"Quellwasser" Andachten von H. F. Kohlbrügge

Basiert auf "Biblische Lehre" - aber damit die Praxis nicht zu kurz kommt, ein Extra-Forum

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Leo_Sibbing
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"Quellwasser" Andachten von H. F. Kohlbrügge

Beitragvon Leo_Sibbing » 15.05.2013 12:58

. . . er lebt immerdar und bittet für sie.
Hebr. 7,25b


Die Fürbitte des Herrn kann nicht anders, denn bei seinem Volk allerlei
Gnaden schaffen aus der Fülle Gottes, so dass sie den Geist der Gnade
und des Gebetes überkommen. Darum habt ihr, Freigemachte Gottes,
ihr Kinder des Allerhöchsten, keine Ursache, eurer Sünden wegen euch
zurückhalten zu lassen. Denn sollte es auch den Anschein haben, als
verberge Gott sein Antlitz, als habe er vergessen gnädig zu sein, so ist doch
der treue Hohepriester da und lebt zur Rechten Gottes, des allmächtigen
Vaters; er wird wohl kommen zu seiner Zeit und Stunde und es auch
beweisen, dass ihr in seine Hände eingegraben seid. Er muss die Erhörung
seines Gebetes haben, auf dass auch unser Gebet erhört sei, und wir erfüllt
werden von den Gütern seines Hauses, dessen Sohn und Pfleger er ist. Und
indem er seinem Volke gibt, anzuhalten um wahrhaftige Heiligung im Innern
und um ehrlichen Wandel, stellt er es auch bei ihnen durch seine Fürbitte dar,
dass sie als ein freiwilliges Volk in ihren Gebeten, in Flehen und Ringen, aus
wahrhaftigem Herzen sich ihm anvertrauen für Leib und Seele, für Zeit und
Ewigkeit, und sich selbst mit allem, was sie sind und haben, ihm zum
lebendigen Dankopfer darstellen. Und ob sie auch Not und Tod, Teufel und
Welt, Sünden und die Unmöglichkeit der Errettung vor Augen haben, er stellt
es dar, dass sie dennoch nicht lass werden, bis sie über jeden Widerstand
den in ihm gegebenen Sieg ihm zu Ehrenerhalten und erfochten haben.


Aber nun wird deine Bitte
von der Allmacht unterstützt,
da in der vollkommnen Hütte
die verklärte Menschheit sitzt;
nun kannst du des Satans Klagen
majestätisch niederschlagen,
und nun macht dein redend Blut
unsre böse Sache gut.
Amen
Ich freue mich sehr in dem HERRN, und meine Seele ist fröhlich in meinem Gott; denn er hat mir Kleider des Heils angezogen, mit dem Mantel der Gerechtigkeit mich bekleidet, ... Jesaja 61,10

Leo_Sibbing
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Beitragvon Leo_Sibbing » 18.05.2013 20:36

Er führte sie aber hinaus bis gen Bethanien und hob die Hände auf und
segnete sie.
Luk. 24,50


Welch ein Trost ist es für uns, dass wir es wissen, dass dort oben alles
für uns in Richtigkeit gebracht ist! Solchen Trost eröffnet uns das teure
Evangelium. Müde und matt von der Reise, wie wir sind, führt uns in
demselben unser Erbarmer an die Heilsquellen, und wir bekommen es in
unserm heißen Durste zu schmecken, dass wir dort oben ein Vaterland
haben und auf der Wanderung dorthin sind. Dort ist das Goldland, das Land
der Lebensströme, das Land der Ruhe, der ewigen Freude, das Land des
Vollgenusses, des ungestörten Friedens, das Land, das von Milch und Honig
fließt. Wir ziehen hin, dieses Land zu ererben, zu wohnen in Laubhütten, in
lauter Freiwohnungen, deren dort sehr viele sind, alle wohl bereitet und mit
allem versehen. dass solches wahr ist, das bezeugt uns die Feier des
heutigen Tages, an dem wir die Himmelfahrt unseres Herrn betrachten,
unseres Erretters, unseres Goels, unseres Bürgen, unseres einzigen
Priesters, unseres ewigen Königs. – Das muss uns Mut machen, uns, die wir
hienieden von so manchem Sturm bewegt, meinen, wir kämen mit Schiff und
allem in den Wellen dieses Lebens um; die wir meinen, es käme von uns
nichts zurecht; die wir uns herum schlagen mit allerlei Sünden, mit Welt,
Teufel und Tod, die wir in der Welt sind wie die Schlachtschafe, und vielmehr
die Verfluchten als die Gesegneten vom Vater zu sein scheinen. Wir haben
aber einen Segen bekommen, nach welchem es heißt: sie sind gesegnet, sie
werden auch gesegnet bleiben.


Nun ist dieses dein Geschäfte
in dem obern Heiligtum,
die erworbnen Segenskräfte
durch dein Evangelium
allen denen mitzuteilen,
die zum Thron der Gnaden eilen,
nun wird uns durch deine Hand
Heil und Segen zugewandt.
Amen
Ich freue mich sehr in dem HERRN, und meine Seele ist fröhlich in meinem Gott; denn er hat mir Kleider des Heils angezogen, mit dem Mantel der Gerechtigkeit mich bekleidet, ... Jesaja 61,10

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Beitragvon Joschie » 21.05.2013 20:38

Dienet dem Herrn mit Freuden, kommt vor sein Angesicht mit Frohlocken! Psalm 100,2

Dienet dem Herrn! d. i. übergebet euch dem Herrn ganz so wie ihr seid, dass er euch zubereite nach seinem Willen, wie den Ton der Töpfer, dass er euch mache, wie er will, dass ihr sein sollt, dass er euch regiere mit seinen Gesetzen. So wird denn alle Welt durch dieses Wort los und frei gemacht von dem Dienste des Vergänglichen und der Eitelkeit und hinübergebracht in den Dienst der Freiheit der Kinder Gottes, auf dass alle Welt Frucht habe von solchem Dienen, nämlich Herrlichkeit und Schmuck unter ihrem Herrn und das Ende: ewiges Leben. – Dienet dem Herrn mit Freuden; die vollkommene Liebe treibt jede Furcht aus. Der Sünde und dem Teufel kann man nicht mit Freuden dienen. Der Geist aber sagt mit diesen Worten aus, was für Diener der Herr haben will, nämlich solche, die da dienen nicht mit Murren und Widerwillen, nicht mit Argwohn, nicht darum, weil sie nicht anders können oder dürfen, sondern die da vor ihm dienen mit fröhlichem Gesang; denn die Gnade macht einen freiwilligen, einen frohen, lustigen, seinem Herrn singenden und spielenden Diener. Dem Herrn wird nicht gedient nach Geboten, die man sich selbst gemacht, oder welche nur Menschenlehre sind, sondern damit, dass man sich ihm zum Dienste mit Freude und Frohsinn ergibt, mit Seele und Leib und allen Gliedern, und das ist gerade der Dienst, der ihm gefällt.

Darum, kommt vor sein Angesicht mit Frohlocken!
Jauchz' Erde, jauchzet überall!
Erhebt den Herrn mit frohem Schall!
Kommt, tretet vor sein Angesicht,
dient ihm, erfreut in seinem Licht.
Amen
Tod, wo ist dein Stachel? Totenreich, wo ist dein Sieg? 1Kor 15,55

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Beitragvon Joschie » 22.05.2013 20:22

Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat.
Psalm 103,2


Gott hat dir Gutes getan. Hat auch jemand von uns ihn dazu veranlasst? Hat er ihm etwas zuvor gegeben, dass er empfangen und geboren worden ist, dass er im Mutterleibe oder in der Geburt nicht erstickt ist, oder dafür, dass er eine zartliebende Mutter, einen treuen Vater gehabt, dass er an den Brüsten der Mutter getränkt und in einer Wiege gebettet wurde?Woher sind alle die Freuden der Kindheit, woher war das Zunehmen und Wachsen am Körper, woher die wiederholte Bewahrung im jugendlichen Alter bei tausend und aber tausend Gefahren des Leibes und des Lebens? Woher das Wiederaufleben aus so mancher Krankheit, woher die Speisung, das Gekleidetwerden, die Erwärmung, woher das Obdach, woher das Lager und der balsamische Schlaf in finsterer Nacht? Ist es nicht alles, was das Leben bedarf, eine Wohltat Gottes? Und dass man einen gesunden und sogar trotz Leiden und Krankheit wunderbar erhaltenen Leib, dass man den Gebrauch seiner Gliedmaßen hat und behalten hat, dass man sehen, hören, fühlen, schmecken und empfinden kann, dass man Hände, Arme und Füße zu seinem Gebrauch bekommen und behalten hat, ist es nicht alles von Gott? Seht dieses alles gehört zum Leben, bis zu den Erquickungen und der Durchhilfe im hohen Alter. Wer macht das alles? Wer gibt es uns so väterlich, so königlich, so milde, so ohne Vorrücken, so ohne sich sehen zu lassen? Ist es nicht allein Gott, der diese Dinge an uns tut?

Lobe den Herrn, der alles so herrlich regieret,
der dich auf Adelers Fittichen sicher geführet,
der dich erhält,
wie es dir selber gefällt.
Hast du nicht dieses verspüret?
Amen
Tod, wo ist dein Stachel? Totenreich, wo ist dein Sieg? 1Kor 15,55

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Beitragvon Joschie » 23.05.2013 18:31

Der dir alle deine Sünden vergibt und heilet alle deine Gebrechen.
Psalm 103,3


Es ist ein schweres Stück, von Herzen zu glauben, dass Gott die Sünden vergibt, mit Anwendung auf sich selbst zu glauben und mit gutem Gewissen vor Gott es zu wissen, auch meine Sünden; ein schweres Stück zu glauben, dass Gott alle Sünden vergibt; und das allerschwerste, dass Gott Sünden vergibt allein um des Leidens und Sterbens Jesu Christi willen; und sodann auf diesem Grunde beruhen zu bleiben, auf diesen Punkt stets das Augenmerk zu richten. Das Herz will beständig drum herum und daneben vorbei, und nicht bloß die Kinder, auch Erwachsene werden auf die Frage: wie kommst du in den Himmel? stets aufs neue von Natur die Antwort geben: wenn ich fromm und brav bin, wenn ich mich bekehre, wenn ich gehorsam bin, wenn ich Reue habe über meine Sünden. Und diese Antwort werden sie geben, wenn sie auch kurz zuvor gehört haben, dass das Lamm Gottes allein der Grund der Seligkeit ist, so man seine Sünden auf dasselbe legt und im Glauben sich wäscht in seinem Blut und in dem reinen Wasser, wovon Gott redet. Immerdar tauchen die Nebengründe wieder auf, und der einzige Grund ist wieder aus den Augen. – Aber siehe! der wahre Glaube weiß nichts zu bringen; es muss ja vor Gott ewige Geltung haben, was gebracht wird. Christus wird ihm geoffenbart als Träger der Strafe, als der, der zur Sünde gemacht ist wider Sünde, Fluch wider Fluch, als des Todes Tod; er wird offenbar als die Versöhnung von Gottes ewigem Zorn wider die Sünde.

Preis ihn, er ließ vor ihm dich Gnade finden,
und er vergibt dir alle deine Sünden;
er ist dein Arzt, der deine Krankheit heilt:
ja, er erlöst dein Leben vom Verderben,
krönt dich mit Huld als seines Reiches Erben,
da seine Hand dir Gnad' um Gnad' erteilt.
Amen
Tod, wo ist dein Stachel? Totenreich, wo ist dein Sieg? 1Kor 15,55

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Beitragvon Sonja » 25.05.2013 16:39

Aber ich sage euch die Wahrheit: Es ist euch gut, dass ich hingehe. Denn
so ich nicht hingehe, so kommt der Tröster nicht zu euch; so ich aber
gehe, will ich ihn zu euch senden.
Joh. 16,7


Es ist für seine Braut gut, dass er nicht mehr sichtbar, nicht mehr dem Leibe nach hier auf Erden ist; denn alsdann würde sie den Tröster nicht vom Vater bekommen, und von ihres Bräutigams Gottheit, Majestät und Gnade würde sie nichts gewahr werden. Nunmehr aber ist sie dadurch manchmal so selig, dass sie von dem Verlangen nach ihrer Auflösung und Errettung aus dem Leibe dieses Todes und von dem Verlangen, bei dem Herrn zu sein, mehr und mehr erfüllt wird. Und sie trägt mit dem Stolz der Demut diese diamantene Kette: Die er zuvor versehen, die hat er auch herrlich gemacht. – Übrigens ist Christus jetzt viel herrlicher und kräftiger bei uns und in uns, als wenn er noch auf Erden wäre; denn mit seiner Gottheit hält er sein gebrachtes Lösegeld in unendlichem Wert bei dem Vater. Mit seiner Majestät erfüllt er die Seele, dass sie die Sünde und die Welt fröhlich verachten, hassen und verschmähen kann, und schützt sie gegen ihre Feinde. Mit seiner Gnade tröstet er sie, dass sie sich daran genügen lässt in ihrer Schwachheit, wie es denn heißt: Die Gnade unseres Herrn Jesu Christi sei mit euch allen! Und mit seinem Geiste vereinigt er sie als ein Hirte mit seinen Schafen und tröstet sie, wenn sie bittet: Nimm deinen heiligen Geist nicht von mir, indem er antwortet: Er soll nicht weichen von deinem Munde, noch von dem Munde deines, Samens und Kindeskindes, spricht der Herr, von nun an bis in Ewigkeit.

Der einst im Fleisch auf Erden war,
ist auch noch heute unsichtbar
allwaltend hier zugegen.
Er nimmt sich unsrer Schwachheit an;
wenn wir den steilen Pfad hinan
zu klimmen nicht vermögen,
trägt er, pflegt er,
die erliegen, gibt zum Siegen Mut und Stärke,
Geist, zu wirken Gottes Werke.
Amen

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Beitragvon Sonja » 26.05.2013 10:13

Und ich will den Vater bitten, und er soll euch einen andern Tröster geben, dass er bei euch bleibe ewiglich.
Joh. 14,16


Wenn wir den Herrn lieben, so halten wir seine Gebote. Welche Gebote? dass wir in ihm bleiben, uns lediglich an ihn halten, ihn bekennen als den Weinstock, ohne welchen wir nichts tun, gar keine Frucht bringen können: das ist aber die Frucht, dass wir die Brüder lieben. Tun wir solches, so hasst uns die Welt, feinden Fleisch und Blut uns an, und dann sind wir traurig. Da kommt aber der Tröster, wie der Herr verheißen, er wird kommen. Was verursacht sein Kommen? Der barmherzige Hohepriester, der die Seinen mit e i nem Op fe r auf ewig vollendet hat, der Sohn, der die Seinen als König vor der Welt bewahrt, gegen alle Feinde schützt und nicht will, dass wir traurig seien, sondern in ihm Freude haben, er bittet den Vater auf Grund seines dargebrachten Lösegeldes, und er ist der Erhörung gewiss. In dieser Gewissheit sagt er: Der Vater soll euch einen andern Tröster geben, dass er euch das Entbehren meiner sichtbaren Gegenwart ersetze. Geben wird ihn der Vater als ein freies Geschenk, weil er euch in mir erwählt hat; ihr braucht hier nach eurem Verdienen nicht zu fragen, er soll ihn geben, dass er bei euch bleibe ewiglich. Also der Vater gibt ihn auf des Herrn Jesu Gebet als eine Gabe, welche ihn nicht gereut, welche ewiglich bei uns bleibt. Und so ist es wahr, so wird es empfunden. Aber welch eine Verheißung, welch eine Gnade, dass der Herr selbst es wiederholt: er bleibet bei euch und wird in euch sein.

Höchster Tröster, komm hernieder,
Geist des Herrn, sei nicht fern,
salbe Jesu Glieder.
Er, der nie sein Wort gebrochen,
Jesus hat deinen Rat
seinem Volk versprochen.
Amen

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Beitragvon Sonja » 27.05.2013 09:58

Und ich will den Vater bitten, und er soll euch einen andern Tröster geben, dass er bei euch bleibe ewiglich.
Joh. 14,16


Lieblich ist es, zu vernehmen, woher dieser Geist kommt, und wie er kommt. Er geht, vom Vater aus, sagt unser Herr. Darin ist uns geoffenbart, dass der Vater der Urheber der Gemeinschaft des heiligen Geistes mit uns ist. Der Sohn bittet, dass der Vater den Geist geben möge als den Lohn der Arbeit seiner Seele für Gott und die Gemeinde, und zufolge dieser Bitte geht der Geist freiwillig aus vom Vater und kommt auf uns herab. Das ist fürwahr, um im Staube anzubeten. Wir vernehmen den freien Willen des Geistes in diesem Werk, dass er kommen will und unser Tröster sein; wir vernehmen des heiligen Geistes wundervolle Herablassung zu uns, dass er das mühsame Werk eines Trösters auf sich nehmen will, gleichwie der Sohn das Werk der Erlösung und der Vater das Werk der gnädigen Erwählung und des mächtigen Ziehens durch den Geist zu dem Sohne auf sich genommen hat. Wie Christus nur mit armen Sündern zu tun hat, so hat der Geist nur mit Verzagten, Verlegenen, hart Angefochtenen, Ungelehrigen und Traurigen zu tun. Er will nur ein gegebener Geist sein. Der Vater soll ihn geben, sagt unser Herr. Er hat nur Freude an Gnade, und auf dass Gnade verherrlicht sei, lässt er sich als eine Gabe erteilen. Er lässt sich geben, wie der Sohn sich hingeben ließ. – So ist es nach der Ordnung, welche freiwillig festgestellt wurde zwischen dem Vater und dem Sohn und dem heiligen Geist zur vollkommenen Darstellung des Werkes unserer Seligkeit.

Gott, gib einen milden Regen,
denn mein Herz ist dürr wie Sand;
Vater, gib vom Himmel Segen,
tränke du dein durstges Land;
lass des heilgen Geistes Gab'
über mich von oben ab
wie die starken Ströme fließen
und mein ganzes Herz durchgießen.
Amen

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Beitragvon Sonja » 28.05.2013 07:18

Aber der Tröster, der heilige Geist, welchen mein Vater senden wird in meinem Namen, der wird euch alles lehren und euch erinnern alles des, das ich euch gesagt habe.
Joh. 14,26


Wunder der ewigen Gnade und Barmherzigkeit des heiligen Geistes, dass er unser und unserer Kinder Lehrer sein will! Entweder haben wir Licht, Luft und Freiheit durch diesen Geist, oder wir bleiben in ewigen Finsternissen, in ewiger Glut des Zornes Gottes, in ewigen Banden höllischer Qualen. Nun lasst uns einmal bedenken, wie lebendig wir sind für alles Irdische und wie tot für alles Geistliche. Bitten könnt ihr für eure Kinder, ihr Eltern, aber das Herz eines Kindes öffnen für das ewige Leben vermag niemand unter den Menschenkindern. Wie groß ist die Finsternis in uns! Nur der allmächtige Geist vermag es zu schaffen, dass Licht entstehe in den Herzen, um etwas zu sehen von der Klarheit Christi. Ob ich nun auch so viele Jahre euch und euren Kindern vorhalte Fluch oder Segen, die Hölle oder den Himmel, was fruchtet es, wenn der Regen fällt, und die Erde nur Dornen und Disteln trägt? Wo der Herr Jesus käme und predigte, er richtete nichts aus, wenn er nicht eine höhere Kraft mit sich brächte. Alles bricht zusammen, aber das Menschenherz bricht nicht zusammen. Doch das Wort des Herrn kehrt nicht leer zurück. Jesus bringt diese höhere Kraft mit, er sendet vom Vater den Geist. Dieser weiß das Herz zu öffnen, das Herz sowohl der Erwachsenen als auch das Herz der Kinder.

Komm, leuchte mit dem Gnadenschein
hell in die weite Welt hinein;
komm, mach' uns in der Finsternis
des lichten Himmelswegs gewiss.
Amen

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Beitragvon Sonja » 29.05.2013 08:00

. . . derselbe wird euch alles lehren und euch erinnern alles des, das ich euch gesagt habe.
Joh. 14,26b


Dabei bedient sich der Geist der geeignetsten Mittel. Er ist bei dem gepredigten Wort und kehrt damit ein, wo es der Vater will. Er
tut mit dem Wort das Herz auf, kommt so hinein und ist ein Licht und ein Feuer im Herzen, und das Kind wie der Erwachsene glaubt von Gott, dass er gut und freundlich ist, und von dem Herrn Jesu, dass er ein guter Hirte ist und sein Leben lässt für seine Schafe. Diesen Gott, diesen Jesum soll das Kind, soll der Erwachsene haben zu seinem Gott, zu seinem Jesu. Da tut denn der Geist, als lösche er alles Licht wieder aus. Er hat das Gesetz Gottes wieder aufgerichtet in den Herzen, es auf des Herzens Wände geschrieben, und lernen soll das Kind, lernen soll der Erwachsene sein maßloses, sein grundundbodenloses Verderben aus dem Gesetz. Da ist das Herz ein dunkler Ort. Da fühlt man sich ohne Gott und ohne Leben. Die Sünde hat uns besessen, wir fühlen uns in des Teufels Banden, in den Stricken der Welt, in den Ketten eigener Lust. Kein Strahl von Gnade und Sündenvergebung ist da. – Der heilige Geist hält indessen an mit seiner Bestrafung im Herzen und im Gewissen und mit dem geschriebenen Wort, bis er uns etwas zu sehen gibt von Gottes Gnade, von der Liebe und von der Willigkeit Jesu, sich über einen solchen Sünder zu erbarmen. Da zündet er nun Verlangen in dem Herzen an nach solcher Gnade, Verlangen nach dem Herrn Jesu, und so bricht der Tag
im Herzen an.


Geist der Weisheit, gib uns allen
durch dein Licht Unterricht,
wie wir Gott gefallen.
Lehr' uns recht vor Gott hintreten,
sei uns nah und sprich Ja,
wenn wir gläubig beten.
Amen

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Beitragvon Sonja » 30.05.2013 08:49

. . . derselbe wird euch alles lehren und euch erinnern alles des, das ich euch gesagt habe.
Joh. 14,26b


Wie das Feuer leuchtet und die Flamme ihr Licht gibt, so ist der heilige Geist in seiner Lehre und macht lichte Gemüter; und wie das Feuer wärmt, so macht der heilige Geist mit seiner Lehre auch warme Herzen. Denn wo er uns das Herz auftut beim Hören des Wortes, da macht es der Geist, dass der Mensch von seiner Sünde und von seinem Verderben absieht und immer wieder aufsieht auf die Gnade, welche dort oben thront, und dass er stets zu Christo geht als dem einzigen Mann, welcher der Gerechtigkeit Gottes genug getan für uns und dem Gesetz sein Gebühr gegeben, auch allein weiß, es mit Sünde und Teufel aufzunehmen. O, wie wird es da den Menschen immer so wohl ums Herz, wenn der Geist es uns lehrt: Nur dich an Christum gehalten als Anfang, Mittelpunkt und Ende deines ganzen Weges und aller deiner Werke! Wie fühlten das die zwei Jünger, die nach Emmaus gingen, als der Herr Jesus ihnen die Schriften auslegte, die von ihm gesagt waren. Wie köstlich ist seine Lehre, wie weiß er mit einem Mal die Schuppen von den Augen fallen zu lassen! Wie überraschend ist er oft mit nur einem einzigen Spruch oder mit einem Wörtlein, wie das Wörtlein „Gnade“, oder „Friede dir“, oder das Wörtlein „dennoch“. So lehrt er die Blinden lesen, auf dass sie freudig aufschreien: Das steht da für mich geschrieben. So zeigt er den Ärmsten, wie sie dennoch reich sind, und spricht: Das ist alles für dich! So öffnet er den Tauben die Ohren und spricht da hinein: Singe du, der Herr ist mein Heil, ich fürchte mich nicht. Geist der Wahrheit, lehre mich aller Weisheit Quelle kennen:

Jesum kann ich nur durch dich
meinen Herrn und Heiland nennen;
du nur kannst ihn mir verklären
und mein Herz zu Gott bekehren.
Amen

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Beitragvon Sonja » 31.05.2013 08:23

Und es geschah schnell ein Brausen vom Himmel als eines gewaltigen Windes und erfüllte das ganze Haus, da sie saßen.
Ap. Gesch. 2,2


An diesem fünfzigsten Tage also kam der heilige Geist herab auf alle, wie der Herr ihnen verheißen. Die Jünger hatten nun zehn Tage geharrt auf des Herrn Verheißung, die Zeit Gottes war da; und ist es seine Zeit, so ist er schnell. Es öffneten sich die Schleusen des Herzens Gottes, der Strom kam mit Macht von dem Thron der Gnade herab. Erhört wurde in aller Fülle das prophetische Gebet der Kirche: Stehe auf, Nordwind, und komm, Südwind, und wehe durch meinen Garten, dass seine Würze triefen. Und wo er sich herabließ, da wurde es alles voll, wo nur leerer Raum war. Er umgab die Jünger, die so eben noch so leer da saßen, er umkleidete und bekleidete sie; und mit Doppelflammen, feurig von der Schnelligkeit der Liebe, womit er gekommen war, setzte sich der Geist auf einen jeglichen von ihnen, und sie wurden alle voll des heiligen Geistes. War Babels Turmbau zunichte gemacht durch Verwirrung der Sprache, hier waren die Boten des Friedens mit einem Schlage fertig gemacht, einem jeglichen in seiner Sprache zu verkünden, was Gott getan, wie er den Grund- und Eckstein der Seligkeit gelegt, wie er sein Zion wieder aufzurichten beschlossen, so dass alle Völker dort Anteil an einem Erbe hätten; und es ging dabei, wie es sollte: sie predigten, nach dem der Geist ihnen gab auszusprechen.

O heilger Geist, kehr' bei uns ein
und lass uns deine Wohnung sein,
O komm du Herzenssonne.
Du Himmelslicht, lass deinen Schein
bei uns und in uns kräftig sein
zu steter Freud und Wonne.
Sonne, Wonne,
himmlisch Lehen willst du geben, wenn wir beten;
zu dir kommen wir getreten.
Amen

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Beitragvon Sonja » 01.06.2013 10:32

Wir hören sie mit unsern Zungen die großen Taten Gottes reden.
Ap. Gesch. 2,11


Indem die Jünger in fremden Sprachen redeten, sprachen sie von dem, was einem armen Menschen Not tut, auf dass ihm seine Götzen aus den Händen geschlagen werden, und er Frieden mit Gott finde. Sie sprachen eine Sprache, welche die armen Menschen verstehen konnten: Denket doch nicht so gering von Gott, wie ihr tut! Seine Liebe geht über alles. Gnade gefunden zu haben in den Augen Gottes macht für die Ewigkeit glücklich. Nur an Gottes Hand geht man sicher durch dieses Leben hindurch, und geht man auch sicher und mit guter Hoffnung des ewigen Lebens in den Tod hinein. Gott ist nicht wie ihr. Ihr wollt in die Hölle, Gott aber bereitet euch den Himmel. Er spricht: Kommt, kommt, nehmt an, was ich euch sage, und dann seid ihr auf ewig glücklich. Dieser Gott hält Wort und Treue; was er zusagt, das kommt, ihr könnt darauf rechnen; er erfüllt es zu seiner Zeit. Er hat seinen lieben Sohn dahingegeben, und mit seinem Sohne wird er euch alle Dinge schenken. Habt guten Mut, ihr Heilsbegierigen. So sündig, so gottlos, so abscheulich, wie ihr seid, kommt, kommt! Gott will euch gnädig sein und eurer Sünden in Ewigkeit nicht gedenken. Sein Herz schlägt für euch, den Kuss des Friedens euch zu geben, und euch alles, alles zu verzeihen. – Das waren die großen Taten Gottes, welche hier in vielleicht hundertzwanzig Sprachen verkündigt wurden.

Mein Heiland nimmt die Sünder an,
die unter ihrer Last der Sünden
kein Mensch, kein Engel trösten kann,
die nirgends Ruh und Rettung finden;
den'n selbst die weite Welt zu klein,
die sich und Gott ein Gräuel sein,
den'n Mose schon den Stab gebrochen
und sie der Hölle zugesprochen,
wird diese Freistatt aufgetan:
mein Heiland nimmt die Sünder an.
Amen

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Beitragvon Sonja » 02.06.2013 11:34

Nun er durch die Rechte Gottes erhöht ist und empfangen hat die Verheißung des heiligen Geistes vom Vater, hat er ausgegossen dies, das ihr sehet und höret.
Ap. Gesch. 2,33


Weshalb tut er das? Weil die ewige Gerechtigkeit angebracht war, weil Gott wieder zu Gott gemacht, weil ihm wieder seine Ehre geworden war, weil ihm das Vertrauen wieder geschenkt war, weil die Ungerechtigkeit aus dem Wege geschafft und bedeckt worden war mit dem Blute des Gerechten, weil die Schuld ausgetilgt und die Sünde durch den, der die Sünde gar nicht kannte, der aber für uns von Gott zur Sünde gemacht wurde, getragen und weggenommen war. In Summa: weil Gott nach dem Rat seines Willens zum Lobe seiner Gnade durch das Blut des ewigen Bundes wieder Leben aus sich gegen den Tod, Freiheit aus sich gegen die Bande des Teufels, Gerechtigkeit aus sich gegen die Ungerechtigkeit dargestellt und er sein ewiges Gesetz also erfüllet hatte, dass es ewig gehandhabt und in den Seinen erfüllt werde, darum kam er wieder mit seinem Geist.

Weil er, der unsere Sünden getragen im Fleisch, also entäußert, wie er war, obschon er Sohn war, sich an dieses ewige Gesetz gehalten, dass Gott Vater ist und sein Wille ewiges Leben, und sich davon nicht hat abbringen lassen, sondern für uns sich daran gehalten, trotz Tod und Teufel und aller Verlassenheit und Entäußerung, und mit diesem Sich-daran-halten den Himmel geöffnet hatte, darum sandte der Vater das herab, was er dem Sohn verheißen: Wenn er sein Leben wird zum Schuldopfer gesetzt haben, wird er Samen sehen, und des Herrn Wohlgefallen wird durch seine Hand gelingen, darum sandte er den heiligen Geist.

O heiliger Geist, o heiliger Gott,
du Tröster wert in aller Not,
du bist gesandt vom Himmelsthron
von Gott dem Vater und dem Sohn,
o heiliger Geist, o heiliger Gott!
Amen

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Beitragvon Sonja » 03.06.2013 08:40

Nun er durch die Rechte Gottes erhöht ist und empfangen hat die Verheißung des heiligen Geistes vom Vater, hat er ausgegossen dies, das ihr sehet und höret.
Ap. Gesch. 2,33


Was wissen wir, was verstehen, was kennen wir vom Vater und vom Sohne! Haben wir den Vater gesehen, haben wir den Sohn gesehen? Ach, dass es nicht viele unter uns gäbe, die nur vom Hörensagen davon wissen, aber nie diese Süßigkeit des Namens „Vater“, des Namens „Sohn“ geschmeckt haben! Und dass wir die Süßigkeit geschmeckt haben und im Jauchzen Gottes diese Namen als ein Panier vor uns hertragen, und dass wir, dieser oder jener, das Licht mit Augen der Seele gesehen haben, das Licht vom freundlichen Antlitz des Vaters und das Lamm zu seiner Rechten, woher haben wir es, die wir dieses kennen? Oder was hatten die Jünger, da sie ihren geliebten Meister von Leiden und Tod, vom Hingehen zum Vater reden hörten, wie würden sie, die wehrlosen Schafe, es ausgehalten haben! Und wir? Nun ja, das Wort! Aber das Wort an und für sich? Allerdings, das Wort an und für sich, aber wiederum: Ist denn bei uns ein Herz da für diese Buchstaben? Warum liesest du Knabe dort, du Jungfrau hier Tag für Tag die Schrift und bleibst vor und nach ein Kind, das für diese Sachen kein Herz hat? Warum hast du Erwachsener so gar wenig Licht und Verständnis beim Lesen des Wortes Gottes, das doch für die Einfältigen geschrieben wurde? Und woher dies, dass der Sohn gekannt wird ohne Augen, und in ihm der Vater und er mit dem Vater auf dem Thron? Das ist vom heiligen Geist, das tut der Geist, der vom Vater ausgeht, der Geist Christi.

Du heiliges Licht, edler Hort,
lass uns leuchten des Lebens Wort
und lehr uns Gott recht erkennen,
von Herzen Vater ihn nennen.
Amen


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