Manna für den Morgen/Impulse für den Tag

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1.Kor.7.20

Beitragvon Joschie » 18.11.2008 08:21

W.MacDonald »Jeder bleibe in dem Stand, in dem er berufen worden ist.« 1. Korinther 7,20

Wenn ein Mensch Christ wird, könnte er vielleicht denken, daß er jetzt mit allem, was mit seinem früheren Leben verbunden ist, gründlich Schluß machen müßte. Um ein solches Denken zurechtzurücken, verkündet der Apostel Paulus als allgemeinen Grundsatz, daß ein Mensch in demselben Stand bleiben soll, in dem er im Augenblick seiner Bekehrung auch war. Wir wollen diese Regel hier etwas näher betrachten und dazu sagen, was sie bedeutet und was nicht.

Im Textzusammenhang ist auch die Rede von einer besonderen Problematik in bezug auf die Ehe, nämlich von dem Fall, daß der eine Ehepartner errettet ist, aber der andere nicht. Was soll ein gläubiger Mann dann tun? Soll er sich von seiner Frau scheiden lassen? Nein, sagt Paulus, er sollte in dieser Eheverbindung bleiben mit der Hoffnung, daß seine Partnerin sich durch sein Zeugnis auch noch bekehrt.

Im allgemeinen bedeutet die Regel des Paulus, daß die Bekehrung nicht den gewaltsamen Abbruch aller Beziehungen mit sich bringen muß, die vor der Errettung schon bestanden haben, solange sie nicht ausdrücklich von der Heiligen Schrift verboten worden sind. Ein Jude muß beispielsweise jetzt nicht Hilfe bei der Chirurgie suchen, um das körperlich sichtbare Zeichen seiner Zugehörigkeit zum Judentum unkenntlich zu machen. Und genauso wenig sollte ein Gläubiger sich irgendwelchen körperlichen Veränderungen wie etwa der Beschneidung unterziehen, nur um sich von den Heiden zu unterscheiden. Denn auf körperliche Merkmale und Zeichen kommt es nicht an. Was Gott an uns sehen möchte, das ist der Gehorsam Seinen Geboten gegenüber.

Ein Mann, der zur Zeit seiner Wiedergeburt Sklave war, sagt Paulus, sollte jetzt nicht gegen seine Leibeigenschaft rebellieren und so Schwierigkeiten und Strafen über sich bringen. Er kann gleichzeitig ein guter Sklave und ein guter Christ sein. Soziale Stellungen und Klassenunterschiede spielen vor Gott keine Rolle. Wenn ein Sklave jedoch durch legitime Mittel seine Freiheit erlangen kann, dann sollte er es auch tun.

Soviel also zu dem, was die Regel des Paulus bedeutet. Es sollte jedoch offensichtlich sein, daß es auch wichtige Ausnahmen von dieser Regel gibt. Beispielsweise heißt es nicht, daß ein Mann einen Beruf, der gegen göttliche Gebote verstößt, auch weiterführen sollte. Wenn jemand also eine Bar besitzt oder ein Haus, in dem Prostitution betrieben wird, oder ein Spielkasino, dann wird er aus seinem geistlichen Instinkt heraus schon wissen, daß es hier grundlegende Veränderungen geben muß.

Eine andere Ausnahme von der allgemeinen Regel hat mit religiösen Vereinigungen zu tun. Ein Neubekehrter darf in keinem System bleiben, in dem die wichtigsten Grundsätze des christlichen Glaubens geleugnet werden. Er muß sich von jeder Gemeinde abwenden, in der dem Heiland nicht die Ehre gegeben wird. Das bezieht sich auch auf die Mitgliedschaft in sozialen Vereinen, wo der Name Christi verachtet wird oder wo er zumindest nicht willkommen ist. Die Treue zum Sohn Gottes verlangt es, daß ein Gläubiger sich aus allen solchen Kreisen zurückzieht.

Fazit: Ein Neubekehrter soll in dem Stand bleiben, in den er berufen worden ist, es sei denn, dieser Stand ist sündig oder macht dem Herrn Schande.
Tod, wo ist dein Stachel? Totenreich, wo ist dein Sieg? 1Kor 15,55

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S.Keller 1. Kor. 7, 30

Beitragvon Joschie » 19.11.2008 09:23

S.Keller 1. Kor. 7, 30.


S.Keller 1. Kor. 7, 30: «Und die sich freuen, als freuten sie sich nicht.»

Kleine Kinder, die noch nicht viel überlegen, sind ganz Schmerz, wenn sie einen haben, und ganz Freude, wenn sie etwas freut. Der Erwachsene hat seltener und spärlicher Freuden und ist doch auf Freude angelegt; darum stellt sich leicht die Gier ein, die Freude auszukosten, zu steigern, zu verlängern. Das führt zu Unnatur und jähem Umschlag in um so tiefere Verstimmung hernach. Sich recht freuen, das will gelernt sein! Unser Textwort meint: wir sollen uns nicht an irgend eine Augenblicksfreude wegwerfen oder verkaufen, weil solche Hingabe uns nachher doppelt elend macht, wenn die Freude plötzlich erstarb. Unsere Hauptsache liegt woanders; unsere eigentliche Freude ist die Lust am Herrn und die Hoffnung der zukünftigen Herrlichkeit. Dann sind die Erdenfreuden, die der Welt alles bedeuten, für uns nebensächliche Beigaben, an denen uns freisteht, auch ein Stück Freude zu haben, aber ohne unseren Berechtigungsschein auf die große Freude dafür zu versetzen. Gibt uns der Herr kleine Erdenfreuden, wollen wir sie dankbar genießen, aber nie vergessen: das ist für uns nicht Sinn und Zweck des Lebens.

Wir danken dir, lieber Vater, daß du in Kleinigkeiten unseres Lebens deine Größe und Liebe uns zeigst. Laß uns über den kleinen Freuden des Alltags die große Festtagsfreude der Ewigkeit nicht vergessen. Amen
Tod, wo ist dein Stachel? Totenreich, wo ist dein Sieg? 1Kor 15,55

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1.Kor.7,40.

Beitragvon Joschie » 20.11.2008 09:50

1.Kor.7,40.

S.Keller 1. Kor. 7, 40: «... Ich halte aber, ich habe auch den Geist Gottes.»


Es ist lehrreich, daß Paulus diesen bedeutsamen Satz am Schluß einer Auseinandersetzung über das Heiraten bringt, die er damit eingeleitet hatte, daß er zugestand, darüber kein Gebot des Herrn zu haben. Aber ich will daraus keine Folgerung über diese Ratschläge ziehen, sondern nur unterstreichen, daß Paulus Gegnern gegenüber, die vielleicht anderer Meinung blieben, sich darauf zurückbezieht: er sei doch vom Geiste Gottes nicht verlassen. Wollen wir ihm nicht alles nachmachen und bei jeder theologischen Streitfrage uns in solche Burg flüchten! Aber, wenn ein anderer es uns gegenüber tut, wäre es besser, man setzte die Fortsetzung des Gesprächs aus. Wir müssen den, der so spricht, doch respektieren. Ein zwingender Grund, seine Meinung anzunehmen, liegt in diesem Satz nicht; denn wir könnten für die gegenteilige Meinung dieselbe Deckung verlangen. Aber, es würde verletzen, wenn man mit stärkeren Gründen weiter disputieren wollte, nachdem der andere die Hörner des Altars angefaßt hat. Auch Gotteskinder können irren; auch treue Gläubige können Fleisch für ihren Arm halten; wir selbst irren ja auch oft.

Herr, lehre uns schweigen und lieben, wo das Reden Haß und Streit erzeugt. Bring du später die volle Wahrheit an den Tag. Dein Geist kann nie irren! Aber er kann warten, dulden, tragen, lieben. Das gib uns, o Herr Jesus! Amen.
Tod, wo ist dein Stachel? Totenreich, wo ist dein Sieg? 1Kor 15,55

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1.Kor.9,7

Beitragvon Joschie » 21.11.2008 08:36

1.Kor.9.7

W.Nee Wer dient je im Krieg für eignen Sold? Wer pflanzt einen Weinberg und ißt nicht dessen Frucht? 1. Korinther 9,7

Auf Gott sind unsere Blicke gerichtet, ihm sagen wir unsere materiellen Bedürfnisse, er ist es, der die Herzen seiner Kinder anrührt, daß sie diesen unseren Bedarf bestreiten. Ja, der Arbeiter ist seines Lohnes würdig, und der Herr hat bestimmt, daß die, die das Evangelium verkündigen, auch vom Evangelium leben sollen. Aber es ist gut, wenn wir uns fragen, wessen Arbeiter wir sind. Wenn wir Menschen dienen, dann allerdings sollten wir von Menschen unseren Lebensunterhalt erwarten; sind wir jedoch Arbeiter Gottes, dann müssen wir allein auf ihn rechnen - auch wenn er uns den Unterhalt durch andere Menschen gibt. Wenn Berufung und Auftrag von ihm kommen, dann liegt die Verantwortung für alles, was unser Gehorsam mit sich bringt, bei ihm, und wir brauchen nie zu fragen, wie er sie erfüllen wird.
Zuletzt geändert von Joschie am 23.11.2008 08:25, insgesamt 1-mal geändert.
Tod, wo ist dein Stachel? Totenreich, wo ist dein Sieg? 1Kor 15,55

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1.Kor,9.22

Beitragvon Joschie » 23.11.2008 08:41

1Kor,9.22

C.H.Spurgeon ,,Ich bin jedermann allerlei geworden, auf daß ich allenthalben je etliche selig mache." 1 Kor. 9, 22.

Pauli große Sorge war nicht nur, daß er lehre und bessere, sondern daß er errette. In nichts andrem hätte er Befriedigung finden können; er wollte, daß die Menschen im Herzen erneuert, versöhnt, geheiligt, wahrhaft errettet und selig würden. Haben unsre christlichen Bestrebungen etwas Geringeres im Auge gehabt als dieses eine Notwendige? Dann wollen wir bessere Wege einschlagen, denn was nützte es, wenn wir die Menschen bloß gelehrt und gebessert haben, und sie doch am letzten großen Gerichtstage nicht als Erlöste vor Gottes Thron erscheinen können. Blut wird unser Gewand färben, wenn wir im Leben nicht das eine Große erstrebt, wenn wir vergessen haben, daß die Menschen sollen durchs Evangelium selig werden. Der Apostel Paulus kannte das Verderben des natürlichen Menschen und suchte nicht, ihn zu erziehen, sondern selig zu machen; er sah die Menschen zur Hölle fahren und redete nicht von ihrer Läuterung, sondern von ihrer Errettung vor dem zukünftigen Zorn. Ihr Heil zu schaffen, gab er sich mit unermüdlichem Eifer hin, allenthalben das Evangelium zu predigen, die Menschen zu warnen und zu ermahnen, daß sie sich sollten versöhnen lassen mit Gott. Er betete inbrünstig und anhaltend und arbeitete unablässig. Seelen zu erretten, war seine verzehrende Leidenschaft, sein Ehrgeiz, seine Tätigkeit. Er ward ein Knecht aller Menschen, er mühte sich ab für sein Geschlecht und fühlte sich schmerzlich verletzt, wenn er das Evangelium nicht verkündigen konnte. Er begab sich aller seiner Vorzüge, um jedem Vorurteil zu begegnen; in untergeordneten Dingen beugte er seinen Willen, und wenn die Menschen nur bereit waren, das Evangelium anzunehmen, so waren ihm alle äußeren, gottesdienstlichen Formen gleichgültig, ihm war das Evangelium das eine, was alles andre übertrifft. Wenn er nur jemand erretten konnte, so war er befriedigt. Das war die Krone, nach welcher er strebte, der einzige und genügende Lohn seiner Mühen und seiner Selbstverleugnung. Brennt dasselbe allverzehrende Feuer in uns? Wo ist unsre Liebe? Wo unsre Hingebung für Christum, wenn wir nicht seine Ehre suchen in der Errettung der Menschen? Ach, daß uns doch der Herr durch und durch mit einem unermüdlichen Eifer um das Heil der Menschen erfüllte!
Tod, wo ist dein Stachel? Totenreich, wo ist dein Sieg? 1Kor 15,55

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1.Kor,9.24

Beitragvon Joschie » 23.11.2008 08:44

1.Kor,9.24

C.H.Spurgeon Ein guter Anfang. "Wisset ihr nicht, daß die, so in der Rennbahn laufen, die laufen alle, aber einer erlangt das Kleinod? Laufet nun also, daß ihr es ergreifet!" 1. Kor. 9, 24.


Ich habe Menschen gekannt, welche im Wettkampf des Glaubens dem vorgesetzten Ziel nachjagten aus aller Macht und es doch nicht erreichten, weil sie den Lauf nicht recht angefangen hatten. Ihr sagt: "Wie kommt aber das?" Seht, es gibt manche Leute, welche plötzlich anfangen, sich um das Christentum zu kümmern. Sie ergreifen es rasch und halten eine Zeit lang daran fest; aber endlich kommen sie wieder davon ab, weil sie das Heil nicht auf die rechte Weise zu erlangen suchen. Sie haben vernommen, bevor ein Mensch errettet und selig werden könne, müsse er durch die Erleuchtung des Heiligen Geistes die Last seiner Sünden empfinden, seine Schuld bekennen, allem Vertrauen auf die eigenen Werke entsagen und einzig und allein den Blick auf den Herrn Jesus richten. Sie sehen jedoch in allen diesen Stücken nichts als lästige Vorbedingungen, und darum glauben sie, sich für lebendige Glieder der Gemeinde halten zu dürfen, auch ohne vorausgegangene Reue, ohne die Frucht eines gottseligen Wandels in guten Werken durch den Heiligen Geist, oder ohne daß sie es dazu gebracht haben, ihr Vertrauen allein auf Christus zu setzen und alles andere fahren zu lassen: Das heißt ein Geschäft betreiben wollen ohne Kapital und Waren, und darum muß es bald zum Bankrott kommen.

Wenn einer kein Geld in sein Geschäft stecken kann, so mag er dem wohl eine kurze Zeit lang ein glänzendes Ansehen geben, aber es ist wie das Krachen der Dornen unter dem Topf, es macht viel Geräusch und gibt einen flackernden Schein, aber bald nachher ist alles wieder tot und finster. Wie viele gibt's, die sich nie einfallen lassen, daß es sich in Glaubenssachen um ernstliche innerliche Herzensarbeit handelt! Vergessen wir darum, daß bei keinem Menschen eine völlige Herzensumwandlung stattfinden kann, wenn das Herz nicht zuvor gedemütigt und zerschlagen ist. Wir müssen durch die dunkle Höhle des Sündenbewußtseins hindurchgehen, ehe wir auf die Hochebene heiliger Freude gelangen können; wir müssen erst den Sumpf der Verzweiflung durchwaten, ehe wir auf die Mauern des Heils zueilen können. Erst muß der Pflug tiefe Furchen ziehen, ehe die Saat gesät werden kann; es muß mancher Reif und mancher tüchtige Regen kommen, ehe die Ernte reif wird. Aber wir handeln oft wie die kleinen Kinder, welche Blumen vom Busch pflücken und sie ohne Wurzeln in ihre Gärtchen setzen; dann sagen sie, wie schön und niedlich ihr kleiner Garten wäre, aber nach einer kleinen Weile sind alle ihre Blumen welk, weil sie keine Wurzeln haben. Das ist die Folge, wenn einer Sache der rechte Anfang fehlt, wenn sie nicht von Grund auf gesund und lebensfähig ist. Wozu dient eine oberflächliche Gottseligkeit, wenn sie bloß Laube und Blüte, aber keine Wurzel und keinen Saft hat, wenn wir nicht gepflügt worden sind mit der Pflugschar des Heiligen Geistes, und den heiligen Samen haben in der Hoffnung auf eine überschwänglich reiche Ernte? Beim Wettlauf des christlichen Lebens muß man einen ernstlichen Anfang nehmen, denn es ist nicht zu hoffen, daß wir den Sieg erlangen, wenn wir nicht von Anfang an recht laufen.
Tod, wo ist dein Stachel? Totenreich, wo ist dein Sieg? 1Kor 15,55

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1.Kor.9.26.

Beitragvon Joschie » 24.11.2008 07:39

1.Kor.9.26.


Nur keine Luftstreiche! Ich fechte, nicht als der in die Luft streicht. 1. Kor. 9, 26

Ist der Bekehrungskampf durchgekämpft, so hört darum der Kampf nicht auf. Nun gilt es, die Stellung zu behaupten, die wir durch Gottes Gnade gewonnen haben. Die Feinde sind zwar besiegte Gegner, aber der Sieg muß immer neu im Glauben ergriffen werden. Der Apostel Paulus hat den Gegner getroffen, er tat keine Luftstreiche. Er schlug nicht daneben, wie manche ein Scheingefecht führen und ihrem alten Menschen nicht den tödlichen Streich versetzen wollen. Es war sein eigener Leib, gegen den er schonungslos vorging. "Ich betäube meinen Leib" (wörtlich: ich versetze ihm Faustschläge). Er ging also nicht weichlich und zärtlich mit seinem Körper um, sondern streng und unnachsichtig. Der Leib durfte bei ihm nicht den Herrn spielen. Paulus hat ihn gezähmt und gebändigt und ihm die Dienerstellung angewiesen, die ihm gebührt. Er ist Werkzeug des Geistes, er darf nicht den Geist beherrschen. "Hilf, daß der Leib der Seel' nicht schad'!" hat jemand mit Recht gebetet. Die Befriedigung der Bedürfnisse und Ansprüche des Leibes dürfen nicht an erster Stelle stehen. Gehen wir in der Pflege und Wartung des Leibes zu weit, so wird er anfällig gegenüber manchen inneren Neigungen, wird zum Nährboden, auf dem allerlei Lüste und Begierden üppig emporwuchern. Seien wir streng gegen unsern Leib und überhaupt gegen unsern alten Menschen! Er will um keinen Preis sterben. Er sträubt sich, er bittet und bettelt. Aber seien wir tapfer! Die Gefahr, die uns vom Leib her droht, ist die Genußsucht. Ihr ist ja bei vielen ein Riegel vorgeschoben. Es sind nur wenige, die üppig leben können. Die meisten sind zum Mangel verurteilt. Nur fragt sich's, wie einer den Mangel erträgt. Steckt in ihm die Genußsucht, so fügt er sich nicht willig in den Verzicht, sondern zeigt sich unzufrieden und ergeht sich in bösen Reden über die magere Kost. Auch die geschlechtlichen Triebe, die in unserem Leib ihren Sitz haben, geben viel Grund und Anlaß zu unablässigem Kampf, daß sie uns nicht überwältigen und auf schlüpfrige Bahnen ziehen, die in Sumpf und Abgrund enden! Da gilt es, hart und unerbittlich zu sein. Wenn wir den ersten Anfängen nicht widerstehen, sind wir bald verloren. - Wenn der Apostel so rücksichtslos gegen den eigenen Leib vorgegangen ist, so tat er dies selbstverständlich nicht in eigener Kraft, sondern in der Kraft der Gnade, die er empfangen hatte, und in der Kraft der Liebe zu Jesu, die in sein Herz ausgegossen war. Er dünkte sich darum auch nicht als ein Held, der auf andere herabschaut, und vor dem Schwächere sich scheu zurückziehen. Er war sich der eigenen Schwachheit wohl bewußt, ließ sich zu jedem schwachen Mitchristen herab und fühlte mit ihm. Laßt uns streng sein gegen uns selbst, mild und liebreich aber gegen andere! So sind die Helden, die auf dem Gnadenboden stehen, im Gegensatz zu den Heroen der eigenen Kraft.
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1.Kor.10.10.

Beitragvon Joschie » 25.11.2008 08:56

1.Kor.10.10.


W.MacDonald »Murret auch nicht, gleichwie etliche von ihnen murrten und von dem Verderber umgebracht wurden.« 1. Korinther 10,10
Die Israeliten waren chronische Nörgler auf ihrem Zug durch die Wüste. Sie klagten über das Wasser. Sie klagten über die Nahrung. Sie klagten über ihre Führer. Als Gott ihnen Manna aus dem Himmel gab, wurden sie dessen bald überdrüssig und gelüsteten nach dem Lauch, den Zwiebeln und dem Knoblauch Ägyptens. Obwohl es in der Wüste keine Supermärkte und keine Schuhgeschäfte gab, versorgte Gott sie 40 Jahre lang ununterbrochen mit Lebensmitteln und mit Schuhen, die nie erneuert werden brauchten. Doch anstatt für diese wunderbare Fürsorge dankbar zu sein, beklagten sich die Israeliten ohne Unterlaß.

Die Zeiten haben sich nicht geändert. Die Menschen heute beklagen sich über das Wetter: Es ist entweder zu heiß oder zu kalt, zu feucht oder zu trocken. Sie beklagen sich über das Essen, wie zum Beispiel über klumpige Soße oder angebrannten Toast. Sie beklagen sich über ihre Arbeit und ihr Gehalt, und über ihre Arbeitslosigkeit, wenn sie beides nicht mehr haben. Sie klagen über die Regierung und ihre Steuern und fordern gleichzeitig ständig zunehmende Vergünstigungen und Dienstleistungen. Sie ärgern sich über andere Menschen, über ihr Auto, über die Bedienung im Restaurant. Sie beklagen sich über Kleinigkeiten und möchten gerne größer, schlanker, gutaussehender sein. Egal wie gütig Gott zu ihnen gewesen ist, sie sagen: »Was hat Er denn in letzter Zeit für mich getan?«

Wie kann Gott Menschen wie uns ertragen? Er ist so gut zu uns, und hat uns nicht nur mit den lebensnotwendigen Dingen versehen, sondern auch mit Annehmlichkeiten, deren Sich Sein Sohn nicht erfreuen konnte, als Er hier auf der Erde war. Wir haben gutes Essen, reines Wasser, große Häuser, Kleidung im Überfluß. Wir haben Gesicht, Gehör, Appetit, Gedächtnis und so viele andere Gaben, die wir für selbstverständlich halten. Er hat uns bisher bewahrt, geführt und versorgt. Und was noch herrlicher ist, Er hat uns auch ewiges Leben durch den Glauben an Seinen Sohn Jesus Christus geschenkt. Und was für Dank bekommt Er dafür? Meist hört Er nichts von uns als endloses Jammern und Stöhnen.

Ich hatte vor Jahren in Chicago einen Freund, der eine gute Antwort wußte auf die Frage: »Wie geht's dir?« Er entgegnete immer: »Es wäre Sünde, mich zu beklagen.« Ich muß oft daran denken, wenn ich in der Versuchung stehe, zu murren. Es ist eine Sünde, sich zu beklagen. Das Gegenmittel gegen Klagen ist Danken. Wenn wir an all das denken, was der Herr für uns getan hat, dann wird uns klar, daß wir absolut keinen Grund haben, uns zu beklagen.
Tod, wo ist dein Stachel? Totenreich, wo ist dein Sieg? 1Kor 15,55

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1.Kor.10,31

Beitragvon Joschie » 26.11.2008 09:27

W.MacDonald »Ob ihr nun esset oder trinket oder irgend etwas tut, tut alles zur Ehre Gottes.« 1. Korinther 10,31


Eine der großen Testfragen für christliches Verhalten ist, ob es zur Ehre Gottes gereicht. Nur zu oft prüfen wir unser Betragen mit der Frage: »Ist es irgendwie schädlich?« Aber darum geht es nicht. Die Frage, die wir uns stellen müssen, heißt: »Ist es zur Ehre Gottes?«

Bevor wir eine Aktivität - welche auch immer - beginnen, sollten wir unser Haupt senken und den Herrn bitten können, Sich in dem zu verherrlichen, was zu tun wir im Begriff stehen. Wenn Gott dadurch nicht geehrt werden kann, dann sollten wir es lieber lassen.

Andere Religionen geben sich vielleicht mit einem Verhalten zufrieden, das für niemand schädlich ist. Aber das Christentum geht über das rein Negative hinaus und zum eindeutig Positiven über. Keith L. Brooks sagte deshalb: »Wenn du ein entschiedener Christ sein willst, dann höre auf, immer nach dem Schaden zu fragen, den bestimmte Dinge anrichten können, und suche nach dem Guten. Wenn du ein glückliches Leben führen möchtest, dann suche Gemeinschaft mit jenen Christen, die jeweils nach dem Guten und nicht nach dem Schädlichen fragen, das eine Sache enthält.«

Viele Dinge sind in sich selbst unschädlich und dennoch ein untragbarer Ballast in unserem Wettlauf als Christen. Es gibt keine olympische Regel, die einem 1500m-Läufer das Tragen eines Kartoffelsackes während des Laufens verbietet. Natürlich kann er die Knollen mitschleppen, aber er kann nicht gleichzeitig das Wettrennen gewinnen. Ebenso ist es mit den Christen. Manche Dinge sind vielleicht harmlos, aber dennoch ein Hindernis.

Doch wenn wir fragen: »Ist das irgendwie schädlich?« dann verrät unsere Frage gewöhnlich einen versteckten Zweifel. Wir stellen solche Fragen nicht hinsichtlich von Aktivitäten, die ganz offensichtlich erlaubt sind - wie Gebet, Bibelstudium, Gottesdienst, Zeugnisgeben und unsere tägliche Arbeit.

Übrigens kann jede ehrbare Arbeit zur Ehre Gottes getan werden. Darum haben manche Hausfrauen über ihrer Spüle den Wahlspruch: »Hier dreimal täglich Gottesdienst.«

Wenn immer wir Zweifel haben, können wir diesem Rat der Mutter John Wesleys folgen: »Wenn du die Rechtmäßigkeit einer Vergnügung erkennen willst, dann folge dieser Regel: Was immer deinen Verstand schwächt, die Feinfühligkeit deines Gewissens beeinträchtigt, deine Beziehung zu Gott verdunkelt oder dir die Freude an geistlichen Dingen nimmt; was immer schließlich die Herrschaft deines Leibes über deinen Geist fördert, das ist Sünde.«
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1.Kor.11.23-24

Beitragvon Joschie » 26.11.2008 14:56

C.O.Rosenius In der Nacht, da Er verraten ward, nahm Er das Brot, dankte und brach es und sprach: Nehmet, esset; das ist Mein Leib, der für euch gebrochen wird. Solches tut zu meinem Gedächtnis. 1. Kor. 11, 23 und 24.

Eines der mächtigsten Hindernisse, das viele gläubige Menschen beim Genuß des heiligen Abendmahls plagt und drückt und ihnen ganz und gar den Trost, die Erquickung und die Freude raubt, die das Abendmahl mit sich führen sollte, ist der Umstand, daß man es als eine Art feierliches Opferfest ansieht, bei dem wir Gott etwas Gutes geben und mit einigen Ihm wohlgefälligen Opfern unserer Frömmigkeit, unserer Buße, unseres Glaubens, unseres Gebets, unserer Vorsätze auf Besserung usw. dem Altar uns nahen sollten. Man bedenkt nicht, daß das Abendmahl ein Gnadenmittel ist, in dem der Herr im Gegenteil uns, Seinen armen, elenden, niedergeschlagenen Kindern, den Trost, die Stärke und Erquickung geben will, deren wir bedürfen. Beachte! Das Abendmahl ist, wie das Wort Gottes, ein Gnadenmittel.

Gleichwie man nicht zum Wort Gottes geht, um Gott etwas Gutes zu geben oder vorzuweisen, sondern nur, um daraus etwas Gutes zu empfangen, Kraft und Hilfe gegen seinen Kleinglauben, seine mangelhafte Buße, sein mangelhaftes Gebet usw. zu erbitten und zu erhalten, ebenso soll man auch zum heiligen Abendmahl des Herrn als zu einem Gnadenmittel kommen, in welchem man Hilfe sucht gegen alles, was einem fehlt. Scheust du dich davor, zum Tisch des Herrn zu gehen, weil dir bewußt ist, daß du in deinem Alltagsleben so mangelhaft bist, so bist du nicht, wie ein wahrer Christ sein sollte. Es ist entweder in deinem Glauben oder in deinem Leben etwas Gebrechliches, in deinem Christentum ein bedenklicher Fehler. Darum kannst du auch nicht getrost zum Tisch des Herrn gehen.

Was ist das anders, als ganz zu vergessen, was der eigentliche Zweck und die Absicht des Abendmahls ist, nämlich gerade ein Hilfsmittel gegen alle Gebrechen und Mängel in unserem Glauben und unserem Leben zu sein! Wäre schon alles wohl mit deinem Christentum, mit deinem Glauben und Wandel, dann brauchtest du nicht zu diesem Gnadenmittel zu kommen, wie ja auch Christus mit Seinem Verdienst nicht für Gerechte, sondern für Sünder gekommen war, wie Er selbst spricht: ,,Die Gesunden bedürfen des Arztes nicht, sondern die Kranken."

Du, der du dieses liest, bedenke einmal folgendes: Wenn ein körperlich Kranker auf eine Aufforderung hin, zum Arzt zu gehen antwortet: ,,Das wage ich nicht, denn ich bin so krank, mein Blut ist so vergiftet, mein Ausschlag so arg, daß ich in so jämmerlichem Zustand nicht den Arzt besuchen kann, ich muß erst etwas besser werden." Würde man sich nicht über solche Torheit wundern und antworten: ,,Muß man nicht gerade in der Krankheit den Arzt suchen?" Genauso aber verhält man sich, wenn man wegen geistlichen Mangels und Siechtums sich fürchtet, zum heiligen Abendmahl des Herrn zu gehen. Es ist uns ja gerade zur Hilfe und zum Heilmittel gegen allerhand Mängel und Krankheiten gegeben. Laßt uns nie die große Liebe des treuen Heilandes vergessen, als Er dieses Gnadenmittel einsetzte! Was sagte Er von Seinem Blut, als Er den gesegneten Kelch darreichte? Von all dem unendlich Großen, das von diesem Blut gesagt werden könnte, nennt Er nur dieses: ,,Es wird vergossen zur Vergebung der Sünden." Da sehen wir, was Er wollte. Zum Trost gegen die Sünde, gegen die Seine Kinder am meisten drückende Not, die Sünde, stiftete Er dieses Gnadenmittel. ,,Zur Vergebung der Sünden." Es ist Sünde, es ist das Bewußtsein der Sünde und der Untreue gegen meinen Gott, was mir den Trost und die Freimütigkeit, die ich zu Ihm haben sollte, raubt. Als Heilmittel gegen diese Not und diesen Jammer stiftete der Herr dieses selige Gedächtnisfest Seines Versöhnungstodes. Er hat das Abendmahl als Ruhehütte an unserem Wege aufgepflanzt. Wenn wir von der Wanderung müde, an der Seele matt und hungrig, durch unsere Fehltritte oder unser Straucheln und Fallen betrübt und entmutigt sind, sollen wir da hineingehen und uns mit dem Brot des Lebens, mit dem Gedanken an Ihn und mit dem Genuß des Leibes und des Blutes, welches gegeben war zur Vergebung der Sünden, erquicken, um dadurch aufs neue gewiß zu werden, daß Er uns nicht zürnt. Daraus folgt: Wenn wir uns in einer besonderen Schwachheit, in einem geistlichen Verfall befinden, ist es dringend an der Zeit, zum Gnadentische des Herrn zu eilen, wie man ja auch wegen derselben Gebrechen zum Worte eilt. Das erklärt auch, daß alte Lehrer, die dies erkannten, so davon reden. Luther sagt: ,,Du mußt oft zu diesem Tische gehen, aber insonderheit dann, wenn du wohl dazu geschickt bist, d. h., wenn du mit vielen und schweren Sünden beschwert bist., Doktor Schwedberg sagt als Antwort auf die Frage, wann man zum Abendmahl des Herrn gehen solle: ,,Wenn der ,knechtische Geist' den Platz des ,kindlichen Geistes' in eurem Herzen einzunehmen anfängt." Sie hatten verstanden, daß das Abendmahl ein Gnadenmittel ist.

So geh ich auf Dein Gnadenwort Zu Deinem Tisch, mein Herr und Hort. So sündig, wie ich immer bin In Fleisch und Blut, in Herz und Sinn.

Du bist mein Schmuck, mein Ehrenkleid, Mein Leben, meine Heiligkeit. Du meine Stärk' und Heilung bist Vom Tode und von Satans List.

Ich nehme, esse, trinke Dich, Und Du mit mir vereinigst Dich, Mein Schöpfer und mein Heiland wert: Gibt's größ're Gnade hier auf Erd'?

O, welche Seligkeit für mich, Mein Denken hier verlieret sich, Lob, Ehre, Preis, Halleluja, Mein Bruder, Gott und Jehova
Tod, wo ist dein Stachel? Totenreich, wo ist dein Sieg? 1Kor 15,55

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1.Kor.11.29

Beitragvon Joschie » 27.11.2008 05:54

C.O.Rosenius Welcher unwürdig ißt und trinkt, der ißt und trinkt sich selbst das Gericht. 1. Kor. 11, 29.

Einer der schlimmsten Irrtümer bezüglich des Heiligen Abendmahls ist dieser, daß jeder beliebige Mensch durch eine sogenannte ,,christliche Vorbereitung" ein würdiger Abendmahlsgast werden könnte, ohne Rücksicht darauf, ob er ein wahrer Freund und Jünger Jesu ist, und daß auch diejenigen, die sowohl vor als auch nach dem Abendmahl ihr ganzes Leben hindurch den Unbekehrten angehören, durch eine für den Augenblick gemachte Vorbereitung sich würdig dem Abendmahlstisch des Herrn nahen könnten. Ach, ein schrecklicher Irrtum, der jeden erleuchteten Christen mit ernster Sorge erfüllt. - Wo findet man ein einziges Wort in der Bibel, welches andeutet, daß auch diejenigen sich zum Abendmahl des Herrn bereiten und dadurch würdig werden sollen, die nicht zuvor zum Herrn bekehrt wurden, nicht Jesu Freunde und Jünger sind und nicht täglich ihr ganzes Leben lang von Christus und mit Christus leben? O, daß alle, die Ohren haben, hören und alle, die eine Zunge haben, diesen Irrtum ausrufen möchten! Oder ob Jesus sich durch eine gelegentliche Vorbereitung, durch eine für den Augenblick angenommene Frömmigkeit dazu bewegen läßt, dich für Seinen Freund zu halten? Ob der Heilige sich betrügen läßt durch eine erzwungene und selbstgemachte Frömmigkeit, Buße, Sündenerkenntnis und Gebet, nach denen du gleich wieder zu dem vorherigen nichtigen Leben zurückkehrst, wenn du nur deinen jährlichen Abendmahlsbesuch nicht versäumst?

Gott erbarme sich und rüttele alle Lehrer und Prediger aus dem Schlaf, die dies den Leuten nicht ehrlich sagen! Müßten sie nicht mit kurzen, deutlichen und ehrlichen Worten die Wahrheit aussprechen, daß es sich hier nur um eines handelt, um ein würdiger Abendmahlsgast zu sein, nämlich, ob du ein Freund und Jünger Jesu bist oder wenigstens in Unruhe darüber bist und es für dein ganzes Leben lang zu werden suchst. Durch eine gelegentliche Vorbereitung wird niemand ein würdiger Abendmahlsgast, sondern nur durch eine ganze Bekehrung, durch die man für sein ganzes Leben ein Freund und Jünger Jesu wird. Bist du das, dann bist du ein würdiger Abendmahlsgast; bist du es nicht, dann bist du unwürdig. Man braucht sich nicht mit einer gelegentlichen Vorbereitung zu beschweren, sondern man soll wissen, daß man unter allen Umständen ,,sich selbst das Gericht ißt und trinkt". Auch wenn man nicht nur einen Tag, sondern eine Woche, ja, einen Monat lang an seiner Abendmahlsvorbereitung so eifrig gearbeitet hat, daß man auf den Knien lag und in Tränen ausbrach, man ist doch ein unwürdiger Gast und ißt und trinkt sich selbst das Gericht, solange man nur eine Abendmahlsvorbereitung machen, nicht aber für sein ganzes Leben des Herrn Eigentum werden und unter Ihm in Seinem Reiche bleiben und leben will. Darum handelt es sich.

Christus stiftete das hohe Mahl für Seine Freunde. Die innige Vereinigung, die im Abendmahl zwischen Ihm und Seinen Gläubigen stattfindet, ist dieselbe, von der Er an jenem Abend, an dem Er das Abendmahl einsetzte, in Seinem Gebet sprach: ,,Ich in ihnen, und Du in Mir, auf daß sie vollkommen seien in eins, gleichwie Du, Vater, in Mir und Ich in Dir." Und bezüglich dieses Gebetes fügte Er hinzu: ,,Ich bitte nicht für die Welt, sondern für die, die Du Mir gegeben hast." Wie wäre es möglich, daß Er solches für die Welt bitten könnte? Wie wäre es möglich, daß Er die Welt Sein Todesfest zu feiern, Seine Verächter Sein Fleisch zu essen und Sein Blut zu trinken heißen könnte? Ach, es ist schrecklich, wenn ein Mensch, der sein ganzes Leben lang ,,ohne Gott in der Welt" lebt und sich so gut ohne Ihn durchhilft, einmal im Jahr Ihm in diesem heiligen Liebesmahl Seiner Freunde unter die Augen treten und die innigste Freundschaft mit Ihm an den Tag legen will, um gleich darauf wieder zu demselben nichtigen Wesen und gottlosen Leben zurückzukehren wie zuvor! Ist dies nicht ganz dasselbe wie das, was Judas in Gethsemane tat, als er zu Jesus trat und sprach: ,,Gegrüßet seist Du, Rabbi!" und Ihn dann küßte? (Mt 26:49) Wird der Herr nicht auch zu solchen Abendmahlsgästen sprechen: ,,Warum bist du gekommen? Verrätst du des Menschen Sohn mit einem Kuß?" Erbebst du nicht an deinem ganzen Leib und deiner ganzen Seele davor, mit einem solchen Sinn Gott unter die Augen zu treten? Begreifst du nicht, daß der große, heilige Herr dann zu dir sprechen wird: ,,Du Heuchler! Ich weiß deine Werke! Du bist nicht Mein Freund, sondern der Welt Freund; warum bist du hierhergekommen, wo Meine Freunde das Gedächtnis Meines Todes feiern? Ich weiß, daß du morgen zu demselben Dienst der Welt und der Sünde zurückkehren wirst, wie du es bisher getan hast! Weiche von Mir, du Heuchler!" Solltest du nicht eine solche Antwort von dem Heiligen erwarten, dessen ,,Augen wie Feuerflammen" sind, du, der du nur eine Abendmahlsvorbereitung machst, während du dich sonst dein ganzes Leben lang nicht daran kehrst, Ihm anzugehören und Ihm zu folgen?

Wer seine Sünden immer heget, Wen aller Gnade große Zahl Noch nicht zur Neugeburt beweget, Der lasse Jesu Abendmahl; Es hilft doch seiner Seele nicht, Er ißt sich selber das Gericht.
Tod, wo ist dein Stachel? Totenreich, wo ist dein Sieg? 1Kor 15,55

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1.Kor.12,18

Beitragvon Joschie » 27.11.2008 05:57

W.Nee Nun aber hat Gott den Gliedern eine Stellung zugewiesen, einem jeden von ihnen am Leibe, wie er gewollt hat. 1. Korinther 12,18


Welches Glied ist wertvoller, der Fuß oder die Hand? Wenn wir etwas nachdenken, müssen wir doch zugeben: Ein Vergleich ist hier gar nicht möglich. Ihre Funktion im menschlichen Körper ist verschieden; aber beide sind nötig. Es gibt aber viele, die die von Gott geschenkte Gabe gering achten. Weil sie nicht das besondere Glied sein können, das sie bewundern, wollen sie überhaupt keine Stellung haben. Genau diese Situation beschreibt Jesu Gleichnis von den anvertrauten Talenten (Matthäus 13,14 - 30). Dort haben wir den einen Knecht mit fünf und einen anderen mit zwei Talenten; der Schwerpunkt des Gleichnisses aber liegt auf dem, der nur eines hatte. Und das ist die Gefahr, der Bruder mit dem einen Talent, der dieses vergräbt. »Eine prominente Stellung kann ich nicht einnehmen, deshalb macht es wohl nichts aus, wenn ich gar keine einnehme.« Sehr viel macht es aus! Denn das Gleichnis lehrt uns: Aus zweien können vier und aus fünf können zehn werden, und genauso auch aus einem zwei. Erst durch das Betätigen unserer Fähigkeiten entdecken wir das Leben. Und die Gemeinde krankt weniger an dem Hervorstechen der Glieder mit den fünf Talenten als an dem Abseitsstehen derer mit dem einen. Das Leben des gesamten Leibes wird behindert und verarmt, wenn diese letzteren ihr Talent vergraben.
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1. Korinther 12,22

Beitragvon Joschie » 27.11.2008 10:57

W.Nee Vielmehr die Glieder des Leibes, die die schwächeren zu sein scheinen, sind notwendig. 1. Korinther 12,22


Vor vielen Jahren stand ich einmal vor einem sehr großen Problem in meinem Leben, und ich wußte, daß ich die Lösung allein nicht finden konnte. Ich predigte damals die Botschaft in einer sehr abgelegenen Gegend, weit entfernt von anderen Dienern Gottes, die auch nur annähernd die Kenntnis Seines Wortes besaßen, die meiner Meinung nach wesentlich war als Hilfe für mich, um die Antwort zu finden. Wo sollte ich die Gemeinschaft finden, die ich so nötig brauchte? Es gab zwar unter der bäuerlichen Bevölkerung, bei der ich mich dort aufhielt, eine kleine Schar schlichter Gläubiger; aber als Christen waren sie bloß unmündige Kinder. Wie hätten sie mir dabei helfen können, dieses Problem zu lösen? Das schien völlig unmöglich.

Schließlich geriet ich in eine solche Sackgasse, daß ich endgültig festsaß. Es blieb mir tatsächlich nichts anderes übrig, als jene einfachen Brüder herbeizurufen. Auf meine Bitte kamen sie zu mir in meiner Not. Ich erzählte ihnen, so gut es ging, von meiner Schwierigkeit, und dann beteten sie - und noch während sie beteten, ging in mir das Licht auf! Es bedurfte keiner Erklärung. Es geschah einfach, und zwar in einer Weise, daß es nie mehr wiederholt zu werden brauchte. Welches Vergnügen ist es für unseren Gott, uns offen zu zeigen, daß wir von seinen »schwächeren Gliedern« abhängig sind!
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1. Kor. 12,31

Beitragvon Joschie » 28.11.2008 08:44

J.MacArthur "Und einen Weg noch weit darüber hinaus zeige ich euch" (1. Kor. 12,31).

Ohne Liebe sind geistliche Gaben bedeutungslos.

Erste Korinther 13 hat man eine Hymne auf die Liebe genannt oder eine lyrische Interpretation der Bergpredigt - die Seligpreisungen in Musik gesetzt. Jedenfalls ist es ein wunderschöner Schriftabschnitt, der uns wie eine frische Brise aus einem Buch der Bibel entgegenweht, in dem ein Problem auf das andere folgt.

Man hat dies Kapitel oft losgelöst von seinem Kontext betrachtet; doch liegt seine wahre Kraft darin, dass es dem übrigen Brief Ausgewogenheit und Korrektur verleiht. Die Korinther waren wie alle Christen, die vom Augenblick ihrer Bekehrung an von Gott mit besonderen Gaben zum Nutzen der Gemeinde ausgestattet waren. Aber viele missbrauchten ihre Gaben, indem sie sich eher damit hervorzutun suchten, als den anderen damit zu dienen. So behandelt Paulus in Kapitel 12 das Konzept der geistlichen Gaben, in Kapitel 14 deren richtige Anwendung und in Kapitel 13 die Notwendigkeit, sie in Liebe anzuwenden.

Wie viele Christen heutzutage, hatten die Korinther vergessen, dass geistliche Gaben nur in einer wahrhaft geistlichen Person richtig funktionieren. Sie hatten die Gaben des Geistes; aber sie zeitigten nicht die Frucht des Geistes (Gal. 5,22), und die erste ist die Liebe.

In 1. Korinther 13 fängt Paulus an: "Wenn ich in den Sprachen der Menschen und der Engel rede, aber keine Liebe habe, so bin ich ein tönendes Erz geworden oder eine schallende Zimbel. Und wenn ich Weissagung habe und alle Geheimnisse und alle Erkenntnis weiß und wenn ich allen Glauben habe, so dass ich Berge versetze, aber keine Liebe habe, so bin ich nichts." Die Liebe muss das Motiv und die Triebfeder hinter allem sein, was wir tun!

Womit hat dich Gott zum Dienst begabt? Gebrauchst du deine Gaben in Liebe?
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1. Kor. 12,31

Beitragvon Joschie » 28.11.2008 19:44

J.MacArthur "Einen Weg noch weit darüber hinaus zeige ich euch ..." (1. Kor. 12,31).

Biblische Liebe erweist sich in Demut, Gehorsam gegen Gott und Selbstaufgabe.

In unserer Gesellschaft ist Liebe ein bekanntes Wort, aber eine unbekannte Erfahrung. Oft verstehen solche, die viel von Liebe reden, am wenigsten davon. Und viele, die meinen, sie hätten Liebe gefunden, geben sich mit viel weniger zufrieden, als Gott für sie vorgesehen hat.

Viele sehen in der Liebe vor allem romantische oder sexuelle Beziehungen. Doch obwohl die Schrift viel über Intimität und Ehe zu sagen hat, hat das Wort Liebe im Neuen Testament eine andere Bedeutung erhalten. Selbst Epheser 5,25 ("Ihr Männer, liebt eure Frauen!") bezieht sich nicht auf romantische Liebe. Andere, weit verbreitete Irrtümer besagen, Liebe sei mit Gefühligkeit oder Sentimentalität gleichzusetzen oder man verwechselt sie mit freundlicher und toleranter Gesinnung den Bekannten gegenüber - oft ohne an lehrmäßige Reinheit oder biblische Überzeugungen zu denken. Aber biblische Liebe ist das alles nicht.

Der "Weg, noch weit darüber hinaus", von dem Paulus in unserem Vers redet, ist die Liebe, die von Gott selbst kommt und Seinen heiligen Eigenschaften entspricht. Wir vermögen nicht, sie aus eigener Kraft hervorzubringen. Das griechische Wort für diese Liebe ist agap‚ und zeichnet sich durch Demut, Gehorsam gegen Gott und Selbstaufgabe aus. Johannes 13,1 sagt von der Liebe Christi zu Seinen Jüngern: "Da er die Seinen, die in der Welt waren, geliebt hatte, liebte er sie bis ans Ende." Man kann auch übersetzen: "... bis zur Vollendung"; denn Seine Liebe ist grenzenlos. In den folgenden Versen (4 und 5) zeigt er Seine Liebe, indem Er ihnen die Füße wäscht. Liebe ist demütig. Ihr geht es darum, Bedürfnissen abzuhelfen.

Außerdem ist die Liebe gehorsam und zu Opfern für andere bereit. Jesus sagt: "Wenn ihr mich liebt, so werdet ihr meine Gebote halten" (Joh. 14,15). Gott brachte das höchste Opfer, "denn so hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab" (Joh. 3,16).

1. Korinther 13 gilt den Christen zu allen Zeiten, weil wir alle in der Gefahr stehen, unsere geistlichen Gaben zu missbrauchen. Wenn du darüber und über andere Stellen nachdenkst, frage dich, ob deine Liebe ganz so ist, wie Gott es von dir erwartet. Wenn nicht, so überlege, welche nötigen Änderungen du im Lichte des Gelernten vorzunehmen hast.
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