Andachten zum zweiten Buch Samuel!

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Joschie
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Andachten zum zweiten Buch Samuel!

Beitragvon Joschie » 05.04.2013 19:47

C.H.Spurgeon

2Sam 1,26 ,Deine Liebe ist mir sonderlicher gewesen, denn Frauenliebe."

Kommt, teure Seelen, und lasset uns reden von der sonderlichen Liebe, nicht Jonathans, sondern Jesu, jedes von uns aus seiner Erfahrung. Wir wollen nicht reden von dem, was man uns gelehrt hat, sondern von dem, was wir gekostet und erfahren haben, von der Liebe Christi. Deine Liebe zu mir, o Jesu, war sonderlich und wunderbar. Da ich, ein Fremdling, ferne von Dir irrte und den Willen des Fleisches und der Vernunft tat, nach den vorigen Lüsten, bewahrte Deine Liebe mich vor der Versuchung der Sünde, die den Tod gebiert, und behütete mich vor selbstverschuldetem Verderben. Deine Liebe hielt die Axt auf, wenn die Gerechtigkeit sprach: ,,Haue ihn um! was hindert er das Land?" Deine Liebe führte mich in die Wüste, öffnete mir die Augen, daß ich meine Blöße erkannte, und brachte mir die Schuld meiner Sünde zum Bewußtsein und ließ mich die Last meiner Gottlosigkeit empfinden. Deine Liebe redete freundlich mit mir, da ich ganz ermattet war vor Elend: ,,Komm zu mir, so will ich dir Ruhe geben." O, wie unvergleichlich war Deine Liebe, da Du in einem Augenblick mich abwuschest von allen meinen Sünden, da Du meine befleckte Seele, die rosinfarben war vom Blut meiner Missetat und schwarz vom Kot meiner Übertretung, weiß machtest gleich dem frischgefallenen Schnee und weiß wie die reinste Wolle. Wie hast Du doch Deine Liebe so zärtlich gegen mich bezeugt, da Du mir zuhauchtest: ,,Ich bin dein, und du bist mein." Wie lieblich waren Deine Worte, wenn Du sprachst: ,,Der Vater selber hat dich lieb." Und welche liebliche Augenblicke waren das, wo Du mir holdselig redetest von der ,,Liebe des Geistes." Nie soll meine Liebe die Stunden der Gemeinschaft vergessen, wo Du Dich mir offenbartest. Hatte nicht Moses eine Kluft im Felsen, von wo aus er Gott vorüberziehen sah und Ihm hinten nachschaute? Auch wir bergen uns in den Spalten eines Felsens, von wo aus wir den vollen Glanz Gottes in der Person Jesu Christi betrachten. Gedachte nicht David der Zuflucht der Gemsen, des Landes am Jordan und Hermonim? Auch wir reden von Stätten, die unserm Gedächtnis teuer sind, teuer und gesegnet wie jene. Süßer Herr Jesu, gib uns einen neuen Erquickungstrank Deiner sonderlichen Liebe.
Tod, wo ist dein Stachel? Totenreich, wo ist dein Sieg? 1Kor 15,55

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Peter01
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Beitragvon Peter01 » 08.04.2013 11:33

C.H.Spurgeon

,,Weißt du nicht, daß hernach möchte mehr Jammer werden?" 2 Sam. 2, 26.


Wenn du, lieber Freund, weiter nichts bist, als ein Bekenntnischrist, und nicht ein lebendiger Bekenner des Glaubens, der in Christo Jesu ruht, dann gewähren dir die folgenden Zeilen ein getreues Bild deines Ausgangs. Du bist ein fleißiger Besucher der Gottesdienste, du gehst, weil andre auch gehen, nicht weil dich dein Herz zu Gott zieht. Das ist dein Anfang. Ich will voraussetzen, daß dir während der nächsten zwanzig oder dreißig Jahre zugelassen wird, fortzufahren wie jetzt, und du äußerlich Gott bekennst durch den Gebrauch der Gnadenmittel, ohne daß du von Herzen bei der Sache bist. Tritt leise auf, denn ich will dich ans Sterbebett eines solchen führen, der in deinen Wegen wandelte. Wir wollen ihn vorsichtig betrachten. Ein klebriger Schweiß steht auf seiner Stirn, und er wacht auf mit dem Schrei: ,,Ach Gott, wie ist das Sterben so schwer! Habt Ihr zu meinem Seelsorger geschickt?" ,,Ja, er kommt." Der Seelsorger erscheint. ,,Ach! ich fürchte, ich muß sterben!" ,,Habt Ihr eine lebendige Hoffnung?" ,,Ich kann das nicht sagen. Ich fürchte mich, vor Gott zu treten; ach, beten Sie für mich." Das Gebet wird mit tiefem Ernst gesprochen, und der Weg des Heils wird ihm zum zehntausendstenmal angepriesen; aber ehe er das Rettungsseil ergreifen kann, sinkt er unter. Ich kann meine Finger auf diese kalten Augenlider legen, denn sie sehen hienieden nie wieder etwas. Aber wo ist der Mensch, und wo sind des Menschen rechte Augen? Es steht geschrieben: ,,Als er nun in der Hölle und in der Qual war, hob er seine Augen auf." Ach! warum hat er seine Augen nicht vorher aufgehoben? Weil er so daran gewöhnt war, das Evangelium zu hören, daß seine Seele darüber einschlief. Ach, wenn auch du deine Augen dort erst aufheben solltest, wie bitter müßten deine Tränen sein! Des Heilands eigne Worte mögen dir die Qual schildern: ,,Vater Abraham, erbarme dich meiner, und sende Lazarum, daß er das Äußerste seines Fingers ins Wasser tauche und kühle meine Zunge; denn ich leide Pein in dieser Flamme." Es liegt ein furchtbarer Ernst in diesen Worten. Mögest du sie nie lesen und aussprechen müssen unter dem glühenden Schein des Zornes Jehovahs. So bedenke denn beizeiten, was zu deinem Frieden dienet.

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Peter01
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Beitragvon Peter01 » 09.04.2013 07:38

C.H.Spurgeon

,,Und David fragte den Herrn." 2 Sam. 5, 23.

Als David den Herrn damals fragte, da hatte er gerade gegen die Philister gestritten und einen entscheidenden Sieg errungen. Die Philister waren heraufgekommen mit großen Haufen, aber unter dem Beistand Gottes hatte sie David zerstreut. Beachtet aber wohl, daß, als die Philister zum zweiten mal kamen, David ihnen nicht in den Kampf entgegenzog, ohne den Herrn zuerst zu fragen. Das erste Mal war er siegreich gewesen, und er hätte sagen mögen, wie in ähnlichen Fällen viele andre: ,,Es wird mir wieder gelingen; ich kann mich darauf verlassen, daß ich nach dem ersten Sieg noch einmal die Oberhand gewinne. Warum soll ich mich jetzt aufhalten lassen und erst den Herrn fragen?" Aber nicht also David. Er hatte die eine Schlacht gewonnen durch des Herrn Macht; er wollte keine zweite wagen, ohne sich auf gleiche Weise zu versichern. Er fragte: ,,Soll ich hinaufziehen wider die Philister?" Er hielt zurück, bis Ihm Gottes Antwort ward. Lerne von David, daß du nichts unternimmst ohne Gott. Lieber Christ, wenn du willst den Pfad deiner Pflicht kennen lernen, so nimm Gott zum Führer; willst du dein Schifflein durch die dunklen Wogen lenken, dann vertraue das Steuer der Hand des Allmächtigen an. Mancher Klippe kannst du entgehen, wenn du dem Vater die Führung übergibst; manche Sandbank und manche Untiefe wird gefahrlos umgangen, wenn du seinem unumschränkten Willen und Wort gehorsam dich unterwirfst. ,,Wenn ein Christ sein Glück will selber schmieden, klopft er sich gewiß auf die Finger," sagten die alten Puritaner; und es liegt eine große Wahrheit darin. Wir müssen auf Gottes Führung mit uns achten; und verzieht die Vorsehung, so warte auch du, bis daß sie kommt. Wer der Vorsehung vorauseilen will, ist froh, wenn er wieder zu ihr zurückkehren und ihr nachlaufen darf. ,,Ich will dich unterweisen, und dir den Weg zeigen, den du wandeln sollst," lautet Gottes Verheißung an sein Volk. Darum wollen wir all unsre Nöten vor Ihn bringen und zu Ihm sagen: ,,Herr, was willst Du, daß ich tun soll?" Gehe heute nicht aus deinem Kämmerlein, ohne daß du den Herrn fragst. ,,Was mein Gott will, gescheh' allzeit, Sein Wille ist der beste; Zu helfen ist Er dem bereit, Der an Ihn glaubet feste."

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Beitragvon Peter01 » 10.04.2013 08:15

C.H.Spurgeon

,,Und wenn du hören wirst das Rauschen auf den Wipfeln der Maulbeerbäume einhergehen, so säume nicht. 2 Sam. 5, 24.

Die Glieder der Gemeinde Christi sollten recht gebetsfertig sein und allezeit danach verlangen, daß die Salbung des heiligen Gottes auf ihren Seelen ruhe, daß das Reich Christi komme, daß sein ,,Wille geschehe auf Erden wie im Himmel;" es gibt aber Zeiten, wo Gott sein Zion ganz besonders zu segnen scheint, und solche Zeiten sollten ihnen sein wie ,,das Rauschen auf den Wipfeln der Maulbeerbäume." Dann sollten wir noch einmal so eifrig sein im Gebet, noch einmal so inbrünstig, dann sollten wir ernstlicher ringen vor dem Gnadenthrone als sonst. Dann handelt sich's um rasche und entschlossene Tat. Die Zeit entflieht, wir müssen uns mit Mannesmut durch die Brandung zum Ufer hinüberkämpfen. O, daß doch ein Pfingstsegen und eine Pfingstarbeit uns zuteil würde! Lieber Christ, du hast Zeiten, wo du ,,hörest das Rauschen auf den Wipfeln der Maulbeerbäume einhergehen." Dir ist eine ganz besondere Kraft des Gebets geschenkt; der Geist Gottes gibt dir Freude und Frieden; das Wort ist dir ein offenes Buch; du kannst dir die Verheißungen aneignen; du wandelst im Licht vor Gottes Angesicht, du hast einen freieren Zugang zum Gnadenthron und eine innigere Gemeinschaft mit Christo als sonst. Siehe, in solchen Zeiten besonderer Gnadenheimsuchungen, wo du ,,hörest das Rauschen auf den Wipfeln der Maulbeerbäume einhergehen," mußt du dich stärken; dann ist der rechte Augenblick gekommen, wo du diese und jene böse Gewohnheit ablegen kannst, weil Gott, der Heilige Geist, deiner Schwachheit zu Hilfe kommt. Spanne dein Segel, aber bedenke: ,,Die Anker kann ich lichten, Die Segel kann ich richten; Doch muß, soll's etwas frommen, Der Wind von oben kommen." Dennoch sorge, daß du deine Segel aufziehst. Laß den günstigen Wind nicht umsonst wehen aus Mangel an Vorsicht und Bereitschaft. Suche Gottes Beistand, daß du deine Pflicht treuer erfüllen mögest, wenn dein Glaube gestärkt wird, daß du treuer werdest im Gebet, wenn dir ein freierer Zugang zum Thron der Gnade geschenkt ist; daß du in deinem Wandel dich mehr heiligen lässest, wenn du in engerer Gemeinschaft mit Christo lebst.

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Beitragvon Peter01 » 11.04.2013 11:18

C.H.Spurgeon

Und sie stellten die Lade Gottes auf einen neuen Wagen. 2 Sam. 6, 3.

Aber das göttliche Gesetz vergessend, nahmen sie die Lade und stellten sie auf einen neuen Wagen, der zu diesem Zweck gemacht worden war. Ohne Zweifel dachten sie, daß sie zu schwer sei, um von den Priestern kilometerweit getragen werden zu können, oder aber sie hatten das göttliche Gesetz ganz vergessen und ahmten dem Beispiel der Philister nach. Es ist eine schlimme Zeit für das Volk Gottes, wenn es sein eigenes Urteil aufstellt und es unterläßt, dem göttlichen Gesetz unbedingten Gehorsam zu leisten.

Als die Lade auf den Schultern von Männern getragen wurde, kam es nicht darauf an, ob es bergauf oder bergab ging, ob der Weg rauh oder eben war - die Lade wurde wie die Sänfte eines Königs getragen. Aber setzt sie auf den Wagen - ob sie auch meinen mochten, daß das besser aussehe -, dann holpert es hier, und es holpert da, und sie droht beständig herunterzufallen.

Wenn wir ein Wort der Schrift ändern, bringen wir uns selbst in Unruhe. Wir mögen das anfangs nicht einsehen, aber mit der Zeit finden wir es gewiß heraus. Ändere ein Wort, und du gerätst in eine Schlinge und in ein Labyrinth, und Gott helfe dir, den Weg wieder heraus zu finden, denn du selbst findest nicht wieder heraus. Stehe zu Gottes Wort, und du stehst sicher. Ändere einen Punkt auf einem i, und du befindest dich in Feindesland und kannst dich nicht schützen. Wenn wir uns auf die Schrift verlassen können, können wir der Welt trotzen; wenn wir aber nichts haben als das Werk eines großen Predigers oder den Beschluß eines Konzils oder die Tradition der Väter, so sind wir verloren; wir versuchen, aus Sand ein Seil zu winden, und wir bauen ein Kartenhaus, das einstürzen muß. Die Bibel, die ganze Bibel und nichts als die Bibel ist die Religion der Gemeinde Christi. Und solange wir nicht dahin zurückkehren, wird die Kirche zu leiden haben. Sie wird die Lade nicht auf den Berg Zion bringen; sie wird Christi Reich nicht kommen sehen, bis sie mit jenen Rindern und dem neuen Wagen gebrochen hat und zurückkehrt zu dem Plan des Neuen Testaments, sich beharrlich an die Wahrheit zu klammern, wie sie in Jesu ist, und ernstlich um den Glauben zu kämpfen.

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Beitragvon Peter01 » 12.04.2013 05:31

C.H.Spurgeon

Und da sie kamen zu Tenne Nachons, griff Usa zu und hielt die Lade Gottes. 2 Sam. 6, 6.

Die Lade wurde von Rindern gezogen, und da es im Morgenland keine gebahnten Wege gibt, sondern nur hier und da eine Wagenspur, so ging der Wagen einmal schief, und die Lade schwankte, und als sie auf den Platz Chidon kamen, wo der Weg besonders uneben sein mochte, kippte der Wagen fast um, und die Lade kam in Gefahr, herunterzufallen. So dachte wohl Usa, und er streckte seine Hand aus, faßte die Lade an, um sie zu halten, und er wurde auf der Stelle geschlagen und starb daselbst vor Gott. Die Prozession hielt inne, und statt des Freudenjubels gab es Kummer und Tränen, und selbst der König schien seinem Gott zu zürnen, weil er dachte, daß Gott hart gegen sein Volk handelte.

Aber wir lernen aus dieser Geschichte, daß alle Abweichungen von der geschriebenen Offenbarung Gottes unrecht sind. In der Gemeinde Christi ist die Idee aufgetaucht, daß viele Dinge, die in der Schrift gelehrt werden, nicht wesentlich sind und daß wir sie eben ein wenig dahin abändern können, daß sie uns passender werden, und daß, wenn wir nur in den Fundamentalwahrheiten richtig stehen, die anderen Dinge von keinem Belang und Wert für uns sind.

Nun blickt auf unser Bild und laßt diesen Irrtum für alle Zeit fahren. Es erschien dem Volk Israel als etwas sehr Gleichgültiges, ob die Lade auf den Schultern von Männern getragen oder ob sie auf einem Wagen gefahren werde. ,,Es kommt nicht darauf an," sagten sie. ,,Es ist ja wahr, daß Gott uns gesagt hat, daß sie von Leviten getragen werden soll; aber was hat das zu bedeuten, solange sie überhaupt nur getragen wird? Es wird alles ganz richtig sein. Wir wollen das so machen und den Modus abändern; das macht ja nichts aus." Ja, aber es machte etwas aus! Denn gerade infolge dieser Abänderung, die sie an Gottes Gesetz vornahmen, geschah es, daß die Lade anfing, zu schwanken, und daß Usa versucht wurde, seine Hand danach auszustrecken und sie anzurühren, so daß der Tod Usas die Bestrafung des ganzen Volkes dafür wurde, daß sie es versäumt hatten, die präzisen Gesetze Gottes in ihren Einzelheiten zu beobachten.

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Beitragvon Peter01 » 15.04.2013 05:38

W.Nee

Und an jenem Tage fürchtete sich David vor dem Herrn. 2. Samuel 6,9

Wir alle finden wahrscheinlich diese Geschichte von Ussas tragischem Tod betrüblich. Für die Beförderung der Lade Gottes, »die nach dem Namen genannt ist«, hatte David einen Wagen genommen und hatte damit unwissentlich gesündigt. Dem Anschein nach war es eine sehr sichere Transportart, aber der Menschen Absichten, so gut sie auch sein mögen, erweisen sich immer als fehlerhaft. Die Rinder stolperten, die Lade schwankte, und Ussa faßte sie an, damit sie nicht herabfiel. Er tat es in gutherziger Absicht, zu Gottes Ruhm

- und starb auf der Stelle. Kein Wunder, daß David bestürzt war! Die Lade beschützte Israel, nicht Israel die Lade. Gott ist durchaus in der Lage, sich selbst zu schützen. Vieles, was Gott tun will, tun Menschen; oft, wenn wir auf ihn blicken sollten, daß er spreche, sprechen wir selbst; wir arrangieren Dinge, wo wir warten müßten, daß Gott sie arrangiert. »Weshalb sollte ich nicht predigen?« protestieren wir und predigen. Das ist der Fehler, den wir bei unserem Dienst begehen. Ist nicht fast jeder von uns schon bei diesem Unrecht ertappt worden? Aber Gott sei Dank - wenn wir unsere Sünden bekennen, ist er treu und gerecht und vergibt uns!

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Beitragvon Peter01 » 16.04.2013 05:34

Ch.Spurgeon

"Als aber David umkehrte, sein Haus zu segnen, ging Michal, die Tochter Sauls, ihm entgegen und sprach: Welche Ehre hat sich heute der König Israels erworben, daß er sich heute vor den Mägden seiner Knechte entblößte." 2. Samuel 6,20

Die Prüfung Davids kam von einer Seite, von der er sie am wenigsten erwartete. Unsere besten Freunde fügen uns oft den tiefsten Schmerz zu. Ist nicht für manche christliche Frau ihr Mann der größte Feind ihres Glaubens gewesen, und hat nicht mancher christliche Mann empfunden, daß ihm die Gefährtin seines Herzens das größte Hindernis auf dem Weg zum Himmel war? Es gibt manchen jungen Mann, dessen Herz voll Freude erfüllt ist, nachdem er die frohe Botschaft der Gnade gehört hat. Er hat alle seine Sorgen und seine Not vergessen. Aber vielleicht ist es sein eigener Bruder, der ihn verlacht und ihn einen Narren nennt. Die Welt nimmt an, daß kein vernünftiger Mensch Christ sein kann; an ewige Dinge zu denken, sei der höchste Grad der Torheit. Für eine kurze Stunde seine Gedanken von der Erde abzukehren und über ewiges nachzusinnen, sei das Kennzeichen des Wahnsinns!

Nun, nach unserem Urteil ist der Wahnsinn auf der anderen Seite. Wenn wir die flüchtigen Dinge dieses Lebens und die Wirklichkeiten des künftigen Lebens auf der Waage des Gerichts abwägen, findet sich der Wahnsinn bei den Verächtern und nicht bei uns.

Es muß Kriege und Kämpfe, Widerstand und Streit geben, solange in der Welt zwei Arten von Menschen und zwei Naturen existieren. Das war die Prüfung, die David zu erdulden hatte.

Ich möchte eure Aufmerksamkeit darauf lenken, wie besonders schwer diese Prüfung gewesen sein muß. Natürliche Zuneigungen sind mit tausend Fasern so in die Seele verwoben, daß sie nicht leicht zerbrochen werden können. Sie sind so zart wie die feinsten Nerven und können nie verletzt werden, ohne größte Schmerzen zu verursachen. David mußte daran denken, daß Michal die Freude seines Herzens war und sie ihm im Grunde eine gute Frau gewesen ist. Sie hatte einst ihr eigenes Leben für sein Leben aufs Spiel gesetzt. Doch jetzt ist die Freude seines Herzens die Feindin seiner Seele geworden.

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Beitragvon Peter01 » 17.04.2013 08:50

A.Christlieb

Ich bin ein armer, geringer Mann. 1. Sam. 18, 23 Ich will noch geringer werden als diesmal. 2. Sam. 6, 22 Saul hat sich beim Gerät versteckt. 1. Sam. 10, 22 Saul hatte sich ein Siegeszeichen aufgerichtet. 1. Sam. 15, 12

Hier werden uns gleichsam zwei Leitern gezeigt: die sehr empfehlenswerte Davidsleiter und die gefährliche Saulsleiter. Die Davidsleiter ist die Leiter hinab in die Demut. David liebte die Demut von Anfang an. Als man ihn nach dem Sieg über Goliath ermunterte, um die Hand der Königstochter zu werben, die ihm als Siegespreis doch zustand, gab er zur Antwort: ,,Dünkt es euch ein Geringes, des Königs Schwiegersohn zu sein? Ich bin ein armer und geringer Mann." Wie tief läßt uns dieses Wort in Davids Herz schauen. Er war durch den Propheten Samuel in Gottes Auftrag feierlich zum König in Israel gesalbt worden. Er hatte den Riesen Goliath überwunden, vor dem das ganze Heer Israels gezittert hatte. Im ganzen Lande hatte sich das Lied herumgesungen: ,,Saul hat tausend geschlagen, David aber hat zehntausend geschlagen.'' Doch alles das hatte ihn nicht hochmütig gemacht. Er blieb in seinen Augen ein ,,armer, geringer Mann." - Nach vielen Jahren treffen wir David wieder an. Er hatte unterdessen den Königsthron bestiegen, viele Völker besiegt und die Grenzen des Reiches Israel weiter ausgedehnt, als je ein König vor ihm oder nach ihm. Nun sehen wir ihn bei der Einholung der Bundeslade. Er gibt seiner Freude Ausdruck, indem er mit dem einfachen Volk vor der Bundeslade hertanzt. Sein stolzes Weib Michal verspottet ihn darüber. Er aber spricht: ,,Ich will noch geringer werden als diesmal und will niedrig sein in meinen Augen.'' - Wohl dem, der mit David auf der Demutsleiter hinabsteigt in die rechte Herzensniedrigkeit. Gott tut ihm die Schatzkammer seiner besten Segnungen auf und erhält ihm seine Gnade.

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Beitragvon Peter01 » 18.04.2013 13:46

C.Eichhorn

Ein schönes Ziel Ich will noch geringer werden denn also und will niedrig sein in meinen Augen und mit den Mägden, davon du geredet hast, zu Ehren kommen. 2. Sam. 6, 22

Immer geringer - immer größer. Dies sind zwei entgegengesetzte Linien, in denen sich die Menschen bewegen. Die Ziele der Weltmenschen gehen nach Ehre bei den Menschen, nach Reichtum und Wohlergehen; es sind Diesseitsziele, bei denen man nur das Eigene im Auge hat. Da dreht sich alles um die eigene Ehre, den eigenen Vorteil, um Großwerden und Zurgeltungkommen. Das normale Wachstum von Gottesmenschen besteht in zunehmendem Kleinerwerden. Ein Apostel Paulus nennt sich im Brief an die Korinther den "geringsten unter den Aposteln", später im Brief an die Epheser "den geringsten unter allen Heiligen", zuletzt im Brief an Timotheus "den vornehmsten unter den Sündern". Je tiefer man in das eigene Herz und Leben blickt mit allen Schwächen, Mängeln und Versäumnissen, desto niedriger schätzt man sich ein. Je mehr man in die Liebe Gottes eindringt, desto tiefer empfindet man das eigene Nichts, die gänzliche Unwürdigkeit und Abscheulichkeit des eigenen Wesens. Man stellt sich über niemand mehr. Man kann den Tiefstgesunkenen an die Seite treten. David mischte sich, als die Bundeslade feierlich eingeholt wurde, unter die kleinen Leute, als wäre er einer von ihnen. Ja, er tanzte vor der Bundeslade im Überschwang heiliger Freude; dann er hatte Jehova herzlich lieb, eben weil er sich all seiner Gnade so ganz unwert fühlte. Es war ihm so groß, daß Jehova ein Auge auf ihn geworfen und ihn zum Fürsten seines Volkes erwählt hatte. Er vergaß ganz seine königliche Stellung. Anders Michal, seine Frau. Sie war hochmütig und kalt. Sie verdachte es ihrem Mann schwer, daß er sich vor dem geringen Volk so erniedrigt und seine Würde nicht gewahrt hatte. Sie empfing ihn mit bitteren, höhnischen und kränkenden Reden. David brauste nicht auf; denn er war demütig und der Gnade seines Gottes voll. Er will noch tiefer heruntersteigen und mit (wörtl. besser "mit" statt "bei") den Mägden, von denen Michal so verächtlich geredet hat, zu Ehren kommen. Von Michal und allen hochmütigen Geistern wird David wegen seiner Selbsterniedrigung verachtet. Doch an der Geltung bei der stolzen Welt liegt ihm nichts. Die Ehre bei den Gottesfürchtigen, die im Durchschnitt kleine Leute sind, gilt ihm mehr. Hochmütige stellen sich selbst kalt. Demütige finden Herzen, die sich ihnen anschließen, von denen sie geliebt und geschätzt werden. "Michal blieb unfruchtbar ihr Leben lang." Das war die Strafe für ihren Hochmut.

Will gar nichts mehr sein, nichts gelten, auf Jesum nur wart' ich still, wie er mich, den armen Scherben, noch irgend gebrauchen will. Entleert lieg' ich ihm zu Füßen, bis er mich erfüllet mit Öl, daß einzig sein Leben mög' fließen in Strömen von Leib und von Seel'.

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Beitragvon Peter01 » 19.04.2013 08:21

Ch.Spurgeon

"Ich will noch geringer werden als diesmal und niedrig sein in meinen Augen." 2. Samuel 6,22

Wie reagierte David auf die Spottrede seiner Frau? Zog er sich zurück und handelte als Feigling, beugte er seinen Rücken der Geißel des Tadels und gab auf? Nein, er sprach freimütig: "Ich will noch geringer werden als diesmal und niedrig sein in meinen Augen."

Gott gebe, daß ihr denselben Entschluß faßt. Wenn immer die Welt euch tadelt, sagt: "Ich danke dir für das Wort, ich will danach streben, es noch besser zu verdienen. Ich will noch fester werden; du sollst noch mehr Mißfallen empfinden, wenn du willst." Geht vorwärts, statt nachzugeben. Zeigt euren Feinden, daß ihr kein Zurückweichen kennt, daß ihr nicht aus dem weichen Holz dieser neuen Zeit geschnitzt seid.

Um euch herum seht ihr eine Menge Personen, die Männer genannt werden, sich aber stets nach der Windrichtung drehen. Ich bitte Gott, wirkliche Männer zu senden, Männer, die konsequent für das eintreten, was sie als das Rechte erkannt haben; Männer, die nur noch beharrlicher werden, wenn Schwierigkeiten im Weg stehen und ausgeräumt werden müssen; die treuer zu ihrem Herrn halten, wenn man sich ihnen widersetzt; die, je mehr sie niedergetreten werden, desto mächtiger in der Verteidigung der Wahrheit gegen den Irrtum werden.

Der Verfolger gleicht einer Brennessel. Berührt ihr sie sanft, dann sticht sie euch, aber greift ihr sie fest an, dann kann sie euch nicht verletzen. Packt die, die euch widerstehen, nicht mit brutaler Rache, sondern mit dem starken Griff ruhiger Entscheidung, und ihr habt den Sieg errungen. Gebt keinen Grundsatz auf. Steht für jedes einzelne Korn der Wahrheit auf; streitet dafür wie für euer Leben; gedenkt eurer Vorväter, an die, die mit Verachtung aus der christlichen Kirche ausgestoßen wurden, weil sie sich nicht den Irrtümern ihrer Zeit beugen wollten. Sollten euch diese weichen Zeiten zu feigen Söhnen heldenmütiger Väter machen? Wenn ihr außer Prüfungen grausamen Spottes nichts zu erdulden habt, nehmt sie geduldig hin, tragt sie freudig, und ihr werdet glücklich sein, die Verachtung unseres Herrn teilen zu dürfen.

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Beitragvon Peter01 » 22.04.2013 11:29

W.MacDonald

»Michal aber, die Tochter Sauls, hatte kein Kind bis zum Tage ihres Todes.« 2. Samuel 6,23

David floß über vor Begeisterung, als er die Bundeslade nach Jerusalem brachte, und sie in das Zelt gestellt wurde, das er speziell dafür vorbereitet hatte. Der König spürte, daß dies eine seiner größten Errungenschaften und einer der herrlichsten Augenblicke seiner Laufbahn war, und so tanzte er mit aller Kraft vor dem Herrn. Seine Frau Michal verspottete ihn für dieses ihrer Meinung nach unwürdige Verhalten. Als direkte Konsequenz ihrer Kritik bekam sie bis zu ihrem Tod kein Kind. Wir lernen daraus, daß ein Kritikgeist zu Unfruchtbarkeit führt. Natürlich reden wir dabei nicht über aufbauende Kritik. Wenn Kritik berechtigt ist, sollten wir sie dankbar annehmen und daraus Nutzen ziehen. Es gibt wenige Freunde im Leben, die uns genügend lieben, um an uns hilfreiche Kritik zu üben.

Aber negativ ausgerichtete Kritik kann sich katastrophal auswirken. Sie kann das Werk Gottes in jemandes Leben zerstören und jahrelanges Wachstum in wenigen Minuten zunichtemachen. In der Geschichte mit David ist die Lade ein Bild auf Christus, und die nach Jerusalem gebrachte Lade spricht von Christus, der im menschlichen Herzen Seinen Thron einnimmt. Wenn das geschieht, kann der vom Heiligen Geist erfüllte Gläubige nicht anders, als seiner überströmenden Freude Ausdruck zu geben. Das erweckt oft die Feindschaft von Ungläubigen und manchmal auch die Verachtung anderer Christen. Doch diese kritische Haltung führt unvermeidlich zu Unfruchtbarkeit.

Sie kann nicht nur im persönlichen Leben Unfruchtbarkeit bewirken, sondern auch in einer örtlichen Versammlung. Nehmen wir zum Beispiel eine Versammlung, wo die jungen Leute einer unaufhörlichen Sturzflut von Kritik unterworfen sind. Sie werden wegen ihrer Kleidung zur Rechenschaft gezogen, wegen ihrer Haartracht, ihrer öffentlichen Gebete, ihrer Musik. Anstatt sie geduldig zu führen und zu belehren, erwarten die Leiter von ihnen, daß sie von einem Augenblick auf den anderen erwachsen werden. Bald bleiben die jungen Menschen weg und gehen in andere Gemeinden, wo ihnen mehr Verständnis entgegengebracht wird, und die Versammlung stirbt bei lebendigem Leib.

Wir sollten uns von dem Beispiel Michals warnen lassen, daß ein solcher Richtgeist nicht nur seine Opfer verletzt, sondern sich auch an dem rächt, der ihn ausübt. Diese Vergeltung besteht in geistlicher Unfruchtbarkeit.

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Beitragvon Peter01 » 23.04.2013 09:30

C.H.Spurgeon

,,Tue, wie Du geredet hast." 2 Sam. 7, 25.

Gott hat seine Verheißungen nicht dazu gegeben, daß wir sie wie wertloses Papier wegwerfen; Er will, daß wir sie brauchen. Gottes Geld ist nicht Geiz-Geld, sondern es ist zum Handel gemünzt. Nichts gefällt unserm Herrn besser, als wenn Er sieht, daß seine Verheißungen in Umlauf gesetzt werden; Er hat's gern, wenn seine Kinder sie vor Ihn bringen und sagen: ,,Herr, tue, wie Du geredet hast." Wir verherrlichen Gott, wenn wir uns auf seine Verheißungen berufen. Oder meint ihr, Gott werde darum ärmer, daß Er euch die Schätze schenkt, die Er euch zugesagt hat? Träumet ihr, Er sei umso minder heilig, wenn Er euch Heiligung schenkt? Bildet ihr euch ein, Er sei umso minder rein, wenn Er euch abwäscht von euren Sünden? Er hat gesagt: ,,Kommt und laßt uns mit einander rechten, spricht der Herr. Wenn eure Sünde gleich blutrot ist, soll sie doch schneeweiß werden; und wenn sie gleich ist wie Rosinfarbe, soll sie doch wie Wolle werden." Der Glaube hält fest an der Verheißung der Vergebung, und wankt nicht, noch spricht er etwa: ,,Das ist eine köstliche Verheißung; ist's auch Ernst damit?" sondern er geht damit geradeswegs vor den Gnadenthron und spricht: ,,Herr, hier ist die Verheißung; so tue denn, wie Du geredet hast." Unser Herr antwortet: ,,Dir geschehe, wie du willst." Wenn ein Christ eine Verheißung ergreift, und doch nicht zu Gott bringt, so verunehrt er Ihn; wenn er aber zum Gnadenthron eilt und schreit: ,,Herr, ich bringe keine andre Empfehlung mit, als das: Du hast's gesagt;" so ist die Erfüllung seines Begehrens gesichert. Unser himmlischer Bankier löst seine Sichtwechsel mit größter Freude ein. O, laß doch die Verheißung nicht verrosten. Ziehe das Wort der Verheißung aus der Scheide und gebrauche es mit heiligem Eifer. Meine nicht, Gott werde ob deinen zudringlichen Mahnungen an seine Verheißungen ungeduldig. Er hört den lauten Notschrei heilsbedürftiger Seelen so gern! Es ist Ihm eine Wonne, Gnade zu erweisen. Er ist bereitwilliger zu Erhören, als ihr zum Flehen. Die Sonne wird nicht müde zu scheinen, noch der Quell zu sprudeln. Es liegt in Gottes Natur, daß Er seine Verheißungen erfüllt; darum eile unverweilt zum Gnadenthron und flehe: ,,Tue, wie Du geredet hast!"

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Beitragvon Peter01 » 24.04.2013 05:38

D.Rappard

Nun, Herr, tue, wie Du geredet hast. 2. Sam. 7,25.

David mußte auf den langgehegten Wunsch verzichten, dem Herrn einen Tempel zu bauen, aber Gott läßt seinem Knecht, der trotz vieler Mängel doch mit ganzem Herzen an ihm hängt, verkündigen, daß Er ihm ein Haus bauen und bis in ferne Zeiten seinen Nachkommen gnädig sein wolle. Und nun nimmt David diese Verheißung hinein in die Gegenwart seines Gottes, wie jemand heutzutage einen mit Namensunterschrift versehenen Wechselschein an der Bank vorweist und ohne irgendwelchen Zweifel darauf zählt, daß ihm der Geldwert ausgehändigt wird. Herr, tue, wie Du geredet hast!

So muß man es machen, um glaubensvoll und erhörlich zu beten. Die Bibel, das göttliche Scheckbuch, um bei diesem Bilde zu bleiben, ist voll der herrlichen Verheißungen, die jedem unserer Bedürfnisse entsprechen: vom verborgensten Sehnen nach Vergebung und Frieden bis zum einfachsten Mangel an Nahrung und Kleidung, vom heißen Ringen um das Seelenheil unserer Geliebten bis zum priesterlichen Einstehen für die Not der Welt. Freilich heißt es, auf Gottes Stunde warten. Aber wenn wir i n J e s u N a m e n b e t e n (Namensunterschrift) als solche, die einzig auf sein Verdienst vertrauen, so dürfen wir voll Zuversicht beten: Herr, tue, wie Du geredet hast!

Meines Gottes Wort wird nie gebrochen; Darauf kann mein schwaches Herz sich lehnen. ,,Vater!" ruf ich oft, ob auch mit Tränen, ,,Vater, tue es, Du hast's versprochen!"

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Peter01
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Beitragvon Peter01 » 29.04.2013 10:48

A.Christlieb

Wie erlangt man Gebetsmacht? »Denn du, Herr Zebaoth, du Gott Israels, hast das Ohr deines Knechtes geöffnet und gesagt: Ich will dir ein Haus bauen. Darum hat dein Knecht sein Herz gefunden, daß er dies Gebet zu dir betet« (2. Sam. 7, 27).

Wer möchte gern das Geheimnis der wahren Gebetsmacht erfassen? David verrät es uns mit den Worten: »Du, Gott, hast das Ohr deines Knechtes geöffnet.« David will damit sagen, daß Gott ihn mit seinem Willen bekannt gemacht habe und daß er deshalb mit solcher Zuversicht und Gewißheit habe beten können. Hier liegt ein Hinweis für uns alle: Wer gern mit solcher Zuversicht wie David beten lernen möchte, der suche recht in den Willen Gottes einzudringen. Wer erst gewiß geworden ist über den Willen Gottes, der bekommt große Macht im Gebet. Als Elia jenes Gebet betete, durch das er den Himmel zuschloß, daß kein Regen kam (Jak. 5, 17; 1. Kön. 17, 1), da war er über den Willen Gottes völlig klar. Ein deutliches Schriftwort hatte Regenmangel vorausgesagt, wenn Israel zu den Götzen abfiele (5. Mose 11, 16 u. 17). Als Daniel ein Herz fand, jenes inbrünstige Gebet zum Himmel zu senden, durch welches er um Beendigung der Babylonischen Gefangenschaft bat, hatte er zuvor im Propheten Jeremia sich von dem Willen Gottes überzeugt, daß nach siebzig Jahren dieses Gefängnis enden solle (Dan. 9, Jer. 25, 11 u. 12). Und als die Beterschar vor Pfingsten auf dem Söller zusammenstand, um die Ausgießung der Kraft von oben zu erflehen, da hatten sie Jesu Wort unter den Füßen: »Ihr sollt in der Stadt Jerusalem bleiben, bis daß ihr angetan werdet mit Kraft aus der Höhe« (Luk. 24, 49). Gibt es auch für uns klare Gottesworte, die uns Macht geben, mit bestimmten Bitten vor Gott zu treten? Gewiß gibt es solche: »So jemand unter euch Weisheit mangelt, der bitte Gott, der da gibt einfältig jedermann« (Jak. 1, 5). Nicht um schnelle Errettung aus allen Anfechtungen sollen die Christen beten, aber um Weisheit, damit ihr Glaube bewährt wird, Geduld wirkt und einst gekrönt werde.

»So denn ihr, die ihr arg seid, könnt euren Kindern gute Gaben geben, wie viel mehr wird der Vater im Himmel den Heiligen Geist geben denen, die ihn bitten« (Luk. 11, 13)! Dieses Wort redet besonders eindringlich zu uns. Schon ein armes Weib, wie die verschmachtende Sklavin Hagar in der Wüste, sagte angesichts der Not ihres sterbenden Sohnes: »Ich kann nicht ansehen des Knaben Sterben« (1. Mose 21, 16). Und da sollte der Vater im Himmel nicht danach verlangen, daß er seinen Geist, das wahre Quellwasser, in unsere verdurstenden Seelen gebe? Bittet doch mehr um den Pfingstgeist auf Grund der Heiligen Schrift! »Weiter sage ich euch: Wo zwei unter euch eins werden auf Eden, worum es ist, das sie bitten wollen, das soll ihnen widerfahren von meinem Vater im Himmel« (Matth. 18, 19). Ihr Eltern, die ihr eins werdet, Gottes Eingreifen im Leben eurer Kinder zu erflehen, ihr Christen, die ihr gemeinsame Hindernisse niederringen wollt, die dem Wort und der Ehre Gottes im Wege stehen blickt auf dieses Wort! Wie oft wurden zwei eins, um irdischen Gewinn zu machen! Weshalb hört man so selten von solchen, die zu gemeinsamem Flehen sich zusammentun? Noch viele andere Stellen können uns das Ohr wecken: »Das ist der Wille Gottes, eure Heiligung« (1. Thess. 4, 3), sagt die Schrift. Laßt uns schreien um Heiligungskräfte auf Grund des Wortes Gottes! »Auch ist's vor eurem Vater im Himmel nicht der Wille, daß jemand von diesen Kleinen verloren werde« (Matth. 18, 14). Laßt uns für die Kinder beten, daß Seelenschäden von ihnen ferngehalten werden! Laßt uns bitten, daß Gottes Wort laufe und gepriesen werde (2. Thess. 3, 1), bitten um Arbeiter in die Ernte (Matth. 9, 38), um Ausbreitung des Reiches Gottes in alle Länder hinein, bitten um unserer eigenen Seele Errettung! Laßt uns wie David sprechen: »Mein Herz hält dir vor dein Wort: "Ihr sollt mein Antlitz suchen." Darum suche ich auch, Herr, dein Antlitz« (Ps. 27, 8). Wer sich im Gebet auf das Wort und den Willen Gottes stützt, der wird große Siegeskräfte darin erlangen.


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