Andachten zum zweiten Buch Samuel!

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Peter01
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Beitragvon Peter01 » 30.04.2013 05:55

W.MacDonald

»Und David sagte: Gibt es vielleicht noch jemand, der vom Haus Sauls übriggeblieben ist, damit ich Gnade an ihm erweise um Jonathans willen ?« 2. Samuel 9,1

Mephiboseth war ein Enkel von König Saul, der wiederholt versucht hatte, David zu töten. Er kam also aus einer rebellischen Familie, die zu erwarten hatte, daß sie ausgelöscht wurde, sobald David auf den Königsthron kam. Außerdem war Mephiboseth noch ein hilfloser Krüppel, da seine Amme ihn fallen gelassen hatte, als er noch klein war. Die Tatsache, daß er im Haus von jemand anders in Lo-dabar wohnte (was »keine Weide« bedeutet), läßt darauf schließen, daß er auch verarmt war. Lo-dabar war auf der Ostseite des Jordan und daher weit weg von Jerusalem, dem Ort, wo Gott wohnte. Es war also kein Verdienst an Mephiboseth, womit er Davids Gnade hätte erreichen können.

Doch trotz alledem erkundigte sich David nach ihm, schickte Botschafter nach ihm aus, ließ ihn in den königlichen Palast bringen, versicherte ihm, daß er nichts zu fürchten hätte, machte ihn reich mit dem ganzen Landbesitz Sauls, gab ihm ein Gefolge von Knechten, die ihn bedienen sollten, und ehrte ihn mit einem Platz am Tisch des Königs, wo er immer zusammen mit den Königssöhnen sitzen durfte.

Warum zeigte David einem Mann, der eigentlich unwürdig war, soviel Barmherzigkeit, Gnade und Mitgefühl? Die Antwort hieß: »um Jonathans willen«. David hatte mit Jonathan, dem Vater Mephiboseths, einen Bund geschlossen, daß er nie aufhören wollte, seiner Familie Gutes zu erweisen. Das war ein bedingunsgsloser Bund der Gnade (s. dazu 1. Samuel 20,14-17).

Mephiboseth erkannte das, denn als er zum ersten Mal vor den König geführt wurde, warf er sich vor David auf die Erde und sagte, daß »ein toter Hund« wie er solche Freundlichkeit gar nicht verdiene.

Es sollte uns nicht schwerfallen, uns selbst in diesem Bild wiederzufinden. Wir sind als rebellierende, sündige Menschen geboren worden, die schon von Anfang an unter dem Todesurteil stehen. Wir wurden von der Sünde moralisch verbogen und gelähmt. Auch wir wohnten in einem Land, das »keine Weide« hatte, wir waren geistlich verhungert. Und wir waren nicht nur verurteilt, hilflos und verarmt, sondern auch weit weg von Gott, ohne Christus und ohne Hoffnung. Es war nichts an uns, was Gottes Liebe und Freundlichkeit hätte auf sich ziehen können.

Und doch suchte Gott nach uns, Er fand uns, erlöste uns von der Angst vor dem Tod, segnete uns mit allen geistlichen Segnungen in den himmlischen Örtern, führte uns an Seinen festlichen Tisch und erhob das Banner Seiner Liebe über uns. Und warum tat Er das alles? Er tat es um Jesu Christi willen. Und es geschah wegen Seines Gnadenbundes, unter dem er uns in Christus schon auserwählt hatte vor Grundlegung der Welt.

Unsere einzig richtige Antwort darauf ist, uns vor Ihm niederzuwerfen und zu sagen: »Was ist Dein Knecht, daß Du Dich einem toten Hund zugewandt hast, wie ich einer bin?«


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