Andachten zum ersten Buch Samuel

Basiert auf "Biblische Lehre" - aber damit die Praxis nicht zu kurz kommt, ein Extra-Forum

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Peter01
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Beitragvon Peter01 » 09.02.2013 07:27

J.Kroeker

Vom Versagen unseres Glaubens.

"Da stritten die Philister und Israel wurde geschlagen; ein jeder floh in seine Hütte. Und die Niederlage war sehr groß." 1.Sam. 4,10.

Ein Gottesvolk verlor noch immer seine richtige Stellung zur Welt, sobald es sein richtiges Verhältnis zu Gott verlor. Wer erst die Gemeinschaft mit Gott entbehren kann, wird bald in der Gesinnung der Welt zu Hause sein. Israels gesonderte Stellung unter den Völkern war immer wieder nur so lange tragbar, als es wagte, mit Gott allein durch die Welt zu wandeln. Jede Untreue Israels nach oben führte jedoch zur Vermählung mit jener Welt, die das Offenbarungsvolk eines Tages mit in ihre Knechtschaft und in ihre Gerichte hineinzog. Entweder ist der Glaube der Gemeinde der Sieg, der die Welt überwindet, oder die Welt überwindet den Glauben der Gemeinde. Hört die Welt erst auf, das Missionsfeld der Gemeinde zu sein, dann wird die Kirche Christi zum Missionsfeld der Propheten des Antichristen. Versagt erst Israel, dann siegen die Philister.

Das war die allgemeine Lage damals in Israel. Zunächst gewinnt man aus der ganzen Darstellung der Lage den Eindruck, als ob Israel den erforderlichen Mut für den Kampf gegen die Philister aufgebracht hatte. Denn während jene sich in Aphek kampfbereit lagerten, zog Israel seine gerüsteten Heere bei Eben-Ezer zusammen. Als es jedoch zum Kampf zwischen den beiden Heerlagern kam, unterlag Israel vor der Macht der Philister. Ja, als Simson am Busen der Welt seine Locken verloren hatte, da schüttelte er sich zunächst noch wie vordem, aber es ging keine Kraft mehr von ihm aus. Er blieb ein Gebundener der Welt. Die Anstrengungen von gestern waren nicht mehr die Anstrengungen von heute. Und vielfach ist das erste Anzeichen eines versagenden Glaubensvolkes, dass es blind ist seiner eingetretenen Ohnmacht gegenüber. Es hat sich zunächst noch den Mut und den Enthusiasmus von gestern bewahrt, besitzt jedoch nicht mehr die Kraft und Vollmacht von gestern. Man erhebt sich im Blick auf die einstmals erlebten Gottessiege über Amalek und verliert den Blick für die Ohnmacht gegen das gegenwärtige Philisterheer. Da man den klaren, nüchternen Blick für die Wirklichkeit verloren hat, lebt man hinfort nur noch in Illusionen. Man schreitet zu Unternehmungen, tritt in Kämpfe, sucht Aufgaben zu lösen, denen man innerlich nicht mehr gewachsen ist. Da die richtige Beleuchtung und Erleuchtung von oben verloren gegangen ist, hat man auch die richtige Beherrschung der Situationen hier unten verloren. Das ist jedoch immer der erste Schritt zur öffentlichen Niederlage im Kampf und Dienst des Lebens.

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Peter01
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Beitragvon Peter01 » 11.02.2013 07:49

W.Nee Sie sprach: Die Herrlichkeit ist von Israel gewichen, denn die Lade Gottes ist verlorengegangen. 1. Samuel 4,22

Die Lade ist verlorengegangen; aber die Lade kann sich selbst schützen, wie die, die sie erbeutet hatten, sehr bald zu ihrem eigenen Schaden erfuhren. Weil sie in erster Linie ein Zeugnis für Gottes Wesen war, tat die Lade den Philistern etwas an, was das unheilige Volk Israel nicht vermochte. Gott sucht Werkzeuge für seine Herrlichkeit, aber wenn er keine findet, vollführt er das Werk selber, und dabei sorgt er dafür, daß sein Wesen offenbar wird. Er ließ es zu, daß die Lade entführt wurde, weil er der ganzen Welt zeigen wollte, daß er sich mit der Sache seines Volkes nicht eins macht, solange bei diesem Unheiligkeit herrscht. Gottes Wesen und menschliche Unheiligkeit können niemals zusammengehen, am wenigsten bei seinem eigenen Bundesvolk.

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Beitragvon Peter01 » 12.02.2013 07:52

C.H.Spurgeon

Und als die Aschdoditer am nächsten Tag früh aufstanden und in das Haus Dagons kamen, siehe, da lag Dagon auf seinem Gesicht auf der Erde vor der Lade des HERRN. Und sie nahmen Dagon und stellten ihn wieder an seinen Ort. 1.Sam. 5, 3.

Die Bundeslade geriet erst da in die Gefangenschaft, als man es versuchte, sie mit fleischlichen Waffen zu verteidigen, und sie befreite sich selbst, sobald man sie sich selbst überließ. Als kein Soldat da war, der sie bewachen konnte, als sie im Tempel Dagons gefangen gehalten wurde, da fiel Dagon vor ihr und Philistrien wurde gedemütigt. - So bringt die Verbindung zwischen Staat und Kirche das Evangelium nur in Gefahr; aber wenn diese Verbindung, die das schlimmste aller Übel ist, einmal gelöst wird, dann wird das Evangelium in seiner Erhabenheit alle seine Widersacher in Verwirrung bringen. Fürchte nie um Gottes Sache; es ziemt einem Christen nicht, zu fürchten; es ist unmännlich, so zu sprechen, als ob Christi Sache gleich einem Feinde untertreten werden könnte. Das kann nie geschehen.

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Beitragvon Peter01 » 13.02.2013 06:38

C.H.Spurgeon zu 1 Sam 5,3

Die Sicherheit der Gemeinde Christi. In dieser Woche stand ich neben einer Kirche, welche einst in beträchtlicher Entfernung vom Meer stand, jetzt aber ihren Platz dicht am Ufer hat. Fast in jedem Jahr wird vom Meer etwas von dem Land weggespült, und in einem oder in zwei Jahren muß diese Kirche fallen. Noch steht sie ruhig und sicher da, aber eines Tags wird sie von der See verschlungen sein, wenn sich die Elemente nach ihrem üblichen Gesetz wirksam erweisen werden. Ich konnte nicht umhin, mir zu sagen, daß dies Gebäude nur ein Bild von gewissen kirchlichen Gemeinschaften ist, die auf den Sandklippen der Staatshilfe und des Aberglaubens stehen. Die Fluten der Erleuchtung gehen weiter, und vor allem schreitet die ozeanische Flut des Geistes Gottes voran und unterspült ihre Grundlage, bis endlich das ganze Gebäude zusammenbrechen wird. Und was dann? Werdet ihr eure Hände aufheben und ausrufen: ,,Herr, die Kirche Gottes ist dahin!"? Haltet solche Worte zurück. Gottes Kirche ist völlig sicher. Seht, dort auf jenem Vorgebirge steht Gottes Gemeinde. Der Sturm umtost sie von allen Seiten, und doch fürchtet sie nicht, unterspült zu werden, denn sie steht nicht auf Triebsand, sondern ist auf festem Felsen erbaut, so daß die Wogen der Hölle vergeblich dagegen ankämpfen. Laßt die erdgeborne vom Staat gestützte Kirche fallen. Verschlinge sie, du Meer der Zeit, und laß auch nicht einmal ein Wrack zurück! Aber die Gemeinde des lebendigen Gottes wird um so herrlicher erscheinen, weil der Sturm, der ihren Rivalen ereilt hat, nur ihre göttliche Kraft zeigen konnte.

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Beitragvon Peter01 » 14.02.2013 06:32

J.Kroeker

Von seinen Gerichten.

"Da kamen die Leute von Kirjath-Jearim und holten die Lade des Herrn hinauf und brachten sie in das Haus Abinadabs auf dem Hügel, und sie weihten seinen Sohn Eleasar, dass er die Lade des Herrn hütete." 1.Sam. 7,1.

Werden wir den Mut finden, nicht nur bis zu der im Gericht verloren gegangenen und im Dienste der Philister gestandenen Bundeslade, sondern bis zu Gott selbst zurückzufinden? Werden wir bis zur Quelle selbst zurückkehren, wenn es sein muss, auch über die Bundeslade und den Tempelkultus hinweg? Oder wird uns unsere Kirche Ersatz bieten für den Herrn der Kirche? Oder werden wir im formellen Bekenntnis zu Christo bereits die innerliche Gemeinschaft mit Christo sehen? Wird uns unsere christliche Vielgeschäftigkeit in unseren Vereinen und Unternehmungen höher stehen als die Sammlung neuer Gotteskräfte und neuer Glaubensperspektiven im Umgang mit Gott? Werden wir uns damit begnügen, uns äußerlich zwar von der Welt zurückzuziehen, ohne den Geist der Welt in uns zu richten? Wird uns Heiliges genügen, ohne dass wir den Heiligenden gefunden haben, durch den wir allein geheiligt werden können?

Wenn je, so dürstet unsere Gegenwart nach göttlichen Wirklichkeiten. Ihr genügt nicht mehr das Heilige. Sie sehnt sich nach dem Heiligenden. Man ist vielfach so satt geworden unserer Tempel, unserer Altäre und unserer Kulte, weil man in seiner Sehnsucht doch so durstig blieb nach Gott, dem lebendigen Gott! Wie oft waren sie zwar Denkmäler jener äußeren Formen, die die Kraft des göttlichen Lebens einstmals entsprechend dem geistlichen Verständnis der Gemeinde schuf. Sie haben aber aufgehört Zeugen zu sein von jener weltüberwindenden Kraft, die gegenwärtig in den Gemeinden lebt! Wie oft redeten sie zwar von einer glaubensstarken Vergangenheit, offenbarten aber mit ihrer gegenwärtigen Leere auch den ganzen Jammer einer glaubensarmen Gegenwart!

Daher zurück bis zu Gott selbst, wer Gottes ist! Finden wir nicht bis zu Gott selbst zurück, dann schützt uns auch das Einholen der Bundeslade nicht. Die Welt macht in ihrem antichristlichen Kampf nicht Halt vor unseren hohen Kirchentürmen, vor unseren geschmückten Altären, vor unseren in Samt gebundenen Katechismen, vor unseren fein formulierten Bekenntnissen, vor unserem äußeren Prophetenmantel und vor unserer angenommenen Apostelsprache. Sie bricht zusammen allein vor der lebendigen und gegenwärtigen Macht Gottes und seines Gesalbten, die sich auch heute noch auswirkt in denen, die dem Wesen nach Gottes und seines Sohnes Jesu Christi sind.

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Beitragvon Peter01 » 15.02.2013 11:08

C.H.Spurgeon

,,Bis hierher hat uns der Herr geholfen." 1 Sam. 7, 12.

Das Wort ,,Bis hierher" ist gleichsam eine Hand, welche in die Vergangenheit zurückweist. Ob zwanzig Jahre oder siebzig Jahre verflossen seien an unserm Leben, dennoch heißt's stets: ,,Bis hierher hat uns der Herr geholfen!" Durch Armut und Reichtum, durch Krankheit, durch gesunde Tage, daheim, in der Fremde, zu Lande, zur See, in Ehre, in Schmach, in Verfolgung, in Freude, in Trübsal, im Sieg, im Gebet, in der Versuchung, überall und jederzeit heißt's: ,,Bis hierher hat uns der Herr geholfen!" Wir schauen gern die grünen Hallen ausgedehnter Baumgänge entlang. Es ist ein wunderschöner Anblick, von einem Ende zum andern den herrlichen Durchblick zu genießen, wir sehen gleichsam in einen grünenden Tempel mit den Pfeilern schlanker Stämme und den Wölbungen der sich kreuzenden und elastisch gebogenen Äste, die das Laubdach tragen; und so schauen wir hinab durch die langen Hallen unsrer Jahre, und erblicken über uns die grünen Bogenlauben der Gnade, und auf den Seiten die starken Säulen der Treue und Güte unsres Heilandes, die unsre Freuden tragen. Singen keine Vögel in diesen grünen Zweigen? O gewiß, hier sind der lieblichen Sänger viele, und sie preisen alle die Gnade, die wir ,,bis hierher" empfangen haben. Das Wort weist uns aber auch in die Zukunft. Denn wenn ein Mensch bis zu einem gewissen Zeichen geht, und daselbst anschreibt: ,,bis hierher," so steht er noch nicht am Ende, sondern es ist noch eine weitere Strecke zurückzulegen. Mehr Trübsal, mehr Freude; mehr Versuchung, mehr Überwindung; mehr Flehen, mehr Erhörung; mehr Mühe, mehr Kraft; mehr Kampf, mehr Sieg; und danach kommt Krankheit, Alter, Schwäche, Tod. Und ist nun alles zu Ende? Nein! Jetzt folgt das Erwachen im Auferstehungsleib nach dem Bilde der Vollkommenheit Jesu, jetzt kommen die Throne, die Harfen, die Lieder, die Psalmen, die weißen Kleider, das Anschauen Jesu, die Gemeinschaft der Heiligen, die Herrlichkeit Gottes, die Fülle der ewigen Güter, die unendlich selige Wonne. O, sei fröhlich und gutes Muts, gläubiger Christ, und laß mit dankbarem Vertrauen dein ,,Eben-Ezer" erschallen. Wenn du dein ,,Bis hierher hat uns der Herr geholfen" im Lichte des Himmels liesest, welch ein herrliches und wundervolles Schauspiel wird dieser Anblick vor deinen staunenden Augen entfalten!

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Beitragvon Peter01 » 18.02.2013 06:37

S.Keller 1. Sam. 7, 12 «... zwischen Mizpa und Sen.»

Samuel setzte zum Andenken der wunderbaren Hilfe des Herrn einen Stein zwischen Mizpa und Sen und hieß ihn Eben-Ezer, d.i. Stein der Hilfe, und sprach: Bis hierher hat uns der Herr geholfen! Zwischen Mizpa und Sen! Zwischen Vergangenheit und Zukunft steht der Stein, um zu zeugen, wie weit der Herr geholfen. Heute abend ist Silvester, des Jahres letzter Tag. Haben wir nicht Pflicht und Recht, unsern Stein aufzurichten zwischen Mizpa und Sen? Hand aufs Herz, hat der Herr nicht bisher geholfen? In wieviel Not hat nicht der gnädige Gott über dir Flügel gebreitet! Hebe deine Augen auf und schau zurück: was kam nicht von heimlicher Hilfe und offener Stärke von unserem Gott dir zugeflossen über alles Bitten und Verstehen! Mag auf der andern Seite des Steins - nach Sen hin - auch der Nebel einer ungewissen Zukunft wallen - was wir nach Mizpa zu erlebt, das ist so groß und unwiderruflich, das ist doch schon geschehen. Sollte dein Gott dir nicht auch weiter helfen können? Er bleibt wie er ist, barmherzig und geduldig und von großer Güte und Treue. Darum lehne deinen Rücken in dieser letzten Abendstunde des fliehenden Jahres an den Stein zwischen Mizpa und Sen und falte mit mir die Hände und sprich: Herr Jesus Christ, du bleibst derselbe gestern und heute und in Ewigkeit! Wie du bisher geholfen, wirst du weiter helfen. Halte uns bei dir, daß wir bei dir aushalten, und führe uns aus dem Kampf der Zeit zur großen Siegesherrlichkeit deiner Ewigkeit! Amen.

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Beitragvon Peter01 » 19.02.2013 08:48

Ch.Spurgeon

"Da nahm Samuel einen Stein und setzte ihn zwischen Mizpa und Schen und hieß ihn Eben-Eser, und sprach: Bis hierher hat der Herr uns geholfen!" 1. Samuel 7,12

Zwanzig Jahre früher wurde Israel auf dem gleichen Feld in die Flucht geschlagen. Damals wurden hier Hophni und Pinehas, die Priester des Herrn, getötet; die Lade des Herrn wurde genommen, und die Philister hatten triumphiert. Es war gut, daß die Israeliten der erlittenen Niederlage gedachten und sich inmitten des freudigen Sieges daran erinnerten, daß auch diese Schlacht mit einer Niederlage geendet hätte, wenn der Herr nicht auf ihrer Seite gewesen wäre.

Brüder, laßt uns an unsere Niederlagen denken! Habt ihr vergessen, wie ihr von euren Sünden geschlagen wurdet und keinen Zufluchtsort vor euren Gegnern fandet? Jetzt, wo ich auf diesen Hügeln der Freude stehe, denke ich an die vielen Fehler meines Lebens. Ich zweifle nicht, daß auf diesem Feld von Eben-Eser die Gräber von Tausenden waren, die im Kampf erschlagen worden waren. Laßt die Gräber unserer früheren stolzen Gedanken, die Gräber unseres Selbstvertrauens, die Gräber unserer natürlichen Stärke und unseres Prahlens dazu dienen, uns anzutreiben, den Herrn zu preisen, der uns bis hierher geholfen hat. Vielleicht stand auf diesem Platz ein Siegeszeichen, das höhnende Philister aufgerichtet hatten. Oh, laßt das Prahlen des Gegners in unser Ohr tönen, um das Jauchzen des Triumphes zu versüßen, während wir den Gott Israels verherrlichen!

Habt ihr etwas für Gott getan? Kommt ihr siegreich zurück? Ihr wärt mit zerrissenen Gewändern und mit entehrtem Schild gekommen, wenn Gott nicht auf eurer Seite gewesen wäre. Habt ihr eure Schwäche erfahren, vielleicht durch einen schrecklichen Fall oder durch eine traurige Enttäuschung? Dann laßt die Erinnerung an den Ort, wo ihr überwunden wurdet, euch um so mehr drängen, den Herrn zu preisen, der euch bis auf diesen Tag geholfen hat, über eure Feinde zu triumphieren. Brüder, laßt uns unserer Sünden gedenken. Sie werden als ein schwarzer Hintergrund dienen, auf dem die Gnade Gottes um so heller glänzt.





Ch.Spurgeon "Da nahm Samuel einen Stein und setzte ihn zwischen Mizpa und Schen und hieß ihn Eben-Eser, Und sprach: Bis hierher hat der Herr uns geholfen!" 1. Samuel 7,12

Denkt daran, daß die Israeliten nicht stillstanden und sich weigerten, ihre Waffen zu gebrauchen, sondern sie stritten, während Gott donnerte, und während die Blitze in die Augen der Feinde Gottes leuchteten, ließen sie diese die Kraft ihrer Schwerter fühlen. Wir müssen streiten, weil Gott für uns streitet. Wir müssen schlagen, aber die Kraft zu schlagen und der Erfolg kommen ganz von ihm. Sie sagten nicht: "Bis hierher hat uns unser Schwert geholfen!" Oder: "Bis hierher hat uns Samuel ermutigt!" Nein, "bis hierher hat der Herr uns geholfen!"

Nun, ihr müßt zugeben, daß alles wahrhaft Große nur von dem Herrn sein kann. Ihr könnt nicht annehmen, daß etwas so Großes wie die Bekehrung von Sündern, die Wiederbelebung der Kirche das Werk eines Menschen sein könnte. Wenn Petrus an der Seite des Schiffes geangelt und einen schönen Fisch gefangen hätte, hätte er sagen können: "Gut gemacht, Petrus!" Aber als das Boot voller Fische war, so daß es zu sinken begann, da konnte er nicht an sich selbst denken. Nein, er fällt nieder mit den Worten: "Gehe von mir hinaus, denn ich bin ein sündiger Mensch.". Die Größe unseres Werkes zwingt uns zu bekennen, daß es von Gott sein muß, von ihm allein. Jakob sagte, als er über den Jordan kam: "Denn ich hatte nur einen Stab, als ich über diesen Jordan ging, und nun bin ich zu zwei Heeren geworden." Ehre sei Gott, dies kann nicht des Menschen Werk sein! Deshalb soll der Name des Herrn auf unseren Gedenkstein geschrieben werden. Ich bin in dieser Sache stets sehr eifersüchtig für Gott.

Wenn wir als Gemeinde oder als einzelne nicht stets Gott die Ehre geben, ist es unmöglich, daß Gott durch uns wirkt. Ich habe viele Wunder gesehen, aber noch nie sah ich einen Mann, der sich selbst die Ehre seines Werkes beilegte, den Gott nicht früher oder später verließ. Wir sollten mit allen Gnaden und Ehren, die Gott uns verliehen hat, kommen und sagen: "Was bin ich, und was ist meines Vaters Haus, daß du an mich denkst?"

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Beitragvon Peter01 » 20.02.2013 06:33

A.Christlieb

Einige Hinweise zum ,,Achten auf sich selbst".

Habt acht auf euch, wenn etwas Unangenehmes euch trifft. 1. Samuel 8, 5.

Dieser Vers kann uns lehren, wie wir das ,,Achthaben- auf-uns-selbst" im praktischen Leben verwirklichen, wenn Unangenehmes uns trifft. Den treuen Gottesmann Samuel trifft eine unangenehme Nachricht. Die Ältesten in Israel, die Vertreter des Volkes, bitten ihn, einen König einzusetzen. Sie begründen dies mit Samuels hohem Alter und mit dem ungöttlichen Wandel seiner Söhne (Vers 1 - 5).

Diese Bitte war Samuel höchst unangenehm. Er selbst hatte in treuester und selbstlosester Weise sein ganzes Leben für das Wohl des Volkes gearbeitet. Nun muß er als alter Mann erfahren, wie man ihn gewissermaßen ,,zum alten Eisen werfen" und seine Wünsche (Vers 1) nicht erfüllen will. Die Gefahr war groß, daß Samuel den Ältesten eine sehr zornige, ungehaltene Antwort gab. Er hätte sie auf alles hinweisen können, was sie ihm zu verdanken hatten. Er hätte sie undankbar und lieblos schelten und sich bitter über solche Zumutung äußern können. Aber Samuel handelt ganz anders. Anstatt heftig zu werden, und irgendwelchem Unwillen Luft zu machen, blieb er zunächst ganz still, bis er mit einem anderen über die Sache gesprochen hatte. Er schaute auf zu dem, der stets sein Helfer und Führer war. Wie er gewohnt war, alle seine Fragen vor Gott zu bringen, so tat er es auch in diesem Fall. Das erste, was Samuel nach Empfang dieses unangenehmen Antrages tat, war: E r b e t e t e .

Wie anders würde manche Antwort auf unangenehme Bitten bei uns ausfallen, wenn seine Praxis die unsrige würde!



siehe auch Habt acht auf euch selbst. -> Apostelgeschichte 20, 28. Habt acht auf euch, wenn ihr Erfolg habt. -> Lukas 10, 17 - 20. Habt acht auf euch, wenn eine wichtige Arbeit glücklich vollendet ist. -> 1. Könige 13, 11 - 22. Habt acht auf euch, wenn euch die Welt Ehre erweist. -> 2. Könige 20, 12 - 19. Habt acht auf euch, wenn euer Name bekannt wird. -> 2. Chronika 26, 14 - 20. Habt acht auf euch, wenn euch besondere Gnade zuteil wird. -> Daniel 2, 19 - 23. Habt acht auf euch, wenn Gott andere Wege als bisher einschlägt. -> 4. Mose 20, 2 - 13. Habt acht auf euch, wenn ihr von anderen gereizt werdet. -> Psalm 106, 32. 33. Habt acht auf euch, wenn etwas Unangenehmes euch trifft. -> 1. Samuel 8, 5. Habt acht auf euch, daß ihr wahr bleibt. -> Galater 2, 11 - 14. Habt acht auf euch im Blick auf die besonderen Gefahren für ,,Älteste". -> 1. Petrus 5, 2. 3.

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Beitragvon Peter01 » 21.02.2013 06:37

A.Christlieb

Eile ins Gebet! »Das gefiel Samuel übel, daß sie sagten: Gib uns einen
König, der uns richte. Und Samuel betete vor dem Herrn« (1. Sam. 8, 6).


Samuel hatte eine sehr betrübende Erfahrung gemacht. Die Ältesten des Volkes kamen zu ihm, machten ihm Mitteilung von dem unguten Wandel seiner Söhne und baten um einen König. Beide Nachrichten waren dem Samuel höchst unangenehm. Nichts konnte den gesegneten Mann so niederdrücken wie ein ungöttliches Leben seiner Kinder. Die Bitte um einen König war kränkend für ihn, weil sie seine Absetzung bedeutete. Was tat nun Samuel bei dieser unangenehmen Nachricht? Es lag sehr nahe, die peinlichen Worte der Ältesten in ärgerlicher und gereizter Stimmung zu beantworten, sich etwa über ihre Undankbarkeit zu beklagen und den Ältesten Dreistigkeit und Hoffart vorzuwerfen. Nichts von alledem tat Samuel. Die Schrift sagt vielmehr: »Und Samuel betete vor dem Herrn.« Bei diesem Anblick laßt uns stehenbleiben und nachsinnen über den Segen, der dem Samuel dadurch zuteil wurde, daß er ins Gebet eilte!

1. Eine Last wird leichter

Der erste Vorteil bestand darin, daß die Last ihm leichter wurde. Welch ein Druck wurde in dieser Stunde doch auf sein Vaterherz gelegt! Die berufenen Vertreter machten ihm Mitteilung über den unguten Wandel seiner Söhne. Das schmerzt ja jedes Elternherz, besonders aber einen treuen Beter wie Samuel, dem es gewiß doch am Herzen lag, daß seine Kinder dem Herrn nachfolgten. Dazu kam die kränkende Bitte um einen König, die seiner Absetzung gleichkam. Da versteht man die Worte: »Das gefiel Samuel übel.« Ja, eine schwere Last wurde durch die Worte der Ältesten auf seine Seele gelegt. Aber dadurch, daß er ins Gebet eilte, wurde der innere Druck ihm erleichtert. Gott lasse uns die befreiende Wirkung des Gebets in ähnlichen Lagen erfahren!

2. Es bleibt die rechte innere Stellung

Ein zweiter Segen, der von dem Eilen ins Gebet ausging, war der, daß Samuel in der rechten inneren Stellung blieb. Wie nah hätte es gelegen, in Zorn, Wut, Ärger und Bitterkeit zu geraten! Die Worte der Ältesten gingen ihm sehr nahe. Er hatte wohl selten so unangenehme Botschaft gehört. Dazu kam, daß er gewohnt war, von andern ehrerbietig um Rat gefragt zu werden. Wer solch ein Ansehen genießt wie Samuel, kommt leicht in die Gefahr, jede andere Meinung abzuweisen, empfindlich und stolz zu werden. Samuel blieb vor dieser Verirrung bewahrt dadurch, daß er mit jenen unangenehmen Worten ins Gebet eilte.

3. Andere empfangen einen Segen

Ein dritter Vorteil war der Segen, den solches Verhalten für die Ältesten bringen mußte. Gewiß konnten diese sich denken, wie peinlich ihr Vorschlag für Samuel sei, und waren gespannt, ob er böse würde. Stattdessen sehen sie, wie er mit ihren Worten ins Gebet eilte und sich dann demütig beugte. Nichts kann Menschen so beugen, als wenn sie an den Gläubigen wahre Demut erleben. Gott schenke uns, daß wir Samuels Beispiel folgen lernen! Wieviel Elend, Streit und innerer Rückschritt folgt oft dem Anhören unangenehmer Worte! Samuel zeigt uns den Weg, wie wir lernen, Schweres zu tragen, selbst näher zu Jesus zu kommen und ihm andere näher zu bringen. Darum: Eile ins Gebet!

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Beitragvon Peter01 » 22.02.2013 06:33

W.Nee

Sieben Tage sollst du warten, bis ich zu dir komme und dir sage, was du tun sollst. 1. Samuel 10,8

In zwei Dingen wurde Saul auf die Probe gestellt: Glaube und Gehorsam. Bei der kritischen Lage in Kapitel 13 war die Frage die: War sein Glaube stark genug, daß er warten konnte, bis der von Gott gesetzte Augenblick gekommen war? Wenn du in die Enge getrieben wirst und alle schreien, du sollst etwas tun, dann zeigt sich, ob du fleischlich oder geistlich bist. »Bis ich komme.« Kann Gott auf uns zählen, daß wir nicht vorzeitig handeln, sondern warten, bis seine Stunde gekommen ist?

In Kapitel 15 erhält Saul den Befehl, die Amalekiter und ihr gesamtes Vieh zu vernichten. Aber Saul führte den Befehl nur teilweise aus - die fetten Tiere und die Lämmer und alles, was wertvoll war, verschonte er, um es Gott als Opfer darzubringen. Aber das ist kein Ersatz für Gehorsam. »Ich habe den Befehl des Herrn ausgeführt«, sagte Saul. Aber in Wirklichkeit hatte er getan, was er selbst als »gut« erachtete. Sein Denken und Handeln war fleischlich. Menschen wie Saul sind unbelehrbar und ändern sich nicht. Gott kann sie nicht gebrauchen. Er will solche, die ihr eigenes Urteil beiseite setzen und sich ganz von ihm und seiner Sicht der Dinge führen und bestimmen lassen. »Heute ist das Königtum von dir genommen; der Herr hat sich einen anderen erwählt, einen, der nach seinem Herzen ist.«

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Beitragvon Peter01 » 23.02.2013 06:15

A.Christlieb

Ich bin ein armer, geringer Mann. 1. Sam. 18, 23 Ich will noch geringer werden als diesmal. 2. Sam. 6, 22 Saul hat sich beim Gerät versteckt. 1. Sam. 10, 22 Saul hatte sich ein Siegeszeichen aufgerichtet. 1. Sam. 15, 12

Hier werden uns gleichsam zwei Leitern gezeigt: die sehr empfehlenswerte Davidsleiter und die gefährliche Saulsleiter. Die Davidsleiter ist die Leiter hinab in die Demut. David liebte die Demut von Anfang an. Als man ihn nach dem Sieg über Goliath ermunterte, um die Hand der Königstochter zu werben, die ihm als Siegespreis doch zustand, gab er zur Antwort: ,,Dünkt es euch ein Geringes, des Königs Schwiegersohn zu sein? Ich bin ein armer und geringer Mann." Wie tief läßt uns dieses Wort in Davids Herz schauen. Er war durch den Propheten Samuel in Gottes Auftrag feierlich zum König in Israel gesalbt worden. Er hatte den Riesen Goliath überwunden, vor dem das ganze Heer Israels gezittert hatte. Im ganzen Lande hatte sich das Lied herumgesungen: ,,Saul hat tausend geschlagen, David aber hat zehntausend geschlagen.'' Doch alles das hatte ihn nicht hochmütig gemacht. Er blieb in seinen Augen ein ,,armer, geringer Mann." - Nach vielen Jahren treffen wir David wieder an. Er hatte unterdessen den Königsthron bestiegen, viele Völker besiegt und die Grenzen des Reiches Israel weiter ausgedehnt, als je ein König vor ihm oder nach ihm. Nun sehen wir ihn bei der Einholung der Bundeslade. Er gibt seiner Freude Ausdruck, indem er mit dem einfachen Volk vor der Bundeslade hertanzt. Seine stolze Frau Michal verspottet ihn darüber. Er aber spricht: ,,Ich will noch geringer werden als diesmal und will niedrig sein in meinen Augen.'' - Wohl dem, der mit David auf der Demutsleiter hinabsteigt in die rechte Herzensniedrigkeit. Gott tut ihm die Schatzkammer seiner besten Segnungen auf und erhält ihm seine Gnade.

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Beitragvon Peter01 » 24.02.2013 07:05

A.Christlieb

Saul hat sich beim Gerät versteckt. 1. Sam. 10, 22 Saul hatte sich ein Siegeszeichen aufgerichtet. 1. Sam. 15, 12

In 1. Sam. 18, 23 sehen wir Davids Demutsleiter, hier sehen wir Sauls Hochmutsleiter. Auch Saul war einmal klein und demütig gewesen. Bei der Königswahl hatte er sich versteckt. Er wollte verborgen bleiben. Eine selige Stellung, auf Ruhm und Anerkennung zu verzichten. Aber Saul blieb nicht in dieser Niedrigkeit. Wie ganz anders steht er jetzt da. Er hat das mächtige Volk der Amalekiter vernichtend geschlagen. Das ist ihm zu Kopf gestiegen. Er sehnt sich nicht mehr, wie bei der Königswahl, nach Verborgenheit. Er richtet sich selbst ein Siegeszeichen auf. Er möchte seinen Ruhm für die Zukunft gesichert sehen. Seines Namens Gedächtnis soll erhalten bleiben, seine Heldentaten der Nachwelt kundgetan werden. Er ist nicht mehr derselbe, der sich beim Gerät versteckt hatte. Er ist auf eine gefährliche Höhe geraten, von der er herabstürzte ins Verderben. Der Gott, von dem es heißt: ,,Was hoch ist unter den Menschen, das ist ein Greuel vor Gott" (Luk. 16, 15), verwarf ihn. - Daß aber wirklich allein sein Hochmut ihn gestürzt hat, beweist das Wort Samuels, das er Saul in Gottes Auftrag sagt: ,,Ist es nicht also? Da du klein warst vor deinen Augen, wurdest du das Haupt unter den Stämmen Israels. Nun aber hat dich Gott verworfen, daß du nicht König seiest" (1. Sam. 15, 17 u. 23). - Saul hat viele Nachfolger. Tausende klettern ihm, ohne es zu ahnen, auf seiner Hochmutsleiter nach. Es ist die gefährlichste Leiter, die es gibt. Man versteigt sich darauf in ausweglose Felshöhen und erlebt zuletzt totbringenden Absturz. - Wir müssen wählen, wem wir folgen wollen, dem David oder dem Saul. Der Zeitgeist lockt uns in falsche Höhen, Gottes Geist in die Herzensdemut, die der Heiland uns vorgelebt hat. Wollen wir ihm nicht folgen?

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Beitragvon Peter01 » 25.02.2013 06:59

C.H.Spurgeon

,,Siehe, Gehorsam ist besser denn Opfer." 1 Sam. 15, 22.


Saul hatte den Befehl empfangen, alle Amalekiter samt ihrem Vieh zu vertilgen. Statt zu gehorchen, verschonte er den König und gestattete seinen Männern, was gute Schafe und Rinder und gemästet war, zu behalten. Als er darüber zur Verantwortung gezogen ward, gab er vor, es sei geschehen um des Opfers willen des Herrn; aber Samuel antwortete ihm sogleich mit der Versicherung, daß Opfer keine Tat der Verachtung göttlicher Gebote zu entschuldigen vermöchten. Der Ausspruch unsrer Schriftstelle ist wert, mit goldenen Buchstaben gedruckt und vor den Augen des heutigen abgöttischen Geschlechtes aufgehängt zu werden, das so sehr darauf erpicht ist, den selbsterwählten Gottesdienst zu schmücken, und daneben die Gebote Gottes verachtet. Es komme nie aus eurem Gedächtnis, daß es euch besser ist, ihr haltet euch unentwegt in den Wegen der Gebote eures Heilandes, als daß ihr dem äußerlichen Gepränge des Gottesdienstes nachhängt; und daß es besser ist, mit aufmerksamem Ohre auf seine Befehle zu achten, als das Fett der Widder oder andre wertvolle Gaben zu bringen und auf seinen Altar zu legen. Wenn ihr ermangelt, das geringste der Gebote Christi, die Er seinen Jüngern gegeben hat, zu erfüllen, so bitte ich euch: Widerstrebet nicht länger. Alle eure vergebliche Anhänglichkeit an euren Meister und alle eure Taten, durch die ihr Gott zu gefallen sucht, sind kein Ersatz für euren Ungehorsam. ,,Gehorsam", auch in den geringsten und unbedeutendsten Dingen, ,,ist besser denn Opfer," und wäre es noch so reich. Redet mir nicht von feierlichen Gesängen, von herrlichen Gewändern, von Weihrauch und Leuchtern; das erste, was Gott von seinem Kind verlangt, ist Gehorsam. Und wenn ihr euren Leib brennen ließet, und gebet alle eure Habe den Armen, würdet aber nicht achten auf eures Herrn Gebote, so wären euch alle eure Anstrengungen nichts nütze. Es ist etwas Seliges darum, wenn man sich lehren läßt als ein kleines Kind; aber es ist noch viel köstlicher, wenn man das Gelernte pünktlich vollbringt. Wie viele schmücken ihre Tempel und füllen ihren Priestern die Hände, wollen aber dem Wort des Herrn nimmer gehorchen! Meine Seele, komme du nicht in ihren Rat. Herr, weise mir Deinen Weg, und leite mich auf richtiger Bahn!

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Peter01
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Beitragvon Peter01 » 26.02.2013 06:40

W.MacDonald

»Siehe, gehorchen ist besser als Schlachtopfer, Aufmerken besser als das Fett der Widder.« 1. Samuel 15,22

Gottes Anweisungen für König Saul waren klar: Erschlage die Amalekiter und vernichte all ihren Besitz. Alles, ohne Ausnahme. Mach keine Beute. Aber Saul verschonte König Agag und die jeweils besten Schafe, Ochsen, Mastkälber und Lämmer.

Als Samuel Saul am Morgen in Gilgal begegnete, verkündete Saul selbstbewußt, daß er genau das getan habe, was der Herr befohlen hatte. Aber in diesem Augenblick stimmte ein »Stallchor« sein Oratorium an - Schafe blökten, und Ochsen brüllten. Äußerst peinlich!

Samuel wollte natürlich wissen, warum die Schafe blökten, wenn Saul sie alle getötet hatte. Der König versuchte daraufhin seinen Ungehorsam zu verschleiern, indem er dem Volk die Schuld gab und sie gleichzeitig unter einem religiösen Vorwand entschuldigte. Er sagte: »Aber das Volk hat von der Beute genommen: Schafe und Rinder, das Beste vom Gebannten, um es dem Herrn, deinem Gott, in Gilgal zu opfern.«

In diesem Augenblick schleuderte ihm der Prophet Gottes die schneidenden Worte ins Gesicht: »Siehe, Gehorchen ist besser als Schlachtopfer, und Aufmerken besser als das Fett der Widder. Denn wie Sünde der Wahrsagerei ist Widerspenstigkeit, und der Eigenwille wie Abgötterei und Götzendienst.«

Gehorsam ist wichtiger als Rituale, Opfer und Gaben. Ich hörte einmal von einer Familie, die ihre Mutter mit kühler Verachtung und Ungehorsam behandelte, solange sie lebte. Als sie aber starb, kleidete man ihren Leichnam in einem echten Dior-Kostüm. Ein verachtenswerter und vergeblicher Versuch, Jahre der Rebellion und Respektlosigkeit wiedergutzumachen!

Oft hört man, wie Menschen ihre unschriftgemäßen Auffassungen oder unschriftgemäßen Verbindungen damit verteidigen, daß sie dadurch angeblich mehr Einfluß ausüben können. Doch Gott läßt sich durch solche Scheinargumente nicht betrügen. Er will unseren Gehorsam - um unseren Einfluß kümmert Er sich schon. In Wirklichkeit ist es so, daß unser Einfluß dann negativ ist, wenn wir ungehorsam sind. Nur wenn wir in Gemeinschaft mit dem Herrn wandeln, können wir auf andere einen Einfluß im Sinne Gottes ausüben.

William Gurnall sagte einmal: »Opfer ohne Gehorsam ist Frevel.« Und es ist noch weitaus schlimmer, wenn wir unseren Ungehorsam mit einem frommen religiösen Vorwand tarnen. Gott läßt sich nicht hinters Licht führen.


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