Biblische 'Abendmahlslehre

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biggi
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Biblische 'Abendmahlslehre

Beitragvon biggi » 03.04.2015 19:34

Hallo, vielleicht kann jemand mir helfen. Ich bin katholisch aufgewachsen, In der kath. Kirche versteht man das Abendmahl so, dass der Wein sich in das Blut von Jesus und das Brot sich in Jesu Leib verwandelt, dass man also das Blut von Jesus und auch seinen Leib isst. Dann war ich sehr lange in einer Pfingstgemeinde, die aber lehrte, dass es eine wichtige Handlung ist, aber den Leib und das Blut von Jesus symbolisiert. Jetzt bin ich in einer Gemeinde, in der gelehrt wird, dass es wirklich das Blut von Jesus ist, das wir trinken. Wie ist es denn richtig zu verstehen. Für manche Links, die mir in dieser Frage weiterhelfen, wäre ich dankbar.
Biggi

Fritz67
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Beitragvon Fritz67 » 07.04.2015 12:05

Hallo Biggi,

das ist mein erster Beitrag im Forum und werde hier sicher auch meine Fragen stellen, da ich sicher noch viele Mängel an Erkenntnissen habe. Aber ich möchte dir antworten.

Zum Abendmahl hat Jesus seinen Tod verkündigt, wie nach Matthäus:
Matthäus 26 (Schlachter 2000)
26 Als sie nun aßen, nahm Jesus das Brot und sprach den Segen, brach es, gab es den Jüngern und sprach: Nehmt, eßt! Das ist mein Leib.
27 Und er nahm den Kelch und dankte, gab ihnen denselben und sprach: Trinkt alle daraus!
28 Denn das ist mein Blut, das des neuen Bundes, das für viele vergossen wird zur Vergebung der Sünden.

Und 1. Korinther 11, 17-33 behandellt das Abendmahl und bezeichnet das Abendmahl als Verkündigung des Todes unsereres Herrn Jesus, das würdig einzunehmen ist:
1. Korinther 11 (Schlachter 2000)
26 Denn so oft ihr dieses Brot eßt und diesen Kelch trinkt, verkündigt ihr den Tod des Herrn, bis er kommt.
27 Wer also unwürdig dieses Brot ißt oder den Kelch des Herrn trinkt, der ist schuldig am Leib und Blut des Herrn.

Ich glaube:
Das Abendmahl ist die Verkündigung - die Predigt, der Gottesdienst - des Todes unseres Herrn und Heilands Jesus Christus, der am Kreuz von Golgatha seinen Leib und sein Blut vergossen hat zur Vergebung unserer Sünden.
Das Abendmahl ist der Gottesdienst und die Verkündigung sollte mit wachem Verstand, wachen Geist und vom ganzen Herzen eingenommen werden. Folglich ist es eine geistliche Speise und nicht das Essen eines Stück Brotes und nicht das Trinken eines Schluck Weines, also keine speise für den Leib.
Das Herz ist dabei auf unseren Herrn und Heiland Jesus Christus gerichtet.

Ich habe 2 Jahre lang an Abendmahlen meiner alten ev. landeskirchlichen Gemeinde teilgenommen, bevor ich die Gemeinschaft gewechselt habe. Denn es wird nicht die Buße zur Vergebung der Sünden und nicht das Kreuz gepredigt und die meisten glauben nicht an Christus, unserem Herrn, den Sohn Gottes und für diejenigen ist das Abendmahl sowas wie Handlung oder Symbol von Gemeinschaft.

Ich meine:
Das Halten eines Abendmahls als Sakrament sollte mit der rechten Herzenshaltung eingenommen wird. ansonsten ist es nur ein Akt äußerlicher religiösität und macht keinen Sinn

Das sich Brot in ein Stück von Jesus Leib und Wein in einige Tropfen von Jesus Blut verwandelt, das klingt für mich befremdlich.
Denn durch den Heiligen Geist wohnt Jesus in uns oder anders gesagt, durch die Wiedergeburt sind wir heilig und mit Jesus Christus verbunden. Das alte Gott ablehnende Leben ist zu Ende und wir sind nun Kinder Gottes und gehören unserem Vater im Himmel.

Deswegen kann ich in diesen katholischen und pfingstlerischen Aussagen und was in deinre neue Gemeinde gelehrt wird, noch keinen Sinn erkennen. Da benötige auch ich Erklärungsbedarf.

LG Fritz

biggi
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Beitragvon biggi » 08.04.2015 07:39

Hallo Fritz, vielen Dank, du hast ja viel geschrieben, ich muss mir das noch mehrmals durchlesen, aber das was du über die landeskirchliche evang. Gemeinschaft geschrieben hast, das ist wirklich hart. In welcher Kirche bist Du jetzt oder wie wird dort über das Abendmahl gelehrt? Gottes Segen Dir
Biggi

Fritz67
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Beitragvon Fritz67 » 08.04.2015 18:45

Hallo Biggi,

meine Gemeinschaft sind Evangeliumschristen-Baptisten.
An meinem Wohnort Uelzen aber gibt es noch keine Gemeinde und hier sind wir erst zu neunt.
Unsere Gottesdienste halten wir in Privatwohnungen an Samstag Abenden, dazu kommen jedesmal Mitglieder der anderen Gemeinden zu Besuch, auch wenn es für manche 2 oder drei Stunden Autofahrt bedeutet.
Zu den Sonntagsgottesdiensten fahren wir dann zu den anderen Gemeinden, leider geht das noch nicht regelmäßig.


Liebe Grüße und Gottes Segen
Friedrich

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Joschie
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Beitragvon Joschie » 15.04.2015 16:16

Das Abendmahl war lange Zeit einer der Streitpunkte in der Kirchengeschichte. Heute ist das Abendmahl in vielen Gemeinden nur noch ein Anhang am Ende des Gottesdienstes und die Bedeutung des Abendmahls ist vielen Christen fast unbekannt, es gibt auch hier wie so oft Ausnahmen. Ich stelle mal den 30.Punkt von dem baptistischen Glaubensbekenntnis von 1689 hier rein
Über das Abendmahl

1. Das Abendmahl wurde von unserem Herrn Jesus in derselben Nacht eingesetzt, in der er überliefert wurde,1 damit es in seinen Gemeinden2 bis ans Ende der Welt gehalten würde3 zur beständigen Erinnerung und Verkündigung seiner Selbstaufopferung in seinem Tod,4 zur Festigung des Glaubens der Gläubigen an die daraus entstammenden Wohltaten,5 zu ihrer geistlichen Nahrung und ihrem Wachstum in ihm,6 zu ihrem weiteren Einsatz für alle und gegenüber allen Pflichten, die sie ihm schuldig sind,7 und damit es ein Band und sicheres Zeichen ihrer Gemeinschaft mit ihm und untereinander sei.8
1. 1Kor 11,23; Mt 26,20-26; Mk 14,17-22; Lk 22,19-23.
2. Apg 2,41-42; 20,7; 1Kor 11,17-22.33-34.
3. Mk 14,24-25; Lk 22,17-22; 1Kor 11,24-26.
4. 1Kor 11,24-26; Mt 26,27-28; Lk 22,19-20.
5. Röm 4,11.
6. Joh 6,29.35.47-58.
7. 1Kor 11,25.
8. 1Kor 10,16-17.

2. In dieser Anordnung wird Christus nicht seinem Vater geopfert, noch wird überhaupt irgendein tatsächliches Opfer zur Vergebung der Sünden von Lebenden oder Toten dargebracht. Es ist vielmehr eine bloße Erinnerung an die einmalige Selbstaufopferung, die er selbst ein für alle Mal am Kreuz dargebracht hat,1 sowie ein geistliches Opfer des größtmöglichen Lobes Gottes dafür.2 Daher ist das Messopfer der papistischen Kirche, wie sie es nennen, äußerst abscheulich, eine Beleidigung von Christi eigenem einmaligen Opfer, welches das alleinige Sühnopfer für alle Sünden der Erwählten ist.
1. Joh 19,30; Hebr 9,25-28; 10,10-14; Lk 22,19; 1Kor 11,24-25.
2. Mt 26,26-27.30 verglichen mit Hebr 13,10-16.

3. Der Herr Jesus hat in dieser Anordnung seine Diener angewiesen, zu beten und die Elemente, Brot und Wein, zu segnen und sie damit von einem gewöhnlichen zum heiligen Gebrauch abzusondern und das Brot zu nehmen und zu brechen, den Kelch zu nehmen und beide, wobei sie auch selbst daran teilnehmen, den Kommunikanten zu geben.1
1. 1Kor 11,23-26; Mt 26,26-28; Mk 14,22-25; Lk 22,19-22.

4. Dem Volk den Kelch vorzuenthalten,1 die Elemente anzubeten, sie zur Anbetung in die Höhe zu heben oder herumzutragen und sie für irgendeinen angeblich religiösen Zweck aufzubewahren,2 steht alles dem Wesen dieser Anordnung und der Einsetzung durch Christus entgegen.3
1. Mt 26,27; Mk 14,23; 1Kor 11,25-28.
2. 2Mose 20,4-5.
3. Mt 15,9.

5. Die äußeren Elemente in dieser Anordnung stehen zu ihm, dem Gekreuzigten, wenn sie in der rechten Weise zu den von Christus verordneten Gebrauchsweisen ausgesondert worden sind, in einer derartigen Beziehung, dass sie in der Tat manchmal wenn auch mit bildlich gebrauchten Worten so genannt werden wie die Dinge, die sie darstellen, nämlich Leib und Blut Christi,1 obwohl sie in ihrer Substanz und ihrer Natur nach tatsächlich und ausschließlich Brot und Wein bleiben, wie sie es vorher waren.2
1. 1Kor 11,27; Mt 26,26-28.
2. 1Kor 11,26-28; Mt 26,29.

6. Jene Lehre, die auf einer Wandlung der Substanz von Brot und Wein in die Substanz des Leibes und Blutes Christi (gewöhnlich Transsubstantiation genannt) durch die Weihung eines Priesters oder auf irgendeine andere Weise besteht, ist nicht nur mit der Schrift,1 sondern auch mit dem gesunden Menschenverstand und der Vernunft unvereinbar. Sie zerstört das Wesen dieser Anordnung und war und ist bis heute die Ursache für vielfältigen Aberglauben, ja für ausgeprägten Götzendienst.
1. Mt 26,26-29; Lk 24,36-43.50-51; Joh 1,14; 20,26-29; Apg 1,9-11; 3,21; 1Kor 11,24-26; Lk 12,1; Offb 1,20; 1Mose 17,10-11; Hes 37,11; 1Mose 41,26-27.

7. Würdige Empfänger, die äußerlich an den sichtbaren Elementen dieser Anordnung teilhaben,1 empfangen dabei durch den Glauben auch innerlich wirklich und tatsächlich zwar nicht fleischlich und leiblich, sondern geistlich — den gekreuzigten Christus und alle Wohltaten seines Todes und stärken sich an ihm.2 Der Leib und das Blut Christi sind demnach nicht leiblich oder fleischlich, sondern geistlich im Glauben der Gläubigen in dieser Anordnung ebenso gegenwärtig, wie es die Elemente selbst für ihre äußerliche Sinneswahrnehmung sind.3
1. 1Kor 11,28.
2. Joh 6,29.35.47-58.
3. 1Kor 10,16.

8. Da sie sich nicht an der Gemeinschaft mit Christus erfreuen können, sind alle unwissenden und gottlosen Personen somit des Tisches des Herrn unwürdig und können nicht ohne große Sünde gegen ihn an diesen heiligen Geheimnissen teilhaben oder zu ihnen zugelassen werden, solange sie in diesem Zustand verharren.1 Jeder, der sie unwürdig empfängt, ist wahrhaftig am Leib und Blut des Herrn schuldig und isst und trinkt sich selbst zum Gericht.2
1. Mt 7,6; Eph 4,17-24; 5,3-9; 2Mose 20,7.16; 1Kor 5,9-13; 2Joh 10; Apg 2,41-42; 20,7; 1Kor 11,17-22.33-34.
2. 1Kor 11,20-22.27-34.

Gruß Joschie
Tod, wo ist dein Stachel? Totenreich, wo ist dein Sieg? 1Kor 15,55

Fritz67
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Beitragvon Fritz67 » 17.04.2015 16:44

Danke, Joschie, für diesen 30. Puknt des baptistischen Glaubensbekenntnis von 1689.

Biggi, bitte lese dir das auch. Die Punkte 5 und 6 beantworten deine Fragen.

Punkte 1 bis 4 verdeutlichen, wieso das Abendmahl gehalten werden soll von jedem, der würdig ist.
Punkte 7 und 8 verdeutlichen, wieso ich an keiner Gemeinschaft mehr teinehme, wenn sie keine Gemeinschaft mit Christus (8) dem Gekreuzigten (7) haben will und die Pastoren, die das Abendmahl mit den bekannten Einsatzworten beginnen, es dennoch ablehnen.

Aber das ändert sich ja. So sind für den kommenden deutschen evangelischen Kirchentag (3. bis 7. Juli) die Einsatzworte verändert zu:
„Ebenso nahm Jesus auch den Kelch, nachdem das Mahl beendet war, und sagte: Der neue Bund durch mein Blut, mein Leben für euch. Das tut, sooft ihr’s trinkt, zur Erinnerung an mich.“
Die übliche Erläuterung fehlt, dass Jesus sein Blut zur Vergebung von Sünden vergossen hat, denn Die Abendmahlselemente Brot und Kelch werden als Nahrung und Wärme für Leib und Seele verstanden.
Und das ist ein weiteres Beispiel von willkürlicher Verdrehung der Schrisft durch den heutigen Liberalismus.

Da halte ich mich an Gemeinschaften, die die Wahrheit verkündigen. An meine jetzige baptistische und als Gast an reformierte Gemeinden, wie der Arche in Hamburg.

Jose
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Re: Biblische 'Abendmahlslehre

Beitragvon Jose » 17.07.2015 20:47

Ich möchte hier mein Verständnis zur Abendmahlslehre zusammenfassen.

Als Jesus das Abendmahl eingesetzt hat, da lebte Er noch. Es kann also nicht sein, dass dabei Brot und Wein in Sein Fleisch und Blut verwandelt wurden. Es wurde auch nur mit Seinen Jüngern gefeiert, war also nicht ein offenes Mahl für alle. Nach meinem Verständnis, und das habe ich auch von Bibelauslegern gelesen, nahm Judas nicht am Abendmahl Teil, sondern ging zuvor bereits hinaus.

Das Abendmahl ist ein Gedächtnismal. Es ist weder ein Sakrament noch vermittelt es Sündenvergebung, als ob der Priester jedes Mal das Opfer Jesu wiederholen würde, indem behauptet wird, dass es sich wirklich um den Leib und Blut Jesu handeln würde.

Am Abendmahl oder Herrenmahl sollen nur Gotteskinder teilnehmen, aber wer noch eine Sünde zu bekennen und bereinigen hat, soll davon Abstand halten, da sonst keine würdige Teilnahme am Mahl möglich wäre.

Wir halten es mindestens einmal im Monat, aber es kann z.B. auch wöchentlich gehalten werden. Ich kenne keine Vorgabe bezüglich der Häufigkeit, lehne aber die Vorstellung ab, dass es nur einmal im Jahr zu Ostern gehalten wird, und dann auch nur für einen besonderen Kreis (habe ich von ZJ gehört).


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