Christliche Lebensgestaltung

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Marc02
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Christliche Lebensgestaltung

Beitragvon Marc02 » 05.08.2012 23:22

Hallo,

ich bin vor einiger Zeit durch eine Studentengruppe zum "Glauben" gekommen, die man wohl als charismatisch geprägt bezeichnen muss. Dann stieß ich über das Internet auf das Buch "Die Charismatische Bewegung im Licht der Bibel". Dort wird meines Erachtens schlüssig dargelegt, weshalb charismatische Ansichten nicht - wie ich vorher dachte - mit der Bibel übereinstimmen.

Ich merkte auch, wie mich das in der Gruppe selbstverständliche "Hören" auf scheinbar von "Gott" kommende "Eindrücke" (Visionen) in eine Abhängigkeit und Unselbständigkeit hinein brachte. Ein ernsthaftes Studium der Bibel bei eingeschaltetem Verstand kam in der Gruppe wenig bis gar nicht vor. Aufgrund der daraus entstandenen Unsicherheit habe ich der Gruppe den Rücken gekehrt, um erst einmal begreifen zu können, was echter Glaube eigentlich ist.

Dabei bin ich auf folgende Fragen gestoßen:

1. In dem o.g. Buch wird bspw. dargelegt, dass charismatischer Lobpreis genauso "fleischlich" sei wie typische weltliche Aktivitäten; sagen wir wie der Besuch eines Popkonzerts. Letzteres wäre nach Meinung des Autors für einen gläubigen Jugendlichen nicht angemessen. Genauso könnte man andere Dinge anführen, wo "moderner christlicher Glaube" offensichtlich schlicht von der weltlichen Gesellschaft geprägt ist.

Ich habe mittlerweile erkannt, dass ein solcher weltlicher Lebensstil nicht mit dem übereinstimmt, was die Bibel lehrt. Allerdings handelt es sich dabei vorwiegend um Dinge, die man nicht tun sollte (Verbote). Mir ist ehrlich gesagt bisher nicht klar geworden, was nun der richtige Lebensstil wäre. Womit sollte man, speziell als alleinstehender Jugendlicher, seine Freizeit abends und an Wochenenden stattdessen füllen?

Es klingt etwas plump, aber ich habe keine konkrete Vorstellung davon, was die Abkehr von einem weltlichen Lebensstil für einen Christen wirklich bedeutet. Wem oder was soll man sich zuwenden, was ist "erlaubt"? Bedeutet es, dass man sich nun den Großteil seiner Freizeit in Bibelstudium und Gebet stürzt und alles andere links liegen lässt?

2. Ich gehe inzwischen nicht mehr in eine Gemeinde, da ich dort dasselbe Problem bzgl. charismatischer Prägung festgestellt habe. (Sonst wäre meine erste Frage sicher schon beantwortet.) Es scheint, als würden eigentlich alle (nicht-großkirchlichen) Gemeinden in der Stadt, verbunden durch die Ev. Allianz, die charismatische Bewegung zumindest tolerieren.

Eine unabhängige Gemeinde habe ich nicht finden können; die einzige Ausnahme scheint eine geschlossene Brüdergemeinde zu sein. Ich habe nun zwar, wie man oben sieht, einige Fragen, andererseits fällt es mir schwer, das Vertrauen zu fassen, mich wieder einer Gruppe anzuschließen und mich noch einmal neu im Glauben anleiten zu lassen, nachdem ich einmal derart irregeführt wurde.

Ich empfinde es als paradoxe Situation, dass ich einerseits wohl ein gutes Unterscheidungsvermögen bzw. Vertrauen auf Gott haben sollte, was nun meine nächsten Schritte angeht, andererseits bin ich mir eigentlich auch in grundlegenden Fragen nicht mehr sicher, ob ich diese richtig verstanden habe. ("Welchem Gott vertraue ich eigentlich?")

Mich würde interessieren, ob hier schon einmal jemand in einer ähnlichen Situation eines Neuanfangs gewesen ist und was dann ausschlaggebend für die Erkenntnis, wieder "auf dem richtigen Weg zu sein", und die Wiederherstellung eines "kindlichen" Gottvertrauens gewesen ist.

Viele Grüße,
Marc

PS: Ich habe gerade gesehen, dass es hier einen registrierten User mit Namen "Marc" gibt. Dieser bin ich nicht.

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Joschie
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Beitragvon Joschie » 06.08.2012 21:13

frage hat geschrieben:Es klingt etwas plump, aber ich habe keine konkrete Vorstellung davon, was die Abkehr von einem weltlichen Lebensstil für einen Christen wirklich bedeutet. Wem oder was soll man sich zuwenden, was ist "erlaubt"? Bedeutet es, dass man sich nun den Großteil seiner Freizeit in Bibelstudium und Gebet stürzt und alles andere links liegen lässt?
Du wirst in der Bibel keine genau prozentuale Angabe finden, wie du deine Freizeit einzuteilen hast. Genau so wenig wie in der Bibel steht, dass der Mensch um am Leben zu bleiben, essen und trinken muss, dieses Verlangen ist bei jedem gesunden Menschen automatisch da. Das Wort Gottes wird ja auch als Speise bezeichnet und so ist es auch für jeden Christen wichtig, dieses Wort zu lesen und sich damit zu befassen.Mir persönlich hat zum Anfang ein Bibelleseplan sehr geholfen, dass ich dizipliniert die Bibel lese und das hat verhindert, dass ich nicht nur die Bibelstellen lese, die ich besonders mag. Durch das Bibellesen und den Austausch mit Geschwistern, habe ich mit der Zeit besser verstanden, was für mich als Christ in Ordnung war und was nicht in Ordnung war.Es hat manchmal etwas gedauert, bis bei mir der Groschen gefallen ist. Das Bibelstudium ist mit Sicherheit zeitaufwendig und auch anstrengend. Mit der Zeit bekommt man dadurch aber eine solide Grundlage im Glauben, der einem bei anderen Fragen weiter hilft.
Gruß Joschie
Tod, wo ist dein Stachel? Totenreich, wo ist dein Sieg? 1Kor 15,55


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