Andachten zum 1.und 2.Petrusbrief

Basiert auf "Biblische Lehre" - aber damit die Praxis nicht zu kurz kommt, ein Extra-Forum

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Peter01
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Beitragvon Peter01 » 17.10.2014 11:41

"... damit die Bewährung eures Glaubens ... befunden wird ... zu Lob und Herrlichkeit und Ehre in der Offenbarung Jesu Christi" (1. Petr. 1,7).

Deine zukünftige Belohnung hängt direkt von deinem gegenwärtigen Dienst ab.

Die Freude, die du erfährst, nachdem dein Glaube als echt erprobt worden ist, besteht weitgehend aus deinen gegenwärtigen Segnungen und deiner Heilsgewissheit. Aber es gibt auch noch einen zukünftigen Aspekt: Das ist die Freude auf den zu erwartenden Lohn, den du vom Herrn empfangen wirst, wenn du Ihn von Angesicht schauen und Ihn sagen hören wirst: "Recht so, du guter und treuer Knecht! ... Geh hinein in die Freude deines Herrn" (Matth. 25,21). Petrus spricht von "Lob und Herrlichkeit und Ehre ... [die du empfangen wirst] in der Offenbarung Jesu Christi" (1. Petr. 1,7).

Mit "Lob" ist in diesem Zusammenhang der Zuspruch des Herrn gemeint. Die "Herrlichkeit" besteht darin, dass wir Ihm gleich sein werden. Der Herr ist die Inkarnation der Herrlichkeit Gottes (Joh. 1,14) und wir wissen, dass, wenn Er erscheint, wir Ihm gleich sein werden, weil wir Ihn sehen werden, wie Er ist (1. Joh. 3,2). Paulus spricht von solchen, "die mit Ausdauer in gutem Werk Herrlichkeit und Ehre und Unvergänglichkeit suchen" (Röm. 2,7). Als Ergebnis werden sie empfangen, was sie gesucht haben (Vers 10).

Vielleicht braucht Petrus das Wort "Ehre" als Synonym für den Lohn, welchen Gott denen darreicht, die Ihm treu gedient haben. Ich glaube, dieser Lohn besteht aus den unterschiedlichen Fähigkeiten zu himmlischen Diensten, die in direkter Beziehung zum Dienst des Gläubigen auf der Erde stehen. Der Herr sagt uns: "Siehe, ich komme bald und mein Lohn mit mir, um einem jeden zu vergelten, wie sein Werk ist" (Offb. 22,12). Paulus sagt: "Der aber pflanzt und der begießt sind eins; jeder aber wird seinen eigenen Lohn empfangen nach seiner eigenen Arbeit" (1. Kor. 3,8).


Gott allein hat Lob und Herrlichkeit und Ehre verdient; aber Er will dir all das geben, weil du im Bilde Jesu Christi bist - ohne Sünde und vollkommen verherrlicht (1. Joh. 3,2). Bis dahin: "Seht auf euch selbst, damit ihr nicht verliert, was wir erarbeitet haben, sondern vollen Lohn empfangt!" (2. Joh. 8).


J.MacArthur

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Peter01
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Beitragvon Peter01 » 20.10.2014 05:42

. . . Welchen ihr nicht gesehen und doch lieb habt, und nun an ihn glaubet, wiewohl ihr ihn nicht seht, und euch freuet mit unaussprechlicher und herrlicher Freude. 1. Petr. 1,8.

Eine wundervolle Kraft, ein unbeschreiblich süßer Duft liegt in diesen Worten. Unsere leiblichen Augen haben den Heiland Jesus Christus nicht gesehen. Aber in den Evangelien ist uns sein Bild gezeichnet, so klar und lebendig, so herzerquickend, so ganz unseren Bedürfnissen und unseren höchsten Idealen entsprechend, daß unseres Glaubens Auge ihn schaut und unser Herz mächtig zu ihm hingezogen wird. Und wenn der Heilige Geist uns die Dunkelheit unserer Nacht offenbart, da verklärt er uns zugleich das Bild des gekreuzigten und auferstandenen Heilands in so herrlichem Glanz, daß die Liebe, s e i n e L i e b e, ausgegossen wird in unser Herz, und wir ausrufen: Wir lieben ihn; denn er hat uns zuerst geliebt.

Ein krankes Kind fühlte unlängst den Trieb, den Heidenkindern vom Heiland zu erzählen. ,,Ich habe ihn sehr lieb" (dreimal unterstrichen), schrieb es, ,,und ihr müßt ihn auch lieben". Ja, Jesum lieben ist Leben und Seligkeit. Darum sagt Petrus: Ihr, die ihr ihn liebt, wiewohl ihr ihn nicht seht, freut euch mit unaussprechlicher und herrlicher Freude. Es ist nicht Zukunftshoffnung, sondern gegenwärtiger Besitz. Versenke dich ins Meer seiner Liebe, dann wird seine Liebe dich erfüllen.

Jesu, Deiner zu gedenken, bringt dem Herzen hellen Schein, Aber volle G'nüge schenken kann doch nur Dein Nahesein.

D.Rappard

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Beitragvon Peter01 » 21.10.2014 11:30

"... den ihr liebt, obgleich ihr ihn nicht gesehen habt; an den ihr glaubt, obwohl ihr ihn jetzt nicht seht, [über den] ihr mit unaussprechlicher und verherrlichter Freude jubelt" (1. Petr. 1,8).

Gemeinschaft mit Christus gründet sich auf Liebe, Vertrauen und Gehorsam.

Die Empfänger des ersten Petrusbriefes hatten gleich uns den Herrn nie gesehen; trotzdem erfreuten sie sich der Gemeinschaft mit Ihm. Und ihre Gemeinschaft war echt; denn sie gründete auf Liebe, Vertrauen und Gehorsam.

Die Liebe, von der Petrus hier spricht, ist nicht oberflächlich, emotional oder sentimental. Sie entspringt dem Willen - sie hatten sich dafür entschieden, und seine Leser hatten das getan, obwohl sie Christus nie auf Erden gesehen hatten. Solche Liebe ist durch Gehorsam gekennzeichnet, wie der Herr in Johannes 14 bestätigt: "Wenn ihr mich liebt, werdet ihr meine Gebote halten... Wer mich nicht liebt, hält meine Worte nicht" (die Verse 15.24). Mit Christus Gemeinschaft zu haben bedeutet, Ihn zu lieben und Ihm zu gehorchen.

Ein anderes Element der Gemeinschaft ist das Vertrauen. Nachdem er den Bericht von der Auferstehung Christi gehört hatte, erklärte der Jünger Thomas, er wolle dem Herrn erst glauben, nachdem er Ihn gesehen und berührt hätte. Der Herr kommt seinem Wunsch entgegen und sagt: "Reiche deinen Finger her und sieh meine Hände und reiche deine Hand her und lege sie in meine Seite und sei nicht ungläubig, sondern gläubig!" (Joh. 20,27). Doch dann sagte der Herr: "Weil du mich gesehen hast, hast du geglaubt. Glückselig [sind], die nicht gesehen und [doch] geglaubt haben" (Vers 29).

Wenn wir Christus lieben und Ihm vertrauen, werden wir "mit unaussprechlicher und verherrlichter Freude" jubeln (1. Petr. 1,8). Diese Freude übersteigt all unser Vorstellungsvermögen. Ähnliches gibt es ja sogar auf der menschlichen Ebene - wie wir aus den tausendfachen Versuchen ersehen, dem Verliebtsein Worte zu verleihen.

Verherrlichte Freude" weist auf das göttliche Element in der Freude der Christen hin. Sie ist eine übernatürliche Gabe, bewirkt und mit Kraft erfüllt vom Heiligen Geist (Gal. 5,22).

Gemeinschaft mit Christus zu pflegen ist eins der höchsten Privilegien deines Christenlebens. Stärke und bereichere diese Beziehung, indem du das Wort Gottes studierst und dich auf den Geist Gottes verlässt. Auf diesem Wege wirst du Christus immer besser lieben und vertrauen lernen.

J.MacArthur

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Beitragvon Peter01 » 22.10.2014 11:37

"... und [so] erlangt ihr das Ziel eures Glaubens: die Rettung der Seelen" (1. Petr. 1,9).

Deine gegenwärtige Errettung bewahrt dich vor der Strafe und der Gewalt der Sünde.

In 1. Korinther 1,18 sagt Paulus: "Das Wort vom Kreuz ist denen, die verloren gehen, Torheit; uns aber, die wir errettet werden, ist es Gottes Kraft." Das unterstreicht sehr deutlich die wunderbare Tatsache von der gegenwärtigen Errettung des Gläubigen von der Sünde. Petrus betont in unserem Vers die gleiche Wahrheit, wenn er sagt, die Gläubigen erlangen als Ziel ihres Glaubens die Errettung ihrer Seelen.

Das griechische, mit "erlangen" übersetzte Wort bedeutet wörtlich "euch Holende". Das heißt, du holst etwas ab, das dir aufgrund deines Glaubens an Christus zusteht. "Das Ziel eures Glaubens" bezieht sich auf das logische Ergebnis oder auf das Ende des Glaubens. Mit der "Seele" ist die ganze Person gemeint. Man könnte den ganzen Vers auch so übersetzen: "Ihr freut euch, weil ihr das logische Ergebnis eures erprobten Glaubens habt und beständig festhaltet - eure fortdauernde Errettung von der Sünde."

Du brauchst beständige Errettung von der Sünde, weil die Sünde ein beständiges Problem ist. Du hast das neue Leben in Christus, du bist in Ihm eine neue Schöpfung und du bist kein Sklave der Sündenstrafe und Sündenmacht mehr; doch bist du noch nicht vollständig verherrlicht. Daher bist du dem Einfluss der Sünde immer noch ausgesetzt. Paulus personalisiert das Problem in Römer 7, wo er sagt: "Das Gute, das ich will, übe ich nicht aus, sondern das Böse, das ich nicht will, das tue ich ... Ich finde also das Gesetz, dass bei mir, der ich das Gute tun will, [nur] das Böse vorhanden ist ... Ich elender Mensch! Wer wird mich retten von diesem Leibe des Todes?" (die Verse 19.21.24). Der Sieg kommt in Vers 25, wo es heißt: "Ich danke Gott durch Jesus Christus, unseren Herrn!"

Jesus heißt der große Erretter, durch den wir Sieg über Sünde, Tod und Hölle haben. Das ist das letzte, aber keineswegs geringste Vorrecht in der kurzen Liste des Petrus. Wenn du den Herrn Jesus liebst und Ihm vertraust, wirst du auch die Freude über diese Errettung kennen lernen.

J.MacArthur

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Beitragvon Peter01 » 23.10.2014 09:47

Die geistliche Nüchternheit Seid nüchtern! 1. Petr. 1, 13
Dreimal fordert Petrus in seinem 1. Brief zur Nüchternheit auf. Dies hat seinen guten Grund. Er hat es schmerzlich an sich erlebt, was es heißt, unnüchtern zu sein. Weil er sich durch das warnende Wort Jesu nicht zur Nüchternheit führen ließ, vielmehr auf die Gefühle seines Herzens vertraute, tat er einen tiefen Fall. Nun erkannte er, was für Abgründe im Menschenherzen versteckt sind, und wie unnüchtern es ist, wenn man den Eingebungen und Stimmungen seines Herzens mehr traut als dem klaren Wort Gottes. Nüchtern ist, wer von sich selbst gar nichts, hingegen alles vom Herrn erwartet. Nüchtern ist, wer sein grundverdorbenes Herz erkennt und einsieht, daß er zu allem Bösen fähig ist, sobald der Herr seine Hand von ihm abzieht. Nüchtern ist, wer sich nicht vom eigenen Geist, sondern allein vom Heiligen Geist oder durch das göttliche Wort leiten läßt. Denn unser Geist gerät unversehens unter die bösen Triebe und Neigungen des Fleisches. Das Herz wird fest allein durch Gnade, sonst schwankt es hin und her wie ein Trunkener. - Seid nüchtern! Diese Mahnung kann nur an solche ergehen, die schon einmal ernüchtert worden sind durch den Donner des Wortes Gottes. Nun ist ihre Aufgabe, in der Nüchternheit zu bleiben und immer nüchterner zu werden. Die geistliche Nüchternheit besteht jedoch nicht in einem verstandesmäßigen, kühlen Wesen, dem der Liebeseifer, die heilige Begeisterung als schwärmerisch erscheint. Ältere Christen zeigen oft solche Art, die im Grund nichts ist als Lauheit: keine wohltuende Abgeklärtheit bei heiligem Feuer, das im Busen brennt. Ganz nüchtern sind wir, wenn wir ganz des Heiligen Geistes voll sind, wenn wir so hingenommen sind von der Liebe zu Jesu, daß wir uns selbst und alles darüber vergessen, wenn wir trunken sind von den reichen Gütern des Hauses Gottes. - Um nüchtern zu werden, laßt uns immer mehr eindringen in die Gemeinschaft unseres Herrn Jesus Christus! Vor allem laßt uns auch immer tiefer vom Worte der Wahrheit durchdrungen werden! Dies Wort hilft uns zu richtiger Beurteilung der Zeiterscheinungen. Wir stimmen dann nicht mehr ein in das Tagesgeschrei. Wir bewundern nicht, was die Welt anstaunt. Wir schwärmen nicht für Völkerfrieden und eine Höherentwicklung der Menschheit. Wir sind auch nicht zugänglich allerlei fremden Lehren, die dem eigenen, hochmütigen Menschengeist entstammen. Denn der Hochmut ist die Quelle der Unnüchternheit. Demut hingegen macht nüchtern. Die meisten Irrlehren entspringen dem versteckten Hochmut. Man will etwas Besonderes sein, etwas Außerordentliches darbieten und hören, und so kommt man auf unnüchterne, ungesunde Bahnen. Prälat Oetinger wollte allezeit beim Notwendigsten, Einfachsten und Nützlichsten bleiben. Paulus hat das Wort von Buße und Glauben stets in den Mittelpunkt gestellt. Das ist Nüchternheit. Wer dabei bleibt, kommt nicht in Gefahr, zu schwanken und zu fallen wie ein Trunkener.

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Beitragvon Peter01 » 24.10.2014 05:25

Heilig im ganzen Umfang des Lebens Nach dem, der euch berufen hat und heilig ist, seid auch ihr heilig in allem eurem Wandel! 1. Petr. 1, 15

Heilig in allem Wandel sich zu erzeigen, ist die große Aufgabe der Gotteskinder. Sie produzieren nicht selbst Heiligkeit, sondern sie leben ihre aus Gnaden geschenkte Heiligkeit aus. Sie werden erst geheiligt, dann können sie auch heilig sich beweisen und, was sie aus Gnaden sind, täglich aufs neue werden. - In allem Wandel: es gibt einen Wandel im Haus und außer dem Haus. Es ist leichter, außer dem Haus als im Haus sich heilig zu benehmen. Man läßt sich unter den Seinen gern gehen und beträgt sich nicht nach dem Sinn Gottes. Man hält seine Zunge nicht im Zaum und bewahrt nicht die würdevolle, feine Haltung, die einem Gottesmenschen geziemt. Heilig im Eheleben, o welch große Aufgabe! Nach Gottes Willen und nicht nach den eigenen unheiligen Gelüsten miteinander verkehren in Zucht und Maßhalten! Als Kind gegenüber den Eltern, als Dienstbote gegenüber der Herrschaft sich in göttlichen Linien bewegen, d.h. in Gehorsam, Ehrerbietung und Treue, die sich bis aufs Kleinste erstreckt - welch weites Feld der Übung! - Dann die Heiligung des Berufs und Geschäfts! Wir leben in einer sehr unheiligen Welt, wo so viel Unredlichkeit, Gewissenlosigkeit, Lüge und Täuschung das ganze Erwerbs- und Geschäftsleben durchseucht hat. Es kostet etwas, sich ganz anders zu verhalten und das göttliche Gebot zur Durchführung zu bringen. Mit Gleichgesinnten oder mit Gotteskindern ist es nicht schwer, heilig umzugehen. Sie stärken und fördern sich gegenseitig im heiligen Wandel. Aber im Verkehr mit weltlich und fleischlich gesinnten Leuten sich heilig zeigen, das ist nur möglich, wenn wir uns fortgesetzt mit Christus verbinden, der uns gemacht ist zur Heiligkeit. - Neben dem Wandel unter Menschen gibt es aber auch einen verborgenen Wandel, den nur der kontrollieren kann, der ins Verborgene sieht. Heiligung unseres Gedankenlebens, unserer Phantasie, unseres Gefühls, o welch umfassende Aufgabe! Wie leicht verlieren sich die Gedanken in verkehrte und gefährliche Bahnen! Heilig wandeln heißt: vor Gott und ihm zu Gefallen wandeln. Es ist dies eine so große Aufgabe, daß wir sie nicht früh genug in Angriff nehmen können. Im Alter fällt es schwer, zu einer Heiligung des Wandels nach allen Seiten zu gelangen. Die Heiligkeit Gottes ist unser erhabenes Vorbild. Übersehen wir nicht, daß der Kern der Heiligkeit Gottes seine Liebe und Barmherzigkeit ist! Die Liebe ist die wahre Heiligkeit. Wo sie fehlt, ist die Heiligkeit eine pharisäische. Die Scheidung von der Welt ist Gott nicht wohlgefällig, wenn die erbarmende, rettende, vergebende und tragende Liebe fehlt. Wir sind nur dann rechte Heilige, die Gott gleichen, wenn wir in der Liebe wandeln.

C.Eichhorn

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Beitragvon Peter01 » 27.10.2014 10:24

Wir sind in Christo geheiligt Ihr sollt heilig sein, denn ich bin heilig. 1. Petr. 1, 16

Es könnte nach diesen Worten scheinen, als ob die Heiligung unser Werk sei. Aber dem ist nicht so. Sonst würde sich der Apostel Petrus selbst widersprechen. Denn gleich nachher sagt er: Ihr seid erlöst von eurem eitlen Wandel. Der eitle Wandel ist ein Wandel, der hohl und leer ist, weil ihm jeder tiefere sittliche und göttliche Gehalt fehlt. Von diesem unreinen, sündlichen Wandel seid ihr erlöst durch das kostbare Blut des Lammes. Als ihr dies Blut im Glauben ergriffen habt, seid ihr frei geworden von dem Sündenleben. Ihr seid geheiligt und für den Dienst Gottes geweiht worden.

Und nun erweist euch als Heilige, die ihr durch Gottes Gnade geworden seid! Denn der heilige Gott, der euch gerufen hat, will Kinder haben, die heilig wandeln. - Es ist außerordentlich wichtig, daß wir uns von dieser kostbaren Wahrheit durchdringen lassen und alle Bemühungen der Selbstheiligung aufgeben; denn sie führen zu nichts. Wir müssen uns bei unserer Heiligungsarbeit auf den Glaubens- oder Gnadenboden stellen. Wir sind in Christo Jesu geheiligt (1. Kor. 1, 2). Christus ist uns von Gott gemacht zur Heiligung. Sobald wir ihn im Glauben ergreifen, geschieht eine große Umwandlung. In ihm sind wir nicht mehr unrein, sondern rein. - Aber findet man denn nicht auch an Gläubigen noch viele Flecken? Und wenn andere sie nicht sehen, spüren sie nicht selbst, wie gar oft das alte, unreine Wesen sich wieder durchsetzt? Und doch sind sie heilig, solange sie sich über jede Unreinheit ins Gericht führen lassen, sich bußfertig beugen und ihren Heiland immer neu ergreifen. Im innersten Seelenleben ist dennoch eine Wendung vorgegangen. Sie stehen auf einem andern Boden. Sie sind nicht mehr im Bereich der unreinen Welt. Die Sünde ist nicht mehr ihr Element, in dem sie leben wie der Fisch im Wasser. Sie stehen nun unter dem Einfluß des Heiligen Geistes, den alle empfangen, die an Jesus glauben. Sie sind im Grund des Herzens von der Sünde geschieden. Ihr Sehnen ist, rein und heilig zu leben. Sie dürfen sich getrost Heilige nennen trotz aller Flecken und Verunreinigungen, die immer wieder vorkommen.

An den Korinthern gab's noch sehr viel auszusetzen, doch nennt sie der Apostel Heilige. - Aber wenn jemand durch Gottes Gnade heilig geworden ist, soll er auch heilig wandeln oder vom Heiligen Geist sich im Denken, Reden und Tun regieren und bestimmen lassen. Die Gabe der Heiligkeit wird zur Aufgabe. Was wir im Grund und Zentrum unseres Wesens sind, das laßt uns auch im Leben und Wandel erzeigen! Haben wir Geistesleben, so laßt uns auch im Geist wandeln (Gal. 5, 25)! Das neue Wesen, die neue Grundrichtung, die wir empfangen haben, soll sich nun auch in allen Äußerungen unseres Lebens durchsetzen. In all unserem Tun, in allen Verhältnissen, in unsern Gesprächen, auch in den verborgenen inneren Entschließungen und seelischen Vorgängen laßt uns Heiligkeit beweisen!

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Beitragvon Peter01 » 28.10.2014 07:00

Wiedergeborene sollen Gottesfurcht beweisen Führt euren Wandel, solange ihr hier wallet, mit Furcht! 1. Petr. 1, 17


Es gibt Christen, die meinen, Gottesfurcht sei alttestamentliche Frömmigkeit. Seitdem die Fülle der Gnade in Jesu erschienen sei, solle man lieber nicht von Gottesfurcht reden, sondern nur von Dank, Vertrauen, Liebe und Gehorsam des Gotteskindes. Aber gibt es denn nicht auch eine kindliche Furcht im Unterschied von der knechtischen, die nur die Strafe fürchtet? Jedenfalls weist uns der Heiland nachdrücklich auf die Furcht Gottes hin (Matth. 10, 28). Paulus, der Apostel der Gnade, mahnt zum Heiligungseifer in der Furcht Gottes (2. Kor. 7, 1). Petrus ruft uns obiges Wort zu; vgl. 1. Petr. 2, 17; 3, 2.

Die Furcht Gottes ist Voraussetzung der Begnadigung und zugleich ihre herrliche Frucht. "Der Herr erbarmt sich über die, so ihn fürchten" (Ps. 103, 13). Über ihnen läßt er seine Gnade walten (V. 11). Nur solche empfangen Gnade, die vor der Heiligkeit Gottes erzittern und entschlossen sind, von der Sünde zu lassen, welche Gott haßt und straft.

Zugleich entspringt aber auch Gottesfurcht aus der Gnade. "Bei dir ist die Vergebung, daß man dich fürchte" (Ps. 130, 4). Begnadigte dürfen getrost zu Gott aufblicken, aber es muß auch immer ein Bangen dabei sein vor neuer Sünde. Schaffet eure Seligkeit mit Furcht und Zittern!" (Phil. 2, 12) schreibt Paulus nicht an Unbekehrte, sondern an Begnadigte. Paulus selbst bangte davor, anderen zu predigen und selbst verwerflich zu werden (1. Kor. 9, 27). Diese Bangigkeit, daß man schließlich die Gnade verscherze und vom Erbteil der Heiligen ausgeschlossen werde, ist sehr heilsam.

Wir wollen den Trost und die Freude der Heilsgewißheit gewiß nicht dämpfen. Man trifft oft Seelen, die ihre Heilsgewißheit sehr lebhaft zum Ausdruck bringen; doch merkt man nichts von der Gewissenhaftigkeit, Vorsicht und Bangigkeit, die Gotteskindern ziemt. Echte, biblische Frömmigkeit hat den Charakter der Beugung. Gott bewahre uns vor einer angemaßten Heilsgewißheit, verbunden mit einem überlegenen, sicheren Wesen! Mag vielen das Wort "Gottesfurcht" etwas altmodisch und rückständig klingen, wir bleiben dabei, daß es durchaus notwendig ist, vor der Majestät des heiligen Gottes in den Staub zu sinken, stets seiner Gegenwart eingedenk zu sein und vor seinem allerheiligsten Angesicht in Behutsamkeit zu wandeln (Jes. 38, 15).

Wenn wir also Gott fürchten, fällt alle andere Furcht dahin. Was können uns Menschen tun? Sie können höchstens zur Ehre der Märtyrerkrone verhelfen. "Fürchtet euch vor ihrem Trotzen nicht und erschreckt nicht! Heiliget aber Gott, den Herrn, in euren Herzen!" (1. Petr. 3, 14.15).

C.Eichhorn

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Beitragvon Peter01 » 29.10.2014 13:56

Ihr seid erlöst worden ... mit dem kostbaren Blute Christi als eines untadeligen und unbefleckten Lammes. 1. Petrus 1,18

Die Sünde wirft für Gott ein dreifaches Problem auf. Durch Adams Ungehorsam in die Welt eindringend, bewirkt sie zunächst eine Entfremdung zwischen Gott und dem Menschen. Gott kann keine Gemeinschaft mehr mit ihm haben, denn es ist etwas eingetreten, was sie verhindert. Deshalb ist es zunächst Gott, der sagt: »Sie sind alle unter der Sünde« (Römer 3,9). Zweitens ruft dann die Sünde, weil sie die Gemeinschaft mit Gott zerstört, im Menschen ein Schuldgefühl hervor. Nun ist es der Mensch mit seinem erwachten Gewissen, der sagt: »Ich habe gesündigt« (Lukas 15,18). Damit noch nicht genug, liefert die Sünde auch Satan den Grund, uns bei uns selbst zu verklagen, so daß es nun drittens der Verkläger der Brüder ist (Offenbarung 12,10), der sagt: »Du hast gesündigt«.

Um uns zu erlösen und in unsere göttliche Bestimmung zurückzubringen, mußte Jesus diesem dreifachen Schuldurteil begegnen. Nur sein kostbares Blut, vergossen für viele, hatte die Kraft, dieses Problem zu lösen: durch sein Blut wurde Gott Genüge getan, unsere Sündhaftigkeit bedeckt und unser großer Verkläger völlig besiegt.

W.Nee

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Beitragvon Peter01 » 30.10.2014 11:51

,,Erlöst mit dem teuren Blut Christi." 1 Petri 1, 19.

Wir stehen unter Christi Kreuz auf Golgatha, und sehen rosinfarbene Ströme seines teuren Blutes Ihm aus Händen, Füßen und aus der Seite hervorquellen. Es ist ,,teuer", denn es hat eine versöhnende und erlösende Kraft. Durch dies Blut werden die Sünden der Auserwählten getilgt; die Kinder der Gnade werden dadurch erlöst von der Herrschaft des Gesetzes; sie werden mit Gott versöhnt und mit Ihm vereinigt. Das Blut Christi ist auch ,,teuer" durch seine reinigende Kraft; es ,,macht uns rein von aller Sünde." ,,Wenn eure Sünde gleich blutrot ist, soll sie doch schneeweiß werden." Das Blut Jesu macht jeden Gläubigen herrlich, daß auch nicht ein Flecken oder Runzel oder des etwas an ihm haften bleibt. O teures Blut, das uns rein macht, das die Besudelung durch unsre überaus große Missetat abwäscht und uns darstellt, angenehm gemacht in dem Geliebten, ungeachtet der vielen Übertretungen und Verirrungen, womit wir uns wider Gott aufgelehnt haben!

Das Blut Christi ist uns nicht minder ,,teuer" durch seine bewahrende Kraft. Wir sind geborgen vor dem Engel des Verderbens unter der Besprengung mit dem Blut. Erinnere dich, daß der wahre Grund unsrer Verschonung darin steht, daß Gott das Blut sieht. Hierin finden wir Trost, wenn der Blick des Glaubens sich uns umflort; denn Gottes Auge bleibt allzeit klar und durchdringend. Das Blut Christi ist uns auch ,,teuer" durch seinen heiligenden Einfluß. Dasselbe Blut, welches unsre Sünde vertilgt und uns dadurch gerecht macht, belebt und kräftigt nachher den neuen Menschen und stärkt ihn so mächtig, daß er die Sünde zu überwinden und die Gebote des heiligen Gottes zu erfüllen imstande ist. Es gibt keine so kräftige Triebfeder zur Heiligung, als die, welche aus Jesu Herzen und Adern strömt. Und ,,teuer", unaussprechlich teuer ist dies Blut, weil es eine überwältigende Macht ausübt. Es steht geschrieben: ,,Sie haben überwunden durch des Lammes Blut." Wie war's anders möglich? Wer das teure Blut Jesu Christi zu seiner Waffe macht, und damit in den Streit zieht, kämpft mit unüberwindlicher Waffe. Das Blut Jesu! Die Sünde stirbt in seiner Gegenwart, der Tod hört auf, ein Tod zu sein, denn des Himmels Pforten öffnen sich. Das Blut Jesu! Mit ihm dringen wir vorwärts, von Sieg zu Sieg, solange wir auf seine Kraft vertrauen!

C.H.Spurgeon

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Beitragvon Peter01 » 31.10.2014 07:27

Habt euch untereinander brünstig lieb aus reinem Herzen, als die da wiedergeboren sind. 1. Petr. 1, 22 u. 23.

Da die Liebe zu den Kindern Gottes eine Frucht und ein Zeichen der Neugeburt ist, so folgt daraus, daß eine Ermahnung zu dieser Liebe nur die wiedergeborenen Christen angeht. Möchte man sich darum nie vornehmen, den zu ermahnen, ,,der (nur) nach dem Fleische geboren ist", daß er den liebe, ,,der nach dem Geist geboren ist". Denn es wird immer eine vergebliche Arbeit bleiben, die alte Feindschaft zwischen der Schlange Samen und des Weibes Samen, (zwischen den Ungläubigen und den Gläubigen), aufzuheben. Nur die Gläubigen betrifft es, wenn der Herr Jesus und Seine Apostel ermahnen: ,,Habt euch untereinander brünstig lieb!" - Obwohl die Liebe vom Geist in unseren Herzen geboren ist und aus unserer Vereinigung mit dem Heiland wächst, bedarf sie doch - wie alle Geistesfrüchte - wohl gepflegt und bewahrt zu werden. Daher alle Ermahnungen und Aufforderungen der Schrift zur Liebe. Es ist ein großer Verlust und eine große Gefahr, wenn du deine Liebe zu den Brüdern verlierst. Zwar sind auch viele Umstände da, die diese Liebe abkühlen wollen. Unser abgesagter Feind, der wohl weiß, was er gewonnen hat, wenn er dich vom Bruderkreise trennen kann, zielt stets auf die Bruderliebe der Christen. Und er findet dafür in unseren eigenen Herzen gar viele Mittel. Wie diese Liebe aber eine so bezeichnende Frucht des Lebens in Christus ist, so ist sie auch stets von diesem Leben abhängig. Solange ich in gesunder Übung der Buße und des Glaubens stehe, liebe ich auch die Brüder. Darum liegt die erste und wesentlichste Ursache einer erkaltenden Liebe in einem geschwächten Gnadenleben.

Wenn ein irdischer Sinn anfängt, bei einem Christen überhandzunehmen, so daß er nicht mehr in täglicher Übung der Buße und des Glaubens, der Erkenntnis der Sünde und des Umfassens der Gnade lebt, dann fängt er sogleich an, kalt gegen die Brüder zu werden und statt der in ihnen wohnenden Gnade mehr ihre Fehler zu sehen. Auch hierin gehen die Worte aus dem Mund des Herrn in Erfüllung: ,,Weil die Ungerechtigkeit überhandnimmt, wird die Liebe in vielen erkalten." Daneben finden sich bei den Brüdern auch viel Unverstand und andere Unarten, die die Liebe abstoßen und erkalten lassen können. Endlich kommen zuweilen auch unterschiedliche Meinungen hinzu, die den Bruderkreis spalten. Gewiß betreffen die Meinungsverschiedenheiten nur weniger wesentliche Fragen, denn in der Hauptsache sind alle. Gläubigen in der ganzen Welt einig. Dennoch aber können diese Nebenansichten der Liebe tödliche Wunden schlagen, wenn ich nicht verstehe, daß ein Bruder ein ebenso redlicher und begnadigter Christ sein kann, auch wenn er nicht alle Punkte im Wort Gottes so auffaßt wie ich, oder wenn ich nicht verstehe daß unter denen, die in gewissen Fragen andere Ansichten haben, auch gläubige Kinder Gottes sind. Denn daraus folgt, daß ich anfange, alle diejenigen zu verurteilen, die in irgendeiner Hinsicht anderer Meinung sind als ich. Ein solches Richten aber wird immer die Liebe verletzen. Etwas anderes ist es, wenn ich einer falschen Ansicht widerstehe und einen Fehler oder ein unverständiges Betragen meines Bruders strafe, etwa wie der Herr Jesus den Petrus strafte, als dieser das Schwert ergriff, und als Er ihn ein anderes Mal ,,Satan" (Widersacher) nannte. Solche Bestrafung läßt sich immer mit der Liebe vereinigen. Denjenigen aber zu verdammen, der in Christi Blut seinen einzigen Trost, sein Alles in Allem hat, ist ganz gewiß gegen die Liebe und tötet sie.

Dies geschieht auch, wenn diese Nebenfragen mir so groß und wichtig werden, daß sie den ersten Platz in meinem Herzen einnehmen, was sich dadurch beweist, daß alle, die in dieser Sache mit mir einig sind, auch wenn sie nicht in Christus leben, mir lieber werden als diejenigen Freunde Jesu, die in dieser Sache nicht mit mir einig sind. Es ist immer ein bedenkliches Zeichen, wenn eine Frage ganz oberflächlicher, ja, weltlicher Bedeutung mir so wichtig wird, daß ich ihren ungläubigen Befürwortern mit aller Wärme und viel größerer Liebe begegne als den Geschwistern in Christus, die mit mir denselben Glauben empfangen haben in der Gerechtigkeit, die unser Gott gibt und der Heiland Jesus Christus." Sollte ein Mensch, der ein Feind meines Herrn ist, und dem es noch nie in den Sinn gekommen ist, seine Versöhnung und seinen Frieden im Blutdes Lammes zu suchen, oder der noch nicht als ein verlorener Sünder zu Jesu Füßen gelegen hat, sondern den Sohn verachtet und das Blut des Testaments unrein achtet, mir lieber sein als ein Freund Jesu, der in dem Tod und dem Schmerz des Lammes sein Alles in Allein hat und der ein Kind Gottes und mein Ewigkeitsbruder ist? Ist das nicht ein bedenkliches, ein furchtbares Verhältnis? Zeugt es nicht davon, daß jene Nebenfrage, die die Ursache von allem gewesen ist, mir wichtiger wurde als der Heiland, wenn die Menschen, die diese Ansicht mit mir teilen, mir lieber geworden sind als die Brüder in Christus?

Da die Liebe zu den Kindern Gottes also durch so viele Umstände erkalten kann, ist es sehr wichtig, genau auf sich sowie auf die vielen Gründe achtzugeben, die wir haben, die Gnadengeschwister zu lieben.

Die Welt, die blinde, soll unsre Liebe seh'n, Sonst ist geschwinde das Ärgernis gescheh'n. Daran soll man die Jünger kennen, Daß sie recht herzlich in Liebe brennen.

C.O.Rosenius

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Beitragvon Peter01 » 03.11.2014 08:36

,,Als die da wiederum geboren sind, nicht aus vergänglichem, sondern aus unvergänglichem Samen." 1 Petri 1, 23.

Petrus ermahnte die zerstreuten Heiligen mit allem Ernst, sich untereinander ,,brünstig zu lieben aus reinem Herzen", und weise entlehnte er seine Begründung nicht aus dem Gesetz oder aus der Natur oder aus der Weisheit dieser Welt, sondern aus der höheren, göttlichen Natur, welche Gott den Seinen eingepflanzt hat. Gerade wie einsichtsvolle Erzieher fürstlicher Kinder danach streben, in ihren Zöglingen einen königlichen Sinn und einen würdigen Anstand zu wecken und zu pflegen, und sie dabei auf ihren Stand und ihre Geburt hinweisen, so redet Petrus mit den Gläubigen, als den Erben der Herrlichkeit, Prinzen aus königlichem Geblüt, Nachkommen des Königs aller Könige, dem echtesten und ältesten Adel der Erde, und spricht zu ihnen: ,,Sehet zu, daß ihr einander lieb habt, denn ihr seid aus einem edeln Geschlecht und aus unvergänglichem Samen geboren; ihr habt einen vornehmen Stammbaum, denn ihr stammt aus Gott, dem Schöpfer aller Dinge; und ihr habt eine unsterbliche Bestimmung, denn ihr sollt nimmermehr umkommen, ob auch alles Fleisches Herrlichkeit verwelke und die Welt vergehe." Wohl uns, wenn wir in demütigem Geiste die wahrhafte Würde unsrer erneuerten Natur erkennen und ihr nachzuleben suchen.

Was ist ein Christ? Wenn man ihn mit einem König vergleicht, so vereinigt er mit königlicher Würde auch priesterliche Heiligkeit. Des Königs hohes Ansehen ruht oft nur in seiner Krone, aber das Königtum eines Christen durchströmt seine innerste Natur. Er steht durch seine neue Geburt so hoch über seinem Nebenmenschen, wie eine unsterbliche Seele über dem Vieh, das dahinfährt. Darum soll er sich in allem seinem Tun halten nicht als einen aus dem großen Haufen, sondern als einen Auserwählten vor aller Welt, den die unumschränkte Gnade hervorgezogen hat, der beigezählt ist dem ,,heiligen Volk", und der also nicht im gemeinen Staube kriecht, noch lebt nach Art der Bürger dieser Welt. Geliebte in Christo Jesu, lasset euch die hohe Würde eures erneuerten Wesens, die Herrlichkeit eurer Zukunft antreiben, nachzujagen der Heiligung, und meidet auch den Schein des Bösen. ,,Macht keusch eure Seelen im Gehorsam der Wahrheit durch den Geist, zu ungefärbter Bruderliebe."

C.H.Spurgeon

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Peter01
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Beitragvon Peter01 » 04.11.2014 06:58

Das Wort wirkt eine Neugeburt Ihr seid wiedergeboren nicht aus vergänglichem, sondern aus unvergänglichem Samen, nämlich aus dem lebendigen Wort Gottes, das da ewiglich bleibet. 1. Petr. 1, 23


Die neue Geburt vollzieht sich durch das Mittel des Wortes. Denn das Zeugnis von Jesus führt zum Glauben an Jesus. Und durch den Glauben an ihn empfangen wir den Heiligen Geist und werden neue Menschen. Auch die Taufe heißt ein Bad der Wiedergeburt. Aber diese Neugeburt betrifft die seelisch-leibliche Natur, die den Untergrund unseres bewußten Seelenlebens bildet, vgl. Hebr. 10, 22 (gewaschen am Leibe). Das Wort hingegen wendet sich an unser persönliches Leben, an unser Gewissen und unsern Willen. Es führt zum Glauben, der eine ganz persönliche Unterwerfung unter Christus und sein Evangelium bedeutet. Niemals dürfen Wiedergeborene auf der Taufe ausruhen. Wenn es nicht zu einem persönlichen Ergreifen des Heils kommt, wenn wir im Gegenteil uns gegen Jesus verschließen und der Welt und unseren sündlichen Neigungen leben, dann sind wir trotz der Taufe Kinder des Teufels. Denn "wer Sünde tut, der ist vom Teufel". Dies schreibt Johannes an Christen, die sämtlich getauft waren. Ein Gotteskind ist man nur im Glauben an Jesus (Gal. 3, 26).

Wer den Glauben verleugnet und sich dem Argen hingibt, seinen Willen der Sünde ausliefert, ist ein Kind des Teufels. - Nach einem bekannten Worte des Heilands müssen wir wiedergeboren werden aus Wasser und Geist. Man hat die Worte auf die Taufe bezogen, aber mit Unrecht. Bei dem Worte "Wasser" konnte Jesus nur auf die Johannestaufe hindeuten, der von sich zeugte: "Ich taufe mit Wasser; der nach mir kommt, wird euch mit dem Heiligen Geist und mit Feuer taufen." Nikodemus, zu dem Jesus sprach, konnte nur an die Taufe des Johannes denken, unsere christliche Taufe war ja längst noch nicht gestiftet. Die Wassertaufe des Johannes war ein Abbild der Buße. Wer sich ihr unterzog, bezeugte, daß er von der Unreinheit der Sünde los sein wollte. - Freilich, das Wasser bringt nur eine äußerliche Reinigung. Neues Leben gibt es nicht. Dies verleiht nur der Heilige Geist, der ein Geist des Lebens ist. Doch die Buße, der Bruch mit der Sünde, ist die Vorbedingung für den Empfang des Heiligen Geistes. Johannes der Täufer und Christus müssen zu aller Zeit zusammenarbeiten. Denn zur Wiedergeburt ist ein Zweifaches erforderlich: erstens von unserer Seite Sinnesänderung, der aufrichtige Entschluß, sich vom alten Wesen loszusagen; zweitens - und das ist die Hauptsache - muß etwas von oben geschehen, der Heilige Geist muß ein Neues schaffen. Dann wird die Sinnesänderung erst zur Tatsache. Wir bekommen einen neuen Sinn, den wir durch die Buße ernstlich angestrebt hatten. So wenig wir uns das natürliche Leben selbst geben können, ebensowenig das geistliche. Es muß gegeben werden. Wir empfangen es durch den Glauben an das Wort des lebendigen Gottes. Und dies geisterfüllte Wort speist und nährt dann auch das Leben.

C.Eichhorn

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Peter01
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Beitragvon Peter01 » 05.11.2014 07:04

Des Herrn Wort bleibt in Ewigkeit. 1. Petrus 1, 25.


Welche Kraft und Bedeutung ein Wort oder ein Gelübde hat, wenn es von einer Person gegeben ist, die es nicht brechen kann, läßt Paulus uns verstehen, wenn er sagt, daß der, welcher Christus mit Seinem ganzen Verdienst haben will, nicht zu sprechen braucht: ,,Wer will hinauf gen Himmel fahren?" Das ist nichts anderes, denn Christus herabholen. Oder: ,,Wer will hinab in die Tiefe fahren?" Das ist nichts anderes, denn Christus von den Toten holen. Aber was sagt die Schrift? ,,Das Wort ist dir nahe, nämlich in deinem Mund und in deinem Herzen", wenn du in deinem Herzen an das ,,Wort vom Glauben" glaubst und es mit deinem Mund bekennst. Beachte! Er sagt: ,,Das Wort ist dir nahe", da hast du alles, was du haben willst, meint er, wenn du nur das Wort umfaßt. Paulus meint, daß ein Wort von Gott durchaus ebensoviel ist, als hätten wir die Sache selbst in Händen.

Daß eine zuverlässige Verheißung ein solches Gewicht und eine solche Bedeutung hat, verstehen wir sehr gut, sobald es menschliche Dinge betrifft. Wenn es aber himmlische Dinge betrifft, bei denen wir Gott zum Bürgen haben, dann sind wir nicht verständig genug, um recht sicher zu sein. Wir können dies noch mit einem ganz schlichten Gleichnis beleuchten: Wenn ich auch keinen Pfennig in wirklicher Münze besitze, bin ich doch vollkommen zufrieden, wenn ich nur hinreichend von einer gewissen Papiersorte, die wir Banknoten nennen, besitze, auf denen einige Worte stehen, die uns ganz beruhigen, nämlich diese, daß ,,die Staatsbank diesen Schein mit so und soviel einlöse". Darin sind wir so sicher, daß wir uns nicht einmal darum bemühen, diese Scheine gegen wirkliche Münze umzuwechseln, sondern sie unser ganzes Leben lang aufheben und sie so Schätzen, als wären sie Geld, ja, daß wir sie sogar Geld nennen und die meisten Menschen nichts anderes wissen, als daß sie Geld sind; denn sie gelten in unserer Wirtschaft als wirkliche Münze. - Und was gibt nun diesen Scheinen einen solchen Wert? Nur einige Worte, nur eine Verheißung, nämlich, daß sie auf Verlangen gegen wirkliche Münze eingelöst werden.

Paulus meint nun, daß auch Gottes Worte und Verheißungen solches Gewicht besitzen sollten, wenn er sagt: ,,Sprich nicht: Wer will hinauf gen Himmel fahren, Christus herabzuholen?" Das ist nicht nötig, sagt er, denn ,,das Wort ist dir nahe". Wenn du nur das Wort in deinem Herzen bewahrst und dich darauf verläßt, hast du Christus, den Himmel und die Seligkeit. Auch unser himmlischer König hat ,,Scheine" auf Erden ausgegeben, nämlich in Seinem Wort. Ach, daß wir einmal so verständig würden, ebenso fest auf die Worte zu bauen, die Gott uns in dem großen Rechnungsbuch, der Bibel, gegeben hat, wie wir auf die Worte eines irdischen Königs zu bauen bereit sind! Gott wird wahrlich diesen Seinen eigenen Versicherungen nicht untreu werden, wenn es einmal gilt, daß wir sie gegen die uns verheißene Wirklichkeit einlösen wollen, wenn wir also den Himmel und die Seligkeit haben wollen. Möchte auch dieses Bild uns daran erinnern, welches Gewicht und welche Bedeutung ein Wort und eine Verheißung Gottes haben!

Wir werden nie im Glauben und in einer wirklichen Zuversicht zu der unaussprechlichen Herrlichkeit, die das Wort verspricht, verbleiben können, wenn wir nicht tief in unsere Seelen einprägen, was das bedeutet, daß Gott es gesagt hat. Gott hat uns Verheißungen gegeben; das ist etwas so großes, daß wir's wohl nie werden ganz begreifen können! Oder kann etwas sicherer sein als das, was Gott verheißen hat? Sollte Er uns täuschen können? Wie unbegreiflich verdorben sind unsere Seelenkräfte, solches annehmen oder vermuten zu können! Der Apostel sagt ausdrücklich, daß Gott die große Verheißung nicht nur ausgesprochen, sondern sie auch mit Seinem heiligen Eid bekräftigt hat. Er sagt: ,,Da Gott den Erben der Verheißung überschwenglich beweisen wollte, daß Sein Rat nicht wankte, hat Er einen Eid dazugetan", und da Er bei keinem Größeren zu schwören hatte, Schwur Er bei sich selbst, ,,auf daß wir durch zwei Stücke, die nicht wanken, - die Verheißung und den Eid (denn es ist unmöglich, daß Gott lüge), - einen starken Trost haben, die wir Zuflucht haben und halten an der angebotenen Hoffnung." - O großer, gnadenreicher Gott! Du hast mit Deinem heiligen Eid Dein Wort bekräftigt, wir aber glauben dennoch nicht! Hilf uns gegen die beklagenswerte Finsternis und den Unglauben unseres Herzens! Vater, vergib uns und hilf uns!

Das Wort sie sollen lassen stah'n Und kein'n Dank dazu haben; Er ist bei uns wohl auf dem Plan Mit Seinem Geist und Gaben. Nehmen sie den Leib, Gut, Ehr', Kind und Weib; Laß fahren dahin, Sie haben's kein'n Gewinn; Das Reich muß uns doch bleiben.

C.O.Rosenius

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Beitragvon Peter01 » 06.11.2014 07:28

1. Petr. 2, 1: «So leget nun ab ... Neid ...»


Ist das unüberlegt oder beleidigend, daß Petrus bei seinen Lesern vorauszusetzen scheint, daß sie neidisch sind - oder zeigt das den reifen Menschenkenner? Ich möchte mich für das letzte entscheiden. Geistlicher Brotneid, daß man dem andern seine Erfolge im Reich Gottes nicht gönnt oder seine Heilandsnähe, gehört zu den letzten Lastern, die ein Christ, der vor Gott wandelt, ablegt. Denn dieser Neid ist wie feiner Staub, der sich unmerklich in alle Falten des Herzens setzt. Man kann in dieser Staubluft nicht atmen, beten! Achte aber noch auf eine Besonderheit: ein ganz Unmusikalischer pflegt den fremden Sänger mit der schönen Stimme gar nicht zu beneiden, während der Stümper, der sich sonst daheim gern hören läßt und nach Anerkennung seiner Stimme hungert, am meisten unter den Qualen des Neides leidet. Schärfer als der Neid sieht nur noch erbarmende Liebe. Es gibt Bilder, die sind unter der schärfsten Lupe gemalt; so malt der Neid des Bruders Fehler. Wollen wir nicht beim nächsten Hausputz unserer Seele den Neid zum letztenmal ablegen und als einen nutzlosen, gefährlichen Stauberreger in eine Kiste packen und diese zum Teufel schicken?

Herr, hilf mir, von jeder solchen häßlichen Regung loskommen. Auch wenn mir scheint, daß du jemand doch viel lieber hast als mich. Erbarme dich und reinige mich vom Neid, durch den ich mich ja nur noch weiter von dir entferne. Reinige mich und habe mich dann soviel lieb, als ich's vertragen kann. Amen.

S.Keller


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