Strand, Bikini

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Peter01
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Re: Strand, Bikini

Beitragvon Peter01 » 20.08.2017 07:15

albi hat geschrieben:Ich will dich, Peter01, fragen:

Für dich ist im Bikini und fast nackt sein also nicht unkeusch, sondern noch keusch?

Ab wann beginnt nach deiner Ansicht Unkeuschheit bei der Kleidung?

Das man anständig sein soll, hast du selbst betont; also ab wann ist etwas unanständig nach deiner biblisch begründeten Meinung?


Hallo albi,

ich dachte es wäre bereits deutlich geworden, dass es nicht darum geht, was für persönliche Empfindungen du oder ich betreffend diesem Thema haben. Das Wort Gottes ist der Maßstab. Das Wort Gottes sagt nicht ab wann eine Bekleidung keusch oder unkeusch ist. Das Wort Gottes lässt uns betreffend kultureller Aspekte eine Freiheit. Es muss ausbalanciert sein. Wir sind das Salz der Welt. Das Salz würzt die Speise und lässt sie anders sein. Christen sollten anders sein. Praktisch kann man diesbezüglich sagen, sie sollen nicht jedem neuen Trend sofort nachlaufen und alles mitmachen. Christen sollten keine Trendsetter sein. Aber sie sollten auch noch Licht bleiben. D.h. sie sollten sich was Kleidung angeht nicht von der Welt völlig abschotten (Licht unter den Schemel stellen) und auf diese Weise als komisch, betreffend Zeit als zurückgeblieben angesehen werden.
Bei Bekleidung spielt der Zusammenhang eine große Rolle (Kultur, Ort, Situation). Und natürlich gilt auch hier: Tut alles zur Ehre Gottes.

Herzlich
Peter

Jose
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Re: Strand, Bikini

Beitragvon Jose » 20.08.2017 17:05

Vor einigen Tagen hatte ich bereits geschrieben:
Wann ist z.B. Geschlechtlichkeit ausreichend bedeckt?
Peter hatte darauf geantwortet:
Diese Frage stellst sich nicht. Definiere eine Bedeckung (Art, Größe, usw.), die deiner Ansicht nach ausreichend ist, gebe es als biblisch aus und du hast dem Wort Gottes etwas hinzugefügt, eine nicht hinnehmbare Anmaßung.
Ich möchte dem Wort Gottes nichts hinzufügen, aber auch nichts wegnehmen.
Peter hat auch geschrieben:
Das Wort Gottes ist der Maßstab. Das Wort Gottes sagt nicht ab wann eine Bekleidung keusch oder unkeusch ist.
Ich denke, solche Behauptung entspricht deiner jetzigen Erkenntnis, aber ich würde mir nie anmaßen zu behaupten, dass Gottes Wort uns nichts darüber sagt. Das Wort ermahnt uns, keusch zu sein. Wann ist man keusch, wann nicht?

Paulus schreibt an Timotheus: "Alle Schrift ist von Gott eingegeben und nützlich zur Lehre, zur Überführung, zur Zurechtweisung, zur Unterweisung in der Gerechtigkeit, damit der Mensch Gottes richtig sei, für jedes gute Werk ausgerüstet" 2.Tim 3,16-17. Kann es sein, dass dieses wichtige Thema der Bekleidung so absolut unklar ist?

Was meinte Paulus, als er schrieb: "Niemand verachte deine Jugend, vielmehr sei ein Vorbild der Gläubigen im Wort, im Wandel, in Liebe, im Glauben, in Keuschheit!" 1.Tim 4,12. Keuschheit kann auch mit Reinheit übersetzt werden. Ist man rein, in Gottes Augen, wenn man durch das eigene Verhalten andere zur Sünde verleitet?

Für viele Themen gilt für mich, dass man nicht gleichförmig sein soll dieser Welt, aber mein Versuch es in dieser Richtung zu betrachten, wurde leider nicht angenommen. Vieles hat sich in den letzten Jahrzehnten zum Nachteil verändert. Sollen wir deswegen uns anpassen, damit wir nicht als gestrige auffallen?

In Sprüche lesen wir das Wort: "Jeder Weg eines Mannes ist gerade in seinen Augen, aber der die Herzen prüft, ist der HERR" Spr 21,2. Warum liegen Männer und Frauen am Strand, mit möglichst wenig Bekleidung, und sind eine Verführung für das andere Geschlecht? Sucht man dabei die Ehre Gottes oder das eigene Vergnügen? Und ist man dabei wirklich immer noch "das Licht der Welt; eine Stadt, die oben auf einem Berg liegt"? (Mt 5,14). Ich möchte versuchen, wie bei allen Themen, Antworten in der Bibel zu finden. Dabei bin ich mir sehr bewusst, dass es sehr darauf ankommt, wie ich selber vor Gott stehe und wie heilig mein Wandel ist.

Kürzlich las ich eine Andacht zum Thema: Ihr seid das Salz der Erde. Am Ende hat mich folgende Aussage sehr angesprochen:
Heute wird Verschiedenes, was in der Bibel als Sünde benannt wird, von unserer Gesellschaft akzeptiert. Es ist umso mehr nötig, dass wir viel in der Bibel lesen. Sehen wir die Dinge aus Gottes Perspektive oder lassen wir uns von unserem Umfeld beeinflussen? Jesus hat uns zum Salz der Erde gemacht. Salz darf seine Kraft nicht verlieren, sonst ist es nutzlos!

Es ist m.E. ganz wichtig, uns stets zu prüfen, wie wir vor Gott stehen und ob wir wirklich in allem Gottes Ehre suchen und nach der Heiligung jagen.

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Joschie
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Re: Strand, Bikini

Beitragvon Joschie » 20.08.2017 17:44

Jose hat geschrieben:Für viele Themen gilt für mich, dass man nicht gleichförmig sein soll dieser Welt, aber mein Versuch es in dieser Richtung zu betrachten, wurde leider nicht angenommen. Vieles hat sich in den letzten Jahrzehnten zum Nachteil verändert. Sollen wir deswegen uns anpassen, damit wir nicht als gestrige auffallen?

Was verstehst Du unter den Begriff "Gleichförmig"? Ich habe leide diesen Begriff oft als Kampfbegriff kennen gelernt :motz: Dazu zwei Beispiele: Christen dürfen nicht das Internet benutzen! Gerade Geschwister die dieses These am vehementesten vertreten haben findet man heute im Internet! In meiner alten Gemeinde würde besonders betont das man die Geschwister kein große Auto fahren dürfen/sollen! Als größere Autos galt alles was größer war als der Trabant,
vergleichbar heute mit Clio oder Twingo. Was meist du Jose mit vieles hat sich in den letzten Jahrzehnten zum Nachteil verändert?
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albi
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Re: Strand, Bikini

Beitragvon albi » 25.08.2017 13:05

Aus dem Studienwegweiser vom Eurpean Bible Training Center (EBTC) in Berlin:

"Wir erkennen grundsätzlich die Freiheit des Christen auf dem Gebiet unzweifelhafter Dinge an, doch Freiheit darf nicht mit Zügellosigkeit verwechselt werden. Apg 15 und Röm 14 zeigen deutlich auf, wie man mit Dingen, die anderen Schaden oder sie zur Sünde verführen könnten, umzugehen hat. Aus diesen Gründen legen wir es den Mitarbeitern wie den Schülern des EBTC sehr ans Herz, zu prüfen was sie sehen, hören und womit sie ihre (Frei-) Zeit füllen.
Fragliche weltliche Vergnügungsstätten sollten gemieden werden und bei der Freizeitgestaltung (einschließlich Radio, Fernsehen, Kino, Musik und Literatur) soll Umsicht und Zurückhaltung geübt werden, wie es sich für einen Christen gebührt (Phil 4,8-9; 1Kor 10,13; Phil 1,27; 1Pt 2,12).

Wir sind uns bewusst, dass die Einhaltung dieser Richtlinien nicht die gesamte Verantwortung gegenüber Gott darstellt. Ihre Einhaltung bedeutet nicht, dass man ein Leben voller Hingabe an Gott führt. Wir sind aber davon überzeugt, dass Bereitschaft und Einhaltung dieser Richtlinien von Reife und geistlicher Gesinnung innerhalb der Gemeinschaft von Christen zeugen (Gal 5,13-24). Wir glauben, dass man einen konsequenten und vorbildlichen Lebenswandel von solchen erwarten muss, die berufen sind, andere im christlichen Glauben zu unterweisen und weiterzuführen. In diesem Sinne wollen wir uns auch die Freiheit nehmen, in brüderlicher Liebe aufeinander zuzugehen, um einander zu ermahnen und zu ermutigen, sollte die Situation es erfordern (Mt 18,15-20; Hebr 10,24).

Dresscode und EBTC Knigge:
Da wir uns auf den Unterricht konzentrieren wollen und als Bibelschulstudenten in den Gemeinden, wo EBTC beheimatet ist, auch eine Vorbildfunktion einnehmen, legen wir Wert auf ein gepflegtes und sauberes Auftreten. Dresscode für den Unterricht ist Business casual oder sportlich-elegant. Lange Hose (Jeans ist ok, aber nicht zerrissen), Hemd oder Poloshirt und anständige Schuhe gelten als Richt-
linie für die Männer. Wer den Predigtdienst wahrnimmt sollte darauf achten, dass er Krawatte und Anzug trägt. Latschen, Spagettiträger und zu knappe Kleidung jeder Art sind im Unterricht nicht erwünscht.

(Studienwegweiser, Schulordnung, S. 26 und S. 27)

Ich sehe darin eine hervorragende Zusammenfassung und kann zu allem "JA" sagen. Auch das EBTC nennt "fragliche weltliche Vergnügungsanstalten" und meint, dass sich "zu enge Kleidung" (wenigstens im Unterricht) nicht gehört. Und wenn nicht im Unterricht, frage ich, warum dann nicht auch auf der Straße, in der Schule, auf Arbeit, und genauso am Strand.

Neulich hörte ich auch die hier vorher empfohlene Predigt von der Bibelgemeinde. Er sagt genauso, dass Kleidung "keusch" sein muss und das dies kulturübergreifend ist. Ich erkenne in seiner Belehrung keinen Unterschied zu dem, was ich denke. Er sagt, dass die Geschlechtlichkeit ALLEIN dem Partner gehört und zu zeigen ist; am Strand aber - um "auf dem Thema rumzureiten" - zeigt eine Frau fast alle Reize (nur die Scham ist noch etwas bedeckt) aller Öffentlichkeit. Wir wissen alle, dass der Strand DER Ort des Gaffens und der sexuellen Lüste ist und keine attraktive Frau vom öffentlichen Begaffen ausgenommen wird. Damit führt eine Frau auch Männer, denen sie öffentlich ihren Körper präsentiert, zur Sünde ("Ehebruch im Herzen"); nach Matthäus 18 ist auch die Verführung zur Sünde (jemanden einen Anstoß geben) Sünde, und "wehe der Welt wegen ihren Anstößen zur Sünde! Es ist besser, dass du an einem Mühlstein um deinen Hals gehängt ins Meer geworfen wirst, als dass du einen dieser Kleinen, die an mich glauben, einen Anstoß zur Sünde gibst."

Wie ein moderner Christ diese Wahrheiten vereinbaren will mit der gebotenen und wenigstens offen gelehrten Keuschheit verstehe ich nicht. Noch mal vom EBTC: "Wir sind uns bewusst, dass die Einhaltung dieser Richtlinien nicht die gesamte Verantwortung gegenüber Gott darstellt. Ihre Einhaltung bedeutet nicht, dass man ein Leben voller Hingabe an Gott führt. Wir sind aber davon überzeugt, dass Bereitschaft und Einhaltung dieser Richtlinien von Reife und geistlicher Gesinnung innerhalb der Gemeinschaft von Christen zeugen (Gal 5,13-24)."

Ja, so ist es!

PS: Ich denke die Diskussion sollte erweitert werden um das allgemeinere Thema Verweltlichung und Weltförmigkeit. Bikini, Unkeuschheit und Strand sind nur ein Symptom der tiefer liegenden Problematik der Verweltlichung der Gemeinde Jesu. Ich besuchte einmal eine solche Bibelgemeinde und der Prediger sprach vom "Götzendienst des Herzens", eine sehr gute Botschaft. Direkt danach sprach eine Christin dort vom Kino-Film Superman gegen Batman, den sie im Kino gesehen hat. Ich schaute mir den Trailer an und war sehr entsetzt, Dämonen, Gewalt, Superman als Messias dieser Welt, der gottgleich verehrt wird - ein einziger Götzenfilm mit satanischen, dämonischen Inhalten. Ich frage mich was bringen die Predigten, wenn wir Christen solche Filme und Unterhaltung lieb haben? Paul Washer sinngemäß: "Schalte 30 Minuten den Fernseher ein und der Heilige Geist wird getrübt." Ich weiß das geht über den Bikini weit hinaus, aber es gehört zu dieser Problematik Verweltlichung und Weltliebe dazu. Vielleicht ein anderer Thread. Es ist halt, dass wir in der Gemeinde so oft meinen, "Freiheit" zu haben und Dinge zu lieben und zu tun, die Gott hasst. Und das nicht mal mit schlechtem Gewissen... Das heißt, man sagt nicht einmal mehr, dass es Sünde ist und das man sündigt, sondern meint, man dürfe es ja und "die Bibel sagt dazu ja nichts"...

Jose
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Re: Strand, Bikini

Beitragvon Jose » 25.08.2017 19:03

Hallo Joschie. Zu deiner Frage.

Unter „Gleichförmig“ verstehe ich, dass der gläubige Mensch die Form dieser Welt übernimmt, das Denken und das Handeln. Das hat nichts damit zu tun, ob man von den technischen Möglichkeiten Gebrauch macht oder nicht.

Es hat sich vieles zum Nachteil verändert, dabei dachte ich z.B. an die gesellschaftliche Akzeptanz von gleichgeschlechtlichen Partnerschaften und auch die zunehmende Praxis, unverheiratet zusammen zu leben. Das macht nicht nur die Welt, sondern auch viele die sich gläubig nennen.

Das sind zwei Beispiele, bei denen sich viele Gläubige der Welt angepasst haben. Bezüglich der Kleidung könnte man als Beispiel die Mini-Mode erwähnen.

Peter hatte mal gefragt, was ich meinte, als ich von den ersten Badeanzügen schrieb, die noch etwas Keuschheit erkennen ließen. Ich dachte z.B. an die Ausführungen hierzu in Wikipedia, z.B. unter Stichwort Badebekleidung und die Geschichte dazu.
BathingMachineDontBeAfraid.jpg
Badebekleidung um 1910. Quelle: Wikipedia
BathingMachineDontBeAfraid.jpg (30.77 KiB) 547 mal betrachtet

Danke, albi, für deinen ausführlichen Beitrag zuvor. Ich hatte auch schon darüber nachgedacht, dass das Thema „Weltförmigkeit“ oder ähnlich, gesondert betrachtet werden sollte. Römer 12,2 ist heute vielleicht wichtiger denn je und wir haben es immer wieder nötig, dass unser Denken an das Denken Gottes angepasst wird, von Gott her.

albi
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Re: Strand, Bikini

Beitragvon albi » 27.08.2017 16:37

Hallo Jose.

Ja. Auch geistlich gesinnte weltweite Vorbilder wie Paul Washer denken ja ähnlich wie wir. Von ihnen kann man sich eine Scheibe abschneiden. Ich halte es fur sehr riskant dass wir in so einem christlichen Umfeld leben, selbst unter eigentlich konservativ-bibeltreuen, die doch rcht weltangepasst leben. Gerade wenn man lehrmasig gut steht meint man, man habe seine Pflicht gegenüber Gott damit getan, weil man ja 'die gesunde Lehre' hat. Man ist stolz audf die gesunde Lehre und lästert über die liberalen, aber praktisch lebt man in vielen Dingen und der Lebensgestaltung fast wie die Welt (aber immerhin "die Lehren der Gnade". Aber Titus 2,11ff?).

Peter Masters schreibt in seinem buch Gottes Lebensregeln für Heiligkeit, erschienen beim verlag voice of Hope uber das Zehnte Gebot:

'Die enge Verbindung zwischen Begehrlichkeit und der Abkehr von der Wahrheit wird in 2. Timotheus 4,3-4 deutlich. ... Das hier mit Lüsten ubersetzt Wort bedeutet Gelüste oder starkes Verlangen. Aus dem Vers geht hervor, dass Gemeinden sichnprediger aussuchen werden, die ihnen erlauben, so zu leben, wie sie wollen. Das werden Männer sein, die wegen ihre übertrieben en, allzu komfortablen Lebenstils nur aelten ermahnen oder in Frage stellen. Dieses Phänomen beobachten wir heutenin vielen Gemeinden. Die gemeindeglieder dürfen ihrer Eigensucht nachgeben, ihrem Wunsch nach Bequemlichkeit, ihrer Weltliebe. Von ser Kanzel herunter wird ihnen geschmeichel und verkündigt, dass sie
Trotzdem treue Jünger Jesu sind. Solche Menschen können es nicht ertragen, eine Gesunde lehre zu horen, den gesamten Ratschluss Gottes, der Herz und Verhalten von Gläubigen Christen erforscht. Dwehalb wählen sie Wortverkundiger, die igr sundhaftes Verhalten nicht in Frage stellen. Das ist eine sichere methode, in vielen Teilen dieser Welt große Gemeinden aufzubauen. Die theoretischen Lehren der Bibel können getrost gepredigt werden, auch die herrlichen lehren der Gnade Gottes, damit die Zuhörer vom Intellekt her angesprochen werden. Aber die Begehrlichkeit in all ihren Formen sollte niemals angeprangert werden.' (S. 158)

Zu dem Thema gibts auch hier beim vielgeliebten Betanien-Verlag ein passendes Buch: "Auszug aus Neu-Babylon. Jesus-Nachfolge im Zeitalter des Wohlstandschristentums". Er analysiert die modernen wsrluchen Christen und arbeitet fünf Charakterpragungen heraus, die uns die welt (Neu-Babylon) verpasst: Theoretiker, Betäubte, Treibende, Selbstgenießer und Individuelle. Dagegen stellt er die göttlichen Prägungen als Praktiker, Wachsame, Strebende, Selbstbeherrschte und Geschwister.

Mit diesen Ermahnungen wird man sich aber auch unter konservativen 'Bibeltreuen' wenig Freunde machen.

Ich meine es nicht von oben herab, sondern weil ich selbst merke, wie ich immer mehr träge, bequem, fett und lauwarm werde. Gebetsleben nahm sehr ab, Bibellust nahm sehr ab, Zeugnisgeben und Kampf für das Evangelium nahm sehr ab, Kaffeelust und andere stoffgebundene Bindungen wollen mich erobern (gegen Selbstbeherrschung!). Statt konsequente Nachfolge gegen den Strom auch des evangelikalen Umfelds bequemes 'zur Gemeinde-gehen', entspannt 'Bibelstunden besuchen und theologisieren', gefahrlos 'Predigten hören'. Alles theoretisch. Wie die stolzen Schriftgelehrten von einer Konferenz zur anderen reisen und über abstrakte ohe Theologie diskutieren und streiten, neuste Bücher der meist gefragten Theologen lesen, aber besuchen wir gefangene Brüder? Geben wir unsere Kleider den Armen? Besuchen wir Witwen und Waisen in ihrer U Bedrängnis und halten uns vonnder welt unbefleckt? Den Bettler draußen aber lud ich nicht zum Essen ein! Und den Menschen auf der Straße und meine Kollegen gebe ich kaum noch Zeugnis vom Heil! Ich brannte mal, aber jetzt will ich nur noch ein entspantes, ungefährliches und risikoloses 'Christenleben' wie die keisten anderen auch, plus schön Familie und Sonntags Garten. So jetzt habe ich mich teils entblößt und offenbart was man öffentlich zugeben kann... Und so einer nennt sich noch stolz Christ??? Nachfolger Jesu? Das ist ne faule bequeme und müde gewordene Hänge-Matte, nicht mehr. Ich erkenne mich in Peter Masters Beschreibung selbst wieder.
Begehrlichkeit nach Dingen/Lüsten/Vergnügungen dieser Welt betäubt den Heiligen Geist. Und wenn Bikinini und Strand nicht dazu gehören sollen, ja was denn dann?


Das ist so verkehrt, wie selbstsüchtig ich und so viele von uns westlichen Christen leben!!! Aber so stolz auf 'die gesunde Lehre'... Wie seht ihr das?

Falls das den thread zu Bikini und Strand sprengt mache wir gern einen anderen auf.

Jose
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Registriert: 29.05.2010 19:23

Re: Strand, Badebekleidung

Beitragvon Jose » 03.09.2017 11:57

Über die klaren und offenen Worte von albi habe ich mich sehr gefreut und stelle mich auch unter die Ermahnung und Zucht des Heiligen Geistes. Es ist eine große Gefahr, gerade in unserer Zeit, die „erste Liebe zu verlassen“ und weltlich zu werden, indem die Liebe des Vaters verlassen wird. Ein eigenes Thema dazu würde ich begrüßen.

Die Überschrift des Themas hier: „Strand, Bikini“ finde ich nicht mehr ganz passend und denke es sollte besser „Strand, Badebekleidung“ heißen, da es nicht ausschließlich für Frauen gelten sollte bzw. ausschließlich auf die Schwäche der Männer zielen sollte.

Ich denke, dass das Schwimmen an sich nicht wirklich das Problem sein sollte und man muss auch nicht dorthin, wo die Menschenmassen sind. Schwimmen, z.B. in einem Schwimmbad, ist auch oftmals therapeutisch wichtig. Man sollte sich aber schon darüber Gedanken machen, ob es ein Zeugnis ist, so am Strand zu liegen und sich bräunen zu lassen, sowie auch darüber wie die Badebekleidung sein sollte.

albi
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Registriert: 21.11.2014 12:40

Re: Strand, Bikini

Beitragvon albi » 05.09.2017 08:35

Jose hat geschrieben:Ich denke, dass das Schwimmen an sich nicht wirklich das Problem sein sollte und man muss auch nicht dorthin, wo die Menschenmassen sind. Schwimmen, z.B. in einem Schwimmbad, ist auch oftmals therapeutisch wichtig. Man sollte sich aber schon darüber Gedanken machen, ob es ein Zeugnis ist, so am Strand zu liegen und sich bräunen zu lassen, sowie auch darüber wie die Badebekleidung sein sollte.


Ja, richtig Jose, Schwimmen ist etwas ganz Schönes, ist gesund und macht Freude. Ich mag Schwimmen auch gerne. Schwimmen wirkt auf mich sehr ausgleichend. hier geht es ja nicht ums Schwimmen an sich, sondern allein um die Badebekleidung, ob sie anständig ist oder unanständig und ob sie damit für einen Jünger angemessen ist oder nicht.

Ich habe mir vor ein paar Jahren eine Schwimmhalle gesucht, die große Bahnen hat und wo meist nur ältere Menschen schwimmen. Dort ging ich sogar regelmäßig hin. Davor war ich in einer Schwimmhalle, die direkt neben einem Studentenwohnheim liegt und von vielen jungen Studentinnen besucht wird; bei all den nackten Reizen konnte ich dort nicht lange schwimmen gehen. Jetzt mag man sagen "Der Albi ist schwach", oder viel eher "Der Albi ist ganz normal, denn es ist normal dass Männer von nackten Reizen gelockt werden".

Schwimmhallen haben den Vorteil, dass man direkt ins Wasser geht; der Körper ist dann im Wasser kaum noch zu sehen. Im Gegensatz dazu läuft man am Strand oder im Freibad ja draußen rum und liegt rum und man zeigt seinen Körper fast unbedeckt.


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