Andachten zum Buch der Richter

Basiert auf "Biblische Lehre" - aber damit die Praxis nicht zu kurz kommt, ein Extra-Forum

Moderator: eddi

Shalom
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Beitragvon Shalom » 17.11.2012 03:54

Ch.Spurgeon

"Wohlauf, wohlauf, Debora; wohlauf, wohlauf, und singe ein Lied!" Richter 5,12


Trauern schwächt dich, und Zweifel zerstören deine Kraft. "Die Freude am Herrn ist unsre Stärke." Dein Wachsen in der Freude des Herrn ist ein Wachsen in der Gnade. Ich weiß, einige Christen fürchten sich, recht froh zu sein, aber in meiner Bibel steht: "Die Kinder Zions freuen sich über ihren König." Wenn Murren und Klagen eine heilige Pflicht wären, so würden manche Christen keine Sünde begehen. Wenn Trauern von Gott geboten wäre, so würden sie bestimmt durch ihre Werke selig werden, denn sie trauern immer. Statt dessen aber ermahnt uns Gottes Wort: "Freuet euch im Herrn allezeit; und abermals sage ich: Freuet euch!" Hast du keine Ursache dazu? Hat Gott nicht Großes an dir getan? Hat er dich nicht aus der "Grube des Verderbens" und aus dem Schlamm gezogen? Du bist durch Christi Blut erkauft und findest doch keine Worte des Dankes? Du wurdest von Gott schon vor Grundlegung der Welt geliebt und singst nicht seinen Ruhm? Du bist sein Kind, ein Miterbe Jesu Christi, und hast doch kein Lied des Dankes in deinem Mund? Gott hat dich schon dreißig, vierzig, fünfzig Jahre in der Wüste geleitet, und du siehst dennoch keinen Beweis seiner Gnade, wofür du ihm zu danken hast? Komm, fasse Mut, denke an dein Glück und nicht an dein Elend, vergiß deine Schmerzen eine Zeitlang, denke, wie oft die Hilfe in der Not gekommen ist! Verbanne deine Zweifel und deine Furcht und fange mit der Hilfe des Heiligen Geistes, dem Tröster, wieder neu an, deinem Herrn zu danken und ihm zu lobsingen.

Lobe Gott, wenn du voller Zweifel bist, wenn Versuchungen dich bestürmen, wenn Armut dich umlagert und Krankheit dich niederbeugt. Die Lieder, die wir Gott darbringen, wenn wir reich sind, kosten uns nicht viel. Es ist leicht, Gottes Hand zu küssen, wenn er gibt, aber ihn auch zu preisen, wenn er nimmt - das heißt, ihn in Wahrheit zu preisen.

Shalom
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Beitragvon Shalom » 18.11.2012 03:13

Ch.Spurgeon

"Wohlauf, Debora; wach auf, wach auf, und singe ein Lied!" Richter 5,12


Was müssen wir denn aufwecken, wenn wir Gott preisen wollen? Ich antworte: zunächst alle Kräfte des Leibes. Dein Fleisch ist träge; wir haben uns mit weltlichen Dingen abgemüht, und unsere Glieder sind erschlafft. Aber wenn uns göttliche Freude ergreift, strömt auch neues Leben in uns ein; die schweren Augenlider werden leicht, das schläfrige Auge funkelt wieder, und neue Gedanken erfüllen das müde Haupt. Gewiß sollten wir aber auch alle Kräfte unseres Geistes auffordern zu erwachen. Wache auf, mein Gedächtnis, und gib den Text zum Lied an. Erzähle, was Gott in den Tagen der Vergangenheit für mich getan hat! Überschaue meine Jugend und die Beweise der Güte Gottes, die ich schon so früh empfing. Singe von der Langmut, die mir auf meinen Irrwegen nachging und mich trotz meines Widerstrebens schonte. Wache auf, meine Urteilskraft, und schlage den Takt zu der Musik. Zähle jedes Stäublein der Güte Gottes, wenn du kannst. Berechne, wenn du es vermagst, den unausforschlichen Reichtum, den dir Gott mit jener unaussprechlichen Gabe Jesu Christi, deines Herrn, gegeben hat. Wache auf, meine Liebe, denn du mußt den Grundton angeben, Vorsängerin sein. Erwache und singe meinem Herrn ein Lied! Wache auf, meine Hoffnung, reiche deiner Schwester Liebe die Hand und singe von Segnungen, die noch zukünftig sind. Singe von meiner Todesstunde, wenn er bei mir sein wird an meinem Lager. Und du, mein Glaube, erwache auch! Singe von den wahrhaftigen und gewissen Verheißungen. Rühme die Herrlichkeit des ewigen Bundes. Und du, meine Geduld, stimme ein sanftes und fröhlich ergebenes Lied an! Singe heute, wie Gott dir half, in des Schmerzes schwerster, bitterster Stunde auszuhalten. Singe, wie er dich den ermüdenden Weg hindurchgetragen und dich auf grüne Auen und zu frischen Wassern geführt hat. Ja, alle Regungen der Gnade in mir, preiset den, der euch gegeben hat! Ihr Kinder der Gnade, preist euren Vater und erhebt den Namen dessen, der euch erhält. Alles, was in mir ist, preise und erhebe den Namen des Herrn!

Shalom
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Beitragvon Shalom » 19.11.2012 06:52

W.MacDonald

»Verfluchet Meros! sprach der Engel des Herrn. Verfluchet, ja verfluchet seine Bewohner! Denn sie sind dem Herrn nicht zu Hilfe gekommen, dem Herrn zu Hilfe unter den Helden.« Richter 5,23


Das Lied Deboras enthält die Verfluchung Meros', weil seine Bewohner gleichgültig zusahen, wie das Heer Israels in den Kampf mit den Kanaanitern verwickelt war. Auch der Stamm Ruben wird bitter verspottet; sie hatten gute Absichten, verließen aber ihre Schafhürden nicht. Gilead, Aser und Dan werden für ihre Untätigkeit kritisiert.

Dante sagte: »Der heißeste Platz in der Hölle ist für die reserviert, die sich in einer Zeit großer moralischer Krisen neutral verhalten.« Die gleichen Gedanken finden wir auch im Buch der Sprüche wieder, wo wir lesen: »Errette, die zum Tode geschleppt werden, und die zur Würgung hinwanken, o halte sie zurück! Wenn du sprichst: Siehe wir wußten nichts davon - wird nicht er, der die Herzen wägt, es merken? und er, der auf deine Seele achthat, es wissen? Und er wird dem Menschen vergelten nach seinem Tun« (24,11.12). Kidner kommentiert dazu: »Es ist der Mietling, nicht der Gute Hirte, der schwierige Umstände (11), eine hoffnungslose Aufgabe (11) und entschuldbare Unwissenheit (12) geltend macht; die Liebe läßt sich nicht so leicht beruhigen - und auch der Gott der Liebe nicht.«

Was würden wir heute tun, wenn eine große Woge von Antisemitismus über unser Land hinweggehen würde, wenn jüdische Menschen in Konzentrationslager, Gaskammern, Krematorien getrieben würde? Würden wir unser Leben aufs Spiel setzen, um ihnen eine Zuflucht zu gewähren? Oder wenn einige unserer Mitchristen verfolgt würden, und es wäre bei Todesstrafe verboten, sie aufzunehmen, würden wir ihnen in unseren Häusern Schutz gewähren? Was würden wir tun?

Oder nehmen wir einen weniger heroischen und vielleicht naheliegenderen Fall. Nehmen wir an, du bist Leiter in einer christlichen Organisation, wo ein treuer Angestellter entlassen werden soll, um der Laune eines anderen vermögenden und einflußreichen Direktors willen. Wenn es schließlich zur Abstimmung kommt, rührst du dann keinen Finger und bleibst stumm?

Nehmen wir an, wir hätten im Synedrium gesessen, als Jesus verurteilt wurde, oder am Kreuz gestanden, als Er gekreuzigt wurde? Wären wir neutral geblieben oder hätten wir uns deutlich zu Ihm bekannt?

»Schweigen ist nicht immer Gold; manchmal ist es einfach ein schmutziges Gelb.«

Shalom
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Beitragvon Shalom » 20.11.2012 04:12

D.Rappard

Die den Herrn liebhaben, müssen sein wie die Sonne, wenn sie aufgeht in ihrer Macht. Richt. 5,31.



Wahrlich, des Herrn Gebote sind nicht schwer (1. Joh. 5, 3). Das erste und vornehmste Gebot ist ja: D u s o l l s t l i e b e n! Gott verlangt nach unserer Liebe, wie irdische Väter und Mütter nach der Liebe ihrer Kinder dürsten. Nur wo Liebe waltet, ist das irdische Heim glücklich.

Und einem Gotteskind, das den Vater wirklich liebt, sind die Schatzkammern des Himmelreichs offen. Es schöpft Gnade um Gnade. Es kommt näher und näher zu seinem Gott. Wie die Sonne immer höher emporsteigt, so nimmt die göttliche Liebe, wenn keine sündlichen Hindernisse sich geltend machen, den ganzen Himmel der Seele ein. Sie ruft: Wenn ich nur Dich habe, so frage ich nicht nach Himmel und Erde. Sahst du schon die Sonne aufgehen in ihrer Macht?

Zuerst rötet sich sanft der östliche Himmel und einzelne Strahlen blitzen über dem blauen Horizont empor. Das Licht nimmt unvermerkt zu, die Sonne naht, jetzt ist sie da in ihrer goldenen Pracht. So ist es, wenn Jesus, die wesentliche Sonne, in einem Herzen aufgeht. Dann geht auch die Liebe auf; denn Er ist die Liebe, und nur seine Liebe schafft es, daß wir ihn wieder lieben.

Ist das Morgenrot so schön, O was wird im Sonnenglanze Die erlöste Seele sehn, Wenn sie einst im Siegerkranze Durch die Tore Gottes tritt! Sohn des Vaters, nimm mich mit!

Shalom
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Beitragvon Shalom » 21.11.2012 05:13

A.Christlieb

Gehe hin, du sollst Israel erlösen aus der Midianiter Hände. Richter 6, 14


Schon bald nach Baraks Sieg fiel Israel wieder ab. Zur Strafe gab Gott das Volk in die Gewalt der Midianiter. Die kamen über das Land wie ein Heuschreckenschwarm, der alles wegfrißt. Ganz Israel mußte sich zurückziehen in die Gebirge und dort in Höhlen und Klüften hausen. Da schlug Israel in sich und schrie zu Gott. In Gideon erweckte er ihm den Richter und Erlöser. Ehe Gott aber die Rettung bescherte, tat er ein dreifaches. Zunächst sandte er einen Propheten, der dem Volke die ganze Schande seiner Undankbarkeit und Sündengreuel aufdecken mußte. - So tut Gott bis heute auch an uns. Die Segnungen göttlicher Hilfen werden eingeleitet durch gottgewirkte Erkenntnis unserer Sündenschuld. Hilfe ohne Schulderkenntnis würde unsere Leichtfertigkeit befördern. - Sodann befahl Gott dem Gideon, das Götzenbild Baals umzuhauen. Gideon kam dem Befehl nach, wenn auch - aus Menschenfurcht - bei Nacht. Diese Tat löste ein Wutgeschrei bei Israel aus! - Das ist ein Sinnbild der menschlichen Undankbarkeit. Man will Gottes Hilfe, will aber seinen geliebten Götzendienst nicht aufgeben. Bis heute schreit mancher zu Gott. Aber die Götzenaltäre des Geizes, der Fleischeslust, der Ehrsucht dürfen nicht angetastet werden! - Ein drittes noch tat Gott. Er nahm sich Zeit, den Gideon selber im Glauben fest zu gründen. Er gab ihm Gelegenheit, sein ganzes Herz vor Gott auszuschütten. Er durfte die Zuverlässigkeit der Worte Gottes und die Treue des Allmächtigen mehrfach auf die Probe stellen. Und erst nachdem Gideons Vertrauen unerschütterlich fest gegründet war, durfte er Hand ans Werk legen, um Israel zu erlösen! - Erschrecken wir nie, wenn Gott sich Zeit nimmt, sein helfendes Eingreifen gründlich vorzubereiten. Wo fehlt es bei uns noch? An der Erkenntnis der Schuld? An der Loslösung von den Götzen? Am Glauben? - Gott nimmt sich Zeit. Verstehen wir ihn?

Shalom
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Beitragvon Shalom » 22.11.2012 04:01

S.Keller Richter 6, 16:

«Der Herr sprach zu ihm: Ich will mit dir sein.»



Wenn diese zwei zusammenkommen: Der Wille Gottes und der Wille des Menschen - was kann da nicht alles werden! Aber, wenn ich über meine eigenen Erfahrungen nachsinne, steigt mir manches Bild auf, wo ich ganz bei der Sache war und in glühender Begeisterung Zeit, Geld, Kraft und Wohlsein geopfert hatte, und es kam doch nicht viel heraus; ja, ein paarmal weniger als nichts, denn ich hatte nur Ärger, Enttäuschung und Schaden wie Schutt wegzuräumen von dem Zusammenbruch meines Luftschiffes. Der Herr hatte seinen Willen nicht verpfändet. Gegen Naturgesetze können wir nicht anders kämpfen als durch höhere Naturgesetze; Gottes Willen, wie er im niederen Geschehen des Alltags angedeutet wird, steht uns so lang wie eine eherne Mauer entgegen, bis wir ihn erkennen und tun. Dann, wenn er mit uns ist, geschieht alles so anders, so geheimnisvoll und doch so offenbar gesegnet. Darum liege ich vor seiner Tür und lausche, was er will. Ist wirklich sein Wille mit einer Arbeit, einer Selbstverleugnung, einem Opfer, dann zeigt sich's bald nicht nur am äußeren Fortgang, sondern an der inneren steigenden Freudigkeit und der deutlich meinem Geiste sich bezeugenden Gewißheit.

Mein Herr und Gott, vergib mir meine eigenen Wege und gib mir Licht für deine Wege. Wo du nicht mitgehen willst, da laß mich das Haltesignal beizeiten erkennen. Gib mir ein gehorsames Herz, dann kommt dein Segen von selbst. Amen.

Shalom
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Beitragvon Shalom » 23.11.2012 05:09

S.Keller Richter 6, 24:

«Der Herr ist der Friede.»


Ja, aber wir sind der Streit! Das ist die stets wieder demütigende Erkenntnis, daß unsere Streitsucht das Gegengewicht gegen seine Friedensabsichten bildete. Wie anders hätte unser Leben und Arbeiten verlaufen können, wenn keine andere Kraft sich darin durchgesetzt hätte als der starke Friede, der in der Person Jesu zu uns kam. So aber schuf unsere Selbstsucht, unsere Empfindlichkeit, unsere Eitelkeit für den Umgang mit andern Menschen stets wieder neue Reibeflächen, an denen sich der Arger oder Zorn entzünden konnte. Jesus kam immer wieder, wenn wir müde und nervös, wie heißgelaufene Maschinen, nicht mehr weiter konnten, vergab das Unrecht, besänftigte die Glut, schenkte neue Friedenstropfen, die zwischen die heißen Räder geträufelt, lindernd wirkten, aber wir müssen uns doch schämen, daß so viel Schwung und Kraft seiner Hilfe zuerst verbraucht werden mußte, um unsern Schaden wett zu machen. Hätten wir alles, was er gab, gleich zur Ausbreitung seines Reiches benutzen können - gleich dem Strahl seines Friedens auf die friedlose Welt verwenden können - wie viel reicher und gesegneter wäre unsere Arbeit gewesen! Wann wird's heißen: Ihr seid der Friede?

Darum bitten wir dich, Herr Jesu, vergib uns unsere Streitsucht und reiße die alten bittern Wurzeln aus dem Untergrund unseres Wesens heraus, daß der Feind an uns nichts mehr zu entzünden finden kann. Hülle uns in deinen Frieden wie in ein Feierkleid! Amen.

Shalom
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Beitragvon Shalom » 24.11.2012 03:23

W.MacDonald

»Des Volkes, das bei dir ist, ist zu viel.« Richter 7,2


Jeder von uns hat eine unterschwellige Sehnsucht nach großen Zahlen und eine Neigung, Erfolg anhand von Statistiken zu bewerten. Es liegt eine gewisse Verachtung auf kleinen Gruppen, während große Mengen Aufmerksamkeit und Respekt hervorrufen. Wie sollte unsere Haltung auf diesem Gebiet aussehen?

Wir sollten große Zahlen nicht verachten, wenn sie die Frucht der Wirksamkeit des Heiligen Geistes sind. Das war der Fall an Pfingsten, als über dreitausend Seelen auf einen Schlag in das Reich Gottes kamen. Wir sollten uns über große Zahlen freuen, wenn sie Ehre für Gott und Segen für die Menschen bedeuten. Es sollte eigentlich ganz normal für uns sein, daß wir uns nach großen Menschenmengen sehnen, die ihre Herzen und Stimmen zur Anbetung Gottes erheben und mit der Botschaft der Erlösung in die Welt hinausgehen.

Auf der anderen Seite aber sind große Zahlen schädlich, wenn sie zu Stolz führen. Gott mußte Gideons Armee stark reduzieren, damit Israel nicht sagte: »Meine Hand hat mich gerettet!« (Richter 7,2) E. Stanley Jones (1884-1973, amerikanischer Indienmissionar und Autor) sagte einmal, wie verhaßt ihm »unser heutiges Gerenne nach Zahlen« sei, da es nur »zu kollektivem Egoismus führe«.

Große Zahlen sind schädlich, wenn sie zu Abhängigkeit von menschlicher Kraft statt vom Herrn führen. Das war wahrscheinlich auch das Problem mit Davids Volkszählung (2. Samuel 24,2-4). Joab spürte, daß die Motive seines Königs nicht rein waren und protestierte - aber vergeblich. Große Zahlen sind nicht wünschenswert, wenn wir, um sie zu erreichen, unseren Standard absenken, biblische Grundsätze kompromittieren, die Botschaft verwässern oder es an gottgemäßer Zucht fehlen lassen. Wir werden immer dahingehend versucht sein, wenn unser Herz auf große Mengen statt auf den Herrn gerichtet ist.

Große Zahlen sind alles andere als ideal, wenn sie zum Verlust enger Gemeinschaft miteinander führen. Wenn der Einzelne in der Menge untergeht, wenn er fehlen kann, ohne vermißt zu werden, wenn niemand seine Freuden und Leiden teilt, dann ist der ganze Gedanke des Lebens als Leib Christi aufgegeben.

Große Zahlen sind schädlich, wenn sie die Entwicklung der Gaben im Leib hemmen. Nicht umsonst hat der Herr Jesus nur zwölf Jünger ausgewählt. Eine große Menge wäre viel zu schwerfällig gewesen. Es ist seit jeher ein allgemeiner Grundsatz Gottes, durch das Zeugnis eines Überrestes zu wirken. Er fühlt Sich von großen Mengen nicht besonders angezogen oder von kleinen abgestoßen. Wir sollten uns nicht großer Zahlen rühmen, aber auch nicht mit geringen Zahlen zufrieden sein, wenn diese das Ergebnis unserer eigenen Faulheit und Gleichgültigkeit sind.

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Peter01
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Beitragvon Peter01 » 25.11.2012 08:03

A.Christlieb
Des Volkes ist zu viel. Durch dreihundert Mann will ich euch erlösen. Richter 7, 3 u. 7



Gideon ruft zum Befreiungskampf auf. 32 000 eilen herbei. Das Heer der Midianiter aber zählt 135 000 Mann. Trotzdem spricht Gott: ,,Des Volkes ist zu viel!" Warum das? Dreierlei mußte abgetan sein, wenn Gott dem Gideon Sieg schenken wollte. Zunächst aller Hochmut. Gott spricht: ,,Israel möchte sich rühmen wider mich und sagen: Meine Hand hat mich erlöst!" (V. 2). - Das ist eine Grundregel für alle Zeiten: Gottes Streiter müssen alles Verlangen nach eigener Ehre ablegen! ,,Was hoch ist unter den Menschen, das ist ein Greuel vor Gott!" Wer Selbstgefälligkeit und Ruhmsucht verflucht, den allein kann Gott gebrauchen als Werkzeug im heiligen Krieg. - Sodann: Gott scheidet alle aus, die verzagt sind. Gideon muß ausrufen: ,,Wer Angst hat, kehre um!" Und alsbald hebt ein Laufen an, daß dem Gideon selber hätte angst und bange werden können. Zu Tausenden und aber Tausenden nehmen sie Reisaus. Das Abströmen dauerte etliche Stunden! 22 000 Verzagte waren es gewesen. Gideon aber bestand die Probe. Er selbst verzagt auch dann nicht, als Gott über dem Rest der 1000 sprach: ,,Des Volkes ist noch zu viel!" - Das soll sich Gottes Volk auch gesagt sein lassen bei dem großen Endkampf gegen den Antichristen. Da werden von den Namenchristen nicht zwei von tausend stehenbleiben. Laßt uns nur selber beten: Herr, gib uns göttlichen Mut! - Und endlich: Gideons restliche Streiter sind in der Sonnenglut durstig geworden. Gott befiehlt, sie ans Wasser zu führen. Fast alle stürzen sich gierig auf das kühle Naß. 300 führen mit der Hand nur wenig Wasser zum Munde. Mit diesen 300, die Herr sind über die Genußsucht, will Gott den Sieg über die Midianiter erringen! - In den Reihen der Frommen gibt es genug fromme Genießer, denen Gemächlichkeit und Gemütlichkeit über alles geht. Gott wird sie ausscheiden als unbrauchbar.
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Beitragvon Peter01 » 26.11.2012 07:36

W.Nee

Das ist nichts anderes als das Schwert Gideons, des Sohnes des Jaas, des Israeliten. Gott hat die Midianiter samt dem ganzen Lager in seine Hand gegeben. Richter 7,14


Besonders beeindruckend ist, was für Mittel Gott wählte, um Gideons Mut zu stärken. In der Ebene lagerte das riesige Invasionsheer, unzählbar wie Heuschrecken, und Gideon hatte Anweisung erhalten, seine eigenen Truppen nach Hause zu schicken. Nach menschlichen Begriffen war es absurd zu erwarten, die verbliebenen dreihundert Mann würden das midianitische Heer überwältigen, und auch Gideon selbst war sich anscheinend durchaus nicht gewiß, wie es ausgehen würde. In diesem Zustand der Unsicherheit wagte er sich in das feindliche Lager.

Aber gottlob, wenn wir selbst keinerlei Ausweg sehen, ist es für lhn immer leicht, einen zu schaffen. Die kleine Kriegsschar sollte das Werkzeug für die Befreiung seines Volkes werden, und sein von der Ungewißheit geplagter Diener sollte die ermutigende Nachricht auf eine Weise erfahren, die sein Vertrauen am besten aufrichten konnte, nämlich aus dem Munde eines seiner Feinde. Gideon erfuhr, daß sie bereits von Furcht übermannt wurden. Kein Wunder, daß er sich danksagend auf die Knie warf!
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Beitragvon Peter01 » 27.11.2012 07:05

C.H.Spurgeon

,,Hier Schwert des Herrn und Gideon." Richt. 7, 20.


Gideon befahl seinen Männern zweierlei: sie sollten brennende Fackeln unter irdenen Krügen verborgen bei sich tragen und auf ein gegebenes Zeichen die Krüge in ihren Händen zerschlagen und die Fackeln zum Vorschein bringen; sie sollten dann die Posaunen blasen, die sie in der Rechten hielten, und rufen: ,,Hier Schwert des Herrn, und Gideon! Hier Schwert des Herrn, und Gideon!" Das ist ganz genau auch die Aufgabe der Christen. Erstens müssen eure Fackeln leuchten; zerbrechet die irdenen Gefäße, die euer Licht verbergen; werft den Scheffel, der euer Licht bisher verhüllt hat, beiseite und gebt einen Schein von euch. Lasset euer Licht leuchten vor den Leuten; eure guten Werke seien so beschaffen, daß, wenn die Menschen auf euch sehen, sie erkennen können, ihr seid auch mit Jesu gewesen. Dann aber muß auch der laute Ruf ertönen, die Posaunen müssen erschallen. Es bedarf kräftiger Anstrengung, um die Sünder durch die Verkündigung des gekreuzigten Jesus zusammenzurufen und zu sammeln. Bringet ihnen das Evangelium; tragt es ihnen ins Haus; legt's ihnen auf den Weg; laßt nicht zu, daß sie entrinnen; blaset die Posaune so laut, daß es ihnen in die Ohren gellt. Bedenkt weiter, daß das wahre Kriegsgeschrei der Gemeinde das Losungswort Gideons ist: ,,Hier Schwert des Herrn, und Gideon!" Gott muß es alles ausrichten, es ist sein Werk. Wir aber dürfen deshalb nicht müßig bleiben; wir müssen uns als Werkzeuge brauchen lassen: ,,Hier Schwert des Herrn, und Gideon!" Wenn wir nur rufen: ,,Hier Schwert des Herrn!" so geben wir uns müßiger Einbildung hin; rufen wir aber: ,,Hier Schwert des Gideon!" so offenbaren wir damit ein abgöttisches Vertrauen auf einen fleischlichen Arm: wir müssen im Leben beides in Zusammenklang bringen: ,,Hier Schwert des Herrn, und Gideon!" Wir vermögen nichts aus uns selber, sondern wir sind zu allem imstande durch den Beistand unsers Gottes; darum wollen wir in seinem Namen den Entschluß fassen, selber auszuziehen in den Kampf und zu leuchten mit unsrer brennenden Fackel eines heiligen Exempels, und aus unsrer Posaune erschallen zu lassen Töne eines ernsten Zeugnisses und Bekenntnisses, so wird Gott mit uns sein, und Midian wird zuschanden werden; die den Herrn lieb haben, müssen sein, wie die Sonne aufgehet in ihrer Macht, und der Herr der Heerscharen wird herrschen von Ewigkeit zu Ewigkeit.
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Beitragvon Peter01 » 28.11.2012 06:36

A.Christlieb

Alles Übel vergalt ihnen Gott auf ihren Kopf. Richter 9, 57


Das Richterbuch bezeugt durch viele erschütternd ernste Beispiele die Wahrheit des Wortes Sprüche 14, 34: ,,Die Sünde ist der Leute Verderben." - Das wird sichtbar auch an Gideon und seinem Haus. Gideon ist ein Werkzeug Gottes gewesen bei der Vernichtung der Feinde Israels. Überreiche Beute fiel den Siegern in die Hände. Was darunter an goldenen Stirnbändern war, schenkte Israel dem Freiheitshelden Gideon. Der aber verwandte den Reichtum nicht zur Ehre Gottes. Er ließ einen golddurchwirkten Priesterrock, ein Götzenbild, machen und meinte so, seiner Familie einen Segen zu hinterlassen. In Wahrheit vererbte er dadurch einen Fluch! - Wenn doch alle Eltern daran dächten, daß die edelste, segensreichste Hinterlassenschaft da zu finden ist, wo treue, demütige Beter gewirkt haben. - Wie schauerlich hat der Abfall Gideons sich in seiner Familie ausgewirkt! Sein Sohn Abimelech ging nach Sichem, seinem Geburtsort, und beschwatzte die Einwohner, ihn zum König zu machen. Mit ihrer Hilfe ermordete er dann seine 70 Brüder. Nach dieser Bluttat machte die Stadt Sichem ihn zum König! Die Herrlichkeit dauerte aber nur drei Jahre. Dann entbrannte ein Streit zwischen Abimelech und den Sichemiten. Im Verlauf der Streitigkeiten kam es zur Belagerung von Thebaz. Bei der Gelegenheit warf eine Frau einen Mühlstein von der Mauer herab, der des Abimelechs Kopf zermalmte. Buchstäblich erfüllte sich das Wort: ,,Gott vergalt ihm alles Übel auf den Kopf." - Den Sichemitern erging es nicht besser. An ihnen erfüllte sich der Fluch des einzigen Bruders von Abimelech, der dem Blutbad entgangen war: ,,Feuer gehe aus und verzehre die Männer zu Sichem" (V. 20). Die Geschichte Sichems schließt mit den Worten: ,,Alles Übel der Männer Sichems vergalt ihnen Gott auf ihren Kopf" (V. 57). - ,,Gottes Mühlen mahlen langsam, mahlen aber trefflich fein; was in Langmut er sich säumet, holet er in Schärfe ein."

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Beitragvon Peter01 » 29.11.2012 07:23

A.Christlieb Unlautere Beter

»Da schrien die Kinder Israel zu dem Herrn und sprachen: Wir haben an dir gesündigt; denn wir haben unsern Gott verlassen und den Baalim gedient. Aber der Herr sprach zu den Kindern Israel: Haben euch nicht auch gezwungen die Ägypter, die Amoriter, die Kinder Ammon, die Philister, die Sidonier, die Amalekiter und Maoniter, und ich half euch aus ihren Händen, da ihr zu mir schriet? Und doch habt ihr mich verlassen und andern Göttern gedient; darum will ich euch nicht mehr helfen. Geht hin und schreit die Götter an, die ihr erwählt habt; laßt euch dieselben helfen zur Zeit eurer Trübsal. Aber die Kinder Israel sprachen zu dem Herrn: Wir haben gesündigt, mache es nur du mit uns, wie dir's gefällt; allein errette uns zu dieser Zeit. Und sie taten von sich die fremden Götter und dienten dem Herrn. Und es jammerte ihn, daß Israel so geplagt ward« (Richt. 10, 10-16).


Hier können wir einen Blick in die Tücke des menschlichen Herzens tun. Israel rief Gott an um Errettung aus dem schon achtzehn Jahre dauernden Druck von seiten der Philister und Ammoniter. Ja, noch mehr: Israel beugte sich und bekannte, daß es an Gott gesündigt habe. Es nannte offen seine Sünde, den Baalsdienst (V. 10). Da hätte jeder denken können: Das sind doch wahrhaft bußfertige Leute! Über die sollte Gott sich erbarmen! Denen sollte er doch gleich aus der Not helfen! Aber was zeigt der folgende Abschnitt des Textes? Er zeigt, daß das Israel, das so schön zu beten verstand, das seine Sünde so wehmütig bekennen konnte, daß gerade dieses Israel bei all seinem Beten und Bekennen seine fremden Götter ruhig stehen ließ. Erst als man sah, daß solches Beten nicht half, daß Gott alles Klagen und Jammern über die Sünde nicht achtete, da erst ging man einen Schritt weiter, tat die fremden Götter weg und diente dem lebendigen Gott. Jetzt wurde das Gebet erhört (V.16). Diese Geschichte wiederholt sich oft mitten in der Christenheit. Wie manches Herz ist bereit zu weinen und zu flehen, mit dem Mund Sünden zu bekennen - aber noch nicht bereit, die fremden Götter wegzutun! Solche Leute gleichen den Juden zu Gideons Zeiten, die wegen der Midianiter zu Gott schrien, aber rasend wurden vor Wut, als Gideon ihnen des Nachts ihre Götzen umwarf (Richter 6, 25-32). Wenn Gott unsere Gebete nicht erhört, dann laßt uns prüfen, ob wir nicht Hindernisse wegzuschaffen haben, um deretwillen Gott mit seiner Hilfe zurückhält!

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Beitragvon Peter01 » 30.11.2012 06:36

A.Christlieb

Der Geist des Herrn fing an, Simson zu treiben. Richter 13, 25


Das abtrünnige Israel war unter die Gewalt der Philister geraten. In Simson erweckte Gott dem Volke einen Retter. Verheißungsvoll beginnt seine Geschichte mit den Worten: ,,Der Knabe wuchs. Der Herr segnete ihn. Der Geist des Herrn fing an, ihn zu treiben." Das ist der letzte Vers von Kapitel 13. Überraschenderweise aber beginnt Kapitel 14 mit den Worten: ,,Simson sah eine Frau unter den Töchtern der Philister. Er sprach zu seinen Eltern: Gebt mir diese zur Frau, denn sie gefällt meinen Augen!" - Man hätte erwarten können, daß Simson immer mehr und fester in die Leitung und Zucht des Geistes gekommen wäre. Er verfällt aber der Herrschaft des Fleisches. - Ach, wie oft hat sich leider diese Geschichte wiederholt! Ein schöner, hoffnungsvoller Anfang, ein Geisteswerk in der Jugend, und dann weltliche Verbindungen, Satans Netze und Schlingen! - Simsons Geschick soll alle warnen, welche spüren, daß Gottes Geist anfängt, sie zu treiben. Denkt nicht, ihr wäret Menschen, die sich alles erlauben könnten. Simson ist ein abschreckendes Beispiel. Anfangs war er auch getrieben vom Geiste Gottes. Später aber war er ein Gefangener der Welt, innerlich und äußerlich geblendet, ein Gespött seiner Umgebung. Der Geist Gottes hatte angefangen, ihn zu treiben. Simson aber entzog sich seiner Zucht und warf sich weg an ein fleischliches Geschöpf. Ach, wäre Simson geblieben in der Zucht des Geistes, dann hätte er nicht enden müssen als ein Mann mit ausgestochenen Augen, der die Eselsmühle der Philister treiben mußte! - Denke daran, junger Mann, daß du berufen bist, ein ,,Verlobter Gottes" zu werden. Laß dich nicht berücken durch Fleisches Schönheit! Knechtschaft lauert dahinter. - Denkt daran, ihr Eltern! Erbittet euch von Gott heilige Festigkeit, euren Kindern gegenüber bei einem heiligen ,,Nein!" bleiben zu können! Ihr seid mitverantwortlich für eure Kinder!

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Beitragvon Peter01 » 03.12.2012 06:46

J.Kroeker Von Simson und seinem Fall.

"Denn siehe, du wirst empfangen und einen Sohn gebären, dem kein Schermesser auf das Haupt kommen soll; denn der Knabe wird ein Nasiräer (Geweihter) Gottes sein von Mutterleib an, und er wird anfangen, Israel aus der Philister Hand zu erretten." Richt. 13,5 f.


Als Manoah diese Kunde aus dem Mund seiner Frau hörte, bewegte es ihn so tief, dass er sich eine nochmalige Erscheinung des Gottesmannes erbat: "O mein Herr, möge doch der Mann Gottes, den du gesandt, noch einmal zu uns kommen und uns belehren, wie wir mit dem Knaben, der geboren werden soll, verfahren sollen." Seine Bitte wurde ihm gewährt und daraufhin wurde der Knabe schon vor seiner Geburt als ein Nasiräer, als ein dem Herrn Geweihter angesehen. Dementsprechend war auch Simsons spätere Erziehung. Als er erwachsen war, rechtfertigte sein Leben aber nicht die großen Erwartungen, zu denen seine Eltern sich durch ihr Erlebnis vor seiner Geburt berechtigt sahen.

Denn das Erste war eine Verliebtheit Simsons in eine Philisterin in Timnath. Dieselbe war so stark, dass er seine Eltern bat, sie ihm zur Frau zu nehmen. Alle Vorstellungen des Vaters nutzten nicht, er blieb bei seinem Entschluss. Wenn Gott in seiner Barmherzigkeit die ganze dunkle Geschichte auch benutzte, um den Daniten eine gewisse Rettung durch Simson zu geben, so wurde jedoch bereits in Simsons jüngeren Jahren jene sinnliche Leidenschaft offenbar, über die er in seinen späteren Jahren straucheln musste. So stark seine Eltern ihn auch als einen Gott Geweihten angesehen hatten, er selbst brach die Heiligkeit des wahren Nasiräertums. Er folgte in seinem Leben der Lust seiner Augen.

Später fand er da sein Gericht, wo die Schuld seines Lebens lag. Die Verblendung seiner Augen führte eines Tages zur Blendung derselben durch die Philister. Simson ging an einer Delila im Tal Sorek zu Grunde. In ihrem Schoß verriet er das Geheimnis seiner Kraft und wurde zum geblendeten Sklaven jener Philister, deren Kraft zu brechen er berufen war.

Erschütternd ist der biblische Bericht, den er uns über sein Erwachen auf dem Schoß der Delila gibt. Als sie zu ihm sprach: "Philister über dich, Simson!", da erwachte er aus seinem Schlaf und dachte: "Ich will hinaus wie die früheren Male und mich aufraffen; denn er wusste nicht, dass der Herr von ihm gewichen war. Die Philister ergriffen ihn und stachen ihm die Augen aus."

Wenn auch seine Gefangennahme eines Tages wiederum den Philistern zum Gericht wurde, so lag doch eine seltene Tragik über Simsons Leben. Er teilte mit den Philistern das Gericht, das er über diese verhängen musste. Simsons Leben hatte sich nicht als eine fruchttragende Rebe am Weinstock Israels bewährt, sondern endete im Feuer des Gerichts mit den Feinden seiner Stammesbrüder.


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