Manna für den Morgen/Impulse für den Tag

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Joschie
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1. Kor. 13,1

Beitragvon Joschie » 29.11.2008 08:54

J.MacArthur "Wenn ich in den Sprachen der Menschen und der Engel rede, aber keine Liebe habe, so bin ich ein tönendes Erz geworden oder eine schallende Zimbel" (1. Kor. 13,1).


Die Liebe unterscheidet wahren Gedankenaustausch von unnützem Gerede und bedeutungslosem Geräusch-Erzeugen.

Paulus beginnt seine Ausführungen über die Liebe, indem er feststellt, dass das Reden ohne Liebe sinnlos ist. Die Korinther waren große Freunde schauträchtiger Geistesgaben, wobei sie offenbar andere, die sie für weniger attraktiv hielten, vernachlässigten (siehe 1. Kor. 12,12-31). Eine Gabe, die sie besonders hoch schätzten, war das Zungenreden, womit die Fähigkeit gemeint ist, Gottes Wahrheit in einer Sprache zu sagen, die der Sprecher nicht versteht, wohl aber gewisse Hörer.

Das Zungenreden war ein Zeichen, das ungläubige Juden dazu brachte, auf das Evangelium zu hören (1. Kor. 14,21-22). Zum ersten Mal trat es am Pfingsttag auf, wo der Heilige Geist die im Obersaal Versammelten dazu befähigte, die großen Taten Gottes in den Sprachen zu verkünde n, die von den Besuchern des Pfingstfestes daheim gesprochen wurden (Apg. 2,4-11).

Bei den "Zungen der Engel", von denen in unserem Vers die Rede ist, handelt es sich nicht um die Gabe des Zungenredens, wie etliche annehmen. Paulus benutzt nur eine Übertreibung, um die Sache auf den Punkt zu bringen; denn er will damit sagen: "Hätte ich gar die Fähigkeit, mich mit Engeln unterhalten zu können, hülfe es mir ohne Liebe doch nichts."

In den Tagen des Paulus gehörten zur Tempelfeier der Kybele und des Dionysos ekstatische Sprachen, begleitet von schmetternden Trompeten, schallenden Gongs und klirrenden Zimbeln. Ich glaube, dass Paulus im Blick auf diese allseits bekannte Praxis den Christen sagt, ihr Dienst unterscheide sich, losgelöst von der Liebe, in nichts von den heidnischen Bräuchen. Es mag so aussehen oder so klingen wie das Wahre und doch ist es bedeutungslos und ohne jeglichen geistlichen Nutzen.

Du solltest jede Gelegenheit wahrnehmen, mit deinen geistlichen Gaben anderen zu dienen. Wenn du es aber tust, so vergewissere dich, dass es in Liebe geschieht und in der Kraft des Geistes und in Übereinstimmung mit Gottes Wort. Du wirst stets das meiste erreichen, wenn Christus deine Bemühungen zu Seiner Ehre gebrauchen kann
.
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1. Kor. 13, 2.

Beitragvon Joschie » 30.11.2008 08:12

C.O.Rosenius Wenn ich weissagen könnte und wüßte alle Geheimnisse und alle Erkenntnis und hätte allen Glauben, also daß ich Berge versetzte, und hätte der Liebe nicht, so wäre ich nichts. 1. Kor. 13, 2.

Es ist ein betrübender Anblick: Während eine gewisse Selbstgerechtigkeit unsere Liebe und ihre Beweisung zum Seligkeitsweg machen will, sehen wir auf der anderen Seite, wie Christen, die die Hauptwahrweit gelernt haben, daß wir ohne Verdienst, allein durch den Glauben an Christus gerecht werden und durch diesen Glauben auch die neue himmlische Liebe erhalten, nach einiger Zeit wieder anfangen, so kalt und tot und nachlässig im Beweisen der Liebe werden, daß sie jetzt nur ,,sich selbst" zu leben scheinen. Sie trösten sich wegen dieses Mangels auch sehr leicht und führen an, daß wir doch allein aus Gnaden durch den Glauben selig werden, so als ob wir durch einen Glauben, der keine Liebe bewirkt, selig würden. Vor allem gegen diesen unglücklichen Betrug sollen wir oft und ernstlich bedenken, was das Wort des Herrn in dieser Frage lehrt.

Wahr ist es: Wir werden gerecht allein aus Gottes Gnade durch den Glauben an die Liebe, mit der Gott uns in Christus geliebt hat, und nicht durch irgendeine Liebe bei uns. Es ist aber nicht wahr, daß wir durch einen Glauben gerecht werden, der keine Liebe bewirkt. Der Apostel sagt: ,,Wenn ich allen Glauben hätte, also daß ich Berge versetzte, und hätte der Liebe nicht, so wäre ich nichts." Luther sagt: ,,Es ist ebenso unmöglich, daß der lebendige Glaube ohne Liebe sein kann, wie daß das Feuer ohne Wärme sein kann." Wenn also in der Schrift gelehrt wird, daß wir allein durch den Glauben gerecht werden, dann ist nur der Glaube gemeint, der das Herz lebendig und warm in der Liebe macht. Der Herr Jesus spricht: ,,Dabei wird jedermann erkennen, daß ihr Meine Jünger seid, so ihr Liebe untereinander habt." Und Johannes wiederholt in seinem ersten Brief immer wieder, daß wir gerade durch die Liebe ,,erkennen, daß wir aus der Wahrheit sind", wissen, daß wir Gottes Kinder sind", daß wir ,,von Gott geboren sind". Sind wir einmal zum Glauben gekommen, so sind wir auch dessen eingedenk, daß wir damals eine neue, brennende Liebe in unserem Herzen empfingen, nicht nur zu dem gnädigen Gott, der uns alle unsere Sünden vergab, sondern auch zu unseren Nächsten. Es war nicht nur eine ,,brüderliche Liebe" zu allen, die wir dafür ansahen, daß sie an Jesus glauben und Ihn lieben, sondern auch eine ,,allgemeine Liebe", so daß wir mit inniger Fürsorge an die Errettung und die Seligkeit aller Menschen dachten. Hat diese heilige Liebe nun aufgehört, wie steht es dann um unseren Glauben? Mag unsere Vertröstung auch noch so ruhig und stark, mag unsere geistige Erleuchtung auch noch so groß sein, so ist unser Glaube jetzt doch nur ein totes Abbild dessen, was er einst war, da er nun keine Liebe bewirkt.

Bedenke auch, welche großen und preiswürdigen Werke der Herr Christus bei dem Engel der Gemeinde zu Ephesus fand, und doch hielt Er die Tatsache, daß die Gemeinde die erste Liebe verlassen hatte, für ein so bedenkliches Zeichen, ja, für einen solchen ,,Abfall", daß, wenn bei ihr keine Bekehrung geschähe, ihr Leuchter von seiner Stätte gestoßen werden würde. ,,Ich weiß deine Werke", spricht der Herr, ,,und deine Arbeit und deine Geduld, und daß du die Bösen nicht tragen kannst, und hast versucht die, so da sagen, sie seien Apostel und sind es nicht, und hast sie als Lügner erfunden; du verträgst und hast Geduld, und um Meines Namens willen arbeitest du und bist nicht müde geworden. Aber Ich habe wider dich, daß du die erste Liebe verläßt. Gedenke, wovon du gefallen bist, und tue Buße und tue die ersten Werke. - Wo aber nicht, werde Ich dir bald kommen und deinen Leuchter wegstoßen von seiner Stätte, wo du nicht Buße tust."

Wir finden hier, daß die Liebe noch eine besondere Sache im Herzen ist und verloren sein kann unter einer so preiswürdigen Wirksamkeit und unter so kräftigen, christlichen Werken wie diejenigen, die Jesus hier aufzählt - wenn du nämlich nicht mehr wegen deiner Sünden zu Seinen Füßen liegst, vielmehr dich selbst für gut hältst und darum auch nicht in der Liebe zu den Brüdern entzündet wirst. - Daß auch bei den prächtigsten Werken diese Liebe fehlen kann, zeigt der Apostel, indem er sagt: ,,Wenn ich mit Menschen- und mit Engelszungen redete, und hätte der Liebe nicht, so wäre ich ein tönendes Erz oder eine klingende Schelle. Und, wenn ich weissagen könnte und wüßte alle Geheimnisse ..., wenn ich alle meine Habe den Armen gäbe und ließe meinen Leib brennen (wie der Märtyrer auf dem Scheiterhaufen), und hätte der Liebe nicht, so wäre es mir nichts nütze." - Gewiß sollte dieses Verhältnis uns dazu erwecken, vor den Augen des Herrn zu bedenken, wie es mit unserer Liebe bestellt ist. Wir sehen aus den Worten Christi und der Apostel, daß, wie immer wir auch sind, was immer wir auch glauben oder tun, ohne jene wirkliche Liebe im Herzen zu haben, die durch den Glauben und durch die Gnade geboren wird, alles, alles nur falsch und ein Betrug ist, wie christlich und herrlich es auch sein mag. Möchten wir unser ganzes Leben lang dies im Gedächtnis behalten und immer wieder neu bedenken!

Die Welt, die blinde, soll eure Liebe sehn; Sonst ist geschwinde das Ärgernis gescheh'n. Daran soll man die Jünger erkennen, Daß sie recht herzlich in Liebe brennen.
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1. Kor. 13,3

Beitragvon Joschie » 30.11.2008 20:55

J.MacArthur "Wenn ich alle meine Habe zur Speisung [der Armen] austeile ... aber keine Liebe habe, so nützt es mir nichts" (1. Kor. 13,3).
Liebe ist durch Selbstaufopferung gekennzeichnet; aber nicht jede Selbstaufopferung geschieht aus Liebe.

Wenn du jemals deiner Gemeinde oder einem Hilfswerk wegen einer Verpflichtung etwas gegeben hast oder auf gesellschaftlichen Druck, aus Gesetzlichkeit, wegen einer Schuld - vielleicht auch, weil du auf dich aufmerksam machen wolltest oder einfach, um Steuern zu sparen, dann weißt du, was es heißt, ohne Liebe wohltätig zu sein. In unserer Gesellschaft kann man dieser Art des Gebens leicht zum Opfer fallen, weil die Nöte sehr vielseitig sind und die Spendensammler jedes nur denkbare Motiv für sich nutzen möchten. Dazu kommt, dass viele Glaubensrichtungen und falsche Religionen zum Spenden oder zu Bußübungen ermuntern, weil man dadurch vermeintlich Gottes Wohlwollen erreicht. Aber Gott interessiert sich mehr dafür, warum wir geben, als was wir geben.

Paulus redet in unserem Vers von der hypothetischen Möglichkeit, den gesamten Besitz zur Speisung der Armen wegzugeben. Das mit "Speisen" übersetzte griechische Wort bedeutet das "bissenweise Austeilen". Paulus spricht also nicht von einem Menschen, der nur einen Scheck ausschreibt, sondern der persönlich ein Langzeit-Hilfsprogramm aufgezogen hat, das am Ende all sein Vermögen verzehrt.

Paulus redet nicht über dessen Motive - nur dass es ihm an der Liebe fehlt. Demzufolge bleibt der Nutzen seiner Wohltaten auf das Leibliche beschränkt. Jeder geistliche Nutzen ist vertan.

Jesus stellt dasselbe heraus, wenn Er sagt: "Habt acht auf eure Gerechtigkeit, dass ihr [sie] nicht vor den Menschen übt, um von ihnen gesehen zu werden! Sonst habt ihr keinen Lohn bei eurem Vater, der in den Himmeln ist" (Matth. 6,1). Wenn du mit deinen Gaben die Anerkennung der Menschen suchst, wird ihr Beifall dein einziger Lohn sein. Bist du aber durch die Liebe zu Gott motiviert, wird Er dich reichlich belohnen (die Verse 2-4).

Wenn du dem Herrn etwas gibst, was sind deine Motive? Sollen die anderen besser von dir denken? Fühlst du dich verpflichtet? Weil solcherlei Einflüsse so leicht zu übersehen sind, musst du sehr über deine Motive wachen. Denke daran, das einzige akzeptable Motiv ist die Liebe.
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1. Kor. 13,3

Beitragvon Joschie » 01.12.2008 08:30

J.MacArthur "Und wenn ich meinen Leib hingebe, damit ich Ruhm gewinne (nach anderer Lesart: verbrannt zu werden), aber keine Liebe habe, so nützt es mir nichts" (1. Kor. 13,3).
Falsche Motive rauben selbst dem größten Opfer seinen geistlichen Nutzen.

Bisher hat Paulus bei seiner Darstellung lieblosen Wirkens von dem gesprochen, was wir sagen, wissen und glauben und wie wir geben. Jetzt kommt er zum Gipfelpunkt seiner Argumentation - er spricht davon, wie wir sterben. Viele Christen haben dies höchste Opfer, das Martyrium, dargebracht; aber selbst das ist ohne Liebe nutzlos.

Zur Zeit des Paulus erhielten viele Sklaven ein mit glühenden Eisen angebrachtes Brandmal, um sie als Besitz ihres Herrn zu kennzeichnen. Darum glauben einige Ausleger, Paulus rede von dieser Prozedur, wenn er hier sagt: "Wenn ich meinen Leib hingebe, verbrannt zu werden ..." Andere denken an das Verbrennen auf dem Scheiterhaufen - also an einen Tod, den viele Christen von Seiten ihrer Verfolger erleiden mussten.

Obwohl der Tod durch Verbrennen zur Zeit der Abfassung des Korintherbriefes noch selten war, glaube ich doch, dass Paulus dies in unserem Abschnitt meint. In den Versen eins und zwei gebraucht er Extreme, um die Dinge deutlich zu machen: in Sprachen der Engel reden, alle Geheimnisse und alle Erkenntnis wissen, allen Glauben haben und alle Habe zur Speisung der Armen hingeben. Die furchtbare Sterbenspein des Feuertodes passt zu diesen Extremen. Jesus nennt das Martyrium den höchsten Ausdruck der Liebe (Joh. 15,13). Aber man hat es nicht immer aus Gottesfurcht oder Liebe getan. Viele Menschen sind für geringere Ziele gestorben. Man braucht nur an die japanischen Kamikaze-Piloten im zweiten Weltkrieg zu denken oder dass sich noch kürzlich Mönche und Studenten aus Protest gegen irgendwelche soziale und politische Ungerechtigkeiten selbst verbrannt haben.

Nicht einmal Christen sind von falschen Motiven ausgenommen. Es ist bekannt, dass viele Christen der frühen Kirche das Martyrium als Mittel ansahen, durch den Tod genauso berühmt zu werden wie die ihnen vorangegangenen Märtyrer. Viele Taten, die, oberflächlich betrachtet, Opfercharakter tragen, sind in Wirklichkeit Produkte des Stolzes.

Wenn selbst das höchste Opfer ohne Liebe wertlos ist, dann sind es alle geringeren Opfer ganz gewiss. Aber die Liebe heiligt sie alle. Lass daher Gottes Liebe alles regieren, was du tust.
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1. Kor. 13,4-7

Beitragvon Joschie » 02.12.2008 08:42

MacArthur "Die Liebe ist langmütig, sie ist gütig; sie neidet nicht; sie tut nicht groß, sie bläht sich nicht auf, sie benimmt sich nicht unanständig, sie sucht nicht das Ihre, sie lässt sich nicht erbittern, sie rechnet Böses nicht zu, sie freut sich nicht über die Ungerechtigkeit, sondern sie freut sich mit der Wahrheit, sie erträgt alles, sie glaubt alles, sie hofft alles, sie erduldet alles" (1. Kor. 13,4-7).

Liebe ist schwer zu definieren; aber man kann sie mit dem Betragen beschreiben, das sie hervorbringt.

Paulus gibt uns hier ein Bild von der Liebe, die Jesus in jedem Gläubigen hervorbringen möchte. Tatsächlich ist es das Bild Christi selbst, der die Liebe in ihrer höchsten Vollendung ist. In unseren Bibelversen wird nicht so sehr beschrieben, was die Liebe ist, sondern was sie tut und was sie nicht tut.

Im Blick auf das selbstverherrlichende Verhalten der Korinther waren die Worte des Paulus scharfe Zurechtweisungen. In diesem Sinn bedeuten seine Worte: "Die Liebe ist geduldig; ihr aber seid ungeduldig. Die Liebe ist freundlich; ihr aber seid zu denen unfreundlich, die nicht eurer Meinung sind. Die Liebe neidet nicht; ihr aber beneidet einander wegen gewisser geistlicher Gaben. Die Liebe tut nicht groß; ihr aber seid stolz auf eure Theologie. Die Liebe bläht sich nicht auf und benimmt sich nicht unanständig; ihr aber seid grob und zeigt untereinander schlechte Umgangsformen.

Die Liebe sucht nicht das Ihre; ihr aber denkt nur an euch selbst. Die Liebe lässt sich nicht erbittern; ihr aber zankt miteinander. Die Liebe rechnet Böses nicht zu; ihr aber hegt gegeneinander Groll. Die Liebe freut sich nicht über die Ungerechtigkeit; ihr aber seid froh, wenn andere versagen. Die Liebe freut sich mit der Wahrheit; ihr aber missachtet das Wort Gottes und gehorcht ihm nicht.

Die Liebe erträgt alles; ihr aber zieht euch zurück und wollt nicht verzeihen. Die Liebe will gern das Beste von anderen glauben; ihr aber nehmt schnell das Schlechteste an. Die Liebe gibt nie auf und kann unvorstellbaren Widerstand ertragen; ihr aber seid schwach und intolerant."

Paulus wollte, dass die Korinther die Mängel in ihrer Liebe im Licht dieser Wahrheit erkannten und die nötigen Korrekturen vornahmen. Du und ich, wir müssen das auch tun. So bitte Gott, er möge dein Herz beim fortlaufenden Betrachten der Eigenschaften dieser Liebe reinigen, damit andere immer deutlicher das von Paulus gezeichnete Bild der Liebe bei dir zu sehen bekommen.
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1. Kor. 13,4

Beitragvon Joschie » 02.12.2008 19:32

J.MacArthur "Die Liebe ist langmütig" (1. Kor. 13,4).

Die Liebe rächt sich nicht.


Der griechische Ausdruck für "ist langmütig" bedeutet wörtlich "ist fern vom Zorn". Es geht hier also nicht so sehr um das geduldige, klaglose Tragen dessen, was Menschen oder Umstände uns auferlegen, sondern um das freiwillige Aufsichnehmen dessen, was man ändern könnte.

Diese Art der Geduld ist eine geistliche Tugend, die Gottes Wesen widerspiegelt (Gal. 5,22). Sie ist auf rein menschlicher Ebene nicht nachzumachen; aber für den Christen muss sie zu einer Lebenshaltung werden. Paulus sagt: "Ich ermahne euch nun: ... Wandelt würdig der Berufung, mit der ihr berufen seid, mit aller Demut und Sanftmut, mit Langmut, einander in Liebe ertragend" (Eph. 4,1-2).

Gott selbst ist das hohe Beispiel der Langmut. Petrus sagt: "Er ist langmütig euch gegenüber, da er nicht will, dass irgendwelche verloren gehen, sondern dass alle zur Buße kommen" (2. Petr. 3,9). Wer Gottes Gnade abweist, verachtet "den Reichtum seiner Gütigkeit und Geduld und Langmut" (Röm. 2,4).

In der griechisch-römischen Welt zur Zeit des Paulus wurde die Vergeltung für eine empfangene Schmähung oder Verletzung als Tugend betrachtet. Wer sich nicht rächte, galt als Schwächling. In unserer Gesellschaft ist es nicht viel anders. Die Helden von heute neigen zu physischer Gewalt oder sie bemühen die Gerichte. Gott aber sieht die Sachen anders, wie auch der Herr, als Er für Seine Mörder bat: "Vater, vergib ihnen! Denn sie wissen nicht, was sie tun" (Luk. 23,34).

Wenn du über deine eigene Langmut nachdenkst, musst du wissen, dass die Rache nicht immer offen und mit Gewalt ausgeübt wird. Sie ist oft ganz fein gesponnen - wie etwa die Verweigerung von Zuneigung deinem Ehepartner gegenüber, wenn er dir Unrecht getan hat, oder wenn du dich einem Freund entziehst, der dich verletzt hat. Göttliche Liebe aber rächt sich nicht. Sie denkt mehr an die Gefühle der anderen als an die eigenen.

Denke an die Langmut des Herrn, die Er mit dir hat, und erlaube Seinem Geist, dieselbe Langmut auch in dir zu wecken.
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1. Kor. 13,5

Beitragvon Joschie » 03.12.2008 08:26

J.MacArthur "Sie [die Liebe] benimmt sich nicht unanständig" (1. Kor. 13,5).
Rücksichtsvolles Verhalten zeigt göttliche Liebe und verleiht deinem Zeugnis Glaubwürdigkeit.


Als ich noch ein kleiner Junge war, mochte ich gern meine Suppe schlürfen. Ich fand nichts Anstößiges dabei, obwohl meine Eltern es jedesmal monierten. Dann aßen wir eines Abends mit einem zusammen, der seine Suppe schlürfte. Er genoss sein Essen; aber mir gefiel die Mahlzeit gar nicht. Ich begriff auf einmal, dass gute Tischmanieren ein Weg sind, anderen gegenüber Rücksichtnahme zu zeigen. Man drückt damit aus: "Es geht mir um dich und ich will nichts tun, was dich hindert, diese Mahlzeit zu genießen."

Ein ernsterer Fall: Ich kenne ein Ehepaar, das geschieden wurde, weil der Mann so grob zu seiner Frau war. Sie behauptete, ihr Mann zeige durch sein unablässiges Rülpsen, dass er sie nicht liebhabe. Der Richter entschied in ihrem Sinne, indem er konstatierte, wenn der Ehemann seine Frau liebhätte, so würde er sich rücksichtsvoller betragen. Das ist eine seltsame, aber wahre Geschichte, die aber deutlich macht, dass die Liebe sich nicht unanständig benimmt.

"Unanständig sein" im Sinne von 1. Korinther 13,5 schließt alles Verhalten ein, das biblische oder mitmenschliche Normen verletzt. Wir könnten es so umschreiben: "Liebe nimmt Rücksicht auf andere." Das stünde dann im starken Kontrast zu dem rücksichtslosen Verhalten der Korinther - viele ließen sich bei ihren Liebesmahlen gehen und betranken sich am Abendmahlswein (1. Kor. 11,20-22). Einige Frauen überschritten ihre Grenzen, indem sie den Schleier entfernten und Männerrollen in der Gemeinde übernahmen (1. Kor. 11,3-16; 14,34-35). Und sowohl Männer als Frauen verdarben die Zusammenkünfte, indem sie sich gegenseitig mit ihren geistlichen Gaben übertrumpfen wollten (1. Kor. 14,26).

Zweifellos verteidigten die Korinther ihr schlechtes Betragen, wie wir es auch oft tun. Aber unanständiges Verhalten offenbart einen Mangel an Liebe und steht einem effektiven Dienst diametral im Wege. So habe ich Christen gesehen, die sich so grob gegenüber rauchenden Nichtchristen aufführten, dass ihnen jede Möglichkeit genommen war, ihnen von Christus zu erzählen.

Achte darauf, wie du mit anderen umgehst - seien es Gläubige oder Ungläubige. Selbst die kleinste Höflichkeit kann einen tiefen Eindruck auf sie machen.
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1. Kor. 13,6

Beitragvon Joschie » 03.12.2008 21:13

.MacArthur "Sie [die Liebe] freut sich nicht über die Ungerechtigkeit" (1. Kor. 13,6).

Die Liebe rechtfertigt niemals Sünden
.

Den meisten Christen widersteht der Gedanke, sich über Ungerechtigkeit zu freuen, weil das hieße, Gefallen an vorsetzlichen und mutwilligen Sünden zu haben. Wir haben die schrecklichen Folgen der Sünde in der Menschheit kennen gelernt und wie Gott durch sie geschmäht wird; wie sollten wir uns über Derartiges freuen? Aber sich der Ungerechtigkeit freuen ist auch jeder Versuch, Sünden bei sich oder anderen zu rechtfertigen; das mag uns selbst lange verborgen bleiben.

Es gibt viele Weisen, sich der Ungerechtigkeit zu freuen. Die eine ist, Recht mit Unrecht zu verwechseln. Das verurteilt der Prophet Jesaja, wenn er sagt: "Wehe denen, die das Böse gut nennen und das Gute böse; die Finsternis zu Licht machen und Licht zu Finsternis!" (Jes. 5,20). In unserer Gesellschaft werden zum Beispiel Jungfräulichkeit und eheliche Treue als altmodische Prüderie gebrandmarkt, während man Promiskuität und Ehebruch als zeitgemäß und befreiend anpreist. Der gesellschaftliche Druck kann unachtsame und schwache Christen veranlassen, solchen abartigen und gottlosen Moralvorstellungen zu verfallen.

Eine andere Art, sich der Ungerechtigkeit zu freuen, besteht darin, nicht auf das achtzugeben, was man hört und sieht. Humanistische Philosophie und die unverhohlene Unmoral unserer Gesellschaft können unser moralisches Empfinden schnell einschläfern. Darum musst du sorgfältig prüfen, was du liest, anschaust und hörst. Wird Gott dadurch entehrt und Gewalt, Verbrechen, Unmoral, Verleumdung und Ähnliches verherrlicht? Wenn du ein solches Buch oder Bild unterhaltsam findest, freust du dich der Sünde.

Einige Gläubige freuen sich tatsächlich über die Sünden anderer. Darum wollte zum Beispiel Jona nicht in Ninive predigen. Er fürchtete, die Leute dort könnten Buße tun und Gott würde ihnen vergeben. Er wollte lieber, dass sie weiter sündigten, als dass sie mit Gott versöhnt würden. Diese Haltung liegt uns heute weit weniger fern, als manche meinen. Ich habe bekennende Christen kennen gelernt, die so sehr darauf aus waren, ihren Ehepartner loszuwerden, dass sie hofften, dieser werde doch endlich einmal Ehebruch begehen, um damit eine Scheidung zu rechtfertigen. Welch eine verdrehte Denkungsart!

Wahre Liebe kann sich nicht über Ungerechtigkeit freuen, sondern jubelt, wenn der Gerechtigkeit zum Sieg verholfen wird. Wenn du Gott liebst, gefallen dir die Dinge, die auch Gott gefallen, und was Er hasst, hasst auch du. - Möge das immer so bei dir sein!
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1. Kor. 13,7

Beitragvon Joschie » 04.12.2008 08:11

J.MacArthur "Sie [die Liebe] erduldet alles" (1. Kor. 13,7).

Die Liebe überwindet alle Widerstände.


Das Aushalten ist der letzte Wesenszug der Liebe, wie Paulus sie hier darstellt. Das griechische, mit "erdulden" wiedergegebene Wort stammt aus dem militärischen Bereich und meint das Aushalten mitten im schwersten Gefecht. Es bezieht sich nicht auf das Durchstehen kleinerer Widerwärtigkeiten, sondern auf das Durchhalten, auch wenn die Feindschaft unvorstellbar ist - ohne dass die Liebe aufhört.

Stephanus ist ein gutes Beispiel für Liebe, die alles erduldet. Er predigte kompromisslos Gottes Wort, darum steinigten ihn seine Feinde zu Tode. Als letzte Handlung fiel er auf die Knie und rief ganz laut: "Herr, rechne ihnen diese Sünde nicht zu!" (Apg. 7,60). Ein Geringerer möchte seine Peiniger gehasst haben, nicht aber Stephanus. Er hatte ihnen vergeben und bat Gott, es auch zu tun. Damit folgte er dem Beispiel des Herrn, der am Kreuz bat: "Vater, vergib ihnen! Denn sie wissen nicht, was sie tun" (Luk. 23,34). So sieht das Erdulden in göttlicher Liebe aus!

Die Liebe erträgt alle Verletzungen, Sünden und Enttäuschungen. Sie breitet sie nie aus, sondern versucht alles, die Sünder zu Versöhnung und Wiederherstellung kommen zu lassen. Die Liebe glaubt immer das Beste von anderen und ist nie zynisch oder argwöhnisch. Selbst unter schwersten Angriffen vergibt sie und hält sich an die Macht und die Verheißungen Gottes. Diese Liebe sollte jeden Gläubigen kennzeichnen. Deine Liebe muss nicht perfekt, aber sie muss erkennbar sein. Wenn es dir in manchen Lebensbereichen schwerfällt, Liebe zu üben, so erinnere dich dieser fünf Hilfen:

* Anerkenne, dass die Liebe ein Befehl ist (Röm. 13,8-10).

* Mache dir klar, dass du geistliche Quellen besitzt, die dir helfen, andere zu lieben, wie Gott dich liebt (Röm. 5,5).

* Begreife, dass Nächstenliebe normales Christen-Verhalten darstellt (1. Joh. 4,7-10).

* Mache dir klar, dass Liebe das Werk des Heiligen Geistes ist (Gal. 5,22).

* Sei eifrig, anderen Liebe zu erweisen (1. Petr. 1,22; 4,8).

Die göttliche Liebe sollte dein höchstes Bestreben und deine größte Freude sein (Matth. 22,36-40). Wenn du andere liebst, verherrlichst du Christus und machst Ihn den anderen bekannt.
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1. Korinther 13,12

Beitragvon Joschie » 04.12.2008 08:19

W.MacDonald »Denn wir sehen jetzt durch einen Spiegel, undeutlich...« 1. Korinther 13,12

Selten in unserer Erfahrung als Christen wird uns dies so deutlich, wie wenn wir am Tisch des Herrn zusammenkommen, um an Ihn und Seinen Tod für uns zu denken. »Wir sehen durch einen Spiegel, undeutlich.«

Es ist wie mit einem dichten, undurchdringlichen Schleier. Auf der einen Seite stehen wir mit all unseren Begrenzungen und Beschränkungen. Auf der anderen Seite ist das ganze gewaltige Drama unserer Errettung - Bethlehem, Gethsemane, Gabbatha, Golgatha, das leere Grab, der verherrlichte Christus zur Rechten Gottes. Irgendwie spüren wir, daß da etwas unendlich Großes und Gewaltiges ist, und wir versuchen etwas davon zu erfassen, aber wir fühlen uns dabei eher wie Erdklumpen als wie lebendige Wesen.

Wir versuchen, die Leiden des Herrn für unsere Sünden zu begreifen. Unser Geist strengt sich an, die Schrecken Seiner Gottverlassenheit in uns aufzunehmen. Wir wissen, daß Er die Qualen erduldet hat, die wir alle Ewigkeit hindurch hätten erleiden müssen. Und doch frustriert es uns auf eine Weise, daß es noch so viel zu erfahren, zu ergründen gibt. Wir stehen am Ufer eines unerforschten Ozeans!

Wir denken an die Liebe, die das Beste des Himmels für das Schlechteste der Erde gesandt hat. Wir sind ergriffen, wenn wir daran denken, daß Gott Seinen eingeborenen Sohn in diesen Dschungel der Sünde hineingesandt hat, um zu suchen und zu erretten, was verloren war. Aber wir haben es mit einer Liebe zu tun, die alle Erkenntnis übersteigt. Wir erkennen nur stückweise.

Wir singen von der Gnade des Herrn Jesus, der, obwohl Er reich war, um unseretwillen arm wurde, auf daß w i r durch S e i n e Armut reich gemacht würden. Es ist ein Wunder, das die Engel den Atem anhalten läßt. Unsere Augen strengen sich an, die unendlichen Dimensionen solcher Gnade zu erblicken. Aber es ist vergeblich. Wir sind durch unsere menschliche Kurzsichtigkeit beschränkt.

Wir wissen, daß wir überwältigt sein sollten von der Betrachtung Seines Opfers auf Golgatha, doch wir sind seltsamerweise oft so wenig bewegt davon. Wenn wir wirklich eintreten würden in das, was jenseits des Schleiers liegt, dann würden wir in Tränen zerfließen. Und doch müssen wir bekennen:

O, was für ein Wunder bin ich für mich selbst, Du liebendes, blutendes, sterbendes Lamm, Daß ich über das Geheimnis nachsinnen kann, Ohne bewegt zu werden, Dich mehr zu lieben.

Wie bei den zwei Emmausjüngern sind unsere Augen gehalten. Wir warten mit brennender Sehnsucht auf den Augenblick, wo der Schleier weggetan wird und wir mit weit klarerem Blick die ungeheure, jedes Vorstellungsvermögen sprengende Bedeutung des gebrochenen Brotes und ausgegossenen Weines sehen.
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1. Korinther 14,19

Beitragvon Joschie » 08.12.2008 16:28

W.MacDonald »Aber in der Versammlung will ich lieber fünf Worte reden mit meinem Verstande, auf daß ich auch andere unterweise, als zehntausend Worte in einer Sprache.« 1. Korinther 14,19

Das Thema hier ist natürlich der Gebrauch von Sprachen ohne entsprechende Auslegung in den Zusammenkünften der Gemeinde. Paulus lehnt diese Praxis ab. Er besteht darauf, daß das, was geredet wird, verständlich sein muß, andernfalls wird niemand auferbaut. Aber der Vers kann auch in einem weiteren Sinn angewandt werden. Wenn wir reden, dann sollten wir laut genug sprechen, so daß jeder es hören kann, sonst könnten wir genausogut in einer Fremdsprache reden. In fast jedem Publikum sind schwerhörige Menschen. Es ist für sie eine große Strapaze, wenn die Stimme des Redners so leise ist, daß sie den Gedankengang nicht mehr nachvollziehen können. Weil die Liebe an die anderen denkt und nicht an sich selbst, spricht sie mit genügend Lautstärke, so daß alle hören können. Die Liebe verwendet auch Worte, die einfach genug sind, daß auch ein Durchschnittsmensch sie versteht. Wir haben eine große Botschaft - die gewaltigste Botschaft der Welt. Es ist wichtig, daß die Menschen die Botschaft hören und verstehen. Wenn wir ein kompliziertes, unverständliches und technisches Vokabular verwenden, machen wir unsere eigene Absicht zunichte. Ein Prediger reiste in den fernen Osten, um den Menschen am Wort zu dienen und verwendete dabei natürlich einen Übersetzer. Der erste Satz seiner Botschaft lautete: »Alles Denken kann in zwei Kategorien eingeteilt werden - eine konkrete und eine abstrakte.« Der Übersetzer schaute auf das Publikum voll zahnloser Großmütter und quengeliger Kinder und übersetzte dann: »Ich bin den ganzen weiten Weg von Amerika gekommen, um euch etwas über den Herrn Jesus zu erzählen.« Von diesem Augenblick an, so wird gesagt, war die Botschaft fest in der »Hand der Engel«. In einer neueren Ausgabe einer christlichen Zeitschrift fand ich kürzlich Ausdrücke wie: »das normative Datum einer trans-historischen Kategorie«, »ein Werk, das nicht eklektisch, sondern von existentieller Relevanz ist«, »ein vertikales Bewußtseinskontinuum«, »die kanonische Sprache der Affirmation«, »die klassische Kausalität an ihren extremen Grenzen der Meßbarkeit«. Ich bedaure die armen Leute, von denen erwartet wird, sich durch derartiges religiöses Kauderwelsch zu kämpfen! Gott bewahre uns alle vor denen, die auf hochtrabende Weise mit unendlichen Sätzen nichts sagen! Es wird gesagt, daß das durchschnittliche Fernseh- und Radioprogramm auf Menschen mit Volksschulbildung zugeschnitten ist. Das sollte den Christen einen Hinweis geben, welche die Welt mit der Botschaft der Errettung erreichen wollen. Wir sollten die Botschaft einfach und klar machen: CHRISTUS NIMMT VERLORENE SÜNDER AN. Es ist besser, diese fünf Worte zu sagen und verstanden zu werden als 10000 Worte in einer Sprache, die niemand versteht.
Tod, wo ist dein Stachel? Totenreich, wo ist dein Sieg? 1Kor 15,55

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1. Korinther 15,10

Beitragvon Joschie » 09.12.2008 07:38

W.MacDonald »Aber durch Gottes Gnade bin ich, was ich bin.« 1. Korinther 15,10


Eine der Qualen im Leben, die wir uns selbst bereiten, ist der Versuch, jemand anders sein zu wollen, jemand, der wir eigentlich nie sein sollten. Jeder Mensch ist ein einzigartiges Geschöpf Gottes. In diesem Zusammenhang hat einmal jemand gesagt: »Als der Herr uns geschaffen hatte, hat Er die Gußform weggeworfen.« Denn Er wollte nicht, daß wir jemals versuchten, noch etwas daran zu ändern.

Maxwell Maltz hat dazu geschrieben: »Du als Persönlichkeit stehst mit keiner anderen Person im Wettbewerb, einfach weil es keinen anderen Menschen auf der ganzen Welt gibt, der genauso ist wie du oder auch nur von deiner besonderen Art. Du bist ein Individuum. Du bist einzigartig. Du bist nicht genauso wie ein anderer und kannst es auch nie werden. Man erwartet nicht von dir, daß du so wie jemand anders bist, und man kann auch von keinem anderen Menschen verlangen, daß er so sein soll wie du.«

»Gott hat kein Standardmodell erschaffen und ihm dann sozusagen ein Etikett aufgeklebt mit den Worten: 'Das ist der eigentliche Mensch.' Er hat vielmehr jedes menschliche Wesen als Individuum und Einzelstück erschaffen, genauso wie Er jede Schneeflocke einzeln und einzigartig gemacht hat.«

Jeder von uns ist das Ergebnis der Weisheit und Liebe Gottes. Als Er uns so geschaffen hat, wie wir sind, da wußte Er genau, was Er tat. Unsere äußere Erscheinung, unsere Intelligenz und unsere Begabungen stellen das Beste dar, was der Herr für uns vorsehen konnte. Es ist das Ergebnis Seines unendlichen Wissens und seiner unendlichen Liebe zu uns, wie Er alles passend auf uns zugeschnitten hat.

Wenn wir uns nun also wünschen, jemand anders zu sein, ist das eigentlich eine Beleidigung für Gott. Wir geben Ihm damit zu verstehen, daß Er etwas falsch gemacht oder uns etwas vorenthalten hat, was besser für uns gewesen wäre.

Wenn wir uns sehnlichst wünschen, ein anderer zu sein, ist das ein sinnloser Wunsch. Denn es steht ein Ziel und Zweck hinter dem, wie Gott uns gemacht hat und was Er uns geschenkt hat. Natürlich können wir die Tugenden anderer Menschen nachmachen; aber worüber wir hier nachdenken, ist ja eher, was wir als Geschöpfe Gottes eigentlich sind.

Wenn wir durchs Leben gehen und dabei ständig unzufrieden sind mit Gottes Plan für unser Leben, dann werden wir von Minderwertigkeitskomplexen regelrecht gelähmt. Aber hier geht es gar nicht darum, was wir wert sind. Wir sind nicht minderwertig, sondern einzigartig.

Der Versuch, jemand anders zu werden, ist von Anfang an zum Scheitern verurteilt. Das ist so undenkbar, wie wenn ein kleiner Finger versuchen wollte, die Arbeit des Herzens zu übernehmen. Das war nie Gottes Absicht, und es funktioniert auch einfach nicht.

Die richtige Haltung ist vielmehr, mit Paulus zu sagen: »Durch Gottes Gnade bin ich, was ich bin.« Wir sollten uns an dem freuen, was wir nach Gottes klarem Entwurf sind, und uns entschließen, das zu gebrauchen, was wir sind und haben, um soviel wie möglich zur Ehre des Herrn zu wirken. Es gibt sicher viele Dinge, die wir nie werden tun können, aber es gibt auch andere, die nur wir leisten können und sonst keiner.
Tod, wo ist dein Stachel? Totenreich, wo ist dein Sieg? 1Kor 15,55

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1 Kor. 15, 20.

Beitragvon Joschie » 10.12.2008 09:08

C.H.Spurgeon ,,Nun aber ist Christus auferstanden von den Toten." 1 Kor. 15, 20.


Das ganze Wesen des Christentums beruht auf der Tatsache, daß ,,Christus auferstanden ist von den Toten;" denn ,,ist Christus nicht auferstanden, so ist unsre Predigt vergeblich, so ist auch euer Glaube eitel: so seid ihr noch in euren Sünden." Die Gottheit Christi findet ihre festeste Bestätigung in seiner Auferstehung, denn Er ist ,,kräftiglich erwiesen ein Sohn Gottes nach dem Geist, der da heiligt, seit der Zeit Er auferstanden ist von den Toten." Es wäre nicht unvernünftig, an seiner Gottheit zu zweifeln, wenn Er nicht auferstanden wäre. Überdies hängt Christi Herrschaft ganz von seiner Auferstehung ab, denn ,,dazu ist Christus auch gestorben und auferstanden, und wieder lebendig geworden, daß Er über Tote und Lebendige Herr sei." Ferner ist unsre Rechtfertigung, dieser köstliche Segen des neuen Bundes, aufs engste mit Christi herrlichem Siege über Tod und Grab verknüpft; ,,denn Er ist um unsrer Sünden willen dahingegeben, und um unsrer Gerechtigkeit willen auferweckt." Ja, noch mehr, sogar unsre Wiedergeburt steht im Zusammenhang mit seiner Auferstehung, denn Gott ,,hat uns nach seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren zu einer lebendigen Hoffnung, durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten." Und es ist vor allem gewiß, daß aus diesem Grunde auch unsre Auferstehung bei der Zukunft Christi ruht, denn ,,so nun der Geist des, der Jesum von den Toten auferweckt hat, in euch wohnt, so wird auch derselbe, der Christum von den Toten auferweckt hat, eure sterblichen Leiber lebendig machen, um des willen, daß sein Geist in euch wohnt." Ist Christus nicht auferstanden, so werden wir auch nicht auferstehen; wenn Er aber auferstanden ist, so sind auch die, so in Christo entschlafen sind, nicht verloren, sondern sie werden in ihrem Fleisch Gott sehen. So läuft die silberne Schnur der Auferstehung durch alle Segenserfahrungen des Gläubigen, von seiner Wiedergeburt an, bis zu seiner Auferstehung, und faßt sie alle in eins zusammen. Wie wichtig muß darum diese große Heilstatsache seinem Gemüt werden, und wie muß er sich hoch darüber freuen, daß es über alle Zweifel feststeht: ,,Nun ist Christus auferstanden von den Toten und der Erstling geworden unter denen, die da schlafen. Und werden in Christo alle lebendig gemacht werden."
Tod, wo ist dein Stachel? Totenreich, wo ist dein Sieg? 1Kor 15,55

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1. Kor. 15, 21 u. 22.

Beitragvon Joschie » 11.12.2008 08:49

C.O.Rosenius Durch einen Menschen kommt der Tod und durch einen Menschen kommt die Auferstehung der Toten. Denn gleichwie sie in Adam alle sterben, also werden sie in Christus alle lebendig gemacht werden. 1. Kor. 15, 21 u. 22.
Wir dürfen nie vergessen, daß Christus in allem der Wiederhersteller dessen sein sollte, was wir in Adam verloren hatten. Er sollte alles gutmachen, was durch Adam oder durch den Sündenfall zerstört worden war. Nun kam durch Adam nicht nur die Sünde und die Verdammnis über alle Menschen, sondern auch der Tod in allen seinen Bedeutungen, auch der leibliche Tod oder das Zunichtewerden des körperlichen Teiles des Menschen. Darum sollte Christus diesen auch wiederherstellen, so daß wir durch Ihn das Wesen eines Menschen, so wie er vor dem Sündenfalle war, wiedererhalten sollen, wozu auch ein schöner, herrlicher und unsterblicher Leib gehört. Wie gesagt, Christus sollte alles das wiederherstellen, was durch den Sündenfall verlorenging. Du, der du dieses liest, du dürftest durch die Gnade Gottes freudig das glauben, was der Apostel Röm. 5 sagt, daß, wie durch einen Menschen die Sünde in die Welt gekommen ist und der Tod durch die Sünde, so kommt auch durch einen Menschen die Gerechtigkeit und das Leben, oder wie es Vers 18 u. 19 heißt: ,,Wie durch eines Sünde die Verdammnis über alle Menschen gekommen ist, also ist auch durch Eines Gerechtigkeit die Rechtfertigung des Lebens über alle Menschen gekommen. Denn gleichwie durch eines Menschen Ungehorsam viele Sünder geworden sind, also werden auch durch Eines Gehorsam viele Gerechte." Glauben wir aber dieses herrliche Evangelium, dann müssen wir auch das glauben, was der Apostel hier von der Wiederaufrichtung unserer Leiber sagt: ,,Gleichwie sie in Adam alle sterben, also werden sie in Christus alle lebendig gemacht werden."

Wir dürfen das Werk Christi nicht zergliedern. Sein Werk der Wiederherstellung war vollkommen. Er sollte alle unsere Feinde unschädlich machen, die Sünde, den Teufel, den Tod und die Verdammnis. Aber alles das ist in dieser Zeit unsichtbar und unserer Vernunft unbegreiflich, denn der Herr hat zur Übung des Glaubens die Gestalt alles Bösen bei uns gelassen. Wenn ich ein Kind Gottes geworden bin, dann kann ich doch nicht sehen, daß die Sünde weggenommen ist; denn ich muß ihr Leben und ihre Kraft in meinem Fleische sehen und fühlen, so daß ich ganz verzweifeln und meinen muß, daß ich ein Greuel vor Gott sei, sofern ich nicht die göttliche Überzeugung tief in mein Herz geprägt habe, welche ,,Glaube" heißt, nämlich, daß Christus ,,die Sünde im Fleisch verdammt hat durch Sünde," so daß sie vor Gott gar nicht als eine Sünde zu meiner Verdammnis gilt. Aber in diesem Glauben kann ich noch voller Wahrheit sagen: ,,In all meiner Sünde ist keine Sünde, nämlich vor Gott, der ja weiß, was das teure Blut Christi gilt. Ich bin vor Gott ganz sündenfrei, ich bin ganz gerecht und rein, nur durch die blutige Versöhnung Christi, nur durch Christus." Wenn ich sehe und fühle, wie der Teufel in mir wie in allen Menschen sein Werk hat, ist es mir unbegreiflich, daß er von Christus überwunden ist. Weil aber Christus es gesagt hat, so muß ich es glauben und sprechen: ,,Satans ganzes Toben wird mir nichts schaden, solange ich in Christus bleibe. Er wird mir im Gegenteil zum Nutzen sein dadurch, daß er mich zum Glauben und zum Gebet treibt und darin übt." Wenn der Tod meinen Leib in die Erde legt, so daß er vermodert und zu Staub wird, dann ist es mir unbegreiflich, daß dieser Leib auferstehen und in Ewigkeit leben wird. Weil Christus aber gesagt hat: ,,Ich bin die Auferstehung und das Leben; wer an Mich glaubt, der wird leben, ob er gleich stürbe," so muß ich freudig sagen: ,,Christus wird in diesem Worte nicht zum Lügner werden."

Unbegreifliches Wunder! Die Sünde soll nicht als Sünde gelten, der Teufel soll mir nicht schaden, der Tod soll mich nicht behalten, denn Christus ist ein vollkommener Heiland, wie Luther sagt: ,,Wahrlich, so Christus Sein Amt (das, was verloren war, wiederherzustellen) richtig ausgeführt hat und es durch die Apostel predigen läßt, so kann es nicht ungewiß sein. Laßt uns darum unverzagt auf Ihn wagen und von dannen fahren auf diesem Artikel, daß, wenn wir lange tot und verwest sind und endlich die schöne Posaune zu ertönen anfängt und sagt (wie Christus zum Lazarus): ,,Petrus, Paulus komm hervor!", wir dann in einem Nu wie ein Funke aus der Erde herausfahren werden, schöner als der ganze Himmel, mit ganzen Leibern und allen Gliedern zusammengefügt, ja, wenn wir auch zu Asche verbrannt und im Wasser verzehrt wären." Gelobt sei der große Gott, der es selbst tun wird und es selbst gesagt hat, wie z. B. bei Jes. 26, 19: ,,Deine Toten werden leben und mit dem Leichnam auferstehen. Wachet auf und rühmet, die ihr lieget unter der Erde; denn dein Tau ist ein Tau des grünen Feldes. Aber das Land der Toten wirst du stürzen."

Jesus, Er,mein Heiland, lebt; Ich werd' auch das Leben schauen, Sein, wo mein Erlöser schwebt; Warum sollte mir dann grauen? Lässet auch ein Haupt sein Glied, Welches es nicht nach sich zieht?

Ich bin Fleisch und muß daher Auch einmal zur Asche werden; Dieses weiß ich; doch wird Er Mich erwecken aus der Erden, Daß ich in der Herrlichkeit Um Ihn sein werd' allezeit.
Tod, wo ist dein Stachel? Totenreich, wo ist dein Sieg? 1Kor 15,55

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1. Kor. 15, 36 u. 38.

Beitragvon Joschie » 12.12.2008 08:26

C.O.Rosenius Du Narr, was du säst, wird nicht lebendig, es sterbe denn ... Gott aber gibt ihm einen Leib, wie Er will. 1. Kor. 15, 36 u. 38.


Der Apostel will gleichsam sagen: Du Narr, der du einen Augenblick das für ungereimt und unmöglich ansehen kannst, was du doch täglich in einem viel weniger wichtigen Fall vor Augen hast, daß nämlich Gott die toten, trockenen Samenkörner gerade während ihres Verfaulens in der Erde fruchtbringend macht, so daß sie in neuen, lebendigen und schöneren Gestalten auferstehen. Kannst du nicht begreifen, daß Gott unseren begrabenen und vermoderten Leibern eine Auferstehung geben kann, während du doch siehst, daß Er die unbedeutenden Samenkörner des Weizens der Auferstehung würdigt? Du siehst in jedem Frühjahr die Auferstehung vor Augen. Du siehst, wie der Same, der im Herbst ganz trocken in die Erde gelegt wird, als weggeworfen, verfault und im Winter steinhart gefroren unter einem großen, dicken Leichentuch von Schnee und Eis daliegt, wie kalte, rauhe Winterstürme über das weite Grab dahinfahren und wie der Same während der langen Monate und der finsteren Nächte des Winters dir gleichsam als ganz verloren und weggeworfen erscheint. Aber wie geht es? Endlich erscheint der langersehnte Frühling, die Sonne breitet wieder ihre Strahlen aus, und durch ihre Wärme löst der Schöpfer das Leichentuch auf und gebietet den Toten aufzuerstehen. Jetzt steigen aus der Erde neue, lebendige und frische Gestalten grüner Halme zu Tausenden hervor, die dem Ackersmann den ausgestreuten Samen später vielfältig wiedergeben.

Das hat Gott vor aller Menschen Augen hingestellt, und kein Mensch wundert sich mehr darüber, nur weil wir es alljährlich neu sehen. Wahrlich, wären wir nicht von unserer Geburt an in der Gewohnheit herangewachsen, zu sehen, wie dieser trockene Same im Frühling wieder aufersteht, dann würden wir wohl auch dies höchst verwunderlich und unglaublich finden. Jetzt dagegen ist man durch die alte Gewohnheit kaum imstande zu bedenken, daß es ein Wunderwerk ist. Man sagt nur: ,,Es wächst", und man bedenkt nicht, daß dieses Wachsen doch ein eigentliches Werk unseres Schöpfers ist, da die Welt mit aller ihrer Kunst keinen einzigen Strohhalm hervorzubringen vermag. Das Emporkommen der Saat aus der Erde ist eine solche Schöpfung, die ihren Keim in demselben Samenkorn hat, das in der Erde verfaulte - ist also eine Auferstehung der Toten.

Nun, die Welt kann solches nicht tun, es ist das eigene Werk des Schöpfers. Derselbe Gott offenbart uns jetzt, daß Er in gleicher Weise mit unseren Leibern handeln wird. Er wird sie in die Erde begraben; und sie werden in ihr vergehen. Eines Tages will Er sie aber wieder auferstehen lassen, wenn nämlich der große Sommer der Ewigkeit naht und ,,die Sonne der Gerechtigkeit und Heil unter ihren Flügeln" wieder über uns aufgeht." - Dieser allmächtige Gott sagt uns, daß Er dann unseren toten Leibern befehlen wird aufzuerstehen. Und wir finden es ungereimt und unmöglich. Verdienen darum nicht auch wir die Anrede ,,Du Narr"? Bedenke nochmals: Während wir sehen können, daß die unbedeutenden Samenkörner der Früchte unserer Felder auferstehen, denken wir trotzdem, daß die großen und kostbaren, so wunderbar erschaffenen und so teuer erkauften Samenkörner, unsere Leiber die so hoch geehrt sind, daß Gottes eigener Sohn einen Menschenleib annahm - nicht die Ehre wie der Weizen und der Roggen haben würden aufzuerstehen! Und warum? Nur darum, weil unsere arme Vernunft nicht begreift, wie es möglich ist, daß der Allmächtige tun kann, was Er gesagt hat. Verdienen wir nicht, Narren genannt zu werden?

Die eigentliche und große Torheit aber besteht darin, daß wir weder stillhalten noch bedenken, daß es sich dabei um ein neues, großes Schöpfungswerk des allmächtigen Gottes handelt, wie der Apostel hier bemerkt: ,,Gott gibt ihm einen Leib, wie Er will." - Gott, nicht du, o Mensch, nicht das Samenkorn, sondern Gott, der Schöpfer, der einst die ganze Erde und alle Weltkörper aus nichts erschuf, von Ihm ist hier die Rede, du Narr! ,,Gott gibt ihm einen Leib, wie Er will." Es hängt nur von Seinem freien Belieben ab. Was ist dem allmächtigen Schöpfer leichter, als das zu tun, was Er will? Aber seht hier, wie wir ganz unbemerkt zu Narren werden, wenn wir Gott, Seine Macht und Seine Worte verachten! Wir merken es kaum, bevor wir in geistlichen Sachen so blind sind, daß die ersten Begriffe von Gott, die selbst die Heiden schon durch die Betrachtung der Schöpfung besitzen, uns genommen sind, so daß wir uns wundern, wie dieses oder jenes möglich sei, während wir doch von dem allmächtigen Gott reden. Wir sollen uns vor dem Strafgericht der Verblendung fürchten. Gott ist groß und heilig. Wer sich nicht demütig unter Seine Wahrheit und Macht beugen will, den verblendet Er. ,,Gott macht die Weisheit dieser Welt zur Torheit." ,,Da sie sich für weise hielten, sind sie zu Narren geworden", wirklich zu Narren, die jetzt das, was wir sonst vor Augen sehen, leugnen, daß Gott nämlich mit Leichtigkeit alles tun kann, was Er will.

Das Korn, das im Herbste wir säen, Wird nicht im Winter zunichte; Wenn Lenzeshauche darauf wehen, Dann ruft der Herr es zum Lichte. Wenn einstmals die Erdpfeiler beben, Die Himmelsposaune ertönet, Die Erde ihr Pfand dann muß geben, Veredelt, erneut und verschönet.
Tod, wo ist dein Stachel? Totenreich, wo ist dein Sieg? 1Kor 15,55


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