilsgewissheit in unserem Leben hängt oft mit der falschen Blickrichtung zusammen! Der Teufel lenkt nämlich unseren Blick gerne auf uns selbst, um uns anzuklagen. Er wird ja auch "Staatsanwalt Gottes" genannt und "Verkläger der Brüder". Sind wir einmal in diese Falle geraten, hat er leichtes Spiel, denn gerade Leute mit empfindsamen Gewissen geraten selbst bei "Puppensünden" leicht in Verzweiflung. Sie fühlen sich den ganzen Tag an den "geistlichen Puls", sind nur mit sich selber beschäftigt und finden so nicht zum Frieden. Möge der dreieinige Gott doch die erschrockenen Gewissen trösten, indem er uns unseren Blick auf IHN und sein vollbrachtes Werk am Kreuz auf Golgatha richtet und wir darüber zum inneren Frieden kommen. "Die auf ihn sehen, werden strahlen vor Freude und ihr Angesicht soll nicht schamrot werden" (Psalm 34, 6). Sehr passend finde ich auch in diesem Zusammenhang den Liedvers von Woltersdorf:

Wenn ich mich selbst betrachte, so wird mir angst und weh.
Wenn ich auf Jesum achte, so steig ich in die Höh´,
dann freut sich mein erlöster Geist, der durch das Blut des Lammes gerecht und selig heißt.

In diesem Sinne wünsche ich Euch, daß ihr tausendmal mehr auf Jesus schaut als auf Eure Sünden! Auch wenn dieser Satz von den Pharisäern und Selbstsicheren mißbraucht werden kann, gilt er doch für die "erschrockenen Gewissen" als Trost!!!!

Lieben Gruß

Jörg
Es muß alles erst einmal an Gott vorüber, bevor es mich treffen kann. (Helmut Thielicke)

Jose
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Sind wir wahrhaftige Jünger Jesu?

Beitragvon Jose » 26.03.2011 17:20

Jörg hat geschrieben:
Samuel A. hat geschrieben:José ich kann mich sehr gut mit dem was du schreibst identifizieren. Ich selbst habe selten Gewissheit über mein Heil.
Die fehlende Heilsgewissheit in unserem Leben hängt oft mit der falschen Blickrichtung zusammen!
Da hast du Recht, Jörg. Das Thema "Heilsgewissheit" ist sehr wichtig und oftmals machen wir uns selber das Leben schwer. Mir geht es bei meinem Anliegen hier aber nicht um Heilsgewissheit, sondern um das was Samuel im zweiten Teil richtig verstanden hat:
Samuel A. hat geschrieben:Ich liebe Jesus, aber ich weiß auch immer mehr wie hoch die Anforderungen sind ein wahrhaftiger Jünger zu sein und es bedeutet seinen Geboten zu gehorchen und ihm nachzufolgen.
Sind wir uns dessen alle wirklich bewusst, dass Nachfolge Jesu kein Spaziergang ist? Wie viele Gemeinden gibt es, die einerseits das richtige lehren aber das falsche praktizieren oder zumindest dulden? Jetzt kann jemand fragen: "Was ist richtig?", oder: "Was ist falsch"? Die Ökumene habe ich bereits erwähnt. Da sagt eine Gemeinde: "Wir sind nicht in der Ökumene", dann stellt sich heraus, dass sie enge Beziehungen zu anderen Gemeinden hat, welche im ökumenischen Fahrwasser schwimmen. Es bleibt nicht ohne negative Einflüsse.

Sind wir uns unserer Abhängigkeit von Jesus wirklich bewusst? Prüfen wir uns, ob wir wirklich treu sind in der Nachfolge? An einer Stelle schreibt Paulus: "Dafür halte man uns: für Diener Christi und Verwalter der Geheimnisse Gottes. Übrigens sucht man hier an den Verwaltern, dass einer treu befunden werde" 1. Kor 4,1-2. Wo sind die treuen Hirten in unseren Tagen? Wenn man die Vermischungen mit der Welt und Sünde in vielen Gemeinden und im Leben vieler Gotteskinder sieht, kann man da gleichgültig bleiben ohne sich zu sorgen, ob sie das Ziel erreichen werden? Wie leichtfertig gehen viele mit dem Glauben um.

Petrus hat geschrieben: "Denn die Zeit ist gekommen, dass das Gericht anfange beim Haus Gottes; wenn aber zuerst bei uns, was wird das Ende derer sein, die dem Evangelium Gottes nicht gehorchen? Und wenn der Gerechte mit Not gerettet wird, wo wird der Gottlose und Sünder erscheinen?" 1. Petr 4,17-18. Es geht nicht darum, uns Angst zu machen, aber machen wir uns nichts vor: Wer innerlich weiß, auf einem Weg des Kompromisses zu sein, wird am Ende möglicherweise das Ziel verfehlen. Jesus sprach zu Pilatus: "Jeder, der aus der Wahrheit ist, hört meine Stimme" Joh 18,37. Darum ist es so wichtig, dass wir wahrhaftig sind.

Liebe Grüße,
José
Bibelzitate sind, wenn nicht anders angegeben, nach der rev. Elberfelder (PC-Ausgabe)


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