Seelische Probleme und Christsein

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Peter01
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Re: Seelische Probleme und Christsein

Beitragvon Peter01 » 29.04.2017 19:37

Jose hat geschrieben:Peter, diese pauschale Aussagen sind definitiv verkehrt:...Kannst du dich davon distanzieren?


Nein, das werde ich nicht. Weil ich die allgemein anerkannte Vorgehensweise der Psychatrie kenne. Die Vorgehensweise ist begründet auf einem unbiblischen und daher gottlosen Menschenbild. Daher zitierte ich Psalm 1, der sich nicht für eine Gottlose Beratung ausspricht. Weil ich aber merke dass du immer noch seelische Probleme die rein seelischer Natur sind mit denen die auf ein organisches Problem zurückzuführen sind verwechselst, möchte ich nochmals betonen, dass eine Unterscheidung in Bezug auf eine Behandlung wichtig ist.

Ein paar Gegenfragen: Kannst du diese Aussagen objektiv widerlegen und anhand der Schrift das Gegenteil beweisen? Kennst du die allgemein anerkannten Definitionen dieser sogenannten Krankheiten? Kennst du die Grenze zwischen rein seelischen Problemen und dem Übergang in ein organisches? Und wer beurteilt das? Und wer gibt die Sicherheit, dass dieses Urteil richtig ist? Hier erwarte ich schon einige klare und objektive Antworten, nachdem du von der Falschheit obiger Aussagen so strikt überzeugt bist.

Jose hat geschrieben:Es ist schon deswegen wichtig, weil die Kranken oftmals versucht werden die Medikamente selbstständig abzusetzen und es genug leute gibt, die sie darin unterstützen und behaupten, ein Christ bräuchte es nicht. Dies führt zwangsläufig dann oftmals noch tiefer in die Depression, die es angeblich nicht gibt.


Wie gesagt, seelische Probleme können allgemein auf zwei Ursachen zurückgeführt werden. Ein seelisches Problem, welches organischer Natur ist, kann mit hilfreichen Medikamenten gelöst werden.

Jose hat geschrieben:Ich bin überzeugt, dass zu beidem eine Berufung da sein muss. Theorie alleine genügt nicht.

Die Berufung schließt das Erlernen der biblischen Seelsorge nicht aus.

Jose hat geschrieben:Vielleicht wäre es auch gut mal darüber zu denken, warum auch viele Christen seelische Probleme haben.


Die Schrift gibt uns darauf einige Antworten, hat mit dem Wesen des verdorbenen Fleisches zu tun. Wichtige wäre die Frage, wie man dem Leidenden so helfen kann, dass er zu Christus geführt wird und Gott die Ehre bekommt.

Gruß

Peter

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Re: Seelische Probleme und Christsein

Beitragvon Jose » 29.04.2017 20:16

Darf ich zunächst fragen warum die vorherige Antwort von Jörg gelöscht wurde? Ich versuche aus dem Gedächtnis die Frage zu stellen, die Jörg vorhin geschrieben hatte, zumindest sinngemäß: Wie kann der Seelsorger ausschließen, dass keine Ursache vorliegt, die ärztlich behandelt werden muss? Er ist i.d.R. kein Arzt.

Schon deine Herangehensweise, Peter, kann bei schwachen Gläubigen Druck und Unterdrückung ausüben. Seelsorge würde dann heißen, wenn ich es so sagen darf, die Gläubigen in die Richtung zu zwingen, wo der "Seelsorger" es will. Das ist nicht helfen, sondern den Menschen in eine bestimmte Form pressen.

Ich denke, dass viele Gläubige unter Druck gesetzt werden, in Gemeinden aber auch z.B. in Foren. Druck kann auf verschiedene Weise entstehen, auch dort, wo man zu hohe Erwartungen setzt.

Und leider hast du die Frage noch nicht beantwortet, warum du behauptet hast:
Peter01 hat geschrieben:Diese erfundenen Krankheiten nennen sich Depression, Schizophrenie, Burnout usw.

Ich habe Zeugnisse von Christen gehört, denen hier geholfen wurde:
Klinik Hohe Mark
fachlich kompetent, christlich engagiert

Findest du die Einrichtung überflüssig?

Jörg
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Re: Seelische Probleme und Christsein

Beitragvon Jörg » 29.04.2017 21:44

Jose hat geschrieben:Darf ich zunächst fragen warum die vorherige Antwort von Jörg gelöscht wurde? Ich versuche aus dem Gedächtnis die Frage zu stellen, die Jörg vorhin geschrieben hatte, zumindest sinngemäß: Wie kann der Seelsorger ausschließen, dass keine Ursache vorliegt, die ärztlich behandelt werden muss? Er ist i.d.R. kein Arzt.

Ich habe meinen Beitrag gelöscht, weil ich ihn als Ganzes nicht als zielführend ansah. Die Frage hast Du aber richtig wiedergegeben.


Peter01 hat geschrieben:
Nein, das werde ich nicht. Weil ich die allgemein anerkannte Vorgehensweise der Psychatrie kenne. Die Vorgehensweise ist begründet auf einem unbiblischen und daher gottlosen Menschenbild.


Die Psychiatrie ist eine medizinische Fachrichtung, die davon ausgeht, dass einer Depression neurobiologische Veränderungen (Abläufe in den Nervenzellen und im Gehirn) vorausgehen oder diese begleiten. Ungleichgewichte der Botenstoffe im Gehirn können hier eine Rolle spielen. Durch Medikamente kann man direkt in diese neurobiologischen Zusammenhänge eingreifen.

Was hat das mit einem unbiblischen und gottlosen Menschenbild zu tun?
Es muß alles erst einmal an Gott vorüber, bevor es mich treffen kann. (Helmut Thielicke)

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Re: Seelische Probleme und Christsein

Beitragvon Jörg » 30.04.2017 07:30

Hallo Peter,

in der Eingangsfrage wurde auch der Begriff Psychose genannt. Eine befreundete Nachbarin leidet darunter, genauer gesagt an einer Schizophrenie. Es kam in der Vergangenheit häufiger vor, dass sie die Psychopharmaka selbstständig absetzte. Nach einiger Zeit kam es immer wieder zu einem Rückfall, der sich darin äußerte, dass sie unter Verfolgungswahn litt. Völlig verängstigt meinte sie, die Polizei sei hinter ihr her und sie müsste ins Gefängnis. Selbst das nächste Umfeld betrachtete sie als ihre Feinde. In diesem Zustand ist es dringend geboten, sie in eine Psychiatrie einzuweisen, weil sie sich und andere gefährdet (in dieser Phase reagierte sie sehr aggressiv). Das erfolgt meist mit einem richterlichen Beschluß, weil man sonst einen Patienten nicht in der Psychiatrie festhalten darf. Nach Einnahme ihrer Medikamente kam es nach einiger Zeit wieder dazu, dass die Wahnvorstellungen verschwanden und sie wieder in Freiheit ihren Alltag leben kann.

Man könnte auch viele Beispiele von Menschen nennen, die in akuter Selbstmordgefahr standen und deren Leben in der Psychiatrie gerettet worden ist.

Um es in aller Deutlichkeit zu sagen: wer einen solchen Menschen meint dadurch zu helfen, in dem er ihm Bibelverse sagt, handelt völlig unverantwortlich und menschenverachtend. Ja, er erfüllt meines Erachtens den Tatbestand der unterlassenen Hilfeleistung!

Peter, kann es sein, dass Du kritische und falsche Punkte in der Psychotherapie (von denen es eine Menge gibt) mit notwendigen Hilfeleistungen der Psychiatrie in einen Topf wirftst und so das Kind mit dem Bade ausschüttest?

Gruß, Jörg
Zuletzt geändert von Jörg am 30.04.2017 10:47, insgesamt 1-mal geändert.
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Joschie
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Re: Seelische Probleme und Christsein

Beitragvon Joschie » 30.04.2017 09:56

Jörg hat geschrieben:Peter, kann es sein, dass Du kritische und falsche Punkte in der Psychotherapie (von denen es eine Menge gibt) mit notwendigen Hilfeleistungen der Psychiatrie in einen Topf wirftst und so das Kind mit dem Bade ausschüttest?

Hier hat Jörg einen wichtigen Punkt angesprochen. Es gibt große Unterschiede zwischen Psychiatrie, Neurologie und Psychotherapie. Diese zu benennen viel sogar einigen Dozenten bei meiner Ausbildung schwer, nur einer war in der Lage auf unsere Fragen, die in dieser Richtung gingen zu antworten! Ich möchte zu bedenken geben das es für Depressionen und Psychosen exogene und endogene Faktoren gibt und dieses müssen auseinander gehalten werden. Das nächste Problem besteht darin das die verschiedenen Leute unter den gleichen Begriff was ganz unterschiedliches verstehen können. Es gibt heute in der Psychotherapie eine ganze Reihe von unterschiedlichen Schulen mit verschiedenen Denkansätze die sich zum Teil widersprechen.
Peter01 hat geschrieben:Nein, das werde ich nicht. Weil ich die allgemein anerkannte Vorgehensweise der Psychatrie kenne. Die Vorgehensweise ist begründet auf einem unbiblischen und daher gottlosen Menschenbild. Daher zitierte ich Psalm 1, der sich nicht für eine Gottlose Beratung ausspricht. Weil ich aber merke dass du immer noch seelische Probleme die rein seelischer Natur sind mit denen die auf ein organisches Problem zurückzuführen sind verwechselst, möchte ich nochmals betonen, dass eine Unterscheidung in Bezug auf eine Behandlung wichtig ist
Ein paar Gegenfragen: Kannst du diese Aussagen objektiv widerlegen und anhand der Schrift das Gegenteil beweisen? Kennst du die allgemein anerkannten Definitionen dieser sogenannten Krankheiten? Kennst du die Grenze zwischen rein seelischen Problemen und dem Übergang in ein organisches? Und wer beurteilt das? Und wer gibt die Sicherheit, dass dieses Urteil richtig ist? Hier erwarte ich schon einige klare und objektive Antworten, nachdem du von der Falschheit obiger Aussagen so strikt überzeugt bist.

Woher kennst Du die allgemein anerkannte Vorgehensweise, hast Du eine Ausbildung in diesen Gebiet? Der Psalm1 ist keine reine Handlungsanleitung für psychisch kranke Menschen und nicht für alle Psychiatrie ist per se Gottlos. Einer der ganz großen Probleme ist das gerade in ganz frommen Gemeinde die psychischen kranken ausgegrenzt und stigmatisiert werden. Ja um körperlich kranke Geschwister wird sich gekümmert, bei den die psychischen kranken Geschwister ja da weiß halt nicht so genau. :hm: In meiner alten Gemeinde hat sich ein junge Frau sich erschossen, sie war die Schwester von meinen einzigen Patenkind. Ihre Familie war für ihn den ersten Jahren meines Glaubenslebens wie ein Zuhause. Als ich die Nachricht darüber bekommen haben war es als ob mir der Boden unter den Füssen weggezogen wird! Was mich wirklich so richtig wütet gemacht hat war die Reaktion etlicher frommer Geschwister, unbarmherziger konnte die Welt nicht sein! @Peter ich hoffe für dich das Du nie in deinen Leben eine solchen Situation gegenüber stehst. Ich empfinde einige deiner Sätze als sehr unbarmherzig, hoffentlich fallen sie dir nicht mal ganz gewaltig auf die Füsse! Ich werde bestimmt nicht vergessen wie in meiner Gemeinde Pastor Wegert unter Tränen im Gottesdienst berichtet hat das sich ein junger Mann aus der Gemeinde das Leben genommen hat und auch den anderen Pastoren und der ganten Gemeinde war die tiefe Betroffenheit anzumerken. Daraus entsteht jetzt ein Kreis für psychische Kranken und ihre Angehörigen.
Gruß Joschie
P:S. Die größten Kritiker der Psychotherapie die ich kennen gelernt habe sind jene, die damit ständig damit zu tun haben :!:
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Re: Seelische Probleme und Christsein

Beitragvon Peter01 » 01.05.2017 14:16

Guten Tag zusammen,

danke für eure Anregungen und die kritischen Hinterfragungen, was meine Überzeugung vom Psychiater, psychotherapeutischer Behandlung und der biblischen Seelsorge betrifft. Dies führte mich dazu meine Ansicht zu überprüfen. Ich werde in Folgendem versuchen auf eure Fragen einzugehen und meine Ansicht näher darzulegen.

Jörg hat geschrieben:Die Psychiatrie ist eine medizinische Fachrichtung, die davon ausgeht, dass einer Depression neurobiologische Veränderungen (Abläufe in den Nervenzellen und im Gehirn) vorausgehen oder diese begleiten. Ungleichgewichte der Botenstoffe im Gehirn können hier eine Rolle spielen. Durch Medikamente kann man direkt in diese neurobiologischen Zusammenhänge eingreifen.

Was hat das mit einem unbiblischen und gottlosen Menschenbild zu tun?


Obwohl Psychologie ein sehr weiter Begriff ist, wird diese unter den allgemein anerkannten Institutionen als die wissenschaftliche Erforschung von Verhalten und Denkprozessen definiert. Obwohl die Psychologie und die Psychiatrie eine wissenschaftliche Vorgehensweise für sich beanspruchen, gründet die Vorgehensweise bei näherer Betrachtung nicht immer auf der Wissenschaft, sondern immer wieder auf vielen Mythen. Das kann man sagen, weil die Psychologie in vielerlei Hinsicht mit angenommenen und nicht belegten Wahrheiten hantiert. Du hast die Psychiatrie schon richtig beschrieben, Jörg: "...die davon ausgeht......vorausgehen oder begleiten. Ungleichgewichte Botenstoffe im Gehirn können.......kann man"

Genau so arbeitet die Psychiatrie! Die Vorgehensweise beruht auf Annahmen dass dies oder jenes, dies oder das beeinflussen kann, was man mit diesem oder jenem Medikament behandeln kann. Daher sehen wir in Verbindung mit der Psychologie immer wieder sehr allgemein formulierte Definitionen, die sehr viele Hintertürchen haben, durch diese sich man retten kann, falls eine Annahme und die Vorgehensweise nicht gegriffen hat. Deswegen kann man auch eine misslungene Therapie meistens nicht anfechten. Hier kann man nicht von einer wissenschaftlichen Vorgehensweise sprechen.

Betreffend der Vorgehensweise der Psychologie und der Psychiatrie schreibt der Vorsitzende der biblisch seeslorgerlichen Institution "The Masters College" und Prof. Dr. John Street: Sie ist nicht so wissenschaftlich, wie sie zu sein behauptet. Würden Psychologie und Psychiatrie sich streng an Wissenschaftsstandards halten, die Ursache und Wirkung untersuchen, statt sich auf Forschungen zu stützen, in denen nur ein scheinbarer Zusammenhang zwischen Ursache und Wirkung besteht, dann könnten sie bibeltreuen Pastoren und Seelsorgern als zuverlässige Quelle dienen. Wenn aber die Psychologie in das Hoheitsgebiet der Bibel eindringt, indem sie beansprucht, als maßgebliche Autorität im Bereich der Seelsorge zu bestimmen, was man tun sollte, reißt sie an sich, was allein Gott gebührt. Die unberechtigten Ansprüche der Psychologie können zu keinen verbindlichen Schlüssen über Lebensfragen führen, da Psychologie im Grunde nur darin besteht, das ein fehlbarer Mensch einem anderen fehlbaren Menschen sagt, was er tun soll. Ein derartiges Umfeld strotzt nur so von Arroganz. Nur das göttlich inspirierte Wort hat die Vollmacht, das zu tun.
Es gibt noch ein weiteres Problem mit der Psychologie. Selbst wenn diese all ihren pseudowissenschaftlichen Subjektivismus fahren ließe und sich völlig auf die Naturwissenschaften gründete, würde sie immer noch zu ungenauen Schlüssen führen. Warum? Die überwiegende Mehrheit der Naturwissenschaften geht a priori von der Evolutionslehre aus. Freud (1856-1939) war ein Anhänger Darwins. Alle psychologischen Lehrbücher seit ihm (seien sie auf Hochschul- oder einem anderen Niveau) gehen davon aus, dass der Mensch ein höher entwickeltes Tier ist. Psychologische Forschungen darüber, wie die Biologie des Menschen in Wechselwirkung zu seiner Umwelt steht, beruhen häufig auf Studien an Tieren. Zum Beispiel zieht man konkrete Schlüsse auf die emotionale Bindung zwischen Mutter und Kind aus einer Studie mit Affenbabys, die sich eher an weiche, warme "Affenmütter" aus Plüsch klammerten statt an "Affenmütter" aus Draht, die Milch geben. Offensichtlich setzt man hier voraus, dass die Entwicklung der Bindungserwiderung menschlicher Babys aufgrund ihres evolutionäres Erbes der von Affenbabys gleich oder zumindest bemerkenswert ähnlich ist. Aus diesen Grundlagenforschungen, die man im beträchtlichem Maß für glaubwürdig hält, leiten Psychologen pauschal Maßstäbe für die menschliche Entwicklung ab. Diese wiederum beeinflussen, welche Richtlinien die Regierung und das Erziehungswesen für das Kindeswohl festlegen. Noch weiter wichtiger ist, das therapeutische Empfelungen an Eltern auf derselben evolutionstheoretischen Forschung basiert.
Laut Definition der evolutionären Biopsychologie ist der Mensch nicht mehr als die Gesamtsumme seiner chemischen Komponenten. "

Street erinnert in diesem Zusammenhang weiter an einen Fall, in dem ein Mann bei einer Felssprengung eine Metallstange in seinen Schädel fuhr. Er überlebte erstaunlicherweise, jedoch wurde er nach diesem Ereignis ein völlig anderer Mensch. Im Gegensatz zu seinem vor dem Unfall moralisch gesehen hohen Lebensstandard, wurde er nun ein Trinker und ein Flucher.

Street schreibt weiter: "Laut den Theorien der meisten Psychologielehrbücher wurden bei Gage (so hieß der Mann) die Assoziierungsbereiche der Großhirnrinde zerstört. In diesem Bereich finden die höheren mentale Prozesse wie Denken, Sprache, Gedächtnis und Reden statt. Mit anderen Worten: Die Lehrbücher plädieren dafür, dass Moral letzten Endes überhaupt keine geistliche, sondern eine rein organische Frage ist. Danach handelt der Mensch moralisch, weil sein Gehirn über Jahrtausende von einem zentralem Kern (dem "alten Gehirn") in eine zu höherem Denken fähige Hirnrinde evolviert ist (dem "neuen Gehirn"). Was in Gages Gehirn zerstört wurde, sei ein Teil der hochentwickelten Assoziationsbereiche der Gehirnrinde gewesen, die das moralische Verhalten bestimmten. Demnach stellt sich die Frage: Ist Moral keine Frage der Bibel, sondern der Biologie? Reichen Lösungen auf rein organischem Gebiet aus? Könnte man Pädophilen in Zukunft eine Pille verabreichen, damit sie nicht länger Kinder belästigen? Würde ein Medikament dazu führen, dass ein Kleptomane aufhört zu stehlen? Könnte man vielleicht dem Trinkwasser Arzneimittel beimischen, um die Gesellschaft von Kriminellen zu befreien? Die Evolutions-Biopsychologie zielt in diese Richtung ab. Fälle von Menschen mit schwerer Hirnverletzung wie Phineas Gage und andere beweisen gar nichts. Nochmals: Psychologie hat einfach nur Vermutungen angestellt, welche Ursachen damit zu tun haben könnten, aber es gibt keinen direkten Ursachen-Wirkung-Zusammenhang zwischen einer Verletzung unmoralischem Verhalten. Man postuliert einen solchen engen Zusammenhang, weil die Evolutionspsychologie einer materialistischen Weltanschauung verpflichtet ist, die voraussetzt, dass natürliche Ursachen in einem geschlossenem System immer gleich wirken. Plötzliche Veränderungen hin zu völliger Verdorbenheit, wie es bei Gage der Fall war, treten auch in Fällen auf, bei denen es zu keiner Hirnschädigung gekommen ist. Umgekehrt haben manche, die eine schwere Verletzung der assoziativen Bereiche des Gehirns erlitten, sich moralisch nicht verändert. Unabhängig davon, könnte allein das Trauma genügen, das man bei einem solchen Unfall erleidet, um die Bosheit im Herzen einer Person zu offenbaren, die sie zuvor kaschierte - wie etwas bei Gage [...].

Das übernatürliche Wirken des Geistes Gottes durch das Wort Gottes kann trotz Hirnschädigung oder Krankheit ein erneuertes Leben in Heiligung und Gerechtigkeit hervorbringen. Die materialistische Evolutionslehre endet im Nihilismus und bietet keine derartige Hoffnung [...]. Biblische Seelsorge ist ebensowenig eine Wissenschaftliche Disziplin; sie stellt diesen Anspruch auch nicht. Sie befürwortet aber ausdrücklich, das medizinische und biologische Forschung bei Problemen angewandt wird, die tatsächlich organische Ursachen haben. Biblische Seelsorge erkennt im vollen Umfang an, dass ihre erkenntnistheoretische Grundlage auf einer theistischen Voraussetzung beruht: Es gibt einen Schöpfer, der sich offenbart und "uns alles geschenkt hat, was zum Leben und zum Wandel in Gottesfurcht dient, durch die Erkenntnis dessen, der uns berufen hat durch seine Herrlichkeit und Tugend" (2Pet 1,3). Die Bibel ist kein Nachschlagewerk über Seelsorgethemen, das jedes Seelsorgeproblem auflistet, das es gibt; aber sie enthält durchaus genug offenbarte Fakten, um ein effizienten weltanschaulichen Rahmen für die Diagnose und Behandlung jedes seelischen Problems aufstellen zu können [...].
Die Bibel und nicht die Psychologie muss die entscheidenden Kategorien für Theologie und Anthropologie festlegen. Die Heilige Schrift enthält z.B. keinen Hinweis darauf, dass der Mensch mit einem schwachen Selbstbild oder einem niedrigen Selbstwertgefühl zu kämpfen hätte. Dennoch ist diese Idee zum Hauptgedanken einer beträchtlichen Anzahl christlicher Popular-Psychologie geworden. Die theoretische Grundlage hierfür stammt nicht aus der Bibel, sondern von weltlichen Psychologen wie William James, Erich Fromm, Karen Horney und Abraham Maslow. Die biblische Anthropologie hingegen lehrt, dass der Mensch sich selbst zu sehr liebt; würde er hingegen Gott und seinen Nächsten so lieben, wie er schon sich selbst liebt, dann sähe sein Leben besser aus.
Außerdem ist in der heiligen Schrift keinerlei Rechtfertigung dafür zu finden, in der Persönlichkeitsklassifikation einen ausschlaggebenden Faktor bei zwischenmenschlichen und Ehekonflikten zu sehen. Wie die Psychologie die Ursache solcher Probleme erklärt, führt dazu, dass Christen sich auf die falschen Fragen konzentrieren und das Kernproblem meiden, nämlich dass ihr abgöttisches Herz sich ändern muss. Kategorien der Persönlichkeitsklassifikation haben nichts mit der Bibel gemein; vielmehr sind sie durch die antike griechische Mythologie inspiriert. Wenn wir die Mythologie beiseite lassen, stellen wir fest, dass die Persönlichkeit nach der Bibel veränderlich und kein unveränderlicher Wesenszug ist."

Auf die Frage "Warum biblische Seelsorge, statt Psychologie?" antwortet Street wie folgt: "In Sachen der Seele hat das Wort Gottes den absoluten Vorrang; die Psychologie dagegen dringt dort unbefugt ein und versucht, widerrechtlich die Autorität an sich zu reißen. Allein das Wort Gottes kann Gläubige wirkungsvoll anleiten, ihn zu verherrlichen [...]. Christen haben stets verstanden, dass ihr höchstes Ziel ist, Gott zu verherrlichen und sich seiner ewig zu erfreuen. Dies kann nur durch das Wort Gottes gewirkt werden"Alle menschliche Psychotherapien und Psychologien werden niemals das Herz zu solch hohen und edlen Zielen heiligen. Vielmehr ist der Kerngedanke aller Psychologien das ICH . man lebt zum Wohl und Freude des ICH´s. Die meisten psychologischen Lösungen nähren das ICH mit Botschaften wie sich selbst mehr zu lieben, sich selbst wertzuschätzen und das ICH zu verhätscheln. Alle Psychologien sehen dies als ihr "höchstes Ziel" an, und tragischerweise sind die christlichen Psychologien ebenfalls in dramatischem Umfang dadurch verseucht.
Darüber hinaus wird die allgemeine Offenbarung niemals absolute, universelle maßgebliche Wahrheit erbringen, auf die der Ratsuchende zuversichtlich das Wohl seiner Seele gründen könnte. Warum? Weil sie dazu niemals gedacht war. Von Natur aus, kann sie niemals ein vollständiges Bild Gottes umreißen, weit weniger noch seinen Willen für seine Geschöpfe. Über die Mängel der allgemeinen Offenbarung merkte Johannes Calvin an: "Es lässt sich auch nicht verkennen, dass Gott bei allen, die er fruchtbringend unterweisen wollte, das Mittel seines Wortes angewandt hat, weil er sah, dass sein Bild, wie es in der herrlichen Gestalt der Welt sich ausprägte, nicht kräftig genug sein werde." Die allgemeine Offenbarung ist unfähig, die Seele zu verändern. Wie David es so treffend im Psalm 19 beschreibt, hat Gott dem Menschen eine weit kraftvollere Offenbarung gegeben, die fähig ist, die tiefsten Tiefen der Seele zu durchdringen und ihn nicht nur zu erlösen, sondern auch in der Gerechtigkeit zu unterweisen, so dass er Gott verherrlicht und sich ewig seiner erfreut. Jedes Seelsorgeproblem hängt von diesen grundlegenden Fakten ab. Di Heilige Schrift ist der Schlüssel zu dem was das Leben lebenswert macht."

Die Auszüge von Prof. Dr. John Street habe ich aus dem bibeltreuesten Seelsorger Buch, dass mir persönlich bekannt ist entnommen, welches auch im Betanien Verlag zu finden ist: https://www.cbuch.de/macarthur-mack-bib ... sorge.html

Dieses Buch ist Pflichtlektüre in der seelsorgerlichen Ausbildung beim EBTC und wurde von vielen bekannten und treuen Männern Gottes geschrieben, wie z.B. John MacArthur, David Powlison, John Street, Douglas Bookman, Robert Smith, Wayne A. Mack, William W. Goode, Dennis und M. Swanson.

Jörg hat geschrieben:in der Eingangsfrage wurde auch der Begriff Psychose genannt. Eine befreundete Nachbarin leidet darunter, genauer gesagt an einer Schizophrenie. Es kam in der Vergangenheit häufiger vor, dass sie die Psychopharmaka selbstständig absetzte. Nach einiger Zeit kam es immer wieder zu einem Rückfall, der sich darin äußerte, dass sie unter Verfolgungswahn litt. Völlig verängstigt meinte sie, die Polizei sei hinter ihr her und sie müsste ins Gefängnis. Selbst das nächste Umfeld betrachtete sie als ihre Feinde. In diesem Zustand ist es dringend geboten, sie in eine Psychiatrie einzuweisen, weil sie sich und andere gefährdet (in dieser Phase reagierte sie sehr aggressiv). Das erfolgt meist mit einem richterlichen Beschluß, weil man sonst einen Patienten nicht in der Psychiatrie festhalten darf. Nach Einnahme ihrer Medikamente kam es nach einiger Zeit wieder dazu, dass die Wahnvorstellungen verschwanden und sie wieder in Freiheit ihren Alltag leben kann.


Schizophrenie ist ebenso eine sogenannte Krankheit die von ihrer Definition her auf rein seelische Ursachen begründet. Diese Probleme werden demnach nicht mit Medikamenten gelöst werden können. Hier widerspricht sich die Psychologie aber. Denn während die allgemein anerkannte Definition dieses Problems rein seelischer Natur ist, behandelt diese die sogenannte Schizophrenie so, als ob das seelische Problem auf ein Organisches Problem zurückzuführen ist. Die Psychiatrie behandelt ein seelisches Problem immer so, als ob es einen organischen Ursprung hat. Weil der Mensch aus Seele und Fleisch besteht und diese miteinander verbunden sind, nimmt natürlich logischer Weise ein Einwirken auf den organischen Menschen einen Einfluss auf seine Seele. Die Medikamente lösen aber nicht das Problem der Seele, sondern wirken auf die Seele so, dass der Mensch unempfindlich seinem Problem gegenüber wird. Daher scheint es so, als ob die Medikamente eine positive Wirkung und somit Heilung verursachen. Der Mensch fängt an von und aus den Tabletten zu leben. Wenn er sie absetzt, kommt das eigentliche Problem, welches immer noch vorhanden ist und durch die Tabletten nur betäubt wurde, wieder zum Vorschein. Die Folge ist dass er wieder zu den Tabletten greifen muss. Das Schlimme dabei ist, dass der Mensch mit der Zeit gegen die Tabletten immun wird, so dass er eine höhere Dosis verabreicht bekommen muss um die Wirkung (die Betäubung seines seelischen Problems) aufrechtzuerhalten. Parallel dazu aber machen die Tabletten den organischen Menschen kaputt. Sie greifen seine Organe an. Die Leber und die Nieren werden nach und nach zersetzt und dies führt letztendlich zum Tod. Anstatt dass die Psychologie die Seele des Menschen heilt, verdirbt sie sie nur noch mehr und tötet dessen seinen Leib.
Du sagst, in diesem Zustand ist es dringend geboten, sie in eine Psychiatrie einzuweisen. Das ist die typische Handlungsweise, die auf einem falschen Menschenbild der Psychologie gründet. Ich verstehe und kenne den "normalen" Verlauf in diesem Bereich, habe es selbst immer wieder hautnah erlebt. Man fängt mit leichten Beruhigungsmittel an um auf die Seele einzuwirken, mit der Zeit werden es etwas stärkere. Wenn man diese Tabletten dann absetzt, wird es nur noch schlimmer und man muss auf stärkere Mittel zurückgreifen, die man dann praktisch nicht mehr absetzen kann ohne die Lage zu verschlimmern.

Jörg hat geschrieben:Man könnte auch viele Beispiele von Menschen nennen, die in akuter Selbstmordgefahr standen und deren Leben in der Psychiatrie gerettet worden ist.


Ja, da könnte ich auch viele Beispiele dazu aufführen. Aber wie wird das Leben in der Psychiatrie gerettet? Wenn man das weiß, kann man nicht von einer Rettung des Lebens sprechen. Es ist immer das gleiche Spiel: Man versucht die Seele mit auf organische wirkenden Medikamenten zu behandeln. Das ist keine Rettung sondern eine Betäubung des eigentlichen Problems. Ich war wirklich sehr oft in einer Psychiatrie (Krankenbesuche), sowohl in der offenen (mit der Möglichkeit sich im Garten aufzuhalten), als auch in der geschlossenen. Du siehst dort Menschen, die völlig benommen umhergehen, oder sitzen und völlig neben der Spur in die Leere blicken. Andere basteln, wie Kinder an einer schönen Tasche oder malen ein Bildchen. Andere wiederum sprechen die ganze Zeit etwas vor sich her und schauen nervös um sich herum. Jeder ist mit Tabletten vollgepumpt und benimmt sich nicht wie ein normaler nüchternder Mensch.

Jörg hat geschrieben:Um es in aller Deutlichkeit zu sagen: wer einen solchen Menschen meint dadurch zu helfen, in dem er ihm Bibelverse sagt, handelt völlig unverantwortlich und menschenverachtend. Ja, er erfüllt meines Erachtens den Tatbestand der unterlassenen Hilfeleistung!


Es geht nicht darum einem Menschen mit einem seelischen Problem einfach nur Bibelverse aufzusagen,ich bitte darum die biblische Seelsorge und damit das damit verbundene Werkzeug, welches das Wort Gottes ist nicht zu verunglimpfen. Die biblische Seelsorge hat wirklich zum Ziel, der Seele des Menschen zu helfen, ihn zu Christus zu führen, so dass er durch das Evangelium von der Wahrheit überführt, Christus in seiner Herrlichkeit erblickt und zu ihm kommt, und Gott dadurch geehrt wird. Eine Seelsorge ist eine sehr harte und verantwortungsvolle Arbeit, die mit viel Bibelstudium und Gebet geschehen muss. Das Wort Gottes ist aber lebendig und wirksam. Es hat die einzige Autorität und Macht seelische Probleme zu behandeln und zu lösen.

Menschenverachtend ist es die Seele mit ihrem eigentlichen Problem zu betäuben, auf diese Weise das Ebenbild Gottes, welches im Menschen immer noch vorhanden ist, mit Medikamenten kaputt zu machen und ihn praktisch zu einem unnüchterndem gleich einem tierischen Wesen ausarten zu lassen, das nur noch von Medikamenten leben kann und folglich völlig zu Grunde gerichtet wird.

Jörg hat geschrieben:Peter, kann es sein, dass Du kritische und falsche Punkte in der Psychotherapie (von denen es eine Menge gibt) mit notwendigen Hilfeleistungen der Psychiatrie in einen Topf wirftst und so das Kind mit dem Bade ausschüttest?


Sicher habe ich einige falsche und kritische Punkte in der Psychotherapie erlebt. Aber wie du mir hoffentlich bestätigen wirst, bin nicht ich derjenige, der hier auf Erfahrungen baut und aus den Erfahrungen, die er selbst durchgemacht hat Schlüsse zieht. Auch wenn ich sehr viele Beispiele, die ich persönlich erlebt habe anführen kann, bin ich doch sehr darum bemüht dieses Thema objektiv darzulegen, was ich bei einigen leider nicht sehen kann. Deshalb würde ich deine Frage gerne zurückgeben: Kann es sein, dass Du kritische und falsche Punkte in der christlichen Seelsorge (von denen es eine Menge gibt) mit notwendigen Hilfeleistungen der biblischen Seelsorge in einen Topf wirfst und so das Kind mit dem Bade ausschüttest? Deine Erfahrungen weisen sehr darauf hin.

Joschie hat geschrieben:Hier hat Jörg einen wichtigen Punkt angesprochen. Es gibt große Unterschiede zwischen Psychiatrie, Neurologie und Psychotherapie. Diese zu benennen viel sogar einigen Dozenten bei meiner Ausbildung schwer, nur einer war in der Lage auf unsere Fragen, die in dieser Richtung gingen zu antworten!


Ich sehe da keine großen Unterschiede. Als Christ muss ich sagen, dass alle diese Richtungen in einer Münden und das ist ein falsches und gottloses Menschenbild. Daher kann man die Seele des Menschen außerhalb der Schrift nicht auf eine rechte Art und Weise behandeln. Ich möchte mich nicht über die von dir angeführten Dozenten stellen, aber ich glaube dass hier viele seelsorgerliche Bücher aus bekannten Verlagen, darunter 3L-Verlag, Betanien Verlag und andere, die Möglichkeit bieten sich mit diesem Thema zu beschäftigen. Gott hat uns Lehrer gegeben, die uns auch durch bibeltreue Literatur anleiten.


Joschie hat geschrieben:Der Psalm1 ist keine reine Handlungsanleitung für psychisch kranke Menschen und nicht für alle Psychiatrie ist per se Gottlos.
Ich glaube es ist eine allgemeine Anleitung die auch das Thema der Seelsorge miteinbezieht. Aus dem Kontext geht jedenfalls kein bestimmter Bereich hervor, in dem ein Rat nicht aufgesucht werden soll.

Joschie hat geschrieben:Einer der ganz großen Probleme ist das gerade in ganz frommen Gemeinde die psychischen kranken ausgegrenzt und stigmatisiert werden. Ja um körperlich kranke Geschwister wird sich gekümmert, bei den die psychischen kranken Geschwister ja da weiß halt nicht so genau.

Wenn das der Fall ist, so ist dies auf jeden Fall unbiblisch und lieblos. Den Geschwistern mit seelischen Problemen muss ebenso sehr geholfen werden wie jenen mit physischen. Das Ausbleiben von Seelsorge in Gemeinden rechtfertigt jedoch meiner Meinung nach nicht eine seelische Behandlung in einer Institution, die auf der Evolutionstheorie und einem unbiblischen Menschenbild gründet.

Joschie hat geschrieben: @Peter ich hoffe für dich das Du nie in deinen Leben eine solchen Situation gegenüber stehst.

Vielen Dank für deinen Wunsch, ich muss jedoch leider sagen, dass ich einer solchen Situation in meinem Leben schon gegenüberstand und ich kenne die seelischen Schmerzen die man in diesen Augenblicken erfährt.

Joschie hat geschrieben:Ich empfinde einige deiner Sätze als sehr unbarmherzig

Es tut mir sehr Leid, wenn dies so rüberkommt. Meine Absicht ist es nicht unbarmherzig zu sein, ich kämpfe aber dafür dass das Werkzeug, welches Gott uns für die christliche Seelsorge gegeben hat, welches sein eigenes Wort ist aber im Bereich der Seelsorge als wenig nützlich erachtet wird und man deshalb auf dieses mächtige und lebendige Wort Gottes verzichten und gottlose Behandlungsmethoden anwendet, wieder in den von Gott dafür vorgesehenen Gebrauch kommt und Anwendung findet.

Ps 119,24 Ja, deine Zeugnisse sind meine Freude; sie sind meine Ratgeber.


Herzliche Grüße
Peter

Jose
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Re: Seelische Probleme und Christsein

Beitragvon Jose » 01.05.2017 17:22

Peter, darf ich meine Frage wiederholen :
Peter01 hat geschrieben:Diese erfundenen Krankheiten nennen sich Depression, Schizophrenie, Burnout usw.

Ich habe Zeugnisse von Christen gehört, denen hier geholfen wurde:
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Re: Seelische Probleme und Christsein

Beitragvon Joschie » 03.05.2017 17:45

Hallo Ihr!
Ich habe zum Thema Christliche Seelsorge einen extra :arrow: Thred eröffnet! Besonders bei einem Gespräch Gestern ist mir bewusst geworden, wie schnell es gehen kann dass man die gleichen Begriffe benutzt, diese Begriffe aber sehr unterschiedlich versteht. Deswegen dieser neue Thread zum Thema "Christliche Seelsorge"!
Gruß und Segen Joschie
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Jose
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Re: Seelische Probleme und Christsein

Beitragvon Jose » 03.05.2017 19:32

Ich finde es gut, Joschie, dass du nun einen eigenen Thread für christliche Seelsorge eröffnet hast.

Zum Thema hier möchte ich noch auf meine folgende Frage eingehen:
Jose hat geschrieben:Vielleicht wäre es auch gut mal darüber zu denken, warum auch viele Christen seelische Probleme haben.
Peter hatte darauf geantwortet:
Peter01 hat geschrieben:Die Schrift gibt uns darauf einige Antworten, hat mit dem Wesen des verdorbenen Fleisches zu tun. Wichtige wäre die Frage, wie man dem Leidenden so helfen kann, dass er zu Christus geführt wird und Gott die Ehre bekommt.

So denken sicherlich viele und unterstellen, dass Menschen mit psychischen Problemen nicht oder nicht richtig im Glauben stehen. Sie meinen auch, dass durch das Aufsuchen eines Arztes oder durch Medikamenteneinnahme, Gott nicht die Ehre gegeben wird. Damit setzen sie jedoch die Christen unter Druck, die Medikamente benötigen und dennoch klar bezeugen und wissen, dass es ohne Jesus nicht geht. Solche Christen sollte man nicht in Gefahr bringen, wenn man meint, über ihren Glauben urteilen zu können.

Bedenken sollten wir auch, dass es schwermütige Menschen gibt, z.B. durch schlimme Erlebnisse, denen durch Seelsorge zur Verarbeitung des Erlebten und oft mit Medikamenten geholfen wird. Ohne, dass es dabei darum geht, jemand zu evangelisieren. Sonst müsste jeder Psychiater und jeder Seelsorger ein Evangelist sein.

Letztlich ist es natürlich so, dass nur in Jesus wahre Hilfe und Heil zu finden ist. Dennoch, der Mensch braucht auch Hilfe für seinen Leib und für seine Seele, wodurch auch der Zugang zu seinem Herzen leichter gelingt und er dann auch zu Jesus geführt werden kann bzw. erfassen kann was uns Jesus erworben hat.

Jörg
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Re: Seelische Probleme und Christsein

Beitragvon Jörg » 08.05.2017 16:26

Interessant finde ich, dass selbst ein Kritiker "der" Psychologie wie Roland Antholzer (Gründer und Vorsitzender der „Gemeindeorientierten Initiative für biblische Beratung“ (GIBB e.V.)) schreibt: "Es geht hier auch nicht um eine Kritik der Psychiatrie. Sicher läßt sich auch über diese Thematik so manches sagen. Anderseits haben wir bei Geisteskrankheiten keine bessere Alternative als die Behandlung mit Medikamenten wie z. B. Antidepressiva oder Neuroleptika......Wenn das Nervensystem eines Menschen geschädigt oder beeinträchtigt ist (durch unmittelbare Schädigungen des Gehirns, durch raumverdrängende Prozesse wie Tumore oder durch mittelbare Einflüsse wie Vergiftungen, Drogen etc.), wenn es in seiner Funktion gestört ist durch Stoffwechselstörungen (zu viele oder zu wenige Neurotransmitter oder hormonelle Störungen), dann kann der Geist seine Impulse nicht mehr angemessen vermitteln, was sich vermutlich als psychische Störung äußert (z. B. als endogene Depression, Psychose, Schizophrenie, Alzheimer, usw.)(Quelle hier: https://bibelbund.de/2015/05/biblisch-t ... sorge-bts/)
Es muß alles erst einmal an Gott vorüber, bevor es mich treffen kann. (Helmut Thielicke)


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