Christliche Nachfolge und Politik

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Welcher Partei steht euch am Nächsten?

Umfrage endete am 07.04.2014 22:07

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17%
PBC
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PRO DEUTSCHLAND
0
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SONSTIGE
2
33%
KEINE
3
50%
 
Abstimmungen insgesamt: 6

ConfessorReformatus
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Christliche Nachfolge und Politik

Beitragvon ConfessorReformatus » 08.03.2014 22:07

Wie verhalten sich christliche Nachfolge und Politik zueinander?

Sollte man sich als Christ politisch engagieren? Oder aus allem heraus halten (wie di ZJ, die keine politischen Ämter wahrnehmen dürfen)?

Wir erleben es ja, dass die beiden "großen" christlichen Kirchen, insbesondere jedoch die EKD, immer weiter nach links/grün rücken. Da wird ein "Familienpapier" veröffentlicht, welches teilweise im Wortlaut (vgl. den Passus "Familie ist da, wo gegenseitige Verantwortung übernommen wird") mit linken Parteiprogrammen übereinstimmt, und diametral dem biblisch-reformatorischen Verständnis von Ehe und Sexualität gegenübersteht.

Auch beim Thema Islam ist Kuschelkurs angesagt, obwohl die Auffassung von Jesus als Gott und Gottessohn für jeden Muslim Blasphemie ist, und in Gottes unfehlbarem Wort steht, "wer den Sohn nicht hat, hat den Vater nicht", betonen Kirchenfunktionäre, ihrer politisch-korrekten Linie folgend, die Gemeinsamkeiten mit dem Islam.

Aber auch bei Evangelikalens zieht die politische Korrektheit ein "Linksevangelikale" nehmen zu, weil man ja angeblich so lange so viele "diskriminiert" hat, soll man sich jetzt um die wirklichen Probleme wie Umweltverschmutzung, Armut etc. kümmern....Nicht dass dies keine Probleme wären, aber steht nicht das ewige Heil an erster Stelle.

Wir sehen also eine Substituierung christlichen Gedankenguts durch linksliberales, wobei häufig dann doch noch das Label "christlich" erhalten bleibt.

Waren früher Opferbereitschaft, Disziplin, Gehorsam, Bescheidenheit, Demut "christliche Werte", sind es heute Solidarität, Toleranz, "Bewahrung der Schöpfung", hier wäre zu fragen: welche Attribute davon sind biblischer? Wohl eher die erstgenannten.

Und darauf will ich hinaus: Offensichtlich scheinen politisch konservative Werte eher mit dem biblisch-christlichen Glauben zusammenzupassen, als linksliberale. Studien bestätigen, dass christlicher Glaube und konservatives Weltbild korrelieren. Nur in Mitteleuropa scheint dies weniger evident (geworden) zu sein.

Dabei ist das Gutmenschentum, d.h. der Glaube an das (kollektive) Gute im Menschen - während der Konservativismus da eher skeptisch ist - doch aus biblischer Perspektive so gefährlich.

Warum ist denn der Glaube in Deutschland so schwach und kraftlos? Weil sich die "Christen" dieses Landes einen feminisierten, politisierten, Gutmenschen-Glauben zusammengebastelt haben, der nichts mit dem biblisch-reformatorischen Glauben zu tun hat.

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albra-hdh
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Beitragvon albra-hdh » 10.03.2014 17:10

Traurig, aber wahr! :cry:
Ich weiß, mein Gott, dass du das Herz prüfst, und Aufrichtigkeit ist dir angenehm. 1. Chronik 29,17

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Joschie
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Beitragvon Joschie » 10.03.2014 20:05

ConfessorReformatus hat geschrieben:Wir sehen also eine Substituierung christlichen Gedankenguts durch linksliberales, wobei häufig dann doch noch das Label "christlich" erhalten bleibt.

Was verstehst Du genau unter dieser Fragestellung?

Und darauf will ich hinaus: Offensichtlich scheinen politisch konservative Werte eher mit dem biblisch-christlichen Glauben zusammenzupassen, als linksliberale. Studien bestätigen, dass christlicher Glaube und konservatives Weltbild korrelieren. Nur in Mitteleuropa scheint dies weniger evident (geworden) zu sein.

Nach deiner These müßten den konservative Patein, eher für Christen wählbar sein. Die Frage stellt sich hier für mich ihn wieweit konservative Werte mit biblisch-christlichen Werten/Ethik identisch ist?
Gruß Joschie
Tod, wo ist dein Stachel? Totenreich, wo ist dein Sieg? 1Kor 15,55

ConfessorReformatus
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Beitragvon ConfessorReformatus » 19.06.2014 20:13

Sorry für das späte Antworten.

Ich hoffe die Ausführungen sind einigermaßen nachvollziehbar.

ConfessorReformatus hat Folgendes geschrieben:
Wir sehen also eine Substituierung christlichen Gedankenguts durch linksliberales, wobei häufig dann doch noch das Label "christlich" erhalten bleibt.

Was verstehst Du genau unter dieser Fragestellung?


Das ist keine Fragestellung, sondern eine These, und dies ist doch überall zu beobachten, was uns in der EKD (u. auch RKK) angeboten wird, ist größtenteils ein säkularisiertes Christentum, der Mittelpunkt wurde verschoben vom handelnden Gott zum handelnden Menschen, der mittels politischer (hier linksliberalen) Maßnahmen eine bessere Welt schaffen soll (bestes Beispiel: Kirchentage).
Das hatten wir so ähnlich schonmal im von der liberalen Theologie geprägten Kulturprotestantismus im 19. Jh., damals biederten sich die Theologen den "politisch korrekten" Eliten an, das tun sie heute genauso, bloß dass heute die Eliten (v.a. Medien, alle parteien links der CDU, Unis) im linksliberalen Spektrum zu verorten sind, damals waren sie es im rechtskonservativen Spektrum - man kann "auf beiden Seiten vom Pferd fallen"! Der Katastrofe des National-Sozialismus hatte man dann nicht viel entgegenzusetzen, nein, man passte sich sogar auf häretische Weise an ("Deutsche Christen"). Die 68er Bewegung hat die Kirche (i.e. die Landeskirchen) dann kräftig durchgeschüttelt, von da an gings bergab. Heute sitzen bei der EKD die 68er in den Leitungspositionen und was dabei rauskommt, sieht man: ein Ex-Pfarrer Bundespräsident der offn mit einer Frau zusammenlebt, mit der er nicht verheiratet ist, im Ehebruch lebt und das noch verteidigt, ein EKD_Vorsitzender, der das Sühne-Opfer Christi ablehnt u. die Gender-Ideologie massiv fördert etc.

Ich sehe eine Gefahr einer Anbiederung an den linksliberalen Mainstream v.a. beim Thema Islam und Gender-Ideologie, aber auch Linksextremismus. Bei fast jeder Moschee-eröffnung ist ein EKD-Pfaffe dabei, der das gutheißt, auch wenn auf der Moschee steht "Niemand ist anbetungswürdig außer Allah", was eigentlich schon als Kampfansage an die Christen verstanden werden kann. Ich erinnere auch an die Baptistengemeinde, in der aus dem Koran vorgelesen wurde. http://www.pro-medienmagazin.de/fernseh ... nst-81265/
Der von vielen angepriesene Multikulturalismus führt auch zum Multireligionismus, und damit zur Relativierung jegliches christlichen Wahrheitsanspruchs, der Verzicht auf Mission.
Man darf die öffentlichen Räume nicht falschen Ideologien überlassen, und hier bin ich für ein (Zweck)Bündnis von Konservativen und Christen, weswegen ich auch die hysterische Warnung vor einem "Dominionismus" nicht nachvollziehen kann, denn die Verchristlichung der Gesellschaft war schon bei Calvin, den Puritanern und den Pietisten zweifellos ein zentrales Thema...


Nach deiner These müßten den konservative Patein, eher für Christen wählbar sein. Die Frage stellt sich hier für mich ihn wieweit konservative Werte mit biblisch-christlichen Werten/Ethik identisch ist?


Nicht unbedingt identisch, aber eher kompatibel.

Hingabe, Selbstbeherrschung, Disziplin (vgl. die etymologische Verwandschaft zum engl. Wort für Jünger "disciple"), Gehorsam, also Anerkennung von Autoritäten, das alles ist ja wohl eher konservativ als links konnotiert, und auch gut christlich - man lese nur mal die Briefe des Paulus.

Auch Ordnung ist ein konservativer Wert, Gott ist ein Gott der Ordnung, und dies sollte sich auch in der Gemeinde wiederspiegeln, so sah das beispielsweise auch Calvin (vgl. Selderhuis 2009, Calvin - Mensch zwischen Zuversicht und Zweifel), stattdessen sehen wir heute in Kirchen/Gemeinden häufig das Gegenteil von Ordnung, im neo-evangelikalen Raum in Form einer omnipräsenten Lässigkeit/Laxheit, deren einer erschreckendste Folgen die sog. Volxbibel ist...


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