Andachten zum Buch Josua

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Jörg
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Andachten zum Buch Josua

Beitragvon Jörg » 10.09.2012 04:35

W.MacDonald »Jeder Ort, auf den eure Fußsohle treten wird - euch habe ich ihn gegeben, wie ich zu Mose geredet habe.« Josua 1,3

Gott hatte dem Volk Israel das Land Kanaan gegeben. Es gehörte ihm nach der Verheißung Gottes. Aber die Israeliten mußten ihr eigenes Land erst einnehmen. Sie mußten es besetzen. Die Regel dieser Inbesitznahme hieß: »Jeder Ort, auf den eure Fußsohle treten wird - euch habe ich ihn gegeben.« Gott hat uns viele großartige und kostbare Verheißungen gegeben. Die Bibel ist voll davon. Aber wir müssen sie auch im Glauben für uns in Anspruch nehmen. Nur dann gehören sie wirklich uns. Nehmen wir beispielsweise die Verheißungen, die die Errettung betreffen. Gott verspricht wiederholt, daß Er denen ewiges Leben geben will, die ihre Sünden bereuen und Jesus Christus als Herrn und Heiland annehmen. Und doch hat diese Verheißung keinerlei Wert für uns, solange wir sie nicht für uns beanspruchen, solange wir nicht von Herzen auf den Heiland der Sünder vertrauen. Und gehen wir noch einen Schritt weiter! Ein Mensch mag aufrichtig an den Herrn Jesus Christus glauben und sich doch nicht an der Gewißheit seiner Errettung freuen können. Er meint dann beispielsweise, daß er nicht so vermessen sein dürfte, einfach zu behaupten, er sei erlöst. Und so lebt er weiter in Zweifel und Dunkelheit. Das Wort Gottes sagt uns zu, daß diejenigen, die an den Namen des Sohnes Gottes glauben, ewiges Leben haben (s. 1. Johannes 5,13), aber das müssen wir auch im Glauben für uns persönlich annehmen; erst dann können wir uns daran freuen. Gott hat es gern, wenn wir ihm vertrauen. Er ist erfreut, wenn wir Ihn beim Wort nehmen. Er wird geehrt, wenn wir auch die unglaublichsten Zusagen wörtlich nehmen und auf Ihn zählen, daß Er sie erfüllt. Eines Tages, als Napoleon seine Truppen inspizierte, bäumte sich sein Pferd so ungestüm auf, daß der Kaiser beinahe abgeworfen worden wäre. Ein dabeistehender einfacher Soldat rannte nach vorne, ergriff die Zügel und beruhigte das Pferd. Napoleon war sich durchaus im klaren darüber, daß der, der ihm geholfen hatte, kein Mann von militärischem Rang war, aber er sagte zu ihm: »Vielen Dank, Herr Hauptmann!« Und der Soldat nahm ihn sofort beim Wort und erwiderte: »Von welchem Regiment denn, Majestät?« Später, als dieser Mann den Vorfall seinen Freunden erzählte, machten sie sich lustig über ihn, weil er jetzt fest damit rechnete, zum Hauptmann ernannt worden zu sein. Aber es war wirklich wahr! Der Kaiser hatte es so gesagt, und der Soldat hatte diese Beförderung sofort für sich beansprucht. Die Situation des gläubigen Christen ist ganz ähnlich. Es liegt bei ihm, ob er zum Hauptmann ernannt wird oder ein einfacher Soldat bleibt. Er kann sich an den Reichtümern freuen, die ihm in Christus Jesus gehören, oder in geistlicher Armut weiterleben. Die Schätze und Segnungen »Kanaans« liegen bereit, und es ist klar, daß die Christen selber schuld daran sind, wenn sie sich im allgemeinen mit so armseligen Portionen der großen Reichtümer Gottes zufriedengeben.«
Es muß alles erst einmal an Gott vorüber, bevor es mich treffen kann. (Helmut Thielicke)

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Beitragvon Jörg » 11.09.2012 04:24

C.H.Spurgeon ,,Sei nur getrost und sehr freudig." Jos. 1, 7.

Unsres Gottes zärtliche Liebe zu seinen Knechten macht Ihn stets aufmerksam auf den Zustand ihres innern Gemütslebens. Er wünscht, daß sie guten Muts seien. Manche achten es für ein Geringes, daß gläubige Seelen von Zweifeln und Ängsten gequält werden, aber Gott sieht es anders an. Aus unsrer Schriftstelle geht klar hervor, daß unser Herr und Meister nicht will, daß wir von Furcht und Schrecken in Verwirrung gebracht werden. Er will, daß wir ohne Sorge, ohne Zweifel, ohne Zagen seien. Unser Meister nimmt unsern Unglauben nicht so leicht, wie wir. Wenn wir nahe am Verzweifeln sind, so ist das eine schwere und gefährliche Krankheit, die nicht gleichgültig behandelt werden darf, sondern die wir sogleich unsrem geliebten Arzt entdecken müssen. Unser Herr sieht es nicht gern, wenn unser Angesicht traurig ist. Es war ein Gebot des Ahasveros, daß niemand in Trauerkleidern an des Königs Hof kommen durfte; ein solches Gesetz kennt der König aller Könige nicht, denn wir dürfen auch mit unsrer Traurigkeit zu Ihm kommen; aber dennoch hätte Er es gern, wenn wir den Geist der Niedergeschlagenheit auszögen und uns schmückten mit dem Gewand des Lobgesanges: denn wir haben allerdings Ursache, uns zu freuen. Der Christ sollte freudig gestimmt sein, damit er den Herrn verherrlichen könne durch heldenmütiges Ertragen schwerer Prüfungen. Wenn er aber furchtsam und feige ist, so verunehrt er damit seinen Gott. Und was für ein böses Beispiel gibt er nicht damit? Diese Krankheit der Mutlosigkeit und Zaghaftigkeit ist eine ansteckende Seuche, welche sich schnell unter des Herrn Herde verbreitet. Ein niedergeschlagener Christ macht zwanzig andre Seelen zaghaft. Und wenn euer Mut nicht aufrecht bleibt, so wird auch Satan euch zu mächtig. Euer Geist freue sich Gottes, eures Heilandes, die Freude des Herrn sei eure Stärke, dann wird kein höllischer Feind euch die Spitze bieten; nur die Feigheit wirft das Panier weg. Überdies wird einem fröhlichen Gemüt die Arbeit leicht; und ein getroster Mut wird durch gutes Gelingen belohnt. Wenn ein Mensch bei seiner Arbeit fröhlich ist in seinem Gott und von Herzen glaubt, so gelingt ihm alles. Wer in Hoffnung säet, wird in Freuden ernten; darum, liebe Seele, ,,sei nur getrost und sehr freudig."
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Beitragvon Jörg » 12.09.2012 04:25

A.Christlieb Nach dem Tode Moses' sprach der Herr zu Josua: Sei getrost und unverzagt. Tue allzeit nach dem Gesetz, das dir Mose geboten hat. Laß das Buch dieses Gesetzes nicht von deinem Munde kommen, sondern betrachte es Tag und Nacht, auf daß du's haltest und tuest allerdinge nach dem, was darin geschrieben ist. Josua 1, 7 u. 8

Diese Worte Gottes an Josua können uns eine Weisung geben für den Gebrauch unserer Bibel. Gott sprach zu Josua: ,,Betrachte das Buch dieses Gesetzes Tag und Nacht." Tag und Nacht in der Bibel lesen? Das ist doch unmöglich. Freilich, das meint Gott auch nicht. Das bekannte Wort aus Psalm 1 heißt wörtlich: Wohl dem, der Lust hat zum Gesetz des Herrn und s i n n t darüber nach Tag und Nacht. Das ist möglich. - Da ist ein Kind lieber treuer Eltern fern der Heimat unter Menschen, die es nicht lieben. Das Kind bekommt einen Brief von seinem lieben Vater. Mit welcher Lust wird der Brief empfangen und gelesen. Das Kind schaut ja in des Vaters Herz! - So dürfen auch wir die Bibel lesen. Sie ist der Brief des Vaters im Himmel. Er öffnet uns den Blick in sein innerstes Herz. Tag und Nacht sinnt man mit Freuden darüber nach. - Und wenn ein Kind in schwieriger Lage den Vater um Rat fragt und dann weise Antwort erhält, wie gern richtet es sich danach. David sagt Psalm 119, 4: ,,Ich habe Lust zu deinen Zeugnissen, die sind meine Ratsleute." So tun auch wir freudig mit Gottes Wort. Gott befiehlt dem Josua: Tue allerdinge nach dem, was darin geschrieben steht." - Josua hat sich treu nach diesem Befehl gerichtet. Er ist einer der wenigen Gottesmänner, von denen die Heilige Schrift nichts Tadelnswertes zu berichten hat. Ihm ging es nach dem Wort Psalm 119, 165: Großen Frieden haben, die dein Gesetz lieben, sie werden nicht straucheln."
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Beitragvon Jörg » 13.09.2012 04:31

D.Rappard Siehe, ich habe dir geboten, daß du getrost und sehr freudig seiest. Jos. 1,9.

Wem gilt dies Wort? Kann es A l l e n gelten? - Es wurde gesprochen zu Josua, dem eine große Aufgabe zugeteilt worden und der sich seiner Schwachheit schmerzlich bewußt war. Wer in ähnlicher Lage sich befindet, darf den Trost dieser Zusage für sich fassen.

Das Wort gilt nicht denen, die in der Weltlust leben. Ihnen g e b i e t e t Gott, daß sie Buße tun, daß sie weinen und heulen sollen über ihr Elend (Ap. 17, 30; Jak. 5, 1). Es gilt auch nicht solchen, die in träger Selbstsucht sich um den Dienst ihres Gottes nicht kümmern, oder im Bewußtsein ihrer Kraft keine göttliche Hilfe begehren. Ihnen sagt Gottes Wort: Dienet dem Herrn mit F u r c h t, und freut euch mit Z i t t e r n (Ps. 2, 11).

Aber wo ein Gotteskind, das seine Zuflucht zu Jesu Gnade genommen hat, etwa seufzt und zagt, weil es sich arm und elend fühlt; wo es sich vor innere oder äußere Aufgaben gestellt sieht, die es in eigener Kraft nicht bewältigen kann und doch zu Gottes Ehre lösen möchte; wo es angefochten wird durch Gedanken der Mutlosigkeit und Traurigkeit, so darf es heute merken auf seines Gottes Wort: Siehe, Ich habe d i r geboten, ja, geboten, daß du getrost und sehr freudig seiest!

Herr, ich beuge mich vor Deinem Wort; kein falscher Trost soll mich betören. Aber wenn Du zu meinem Herzen sprichst: Sei getrost! Dann will ich glauben und mich freuen Deiner Hilfe.
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Beitragvon Jörg » 14.09.2012 04:09

A.Christlieb Josua hatte zwei Kundschafter ausgesandt und ihnen gesagt: Geht hin und beseht das Land und Jericho. Und sie gingen hin und kamen in das Haus einer Hure, die hieß Rahab. Josua 2, 1 Durch den Glauben wurde die Hure Rahab nicht verloren mit den Ungläubigen, da sie die Kundschafter freundlich aufnahm. Hebr. 11, 31

Daß unter den Vorbildern des Glaubens, die der Hebräerbrief uns vorhält, eine Hure sich befindet, das ist verwunderlich, ebenso verwunderlich wie der Umstand, daß unter den Frauen, die dem Herrn Jesu dienten, sich eine befand, die vordem von sieben bösen Geistern besessen war, und daß der erste Mensch, den der Herr Jesus in das Paradies führte, ein Raubmörder gewesen ist. Das soll uns nicht etwa gleichgültig machen gegen die Sünde, wohl aber uns Mut machen, auch mit den dunkelsten Gebieten unseres Lebens zum Heiland zu kommen. Auch Hurer und Ehebrecher können noch gerettet und dem Volk Gottes einverleibt werden. Wie ist die Rettung der Rahab geschehen? Rahab hörte von den großen Taten Gottes. Bei den übrigen Einwohnern Jerichos weckte diese Kunde nur Angst und Schrecken. Bei Rahab erwuchs der Glaube, daß der Gott Israels der wahre Gott Himmels und der Erde sei. Dieser Glaube wurde ihre Rettung. - Ihr Glaube wurde sofort auf eine harte Probe gestellt. Der König von Jericho forderte die Auslieferung der beiden Kundschafter. Sie handelte im Glauben und verhalf ihnen zur Flucht. - Auch wir hören die Kunde von großen Taten Gottes. Er sandte seinen Sohn. Er verfluchte die Sünde. Er ließ seinen Sohn am Kreuze sterben. Er weckte ihn auf, daß er unser Heiland würde. Wirkt das auch bei uns Glauben und Furcht vor Gottes Gericht? Lassen wir uns in Entscheidungsstunden bestimmen durch unseren Glauben? Heil dem, der nicht Rahabs Sündendienst, wohl aber dem Glauben Rahabs folgt.
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Beitragvon Jörg » 15.09.2012 05:32

A.Christlieb Denn wir haben gehört, daß Jehova die Wasser des Schilfmeeres vor euch ausgetrocknet hat, als ihr aus Ägypten zoget. Jos. 2, 10. Durch den Glauben war Rahab nicht verloren. Hebr. 11, 31

Wie ist der Glaube der Rahab entstanden? Das sagt sie selber (Jos. 2, 10): ,,Wir haben gehört, wie der Herr das Wasser im Schilfmeer ausgetrocknet hat vor euch her". Rahab hat also nur Kunde gehabt von einer wunderbaren Tat Gottes zum Heil seines Volkes. Rahab wurde gläubig durch die Nachricht von einem Zeitereignis, in welchem sie Gottes Hand erkannte. - Und wir, die wir Gott bereits aus seinem Wort kennen, vermögen wir Gottes Fußspuren zu sehen in den großen Weltereignissen unserer Tage? Viele Menschen lauschen nur mit dem Ohr der Neugier in die Welt hinein. Sie suchen interessante Unterhaltung. Rahab beschämt sie. Und wie werden erst alle die verurteilt werden, welche die größte Tat Gottes, das Opfer seines lieben Sohnes am Kreuz, wohl gehört, dadurch aber nicht zum Glauben an Gott geführt wurden. Sind wir wahrhaft daran Glaubende? - Sodann: Der Glaube der Rahab erwies sich auch als e c h t e r Glaube, und zwar durch die Liebe, welche sie den Gliedern des Volkes Gottes erwies. Rahab hätte die beiden Kundschafter anzeigen und dem Tode ausliefern können. Sie tat das aber nicht, erwies ihnen vielmehr echte Liebe. - Auch heute erweist sich noch der Glaube in der Liebe. Er ist nicht kalt und abstoßend gegen die Jünger Jesu. Vielmehr sucht er deren Gemeinschaft und sucht ihr Bestes. Der Kerkermeister (Apg. 16) wird gläubig und - wäscht die Striemen ab. Die Lydia wird gläubig und - erweist dem Paulus Gastfreundschaft. ,,Vor Gott gilt nur der Glaube, der durch die Liebe tätig ist" (Gal. 5, 6). - Und welchen Gewinn bringt der Glaube? Er ist Rahabs Rettung. Sie ging nicht verloren mit den Ungläubigen. Rahab allein blieb mit ihrer Familie am Leben. Die ganze Welt wird einst zerfallen wie Jerichos Mauern. Werden wir dann bei den Glaubenden erfunden und gerettet werden?
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Beitragvon Jörg » 16.09.2012 05:48

A.Christlieb
Weil Rahab glaubte, es mit Gottes Macht und Gericht zu tun zu haben, bat sie die Kundschafter: ,,Wie ich an euch Barmherzigkeit getan habe, so tut auch am Haus meines Vaters Barmherzigkeit und gebt mir ein gewisses Zeichen, daß ihr leben laßt meinen Vater, meine Mutter, meine Brüder und meine Schwestern und errettet unsere Seelen vom Tod". Josua 2, 12 ff. Durch den Glauben war Rahab nicht verloren. Hebr. 11, 31


Drei Bitten sind in diesen Worten enthalten. Zuerst die Bitte um das eigene Leben. Rahab entsetzte sich vor dem schrecklichen Geschick, das ihr am Tage des Unterganges ihrer Vaterstadt drohte. Die Heilige Schrift zeigt uns, daß wir dem letzten Gericht Gottes über die gottlose Welt entgegengehen. Wieviel mehr dürfen und sollen wir da um Barmherzigkeit flehen im Blick auf diesen schrecklichen Tag. - Rahab bittet aber nicht nur für ihr eigenes Leben. Sie fleht um die Rettung auch von Vater und Mutter und Geschwistern. Wenn aber schon Rahab ihre ganze Familie gerettet sehen wollte, wieviel mehr dürfen wir dann im Blick auf das letzte Gericht flehen: ,,Jesu, zieh alle, die uns bekannt, die uns befreundet oder verwandt, die nach dir fragen, am Liebesseil und laß sie schmecken ewiges Heil; Frieden laß ihnen werden zuteil." - Endlich bittet Rahab, ihr mit einem Eidschwur die Rettung der ganzen Familie zu verheißen. Man spürt es ihren Worten ab, wie ernst ihr die ganze Sache war. - Wenn Rahab um die Rettung des zeitlichen Lebens mit solcher Inbrunst flehte, wieviel mehr sollten wir in der Gnadenzeit des Neuen Bundes um gewisse Zusage flehen, daß wir an jenem Tage nicht verlorengehen. Und haben jene Männer die Bitte um Gnade erhört, wieviel gewisser wird der barmherzige Gott das Flehen eines geängsteten und zerschlagenen Herzens nicht verachten und es der ewigen Rettung völlig gewiß machen.
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Beitragvon Jörg » 17.09.2012 04:17

Ch.Spurgeon
"Gebet mir ein sicheres Zeichen, daß ihr meinen Vater, meine Mutter, meine Brüder und meine Schwestern samt allen ihren Angehörigen am Leben lassen und unsre Seele vom Tode erretten wollt." Josua 2,12-13


Ich liebe dies an Rahab, daß sie nicht nur für ihre eigene Sicherheit sorgte. Ihre Sünde hatte ihr Herz nicht verhärtet, wie Sünde es in vielen Fällen tut. Sie dachte an ihren Vater, ihre Mutter, ihre Brüder und ihre Schwestern. Wo immer ein wahres Kind Gottes ist, da wird auch Sorge um die Angehörigen sein.

Ich kannte einen Mann, der am Sonntag zwanzig Meilen ging, um "die Wahrheit" zu hören. Aber wenn man ihn fragte, wohin seine Familie ging, sagte er, das sei nicht seine Sache - Gott würde seine Auserwählten retten. Solche Leute offenbaren sich nicht als Kinder Gottes, denn Kinder Gottes sind nicht schlechter als Heiden und Zöllner. Sie tragen Sorge für ihre eigenen Hausgenossen.

Oh, ihr christlichen Leute, bemüht euch, in euren verwandtschaftlichen Beziehungen gut zu sein. Aber bedenkt auch, daß Rahab ihre Angehörigen doch nicht retten konnte, wenn sie sich nicht unter dem Karmesinfaden sammelten. Wenn jemand von ihnen auf den Straßen blieb, während die Israeliten das Volk erschlugen, hätten sie zwar sagen können: "Wir gehören zu Rahab", aber die Antwort wäre gewesen: "Wir haben den Eid geschworen, in dem Haus, an dessen Fenster die rote Schnur geknüpft ist, alle zu schonen. Wenn ihr nicht dort seid, könnt ihr nicht verschont werden." Es nutzt nichts, auf dem Sterbebett zu sagen: "Meine Mutter betete für mich, meine Schwester rang heftig um meine Bekehrung." Nein, ihr müßt persönlich zu dem Herrn Jesus kommen, euch in ihm bergen und wirklichen Glauben an ihn haben, sonst können euch keine Gebete anderer nutzen. Aber es war Gnade, daß Gott der Rahab half, alle ihre Verwandten hereinzubringen. Gott gab ihr einen solchen Einfluß, so groß war die Macht ihres Glaubens, daß alle in dem Haus blieben und mit ihren Familien errettet wurden.
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Beitragvon Jörg » 18.09.2012 04:17

C.H.Spurgeon
,,Und gebt mir ein sicheres Zeichen, daß ihr leben laßt meinen Vater, meine Mutter, meine Brüder und meine Schwestern und alles, was sie haben." Jos. 2, 13.


Rahab glaubte nicht nur für sich selbst, sondern auch für ihre Verwandte, für welche sie um Schonung bat. Sie wollte ihren Vater, ihre Mutter, ihren Bruder und ihre Schwester gerettet wissen.

Ich kenne einen Mann, der jeden Sonntag zwei Stunden weit in eine Kirche kommt, wo das reine Evangelium gepredigt wird. Ein Freund fragte ihn einmal, wo seine Frau wäre, und warum sie nicht auch zur Predigt käme. Der Mann erwiderte, seine Frau gehe nirgends hin am Sonntag. Auf die Frage, warum er nicht versuche, sie und seine Kinder zur Kirche zu bringen, sagte er: "Die Tatsache ist die, ich sehe zunächst nur auf mich selbst, das ist genug." Der Freund erwiderte: "Aber du hältst dich doch für einen Erwählten Gottes, nicht wahr?" "Ja," sagte er. Der Freund antwortete: "Ich halte dich nicht dafür, vielmehr denke ich, du bist schlimmer als ein Heide und Zöllner, weil du dich nicht um deine Hausgenossen bekümmerst; deswegen denke ich, du hast keine Kennzeichen, daß du zu den Erwählten Gottes gehörst, denn diese lieben ihre Mitmenschen."

Wo der Glaube rechter Art ist, da will er auch anderen zur Seligkeit verhelfen. Wer den Wert der Rettung seiner eigenen Seele kennt, der muß auch an die Rettung anderer denken. Sobald der berühmte Prediger Whitefield bekehrt war, wollte er auch das Werkzeug werden zur Bekehrung aller seiner früheren Freunde und Kameraden. Dies ist eine Erstlingsfrucht des Geistes, es ist eine Art Instinkt im jungen Christen. Die Frömmigkeit eines Menschen, die sich nicht auch auf andere ausbreiten will, ist nicht viel wert; denn wir müssen auch andere die Wohltaten schmecken und genießen lassen, die wir geschmeckt haben, sonst sind wir Heuchler oder Unmenschen.

Die Rahab war so stark im Glauben, daß sie ihre ganze Familie gerettet sehen wollte.
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Beitragvon Jörg » 19.09.2012 04:15

C.H.Spurgeon
,,Sie knüpfte das rote Seil ins Fenster." Jos. 2, 21.


Rahab verließ sich wegen ihrer und ihres Hauses Errettung auf das Versprechen der Kundschafter, welche sie als Gesandte des Gottes Israel betrachtete. Ihr Glaube war einfältig und fest, aber er war gehorsam. Das rote Seil ans Fenster zu befestigen, war an und für sich eine sehr gleichgültige Sache, aber Rahab wagt es nicht, dies zu unterlassen. Komm, meine Seele, und lerne hier etwas. Bist du recht achtsam gewesen auf deines Herrn ganzen Willen, selbst wenn etliche Gebote dir unwesentlich erscheinen sollten? Hast du allezeit die tiefe Bedeutung der beiden von Gott geordneten Sakramente, Taufe und Abendmahl, vor Augen und im Herzen, und bleibst du in dem, was sie dir als Gottes Willen bezeugen? Wenn du hierin gleichgültig bist, dann urteile, wieviel liebloser Ungehorsam noch in deinem Herzen wohnt. Darum tut Fleiß, daß ihr forthin unsträflich erfunden werdet in allem, was euch befohlen ist, und wär's auch nur das Anbinden eines roten Fadens. Diese Tat der Rahab stellt uns eine noch weit wichtigere Lehre vor Augen. Habe ich ganz und gar mein Vertrauen auf das teure Blut Jesu gesetzt? Habe ich das rote Seil mit einem unauflöslichen Knoten in meinem Fenster festgeknüpft, so daß mein Vertrauen nimmer wanken kann? Oder kann ich hinausschauen auf das Tote Meer meiner Sünden, oder auf das Jerusalem meiner Hoffnung, ohne daß ich das Blut und seine Segensmacht an allem, was damit in Berührung kommt, vor Augen habe? Der Vorübergehende muß ein Seil von so auffallender Färbung notwendig bemerken, wenn es im Fenster hängt; und so wird's gut sein, wenn mein Leben die Kraft des Versöhnungsbluts allen, die auf mich sehen, recht sichtbar zeigt. Was ist sich hier zu schämen? Menschen oder Teufel sollen darüber zischen, so bleibt dennoch dies Blut mein Rühmen und mein Reigen. Meine Seele, es ist Einer, der sieht dies rote Seil, auch wenn dein schwaches Glaubensauge es nicht erkennt; Jehovah der Rächer sieht es, und gehet vor dir vorüber. Jerichos Mauern fielen; das Haus der Rahab war in der Mauer, aber es blieb unerschüttert; meine Natur ist mit in die Mauer der Menschheit verbaut; aber wenn auch das Verderben über dies Geschlecht hereinbricht, so werde ich dennoch geborgen sein. Meine Seele, knüpfe die rote Schnur aufs neue ins Fenster, so wird die Zerstörung an dir vorübergehen und du wirst im Frieden wohnen.
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Beitragvon Jörg » 20.09.2012 04:08

A.Christlieb Und Rahab knüpfte das rote Seil an das Fenster. Josua 2, 21

An einem roten Seil hatte Rahab die Kundschafter über die Mauer gelassen. Die beiden Männer hatten ihr geschworen, sie soll samt ihrer ganzen Familie im Haus verschont werden, unter der Bedingung, daß das rote Seil weithin sichtbar von ihrem Haus herabhing. Würde das Seil fehlen, dann wollten sie ihres Eides entbunden sein. Rahab hatte nichts Eiligeres zu tun, als sofort das rote Seil an ihr Fenster zu knüpfen. Nie wäre es ihr in den Sinn gekommen, damit zu warten, bis etwa die Israeliten vor den Toren der Festung stünden. - Wir armen Menschen gehen einem Tag des Gerichtes entgegen, der alles in Trümmer legen wird, worauf Menschen sich verlassen. Im Zorngericht des heiligen Gottes werden auch die Granitfelsen der eigenen Bravheit, Frömmigkeit und Gerechtigkeit vergehen wie Sandhaufen, in welche eine Wasserflut hineinfährt. Nur eins rettet uns im letzten Gericht: Christi Blutgerechtigkeit! Sie ist für uns, was das rote Seil für Rahab war. Wir dürfen uns nicht erst in der Todesstunde darum kümmern, ob dies Geheimnis der rettenden Gnade Gottes unlösbar mit uns verbunden ist. Der württembergische Katechismus hat als erste Frage: Was soll eines jeden Menschen hier auf Erden vornehmste Sorge sein? Antwort: Daß er möge haben eine gewisse Hoffnung des ewigen Lebens. - Ja, das ist recht. Alles andere wird zuletzt bedeutungslos. Was nützten den festesten Palästen in Jericho ihre Fundamente aus Quadersteinen? Das ,,rote Seil" fehlte. Sie wurden zerstört, und ihre Bewohner büßten ihr Leben ein. So gibt es auch für uns am Tage des Zornes keine andere Rettung als die eine, daß die von Gott selber uns zugesprochene Gerechtigkeit Jesu Christi so unauflösbar mit uns verbunden ist, wie das rote Seil fest an dem Fenster der Rahab angeknüpft war.
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Beitragvon Jörg » 21.09.2012 04:39

A.Christlieb Die Kundschafter kehrten wieder zurück und erzählten Josua, was sie gefunden hatten. Josua 2, 23

Die Kundschafter hatten eine schwierige Aufgabe zu erfüllen. Sie mußten sich in eine feindliche Festung einschleichen, in der allerlei Gerüchte über die herannahenden Feinde herumschwirrten. Wieviel hing davon ab, daß sie nicht in ein Haus gerieten, dessen Bewohner sie sogleich ergriffen und ausgeliefert hätten. Sie haben gewiß ihren Weg betend angetreten und wurden von Gott richtig geleitet. Sie kamen in ein Haus, dessen Bewohnerin Glauben gewonnen hatte an die Macht des Gottes Israels. - Wohl dem Menschen, der alle seine Wege betend geht. Gott wird ihn richtig leiten und Menschen finden lassen, die ihm zum Heil gereichen. - Rahab hat die beiden Männer sofort als Israeliten erkannt und zitternd um Rettung gebeten, wenn die Stadt erobert würde. Die Kundschafter haben ihr sogleich Rettung zugesagt. Sie durften das wagen in der Gewißheit, daß Josua ihr Versprechen billigen würde. - Die Jünger des Herrn treffen in der Welt zuweilen auf Menschen, welche erschrocken sind über ihre Sünden und Gottes Gericht fürchten. Denen dürfen sie im Namen Jesu Christi Gnade und Vergebung zusprechen, gemäß der Vollmacht, die der Herr den Aposteln (Joh. 20, 23) zusprach: ,,Welchen ihr die Sünden erlasset, denen sind sie erlassen und welchen ihr sie behaltet, denen sind sie behalten." - Vorbildlich ist bei den Kundschaftern auch, daß sie bis zuletzt sorgsam zu Werke gehen. Rahab hat sie bei Nacht heimlich an einem Seil über die Mauer heruntergelassen und ihnen den Rat gegeben, sich drei Tage lang nahe bei der Stadt versteckt zu halten. Der Erfolg, den sie gehabt hatten, machte sie nicht übermütig. Sie folgten dem Rat. Auch in diesem Stück können wir von ihnen lernen. Boten Jesu dürfen nicht weniger vorsichtig und treu sein in der Erfüllung der ihnen gewordenen Aufträge, wie diese Kundschafter des Josua.
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Beitragvon Jörg » 22.09.2012 05:22

A.Christlieb Da sandte der König von Jericho zu Rahab... Josua 2, 3

Rahab kam in eine schwierige Lage. Der König fordert von ihr die Auslieferung der Boten. Sie lügt. Sie gibt die Richtung an, in welcher die Männer sich entfernt haben sollten. Dürfen wir mit dem Ausdruck ,,Notlüge" diese Unwahrheit entschuldigen? Nie und nimmer! Der Geist der Heiligen Schrift, der Geist der Wahrheit, kann niemals eine Unwahrheit gutheißen. Rahabs Glaube war nicht stark genug, sie bei der Wahrheit zu halten. Man kann indessen mehrere Gründe zur mildernden Beurteilung ihrer Schwachheit nennen. Da ist zunächst der plötzliche Schreck, als die Boten des Königs vor ihr stehen. Sie muß sofort etwas sagen. Ihr fällt nichts Besseres ein. So sagt sie die Unwahrheit. Mag bei Rahab diese Lüge milder beurteilt werden dürfen, weil sie das Glied eines durch und durch verderbten, gerichtsreifen Volkes gewesen ist; wehe uns, wenn wir bei unserer Kenntnis des heiligen Gesetzes und unserer christlichen Erziehung uns mit Rahabs Beispiel entschuldigen wollten. - Mildernd spricht für Rahab auch der Umstand, daß es ihr zunächst um Rettung der Kundschafter zu tun war. Sie steht vor Gott anders da, als einer, der allein um des eigenen Vorteils willen oder gar zur Schädigung anderer lügt. Daß Gott in so gefährlichen Lagen den Seinen durchhelfen kann, auch ohne Unwahrhaftigkeit, zeigt das Beispiel Oberlins. In der Revolutionszeit hielt er das Töchterlein eines Geächteten im Pfarrhaus verborgen. Die Häscher kommen und fragen Oberlin, ob das Mädchen in seinem Haus sei. Oberlin seufzt innerlich zu Gott um Hilfe und spricht dann schlicht: ,,Meine Herren, tun Sie Ihre Pflicht!" Die Beamten gehen durch alle Zimmer. Das Kind hört die schweren Tritte und stellt sich hinter die Tür des engen Zimmerchens. Die Beamten öffnen die Tür nur wenig, werfen einen flüchtigen Blick hinein und gehen weiter. Gott kann uns in jeder Lage retten, auch ohne daß wir lügen.
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Beitragvon Jörg » 24.09.2012 04:09

C.H.Spurgeon
,,Das wurde dem König zu Jericho berichtet. Da sandte er zu Rahab." Jos. 2, 3.


Rahabs Glaube war ein fester und ausharrender Glaube mitten unter allen Nöten.

Ich habe von einem Geistlichen gehört, der in der Zeit anhaltender Dürre ersucht wurde, um Regen zu beten. Er sagte: "Gut, ich will beten, aber das Gebet hilft nicht im geringsten, solange der Wind von Osten kommt."

Manche haben einen Glauben dieser Art; sie glauben, solange es ihnen wahrscheinlich vorkommt, daß geholfen werde. Aber dies heißt nicht Glauben, sondern Schauen. Der wahre Glaube sagt: "Obwohl die Sache unwahrscheinlich ist, so glaube ich dennoch." Der Glaube spricht: "Wenngleich die Berge in Finsternis eingehüllt sind, so sind sie doch ebenso wahrhaftig vorhanden wie bei Tageslicht." Der Glaube sieht durch die Wolke hindurch, nicht mit dem äußeren Auge, sondern mit dem inneren Geistesauge. Der Glaube spricht: "Ich traue meinem Gott und wandle auf dem Wasser ebensofest wie auf einem Felsen; ich reise ebensosicher im Sturm wie beim Schein der Sonne; ich lege mich ebensoruhig auf die Wellen des Meeres wie auf mein Bett im Haus." So war der Glaube der Rahab, er war stark, fest und ausdauernd.

Natürlich wird sich der alte Unglaube auch mit ihr in eine Unterhaltung eingelassen und etwa folgendes mit ihr gesprochen haben: "Liebe Frau, siehst du nicht die Torheit deines Glaubens? Siehe, die Israeliten sind auf der anderen Seite des Jordans, sie haben keine Brücke, wie wollen sie herüberkommen? Natürlich müssen sie weiter den Strom hinaufgehen, und dann wird Jericho noch lange sicher bleiben. Sie müssen erst andere Städte erobern, ehe sie Jericho angreifen können. Überdies sind die Kananiter sehr mächtig, und die Israeliten nur geringe Sklaven, die man bald in Stücke hauen wird. Deswegen nimm du die Kundschafter nicht auf, und bringe dein Leben nicht in solche Gefahr wegen dieser Unwahrscheinlichkeit." So sprach ihre ungläubige Vernunft. Aber der Glaube in ihr erwiderte: "Ich bekümmere mich nicht um den Jordan, mein Glaube ist nicht bloß ein trockener Land-Glaube." Als die Israeliten über den Jordan gekommen waren, so wird ihr der Unglaube gesagt haben: "Jericho ist stark und kann widerstehen; willst du noch an den Untergang der Stadt glauben?" Und als vollends die Israeliten, statt zum Angriff und Sturm der Stadt zu schreiten, täglich um die Stadt gingen und nur mit Ziegenhörnern bliesen, so konnte sich der Unglaube recht breit machen und der Frau große Not verursachen; aber sie blieb fest und unbeweglich, als ein denkwürdiges und triumphierendes Beispiel von der Macht des Glaubens.

Rahabs Glaube blieb fest und ausharrend.
Es muß alles erst einmal an Gott vorüber, bevor es mich treffen kann. (Helmut Thielicke)

Jörg
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Beitragvon Jörg » 25.09.2012 04:08

C.H.Spurgeon
,,Da sandte der König von Jericho zu Rahab; aber sie verbarg die zwei Männer." Jos. 2, 4.


Der Glaube der Rahab war ein selbstverleugnender Glaube. Sie wagte ihr Leben für die Kundschafter, denn sie wußte, daß es Gottes Wille war, und darum war sie bereit, für die Kundschafter zu sterben und sich einen Verräter ihres Vaterlandes nennen zu lassen. Hieraus sehen wir, daß Glaube und Selbstverleugnung, wie Zwillinge, miteinander verbunden sind. Wiewohl sie eine große Sünderin war, so wollte sie doch sich selbst verleugnen. Sie dachte und handelte und verleugnete sich selbst, wie jene Frau im Neuen Testament, die auch eine Sünderin war und die, um den Herrn zu ehren, ein Glas köstlichen Nardenwassers brachte und es auf sein Haupt ausgoß.

Der Glaube, der keine Selbstverleugnung kennt, ist kein wahrer Glaube. Ein Amerikaner sagte einmal: "Ich habe eine gute Religion; sie kostet mich im Jahr nur einen Heller, und doch glaube ich, ich bin gerade so fromm wie andere Menschen." "Ja," sagte ein anderer, der dies hörte, "Gott erbarme sich deiner Seele; denn wenn du wahrhaftig gerettet wärst, so würest du dich nicht mit einem einzigen Heller im Jahr zufrieden geben."

Gewiß, wer nichts für Christus und seine Sache gibt, wer sich nicht für Ihn selbst verleugnet, der hat Ihn noch nicht recht erkannt, hat auch sein Leben nicht in sich, dem fehlt es noch am lebendigen, aus Gott geborenen Glauben.
Es muß alles erst einmal an Gott vorüber, bevor es mich treffen kann. (Helmut Thielicke)


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