"Quellwasser" Andachten von H. F. Kohlbrügge

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"Quellwasser" Andachten von H. F. Kohlbrügge

Beitragvon Joschie » 01.05.2013 07:11

Hallo Ihr!

Ab heute werden die "Q u e l l w a s s e r" Andachten von Pastor H. F. Kohlbrügge hier im Forum reingesetzt. Wir bedanken uns besonders bei Thomas Karker für die Genehmigung, dass wir diese von ihm bearbeiteten Andachten, hier im Bifo-Forum als Lesung benutzen können.

Vorwort.

Quellwasser nennt sich dies Buch. Es will nichts anderes sein, als was sein Name besagt, Wasser aus der Quelle. Die Quelle ist und bleibt Gottes Wort; aus dem Wort quillt das Wasser, das uns treue Zeugen zugedient haben. Unter diesen war es gewisslich auch Pastor Dr. Kohlbrügge, aus dessen Predigten die einzelnen Abschnitte genommen sind. Wie selten einer, weiß er hart angefochtene und betrübte Sünderherzen zu trösten aus der Fülle des Trostes Gottes, den er selbst bekommen hat. Der schrecklichen Tatsache der Sünde und der gänzlichen Verdorbenheit des menschlichen Wesens sieht er fest ins Auge und bei der Erkenntnis der Unverbrüchlichkeit des Gesetzes Gottes weiß er nur eine Lösung, Christus, der uns von Gott gemacht ist zur Weisheit und zur Gerechtigkeit und zur Heiligung und zur Erlösung. Was die Auswahl des Stoffes selbst anbelangt, so weiß der Herausgeber es zu gut, dass sie Mängel hat. Mancher, der Kohlbrügge’s Predigten kennt und liebt, wird dieses und jenes vermissen. Aber bei der Fülle des Stoffes war es nicht möglich, alle Wünsche zu berücksichtigen. Auch die Auswahl der Liederstrophen, die nicht von Kohlbrügge stammen, wird manches zu wünschen übriglassen. Der Herausgeber hat sich redlich bemüht, das Beste zu bringen. Der Verteilung der Abschnitte ist das bürgerliche Jahr zugrunde gelegt. Daraus folgt der Übelstand, dass die beweglichen Feste nicht oder doch sehr selten mit dem Datum der Abschnitte übereinstimmen. Als erster Tag des Osterfestes ist der 7. April als das mittlere Datum gewählt worden, der auch nach astronomischen Berechnungen der erste Ostertag gewesen sein dürfte. Es beginnen darnach die Passionsbetrachtungen (Sonntag Invokavit) mit dem 25. Februar, die Osterzeit mit dem 7. April, die Pfingstzeit mit dem 26. Mai und der erste Advent mit dem 1. Dezember. Gott begleite das Buch mit seinem Segen!
De r He rau s g e b e r
Tod, wo ist dein Stachel? Totenreich, wo ist dein Sieg? 1Kor 15,55

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"Quellwasser" Andachten von H. F. Kohlbrügge

Beitragvon Joschie » 01.05.2013 07:16

Leben und Wohltat hast du an mir getan, und dein Aufsehen bewahret meinen Odem.
Hiob 10,12


Aber auch welch eine Wohltat, dass der treue Hirte sowohl ungebahnte als gebahnte Wege mit uns geht, dass es mit uns durch allerlei Trübsal, Leiden und Not, durch allerlei Versuchung, ja Heimsuchung hindurchgeht, dass wir in dem Ofen des Elendes uns mehr als einmal befinden müssen; denn wie würden wir sonst auserwählt gemacht? Wie kann das Gold gereinigt werden, wenn nicht in dem Tiegel? Alle Ursache haben wir und werden wir endlich finden, ihm namentlich für solche Trübsal zu danken mit Harfenspiel und zu sagen: Du hast mich treulich gedemütigt. In dem Wege des Leidens und der Schmerzen lernen wir es, dass unsere himmlischen Güter die allein bleibenden sind, dass sie nicht abnehmen, dass wir sie dereinst in ungestörtem Genuss besitzen und uns derselben in ewiger Ruhe erfreuen werden. O, diese Gewissheit, dass wir diese ein für allemal erlangten Güter so wenig verlieren werden, wie wir sie auch nie verlieren wollen. Große Dinge hat der Herr an uns getan, noch größere hat er uns verheißen: Ruhe von aller sauern Arbeit und Mühe, vollkommene Befreiung von jeder Dienstbarkeit, völlige Sicherheit vor allem, was uns hienieden noch Furcht einjagt. Und die Tränen wird er bald abtrocknen von allen Augen, und aus dem Tode ist Auferstehung da, und nach der Auferstehung heißt es zu allem Volk: Gehet ein in die Freude meines Vaters. Das ist eine Freude, die alles übersteigt, welche ungeschwächt bleibt und weder Maß noch Ende kennt.

O ja, das hat der Herr getan!
Wir staunen auch dies Wunder an
und stehen da und sehn erfreut
auf ihn, den Herrn der Herrlichkeit,
der den Gefangnen Freiheit sendet,
an allen bald sein Heil vollendet.
Du kannst es tun, du, dessen Hand
uns Bäche schafft im dürren Sand.
Tod, wo ist dein Stachel? Totenreich, wo ist dein Sieg? 1Kor 15,55

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Quellwasser" Andachten von H. F. Kohlbrügge

Beitragvon Joschie » 02.05.2013 17:11

Wer will uns scheiden von der Liebe Gottes?
Röm. 8,35a


Ist der Glaube und die Gewissheit da: Ich habe alle deine Sünden hinter meinen Rücken geworfen und gedenke ihrer in Ewigkeit nicht mehr, sind uns die Kleider des Heils und der Rock der Gerechtigkeit angezogen, ist uns der Glaube geschenkt worden, dass wir gnädiglich bedeckt worden sind, – da, hilf Gott! da macht sich der von dem Herrn Zebaoth gestrafte Satan samt Welt, Sünde, Not und Tod und das ganze Lager derer, die aus Werken selig werden wollen, rasch auf die Beine, verschreien solchen Glauben als falsch; was man lehrt und bezeugt, soll ketzerisch heißen, und es soll dagegen des Teufels eigene Gerechtigkeit die wahre Gerechtigkeit, seine gottlose Frömmigkeit und Werke die wahre Heiligung sein, so dass mit einem mal der Schwierigkeiten so viele werden, dass man sich nicht weiß zu drehen noch zu wenden und einem alle Sinne vergehen. So ist es denn ein schweres und dem Menschenkinde unmögliches Stück zu glauben, und ebenso ein schweres und dem Menschen unmögliches Stück, bei dem wahren Glauben zu beharren. Denn die den wahren Glauben nicht haben, und denen es nicht um die Beharrung geht, können immerdar glauben und verstehen nichts von der Anfechtung, auch nichts davon, wie schwer es fällt, bei dem Glauben zu beharren; den Aufrichtigen hingegen tut es fortwährend von neuem Not befestigt zu werden. Und das ist sein Wort und sein Eidschwur: Wahrlich, segnend will ich dich segnen. Davon wissen wir denn, dass nichts uns scheiden können wird von der Liebe Gottes, welche in Christo Jesu ist, wie Paulus Römer 8 schreibt.

Ist Gott für mich, so trete
gleich alles wider mich;
so oft ich ruf' und bete,
weicht alles hinter sich;
hab' ich das Haupt zum Freunde
und bin geliebt bei Gott,
was kann mir tun der Feinde
und Widersacher Rott?
Amen
Tod, wo ist dein Stachel? Totenreich, wo ist dein Sieg? 1Kor 15,55

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Beitragvon Joschie » 03.05.2013 15:31

Wer will verdammen? Christus ist hier, der gestorben ist, ja vielmehr, der auch auferwecket ist, welcher ist zur Rechten Gottes und vertritt uns. Röm. 8,34


Diesen Hohenpriester, sein Opfer, sein Blut, alles das, was er getan und gelitten hat, sieht der Vater an und um deswillen vergibt er uns unsere Sünden und rechnet uns dieselben nicht zu, sondern rechnet uns die vollkommene Genugtuung Christi zu, wie geschrieben steht: Wer will die Auserwählten Gottes beschuldigen? Gott ist hier, der da gerecht macht. Darum dürft ihr, Kinder Gottes, eure ewige, stete, tägliche, stündliche Versöhnung mit Gott für gewiss halten, und sollt nicht daran zweifeln, da ihr vernehmet, wie unser teurer Herr sein Amt, das die Versöhnung dargestellt hat, ohne Aufhören bei dem Vater verwaltet, und zwar nach dem vollkommenen Wohlgefallen des Vaters, der mit einem Eide geschworen, dass er angenommen hat, annimmt und annehmen wird seinen Sohn, so oft er als Bürge und Hoherpriester für sein Volk eintritt. Wir haben doch alle Ursache, uns solchem treuen und unermüdeten Fürsprecher mit allem Vertrauen des Herzens zu ergeben und uns auf ihn zu verlassen, indem er sich in solcher Macht und Herrlichkeit des Wohlgefallens des Vaters befindet. Wer im Himmel und auf Erden und in der Hölle vermag mit Erfolg aufzutreten gegen diejenigen, für welche Christus nunmehr eintritt? Wer hat noch Macht und Befugnis zu verklagen und zu verdammen, wo wir einen solchen Anwalt haben, der da aufweist, dass er in der Person des Sünders dem Gesetz genug getan, und der nicht leiden kann, dass auch nur die geringste Anschuldigung, es sei vom Satan, vom Gewissen oder von der Sünde gegen die Seinen stehen bleibe.

Deines Volkes werte Namen
trägest du auf deiner Brust,
und an den gerechten Samen
denkest du mit vieler Lust;
du vertrittst, die an dich gläuben,
dass sie dir vereinigt bleiben,
bittest in des Vaters Haus
ihnen eine Wohnung aus.
Amen
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Beitragvon Joschie » 04.05.2013 17:35

Sie sprach: Ja, Herr; aber doch essen die Hündlein von den Brosamlein, die von ihrer Herren Tisch fallen.
Matth. 15,27


Durch ihr, „ja Herr und doch“, auf ihr Bekenntnis: Ich bin ein Hund, durch ihr Bestehen nicht auf Recht, sondern auf Gnade, und auf ihre Bitte nur um die Brosamen, also nur um das, was sonst den Geringsten zuteil zu werden pflegt, trug sie nach so vieler Anfechtung, und nachdem sie viermal zurückgeschlagen war, den Sieg davon. O Weib, sprach der Herr, dein Glaube ist groß, dir geschehe, wie du willst. Da hören die Notleidenden, dass, wenn sie glauben, sie bekommen, was sie wollen. Der Herr preist den Glauben der Frau und gibt ihr auf diesen Glauben hin, was sie will. Er sagt es aber aus, dass sie ihren Willen auf den Glauben hin tat. Er sagt nicht: dir geschehe, was ich will, sondern: was du willst. – Wollt ihr von Teufel, Sünde und Tod, wollt ihr aus der Not des Leibes und der Seele errettet sein, wollt ihr die Errettung eurer eigenen Seele oder die Errettung der Euren, indem ihr oder sie vom Teufel oder sonstiger Not übel geplagt seid, so kommt zu dem Herrn mit dem Glauben, dass er der alleinige Erretter und Nothelfer sei, und haltet bei ihm mit eurer Bitte an; und wollt ihr den großen Glauben haben, welchen das kanaanäische Weib hatte, so macht es wie sie. Solchem Glauben steht nichts im Wege, was nicht aus dem Weg müsste, und ihm wird das Unmögliche möglich.

Glaube nur, glaube nur,
wenn das Kreuz auch hart dich drückt
und auf deinen Trübsalswegen
tränenvoll dein Auge blickt
aus nach Hilfe, Heil und Segen!
Zeigt von Hilfe sich auch keine Spur,
glaube nur, glaube nur!
Amen
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Beitragvon Joschie » 05.05.2013 11:50

Und Jesus sprach zu ihm: Wenn ihr nicht Zeichen und Wunder sehet. so glaubet ihr nicht.
Joh. 4,48


Doch, wozu dem geängsteten Vater eine so raue Antwort? Hat der Herr denn nicht gesagt: Wer zu mir kommt, den will ich nicht hinausstoßen? Und abermals: Kommet her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid, ich will euch erquicken? – Zeichen und Wunder sehen, ja das will Fleisch und Blut, und dann glauben. Gott ist dazu gut genug, um der äußeren Not abzuhelfen, Geld in den Beutel, Brot in den Schrank zu bringen, Kranken beizustehen und sie gesund zu machen, dem Menschen zu dienen mit gutem Rat und Hilfe zum fleischlichen und vergänglichen Vorteil. Ja, er soll mit dem Evangelio allen zu Dienst sein, um ihnen die Furcht vor der Strafe abzunehmen. – Wohlan, Gott lässt die Sonne am Himmel und noch so viele andere Sonnen scheinen über Gute und Böse. und lässt regnen über Gerechte und Ungerechte. Mit denen aber, die er auserwählt hat zum Glauben, zum wahrhaftigen Glauben, geht er einen gar andern Weg. Sie sollen die Stöße und Püffe ertragen lernen, womit Gottes treue Hand sie in die tiefste Tiefe ihres Verderbens und ihrer Verlorenheit hinabstößt, auf dass ihr Glaube geläutert und bewährt werde. Dazu soll der Ofen des Elendes noch siebenmal heißer brennen. Bitten nun die Auserwählten Gott, er wolle ihnen die Not vom Halse nehmen, so legt er ihnen eine andere Not noch obendrein drauf, so dass es wohl hart hergeht. Der Herr gibt es aber den Seinen zu glauben, er sei doch größer und mächtiger als ihre Verlorenheit. In solchem Glauben spricht der Königische zu Jesu: Herr, komm hinab, denn mein Kind stirbt.


Lass sein Antlitz sich verstellen,
ist sein Herz doch treu gesinnt
und bezeugt in allen Fällen,
dass ich sein geliebtes Kind,
dem er beide Hände reicht,
wenn auch Grund und Boden weicht.
Amen
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Beitragvon Joschie » 06.05.2013 15:21

Und er glaubte mit seinem ganzen Hause.
Joh. 4,53b


Welch ein schönes Vorbild ist dieser Königische den Hausvätern, dass sie dem Herrn auf sein Wort glauben, und das Wort Christi reichlich unter ihnen wohnen lassen, auf dass das ganze Haus, die Mutter und die Kinder und die Diener alle an den Herrn glauben. Es fehlt keinem von uns an Beweisen, die der Herr gibt, dass sein Name groß ist, dass sein Name Erbarmer ist, aber nicht alle glauben mit ihrem ganzen Hause an den Herrn. Das kommt, soweit dies am Hausvater liegt, daher, dass der Mensch auf das Irdische und das Sichtbare zu sehr bedacht ist. Möchten die Hausväter lernen, mehr für ihre Söhne anhalten, so wie für sich selbst, und Gottes Gebot und Wort im Hause herrschen lassen, aber nicht der Kinder Sinn und Wille, viel weniger ihre eigene Verkehrtheit. Möchten wir alle von unserm geistlichen Fieber und von der Todesgefährlichkeit dieses Fiebers mehr überzeugt sein. Nur so kommen wir zu Jesu und finden auf unsern Glauben hin Genesung und völlige Bestätigung unseres Glaubens; und wo wir diese haben, da ist auch Freudigkeit da, um unsern Glauben zu bekennen. Das Haus dieses Königischen war ein gesegnetes Haus. Ein solches Haus beschere die allmächtige Gnade den Hausvätern der Gemeinde, die es noch nicht so haben.

O selig Haus, wo man dich aufgenommen,
du wahrer Seelenfreund, Herr Jesu Christ,
wo unter allen Gästen, die da kommen,
du der gefeiertste und liebste bist;
wo aller Herzen dir entgegenschlagen
und aller Augen freudig auf dich sehn,
wo aller Lippen dein Gebot erfragen
und alle deines Winks gewärtig stehn.
Amen
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Beitragvon Joschie » 07.05.2013 08:53

Das ist meine Freude, dass ich mich zu Gott halte und meine Zuversicht setze auf den Herrn.
Psalm 73,28


Ja, wo willst du bleiben, wo willst du hin, wie soll es kommen, wie wird es gehen? denkt die Seele und denkt nicht an Gott, nicht an Gott allein. Ist er denn nicht der Herr, so dass alles seinem Befehl unterworfen ist, dass er Macht hat, um den Elenden zu helfen und niederzustoßen alles, was sich wider ihn erhebt, was wider seine Wahrheit sich empört, und Schutz zu sein allen, die auf ihn vertrauen und auf seine Hilfe hoffen? Ist er nicht der treue Bundesgott, der da selig macht nach seiner Fürsehung und erhält nach seiner Vorsehung? Er hat geschworen: Ich werde sein, der ich sein werde. So hat er sich seinem Volke bekannt gemacht, dass er es durch Mose aus Ägypten führte. So sprach er zu dem Volk: Ich werde sein. Ich lebe heute, schlaft ruhig, ich lebe morgen und übermorgen auch. Denkst du: Ach, am Ende hält es doch nicht, und ich gehe doch noch verloren und muss unterliegen in dem Streit. Aber Gott spricht: Ich habe einen ewigen Bund gemacht mit meinem Gesalbten, und in ihm bist du jetzt schon gekrönt. So setze ich meine Zuversicht auf den Herrn und sehe die Wunder seines Tuns. Je mehr sie wüten und drängen, je mehr die Oliven und Trauben in die Presse kommen, um so mehr fließt köstlich Öl und Wein heraus. Glückliches Volk, des der Herr sein Gott ist, das da aufgenommen ist in den Bund ewiger Gnade, das Volk, von dem Hamans Weib schon erklärt hat, dass man wider dasselbe nichts vermöge, sondern vor ihm falle. Und der Herr hat daran sein Vergnügen, dass seine Schafe rein aussehen, Überfluss haben, gegen den Abend in den Stall kommen, und er ist Hüter in der Nacht.

Wenn ich merk auf Gottes Güte,
die er jeden Tag mir zeigt,
das erhebet mein Gemüte,
unter meiner Last gebeugt.
Oft besing ich in der Nacht
seine Liebe, seine Macht;
und ich bete nicht vergebens
zu dem Grotte meines Lebens.
Amen
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Beitragvon Joschie » 08.05.2013 08:31

Ich lasse dich nicht, du segnest mich denn.
1. Mose 32,27


Das sei unsere Parole, wenn wir nichts vor uns haben, als einen feindlichen Esau, wenn uns das Schrecklichste droht, Verlust von Habe, Leib und Leben, dass wir uns dennoch halten an sein Wort. Und das Wort ist wahr für euch, denen es drum geht, an Gnade festzuhalten, und so in allen Geboten Gottes zu leben, es komme dagegen auf, was da aufkomme. Denn es bleibt ja dabei, dass wir unser Leben lang mit unserer verkehrten Art zu streiten haben, dass wir stets geneigt sind zur Übertretung aller Gebote Gottes. Da heißt es dann oft: O Gott, hilf mir in solcher Not! O Gott, wenn du dieses schreckliche Tier der Leidenschaft bezwingen willst, so steht es ja bei dir. Und nun, da haben wir den starken Mann: „So, du erwartest von mir den Segen? von mir, der ich doch ausgegangen bin, dich zu verderben?“ – „Ja, eben von dir, denn wenn du solche Macht hast, um zu verderben, dann hast du auch Macht, um zu erretten. Wenn du solche Macht hast, um mich zu verfluchen und alle meine Gebeine zu zermalmen, dann hast du auch Macht, um mich zu segnen und mich wieder herzustellen. Hast du solche Macht, um mich in die Hölle zu betten, dann hast du auch Macht, mich in den Himmel zu setzen.“ So hat Jakob mit Gott und Menschen gerungen und ist obgelegen. Wer ist nun der Sieger? Ja, wer den Herrn Jesum also bekämpft, der bleibt Sieger. Das ist ja ein wunderbares Spiel, das er mit seinen Kindern hält. Er zeigt ihnen seinen gewaltigen Ernst, er züchtigt sie; fallen sie ihm aber um den Hals, so werden sie satt geküsst, und wo sie weinen, werden sie getröstet.

Weil, spricht der Herr, er mein begehrt,
mich über alles liebet,
er meinen Namen kennt und ehrt
und mir sich ganz ergibet:
so soll ihm, was er unternimmt
in allem wohl gelingen,
zur Herrlichkeit, für ihn bestimmt,
will ich ihn selber bringen.
Amen
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Beitragvon Joschie » 09.05.2013 17:19

Und als er an Pniel vorüber kam, ging ihm die Sonne auf; und er hinkte an seiner Hüfte.
1. Mose 32,31


Und er hinkte an seiner Hüfte. Was ist das? Nachdem Jakob den Segen bekommen, und der Herr wieder von ihm aufgefahren, fühlte er sich da nicht mit einer solchen Kraft umgürtet, fühlte er sich da nicht an allen Gliedern so gestärkt, dass er einem Simson ähnlich geworden, so dass er sich nun ganz auf seinen Arm verlassen konnte, dass, wenn Esau ihm etwas Arges zufügen wollte, er ihn auf der Stelle mit seinen Vierhundert zu Boden werfen konnte? Ach nein, wir lesen, dass Jakob an seiner Hüfte hinkte. Der gute Jakob! Mit gesunden Gliedern war er von Hause gegangen und mit gelähmter Spannader kam er wieder in seine Heimat. War nun das der Segen, dass er in seinem Gang gebrochen und gelähmt war? Welch eine Figur muss er mit diesem lahmen Gang gemacht haben vor dem prächtigen und rüstigen Esau, der in seinem Harnisch und seinen Waffen einherschritt als ein Fürst der Fürsten, ein Riese der Riesen. Sehet, das ist Gottes Weg mit allen seinen Heiligen; von ihnen allen muss es heißen: Der Gang, nicht der Wandel, der Gang ist schlecht, das Werk ist recht; denn das Werk, das mit ihnen ausgerichtet wird, ist Gottes Werk. Und das ist der wahrhaftige Segen Gottes, wenn er mein Fleisch und euer Fleisch so zunichte macht, dass es gar nichts mehr auf sich hat, und es sich bewähre, dass sein Wort, sein Segen alles allein bei den Seinen tut.

Herr, züchtigst du, dein Antlitz bleibt doch hold;
es tut mir wohl, von deiner Hand zu leiden.
Dann lern ich erst, was ich längst wissen sollt,
ich lerne mich an deinen Rechten weiden.
Das Herz bleibt leer bei Silber oder Gold,
doch dein Gesetz erfül1t's mit tausend Freuden.
Amen
Tod, wo ist dein Stachel? Totenreich, wo ist dein Sieg? 1Kor 15,55

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Beitragvon Joschie » 10.05.2013 19:41

Und Jakob hinkte an seiner Hüfte.
1. Mose 32,31


Wohl euch, wenn ihr nicht daran irre werdet, wie Gott seine Heiligen führt, so ihr acht habt auf das Wort Gottes; denn dasselbe belehrt uns, wie seine Heiligen heilig sind, und worin es liegt, dass die Gottlosen Gottlose sind. Die Gottlosen können immer voran und machen sich breit mit ihrem Tun; in ihren Herzen lebt das Ich, die eigene Kraft, eigene Frömmigkeit und Heiligkeit. Die Heiligen Gottes können nie voran, es ist ihnen alles immerdar aus den Händen genommen; Gott aber ist ihre Zuflucht und Stärke, ihr Licht und ihr Trost. Sie erwarten nichts von der Welt noch von sich selbst; sie vermögen nichts von sich selbst und haben keine Weisheit, haben auch keinen Glauben, wenn's drum geht, sondern sind immerdar voller Furcht, Zittern und Zagen, alles ängstigt sie; aber der Gott von Bethel hat ihnen in sich durchgeholfen und hilft ihnen durch. Deshalb solltest du ja nicht den Mut aufgeben, der du gar nicht mehr voran kannst und fühlst, dass dir die Hüfte gelähmt ist; denn sein Wort, sein Name, sein Segen wird's tun, dass ein Laban mit dir wird freundlich reden müssen, dass ein Esau ganz höflich mit dir wird verfahren müssen, dass du weder in der Löwengrube noch in dem glühenden Ofen umkommen wirst, und dass deine Höllenfahrt so wahrhaftig eine Himmelfahrt sein wird, als er gesagt hat:

Ich will den Hinkenden helfen, und wiederum:
Ich will die Lahme machen,
dass sie Nachkommen haben soll.
Mit unsrer Macht ist nichts getan,
wir sind gar bald verloren;
es streit für uns der rechte Mann,
den Gott selbst hat erkoren.
Amen
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Beitragvon Joschie » 11.05.2013 18:45

Unser Vater in dem Himmel.
Matth. 6,9


Das ist der Wille Gottes unseres Vaters, dass wir unserm Herrn Jesu Christo glauben, dass sein Vater unser Vater ist; und wer solches glaubt, der weiß wohl, dass er mit seinen Werken sich Gott nicht zum Vater macht, sondern dass es eine freie Erbarmung ist, dass wir Gott als unsern Vater anrufen dürfen; und freie Erbarmung schließt alles Werk, alle Heiligkeit, alle Tugend, alles was ein Mensch für Frömmigkeit und Andacht hält, völlig aus, und ist es allein die Gnade Christi, welche von seinen Lippen und aus dem Herzen des Vaters heraus des Vaters Herz uns öffnet und zu uns bringt, dass wir darin geborgen seien, dass wir uns solcher Gnade von Herzen freuen, auch alle Abhilfe freudig dort uns holen gegen alle Not Leibes und des Lebens. Die demnach den Willen des Vaters tun, tun darin des Vaters Willen, dass sie sich nicht gebärden, als seien sie Kinder, sich auch darauf nichts einbilden, dass sie Kinder sind, sich auch nicht abplagen in selbstgewähltem Glauben; denn kein liebender Vater will, dass sein Kind sich selbst martere mit Scheintugend, Scheinfrömmigkeit, Scheinglaube und selbsterwähltem Wirkungskreise, um den Vater sich gewogen zu machen, sondern das sind die rechten Kinder, die nicht einmal wissen, dass sie Kinder sind, wie es die Pharisäer wissen, sondern sich freuen bei dem Bangen ihres, Herzens ob dem Funde dieser hehren Gnade, dass ihnen der Herr gesagt, sie dürfen unser Vater rufen, und können es gar nicht begreifen, weshalb sie dies tun dürfen, tun es aber ihrer großen Not wegen, und weil der Herr es gesagt, und schreien: Abba, wie die kleinen Kindlein, die sonst nichts zu sprechen
verstehen.


Vater unser im Himmelreich,
der du uns alle heißest gleich.
Brüder sein und dich rufen an
und willst das Beten von uns han:
gib, dass nicht bet' allein der Mund,
hilf, dass es geh' von Herzensgrund.
Amen
Tod, wo ist dein Stachel? Totenreich, wo ist dein Sieg? 1Kor 15,55

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Beitragvon Joschie » 12.05.2013 17:02

Dein Name werde geheiligt.
Matth. 6,9


Wir sind sehr glücklich daran, wenn Gott unsere Bitte erhört, welche er uns zu beten gegeben, auch wenn wir sie nicht verstehen. Denn solange unser Name noch etwas gelten soll bei oder neben dem Namen unseres Vaters in den Himmeln, solange werden wir, was wir uns auch einbilden mögen, nie wahrhaftige Ruhe oder Rast haben, sondern uns zerarbeiten in der Menge unserer Wege, und werden erfahren müssen, dass, wie wir uns auch auf den Kindesnamen gestützt, wir ohne Gesetz gelebt haben; und kommt dann das Gebot, so wird sich die Sünde zeigen in allerlei Gestalt und Macht, und wir werden dabei umkommen, es sei denn, wir werfen unsere Namen ganz dahin und beten von Herzensgrund: Es sei dein Name geheiligt. Das ist ein köstliches Ding, so zu beten und gar nicht zu fragen nach unserm oder aller anderen Leute Namen, Macht oder Autorität. Und muss auch unser Name dabei vor andern zunichte werden, so dass er als etwas Böses verworfen wird und man den Namen Teufel tragen muss, so dass er gar verworfen ist und an den Pranger gestellt wird, da gibt's doch endlich viele, denen der Name, welcher allein groß gemacht, von welchem allein auch gepredigt sein soll, durch solches Zeugnis bekannt wird, Arme und Elende, verwaiste Leute, die sonst gar keinen Namen haben, woran sie sich halten, worauf sie sich berufen, dem sie sich vertrauen können, und diese heiligen den Namen mit und sehen allein in diesem Namen völlige Errettung.

Geheiligt werd der Name dein,
dein Wort bei uns hilf halten rein,
dass wir auch leben heiliglich,
nach deinem Namen würdiglich.
Behüt uns, Herr, vor falscher Lehr,
das arm, verführte Volk bekehr.
Amen
Tod, wo ist dein Stachel? Totenreich, wo ist dein Sieg? 1Kor 15,55

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"Quellwasser" Andachten von H. F. Kohlbrügge

Beitragvon Joschie » 13.05.2013 17:55

Dein Reich komme.
Matth. 6,10


Das Reich unseres himmlischen Vaters ist ein Reich der Gnade, worin alle seine Untertanen alles umsonst bekommen und wohnen ein jeglicher unter seinem Weinstock und unter seinem Feigenbaum, und ist des edlen Glaubensgoldes genug da und Silber wie Straßensteine, wie wir denn des Silbers brauchen, um durchzukommen durch dieses Leben. Darum hat auch unser Herr gesagt: Bittet, so wird euch gegeben, suchet, so werdet ihr finden, klopfet an, so wird euch aufgetan. Wir sollen deshalb nur beten, dass sein Reich gekommen sei, so wird er wohl wissen, wie er das Regiment in demselben zu führen habe. Halte du dich nur fleißig an dem: Unser Vater in den Himmeln und bestehe auf diesem herrlichen, tröstlichen Namen, so wird er deinen Namen schön untergehen, dich aber nicht umkommen lassen; und wird sein Reich wohl gekommen sein, dass du des Friedens voll sein wirst. Und wie er als ein treuer Vater Ordnung in seinem Hause hält, dass du alles zur rechten Zeit bekommen wirst, so wird er dir ein Weib, wenn du ein Weib, ein Haus, wenn du ein Haus, Schuhe, wenn du Schuhe, Kleider, wenn du Kleider, Gesundheit, wenn du Gesundheit, Geschicklichkeit, wenn du Geschicklichkeit nötig hast, geben, alles zur Zeit und Stunde, welche er dazu anberaumt. Überdies, was mehr sagt, Gnade für Gnade wirst du aus der Fülle seiner Erbarmung nehmen, alles umsonst auf dein Gebetlein: Herr, mein Gott, der du mein lieber Vater bist, siehe an mein Elend und erbarme dich meiner.

Es komm dein Reich zu dieser Zeit
und dort hernach in Ewigkeit;
der heil'ge Geist uns wohne bei
mit seinen Gaben mancherlei;
des Satans Zorn und groß Gewalt
zerbrich, vor ihm dein Kirch' erhalt.
Amen
Tod, wo ist dein Stachel? Totenreich, wo ist dein Sieg? 1Kor 15,55

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Beitragvon Joschie » 14.05.2013 18:48

Dein Wille geschehe auf Erden wie im Himmel.
Matth. 6,10



Wir mögen uns gedulden in aller Not und Trübsal und einmal darüber nachdenken, was denn sein väterlicher Wille ist. Dabei sollen wir erst einmal gen Himmel hinaufblicken und sehen, welch eine Macht unser Vater im Himmel hat; daselbst widersteht ihm keiner. Ach, die lieben, heiligen Engel stehen da um seinen Thron herum; wie Blitze sind sie, jedem Befehl ihres Gottes nachzukommen; wie Flammen des Feuers sind sie, die in einem Nu auflodern, das darzustellen, wozu sie gesandt werden. Alle die Mächte, Thronen und Herrschaften, alle die Erzengel, in welch hohem Range sie auch von Gott geschaffen wurden, sind auf der Stelle herbei, auf das Geheiß Gottes, einem Elenden, der auf Gottes Erbarmung hofft, einem Kindlein, das kaum von einer rechten oder linken Hand etwas weiß, bis in die ärmste und elendeste Hütte hinein beizustehen mit einem Wörtlein süßen Trostes oder mit der schleunigsten Hilfe. Hier auf Erden unter den Menschen sieht ein jeder, der der Größte sein will, auf den Kleinen vornehm herab, dünkt sich der Größere und will helfen zu gelegener Zeit nach Laune, um dabei der Mann zu bleiben, oder will gar nicht helfen, weil er ahnt, so geschehe ein Wille, welcher ihn über den Haufen wirft, auch ihn straft, dass er solchen Willen nicht tut. Wie aber dein Wille geschieht im Himmel, so geschehe er auch auf Erden, denn die Erde mit all ihrer Macht und Fülle ist ja so gut dein, wie dein heiliger Himmel, worin du wohnest; du kannst mir wohl Durchkommen verschaffen.

Dein Wille gescheh', Herr Gott, zugleich
auf Erden wie im Himmelreich.
Gib uns Geduld in Leidenszeit,
gehorsam sein in Lieb und Leid;
wehr und steur allem Fleisch und Blut,
das wider deinen Willen tut.
Amen
Tod, wo ist dein Stachel? Totenreich, wo ist dein Sieg? 1Kor 15,55


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