"Quellwasser" Andachten von H. F. Kohlbrügge

Basiert auf "Biblische Lehre" - aber damit die Praxis nicht zu kurz kommt, ein Extra-Forum

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Joschie
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Beitragvon Joschie » 02.09.2014 07:50

Du sollst den Namen des Herrn, deines Gottes, nicht missbrauchen; denn der Herr wird den nicht ungestraft lassen, der seinen Namen missbraucht.
2. Mose 20,7


Das Gesetz ist geistlich, und das Wie seiner Erfüllung ist ein großes, aber geoffenbartes Geheimnis der Gottseligkeit. Auch in Bezug auf dies Gebot lasst es uns eingestehen, dass es durch uns erfüllt werden muss, so wir anders nicht wollen getroffen sein von des Herrn furchtbarer Drohung und Strafe. Gestehen wir es ein, dass wir alle gehalten und verpflichtet sind, den Namen unseres Gottes nach seinem heiligen Willen und nicht anders zu gebrauchen, so kommt’s bei uns zum Schreien: Gehe nicht ins Gericht mit mir, sei mir gnädig, so kommt das Bedürfnis nach Versöhnung mit Gott in dem Blute Christi, das Verlangen nach Vergebung der Sünden, nach der Bekleidung mit der Gnade und der Gerechtigkeit Christi. Wo aber der Glaube ist, wo Christus ist, da machen sich Sünde, Teufel und Welt auf, da kommt denn Not und Anfechtung allerlei Art; wo aber Not und Anfechtung ist, da ist auch alsbald das rechte Anrufen dieses Namens; wo das Anrufen ist, da wird dieser allein heilige Name, der schon in der heiligen Taufe auf uns gelegt worden, auch in allen unsern Worten und Werken gepriesen, so dass man herausfährt und predigt Gottes Gerechtigkeit trotz aller Feindschaft der Menschen, und lässt Gut, Leib und Leben, Weib, Kind, Haus und Hof um dieses Namens willen. Denn Gottes, Namen heiligen wir nicht, wenn wir es bloß mit dem Munde tun, sondern wenn wir mit der Tat, mit Handel und Wandel ihn bekennen. Das helfe uns unser erhöhter Heiland, der uns beten lehrte: Dein Name werde geheiligt, und der sich selbst für uns geheiligt hat.

Wie herrlich ist sein Name, gebet
ihm Ehr' und Herrlichkeit!
Kommt, fallet vor ihm hin, erhebet
ihn bis in Ewigkeit!
Amen
Tod, wo ist dein Stachel? Totenreich, wo ist dein Sieg? 1Kor 15,55

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Beitragvon Joschie » 03.09.2014 07:02

Gedenke des Sabbattages, dass du ihn heiligest.
2. Mose 20,8


Wenn wir die heilige Schrift aufschlagen, so muss es uns auffallen, wie der Herr unser Gott vorzugsweise auf das vierte Gebot hält, und wie alle seine Heiligen in diesem Gebot ein besonderes Vorrecht gesehen haben. Es muss uns dann klar werden, wie der Segen oder der Fluch eines ganzen Volkes von dem Gehorsam gegen dieses Gebot abhängig gemacht wird. Gott will im vierten Gebot, dass wir ruhen von aller unserer Arbeit, die wir in sechs Tagen verrichtet haben, und nicht allein wir, sondern auch unsere Familie und das Gesinde, und das nicht allein, sondern auch unser Vieh. Dieses Ruhen von aller unserer Arbeit besteht aber nicht in träger Ruhe, sondern wir sollen darum ruhen von unserer Arbeit, damit wir gemeinschaftlich Gott verehren und ihm dienen, ihn loben, preisen und verherrlichen, mit andern Worten: dass wir diesen Tag absondern zu seinem Dienst. Es ist nicht so gemeint, als sollten wir sechs Tage ohne Dienst Gottes und unsere Arbeit ohne Gott verrichten; nein, wir haben Tag für Tag Gott zu dienen, ihn zu ehren und zu fürchten mitten in unserer Arbeit; das befiehlt uns das erste Gebot, auch das zweite und dritte. Es ist aber so gemeint, dass wir uns lediglich beschäftigen sollen an diesem Tage mit dem gemeinschaftlichen Dienst Gottes mit Hintansetzung aller Hände Arbeit. dass und wie hier wiederum die Liebe es an die Hand gibt, diesem Gebot nachzukommen, brauche ich wohl nicht ausführlich zu sagen. Zu unserer Zurechtweisung und zu unser aller Befestigung in der Lehre der wahren Gottseligkeit sei gesagt: das vierte Gebot, das Gebot der Heiligung des Sabbats, gehört zu den zehn Geboten des Bundes Gottes und ist wie alle übrigen Gebote eine unauflösliche Regel des Wandels der Bundesgenossen.

Lobt Gott, den Herrn der Herrlichkeit,
ihr, seine Knechte, steht geweiht
zu seinem Dienste Tag und Nacht:
Lobsinget seiner Ehr' und Macht!
Amen
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Beitragvon Joschie » 06.09.2014 14:25

Gedenke des Sabbattages, dass du ihn heiligest.
2. Mose 20,8


Dan sagt, dass das Sabbatsgebot ein zeremonielles sei und mit Christo abgeschafft. Dem ist zu entgegnen, dass der Sabbat vor dem Sündenfall von Gott eingesetzt wurde, da von Gott noch nichts über Christum geredet war. Adam hatte vor dem Falle den Garten sechs Tage zu bebauen und zu bewahren, am siebenten Tage aber ihn liegen zu lassen und Gott zu verehren über alle seine Wunderwerke, die er gemacht. dass nun Gott, dem alle seine Werke von Ewigkeit her bekannt sind, diesen Sabbat im Hinblick auf Christum und auf die himmlische Ruhe eingesetzt hat, wer will das in Abrede stellen? Hat nicht Paulus im Hebräerbrief daraus den Beweis geführt, dass wir zu ruhen haben von unsern toten Werken, d. i. von den Werken des Tue·das, auf dass wir mit freiem Gewissen dienen dem lebendigen Gott? Aber dadurch ist der Sabbat oder das vierte Gebot so wenig aufgehoben, wie alle übrigen Gebote des Gesetzes. Das vierte Gebot verpflichtet uns noch ebenso sehr, wie alle andern. – Oder brauchen wir den Sabbat, d. i. den Tag, der nach je sechs Arbeitstagen eintritt, nicht mehr zu heiligen, weil Christus das Gesetz, namentlich auch das vierte Gebot erfüllt hat, oder weil mit diesem Gebot gemeint ist, dass wir die Ruhe in Christo festhalten sollen? Also, weil Christus das siebente Gebot gehalten und erfüllt, ebenso das sechste und achte usw., wären wir nicht mehr verbunden, dasselbe zu halten? So dürfen wir denn ehebrechen, morden, stehlen, weil der geistliche Sinn dieser Gebote ist, dass wir treulich an Gott und an der geistlichen Vermählung halten und ihm allein die Ehre geben? Ihr fühlt, wohin das führen würde. – Gott will, dass alles ruhe in seiner Ruhe; wer an diesem Tage solche Ruhe stört, den wird am Ende Gott zerstören mit all seinem Werk, er sei, wer er sei. Wer dagegen an diesem Tage die äußere Ruhe als sein Vorrecht anerkennt und darauf aus ist, sich zu belehren oder belehrt zu werden, in Christo zu ruhen in Gott und also geheiligt zu werden zu dem ewigen Sabbat, der wird Ruhe finden für sich und die Seinen.

Gott heilge dich in seinem Haus!
Er segne dich von Zion aus.
Der Himmel schuf und Erd' und Meer,
jauchzt, er ist aller Herren Herr!
Amen
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Beitragvon Joschie » 07.09.2014 15:35

Du sollst nicht töten.
2. Mose 20,13


Nimm du das sechste Gebot recht zu Herzen und sieh in dein eigenes Herz hinein, was du für ein Scheusal bist, und werde nicht böse, wenn ein anderer so etwas von dir aussagt, was nicht einmal so gemeint ist. Nimm dieses sechste Gebot zu Herzen und halte daran fest: Gott will dies von uns haben. Und du wirst sehen, was das für Frucht schafft. Im gesellschaftlichen Leben ist es ein wahres Wunder, wie dieses Gebot Jahrhunderte hindurch gehandhabt wird und Frucht schafft, ohne dass die Menschen es wissen; oder woher kommt es denn, dass die Menschen, wenn sie doch Totschläger sind, untereinander geduldig sind, den Frieden suchen, sanftmütig und barmherzig sind – woher kommt das? O nicht von uns. Es ist die Frucht der Predigt, welche unter den Menschen wirkt. Dieses Wort, diese Predigt richtet unter den Menschen mehr aus, als man weiß und versteht. Bekenne es nun vor dir und vor Gott: Ich bin ein Totschläger, verklage und verdamme dich selbst, aber sieh mal erst, dass du deinen Feind mit einer Guttat gewinnest. Spüre die Gelegenheit dazu auf, – über kurz oder lang findest du sie, – deinem Feind, nun ja, auch deinem Bruder, mit dem du zusammen in einem Hause lebst, der Person, an welche Gott dich gebunden hat, von der du aber nun durch Streit, Zank und Zwietracht getrennt bist, Gutes zu tun; suche ein Loch, wo du mit deiner Wohltat hineinkommst, und genieße dann die Freude, welche der schmeckt, der seinen Feind mit Gutestun überwunden hat. Es ist wahrlich eine Seligkeit in solchem Leben.

Zeige, Herr, mir deine Wege,
mach mir deinen Pfad bekannt,
dass ich treulich folgen möge
jedem Winke deiner Hand.
Leit' in deine Wahrheit mich,
führe mich auf rechte Pfade;
Gott, mein Heil, ich suche dich,
täglich harr ich deiner Gnade.
Amen
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Beitragvon Joschie » 10.09.2014 20:26

Lass dich nicht gelüsten.
2. Mose 20,17


Wenn die Begierde aufkommt, so kommt sie allemal so auf: Man will sein, was man nicht ist, haben, was man nicht hat; man vergisst, wer man ist, achtet gering, was man selbst hat. Wir alle neigen immerdar zum Verbotenen, wollen durchaus haben, was uns untersagt ist, und in einem Nun ist die Revolution im Innern und im Geblüte im Gange, Gott von dem Stuhl und sein Gesetz unter die Füße getreten, der Nächste beraubt und verdorben; man muss sein wie Gott und alles haben, was der Nächste hat, und hat man, leider oft zu rasch, zur Tat gegriffen, – noch Gnade ist es, wenn die Augen aufgehen, – was sieht man? Man ist nackend, man ist ohne Gott. Welch eine Liebe, welch eine Barmherzigkeit Gottes, dass, nachdem er weiß, dass wir eitel böse Begierde sind, er dieses Gebot gegeben und es nicht dazu kommen lässt, dass wir allemal unsere Gelüste vollführen! Der Mensch müsste sonst jede Stunde, so oft die Begierde bei ihm aufkommt, aus dem einen Hause in das andere Haus ziehen; er hätte sich immerdar zu beschäftigen mit Austragen und Eintragen, hätte sich immerdar aus- und einzukleiden, es gäbe nicht Vaterfreude noch Mutterwonne, es gäbe nicht Kinder- noch Elternliebe, nicht Verwandtschaft und ein jeder verfiele bald über dem ewigen Wechseln in solche Raserei, dass er sich ein Feuer anzünden und Haus, Weib und Kind und sich selbst mit allem, was er hätte, verbrennen würde. Der Geist aus der Höhe wirke in uns durch seine allmächtige Gnade diese lebendige Frucht vom Kreuze, auf dass Christus in uns lebe, seine Gnade in uns herrsche und nicht die böse Begierde.

Wie, gäb' der ganze Himmel mir
Befriedigung, Herr, außer dir?
Kann ich durch alles Gut auf Erden
auch ohne dich gesättigt werden?
Verschmachtet Leib und Seel' in mir
so hab ich Speis' und Trank an dir.
Gott, meines Herzens Trost und Heil,
du bist in Ewigkeit mein Heil.
Amen
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Beitragvon Joschie » 14.09.2014 07:29

Du aber sollst rechtschaffen sein mit dem Herrn, deinem Gott.
5. Mose 18,13


Der Geist Gottes legt einem Menschenkinde die gewaltige Frage vor, eine Frage, mit welcher er ihn sein Leben lang verfolgt, ob er darauf antworten könne, eine Frage, wovon der Mensch sich nicht abmachen kann; diese Frage ist: Bist du in Wahrheit von der Ungerechtigkeit abgekommen oder sitzest du noch auf deiner Sünde? bist du gesund im Glauben oder bringst du deine Frömmigkeit bei Gott in Rechnung? Und vor dem unsichtbaren Richter der Gedanken wirft sich der Mensch heute auf diese, morgen auf jene Seite; bald ist es bei ihm Glaube, Barmherzigkeit und Gnade, bald ist es wiederum Werk und Heiligkeit; und so sucht er Ruhe und findet sie nicht. Das ist eine Krankheit, welche alle kennen, die sich im Hause Gottes befinden. Das Heilmittel ist, dass man aufhöre, vor Gott sich behaupten zu wollen, dass man vor ihm bekenne, wie und was man ist und von Gott keine argen Gedanken hege, vielmehr ihn als solchen anerkenne, wie man ihn doch ohnehin kennt. Die Folgen davon sind unausbleiblich, Friede und Freude im heiligen Geist. Weil aber kein Menschenkind seines Stolzes wegen je dahin kommen wird, dass es aus sich selbst gestehe, wie und was er ist, so gefällt es Gott, immerdar wieder von neuem in allerlei Weise seine guten, heilsamen Worte predigen zu lassen, auf dass man doch Mut zu ihm fasse, ihm alles zu bekennen, ihm nichts zu verhehlen, sich vor ihm bloß zu legen, wie man ist, ohne etwas für sich zurückzuhalten, damit der Geist der Zuversicht und des freien Zutritts vor Gott vorhanden sei, dass man Freude und Wonne höre und sich nicht niedergeschlagen fühle bei der Gerechtigkeit.

Doch da ich mich entschloss, nichts zu verhehlen,
dir alle Sünd aufrichtig herzuzählen,
und da ich's tat, vergab, Herr, deine Huld
mir Missetat und alle Sündenschuld.
Amen
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Beitragvon Joschie » 18.09.2014 07:23

Und Gott redete alle diese Worte.
2. Mose 20,1


Wenn Gott redet, so haben wir alle die Ohren dafür aufzutun. Denn es spricht nicht ein irdischer Kaiser, König, Papst, sondern Gott, dein Souverän, der höchste König gebietet und du hast das Gesetz zu bewahren. Aber kann ich das? Du kannst das Gesetz nicht bewahren, die Gebote nicht halten und willst es auch nicht; und dennoch müssen Gottes Rechte durch dich mit ganzem Ernst gehalten sein. Ohnmacht, tiefes Verderben, Abfall von Gott in Adam entschuldigen hier nicht. Got t redet alle diese Worte. Aber was bleibt mir denn für Rat, dass ich das Gesetz bewahre, wenn ich doch nicht kann? – Der nächste Schritt zur Bewahrung des Gesetzes, zum Halten der Gebote Gottes ist das Bekenntnis: Ich kann nichts wieder gut machen mit allen meinen Werken, ich kann nicht, und doch, ich muss, ich soll, ich will; denn Gott redet alle diese Worte. Er soll seinen Willen haben, gehe ich auch darüber zu Grunde. Ist einmal diese gute Wahl getan, da gebe es denn einen Kampf auf Leben und Tod, um das Wie zu finden, wie man in dieses feurige Gesetz, in diese Taten Gottes hineinkomme, um darin gewandelt zu haben; das Wie, es wird endlich gefunden. Christus ist auferstanden von den Toten und sitzet zur Rechten Gottes; in ihm ist das feurige Gesetz; in seiner Auferstehung liegt eine Macht der Gnade zu allem Gott gefälligen Wandel; Gott der Vater wirkt mit der Macht dieser Auferstehung in alle Gläubigen hinein; ein ewiger Geist ist da, erworben durch des Lammes Blut. Dieser Geist wirft sich hinein in das Rad des Rates Gottes, so dass es von selber geht. Die 10 Worte des Gesetzes sind also feurige Taten, die getan werden in Bezeugung der Kraft von oben. Ist man einmal darin, man kommt in ihnen voran, bewegt und getrieben von allmächtiger Kraft, und geht gerade vor sich her, zerbricht und zermalmt alles, was denselben widersteht.

Wenn ich mich selbst betrachte,
so wird mir angst und weh;
wenn ich auf Jesum achte,
so steig' ich in die Höh',
so freut sich mein erlöster Geist,
der durch das Blut des Lammes
gerecht und selig heißt.
Amen
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Beitragvon Joschie » 21.09.2014 11:53

Zu seiner rechten Hand ist ein feuriges Gesetz an sie.
5. Mose 33,2


Wie komme ich zu dem Tun des Gesetzes? Als Sünder, gleichsam als eine abgetriebene Frucht, kommt man da hinein, findet man sich mit einem Male inmitten aller guten Werke. Als Sünder, als Übertreter von Jugend an, als einer, der nichts mehr einzubringen, nichts zu fordern hat, wird man in allen guten Werken gehalten, dass man tut, wie von selbst und ungezwungen, den Willen Gottes, den guten, den wohlgefälligen, den vollkommenen, und hat einen vernünftigen Gottesdienst, indem man seinen Leib begibt zum Opfer, das da lebendig, heilig und Gott wohlgefällig sei. Als Sünder stirbt man wie der Schächer, und stirbt doch mit einem guten Gewissen vor Gott und Menschen, und eine Unzahl von guten Werken folgen einem nach. Das Wie wird gefunden, wenn man rein dem Gesetze abstirbt, für soviel wir als aus uns Gott Früchte bringen sollten, abstirbt in dem Tode Christi und mit ihm vermählt, mit ihm auferweckt wird aus Toten am Glauben, welchen Gott wirket mit Macht. Da ist Christus der Mann, und fruchtbar ist die kinderlose, erstorbene Mutter. Das Wie liegt für uns klar und deutlich aufgeschlagen und leuchtet im Lichte des Geistes in Röm. 7: Nun aber sind wir von dem Gesetze los, indem es gestorben ist, das uns gefangen hielt, also dass wir dienen im neuen Wesen des Geistes und nicht im alten Wesen des Buchstabens. Wie die Sterne, welche Gottes Hand gesäet, über dem gläsernen Meer der Himmelsfeste leuchten, so leuchtet, glänzt und strahlt das feurige Gesetz in den Worten des Apostels an die Epheser: Sein Werk sind wir, in Christo Jesu geschaffen zu guten Werken, welche Gott zuvor bereitet, dass wir darin sollten gewandelt haben.

Hilf, dass ich gar nicht wanke
von dir, Herr Jesu Christ;
den schwachen Glauben stärke
in mir zu aller Frist.
Hilf ritterlisch mir ringen
dein Hand mich halt in acht,
dass ich mag fröhlich singen:
Gottlob, es ist vollbracht!
Amen
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Beitragvon Joschie » 25.09.2014 17:15

Da sprach der Herr zu Kain: Wo ist dein Bruder Abel? Er sprach: Ich weiß es nicht, soll ich meines Bruders Hüter sein?
1. Mose 4,9


Du sagst vielleicht: Wo ist mein Bruder, mein Nächster? Du siehst ihn alle Tage. Dein Nächster ist der, auf welchen du von deiner vermeintlichen Höhe herabsiehst, wie Kain auf Abel. Betest du für ihn, ringst du für ihn im Gebet? – Hat Christus nicht den heiligen Geist erworben? Und was tut dieser Geist? Er hält den Menschen Gottes Gesetz vor, er offenbart dem Menschen, dass er jeden Augenblick nichts anderes wert ist, als vor Gottes Angesicht verworfen zu werden. Wo der heilige Geist ist, da deckt er, weil er heilig ist, fortwährend alle Sünden auf, wie eine gute Hausfrau fortwährend alle Ecken ausfegt, weil sie alles in Ordnung halten will. Der heilige Geist lehrt uns beten: Gott, erbarme dich! Er lehrt uns die Anwendung auf uns selbst machen, dass ich schreie: Ich bin ein Kain. Er lehrt aber nicht so schreien, wie Kain es selbst tat nach Vers 13, da er sprach: Meine Sünde ist größer, denn dass sie mir vergeben werden möge. Es schreien viele: Ich bin ein Kain, ein Judas, – und da ist doch nur wenig Reue vorhanden, indem sie sich solcher starken Ausdrücke bedienen, um dem, der sie treulich warnt, den Mund zu stopfen, oder um in ihrem gottlosen Wesen zu beharren. – Wir haben vor Gott zu erkennen und zu bekennen, wie wir sind, damit wir uns ran Gnade halten und Gnade glauben im Leben und im Sterben.

Aus tiefer Not schrei ich zu dir,
Herr Gott, erhör mein Rufen,
dein gnädig Ohren kehr zu mir
und meiner Bitt sie öffen.
Denn so du willst das sehen an,
was Sünd und Unrecht ist getan,
wer kann, Herr, vor dir bleiben?
Amen
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