Andachten zum Buch Josua

Basiert auf "Biblische Lehre" - aber damit die Praxis nicht zu kurz kommt, ein Extra-Forum

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Jörg
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Beitragvon Jörg » 11.10.2012 04:20

J.Kroeker
Vom Versagen unseres Glaubens.

"Stehe auf, und heilige das Volk, und sprich: Heiliget euch auf morgen. Denn also sagt der Herr, der Gott Israels: Es ist ein Bann unter dir, Israel; darum kannst du nicht stehen vor deinen Feinden, bis dass ihr den Bann von euch tut." Jos. 7,13.


Unserem gegenwärtigen Josua, Christus, ist es in den letzten Jahrzehnten gelungen, viele seiner Glieder in eine tiefere und reinere Gemeinschaft mit sich selbst und dem Vater zu führen. Kräfte des Lebens sind durch die Wirkungen des Heiligen Geistes dem Volke Gottes erschlossen worden, die man früher vielfach nicht besaß. Weit mehr, als man es bis dahin getan, hat man angefangen, aus der Fülle Christi zu nehmen Gnade um Gnade. Viele haben sich durchgerungen zu einem geweihteren Leben, zu einem bewussten Wandel im Geist und zu einem Dienst, der Frucht bedeutet für Gott.

Und doch, ist es nicht wieder in weiten Kreisen unheimlich stille geworden? Sind nicht Gebiete betreten worden, wo unsere Brüder im Kampf gefallen sind und nicht stehen konnten vor der Macht des Feindes? Wer Fühlung hat mit den verschiedenen Kreisen der Gläubigen, der sieht die Herzen, die zerschmolzen sind wie Wasser, und hört die Sprache der Knechte Gottes, die vor dem Herrn im Staube liegen und seufzen: "O wären wir doch jenseits des Jordans geblieben!"

Aber als Josua in seiner Mutlosigkeit ausgeredet hatte, da fing der Herr an zu reden. Er hob einmal den Schleier und deckte den wahren Grund der Niederlage des Volkes auf. Israel hatte in der Person Achans gestohlen, von dem Verbannten genommen und es verheimlicht. Obgleich nur eine Seele gesündigt hatte, so wurde doch das ganze Volk in Mitleidenschaft gezogen. Gott behandelte das Volk als ein Ganzes, und man lernte verstehen: "Wenn ein Glied leidet, so leiden alle Glieder mit!" 1)

Nie gehen auch in unseren Tagen die Sünden der Einzelnen an dem Ganzen vorüber. Wir fühlen alle mehr oder weniger den Druck, der vielfach um der Sünde einzelner willen auf der ganzen Gemeinde Gottes liegt. Als Glieder des einen Leibes, von dem Christus das Haupt ist, empfinden wir die Zuckungen, die durch den ganzen Körper gehen, wenn irgendwo ein Glied schwer erkrankt ist. Durch Einen Geist sind wir zu Einem Leibe getauft worden und tragen nun mit, nicht nur an den Freuden und Segnungen, sondern auch an den Lasten und Pflichten des Ganzen 2).

Als in den Tagen Josuas erst durch den Herrn enthüllt werden konnte, warum Israel nicht vor dem kleinen Städtchen Ai stehen konnte, da wurden in Achan die Person und in dem Gestohlenen die Dinge hinweggetan, die sich als ein Hindernis für Israels Siegesleben erwiesen hatten.

1) 1.Kor. 12,26. 2) 1.Kor. 12,13.
Es muß alles erst einmal an Gott vorüber, bevor es mich treffen kann. (Helmut Thielicke)

Jörg
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Beitragvon Jörg » 12.10.2012 04:09

C.H.Spurgeon
"Achan antwortete Josua und sprach: "Wahrlich, ich habe mich versündigt an dem Herrn, dem Gott Israels." Jos. 7, 20.

Hier haben wir eine zweifelhafte Buße. Ihr wißt, daß Achan etwas von der Beute der Stadt Jericho stahl, daß er durch's Los entdeckt und getötet wurde. Dieser Achan stellt uns vor ein Beispiel von Seelen, deren Buße auf dem Totenbett zweifelhaft ist; welche nur scheinbar ihre Sünden bereuen, und von denen wir nur sagen können: wir hoffen, daß sie selig werden, aber wir wissen es nicht sicher. Manche glauben zwar, Achan sei noch gerettet worden, weil er ein offenes und volles Geständnis abgelegt habe. Sein Leib habe zwar als warnendes Beispiel sterben müssen, sein Geist aber sei selig geworden um seiner Buße willen; doch läßt sich dies nicht mit Sicherheit behaupten - es ist deshalb zurecht als eine zweifelhafte Buße anzusehen. Und so habe ich bei manchem Totenbett eine zweifelhafte Buße wahrgenommen. Zwar hat mir mancher, wenn ich ihn an das zukünftige Gericht erinnerte, gesagt: "Ich fühle, ich bin schuldig gewesen, aber Christus ist gut; ich verlasse mich auf Ihn." Ich dachte nun bei mir selbst: die Seele dieses Menschen ist gerettet, aber zu gleicher Zeit fiel mir ein, daß ich keinen anderen Beweis hätte, als seine eigenen Worte, was mir keine feste Überzeugung in Beziehung auf die Seligkeit eines Menschen gewährt.

Ein gewisser Arzt hielt sich ein Verzeichnis von tausend Personen, welche dachten, sterben zu müssen, und welche der Arzt für bußfertig hielt; er schrieb ihre Namen in ein Buch, als solche, welche, wenn sie sterben, in den Himmel kommen würden; sie starben aber nicht, sondern blieben am Leben. Der Arzt bemerkte, daß von tausend kaum drei Personen sich nachher bekehrten; alle übrigen fielen wieder in die Sünde zurück und wurden schlimmer als zuvor. Ach! liebe Freunde, ich hoffe und wünsche, daß keiner von euch eine solche Toten-Bett-Buße haben möge, bei der euer Seelsorger oder eure Eltern und Freunde sagen müssen: "Armer Mensch, ich hoffe, du bist selig geworden." Wie ganz anders ist es, zu sterben mit voller Versicherung; zu sterben mit einem reichen Eingang in's Königreich Gottes; das Zeugnis hinter sich zu lassen, daß man im Frieden von hinnen geschieden ist! Das ist weit seliger, als auf eine zweifelhafte Weise zu sterben, als zwischen zwei Welten zu schweben, ohne daß wir noch unsere Freunde wissen, in welche Welt wir gehen. Möge uns Gott Gnade geben, daß wir während unserer Lebenszeit Kennzeichen einer wahren Bekehrung haben, damit unser Los nicht zweifelhaft sei.
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Jörg
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Beitragvon Jörg » 13.10.2012 05:02

A.Christlieb Achan sprach: Ich sah - und mich gelüstete - ich nahm - ich verscharrte. - Josua sprach: Weil du uns betrübt hast, so betrübe dich der Herr. Josua 7, 21-25

Wir wollen Achans Geschichte näher betrachten. - Da tritt der Mann ein in ein vornehmes Haus. Im Flur hängt ein kostbarer Mantel. ,,Das wäre was für dich" raunt der Versucher ihm zu. Achan besieht den Mantel. Er legt ihn um die Schultern. Der paßt wie angegossen! Und sieh - in der Ecke ein Geldbeutel und gar eine Stange Gold! Flugs genommen, in die Taschen gesteckt, Mantel aufgerollt und ab! Satan hat gewonnen! - Ach, hätte Achan auf die feine Stimme des Gewissens gehört! Hätte er ein Herz gehabt, das nach dem trachtete, was droben ist! Hätte seine Frau ihn gewarnt, als er den Raub verscharrte. Er hatte aber an seiner Frau wohl eine Saphiraseele! Jetzt hat er wohl allerlei Schätze, aber dazu ein böses Gewissen. Ganz Israel ist voll Freude. Man feiert den herrlichen Sieg. Aller Angesichter strahlen. Auf Achans Stirn nur liegt ein Schatten. Ihm schmeckt das Festmahl nicht an dem Tisch, unter welchem sein Raub versteckt liegt. Andere Väter mochten mit ihrer Hausgemeinde Gott danken für das Wunder seiner Hilfe. Achan kann nicht beten. Das böse Gewissen raubt ihm, was uns ein Stück Himmel hier auf Erden gibt: Vertrauten Umgang mit Gott. - Andern Tags schon ereilt ihn sein Geschick. Das Los trifft seinen Stamm, sein Geschlecht, sein Vaterhaus, seinen Namen. Josua verurteilt ihn im Namen Gottes zum Tode durch Steinigung. Ganz Israel muß antreten, jeder mit einem Stein. Und bald häuft sich über dem Missetäter ein ganzer Hügel: Achans Schandmahl im Tale Achor. - Uns aber ruft Achan zu: ,,Die da reich werden w o l l e n , fallen in Versuchung und Stricke." - Es ist besser, Ausschau zu halten nach den goldenen Gassen des oberen Jerusalems und nach den weißen Kleidern der Gerechtigkeit Gottes, als nach einem babylonischen Mantel und einer Stange Gold!
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Joschie
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Beitragvon Joschie » 15.10.2012 08:10

A.Christlieb Der Herr sprach zu Josua: Ziehe hinauf gen Ai. Ich habe es in deine Hand gegeben. Josua 8, 1

Ai hatte einen glänzenden Sieg errungen. Israel war niedergeschlagen und bis Saba verjagt. Nachdem aber der Bann getilgt, gibt Gott Ai in Josuas Hände. Die Stadt wird erobert und in einen Trümmerhaufen verwandelt, der für alle Zeiten liegenbleibt. - Im Geiste treten wir an diese Trümmerstätte und fragen, was sie uns zu sagen hat. Es ist ein Doppeltes. Diese Trümmer predigen dem Volk Gottes: Habe Mut, auch wenn Schwierigkeiten sich dir in den Weg stellen. Verzage nicht, wenn du eine Niederlage erlitten hast. Ai durfte Israel wohl aufhalten, weil das zur Läuterung des Volkes Gottes nötig war. Es durfte ihm aber nicht dauernd widerstehen. Es bleibt für alle Zeit bei dem Wort: ,,Unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat." Den Feinden des Volkes Gottes predigen die Trümmer Ais: Jubele nicht zu früh, wenn du den Frommen eine Niederlage beigebracht hast. Als die Krieger von Ai zum zweitenmal gegen Israel vorstießen und siegestrunken hinter den zum Schein flüchtenden Israeliten herjagten, bemerkten sie plötzlich, daß hinter ihnen die Stadt in Flammen aufging. Eine vom Rücken herangeführte Abteilung hatte Ai erobert. - Ähnlich wird es den Feinden Gottes am Ende der Tage auch gehen. Wenn die antichristliche Welt ihre höchsten Triumphe feiert und Gottes Volk ausgerottet zu haben meint, wird der Herr Jesu wiederkommen und seinen Feinden ein jähes Ende bereiten. Der Prophet Micha hat weissagend gesprochen: ,,Freue dich nicht, meine Feindin, daß ich darniederliege; ich werde wieder aufkommen! Und ob ich auch im Finstern sitze, so ist doch der Herr mein Licht" (Micha 7, 8). Wenn wir auch einmal im Finstern sitzen, das ist nicht schlimm. Wenn nur die Finsternis nicht in uns sitzt!
Tod, wo ist dein Stachel? Totenreich, wo ist dein Sieg? 1Kor 15,55

Jörg
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Beitragvon Jörg » 16.10.2012 07:39

W.Nee
Da ließen sich die israelitischen Männer von ihrem Mundvorrat geben, aber einen Ausspruch des Herrn holten sie nicht ein. Josua 9,14


Sünde vor Gott kann von zweierlei Art sein. Die eine ist die Gehorsamsverweigerung, wenn er einen Befehl gibt; die andere ist das eigenmächtige Vorgehen, wenn er keinen gegeben hat. Das erste ist
Auflehnung: Nichttun des von ihm Befohlenen; das zweite ist Anmaßung: etwas tun, was er nicht verlangt hat. Wenn wir unsere Arbeit für ihn näher ansehen - wieviel davon war auf einen klaren Befehl von ihm gegründet, und wieviel bloß darauf, daß unser Tun richtig und gut war? Wir meinen zumeist, wenn ein Unternehmen uns nicht von unserem Gewissen verboten wird oder sich von selber empfiehlt als etwas eindeutig Gutes, dann sei dies ein genügender Grund, sich daran zu machen und es auszuführen. Aber findet ihr nicht, liebe Geschwister, daß jeder Diener die Befehle seines Herrn abwarten sollte, bevor er sich darangibt, ihm zu dienen?
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Jörg
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Beitragvon Jörg » 17.10.2012 06:23

A.Christlieb
»Sonne, stehe still!« »Da redete Josua mit dem Herrn des Tages, da der Herr die Amoriter dahin gab vor den Kindern Israel, und sprach vor dem gegenwärtigen Israel: "Sonne, stehe still zu Gibeon, und Mond im Tal Ajalon!"« (Jos. 10, 12)


Ein gewaltiges Gebet! Was alle Erdenkräfte zusammen nie vermochten, das brachte ein Glaubensgebet fertig. Drei Punkte enthält dies Gebet, die auch für uns einen Gebetsgegenstand bilden sollen:

1. »Herr, halte die Finsternis zurück!«

Es war ein Gebet, welches die hereinbrechende Finsternis zurückhielt. Josua war mitten im Kampf. Die Finsternis drohte eine ernste Gefahr für die Sache und das Volk Gottes zu werden. Gegen diese heraufziehende Gefahr der Dunkelheit spricht Josua sein festes Glaubensgebet. Wieviel Finsternis soll auch heute noch durch Gebet ferngehalten werden! Nicht ohne Grund betet der Sänger: »Jesu, hilf siegen, du Fürste des Lebens, sieh, wie die Finsternis dringet herein!« Gibt es nicht ganze Länder, wo die Sonne des Evangeliums unterzugehen droht und die Macht des Unglaubens immer gefährlicher heranzieht? Wo sind die Glaubensbeter, die sich dieser hereinbrechenden Finsternis mit festem Gebet entgegenwerfen und sie aufhalten?

2. »Herr, gib völligen Sieg!«

Das Wort »Sonne, stehe still!« war ein Gebet um völligen Sieg. Josua hatte die fünf Könige wohl schon halb besiegt; aber durch die hereinbrechende Nacht drohte der Sieg ein unvollkommener, ein halber Sieg zu bleiben. Da stand Josua mit seinem Glaubensgebet auf gegen diese Not und schrie zu Gott, daß es ein vollständiger Sieg werde. Wir haben auch unsere Kämpfe im eigenen Herzen. Laßt uns die Josuastellung einnehmen und zu Gott schreien: »Herr, kein halber Sieg! Gib auf Grund deiner Verheißungen einen völligen Sieg über alle Kanaaniterkönige im eigenen Herzen und Leben. Laß nicht Zorn, Fleischeslust und Empfindlichkeit nur halb besiegt werden, sondern gib Überwindung in Jesu Blut, soweit du hienieden es geben kannst!«

3. »Herr, laß mein Tagewerk vollendet werden!«

Josuas Gebet war eine Bitte um Vollendung seines Tagewerks an jenem Kampftage. Er hatte den klaren Eindruck, es sei noch nicht vollbracht, was Gott für jenen Tag haben wollte. Gott hatte eine Vernichtungsschlacht gegen diese fünf Könige befohlen, und diese war noch nicht zu Ende geführt. Es gibt auch ein Tagewerk für jedes einzelne Menschen- und Christenleben. Gott hat uns für ganz bestimmte Aufgaben berufen. Wenn nun vielleicht infolge lebensbedrohender Erkrankung die Lebenssonne untergehen will bei einem Menschen, dessen gottgewolltes Tagewerk noch nicht vollendet ist - prüfen wir dies aber genau! -, so darf das Glaubensgebet rufen: »Lebenssonne, stehe still - solange bis das von Gott verordnete Tagewerk vollendet ist!« Was für eine herrliche Sache ist es doch um die Macht des Glaubensgebetes! Es bannt die hereindringende Finsternis, es ruht nicht, bis völliger Sieg da ist, es vollendet das Tagewerk hienieden. Gott schenke uns Anteil an dem Josuaglauben und dem Josuagebet, bis wir dahin gelangen, wo keine Nacht mehr hereinbrechen wird und keine Dunkelheit mehr durch Gebet verscheucht zu werden braucht!
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Jörg
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Beitragvon Jörg » 18.10.2012 04:18

A.Christlieb Also nahm Josua alles Land ein und gab es Israel zum Erbe. Josua 11, 23

Nachdem der Bann gebrochen war, der durch Achans Schuld sich auf Israel gelegt hatte, begann der Siegeszug Josuas durch Kanaan. Kritisch wurde für ihn die Lage, als fünf Amoriter-Könige sich zusammentaten, um die Gibeoniter dafür zu strafen, daß sie sich Josua unterworfen hatten. Auf den Hilferuf der Gibeoniter hin machte sich Josua auf, überfiel unerwartet die Amoriter-Könige und schlug sie vernichtend. - Das Beispiel der Amoriter gab dem König Jabin den Gedanken ein, möglichst alle Kanaaniterstämme zusammenzufassen und den vernichtenden Schlag gegen Josua zu führen. Bei Merom (11, 5) sammelten sich die Heeresmassen. Gott aber sprach zu Josua: ,,Fürchte dich nicht vor ihnen, ich will sie vor dir dahin geben." Wieder kam Josua überraschend heran und traf die vereinigten Kanaaniterscharen so vernichtend, daß er von da aus einen Siegeszug sondergleichen antreten konnte. Einunddreißig besiegte Könige und Stämme lagen bald zu seinen Füßen. Ganz Kanaan war unterworfen und Josua konnte daran gehen, Israel das verheißene Land zum Erbe auszuteilen. - Von Urzeiten her hat man geredet von einem irdischen und einem himmlischen Kanaan. Letzteres gilt als Heimat der Erlösten. Die Offenbarung redet davon, daß am Ende der Zeit durch Satans Gewalt und List alle Völker der Erde zusammengerafft werden zu einem Heerlager wider Gottes Volk. Da wird dann nicht mit Schwertern und Kanonen gekämpft. Geistesschlachten werden geschlagen, in denen freilich die Herren dieser Welt auch Gewalt anwenden. Die kleine Herde wird scheinbar hoffnungslos verloren sein. Aber im entscheidenden Augenblick tritt der Herr Jesus selber auf den Plan, überwältigt den Antichristen, macht durch seine Erscheinung dem Bösen ein Ende und führt die Seinen in die ewige Heimat, das obere Kanaan. - Auf wessen Seite werden wir bei diesem Kampf stehen?
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Beitragvon Jörg » 19.10.2012 04:17

J.Kroeker
Von der Bewährung unseres Glaubens.

"Und nun siehe, der Herr hat mich leben lassen, wie Er geredet hat. Und es sind nunmehr fünfundvierzig Jahre, dass der Herr solches zu Moses sagte, als Israel in der Wüste wandelte. Und nun siehe, ich bin heute fünfundachtzig Jahre alt; und ich bin noch heute so stark, wie ich war an dem Tage, als mich Mose aussandte; wie meine Kraft damals war, also ist sie auch jetzt, zu streiten und aus- und einzuziehen." Jos. 14,10 f.


Es gibt ein Leben, das nicht altert. Dies ist jenes Leben, von dem der Psalmist spricht: "Der Gerechte des Herrn wird grünen wie ein Palmbaum, er wird wachsen wie eine Zeder auf dem Libanon. Die gepflanzt sind im Haus des Herrn werden grünen in den Vorhöfen unseres Gottes. Noch im Alter tragen sie Frucht, so saftig und grün sind sie, dass sie künden, wie gerecht der Herr ist, mein Hort, und dass kein Unrecht an Ihm ist." 1)

Leben, aus der Ewigkeit geboren und von der Ewigkeit genährt, trägt auch Ewigkeitscharakter. Es ist nicht dem Gesetz der Vergänglichkeit unterworfen. Obgleich auch der äußere Mensch mehr und mehr zerfällt, so wird doch der innere von Tag zu Tag durch Gottes Kraft erneuert 2). Denn das Leben, das aus der Gemeinschaft mit Gott fließt, verfällt nicht. Ist auch die äußere Hülle eines solchen Lebens den Gesetzen der Vergänglichkeit unterworfen, das innere, in der Ewigkeit gewurzelte Leben unterliegt denselben nicht. Naht selbst auch der Tod für die physischen Kräfte, so bedeutet das für solch ein Leben nicht die Auflösung der eigentlichen Persönlichkeit. Es ist nur der Abbruch der vergänglichen Zeltwohnung. Das Leben legt das Vergängliche ab, um mit Unvergänglichem überkleidet zu werden 3). Die Persönlichkeit wechselt nur die Stofflichkeit ihrer Leiblichkeit. Denn Macht hat der Tod nur noch über das, was der alten Schöpfung angehört, nicht aber über das innere Leben, das wesentlich mit dem Leben aus Gott verbunden ist.

In der Regel kommt ein solches Leben auch nie ohne Dienst. Es wirkt, weil Gott wirkt und hat Dienstgelegenheit, weil so vieles in der Schöpfung Gottes auf den Dienst der Gerechten wartet. Es ist durch den Kampf des Lebens nicht in seiner inneren Kraft und in seinem Mut gebrochen worden. Wie ein Kaleb bewährte es sich und blieb ungeschwächt für weitere Kämpfe und Aufgaben des Lebens.

In welch anschaulicher Weise wird uns das am Lebensbild eines Kaleb bezeugt. Obgleich fünfundachtzig Jahre alt, so steht der im Dienst und im Kampfe Ergraute dennoch in ungebrochener, bewährter Kraft da und bittet Josua um sein Erbteil, das der Herr ihm durch Mose versprochen hatte. Dem Glauben Kalebs genügte das bereits Erreichte und Empfangene nicht. Er wollte Erbe der vollen Verheißung Gottes werden, die ihm geworden war.

1) Ps. 92,13-16. 2) 2.Kor. 4,16. 3) 2.Kor. 5,1.2.
Es muß alles erst einmal an Gott vorüber, bevor es mich treffen kann. (Helmut Thielicke)

Jörg
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Beitragvon Jörg » 20.10.2012 06:24

W.Nee
Ich bin heute noch so stark wie damals, als Mose mich aussandte; wie meine Kraft damals war, so ist sie jetzt noch zum Kriegsdienst, zum Ausmarsch und zur Heimkehr ausreichend. Josua 14,11


Es ist eine betrübliche Tatsache, daß manche von uns, die Gottes bewahrende Kraft erfahren haben, dennoch daran zweifeln, daß sie einen auch weiterhin erhält. Erkennen wir nicht, daß er, der Geber aller Gnaden, auch der ist, der uns in seiner Gnade erhält und stützt? Sehen wir doch Kaleb an. Als Mose ihn ausgesandt hatte, das Land zu erkunden, war er stark gewesen, aber nicht weniger stark war er jetzt, als er diese Worte aussprach. Was sich als ausreichend für die gewöhnlichen Anforderungen des Alltagslebens erwiesen hatte, das war darüber hinaus auch für die besonderen Anstrengungen des Krieges genügend. Dazwischen lagen harte Jahre; dennoch war Kalebs Kraft mit fünfundachtzig Jahren nicht geringer als mit vierzig. Hierfür gibt es bei ihm nur eine einzige Erklärung, wie es auch bei uns bei unserem Lebensende nur eine einzige geben wird: Er war durch die Kraft Gottes erhalten worden.
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Shalom
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Beitragvon Shalom » 21.10.2012 04:20

A.Christlieb Josua gab dem Kaleb Hebron zum Erbteil. Josua 14, 13


Die Eroberung Kanaans ist in der Hauptsache vollendet. Da tritt Kaleb, der Freund und Mitstreiter Josuas vor ihn hin und bittet, ihm das Erbteil zu geben, das Mose ihm fünfundvierzig Jahre zuvor verheißen hatte zum Lohn für seine Treue und den Glaubensmut, den er bei der Erkundung Kanaans bewiesen und allem Widerspruch der untreuen Kundschafter trotzend auch bewahrt hatte. Er spricht: ,,Siehe, ich bin heute fünfundachtzig Jahre alt und bin noch heutigen Tages so stark, wie ich war des Tages, da mich Mose aussandte. Und dann erbittet der tapfere Mann sich das Gebirge um Hebron, auf dem die Enakiter, d. h. die Riesen hausten und große, feste Städte innehatten. Kaleb faßte im Glauben mutig zu. Gott hatte ihm dies Gebirge verheißen. Gott würde ihm auch die Kraft geben, es zu erobern. - Kaleb ist ein Mann des Glaubens. Und sein Glaube ist gesund. Er stützt sich auf klare, feste Zusagen. Die ihm gegebene Verheißung hat er festgehalten während der vierzig Jahre heißer Wüstenwanderung. Er ließ sie innerlich nicht los während der fünf Jahre ununterbrochenen Kampfes in Kanaan. Sie stand ihm so frisch und lebendig vor dem Geiste, als hätte er sie vor einer halben Stunde empfangen. - Kaleb soll uns ein Vorbild sein. Unser Leben hier auf Erden gleicht einer heißen Wüstenwanderung. Vor uns liegt als Ziel das himmlische Kanaan. Dem Kaleb war ein herrliches Fleckchen Erde mit waldreichen Höhen und fruchtbaren Gefilden verheißen. Der Gedanke daran, dasselbe eines Tages einnehmen zu dürfen, hielt ihn aufrecht bei der Wüstenwanderung und in den Kampfesjahren. - Wir haben das Kanaan droben nicht verdient. Es ist uns aber aus Gnaden zugesagt. Laßt uns mit Paulus - den guten Kampf kämpfen und den Lauf vollenden dadurch, daß wir Glauben halten (2. Tim. 4, 8).

Shalom
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Beitragvon Shalom » 22.10.2012 04:14

W.Nee
Hebron ward der Erbsitz Kalebs, weil er unwandelbar zum Herrn gehalten hatte. Josua 14,14


»Wir können es sicherlich bewältigen«, so spricht der, dessen Vertrauen auf den Herrn durch nichts eingeschränkt ist. Er glaubt, daß Gottes Verheißungen verläßlich sind und daß der Sieg über jeden Feind, weil Gott auf der Seite seines Volkes steht, sicher ist. Glaubst du das auch? Viele glauben es zwar, aber ihr Glaube schwankt. Sie singen ihr Loblied, und die Worte sind richtig, aber die Melodie hat etwas Zögerndes. Bei Kaleb war das ganz anders. Er sang die richtigen Worte mit fester Stimme und auf die richtige Melodie. Höre auf ihren mutigen, kraftvollen Ton: »Laßt uns sogleich hinaufziehen und das Land in Besitz nehmen; denn wir können es sicherlich überwältigen.«

Er hatte keinerlei Zweifel an Gott. Aber beachte auch, wie er drängt: »Laßt uns sogleich hinaufziehen!« Wahrer Glaube duldet keinen Aufschub. Wer darauf baut, daß Gott Wort hält, bekundet dies nicht bloß dadurch, daß er seinen Willen tut, sondern daß er ihn sofort tut.

J.Kroeker
Von der Bewährung unseres Glaubens.

"Daher war Hebron Kalebs, des Sohnes Jefunnes, des Kenisiters, Erbteil bis auf diesen Tag, darum, dass er dem Herrn, dem Gott Israels, getreulich gefolgt war." Jos. 14,14.


Kalebs Quelle war eine ewige und sein Bodenein göttlicher. Er stand auf dem Boden der Verheißung. Seine Lebenswurzeln ruhten in Gott. Das machte ihn treu und stark in jedem Dienst. Sein Glaube und die aus dem Glauben fließenden Handlungen entsprachen der gegebenen Offenbarung Gottes. Gottes Zusage. Israel das Land Kanaan zum Besitz zu geben, stand ihm in ihrem vollen Umfang unerschütterlich fest. Er kannte den Gott Israels und dessen Stärke und Treue. Der Herr selbst war ihm Garantie für die Einlösung der empfangenen Verheißung.

Zwar verkannte Kaleb nicht die vorhandenen Schwierigkeiten. Er unterschätzte nicht die Stärke der Feinde. Aber er kannte auch den Herrn und wusste, dass der Gott, der Israel das Erbe verheißen hat, auch stark genug ist, ihm dasselbe zu geben. Diese Erkenntnis seines Gottes richtete ihn immer wieder auf und bildete ihn zu dem aus, was er bis in sein hohes Alter hinein war - eine bewährte Kraft!

Daher bat er zuletzt auch um sein persönliches Erbteil, das ihm einst durch Mose versprochen worden war. Viele Kämpfe hatten stattgefunden, und der Herr hatte seinem Volke sein Besitztum erschlossen. Nur Kaleb hatte sein Erbe noch nicht. Ihm war Hebron verheißen worden, diese Hochburg der Feinde, die Stadt Arbas, des größten Mannes unter den Riesen. Und obgleich Kaleb fünfundachtzig Jahre zählte, ist er doch bereit, auch diesen Sitz der Feinde einzunehmen. Er fürchtet nicht die Macht und die befestigte Lage des Feindes. Ihm ist seine Stärke der Herr. Auf Ihm ruht auch in dieser Stunde sein Vertrauen. Und Kaleb täuschte sich nicht.

Auch wir haben keine andere Quelle, aus der wir schöpfen, und keinen anderen Boden, auf dem unser Vertrauen ruhen kann. Die Quelle unserer Kraft ist Christus, sein Wort ist das Fundament unseres Glaubens. Wer sich von dieser Quelle löst und diesen Boden verlässt, muss sicher früher oder später mutlos zusammenbrechen. Aber in Christo bleibend, reift auch das schwächste unter den Gotteskindern aus zu einer bewährten Kraft. Ein Glaube, der Gottes Verheißung zum Inhalt seiner Erwartungen macht, sieht sich nicht enttäuscht. Er vertraut nicht seinem eigenen Können, er rechnet mit dem Handeln Gottes. Gott in seiner Aktivität ist ihm Garantie, dass im Versprechen Gottes auch die Kraft der Erfüllung liegt.

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Beitragvon Shalom » 23.10.2012 04:02

A.Christlieb

Achsa sprach zu ihrem Vater Kaleb: Gib mir einen Segen! Gib mir auch Wasserquellen. Josua 15, 19


Die kleine Geschichte der Achsa steht zweimal in der Bibel. (Siehe Richter 1.) Wir wollen sie nicht übersehen. Achsa war die Tochter Kalebs, des Mannes, der mit Josua einst als treuer Kundschafter sich erwiesen hatte. Ihm war ein großes Erbgut in Kanaan verheißen und auch zugeteilt. Da hausten aber noch allerlei Kanaaniter. Er verhieß dem, der eine besonders starke Kanaaniterfeste eroberte, seine Tochter Achsa zur Frau. Othniel war der Held, dem es gelang. Als er nun mit seiner jungen Frau in die neue Heimat einzog, zeigte es sich, daß die Gegend ,,Mittagsland" war, d.h. dem glühenden Sonnenbrand ausgesetzte Äcker und Weiden. Beim ersten Besuch ihres Vaters bat Achsa ihn: ,,Gib mir einen Segen! Gib mir Wasserquellen!'' Gern erhörte der Vater die liebe Tochter und gab ihr Quellen ,,oben und unten". Nun konnte sie Wiesen und Felder reichlich berieseln lassen und herrliche Ernten einbringen. - Diese Achsa sei uns ein Vorbild. Sie erkannte den Mangel, gab sich aber nicht damit zufrieden. Es gibt Kinder des Neuen Bundes, deren Leben und Wesen so trocken, dürr und öde ist wie Achsas Mittagsland. Wer empfindet das schmerzlich? Der werde der bittenden Achsa gleich! Wie diese Tochter ihren gütigen Vater kindlich schlicht um einen Segen bat, so dürfen auch wir zu unserem Vater im Himmel ganz schlicht sagen: Es fehlt meinem Christenstand an Saft und Kraft! Gib mir deinen Heiligen Geist und seine Kräfte! - Wir sehen zuletzt die erhörte Achsa. Augenblicklich erfüllt Kaleb der geliebten Tochter ihre Bitte. Und wir? Nicht vergeblich hat der Herr Jesus gesagt: ,,So denn ihr, die ihr arg seid, könnt euren Kindern gute Gaben geben, wie viel mehr wird der Vater im Himmel den Heiligen Geist geben denen, die ihn bitten (Lukas 11, 13).

Shalom
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Beitragvon Shalom » 24.10.2012 04:24

A.Christlieb

Josua sprach zu den Kindern Joseph: Das Gebirge soll dein sein bis an sein Ende, wenn du die Kanaaniter vertreibst, die eiserne Wagen haben und mächtig sind. Josua 17, 18


Da stehen die Kinder Joseph vor Josua und beschweren sich, daß ihr Erbteil nicht genügend groß sei. Josua gibt ihnen zur Antwort, das ganze Waldgebirge solle ihr Erbteil werden unter der Bedingung, daß sie die Kanaaniter vertrieben. Daß ihnen dadurch eine schwierige Aufgabe gestellt wurde, war sowohl den Kindern Joseph wie Josua selber wohl bewußt. Aber die Aufgabe war nicht unerfüllbar. Die Macht der Kanaaniter war gebrochen. Mit Aufbietung aller ihrer Kraft konnten die Kinder Josephs der Feinde und ihrer eisernen Wagen Herr werden. - In ähnlicher Lage befinden wir uns bei den Kämpfen gegen die Sünde. Unser Herr Jesus hat Satan und Sünde besiegt. Es gibt aber viele Christen - und ich rechne mich mit zu ihnen - die klagen über die Kanaaniterreste und deren Macht im eigenen Herzen. Die Kinder Joseph erhielten ihr Erbteil nur unter der Bedingung, daß sie die Kanaaniter mit den eisernen Wagen vertrieben. Und uns ruft der Herr des Himmelreiches zu: ,,Wer überwindet, der wird es alles ererben!" Ein Hauptkampf der Christen gilt der Macht des Hochmutes. Es steckt etwas in uns von der Art des Diothrephes (3. Joh. V. 9), der ,,unter ihnen hochgehalten sein" wollte. Warnend zeigt uns Apg. 8 die Gestalt des Zauberers Simon, der wohl der Apostel Worte gläubig annahm, aber im Herzen den Wunsch behielt, wie vordem etwas ,,Großes" zu sein. Das Taufwasser hatte diese böse Neigung nicht abgewaschen. - Wir wollen dieser Sünde, so oft sie sich regt, den Todesstoß versetzen, statt sie zu füttern, und mit dem alten Pastor Engels sprechen: ,,Ich will alles willkommen heißen, was mich heruntersetzt." - So kämpfen wir gegen unsere feindlichen ,,eisernen Wagen."

Shalom
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Beitragvon Shalom » 25.10.2012 05:01

A.Christlieb

Und da sie das ganze Land ausgeteilt hatten, gaben die Kinder Israel dem Josua ein Erbteil. Josua 19, 49


Bei der Verteilung Kanaans sind bemerkenswerte Erbteile ausgegeben. Das beste ist wohl den Leviten zugefallen, von denen es heißt (Jos. 13, 33): ,,Der Herr, der Gott Israels ist ihr Erbteil." Bedeutsam ist Kalebs Erbteil, durch Glauben gewonnen; köstlich der Teil der Achsa, durch Bitten vermehrt und gesegnet. Vorbildlich aber ist die Art, wie Josua zu seinem Erbteil kommt. Josua ist Israels Heerführer, des Volkes Fürst. Ihm verdankt Israel die neue Heimat. Väterlich fürsorglich hat er darüber gewacht, daß jeder Stamm sein gebührend Teil erhielt. Für sich selber hat er nicht gesorgt. Es ist auch niemand auf den Gedanken gekommen, daß Josua eigentlich als erster berücksichtigt werden sollte. Erst als alle ihr Teil erhalten haben, denkt man daran, auch für ihn zu sorgen. - Josua war ein Gottesmann. Weltliche Heerführer hätten gewiß die Reihenfolge beim Austeilen der Beute umgekehrt gestaltet. Josua stellt die eigenen Ansprüche zurück. - Wie steht es in diesem Punkte bei uns? Können wir beim Austeilen des Erbes warten, bis die andern ihr Teil bekommen haben? Warnend sagt Sprüche 20, 21: ,,Das Erbe, wonach man zuerst sehr eilt, wird zuletzt nicht gesegnet sein." - Wichtig ist uns der Umstand, daß Josua, dazu aufgefordert, selber einen Wunsch ausspricht. Er begehrte die Stadt Thimnath-Serab im Gebirge Ephraim. Dort nahm er seinen Wohnsitz. Uns Christen ist Josua in mancher Hinsicht ein Vorbild auf den Herrn Jesus. Er hat für uns mehr getan, als Josua für Israel. Er sorgt auch nicht für sich, sondern nur für die Seinen. Zuletzt aber hat er auch einen Wunsch, eine Bitte. Die Bitte Josuas ist einst mit Freuden erfüllt. Wie aber stehen wir zu der Bitte des Heilandes: ,,Mein Sohn, meine Tochter, gib mir dein Herz!

Shalom
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Beitragvon Shalom » 26.10.2012 04:14

A.Christlieb

Gebt unter euch Freistädte, dahin fliehen möge ein Totschläger, der eine Seele unversehens schlägt. Josua 20, 2 u. 3


Gottes Wort sagt (1. Mose 9, 6): ,,Wer Menschenblut vergießt, des Blut soll wieder durch Menschen vergossen werden." Zuweilen kommt es aber vor, daß jemand unversehens, unbeabsichtigt ein Menschenleben vernichtet. Solange die Sitte der Blutrache herrschte, war auch solch ein fahrlässiger Totschläger seines Lebens nicht sicher. Zur Rettung solcher Menschen werden nun eine Reihe von Freistädten eingerichtet, in welche ein Totschläger fliehen und dort sicher wohnen durfte. - Von jeher sind diese Freistädte in der christlichen Kirche als Sinnbilder genommen für die Rettung, welche der Herr Jesus uns Menschen gebracht hat. Wir Menschen sind ja durch unsere Geburt bereits ,,unversehens und unwissend" zu Sündern geworden. Und unsere Sünden werden von Gott sehr ernst genommen. Die Heilige Schrift sagt 1. Joh. 3, 15: Wer seinen Bruder haßt, der ist ein Totschläger." Dieser Haß ist so allgemein, daß schon Kinder auf die Frage: ,,Wer von euch würde noch leben, wenn Gedanken töten könnten?", schnell antworten: ,,Keiner!" - Wir werden aber als Glieder der Menschheit sogar angesehen als angehörig dem Geschlecht der Mörder des Sohnes Gottes, und sind als solche dem Gericht verfallen! Wir singen - meist gedankenlos - im Blick auf das Kreuz des Herrn Jesu: ,,Wer hat dich so geschlagen...?" und bedenken kaum, wie belastend die Antwort ist: ,,Ich, ich und meine Sünden...!" - Gott sei gedankt, daß er uns auch eine Rettung bereitet hat. Woltersdorf singt: ,,Wer kann mir die Freistadt sagen, die dem Sünder offen steht, wenn er unter Furcht und Zagen nach Errettung seufzt und fleht?" - ,,Keine weiß ich, als die Wunden, welche Gottes Lamm empfing, das von Liebesmacht gebunden, in des Todes Rachen ging." - Wie schwer sind wir alle belastet! Wohl dem, der die Zuflucht in dieser Freistadt sucht und findet und ewig nicht verläßt.


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