Andachten zum ersten Buch Samuel

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Peter01
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Beitragvon Peter01 » 14.03.2013 06:28

A.Christlieb

Davids selige Gewohnheit 1. Samuel 23, 1-13

In unserer Geschichte kommt wiederholt der Ausdruck vor: »David fragte den Herrn.« Dieser Mann nach dem Herzen Gottes (1. Sam. 13, 14; Apg. 13, 22) kam in die mannigfaltigsten Notlagen. Aber immer ging er denselben Weg. Er eilte mit allem, was ihm unklar war, zum Herrn selbst, um Licht und Leitung zu erbitten. Er tat dies in der damals üblichen, alttestamentlichen Weise, wobei das hohepriesterliche Gewand mit den Edelsteinen »Licht und Recht« auf eine uns nicht näher bekannte Weise zur Verwendung kam. Jene äußere Form der Befragung Gottes war nur vorübergehend. Die Sache selbst aber bleibt für alle Zeiten bestehen. Für alle, die Gottes Wege gehen wollen, gilt es, wie David zur rechten Quelle des Lichtes zu eilen und bei Gott Rat und Licht zu erbitten. Eine nähere Betrachtung unserer Geschichte zeigt uns, daß diese selige Gewohnheit gar manchen Gewinn nach sich zieht. Laßt uns auf einen dreifachen Segen achten, den David dadurch bekam!

1. Er wußte sich auf Gottes Wegen

Der erste Segen bestand darin, daß David bei seinen Unternehmungen das beruhigende Bewußtsein hatte, sich auf Gottes und nicht auf eigenen Wegen zu befinden. Vergegenwärtigen wir uns Davids Lage! Er war damals noch nicht König, sondern hielt sich mit einer Anzahl von Männern, die sich um ihn gesammelt hatten, an verborgenen Orten auf, um Sauls Verfolgungen zu entgehen. In jener Zeit wurde ihm eines Tages die Nachricht gebracht, die Grenzstadt Kegila sei von den Philistern überfallen worden und die Plünderung der Getreidevorräte habe bereits begonnen. In jener Nachricht lag für David die stille Bitte, wenn möglich mit seinen Streitern Hilfe zu bringen. Zuallererst suchte David jetzt Gottes Angesicht. Er bat um Klarheit, ob er der Bitte um Hilfe entsprechen soll. Mancher würde das Gebet um Leitung überflüssig gehalten und die Frage selbst entschieden haben. David aber hielt es mit Recht für nötig, Gott zu fragen. Er wollte bei einem etwaigen Kriegszug vor allen Dingen die Gewißheit haben, daß dieses Unternehmen von Gott gewollt sei. Besaß er diese Klarheit, so war er des glücklichen Ausgangs gewiß. David blieb nicht ohne göttliche Antwort. Der Herr gab ihm volle Klarheit darüber, daß der Weg nach Kegila der rechte sei. Jetzt konnte er getrost und zuversichtlich dorthin gehen (V. 2 b). Auch bei all unsern Plänen kommt alles darauf an, ob diese mit Gottes Willen übereinstimmen. Ist das der Fall, so wird kein Hindernis uns aufhalten können. Viele Aufforderungen zu allerlei Mithilfe treten in unserer Zeit an die gläubigen Christen heran. Dadurch entsteht die Gefahr, daß sie ihre Kräfte zersplittern, für Aufgaben verwenden, zu denen sie nicht von Gott berufen sind. Wohl uns, wenn wir nichts nach eigener Wahl und eigenem Gutdünken unternehmen, sondern immer zuerst des Willens Gottes gewiß zu werden versuchen!

2. Sein Gang war stetig und gewiß

Der zweite Segen bestand darin, daß David ein stetiger, fester Charakter wurde, der kein Hin- und Herschwanken kannte. Als David der göttlichen Weisung folgen und nach Kegila ziehen wollte, stieß er auf den Widerstand in seiner Umgebung. Seine Männer wiesen darauf hin, daß sie mit ihrer eigenen Sicherheit genug zu tun hätten. Sie sahen in dem Weg nach Kegila eine Vermehrung der ihnen durch Saul drohenden Gefahr. Der spätere Versuch Sauls, David in Kegila gefangenzunehmen (V. 7 u. 8), zeigt, daß ihre Bedenken nicht unbegründet waren. Davids Streiter meinten, man dürfe ihnen, den sehr Gefährdeten, nicht zumuten, sich um anderer willen noch mehr in Gefahr zu bringen. Sie handelten nach dem Grundsatz: Jeder ist sich selbst der Nächste. David geriet durch den Widerspruch der Männer in eine schwierige Lage. Auf der einen Seite hatte er die klare göttliche Weisung, nach Kegila zu ziehen. Auf der anderen Seite widersetzte sich die Gesamtheit seiner Umgebung diesem Plan. Was tat David in dieser Notlage? Ließ er sich durch seine Umgebung umstimmen und verzichtete er auf den Marsch nach Kegila? Das wäre Schwäche gewesen. David wußte, daß er unter einer höheren Leitung stand und daß diese in allen Fragen den letzten Ausschlag geben sollte. Als nun seine Männer ihn durch ihren Widerstand aus der göttlichen Führung herauszudrängen versuchten, ließ er sich durch sie nicht unsicher machen, sondern suchte aufs neue Klarheit bei dem Herrn selbst. Er fragte den Herrn zum zweiten Mal. Und zum zweitenmal gab ihm der Herr den Befehl, nach Kegila zu ziehen. Durch diese erneute Bestätigung des göttlichen Willens wurde Davids Gang fest und unerschütterlich. Jetzt konnte und durfte auch der Widerstand aller seiner Männer ihn nicht ins Wanken bringen. Durch Davids Festigkeit wurde vielmehr der Widerstand seiner Männer überwunden, so daß sie David folgten (V. 5). Viele Menschen lassen sich in ihrem Tun nur durch Einflüsse ihrer Umgebung bestimmen. Dadurch wird ihr Gang schwankend und unzuverlässig. Sie sind Wetterfahnen. Wer aus dieser verkehrten Art herausgehen möchte, der lerne aus Davids seliger Gewohnheit! Sie macht unseren Gang stetig und gewiß. Wie nötig sind in unserer Zeit solche Leute, deren Gang von Gott festgemacht ist!

3. Er nahm auch unangenehme Erfahrungen aus Gottes Hand

Der dritte Segen bestand darin, daß David über schmerzliche Erfahrung menschlicher Undankbarkeit leichter hinwegkam. Davids Rettungsversuch gelang. Er brachte den Philistern eine große Niederlage bei und befreite die Stadt Kegila. »David tat eine große Schlacht; so errettete er die zu Kegila« (V. 5). Nach dieser Rettungstat, die David trotz des Widerspruchs seiner Männer ausgeführt hatte, durfte er doch sicherlich auf die Dankbarkeit und Treue der Bewohner rechnen. Leider mußte er das Gegenteil erleben. Er, der die Stadt aus großer Gefahr befreit hatte, geriet gleich darauf selbst in Gefahr. Saul hatte den Aufenthalt Davids in Kegila erfahren und zog aus, um ihn dort gefangenzunehmen. Jetzt mußte es sich zeigen, ob die Einwohner Kegilas ihrem Erretter Treue und Dankbarkeit beweisen oder nur an ihre eigene Sicherheit denken würden. Gewiß hätte David von den durch ihn befreiten Einwohnern Gegenliebe erwarten können. Aber er mußte die Wahrheit des Wortes erfahren: Undank ist der Welt Lohn. Als er die neue, durch Sauls Plan entstehende Gefahr vor Gott brachte, auch Gott um Licht über die Zuverlässigkeit der Bewohner Kegilas bat, mußte er die betrübende Antwort vernehmen, daß er auf irgendwelchen Schutz seitens dieser Leute nicht rechnen dürfe. Sie dachten weniger an ihre Dankespflicht als an die eigene Sicherheit. Durch solche Erfahrung menschlichen Undankes hätte David in Groll und Bitterkeit geraten und die Lust zu weiteren Taten der Liebe und Barmherzigkeit verlieren können. Da ihm aber dieses betrübende Licht über die Bewohner Kegilas durch göttliche Antwort zuteil wurde, konnte er leichter, ohne innerlich Schaden zu nehmen, über die schmerzliche Erfahrung menschlichen Undanks hinwegkommen. Wie oft nehmen Menschen dadurch an ihrer Seele Schaden, daß sie über diese und jene Erfahrung menschlichen Undanks und menschlicher Untreue nicht hinwegkommen können, sondern in bleibende Verstimmung und Verbitterung hineingeraten! Wer wie David mit allen Fragen und Schwierigkeiten zum Gnadenthron eilt, der lernt auch alle unangenehmen Erfahrungen aus Gottes Hand hinnehmen. Ihm wird es leichter, auch bei schmerzlichen Erlebnissen im inneren Gleichgewicht zu bleiben. So sehen wir, wie Davids Gewohnheit mancherlei köstlichen Gewinn mit sich brachte. Laßt uns seine Gewohnheit zur unsrigen machen!

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Peter01
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Beitragvon Peter01 » 15.03.2013 06:37

A.Christlieb

Da fragte David den Herrn. 1. Sam. 23, 2

David, der Mann nach dem Herzen Gottes, ist in mancherlei Notlagen gekommen. Aber immer ging er denselben Weg. Er eilte mit allem, was ihm unklar war, zum Herrn selber, um Licht und Leitung zu erflehen. Aus dieser heiligen Gewohnheit erwuchs dem David mannigfaltiger Segen. Zunächst blieb ihm die Gewißheit erhalten, daß er auf Gottes Wegen und nicht auf eigenen Wegen wandelte. Das war besonders bedeutsam in der Lage, die in 1. Sam. 23 geschildert wird. David lebte damals noch in der Verfolgungszeit durch Saul. Da wurde ihm die Nachricht gebracht, die Philister hätten die Grenzstadt Kegila überfallen und seien dabei, die Getreidevorräte abzuschleppen. Darin lag die unausgesprochene Bitte um Hilfe. David aber brach daraufhin nicht sofort auf, sondern suchte Gottes Angesicht und fragte: ,,Soll ich hingehen und die Philister schlagen?" Manch einer würde in diesem Falle das Gebet um Leitung für überflüssig gehalten und die Frage selber entschieden haben. David aber hielt es mit Recht für notwendig, Gott zu fragen. Er wollte bei einem etwaigen Kriegszug vor allen Dingen die Gewißheit haben, daß dies Unternehmen von Gott gewollt sei. Besaß er diese Klarheit, so war er des glücklichen Ausganges gewiß. - Und David blieb nicht ohne göttliche Antwort. Der Herr gab ihm volle Klarheit darüber, daß der Weg nach Kegila der rechte sei. Jetzt konnte er getrost und zuversichtlich dorthin gehen. - Auch bei all unseren Plänen kommt es darauf an, ob dieselben mit Gottes Willen übereinstimmen. Ist das der Fall, so wird kein Hindernis uns aufhalten können. - Viele Aufforderung zu allerlei Mithilfe treten in unserer Zeit an den gläubigen Christen heran. Dadurch entsteht die Gefahr, daß sie ihre Kräfte zersplittern und für Aufgaben verwenden, zu denen sie nicht von Gott berufen sind. Wohl uns, wenn wir uns nicht vom eigenen Gutdünken, sondern von Gottes Willen leiten lassen.

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Beitragvon Peter01 » 16.03.2013 07:59

A.Christlieb

Da fragte David wieder den Herrn. 1. Sam. 23, 4

Für alle, die auf Gottes Wegen wandeln wollen, gilt es, nach Davids Vorbild den Herrn immer wieder um Rat und Licht zu bitten. Mit e i n e r Befragung ist es nicht immer getan. Unser Geschick wechselt oft in überraschend kurzer Zeit. Dann steht man wieder da und weiß nicht, was man tun soll. Davids Beispiel zeigt uns das richtige Verhalten in solchem Falle: Er fragte Gott ein zweites Mal! Ihm war die Weisung zuteil geworden: ,,Zieh gen Kegila!" Bei seinen Männern aber stieß er auf Widerstand. Sie sahen in diesem Kriegszug nach Kegila eine Vermehrung der Gefahr die ihnen durch Saul drohte, denn Kegila lag in dessen Herrschaftsbereich. Der spätere Versuch Sauls, David in Kegila gefangenzunehmen (V. 7 ff.), zeigt, daß ihre Bedenken nicht unbegründet waren. Davids Männer handelten nach dem Grundsatz: Jeder ist sich selbst der Nächste. - Was sollte David nun tun? Einerseits hatte er die klare, göttliche Weisung, nach Kegila zu ziehen. Auf der anderen Seite widersetzten sich seine Leute diesem Plan. Ließ David sich nun einfach umstimmen? Das wäre Schwäche gewesen. David stand unter göttlicher Leitung. Gott sollte in allen Dingen den letzten Ausschlag geben. So fragte David den Herrn ein zweites Mal. Und wieder gab der Herr ihm den Befehl: ,,Zieh gen Kegila!" Durch die erneute Bestätigung des göttlichen Befehls wurde Davids Gang fest und unerschütterlich. Seine Männer vermochten ihn nicht wankend zu machen, vielmehr vermochte er sie umzustimmen, daß sie willig mit ihm gingen. - Viele Menschen lassen sich schnell durch ihre Umgebung beeinflussen. Dadurch wird ihr Gang schwankend und unzuverlässig. Sie sind Wetterfahnen. Wer aus dieser verkehrten Art heraus will, der lerne von Davids seliger Gewohnheit. Sie macht unsern Gang stetig und gewiß. - Wie nötig sind in unserer Zeit Leute, deren Gang Gott fest gemacht hat!

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Beitragvon Peter01 » 17.03.2013 07:24

A.Christlieb

Also errettete David die zu Kegila. Da ward Saul angesagt, daß David gen Kegila gekommen sei. 1. Sam. 23, 5. 7

Davids Rettungsversuch gelang. Er brachte den Philistern eine schwere Niederlage bei und befreite die Stadt Kegila. - Man hätte annehmen dürfen, daß die Einwohner der aus so großer Not befreiten Stadt dem David für diese Tat rechte Dankbarkeit bewiesen hätten. Leider mußte David das Gegenteil erleben. Saul erfuhr, daß David sich in Kegila aufhalte. Er sprach: ,,Nun hat Gott ihn in meine Hände gegeben, daß er eingeschlossen ist." Er ließ das ganze Volk aufbieten zur Belagerung von Kegila. Als David von diesem Plan Kunde erhielt, fragte er Gott: ,,Wird Saul herabkommen?" - Der Herr antwortete: ,,Ja!" - ,,Werden die Bürger zu Kegila mich dem Saul überantworten?" - Der Herr antwortete: ,,Ja!" - David mußte die Wahrheit des Wortes erleben: Undank ist der Welt Lohn. Die Leute von Kegila dachten mehr an ihre Sicherheit als an ihre Dankespflicht. - Durch diese Erfahrung menschlichen Undanks hätte David in Groll und Bitterkeit geraten und die Lust zu weiteren Taten der Liebe und Barmherzigkeit verlieren können. Nun ihm aber dieser betrübende Aufschluß über die Gesinnung der Leute in Kegila durch göttliche Antwort zuteil geworden war, konnte er über diese schmerzliche Erfahrung wegkommen, ohne sich schlimm zu ärgern. - Wie oft nehmen Menschen an ihrer Seele Schaden, wenn sie menschliche Untreue und menschliche Undankbarkeit erleiden müssen. Sie werden krank vor Zorn und Erbitterung. Wer aber wie David mit allen Fragen und Schwierigkeiten zum Gnadenthron eilt, der lernt auch die unangenehmen Erfahrungen aus Gottes Hand hinzunehmen. Ihm wird es leichter, auch bei schmerzlichen Erlebnissen im inneren Gleichgewicht zu bleiben. - So haben wir gesehen, wie Davids heilige Gewohnheit, den Herrn in jeder Lage um Rat zu fragen, ihm köstlichen Gewinn brachte. - Wollen wir nicht auch also tun?

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Beitragvon Peter01 » 18.03.2013 06:38

C.H.Spurgeon

,,David aber gedachte in seinem Herzen: Ich werde der Tage einen Saul in die Hände fallen." 1 Sam. 27, 1.

Der Gedanke, den damals David in seinem Herzen hegte, war ein unrichtiger Gedanke, weil er gewiß keinen Grund hatte zu glauben, daß er, den Gott durch Samuel gesalbt hatte, umsonst gesalbt worden sei. Bei keiner einzigen Gelegenheit hatte Gott seinen Knecht verlassen; er war oft in gefährliche Lagen geraten, aber es war kein einziges Beispiel vorgekommen, wo ihn Gottes wunderbare Führung nicht gnädig herausgerettet hätte. Die Prüfungen und Leiden, denen er ausgesetzt war, waren mancherlei Art; sie hatten sich nicht alle in derselben Weise, sondern unter den verschiedensten Gestalten ihm entgegengestellt; und dennoch hatte Der, der sie gesandt hatte, in jedem einzelnen Falle auch für den besondern Rettungsweg gesorgt. David konnte nicht ein einziges Mal mit seinem Finger auf irgend eine Stelle seines Tagebuches hinweisen und sagen: ,,Hier liegt's am Tage, daß der Herr mich hat verlassen wollen," denn der ganze Verlauf seines vergangenen Lebens bewies das gerade Gegenteil. Vielmehr hätte er aus dem, was Gott schon für ihn getan hatte, schließen sollen, daß Gott sein Beschützer bleiben werde. Ist es aber nicht vielleicht auf unsrer Seite gerechtfertigt, wenn wir an Gottes Hilfe und Beistand zweifeln? O, das hieße Zweifel und Mißtrauen hegen ohne allen Grund. Haben wir je den Schatten einer Ursache gehabt, daß wir hätten an unsers Vaters Güte zweifeln dürfen? Ist nicht seine Liebe und Freundlichkeit wunderbar groß gewesen? Hat er ein einziges Mal ermangelt, unser Vertrauen zu rechtfertigen? O, nein! unser Gott hat uns noch nie einen Augenblick verlassen. Wir haben dunkle Nächte erlebt, aber der Stern der Liebe hat ungeschwächt fortgeleuchtet mitten durch die Finsternis; wir sind in schweren Kämpfen gestanden, aber Er hat den Schild seines Schutzes unbeweglich über unserm Haupt gehalten. Wir sind durch manche Trübsal hindurchgegangen, aber nie zu unserm Nachteil, sondern allezeit zu unserm Segen, und die Schlußfolgerung, die wir aus unserm vergangenen Leben ziehen können, geht dahin, daß der, der in sechs Trübsalen mit uns gewesen ist, uns in der siebenten nicht verlassen wird. ,,Aus sechs Trübsalen wird Er dich erretten und in der siebenten wird dich kein Übel rühren." Alles, was wir von unserm treuen Gott erfahren haben, beweist uns, daß Er uns bewahren will bis ans Ende.

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Beitragvon Peter01 » 19.03.2013 06:27

J.Kroeker

Von David und seinem Fall.

"David aber sprach zu seinem Herzen: Ich werde doch eines Tages dem Saul in die Hände fallen. Es ist nichts besser für mich, als dass ich in der Philister Land entrinne!" 1.Sam. 27,1 f.

So verließ David eines Tages den Boden seines Volkes und suchte Raum für sich im Land der Philister. Als er sich nicht mehr sicher fühlte bei dem Priester Ahimelech, da machte er sich auf und floh zu Achis, dem Könige von Gath. Allein bald zeigte sich, wie wenig David sich auf diesem Boden als der bewähren konnte, der er wirklich war. Als man dem König mitteilte, dass es der David sei, von dem die Frauen Israels einst gesungen hatten: "Saul hat tausend geschlagen, David jedoch zehntausend!", da fürchtete sich David und verstellte seine Gebärde und tobte unter ihren Händen wie ein Wahnsinniger. Da sprach der König Achis zu seinen Knechten: "Ihr seht, dass der Mann unsinnig ist, warum habt ihr ihn zu mir gebracht?"

Nach damaliger Sitte bestand unter den Völkern des Ostens das Recht, dass Wahnsinnige unantastbar seien. Wenn auch Gott nun dies benutzte, um David aus seiner Bedrängnis freizumachen, so zeigt die ganze Erfahrung doch, wie wenig David sich augenblicklich auf jenen Linien bewegte, auf welche ihn Gott als Träger neuen Lebens gestellt hatte. Dass David im Land der Philister bei Achis Zuflucht suchte, hätte an sich kein unrecht sein dürfen.

Allein es ist ein gewaltiger Unterschied, ob der Weg zur Welt uns von Gott gegeben, oder von uns selber erwählt worden ist. Joseph blieb auch in Ägypten immer der, der er war. David jedoch musste sich auf diesem Boden gleich als ein ganz anderer stellen, als er in seinem innersten Wesen war. Gleich zeigte sich, wie unsicher er geworden war, und wie unfähig er sich erwies, auf diesem Boden mit Gott zu rechnen. Denn welch ein Unterschied ist doch zwischen dem glaubenskühnen Auftreten Davids im Terebinthental und seinem Betragen vor dem König Achis? Dort war er der Träger der Kraft Gottes, hier der Mensch, der in seiner Ratlosigkeit zu verwerflichen Mitteln griff, um sein Leben zu retten.

Bewähren vermag der Glaube sich nur auf jenen Wegen, die Gott ihn führt. Daniel konnte in den engsten Hof- und Regierungskreis der Babylonier hineingezogen werden und bewährte sich überall in seiner Stellung als Knecht Gottes, während Lot sich unfähig erwies, in den Toren Sodoms zu wohnen. Im Terebinthental blieb durch das Auftreten Davids sowohl in der Seele Israels als auch der Feinde Davids das Bild der Kraft Gottes zurück, während David in dem König Achis zu Gath nur das Bild eines Unsinnigen zurückließ. So muss die Welt immer von dem Wesen der Gesalbten des Herrn ein ganz falsches Bild gewinnen, wenn diese sich auf ihrem Boden nicht als die bewähren, die sie wirklich sind: von Gott berufene Träger eines neuen Lebens und einer neuen Zukunft.

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Beitragvon Peter01 » 20.03.2013 06:27

J.Kroeker

Von David und seinem Fall.

"Und David sprach zu Achis: Wenn ich doch Gnade vor deinen Augen gefunden habe, so lass mir einen Platz in einer deiner Städte auf dem Lande geben ... Da gab ihm Achis an demselben Tage Ziklag." 1.Sam. 27,5 f.

Als sich die Feindschaft Sauls je länger, desto stärker äußerte, da verlor David allen Mut und sprach in seinem Herzen: "Ich werde der Tage einen doch in die Hände Sauls fallen; es ist mir nicht besser, denn dass ich entrinne in der Philister Land." So machte sich David mit all seinen Männern auf und ging zu Achis, dem Könige zu Gath. Dieser gab David auf seine Bitte hin die kleine Stadt Ziklag. Er ließ ihn daselbst mit seinen beiden Frauen Ahinoam, der Israelitin, und Abigail, der Karmeliterin, und samt allen seinen Knechten wohnen. Dies war das zweite Mal, dass David im Lande der Philister Zuflucht suchte. Und er bewährte sich das zweite Mal noch weniger als das erste Mal. Zwar stellte er sich diesmal nicht als ein Irrsinniger, sondern er gab sich vor dem Philisterkönig einen ganz anderen Schein, als er in Wirklichkeit war. Der Hebräer wurde scheinbar zum Philister, der gesalbte König Israels zum Knechte des Philisterkönigs Achis!

Wenn nämlich David von Ziklag aus Streif- und Raubzüge machte und in die nächsten Nachbargebiete einfiel, besonders in die Gebiete der Gessuriter, Girgisiter und Amalekiter, so erschlug er dabei alle Männer und Frauen, damit niemand ihn verraten könne. Innere Unwahrhaftigkeit bediente sich sehr oft der widerlichsten Mittel, um ihre Schande verdecken zu können. Sie kann hart genug sein, über Leichen hinweg sich selbst am Leben zu erhalten.

Wenn Achis dann zu David kam und ihn fragte: ob er "heute einen Einfall gemacht habe", so belog er den Philisterkönig und antwortete: "Wir sind in das Mittagsland von Juda gefallen." So gab er sich vor dem Philisterkönig den Schein, als ob er sich mit seinen häufigen Streifzügen unter Israel stinkend mache. Das war nicht mehr der Charakter des Hirtenknaben, der im Vertrauen auf Gottes Kraft den Philister schlug. Eigene Wege verändern auch den Charakter von Gesalbten Gottes. Sie machen den Menschen stets unwahr und unsicher in seinen Handlungen.

David hatte den Blick nach oben verloren, daher blieb sein Blick an den Schwierigkeiten hängen, die sich auf seinem Wege und in seiner langen Wartezeit stellten. Man kann ihn einerseits verstehen, wie sehr sich seine Seele nach all den Kämpfen und Hetzereien mit Saul nach Ruhe gesehnt haben muss. Wohin er jedoch seine Blicke richtete, nirgends sah er einen Ausweg, nirgends konnte er das Ende dieses qualvollen Zustandes für sich und seine Leidensgefährten erblicken. So kam er auf den Gedanken, Ruhe auf dem Boden der Welt zu suchen, da auf dem Boden des Gottesvolkes ihm kein Wohnrecht gewährt wurde.

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Peter01
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Beitragvon Peter01 » 25.03.2013 06:45

Ch.Spurgeon

"Die Zeit aber, da David in der Philister Lande wohnte, betrug ein Jahr und vier Monate." 1. Samuel 27,7

David tat zwei sehr böse Dinge. Er handelte als Lügner und als Betrüger. Er zog aus und schlug die Gesuriter und verschiedene andere Stämme. Wenn er zurückkam und von Achis gefragt wurde, wo er gewesen sei, antwortete er: "Im Süden von Juda." Er tat also so, als würde er sein eigenes Volk überfallen, obwohl er sich in Wirklichkeit gegen die Verbündeten Achis gerichtet hatte. Dies setzte er lange Zeit fort. Und dann, weil eine Sünde nie ohne eine Gefährtin geht, denn des Teufels Hunde jagen stets zu Paaren, war er des Blutvergießens schuldig, denn in jeder Stadt, die er einnahm, tötete er alle Bewohner. Er schonte weder Mann noch Weib noch Kind, damit sie nicht dem Achis sagen konnten, wo er gewesen sei. So führte eine Sünde zur nächsten. Wer Gott glaubt und im Glauben handelt, der handelt mit Würde, und andere Menschen ehren ihn. Aber der, der seinem Gott mißtraut, der in seiner eigenen, fleischlichen Weisheit zu handeln beginnt, wird unstet und flüchtig.

David war nicht nur aller dieser Sünden schuldig, sondern er war nahe daran, noch schlimmere zu begehen; denn David war ein Freund Achis geworden und sollte mit ihm in den Krieg wider Israel ziehen. Nun seht ihr Achis in Begleitung von David, um dem Volk Gottes Schaden zuzufügen. Es ist wahr, Gott trat dazwischen und verhinderte es. Aber es war kein Verdienst Davids, denn ihr wißt, wir sind schuldig, wenn wir willig sind, eine Sünde zu begehen, selbst wenn wir sie dann nicht tun.

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Beitragvon Peter01 » 26.03.2013 12:43

J.Kroeker

Von Saul und seinem Fall.

"Und Saul fragte den Herrn; der Herr aber antwortete ihm nicht, weder im Traum, noch durch Lichter, noch durch Propheten. Da sprach Saul zu seinen Knechten: Sucht mir eine Frau, die eine Totenbeschwörerin ist, dass ich zu ihr gehe und sie frage!" 1.Sam. 28,6 f.

Saul hatte die Schlacht mit den Philistern eigentlich innerlich verloren, bevor sie äußerlich geschlagen wurde. Es fehlte ihm jede Begeisterung. Träume und Vorahnung bedrückten selten schwer sein Gemüt. In dieser verzweifelten Stimmung nimmt er verkleidet seine Zuflucht zu einer Totenbeschwörerin in Endor. Die Angst seiner Seele trieb ihn zu diesem Schritt der Verzweiflung. Wohl sehnte er sich nach Licht, das ihm in diesen dunkelsten Stunden dienen konnte. Mit Samuel hatte er aber die Quelle des Lichts verloren. Denn so oft er auch den Herrn ratfragte, der Herr antwortete ihm dennoch nicht. Es gibt eine Herzensstellung, in der sich der Mensch unfähig erweist, Gottes Antwort zu vernehmen, die Er durch seine gewöhnlichen Dolmetscher und Offenbarungsorgane zu geben vermag.

So sehen wir denn Saul eines Tages auf der Suche nach Licht bei einer Wahrsagerin und Totenbeschwörerin. Welch ein Bild innerlicher Verarmung! Im Kampf wider die Offenbarung endete aber der Mensch noch immer bei einer Wahrsagerin! Wem Gott nicht mehr antworten konnte, der suchte Antwort bei der Totenbeschwörerin in Endor. Wer in seiner Stärke lebende Propheten nicht mehr hören wollte, wünschte in der Stunde der Not tote Propheten zu hören.

Denn als Saul zu der Wahrsagerin nach Endor kam, bat er sie um das Erscheinen des Propheten Samuel. Dieser verstorbene und von dem ganzen Volke betrauerte Gottesknecht war offenbar auch Saul eine Persönlichkeit geblieben, der er volles Vertrauen entgegenbrachte. Allein auch Samuel konnte ihm nur dasselbe Gericht verkündigen, das ihm durch die lebenden Propheten verkündigt worden war. Auch zu Endor hörte Saul keine andere Kunde als die eines Gerichts. Wer auf dem Weg zum Gericht wandelt, dem kann kein Prophet - ob ein lebender oder toter - von Leben und Erlösung weissagen.

Selten erschütternd ist nun die Szene, die sich nun mit Saul abspielte. Als er die Kunde aus dem Munde Samuels vernahm, erschrak er so sehr, "dass keine Kraft mehr in ihm war". Hätte Saul doch jenen Weg betreten, den damals David in der dunkelsten Stunde und im Zusammenbruch seiner Kraft ging. Er stärkte sich im Herrn, seinem Gott!

Saul vermochte jedoch diese Stellung nicht zu gewinnen. Und mit der Kunde des Gerichts trat er in den nächsten Tagen in den Kampf. Es war Nacht in seiner Seele. Und die Nacht lag vor ihm. Er betrat die Kampfesstätte mit dem innerlichen Gefühl eines Gerichteten.

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Beitragvon Peter01 » 27.03.2013 06:34

J.Kroeker

Von David und seinem Fall.

"Da rief Achis den David und sprach zu ihm: So wahr der Herr lebt, ich halte dich für aufrichtig, denn ich habe nichts Arges an dir gefunden seit der Zeit, da du zu mir gekommen bist. Aber du gefällst (meinen Fürsten) nicht. So kehre nun um und gehe hin in Frieden." 1.Sam. 29,6 ff.

Und obgleich der König Achis dem David bezeugte: "Du gefällst meinen Augen wie ein Bote Gottes", so musste er ihn doch entlassen und nach Ziklag zurücksenden. So wurde David verhindert, die Schmach zu begehen, in Verbindung mit den Philistern das Volk zu bekämpfen, dem zu dienen er als Gesalbter Gottes berufen war.

So schmachvoll es für ihn auch war, dass er mit seinen Helden nach Ziklag umkehren musste, es blieb ihm kein anderer Ausweg. Jedoch er fand sein Ziklag nicht wieder. Denn in seiner Abwesenheit waren die Amalekiter in den Süden und in Ziklag eingefallen, hatten es geschlagen und mit Feuer verbrannt, und die Frauen und alle, die darin waren, hatten sie gefangen weggeführt, vom Kleinsten bis zum Größten. So brach Gott ab, was David sich selbst auf fremdem Boden erbaut hatte. Unser Gott hat Diener genug, die schonungslos jene Ruhestätten vernichten können, die wir uns selbst auf dem Boden der Welt gesucht haben. Wer sich nicht freiwillig von dem selbsterwählten Ziklag in dem Lande der Philister zu lösen vermag, den wird Gott eines Tages durch das Gericht lösen. Wer glaubte, dauernd in Ziklag wohnen zu dürfen, wird eines Tages weinend vor den Ruinen seiner Hoffnungs- und Ruhestätte stehen. Denn nie konnte Ziklag die Heimstätte des Gesalbten Gottes werden. Trägt Gott es auch in seiner Geduld, dass es für sechzehn Monate die Zufluchtsstätte seines Knechtes war, es muss dennoch zurücktreten. Vor David lagen höhere Aufgaben.

Sechzehn Monate hatte David Ziklag besessen. Nun stand er vor den Ruinen seiner Zufluchtsstätte. Seine Frauen mit all seinem Hab und Gut waren ein Raub seines Feindes geworden. Und fast das Schwerste war, dass in dieser Stunde der äußersten Not auch seine getreuesten Freunde zu ihm das Vertrauen verloren und ihn zu steinigen drohten.

So entzog Gott dem David Stütze um Stütze und ließ ihn die volle Frucht jener Bitterkeit schmecken, die er sich durch sein eigenes Tun großgezogen hatte. Denn auch David konnte erst auf Grund seines Falles erlöst werden. Erst als er erkannte, wohin ihn sein eigenes Handeln geführt hatte, war er bereit, hinfort Gott wieder handeln zu lassen. Das Feuer durfte wohl Davids morsche Stützen fressen, nicht aber ihn selbst verzehren. Menschlich gesprochen hätte David innerlich zerbrechen und verzweifeln müssen. Und hätte er nicht zurück zu Gott und dessen Hilfsquellen gefunden, auch er wäre untergegangen wie einige Tage später Saul auf den Höhen Gilboas.

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Beitragvon Peter01 » 28.03.2013 05:53

A.Christlieb

Wie man durch Gebet Mächte der Finsternis vertreibt

»David aber stärkte sich in dem Herrn, seinem Gott« (1. Sam. 30, 6).

Welch eine Aufmunterung zum ernsten Gebet, wenn man betrachtet, wie obiges Gebet Davids eine dreifache Finsternis von ihm vertrieben hat!

1. Die Finsternis der Verzweiflung

David war in einer furchtbaren Lage. Sein ganzer irdischer Besitz war ihm mit einem Schlag genommen worden. Er wohnte damals in Ziklag und machte von dort aus seine Feldzüge. Von einem solchen Zug heimgekehrt, fand er Ziklag in Trümmern vor. Die Amalekiter waren in seiner Abwesenheit über die Stadt hergefallen, hatten sie ausgeplündert und mit Feuer verbrannt. Weib und Kind, Hab und Gut hatten die Feinde mitgeschleppt. Nur rauchende Trümmerhaufen waren übriggeblieben (V. 1 u. 2). Mußte ein solcher Anblick die Männer Davids nicht in Verzweiflung treiben? Alles, was sie auf Erden Liebes und Köstliches hatten, war ihnen auf einen Schlag genommen worden. Die zartesten Bande der Familie, das, was ihr Leben sonnig und glücklich machte, alles schien unwiederbringlich dahin. Ob ihre Angehörigen getötet oder in die Sklaverei verkauft waren, wußte niemand. Soviel aber war klar: es war nirgends eine Aussicht, sie je wiederzubekommen. War das nicht zum Verzweifeln? Diese Verzweiflung vertrieb David im Gebet! Den ganzen Jammer schüttete er vor dem Thron seines Gottes aus; da suchte und fand er Stillung für sein blutendes Herz: »David stärkte sich in dem Herrn, seinem Gott.« Kommt, ihr verzweifelten und verzagten Herzen, denen das Schlimmste widerfahren ist! Vertreibt die Finsternis der Verzweiflung auf Davids Art! Sie wird weichen müssen, wenn ihr Davids Weg geht.

2. Die Finsternis des Grolls

Sodann verscheuchte David auf die gleiche Weise die Finsternis des Grolls gegen die Ungerechtigkeit anderer Menschen. Wenn er von der rauchenden Trümmerstätte weg auf seine Gefährten blickte, so las er Wut und Mordgedanken in ihren Zügen. »Das Volk wollte David steinigen, denn des ganzen Volkes Seele war unwillig.« Welch eine bittere Erfahrung von Undank und Wankelmut der Menschen! Das waren die Leute, die ihm zum großen Teil ihre Existenz zu verdanken hatten! So dankten sie ihm die freundliche Aufnahme in der Höhle Adullam (1. Sam. 22, 1 u. 2), so vergalten sie ihm alles, was er ihnen getan hatte. Jetzt machten sie ihn zum Schuldigen und wollten ihren Ärger an ihm, dessen Herz doch genug litt, auslassen. Wie hätte solche Ungerechtigkeit Davids Herz mit finsterem Groll erfüllen können! Aber diesen Zorn vertrieb David, indem er sich »in dem Herrn stärkte«. Nicht nur die Verzweiflung über die schweren Verluste, sondern auch die Bitterkeit über die undankbaren Genossen mußte am Gnadenthron weichen.

3. Die Unklarheit über Gottes Willen

Der dritte Anlaß, der David zu seinem Gebet trieb, war die Unklarheit über Gottes Willen. Er wußte nicht, welche Schritte er weiterhin tun sollte. Als er sich nun »im Herrn stärkte«, fragte er Gott über den ferneren Weg. Und siehe, Gott gab ihm alle Klarheit. Er erleuchtete David, daß er mit innerer Gewißheit die schwierige Verfolgung der Amalekiter aufnehmen und siegreich hinausführen konnte. Welch wichtige Erkenntnis, daß wir mit Gebet auch die Dunkelheiten über den Weg, den wir zu gehen haben, vertreiben können! Laßt uns den Gnadenthron aufsuchen und um Licht von oben bitten, wenn unser Weg völlig dunkel erscheint! Paulus hat es so gehalten. Und siehe, zur rechten Zeit schickte Gott ihm den Mann aus Mazedonien, der ihm den Weg nach Philippi zeigte (Apg. 16, 6-10). Das Dunkel, welches unsern Weg zu verhüllen scheint, soll uns nur inniger ins Gebet treiben. So gebe denn der Herr, daß wir diese dreifache Finsternis der Verzweiflung, des Grolles und der Unklarheit über unsere Wege mit Gebet vertreiben lernen!

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Peter01
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Beitragvon Peter01 » 02.04.2013 05:48

C.H.Spurgeon

,,Wes bist du?" 1 Sam. 30, 13.

In Sachen der Gottesfurcht ist keine Unentschiedenheit zulässig. Entweder sind wir unter die Scharen des Fürsten Immanuel eingereiht, um unter seinem Panier zu dienen und seine Schlachten mitzukämpfen; oder wir sind Untertanen des Fürsten der Finsternis, Satan. ,,Wes bist du?" Liebe Seele, ich will dir zu einer richtigen Antwort helfen. Bist du ,,von neuem geboren?" Wenn du das bist, so gehörst du Christo an; aber ohne die neue Geburt kannst du nicht sein eigen sein. Auf wen setzest du deine Zuversicht? Für wen arbeitest du? Gewißlich dienest du deinem Meister; denn der, in dessen Dienst du stehst, ist dadurch dein Herr geworden. Zu welcher Gesellschaft hältst du dich? Wenn du Jesu angehörst, so hast du Brüderschaft mit denen, welche das Dienstkleid des Kreuzes tragen. ,,Gleiche Gesinnung gibt gute Gesellen." Wo ist dein Bürgerrecht? Ist es im Himmel, oder ist es auf Erden? Was hast du von deinem Herrn und Meister gelernt? Denn Knechte lernen vieles von ihren Herren, bei denen sie in der Lehre sind. Wenn du eine Zeitlang im Dienste Jesu gestanden hast, so wird man von dir sagen, was man von Petrus und Johannes sagte: ,,Sie kannten sie wohl, daß sie mit Jesu gewesen waren." Wir fragen ernstlicher: ,,Wes bist du?" Antworte aufrichtig, ehe du deine Augen schließest zum Schlafen. Wenn du nicht Christo angehörst, so bist du unter einer harten Knechtschaft. Fliehe hinweg von deinem grausamen Tyrannen! Tritt ein in den Dienst des Herrn der Liebe, so wirst du ein seliges Leben führen. Bist du aber Christi, so will ich dir ein Vierfaches raten. Du gehörst Christo an, - sei Ihm gehorsam; sein Wort sei dein Gesetz; sein Wunsch sei dein Wille. Du gehörst dem Geliebten an, - so liebe Ihn; dein Herz umfange Ihn; deine ganze Seele sei von Ihm erfüllt. Du gehörst dem Sohne Gottes an, - so vertraue auf Ihn; verlaß dich allein auf Ihn. Du gehörst dem König der Könige an, - dann entscheide dich für Ihn. So werden alle erkennen, wes du bist, ohne daß du ein Brandmal auf der Stirne trägst.

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Peter01
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Beitragvon Peter01 » 03.04.2013 05:33

W.MacDonald

»Denn wie das Teil dessen, der in den Streit hinabzieht, so soll auch das Teil dessen sein, der bei dem Geräte bleibt: gemeinsam sollen sie teilen.« 1. Samuel 30,24

Als David Ziklag von den Amalekitern zurückerobert hatte, wollten einige seiner Leute nicht die Beute mit den 200 Mann teilen, die am Bach Besor zurückgeblieben waren. David bestimmte, daß die, die beim Gepäck blieben, zu gleichen Teilen mit denen teilen sollten, die in die Schlacht zogen.

Auf jeden Soldat, der im Kampf steht, kommen mehrere, die hinter der Front arbeiten. In der amerikanischen Armee im Zweiten Weltkrieg standen nur etwa 30-2124296968er Truppen in kämpfenden Einheiten. Die anderen waren mit Hilfsaufgaben beschäftigt und dienten in ihren Einheiten als Ingenieure, Quartiermeister, Ordonnanzen, Kommunikationsspezialisten, Chemiker, Transportpersonal und Mitglieder der militärischen Verwaltung. Dazu gibt es Parallelen im Werk des Herrn. Obwohl alle Christen Soldaten sind, werden nicht alle an der Hauptkampflinie eingesetzt. Nicht alle sind Prediger oder Evangelisten oder Hirten oder Lehrer. Nicht alle sind Missionare, die an den Fronten der geistlichen Kriegsschauplätze in der Welt im Einsatz stehen.

Gott hat auch in Seiner Armee Sein Hilfspersonal. Da sind Seine treuen Gebetskämpfer, die täglich beten und flehen, bis sich das Blatt zum Guten wendet. Da sind Seine treuen Verwalter, die ein Leben ständigen Opfers und Verzichts führen, damit sie mehr Geld an die Front schicken können. Da sind diejenigen, die Nahrung und Unterkunft für diejenigen bereitstellen, die im Nahkampf mit dem Feind stehen. Denken wir weiter an die, die Manuskripte tippen, die einmal die Botschaft in ferne Länder tragen werden. Denken wir an die ausgezeichneten Frauen, die zu Hause dienen, indem sie Söhne und Töchter zum Dienst für den König aufziehen. Auf jeden, der mitten in der Schlacht steht, kommen mehrere andere, die als Hilfspersonal arbeiten.

Wenn der Lohn ausgeteilt wird, werden diejenigen mit Hilfsaufgaben das gleiche Teil bekommen wie die, die als Kriegshelden gerühmt wurden. Diejenigen, die still und bescheiden hinter den Linien gedient haben, werden die gleichen Ehren bekommen wie die, die sich einen Namen im Kampf an der Front gemacht haben.

Gott ist in der Lage, alles genau zu beurteilen. Er kann die Bedeutung des Beitrags eines jeden exakt gewichten. Es wird eine Menge von Überraschungen geben. Wir werden sehen, daß unscheinbare Leute, die wir für ziemlich unwichtig gehalten haben, in Wirklichkeit entscheidende Stellungen innehatten. Ohne sie wären wir selbst kraftlos gewesen.


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