Andachten zum Buch Josua

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Jörg
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Beitragvon Jörg » 26.09.2012 04:24

C.H.Spurgeon
,,Und Rahab sprach zu ihnen: Ich weiß, daß der HErr euch das Land gegeben hat." Jos. 2, 9.


Der Glaube der Rahab war ein hoher und besonderer Glaube. Die Stadt Jericho sollte angegriffen werden; in ihren Mauern war eine Masse von Menschen aller Alters- und Rangstufen. Sie wußten wohl, daß sie bei Erstürmung der Stadt getötet werden sollten; und doch - sonderbar genug - da war nicht einer, der seine Sünde bereute oder um Gnade bat, außer der Hure Rahab. Sie, und sie allein, wurde gerettet, als die einzige unter der großen Menge. Nun ist es etwas Leichtes, so zu glauben, wie alle Welt glaubt, aber es ist eine schwere Sache, etwas allein zu glauben, was niemand sonst glaubt und woran niemand sonst denkt, es ist schwer, allein eine gerechte Sache zu verteidigen, während der Feind Tausende zu seinen Streitern zählt. Nun, genau so war es bei dem Glauben der Rahab: Sie hatte nicht einen einzigen, der fühlte wie sie, und der glaubte wie sie. Sie stand ganz allein.

Gewiß, es ist eine edle Sache, wenn einer allein der Wahrheit nachfolgt, die allgemein verachtet wird. Es hat Zeiten gegeben, wo die alte Welt Ströme von Schmach und Lästerung über solche Wahrheitszeugen ergossen hat. Sie schwammen allein gegen den Strom und wurden durch Gnade stark in der Schwachheit; sie behaupteten ihren Grund, bis der Strom sich wandte und bis sie durch den Erfolg Preis und Ehre erhielten gerade von denen, welche sie vorher verspottet hatten. Die Welt hat nachher solche Leute "Groß" genannt. Aber worin bestand ihre Größe? Darin, daß sie im Sturm ebensofest standen wie im ruhigen Wetter. Darin, daß sie allein ebensogerne Gott dienten, wie wenn Tausende ihnen nachfolgten.

Um gut zu werden, muß man ein Sonderling sein. Christen müssen gegen den Strom schwimmen. Tote Fische schwimmen immer mit dem Strom, aber lebende Fische nehmen ihren Weg gegen den Strom. Die Weltreligion handelt immer, wie jedermann handelt. Aber ein wahrer und entschiedener Christ handelt den Weltgrundsätzen entgegen, er steht allein, wie Elias, wenn er sagte: "Ich bin allein übriggeblieben, und sie stehen mir nach meinem Leben." Ein wahrer Christ, obgleich allein und ein Sonderling, muß sich in der Wahrheit so stark fühlen, wie wenn er tausend Zeugen auf seiner Seite hätte. O, wie viele Menschen fürchten sich vor ihren Brüdern und Schwestern und Nachbarn und Freunden, und wollen nicht von den hergebrachten Welt-Sitten und Gebräuchen abweichen, die doch der Wahrheit des Evangeliums zuwider sind.

Sie wollen ihr Leben erhalten, werden es aber bei Gott verlieren. Seht den Glauben der Rahab an. Sie war eine große Sünderin, sie stand allein unter der großen Sündermasse, aber sie glaubte an den Namen des Herrn, und deswegen ging sie nicht zugrunde mit den Ungläubigen.
Es muß alles erst einmal an Gott vorüber, bevor es mich treffen kann. (Helmut Thielicke)

Jörg
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Beitragvon Jörg » 27.09.2012 04:09

A.Christlieb
Dabei sollt ihr erkennen, daß ein lebendiger Gott unter euch ist. - Und Gott sprach: Hebt auf aus dem Jordan zwölf Steine. Josua 3, 10; 4, 1-3


Israel steht an der Grenze des verheißenen Landes. Nur der Jordan trennt sie noch von ihrem lang ersehnten Ziel. Da wäre es nun ein leichtes gewesen, eine Brücke zu schlagen oder Flöße zu binden, auf denen das Volk hinüberschritt. Gott aber wollte dem Volke seine Lebendigkeit und Allmacht noch einmal herrlich kundtun, ehe sie die schwere Aufgabe der Eroberung des von starken Völkern besetzten Landes angriffen. Die Priester sollten mit der Bundeslade in die Fluten des Jordan hineintreten, dann wollte Gott die Wasser oben stauen und unten abfließen lassen. Zur Erinnerung daran, daß der Gott vor ihnen herziehe, der Wunder tut, sollten sie zwölf dicke Steine aus dem Jordanbett mitnehmen und als Denkmal aufrichten. Josua tat nach diesem Befehle. Das Volk ging trocken durch den Jordan, und zu Gilgal (Jos. 4, 20) richtete Josua die Steine als Denkmal auf. Gott dachte dabei, wie das Ende des vierten Kapitels zeigt, besonders an die Unterweisung der Kinder. Der Anblick der dicken Steine sollte ihre Fragen wecken, und die Eltern sollten ihnen dann erzählen von der herrlichen Wundertat Gottes beim Durchgang durch den Jordan. Gott will nicht, daß die Kinder vor dicken Lehrbüchern sitzen und Sachen auswendig lernen, die sie gar nicht verstehen. Die Eltern sollen ihnen lebensvoll berichten, wie Gott, der Lebendige, sich ihnen kundgetan hat. - Väter und Mütter, tut ihr auch so? Hören die Engel Gottes, wie ihr den Kindern biblische Geschichten erzählt? Hören eure Kinder von euch die Geheimnisse des Himmelreiches oder nur ungeduldiges Poltern und Schelten? Es kommt so viel giftiger Same in die Herzen eurer Kinder. Sorgt ihr, daß auch der Same des Wortes Gottes in ihr Herz hineingestreut wird?
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Jörg
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Beitragvon Jörg » 28.09.2012 04:09

W.Nee
Die Priester, welche die Lade trugen, standen im Jordan still auf dem Trockenen, während ganz Israel trockenen Fußes hindurchging. Josua 3,17


Wir müssen darauf vertrauen, daß das ganze Volk Gottes in sein Erbteil gebracht wird. Das ist sein Plan, und der wird durchgeführt werden. Aber als Werkzeug hierfür braucht Gott die, die bereit sind, nötigenfalls mitten in die Todeszone zu gehen und dort unerschütterlich stehenzubleiben, bis alle wohlbehalten hinüber sind. Weil jene kleine Priesterschar das tat und dort, wo der Tod drohte, mit der Bundeslade standhielt, durchquerte ein ganzes Volk trockenen Fußes den Jordan. Nicht einer blieb zurück! Natürlich waren es nicht die Priester, die den Zugang ins Gelobte Land auftaten, sondern die Lade Gottes. Das dürfen wir nicht vergessen. Aber bedenken wir dabei auch dies: sie waren es, die die Lade dorthin brachten und sie dort hielten. Weil sie durch einen Glaubensakt mit dem Herrn inmitten des Todes standen, konnten andere in ein reiches Leben hinübergehen. Bin ich hierzu bereit?
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Jörg
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Beitragvon Jörg » 29.09.2012 06:34

C.H.Spurgeon
,,Sie aßen des Getreides vom Lande Kanaan, von demselben Jahr." Jos. 5, 12


Israels Irrfahrten durch die Wüste hatten ein Ende, und das Land der Verheißung war endlich erreicht. Das unstete Lagerleben, die feurigen Schlangen, die feindlichen Horden der Amalekiter, die Schrecken der Wüste, das alles hatte nun aufgehört: die Kinder Israel kamen in das Land, darinnen Milch und Honig floß, und aßen vom Getreide des Landes. O, lieber christlicher Leser, vielleicht mag's dir oder mir noch dies Jahr auch also ergehen. Ach, wie lieblich wäre doch das! Wenn der Glaube recht lebendig dies Ziel im Auge behält, so ist es ein Born der reinsten Wonne. Bei Jesu weilen in einer Ruhe, die noch vorhanden ist dem Volke Gottes, ja, wahrlich, das ist eine köstliche Erwartung, und solcher Herrlichkeit recht bald genießen zu dürfen, ist eine doppelt köstliche Hoffnung. Der Unglaube schaudert zurück vor dem Jordanstrom, dessen Fluten zwischen uns und dem gelobten Lande dahinwogen, aber wir wollen unerschütterlich an der Überzeugung festhalten, daß wir schon mehr Prüfungen überstanden haben, als das Schlimmste, was der Tod uns antun kann, wert ist. Verbannen wir jeden Gedanken der Furcht, und freuen wir uns mit überschwenglicher Freude in der Erwartung, daß wir das heute beginnende Jahr noch könnten ,,beim Herrn sein allezeit." Etliche von der Schar der Streiter werden dies Jahr hienieden noch zurückbleiben, um für ihren Herrn zu wirken. Und wenn uns dies Los zufallen sollte, so bleibt deswegen unser Neujahrsspruch nicht minder wahr: ,,Wir, die wir glauben, gehen in die Ruhe." Der Heilige Geist ist das Pfand unseres Erbteils, "die Hoffnung der Herrlichkeit." Jene haben eine sichere Wohnung in der himmlischen Heimat, und so bewahrt uns der Herr, Jesus Christus, hienieden; dort triumphieren sie über ihre Feinde, und hier sind auch wir Überwinder. Die Heiligen im Himmel genießen Gemeinschaft mit dem Herrn, und wir nicht minder; sie ruhen in seiner Liebe, und wir haben völligen Frieden in Ihm; sie verkündigen lobpreisend seinen Ruhm, und so dürfen auch wir Ihn verherrlichen. Darum wollen wir dies Jahr himmlische Früchte einsammeln auf dem irdischen Acker, wo Glaube und Hoffnung die Wüste zu einem Garten Gottes umwandeln. O, welch eine Gnade, wenn wir vom Heiland leben dürfen, und also essen des Getreides vom Lande Kanaan, von diesem Jahr!
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Beitragvon Jörg » 30.09.2012 06:09

W.Nee
Nein, sondern als der Oberste über das Heer des Herrn bin ich jetzt gekommen. Josua 5,14


Als Josua vor der Aufgabe stand, Israel gegen das Land dieser sieben mächtigen Völker zu führen, würde man sich nicht wundern, wenn ihm der Mut gesunken wäre. Aber hier bei Jericho wurde ihm eine Vision zuteil. Von ihm stand plötzlich ein Mann mit gezücktem Schwert. »Bist du für uns oder für unsere Feinde?« fragte ihn Josua, und zur Antwort bekam er ein eindeutiges »Nein«. Er gehörte weder zur einen noch zur anderen Partei. Er war »als der Oberste« gekommen.

Ja, Gott will seine Stellung als Anführer seiner Heerscharen einnehmen. Wir Menschen möchten, daß alles sich um uns selbst dreht und unseren Interessen dient, aber das will Gott nicht haben. Er steht nicht inmitten des Kampfes und leistet nicht den einen oder anderen etwas Hilfe. Für uns handelt es sich nicht darum, daß wir Hilfe empfangen, sondern daß wir uns führen lassen. Wer meint, Gott könne in der Schlacht eine untergeordnete Stellung bekleiden, der kennt ihn nicht. Ihm gebührt die Stellung des Lenkers. Nur dann werden wir erleben, was es heißt, daß er für uns sein Schwert zieht.
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Beitragvon Jörg » 01.10.2012 04:05

A.Christlieb
Jericho war verschlossen und verwahrt. Der Herr aber sprach zu Josua: Siehe, ich habe Jericho in deine Hand gegeben. Josua 6, 1 f.


Israel ist vor der mächtigen Festung Jericho angelangt. Unüberwindlich ragen deren trotzige Mauern empor: 20 Meter hoch, 12 Meter breit! Drei vierspännige Wagen konnten nebeneinander darüber hinfahren. Was wollen die ,,ohnmächtigen Juden" dagegen ausrichten? Sie bauen keine Sturmböcke, sie schütten keinen Wall auf. Schweigend zieht das Volk sieben Tage lang um die Stadt, in der Mitte des Zuges die Lade des Gottes Israels, der Ägypten zerschmettert hatte und dessen Priester sieben helle Posaunen bliesen. Als am siebten Tage der Zug sich siebenmal um die Stadt bewegt und beim siebtenmal ein mächtiges Feldgeschrei erhebt, schüttert ein Erdbeben die Stadt, die Riesenmauern stürzen ein. Mühelos ist Jericho erobert. - Was sagen uns die Trümmer dieser Festung? 1. Für Gott gibt es kein unüberwindliches Hindernis. Die erste der Festungen, von denen die Kundschafter gefabelt hatten: ,,Sie sind bis an den Himmel vermauert", lag in Trümmern da. Und diese Steine schreien: ,,Sollte dem Herrn etwa unmöglich sein?" (1. Mose 18, 14). 2. Hindernisse schwinden am schnellsten, wenn man Gottes Stunde abwartet. Josua hätte sich jahrelang abmühen können, wenn er die Stadt aus eigener Kraft hätte erobern wollen. Er handelt im schlichten Gehorsam nach Gottes - ob auch noch so seltsamen - Anweisungen, und in e i n e r Stunde ist Jericho ein Trümmerhaufen. ,,Durch Stillesein und Hoffen werdet ihr stark sein" (Jes. 30, 15). 3. Das mächtigste Bollwerk, das Satan hier auf Erden jemals aufrichten wird, ist das Reich des Antichristen mit dem großen Babel. Offb. 18, 40 heißt es aber von dieser gewaltigsten Schöpfung des Feindes Gottes: ,,Wehe, wehe, die große Stadt Babylon, die starke Stadt. In e i n e r Stunde ist dein Gericht gekommen." Darum, Volk Gottes der Endzeit, höre wie Josua (1, 6. 9): ,,Sei getrost und unverzagt! Der Herr dein Gott ist mit dir."
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Beitragvon Jörg » 02.10.2012 04:09

W.Nee
So ließ er die Lade des Herrn einmal rings um die Stadt herum ziehen. Josua 6,11


Wenn hier nur von der Lade die Rede ist, hat man den Eindruck, der Schreiber schenke der ganzen Volksmenge, die im Glauben mit um die Mauern herumzog, keine Beachtung. Und tatsächlich war es die Lade, auf die es ankam. Das Bollwerk Jericho wurde nicht allein durch den Marsch der Israeliten zerstört. Auch wir, das wissen wir nur allzu gut, können tausendmal um unsere eigenen Jerichos herumgehen, und trotzdem geschieht nicht das geringste. Israels Stärke lag darin, daß sich die Lade bei ihnen befand. Sie trugen den Beweis von Gottes bisheriger Treue bei sich. Nicht aufgrund ihrer gegenwärtigen Anstrengungen traten sie ihren Feinden entgegen, sondern aufgrund dessen, was ihr Gott schon getan hatte. Für uns heute' ist Gottes »Lade des Zeugnisses« die Person seines auferstandenen Sohnes. Mache ihn zum Zentrum, schreite voran und verkündige dabei seine Auferstehung - und Gott wird jene Mauern zu Fall bringen.
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Beitragvon Jörg » 03.10.2012 06:41

J.Kroeker Vom Versagen unseres Glaubens.

"Hütet euch, etwas von dem Verbannten zu nehmen, wodurch ihr Israel zum Bann macht und es in Trübsal bringt." Jos. 6,18.


Gott vermag wohl ein ohnmächtiges, nicht aber ein unreines Volk zum Sieg zu führen. Gewisse Lebensgebiete können der einzelnen Seele und dem Volke Gottes nur dann dauernd erschlossen bleiben, wenn man bereit ist, den Lebensgesetzen entsprechend zu leben, die unzertrennlich mit denselben verbunden sind.

Josua war daher auch in seiner Klage unbewusst von einer ganz falschen Voraussetzung ausgegangen. Er glaubte, dass das Volk unfähig sei, sich auf dem Boden seines Erbteils mit den damit verbundenen Kämpfen zu behaupten, und dass es besser gewesen wäre, wenn man jenseits des Jordans geblieben wäre.

Aber nicht das Erbe mit seinen neuen Glaubenskämpfen oder die Ohnmacht des Volkes Gottes waren schuld an Israels Niederlagen, schuld war, dass man versuchte, Dinge aufrecht zu erhalten, die auf dem Boden des betretenen Erbes unmöglich waren. Wer, wie Achan es tat, Verbanntes, Geweihtes in seinen eigenen Dienst stellen wollte, das doch zum Schatz des Herrn gehörte, der konnte sich unmöglich auf dem neuen Boden behaupten. Er brachte nur Schmach und Niederlage auf das ganze Volk. Auf neuen Lebensgebieten mit ihrem vermehrten Licht kann man sich nur bewähren, wenn man bereit ist, auch diesem Leben gemäß zu wandeln.

Auch an so mancher Niederlage des Volkes Gottes von heute sind nicht die neuen Lebensgebiete, ist vielfach auch nicht die Ohnmacht des Volkes Gottes schuld. Die Schuld tragen jene Seelen, die da glaubten, auch auf dem neuen Boden das alte Leben, die Selbstsucht, pflegen zu können, und die da hofften, unbeschadet von dem, was dem Herrn geweiht ist, unter ihr eigenes Geräte tun zu dürfen.

Aber soll uns unser Erbe erschlossen werden und erschlossen bleiben, und wollen wir das in Christus Jesus uns erschienene Leben nach allen Möglichkeiten und in seinem vollen Umfang und in seiner Kraft und Herrlichkeit mehr und mehr kennen lernen, dann müssen wir innerlich rein bleiben von dem, was Gott gehört, und nicht suchen, das unter unser eigenes Gerät zu legen, was zum Schatz des Herrn gezählt ist. Über alles Gottgeweihte auch in unserem Leben will Gott allein verfügen. Wie tief das in unser Leben eingreift, geht aus dem Pauluswort hervor: "Alles ist euer, ihr aber seid Christi."
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Beitragvon Jörg » 04.10.2012 04:32

C.H.Spurgeon ,,Verflucht sei der Mann vor dem Herrn, der diese Stadt Jericho aufrichtet und baut." Jos. 6, 26.


Wenn der Mann verflucht ward, der Jericho wieder baute, wie vielmehr trifft der Fluch die, welche die Herrschaft des Götzendienstes der Selbstgerechtigkeit und Werkheiligkeit wieder aufrichten wollen. In den Tagen unsrer Väter fielen die Riesenmauern des geistlichen Babels durch die Macht ihres Glaubens, durch ihr Beharren im Kampfe und durch den Posaunenschall des unverfälschten Evangeliums, und nun wollen ihrer etliche diese verfluchte Stadt auf ihren alten Grundmauern aufs neue wieder aufrichten. O Herr, möge es Dir gefallen, ihre gottlosen Absichten zu vereiteln, und stürze die Steine herab, die sie schon gelegt haben. Es sollte unser ernstlichstes Anliegen sein, daß wir gänzlich von jedem Irrtum befreit werden, der den Geist dieser scheinheiligen Abgötterei nähren könnte; und haben wir bei uns damit aufgeräumt, so sollten wir auf alle Weise trachten, uns ihrer Ausbreitung in der Gemeinde und draußen in der Welt entgegenzustemmen. Dies letztere kann im stillen geschehen durch ernstliches Gebet und offen durch entschiedenes Bekenntnis. Wir müssen mit umsichtiger Kühnheit alle jene warnen, welche sich zu den Irrtümern der abgöttischen Stadt hinneigen; wir müssen die Jugend in den Wahrheiten des Evangeliums unterrichten und ihnen erzählen von den Greueln des Mords, die in frühern Tagen an den treuen Zeugen Christi in dem geistlichen Sodom und Ägypten verübt worden sind. Wir müssen das Licht im Lande verbreiten helfen, denn ihre Priester scheuen gleich Eulen den Tag. Tun wir für Jesum und sein Evangelium so viel wir können? Wenn nicht, so arbeiten wir den falschen Propheten in die Hände. Was tun wir für die Ausbreitung der Bibel? Teilen wir gute, gesunde, evangelische Schriften aus? Luther sagte einmal: ,,Der Teufel haßt die Gänsefedern," und er hatte ohne Zweifel recht, denn gute Schriften haben durch des Heiligen Geistes Segen dem Reich der Finsternis mächtig geschadet. Wenn alle die, die heute abend dies kurze Wort lesen, ihr möglichstes tun, um den Aufbau dieses verfluchten Jericho zu hindern, so wird des Herrn Herrlichkeit umso früher die Menschenkinder bestrahlen. Lieber Freund, was kannst du tun, und was willst du tun? Laß dich bereit finden zu des Herrn Geschäften.
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Beitragvon Jörg » 05.10.2012 04:08

Ch.Spurgeon "Und da sie wieder zu Josua kamen, sprachen sie zu ihm: Lasse nicht das ganze Volk hinaufziehen . . .daß nicht das ganze Volk sich dahin bemühe; denn ihrer sind wenige!" Josua 7,3

Diese Vermessenheit war durch den vorangegangenen Erfolg entstanden. Kurz vorher war Israels Heer sechs Tage um Jericho herumgezogen, und am siebten Tag waren die Stadtmauern gefallen. Vielleicht sagten sie nun: "Fielen diese massiven Mauern nicht um, als wir sie umzogen? Welch herrliches Volk sind wir doch! Weshalb sollten wir nun das ganze Hab gegen die kleine Stadt Ai entbieten? Zwei- oder dreitausend reichen völlig aus, um diese Stadt im Sturm zu nehmen. Wir können Wunder tun, und deshalb brauchen wir nicht all unsere Männer in Bewegung zu setzen."

Brüder, viele Gefahren umgeben den Erfolg, und keiner von uns kann viel davon ertragen. Das volle Segel braucht als Gegengewicht viel Ballast; sonst schlägt das Boot um. Wenn die Gemeinde viele Bekehrte als die Frucht ihrer Arbeit sieht, wenn große Versammlungen abgehalten und viel "Feldgeschrei" erhoben wird, so ist es sehr natürlich anzunehmen, das Werk sei leicht getan und bedürfe keiner schweren Anstrengung. Die Vorstellung wird genährt, daß Hausbesuche und Schul- oder Wohnhausversammlungen nicht mehr nötig seien. Jericho ist durch Feldgeschrei gefallen. So wollen wir zeigen, daß wir ein mächtiges Volk sind und nicht länger einmütig und mit Anstrengung in Reih und Glied zum Kampf zu ziehen brauchen, wie unsere Väter es taten.

Ach Brüder, dieser böse Geist muß ausgetrieben werden, denn er kommt vom Teufel. Einige von uns halten viel zuviel von sich selbst, als daß uns der Herr Jesus in seiner Arbeit gebrauchen könnte. Wir müssen mehr unsere Schwäche fühlen, mehr daran denken, daß die Bekehrung allein ein Werk Gottes ist; sonst werden wir keinen Erfolg sehen. Wir müssen völliger an die Notwendigkeit ernster Arbeit für Gott glauben, all unsere Kraft in dem Wissen für ihn einsetzen, daß es ja seine Kraft ist, die in uns wirkt. Möchten wir von der Vermessenheit befreit werden, die Israel einen Weg gehen ließ, der in eine Niederlage führte.
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Beitragvon Jörg » 06.10.2012 06:03

A.Christlieb
Josuas Gebet bei Ai »Josua aber zerriß seine Kleider und fiel auf sein Angesicht zur Erde vor der Lade des Herrn bis auf den Abend, samt den Ältesten Israels, und sie warfen Staub auf ihre Häupter. Und Josua sprach: ,,Ach Herr Herr, warum hast du dies Volk über den Jordan geführt, daß du uns in die Hände der Amoriter gäbest, uns umzubringen? O, daß wir es uns hätten gefallen lassen, jenseits des Jordan zu bleiben! Ach, mein Herr, was soll ich sagen, weil Israel seinen Feinden den Rücken kehrt? Wenn das die Kanaaniter und alle Einwohner des Landes hören, so werden sie uns umbringen und auch unsern Namen ausrotten von der Erde. Was willst du denn für deinen großen Namen tun?« (Jos. 7, 6-9).


Als Israel bei Ai geschlagen war, wählte Josua das richtige Mittel, um die Niederlage wieder wettzumachen. Mit den Ältesten des Volkes vereinigt, beugte er sich in den Staub, um im gemeinsamen, demütigen, anhaltenden Gebet von Gott Hilfe zu erlangen. Wenn wir den Inhalt von Josuas Gebet näher betrachten, so finden wir, daß er drei Stützpunkte hat für den Glauben, er dürfe im Gebet fernere Niederlagen abwenden.

1. Die Niederlage widersprach der Führung Gottes

»Ach, Herr, warum hast du dies Volk über den Jordan geführt?« So lautet die Frage, die Josua Gott vorlegt. Er will damit sagen: Es ist unmöglich, daß eine klare, göttliche Leitung in bleibendes Unglück hinein führt. Das ist für Josua eine wichtige Handhabe. Er weiß: Gott hat uns über den Jordan geführt. In seinem Namen haben wir dieses Land betreten. Sollte es nun möglich sein, daß die göttliche Führung sich als falsch erweist? Nimmermehr! Darum darf Josua beten um Abwendung weiterer Niederlagen; denn der Sieg der Feinde stände im klaren Gegensatz zur göttlichen Führung.

2. Die Niederlage widersprach dem Wort Gottes

Josua betet: »Ach, mein Herr, was soll ich sagen, weil Israel seinen Feinden den Rücken kehrt?« Josua sieht als weitere Folge der Schlappe bei Ai die Vernichtung Israels durch die Feinde. Das aber widerspricht dem Wort, das Gott ihm gegeben hatte. Wenn Josua dieses Wort Gottes auch nicht ausdrücklich nennt, so liegt doch in der ganzen Frage das eine: Wie reimt sich dieser Sieg der Feinde mit der mir gegebenen Verheißung, daß mir niemand widerstehen soll (Jos. 1, 5)? Josua hält glaubend fest an der Verheißung Gottes, die ihm das Land Kanaan zugesagt hatte. Als nun ein Ereignis eintritt, das in Widerspruch mit dem göttlichen Versprechen zu stehen scheint, bleibt er liegen vor Gott, bis dieser Widerspruch gelöst ist.

3. Die Niederlage stand im Widerspruch zur Ehre Gottes

Das liegt in Josuas Schlußsatz: »Was willst du denn für deinen großen Namen tun?« Hier bringt der Beter eine Sache vor, mit der er zum Ziel kommt. Er sagt gleichsam: »Es ist doch unmöglich, daß du, Gott, deinen großen Namen durch eine Niederlage Israels unter den Völkern Kanaans zum Gespött machen läßt. Deine Ehre, o Gott, macht eine Änderung dieser ungünstigen Kriegslage unbedingt nötig.« So haben wir in diesem Gebet Josuas drei Antworten auf die Frage: Welche Zustände dürfen wir aufgrund der Schrift im Glauben wegbeten? Antwort: Alles, was in offenbarem Widerspruch zu Gottes deutlicher Leitung, zu Gottes klarem Wort und zu Gottes Ehre steht. Was diesen Stücken entgegensteht, das dürfen wir in trotzigem Glauben fortbeten, sei es, was es sei.
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Beitragvon Jörg » 07.10.2012 05:19

J.Kroeker
Von den Kraftquellen unseres Glaubens.

"Da sprach der Herr zu Josua: Steh auf, warum liegst du auf deinem Angesicht? Israel hat sich versündigt." Jos. 7,10 f.


Josua hatte bisher wunderbar Gott erlebt. Ein sehr klares Programm war ihm geworden, als er mit seinem ohnmächtigen Volk vor den Toren Jerichos stand. Der Fürst über das Heer des Herrn war ihm erschienen und hatte zu ihm gesagt: "Fürchte dich nicht, warum liegst du auf deinem Angesichte?" Da erhielt Josua jenes wunderbare Siegesprogramm, auf Grund dessen er später Jericho einnehmen konnte. Und dieser Mann liegt nun verzagt auf seinem Angesicht. Dreihundert Mann waren nachher ausgezogen, um die kleine Stadt Ai einzunehmen. Die Männer von Ai hatten jedoch die Israeliten geschlagen und da war das ganze Volk mutlos geworden.

Was wäre aus der ganzen Zukunft Israels geworden, wenn dies die Grund- und Dauerstellung eines Josua und seines Volkes geblieben wäre und er nicht auf dem Boden erlebter Niederlagen Gott erlebt hätte? Wenn nicht der Herr selbst einem Josua erschienen wäre und zu ihm gesprochen hätte: "Warum liegst du auf deinem Angesicht? Stehe auf!" Aber Gott offenbarte sich ihm und enthüllte ihm zunächst die Gründe, warum die Niederlage hatte kommen müssen. Und was tat der Glaube eines Josua? Er stellte sich ein auf diese empfangene Gottesoffenbarung. Von Gottes Seite die Erleuchtung, die Offenbarung, das neue Licht, die neue Zuversicht, die Gott ihm gab, - und von Josuas Seite die Antwort: die Hingabe an dieses Wort. So wurde wiederum jener Glaube geboren, der sich nachher stärker erwies als die ganze damalige fast verzweifelte Lage des Volkes.

Wir erinnern uns hier noch an ein Ereignis, an dem wir sehen, wie vielseitig der Glaube Gott immer wieder erlebt. Da kommt einst eine junge Prophetenwitwe zum Propheten Elisa. Sie klagte: "Mein Mann ist gestorben und nun wollen meine Schuldner mir auch noch meine beiden Söhne nehmen." Elisa fragte sie: "Was hast du in deinem Hause?" "Nichts als einen Krug Öl", antwortete sie. Wir wissen, welch einen Auftrag ihr alsdann vom Propheten wurde.

Und was geschah? Erlebte die Witwe in ihrer Armut Gott? Gewann ihr Glaube neue Funken, als sie auf das Wort des Herrn hinging und leere Gefäße sammelte und mit diesen sich dann zurückzog in die Gegenwart Gottes? Du sagst vielleicht: "Das ist mein innerer Zustand." Es hat den Anschein, als ob in meinem Innenleben nichts vorhanden sei an Kraft, an Liebe, an Vertrauen. - Gehe einmal hin und suche leere Gefäße, Menschen, die völlig zusammengebrochen sind in ihrem Vertrauen, die nicht mehr lieben können, und fang einmal an, diesen in der Gegenwart Gottes zu dienen. Auch dein Ölkrug wird fließen, und indem du segnest, wirst du gesegnet werden.
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Beitragvon Jörg » 08.10.2012 04:07

A.Christlieb
Also spricht der Herr, der Gott Israels: ,,Es ist ein Bann unter dir, Israel. Darum kannst du nicht stehen vor deinen Feinden." Josua 7, 13


Jericho liegt besiegt am Boden. Kundschafter melden, daß in der Nähe die kleine Stadt Ai liege. Zu ihrer Eroberung brauche man nicht das ganze Volk zu bemühen. 3000 Mann genügten vollständig. Die Abteilung zieht - siegesbewußt - aus und wird jämmerlich in die Flucht geschlagen. Tiefes Entsetzen befällt Israel. Wenn diese Kunde sich verbreitet! Wenn alle Kanaaniter sich zusammenrotten! Israels Mut schlägt um in Verzagtheit. Und Josua? - Ein weltlicher General hätte die Offiziere der geschlagenen Abteilung vor ein Kriegsgericht gestellt, sie degradiert oder erschießen lassen. Und Josua? Er wirft sich mit den Ältesten Israels nieder vor Gott. Er bleibt bis an den Abend liegen im Staube. Er fleht um Aufdeckung der Ursache für die Niederlage. Und Gott antwortet: Es liegt ein Bann auf Israel." E i n Israelit hat sich an dem ,,verbannten" Gut vergriffen. Daher die ganze Not. - Gestärkt und getröstet steht Josua vom Boden auf. Nach Gottes Anweisung leitet er die Entdeckung des Übeltäters ein durch das Los. Der Stamm, das Geschlecht, die Sippe, das Familienhaupt wird getroffen, und überwältigt von dieser wunderbar herbeigeführten Entdeckung gesteht Achan: ,,Ich sah einen köstlichen babylonischen Mantel, 200 Silberlinge und eine Stange Gold. Des gelüstete mich, und ich nahm es." - Der Sünder wird samt seiner Familie, die wohl ein Mitwissen hatte, hingerichtet. Der Bann ist beseitigt, Gott gibt wieder Sieg. - Läßt Gott dich Niederlagen erleben und Demütigungen? Schimpfe nicht auf die widerlichen Verhältnisse und die törichten Menschen. Wirf dich in den Staub vor Gott, nicht nur für fünf Minuten. Nein, ,,bis an den Abend" (V. 6). - Tiefere Aufdeckung eines Schadens, der Gottes Wohlgefallen hindert, ist Gnade. Dann folgt auch wieder Sieg.
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Beitragvon Jörg » 09.10.2012 04:07

A.Christlieb
Es ist ein Bann unter dir, Israel. Josua 7, 13

Die Folgen davon, daß ein Bann auf Israel lag, waren weithin sichtbar. Die Ursache selber war tief verborgen. Kein noch so klares, tiefes, weisheitsvolles Sinnen und Suchen hätte den Bann aufdecken können. Es gab dafür nur einen Weg: Josua ging in das Heiligtum, das Gebetskämmerlein. Licht von oben mußte in die Finsternis hineinleuchten! - Das wollen wir uns auch merken, wenn wir mit solchen Nöten zu tun haben. Es hilft uns dann nichts, die Folgen des Bannes zu bejammern. Wir müssen Gott bitten, die tiefen, verborgenen Ursachen aufzudecken. Gottes Geist allein kann uns Licht geben. - Ich kannte einen jungen Mann, der wegen seiner Unzuchtssünden ins Zuchthaus kam. Da bekannte er, daß eine schwere Lüge, die wie ein Bann auf ihm gelegen habe, der Anfang seiner Sündenwege gewesen sei. Der Bann kann, menschlich gesehen, eine Kleinigkeit sein. Was Achan gestohlen, war im Verhältnis zu all den Schätzen Jerichos verschwindend wenig. Aber die Menge tut es nicht! Eine Lüge, ein Diebstahl, falsche Stellung zu den nächsten Verwandten oder zu Hausgenossen kann Bann bewirken. Bei anderen ist es die unsaubere Phantasie, schlechte Lektüre, ein unerlaubtes Verhältnis, was die Ursache für all die Niederlagen im Kampf gegen die Sünde ist. Jeder Groschen, jede Mark, auf unlautere Weise gewonnen, kann einen Bann auf dich bringen. - Liegt nicht in einer Ecke deines Herzens versteckt der babylonische Mantel der Eitelkeit, die Silberstücke oder der Goldbarren des Geizes, der Habgier? - Wer aus dem Bann seiner Sünde heraus will, für den gibt es nur einen Weg: Ehrliches Bekenntnis vor Gott und wo es not tut, auch vor Menschen. Aller Bann ist verbunden mit Heimlichkeit und Finsternis. Wer ehrlich alles ans Licht bringt, wer wieder ausliefert, was er zu Unrecht genommen, dem kann Gott auch nach seiner Niederlage wieder Sieg und Heil schenken.
Es muß alles erst einmal an Gott vorüber, bevor es mich treffen kann. (Helmut Thielicke)

Jörg
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Beitragvon Jörg » 10.10.2012 04:12

D.Rappard
Es ist ein Bann unter dir, Israel, darum kannst du nicht stehen vor deinen Feinden, bis ihr den Bann von euch tut. Jos. 7,13.

Israel hatte Gottes Wunderhilfe in reichem Maße erfahren. Die hohen Mauern Jerichos waren gefallen, und nun sollte es von Sieg zu Sieg gehen. Statt dessen geschah die Niederlage vor Ai, und tiefe Mutlosigkeit erfaßte das Herz des Volkes und seines tapferen Führers. Da kam das Wort des Herrn zu Josua: Es ist ein Bann in dir, Israel; darum kannst du nicht siegen. Nicht sollst du verzagend am Boden liegen; das hilft dir nicht. Tue den Bann hinweg!

O, wie oft hat sich diese Geschichte wiederholt im Leben Einzelner und in ganzen Gemeinden! Es ist ein Stillstand eingetreten. Es ist kein Sieg mehr da. Man erfährt keine Gebetserhörungen mehr. Die Freude ist dahin. Sollte es nicht auch hier zutreffen: Es ist ein Bann da? - Mancherlei kann ein Bann sein: ein unrecht erworbenes Gut, eine nicht bekannte und darum nicht vergebene Sünde, ein wissentlicher Ungehorsam, eine fortgesetzte Unversöhnlichkeit, ein dem Tod nicht ausgelieferter Neid, eine trotz innerer Mahnung gepflegte Eitelkeit. Gilt etwa mir das ernste Wort? Dann auf, o Seele! Tue den Bann hinweg! Brich mit der Sünde! Bist du wieder mit deinem Gott verbunden, dann ist dein der Sieg.

Herr, habe acht auf mich, Trifft vom verborg'nen Bann Dein Aug' noch etwas an, Herr, das zerstöre.
Es muß alles erst einmal an Gott vorüber, bevor es mich treffen kann. (Helmut Thielicke)


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