Zitate und Sprüche für 2012-2014

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Joschie
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Calvin Rechtfertigung und Werke

Beitragvon Joschie » 28.09.2013 08:46

Calvin bestreitet, dass Werke irgendeinen Anteil an der Rechtfertigung des Menschen haben . Aber ist der Glaube nicht ohne Werke tot (vgl. Jak 2,17)? Calvin: Da wo Christus ist, »da ist der Geist der Heiligung, der die Herzen zu neuem Leben umschafft«.


Johannes Calvin schreibt 1539 in seinem Brief an Kardinal Sadolet:
Gleichwohl tut man Christus Unrecht, wenn man unter dem Vorwand seiner Gnade gute Werke verwirft, ist er doch gekommen, das Volk »angenehm zu machen für Gott, eifrig zu guten Werken«. Und ähnliche Zeugnisse dafür gibt es in Fülle, aus denen hervorgeht, Christus sei deshalb erschienen, damit wir durch ihn als Menschen, die recht handeln, Gott angenehm sein sollen. Unsere Gegner führen freilich stets die Schmähung im Munde, daß wir mit dem Hinweis auf die Rechtfertigung aus Gnaden den Eifer nach guten Werken im christlichen Leben ersticken. Doch das ist zu lächerlich, als daß es uns ernsthaft beschweren könnte. Daß gute Werke an der Rechtfertigung des Menschen irgendeinen Anteil haben, bestreiten wir allerdings; im Leben der Gerechtfertigten aber beanspruchen wir für sie das ganze Feld. Denn wer Gerechtigkeit erlangt hat, besitzt Christus, Christus aber kann nirgends ohne seinen Geist sein. Daraus geht klar hervor, daß die Gerechtigkeit aus Gnaden notwendig mit der Wiedergeburt verbunden ist. Wenn man also genau verstehen will, wie unzertrennlich Glaube und Werke zusammengehören, muß man auf Christus sehen, der uns, wie der Apostel lehrt, zur Gerechtigkeit und Heiligung gegeben ist (1Kor 1,30). Wo immer sich also diese Glaubensgerechtigkeit findet, die wir als ein Geschenk der Gnade verkündigen, dort ist auch Christus. Wo aber Christus ist, da ist der Geist der Heiligung, der die Herzen zu neuem Leben umschafft. Und umgekehrt: Wo sich der Eifer nach Uneigennützigkeit und Heiligung nicht regt, dort ist auch weder Christi Geist noch Christus selbst. Wo aber Christus nicht ist, da gibt es auch keine Gerechtigkeit, ja nicht einmal Glaube, kann doch ohne den Geist der Heiligung der Glaube Christus nicht als [Unterpfand der] Gerechtigkeit ergreifen. Wenn also Christus nach unserer Predigt zu einem geistlichen Leben erneuert, welche er rechtfertigt, wenn er sie der Gewalt der Sünde entreißt und in das Reich seiner Gerechtigkeit versetzt28, wenn er sie in das Ebenbild Gottes verwandelt und sie schließlich durch seinen Geist zum Gehorsam gegen seinen Willen umgestaltet: dann bleibt Euch keine Möglichkeit mehr zur Klage, unsere Lehre lasse fleischlichen Begierden die Zügel schießen. Etwas anderes aber wollten die von Euch angeführten Schriftstellen doch nicht bezwecken. Wenn Ihr sie also dazu mißbrauchen wollt, die Rechtfertigung aus Gnaden niederzureißen, dann habt Ihr Euch verrechnet!
Tod, wo ist dein Stachel? Totenreich, wo ist dein Sieg? 1Kor 15,55

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Carl Heinrich von Bogatzky "Die Furcht Gottes"

Beitragvon Joschie » 03.10.2013 20:01

Welch eine selige Sache ist es um die wahre Furcht Gottes! Sie bewahrt vor allem Irrtum, denn ein Gottesfürchtiger ist stets demütig und somit auch weise. Nun Herr, gib uns auch ein demütiges Herz, bewahre uns vor allem Irrtum nach Lehre und Leben und sei unsere Zuversicht, damit wir vor nichts zu erschrecken brauchen.
Carl Heinrich von Bogatzky
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Beitragvon Joschie » 27.10.2013 11:26

Gottesfurcht ist Arznei, Gottesliebe Gesundheit.
(Aurelius Augustinus) Augustinus von Hippo
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Gott hasst die Träumerei

Beitragvon Joschie » 23.11.2013 19:43

„Wer seinen Traum von einer christlichen Gemeinschaft mehr liebt als die christliche Gemeinschaft selbst, der wird zum Zerstörer jeder christlichen Gemeinschaft, und ob er es persönlich noch so ehrlich, noch so ernsthaft und hingebend meinte.

Gott haßt die Träumerei; denn sie macht stolz und anspruchsvoll. Wer sich das Bild einer Gemeinschaft erträumt, der fordert von Gott, von dem Andern und von sich selbst die Erfüllung. Er tritt als Fordernder in die Gemeinschaft der Christen, richtet ein eigenes Gesetz auf und richtet danach die Brüder und Gott selbst.“

Dietrich Bonhoeffer (Gemeinsames Leben, 2012, S. 24):
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Beitragvon Joschie » 28.11.2013 20:02

Wir müssen die heilige Schrift erst wieder kennen lernen wie die Reformatoren, wie unsere Väter sie kannten. Wir dürfen die Zeit und die Arbeit dafür nicht scheuen. Wir müssen die Schrift kennen lernen zu allererst um unseres Heiles willen. Aber es gibt daneben genug gewichtige Gründe, um uns diese Forderung ganz dringlich zu machen. Wie sollen wir z. B. in unserm persönlichen und kirchlichen Handeln jemals Gewißheit und Zuversicht erlangen, wenn wir nicht auf festem Schriftgrund stehen? Nicht unser Herz entscheidet über unsern Weg, sondern Gottes Wort. Wer aber weiß heute noch etwa rechtes über die Notwendigkeit des Schriftbeweises? Wie oft hören wir zur Begründung wichtigster Entscheidungen ungezählte Argumente „aus dem Leben“, aus der „Erfahrung“, aber der Schriftbeweis bleibt aus, und gerade er würde vielleicht in genau entgegengesetzte Richtung weisen? Daß freilich der den Schriftbeweis in Mißkredit zu bringen versuchen wird, der selbst die Schrift nicht ernstlich liest, kennt und durchforscht, ist nicht zu verwundern. Wer aber nicht lernen will, selbständig mit der Schrift umzugehen, der ist kein evangelischer Christ.
Dietrich Bonhoeffer (Gemeinsames Leben, S. 47)
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Beitragvon Joschie » 03.12.2013 20:13

:!: „ Macht korrumpiert, absolute Macht korrumpiert absolut.“ :!:
John Emerich Edward Dalberg-Acton
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Beitragvon Jörg » 14.12.2013 06:30

Es ist nicht gut, von 'Gesetzlichkeit' zu reden, wo es um die Ordnung unseres christlichen Lebens, um die Treue in den gebotenen
Dingen des Schriftlesens und Betens geht. Unordnung zersetzt und zerbricht den Glauben. Das muß der Theologe besonders lernen,
der Zuchtlosigkeit mit evangelischer Freiheit verwechselt. Wer einmal ein ausfüllendes geistliches Amt versehen und nicht in
Betriebsamkeit sich und seine Arbeit zugrunde richten will, der lerne beizeiten die geistliche Disziplin des Dieners Jesu Christi. Der
junge Theologe wird es als eine große Hilfe erfahren, wenn er sich für sein stilles Gebet und für die Andacht feste Zeiten setzt, die er in
großer Beharrlichkeit und Geduld einhält.

Dietrich Bonhoeffer
(aus: Dietrich Bonhoeffer Lesebuch, hrsg. v. Otto Dudzus (München 1985), 15-18)
Es muß alles erst einmal an Gott vorüber, bevor es mich treffen kann. (Helmut Thielicke)

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2014

Beitragvon Joschie » 01.01.2014 21:41

Man versichert uns dauernd, die Kirchen seien darum so leer, weil die Prediger zuviel Gewicht auf die Lehre legten: auf das "langweilige Dogma", wie man zu sagen pflegt. Man lasse mich einmal sagen, dass genau das Gegenteil wahr ist; es ist die Vernachlässigung des Dogmas, die die Predigten so langweilig macht."
Dorothy L. Sayers (1893 - 1957)
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Das Bedürfnis des Heiligen Geistes in der Gemeinde

Beitragvon Joschie » 07.01.2014 20:55

Ohne den Geist Gottes sind wir gleich einem Schiff, das an die Küste geworfen ist, und nachdem sich die Flut zurückgezogen hat, nicht zu bewegen ist, bis die Flut wiederkommt und es aus dem Sand aufhebt. Wir sind gleich jenem Schiffe, von dem wir kürzlich gelesen haben, das im fernen Eismeer festgefroren war. Ehe der Geist Gottes nicht die frostige Kälte unseres natürlichen Zustandes auftaut und eine neue Lebensflut über uns bringt, können wir uns nicht bewegen, sondern liegen kalt, leblos und kraftlos da. Der Christ ist gleich dem Seemann von dem Hauch des Himmels abhängig, wenn sich die Barke weiter bewegen soll. Wir sind gleich den Pflanzen auf dem Felde, und diese Frühlingszeit legt uns dieses Bild nahe: den ganzen Winter hindurch schläft die in ihre frostigen Gewänder eingehüllte Vegetation, sobald aber der geheimnisvolle Einfluss des Frühlings sich geltend macht, tut sich ihr Kleid auf und auf ihrem Busen zeigen sich die vielen Farben in den sich öffnenden Blumen. So liegt auch wohl eine Gemeinde zuweilen in einem langen, schrecklichen Winterschlaf, bis Gott der Heilige Geist die Bande der Untätigkeit löst, und die Herzen anfangen, zu knospen und zu blühen.
C. H. Spurgeon
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Beitragvon Joschie » 08.01.2014 20:05

Jede schwere Versuchung, durch die uns GOTT führt, wird uns entweder die Schwächen oder Stärke unseres Glaubens offenbaren und gleichzeitig die Treue GOTTES.
John MacArthur
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Beitragvon Joschie » 14.01.2014 21:20

Wenn du also verhindern willst, dass dir Gott und alles, was ihn angeht, wie eine große Last vorkommt, dann musst du darum bemüht sein, geistlich immer neu und lebendig zu sein; du musst permanent um die Gnade des Heiligen Geistes bitten. Aber stürze dich nicht unmittelbar ins Gebet oder in die Anbetung, sondern halte zuvor einige Zeit inne und sinne über die Herrlichkeit Christi nach. Auf diese Weise wird die Gnade in dir erweckt, die fürs Gebet entscheidend sind. Und wache und bete, dass dich nichts von dieser heiligen Pflicht ablenkt.
[aus: John Owen, Die Herrlichkeit Christi, 3L Verlag, S.169]
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Beitragvon Jörg » 21.01.2014 05:09

Die Bibel ist kein theologisches System, sondern ein Handbuch für den Himmel; sie ist ein Führer für das ewige Leben und ebenso geeignet für den Mann am Pflug, wie für das Kind in der Schule.

C.H. Spurgeon
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Über die Reinheit der Gemeinde!

Beitragvon Joschie » 22.01.2014 13:15

Besser, dass die kleine Schar [der Gemeinde] zu einer Handvoll zusammenschmilzt, als dass wir durch falsche Losungen oder unsittliche Kompromisse die Hilfe des mächtigen Bundesgenossen im Himmel einbüßen.
Abraham Kuyper über die Reinheit der Gemeinde
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Beitragvon Joschie » 24.01.2014 21:44

Es ist eine sichere Erfahrung, daß das Gebet,
das sich mit uns selbst beschäftigt, verdorrt.

Adolf Schlatter (1852 - 1938)
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Beitragvon Joschie » 25.01.2014 20:35

Bei der Bitte „Dein Reich komme“ wird an das eigene Ich kaum gedacht. Die Bewegung der Seele richtet sich auf Gottes Ehre, nicht auf unsere Seligkeit, und was unsere Seele verzehrt, ist nicht der Wunsch, es selbst gut zu haben, sondern den Tag sich nähern zu sehen, an dem Gott herrschen wird als der ewige König.
Abraham Kuyper über das Gebet „Dein Reich komme“:
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