G.D.Krummacher Andachten aus "Tägliches Manna"

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Matze7443
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Re: G.D.Krummacher Andachten aus "Tägliches Manna"

Beitragvon Matze7443 » 04.04.2017 18:17

Ich erkenne die Meinen, und bin bekannt den Meinen.
Johannes 10,14

0, eine herrliche Bekanntschaft, in welcher alles anzutreffen ist, was uns stark, vergnügt, heiter und ruhig machen kann, welche Jesus mit Recht für das ewige Leben erklärt; eine Bekanntschaft gleich einer unerschöpflichen Fundgrube, aus welcher eine Gnade um die andere genommen wird; eine Bekanntschaft, außer welcher es keine Ruhe gibt für die Seele. Wer sollte nicht nach einer solchen Bekanntschaft schmachten, zumal da wir die Verheißung haben: Du wirst den Herrn erkennen. Gewiss ist dies eine Perle, unserer armseligen Habe wert; ein Schatz, um deswillen wir wohl Alles verkaufen mögen, um ihn zu erlangen. Aber nur in deinem Lichte sehen wir das Licht. Selig sind die Augen, die da sehen, das ihr seht! Nicht Fleisch und Blut hat dir das geoffenbart, sondern der Vater im Himmel. So lange aber der Christ mit seinem Herrn und Haupte noch nicht recht bekannt worden ist, geht's ihm auch wie Noah's Taube, die nicht fand, wo ihr Fuß ruhen konnte. Hat er einmal Ruhe, sie wird bald wieder gestört; meint er was zu haben, es wird ihm bald wieder genommen, weil er's noch in sich selbst, und nicht in Christus besitzen will; kommt ein Gedränge, so findet sich die alte Verlegenheit auch wieder ein, denn man sieht noch auf sich selbst, weil Moses und Elias noch nicht verschwunden sind, dass Christus allein übrig bleibe.

Mache mich mit dir bekannt,
Lass in deinen Liebesflammen
Herz und Seele sein entbrannt,
Knüpfe dich und mich zusammen!
Befleißige dich, dich selbst Gott bewährt darzustellen als einen Arbeiter, der
sich nicht zu schämen hat, der das Wort der Wahrheit recht teilt. 2. Tim. 2:15

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Re: G.D.Krummacher Andachten aus "Tägliches Manna"

Beitragvon Matze7443 » 08.04.2017 04:54

Bleibt in mir und ich in euch. Gleichwie die Rebe kann keine Frucht bringen
aus ihm selber, also auch ihr nicht, ihr bleibt denn in mir.

Johannes 15,4

Im Anfange des Christentums kann man gewöhnlich noch viel, wie man wenigstens glaubt. Petrus gürtete sich, so lange er jung war, selbst, und ging, wohin er wollte; später aber musste er seine Hände ausstrecken, und ein Anderer gürtete ihn und führte ihn, wohin er nicht wollte. Er wollte mit Jesus sterben und hielt sich für stark genug, sein Versprechen zu halten. Wir hören aber in der Folge nicht mehr, dass er viel anzugeloben sich erkühnt hätte, wohl aber sagte er: Haltet fest an der Demut! und: Der Gott aller Gnaden, der uns berufen hat zu einer ewigen Herrlichkeit in Christus Jesu, derselbe wird euch, die ihr eine kleine Zeit leidet, vollbereiten, stärken, kräftigen, gründen. Das eigene Können verliert und verzehrt sich je länger, je mehr. Ach, Israel, wie wirst du im Glauben leben müssen, wenn du erst in die Wüste kommst, wo nicht einmal Wasser ist. Doch der Herr ist mit dir, und das ist genug. So wirst du endlich auf die Frage: Habt ihr je Mangel gehabt? antworten: Herr, nie keinen.

Selig sind, die Demut haben,
Und sind allzeit arm im Geist,
Rühmen sich gar keiner Gaben,
dass Gott werd allein gepreist.
Befleißige dich, dich selbst Gott bewährt darzustellen als einen Arbeiter, der
sich nicht zu schämen hat, der das Wort der Wahrheit recht teilt. 2. Tim. 2:15

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Re: G.D.Krummacher Andachten aus "Tägliches Manna"

Beitragvon Matze7443 » 12.04.2017 09:12

Wenn ich nur dich habe, so frage ich nichts nach Himmel und Erde.
Psalm 73,25

Du warst es, auf den alle Gläubigen sich verließen, und bist es auch noch immerdar, zu dem alle Elenden ihre Zuflucht nehmen. Du bist es, stets der Nämliche an Macht und Güte, an Huld und Gnade; wie man dich weiland erfuhr, so erfährt man dich noch; wie du weiland halfst, stärktest, tröstetest, heimsuchtest, so tust du es noch. Wie man sich weiland an dich wenden durfte, so darf man's auch noch. Du bist es, auf den Alles ankommt, von dem Alles abhängt. Wärest du nicht, so gäbe es kein Volk Gottes, so
gäbe es kein Überwinden, keine Weisheit, keine Gerechtigkeit, keine Heiligkeit, keine Seligkeit; so gäbe es kein gutes Werk, ja keinen guten Gedanken, so wie keine Gnade bei Gott, keine Vergebung der Sünden, kein Heil. Du bist es, dem wir's zu verdanken haben, dass es dies Alles gibt, dass es Überwinder gibt, die in Allem weit überwinden, Weise gibt, gegen deren Weisheit Niemand stehen kamt, die Alles wissen, Starke gibt, denen alle Dinge möglich, und Gerechte, an denen keine Verdammnis zu sehen, Heilige, an denen kein Flecken, und Selige, die sich allerwege freuen. Dies Alles, so wie jedes gute Werk, jede gute Gesinnung, ja jeder taugliche Gedanke entsteht von ihm. Wohl mag's zu demjenigen heißen: Du bist's, du bist's, den ein jeglicher für sich haben muss.

Wenn ich dich nur habe,
Wenn du mein nur bist,
Wenn mein Herz bis hin zum Grabe
Deiner Treue nie vergisst,
Weiß ich nichts vom Leide,
Fühle nichts als Andacht, Lieb' und Freude.
Befleißige dich, dich selbst Gott bewährt darzustellen als einen Arbeiter, der
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Re: G.D.Krummacher Andachten aus "Tägliches Manna"

Beitragvon Matze7443 » 14.04.2017 19:35

Ich will rühmen Gottes Wort, ich will rühmen des Herrn Wort.
Psalm 56,11

Was für geistliche Schönheiten entdeckt die Seele, in dem Worte Gottes! Von allen Seiten fühlt sie sich auf die angenehmste Weise angezogen, und findet oft hinter den am wenigsten versprechenden Blättern die köstlichsten Früchte. Was da gesagt wird, ist ihr nicht nur köstlich, sondern auch die Art und Weise, wie es gesagt oder angedeutet, klar gezeigt oder verhüllt wird, bewundernswürdig und entzückend. Was für Entzücken oder Schönheiten stellen sich ihm in dem Bundesgott dar: in seiner Liebe, die allen Verstand übersteigt, und die uns nicht in ihrem vollen glanz in's Gemüt dürfte strahlen, oder der Atem würde uns ausgehen; in seiner Treue, die auch dann fortdauert, wenn wir untreu sind, dass eher Berge weichen und Hügel hinfallen sollen, ehe seine Gnade von uns weicht, und der Bund seines Friedens hinfällt; in seiner Barmherzigkeit und Gnade, die Missetaten, Übertretungen und Sünden vergibt. „O du alte und neue Schönheit!“ rief Augustinus aus, „warum habe ich dich so spät erkannt!“ Und was für Schönes enthält sein Gnadenbund, der, wie David (2. Sam. 23) sagt, ewig ist, worin Alles wohl geordnet und gehalten wird, wiewohl all mein Heil und Tun ist, dass nichts wächst, – ein Bund, der nichts fordert und Alles schenkt, der aus lauter Verheißungen besteht, der nie wieder gebrochen wird.

O! öffne mir
die Augen! Lass mich deine Herrlichkeit sehen!
Wie wohl ist mir, wenn mich mein Hirte führet
Zur süßen Weid' auf seines Wortes Au;
Dies süße Wort, das mich so mächtig rühret,
In welchem ich sein Herz voll Liebe schau,
Hat täglich meinen Geist genährt,
Und macht mich immer mehr zum Himmelreich gelehrt.
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Re: G.D.Krummacher Andachten aus "Tägliches Manna"

Beitragvon Matze7443 » 17.04.2017 08:59

Kann auch ein Weib ihres Kindleins vergessen, dass sie sich nicht erbarme
über den Sohn ihres Leibes? Und ob sie desselbigen vergesse, so will Ich doch
deiner nicht vergessen.

Jesaja 49,15

Die Gläubigen scheinen wohl einmal wie vergessen, teils von andern Christen, die sie nicht besuchen, sich nicht nach ihnen umsehen, keine Teilnahme, kein Mitleib bezeugen, und dies fällt schmerzhaft; oder sie fühlen sich auch einsam, weil sie keinen finden, gegen welchen sie ganz offen sein könnten. Ich bin wie ein einsamer Vogel auf dem Dache, klagt David Psalm 102, oder gar wie eine Nachteule, worüber sich die andern Vögel hermachen. So lange er nun noch mit Asaph sagen kann: Du bist dennoch meines Herzens Trost, geht's noch wohl an. Aber wie schmerzhaft ist es, wenn es das Ansehen gewinnt, als habe der Herr die Seele vergessen. So klagt Zion Jes. 49 und David klagt Ps. 13: Wie lang? willst du mein so gar vergessen, während ich so traurig hingehe und mein Feind mich drängt? Sein Zaum ist zerbrochen, dass alles ihn zerreißt, was vorüber geht, wie Asaph im 80. Ps. sagt, so dass das Herz nicht anders denkt, als dies und jenes würde sich nicht ereignen können und dürfen, wenn der Herr sich nur in etwa um seine Angelegenheiten bekümmere, und sie regiere. Der Herr aber spricht: Kann auch ein Weib ihres Kindleins vergessen, dass sie sich nicht erbarme über den Sohn ihres Leibes? Und ob sie desselbigen vergesse , so will ich doch dein nicht vergessen. Siehe, in die Hände habe ich dich gezeichnet. Zur rechten Zeit geht es wieder, wie es 5. Mose 2,4 heißt: Der Herr hat dein Reisen durch die große Wüste zu Herzen genommen, dass dir nichts gemangelt hat, auch das Kreuz nicht, desto süßer ist dann sein Andenken.

Mutterherze will zerbrechen
Über ihres Kindes Schmerz,
Du wirst dich an mir nicht rächen,
O du mehr als Mutterherz!
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Re: G.D.Krummacher Andachten aus "Tägliches Manna"

Beitragvon Matze7443 » 19.04.2017 13:43

Wir, die wir glauben, gehen in die Ruhe.
Hebräer 4,3

Der Apostel stellt uns vorher als im gleichen Verhältnis mit den Kindern Israel vor, wenn er sagt: Es ist uns auch verkündigt gleich wie jenen. Was wird uns verkündigt? Die Verheißung, anzukommen zu seiner Ruhe. Das Evangelium von Christus, die frohe Botschaft von der Gnade Gottes wird uns verkündigt. Da heißt's nun aber auch zu uns: Seht zu, dass ihr nicht in dasselbe Exempel des Unglaubens fallet, sondern glaubt an den Herrn Jesus, so werdet ihr selig, gerecht, rein, stark, fröhlich. Jedoch ist hier kein toter Mundglaube gemeint, sondern ein lebendiger, ein sich selbst und die Welt verleugnender Herzensglaube. Der erste Schritt zu demselben ist die Erkenntnis des Unglaubens, worin wir alle von Natur so tief stecken, verschlossen und begraben sind. O! wie ungeschickt werdet ihr euch zum Glauben finden, wenn's euch erst um den rechten Glauben zu tun ist; wie viele große und kleine Hindernisse werdet ihr antreffen, und wie oft euch genötigt sehen, auch eurerseits zu schreien: Komm zu Hilfe meinem
Unglauben! Herr, stärke uns im Glauben. Welch einen Kampf des Glaubens werdet ihr wahrscheinlich zu kämpfen bekommen. Aber kämpft ihn. Ringt um den wahren Glauben so lange, bis ihr auch mit jenem Blindgebornen niederfallen, anbeten und sagen könnt: ich glaube. O! wie glückselig werdet ihr dann sein, denn wir, die wir glauben, gehen in die Ruhe; wer glaubt, hat das ewige Leben, wird selig; wer aber nicht glaubt, wird verdammt werden, denn ohne Glauben ist's unmöglich, Gott zu gefallen. So glaubt denn, damit ihr gerecht und Erben werdet des ewigen Lebens.

Lamm und Haupt,
Es sei geglaubt
Und alles auf die Gnad' gewagt.
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Re: G.D.Krummacher Andachten aus "Tägliches Manna"

Beitragvon Matze7443 » 22.04.2017 10:17

Meister, wir wissen, dass du bist ein Lehrer, von Gott gekommen.
Johannes 3,2

Denn der Herr Christus sagt: Lernt von mir, so ist das ein Rat, den wir nicht nur im Anfang unserer Bekehrung, sondern auch im Fortgange derselben, ja unser ganzes Leben lang zu befolgen haben. Christus war nicht nur während seines Wandels auf Erden der von Gott gesandte Lehrer, wie ihn Nikodemus nannte, sondern er bleibt es immerfort, und lehrt uns, was nützlich ist. Jesus selbst muss also unser Lehrmeister sein. Das will er wohl sein, denn sonst ermahnte er uns nicht zum Lernen, wenn er nicht lehren wollte. Wir müssen aber auch gern lernen wollen, und uns nicht selbst für klug halten, denn dann bleiben wir in der Blindheit. In der Schule Jesu aber lernt man zuerst sein Elend erkennen, und wird darüber mühselig und beladen, bedrückt und bekümmert. Das ist eine höchst wichtige und nötige Lektion, die zum wahren Christentum eben so notwendig ist, als den Kindern, die lesen lernen sollen, die Kenntnis der Buchstaben. Sieht der Mensch dies erst, so ist er von selbst begierig, weiter zu lernen, wo er nur Trost und Hilfe gegen sein Elend finden soll. Und da lernt er auch Jesus erkennen, und das macht ihn sehr fröhlich und selig. Aber er hat jetzt noch lange nicht ausgelernt, obschon er denn wohl meint, er wäre nun fertig. Es kommen nun auch noch andere Lektionen. Er muss nun lernen, sich selbst und die Welt verleugnen, lernen Geduld und Glauben üben, lernen kämpfen, sein Kreuz auf sich nehmen, und Jesu als ein gutes Schaf nachfolgen. Ja jeder Tag hat seine eigene Plage und Aufgabe. Auch mit den beiden erstgenannten Stücken, nämlich Erkenntnis seiner selbst und Christi, wird man nie fertig. Es gibt da noch was Neues zu lernen. Man muss also stets ein Schüler bleiben; denn was man etwa weiß, kann man noch besser lernen.

Solche Leute will der König lehren,
Die ein jedes Kind mit Nutzen hören,
Und fröhlich wissen,
Dass sie Schüler sind und bleiben müssen.
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Re: G.D.Krummacher Andachten aus "Tägliches Manna"

Beitragvon Matze7443 » 26.04.2017 07:33

Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden.
Matthäus 28,18

Er herrscht über alles, denn ihm ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden. Ohne seine Einwilligung kann die Sünde selbst nicht durchbrechen, und ein Judas, obschon der Satan in ihm ist, ihn nicht verraten, bis er ihm seine Erlaubnis erteilt, und spricht: Was du tust, das tue bald. Aber noch viel mehr ist er gekommen, von Sünden alle diejenigen zu erlösen, welche erlöst zu werden begehren, und ihnen das Gute zu gewähren, was sie sich erbitten. Drückt jenen Gichtbrüchigen die Schuld wegen seiner begangenen Sünden mehr noch als das Leid, das ihn an sein Lager fesselt, dieser Herr befiehlt nur: Sei getrost, deine Sünden seien dir vergeben, und sie sind vergeben, und die Last aus dem Gemüte, und dasselbe los und frei. Als er den Unglauben und die Herzenshärtigkeit seiner Jünger schalt, so flohen sie aus ihrer Seele, und als er dem Thomas gebot, nicht ungläubig zu sein, sondern gläubig, da rief er aus: Mein Herr und mein Gott! Er gebeut seinen Jüngern, wenn sie wegen des Evangeliums zur Verantwortung gezogen würden, sollten sie nicht vorher sorgen, sondern es werde ihnen zur Stunde gegeben werden. Und so ist er in allen Stücken ein Herr, reich über Alle, die ihn anrufen, und vermögend, überschwänglich zu tun über unser Bitten und Verstehen. Durch diesen Herrn mächtig gemacht, überwindet der schwache Mensch, der ohne Jesus Nichts tun kann, in Allem weit, und vermag Alles. Keine Anfechtung ist so schwer, wovon er nicht befreien, kein Elend so groß, was er nicht ändern, kein Kampf so heiß, worin er nicht unterstützen, kein Gefängnis so hart, was er nicht zerbrechen, keine Fessel so fest, dass er sie nicht lösen könnte. Er und sonst Keiner. Er allein und außer ihm Niemand. Nur welche der Sohn frei macht, die sind recht frei.

Er ist der Herr.
Wenn ich mit allem meinem Fleiß
Mir nimmermehr zu raten weiß,
Und meine Ohnmacht, Unverstand
Und Schwachheit kräftiglich erkannt,
So bist du ja der unerforschte Mann,
Der allein meinen Sachen raten kann.
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Re: G.D.Krummacher Andachten aus "Tägliches Manna"

Beitragvon Matze7443 » 29.04.2017 18:26

Herr, wir wollten Jesus gerne sehen.
Johannes 12,21

Wer ihn sieht mit erleuchteten Augen des Gemüts, der sieht die höchste Schönheit, die höchste Anmut und Liebenswürdigkeit; Majestät und Pracht; wer ihn so sieht, der fühlt sich auf eine höchst kräftige und eben so angenehme Weise zu seiner Liebe, zu seiner Furcht, zu seinem Lobe wie hingerissen, der kann nicht anders und will nicht anders, als mit der auserwählten Schar niederfallen und anbeten, kann und will nicht anders, als vor ihm zerfließen, sich ganz ihm hingeben, wozu es auch sei, der sieht Gott aus eine ähnliche Weise, wie Moses, als gnädig, barmherzig, von großer Güte und Treue, der sieht ihn in Christus, als einen versöhnten Gott und gnädigen, freundlichen Vater, wenn gleich auch als einen heiligen Vater, welcher ohne Ansehen der Person richtet, und einen jeglichen Sohn, den er aufnimmt, züchtiget. Der hat ihn aber auch gesehen, wie David ihn sah, da er einen geängsteten Geist, ein geängstetes und zerschlagenes Herz bekam; wie Paulus, da er mit Zittern fragte: Herr! was willst du, das ich dir tun soll? So viel kann ein sündiger Mensch von ihm sehen, und im Lichte des heiligen Geistes erkennen, als dazu nötig ist, ihn vollkommen zu befriedigen, zu beseligen und zu heiligen. Die Fülle des Wassers, was Christus gibt, kann kein Einzelner in sich aufnehmen. Wer aber etwas davon trinkt, in dem wird's ein Quell werden, der bis in's ewige Leben fließt.

Eine Stunde, da man ihn
Recht in's Herze sucht zu schließen,
Gibt den seligsten Gewinn,
Gnad' und Friede zu genießen;
Ein nach ihm geschickter Blick
Bringt viel tausend Lust zurück.
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Re: G.D.Krummacher Andachten aus "Tägliches Manna"

Beitragvon Matze7443 » 05.05.2017 06:03

Es ist Aller zumal Ein Herr, reich über alle, die ihn anrufen.
Römer 10,12

Der Sohn Gottes, Jesus Christus, unser Herr und Gott, ist uns gemacht von Gott zur Weisheit, zur Gerechtigkeit, zur Heiligung und zur Erlösung, mithin sollen wir alles nur bei ihm suchen, mit allen unsern Angelegenheiten sind wir an ihn gewiesen; er kann und will uns auch nach seiner Liebe in Allem raten und helfen, und sich in uns verherrlichen als ein Herr, der reich ist über Alle, die ihn anrufen. Ja, Jesus Christus, unser Herr und unser Gott, ist allein unser einziges und ewiges Gut und Teil! Ihn zu besitzen, muss unser vorzüglichstes Anliegen sein. Außer Gott können wir nicht zufrieden sein, weil unser ewiger Geist nur mit ewigem Gute kann befriedigt werden, und dieses ewige Gut ist allein der ewige, selige und beseligende Gott. Wohl uns also, dass wir einen Jesus haben, der uns Führer zum rechten Ziele, zur ewigen Glückseligkeit sein will. Denn, da er ist vollendet, ist er worden Allen, die ihm gehorsam sind, eine Ursache ewiger und vollkommener Seligkeit. Durch ihn wird wieder hergestellt, was wir mit Adam verloren haben. Das ist das ewige Leben sagte er in seinem hohenpriesterlichen Gebet zu seinem himmlischen Vater dass sie dich, dass du allein wahrer Gott bist, und den du gesandt hast, Jesus Christus, erkennen. Zu dieser Erkenntnis und dem anfänglichen Genusse des ewigen Lebens gelangen wir in seiner Schule.

Was acht' ich doch das Gut der Welt,
Wonach so viele rennen,
Da jetzt mein Glaube Macht erhält,
Mich Gottes Kind zu nennen.
Denn du bist mein und ich bin dein,
So ist mit dir auch alles mein,
Was ich, dein Kind, nur brauche.
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Re: G.D.Krummacher Andachten aus "Tägliches Manna"

Beitragvon Matze7443 » 07.05.2017 08:28

Da dieser Elende rief, hörte der Herr, und half ihm aus allen seinen Nöten.
Psalm 34,7

Der Weg zu Christus ist die Not, ist das Elend, und so wenig es einem Gesunden, der bei guter Vernunft ist, einfallen wird, einen Arzt zu brauchen, so wenig wird ein Mensch von Christs Gebrauch machen können, der nicht einsieht, wozu er seiner bedarf. Und dies ist der einfache Grund, warum der König, der ein Helfer ist, in der Welt so wenig gilt. Die Erkenntnis von Sünde und Gnade hält gleichen Schritt, so dass das Eine ohne das Andere nicht recht eingesehen wird; je tiefer jemand in sein Elend blickt, desto tiefer wird er nachher in die Gnadenfülle schauen, die viel mächtiger ist. O! würde dies recht eingesehen, wie ganz anders würde man sich bei der Empfindung seines Elends verhalten; man würde glauben, man würde auf den Herrn harren, bis man seine Herrlichkeit sieht; doch hört der Herr auch das Seufzen der Elenden, die nicht den Glauben, sondern ihre Not empfinden, denn diese Not ist es eben, welche dem Herrn Gelegenheit gibt, die Herrlichkeit seiner Macht an denen zu erweisen, die da glauben. Einer besondern Verheißung bedürfen wir nicht. Es ist uns genug, dass uns im Evangelium die teuerste und allergrößte Verheißung erteilt worden ist, nämlich dass wir der göttlichen Natur sollen teilhaftig werden; Verheißungen, die die Form eines Testaments annehmen, und durch den Tod des Mittlers unveränderlich geworden sind; Verheißungen, die durch den Eidschwur Gottes bei sich selbst bekräftigt, die uns allen durch das Sakrament der heiligen Taufe nahe gelegt und gegeben sind, Verheißungen also, an denen wir Teil erlangen können.

Elend kann dich bald bewegen,
Lauter Segen
Wirst du lassen fließen noch.
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Re: G.D.Krummacher Andachten aus "Tägliches Manna"

Beitragvon Joschie » 16.05.2017 18:46

Sende dein Licht und deine Wahrheit, dass sie mich leiten.
Psalm 43,3

Wer mehr Licht zur Selbsterkenntnis wir von Gott aus seinem Wort empfangen, desto mehr werden wir durch die Entdeckung unserer Finsternis gedemütigt. „Stellst du,“ wie Moses sagt, „unsere anerkannte Sünde in's Licht vor dein Angesicht,“ desto mehr sehen wir uns veranlasst, zu bekennen, dass in uns nichts Gutes wohnt, ja, dass das Dichten und Trachten des menschlichen Herzens böse ist von Jugend auf und immerdar. Je mehr wir in der Erkenntnis wachsen, desto mehr werden wir bekennen, sie sei nur Stückwerk; .je mehr wir in der Heiligung zunehmen, desto größer wird uns der Abstand vom Ziel der Vollkommenheit erscheinen; je gläubiger wir sind, desto unbedeutender wird uns unser Glaube vorkommen, und als nicht nennenswert; und je mehr ich lieb', je mehr ich find', dass ich dich lieben sollte. Ohne dieses Licht kann uns ein über das andere Mal verkündigt werden, dass es je gewisslich wahr sei, dass Jesus in die Welt gekommen sei, Sünder selig zu machen – und wir fassen dennoch kein Zutrauen. Die Güte Gottes geht an uns vorüber, aber ohne sein Licht bleibt uns das Licht selbst unsichtbar. Was ist ohne dieses Licht die heilige Schrift? Ein versiegeltes Buch; kein Buch für elende, sündige Menschen, keine Arznei für Kranke, sondern ein Arbeitsfeld für Gesunde. Aber wie lieblich gestaltet sich dies Alles um, wenn uns die Augen geöffnet werden, die Wunder in seinem Gesetz zu sehen. Dann bedürfen wir keines Auslegers mehr, sondern wir haben nun selbst seine Herrlichkeit gesehen; dann leuchten uns die Glaubensgründe in ihrer stärkenden zuverlässigen Festigkeit so ein, dass wir nicht zweifeln können. Dagegen bleibt nichts als Finsternis und Schmerzen in dem Herzen, wenn sein Gnadenglanz gebricht.

Komm dann, Jesu, deine Klarheit
Allen Sündendunst zerbricht.
Zeige mir den Weg der Wahrheit,
Zeig' dein helles Angesicht.
Tod, wo ist dein Stachel? Totenreich, wo ist dein Sieg? 1Kor 15,55

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Beitragvon Joschie » 21.05.2017 16:31

Der König wird Lust an deiner Schöne haben, denn Er ist dein Herr, und sollst ihn anbeten.
Psalm 45,12


Jesus ist aller Könige König, und alle Engel sollen ihn anbeten, wie vielmehr alle Menschen! Was ist er für ein unvergleichlicher König, da ihm alle Gewalt gegeben ist, im Himmel und auf Erden, da alles unter seine Füße getan ist. Was ist das für eine Kraft, die er besitzt, wodurch er kann alle Dinge ihm untertänig machen, wodurch er alle Dinge trägt, wodurch er alle seine Verheißungen erfüllt, und die er in den Schwachen mächtig sein lässt, so dass sie durch ihn alles vermögen. Aber die Gläubigen aller Zeit fanden etwas an ihm, das sie zur Ehrerbietung lockte, so dass sie von selbst vor ihm auf die Knie sanken, wie die heiligen drei Könige taten, da er nur noch ein kleines Neugeborenes Kind war, das von ihren Ehrenbezeugungen nichts verstand. Aber zu dieser Ehrfurcht gesellt sich die milde Empfindung eines oft grenzenlosen Zutrauens, das auch in tiefster Not bekennt: Ich weiß, an wen ich glaube; sprich nur ein Wort! oder gar: so du willst! die Empfindung einer unaussprechlichen Anhänglichkeit, die da sagt: Wenn sich auch Alle ärgern, ich nicht, ich will mit dir . . . fragt: Herr! wohin sollen wir gehen? Du allein hast Worte des ewigen Lebens; – wenn auch alle weggehen, die auch unterm Kreuze stehen bleibt und am Grabe weilt, und die schon aus Hiob sprach: Wenn du mich auch töten wolltest, und aus Asaph, und aus Allen, die sich um seinetwillen erschlagen ließen; die Empfindungen einer brünstigen Liebe, die da sagen konnte: Herr, du weißt alle Dinge, du weißt auch, dass ich dich lieb habe.

In des gnadenreiches Grenzen
Sieht man deine Wunder glänzen,
Wo viel tausend treue Seelen
Dich zu ihrem Haupt erwählen,
Alles gern um dich verlassen,
Und, wie du, das Unrecht hassen.
Tod, wo ist dein Stachel? Totenreich, wo ist dein Sieg? 1Kor 15,55

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Beitragvon Joschie » 24.05.2017 17:52

Israel zieht hier zu seiner Ruhe.
Jeremia 31,2


Zur völligen Ruhe ist erforderlich, dass man im Besitz aller derjenigen Güter sich befinde, die alle unsere Begierden so befriedigen, dass ihnen nichts zu wünschen übrig bleibt, denn so lange uns noch etwas zu wünschen übrig bleibt, haben wir keine Ruhe. So lange man nicht Alles hat, kann man nicht ruhen. Jakob aber hatte Alles genug, und Paulus Alles und überflüssig. Kein Wunder, wenn sie Ruhe hatten. Wer nicht Alles bekommen kann, dem kann Etwas und wenn's auch noch so viel wäre, nicht genügen, wiewohl man auch mit Wenig, ja mit Nichts zufrieden sein kann. Von ihm lehrt uns die Schrift: Alle Schätze seien in ihm verborgen, sein Reichtum sei unausforschlich, ja alle Fülle der Gottheit wohne in ihm leibhaftig. Es wird von reichen Gütern seines Hauses geredet; das, was man bei ihm finden kann, wird unter dem glänzenden, alles Herrliche in sich schließenden Bilde eines königlichen Hochzeitsmahles vorgestellt und gesagt: Er sei reich über Alle, die ihn anrufen. Er wird als derjenige vorgestellt, welcher der Kanal ist, wodurch sich alle Segnungen von Gott auf uns ergießen, als der, dem alle Dinge übergeben sind, der der Pfleger der wahrhaftigen Güter ist. Wie reich und mildtätig er sein müsse, das erhellt ja auch daraus, dass er ohne Einschränkung verspricht, Alles zu tun, um was wir in seinem Namen bitten, und wiederum: So ihr in mir bleibt, und meine Worte in euch bleiben, werdet ihr bitten, was ihr wollt, und es wird euch widerfahren.

Er kann mich himmelhoch erheben.
Und seiner Klarheit machen gleich!
Er wird mir so viel Schätze geben,
Dass ich werde unerschöpflich reich.
Tod, wo ist dein Stachel? Totenreich, wo ist dein Sieg? 1Kor 15,55

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Beitragvon Joschie » 28.05.2017 07:40

Wer aber dem Herrn anhängt, der ist ein Geist mit ihm.
1. Korinther 6,17


Darauf kommt es an, dass wir ihm anhängen, welches nur mit unserm Sinn, mit unserm Herzen, mit unserm Verlangen geschieht, mit unserer Liebe und Vertrauen. Sollen wir ihm anhangen, so müssen wir von allem anderen ablassen, denn: Wer Vater oder Mutter mehr liebt denn mich, der ist mein nicht wert. Freilich, wer sich als den armen, den elenden, verlorenen Sünder, und Jesus als den einigen und vollkommenen Seligmacher kennen lernt, wer keine andere Zuflucht, Rettung, Hilfe und Seligkeit zu finden weiß, als bei diesem Heilande, bei dem wird sich auch schon das Anhangen finden. Wie hing ihm jener blinde Bartimäus mit seinem Geschrei: Jesu, du Sohn Davids, erbarme dich mein! – an, um von seiner Blindheit geheilt zu werden; mochte ihn schweigen heißen, wer wollte. Wie hing ihm jenes kanaanäische Weib an, und ließ mit ihrem Flehen nicht ab, mochte er sogar selbst sie abzuweisen scheinen! – Werdet ihr erst eure Sündennot recht gewahr, – und sie muss erst zu einer Not werden, – O wie wird sich da das Anhangen schon finden! Werdet ihr sodann gewahr werden, wie sehr mit Recht er Schilo, Ruhegeber, heißt, und wie er reich macht, gewahr werden, wie ihr arm in euch selbst seid und bleibt, O wie innig werdet ihr ihm anhangen! Sucht deshalb diese Seelengestalt, so werdet ihr inne werden, dass die dem Herrn anhangen, Ein Geist mit ihm sind.

Gib, dass mein Herz dich wiederum
Mit Lieben und Verlangen
Mög' umfangen,
Und als dein Eigentum
Nur einzig an dir hangen.
Tod, wo ist dein Stachel? Totenreich, wo ist dein Sieg? 1Kor 15,55


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