Sind Arminianer unsere Brüder?

Nur für Gläubige, die die fünf Punkte des Arminianismus ablehnen

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Peter01
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Beitragvon Peter01 » 22.10.2010 07:56

Ich bin der festen Überzeugung, dass die Arminianer und auch andere vom Evangelium abweichenden Strömungen nicht als Brüder für die wahrhaft Gläubigen gelten dürfen.

Ich möchte meine Aussage in folgendem biblisch begründen:

Als Jesus gen Himmel fuhr, so sprach er zu seinem Jüngern folgendes:

Mk 16,15-16: Und er sprach zu ihnen: Gehet hin in alle Welt und prediget das Evangelium der ganzen Schöpfung! 16Wer glaubt und getauft wird, soll gerettet werden; wer aber nicht glaubt, der wird verdammt werden.

Also Jesus beton, dass derjenige gerettet wird, der an das Evangelium glaubt. Dabei meinte Jesus nicht irgendein Evangelium, sondern das wahre. Paulus spricht davon, dass es nur ein Evangelium gebe (Gal. 1,6-9). Den Galatern wirft er vor, sich zu einem anderen Evangelium gewendet zu haben, wo es doch kein anderes gibt.

Was haben denn die Galater angefangen zu glaube? Wenn wir den ganzen Brief gelesen haben, so kommt deutlich raus, dass sie nicht an die Gnade allein, sondern zu dieser auch bestimmte Werke als Heilsnotwendig betrachtet haben (Beschneidung usw.). Sie glaubten an die Gnade, aber eben auch an eine Werksgerechtigkeit. Und das verurtei Paulus als ein falsches Evangelium.

Was glauben denn die Arminianer? Sie glauben an eine Werksgerechtigkeit, selbst, wenn sie auch die Gnade betonen, machen sie letztendlich die Errettung vom Menschen abhängig. Daher glauben auch diese an ein falsches Evangelium. Dazu noch deutliche Bibelstellen:

2 Joh. 9: Wer darüber hinausgeht und nicht in der Lehre Christi bleibt, der hat Gott nicht; wer in der Lehre bleibt, der hat den Vater und den Sohn.

Die Rechtferitung aus den Werken entspricht nicht der Lehre Christ. Auch andere Merkmale, welche die Arminianer oder andere Strömungen vertreten, entsprechen nicht der Lehre Christi. Diese Merkmale sind z.B. folgende:

der Glaube an ein herausfallen aus der Gnade,

der Glaube, dass das Sühnopfer Jesu nicht effektiv war (dieses Merkmal äußert sich darin, dass man glaubt, Jesus würde für alle Menschen, ohne Ausnahmen gestorben sein),

der Glaube, das die Errettung vom Menschen abhängig ist (damit wird Christus als der Erlöser geleugnet)

usw.

Wir können uns also sicher sein, dass die Arminianer nicht als Brüder für wahrhaft Gläubige gelten. Sie bleiben nicht in der Lehre Christi. Für die wahren Gläubigen dagegen gilt, dass sie solche Menschen nicht als Brüder tolerieren dürfen, den Johannes schreibt weiter in seinem Brief (Anknüpfung an 2. Joh. 9):

2 Joh. 10-11: Wenn jemand zu euch kommt und diese Lehre nicht bringt, den nehmet nicht auf in euer Haus und grüßet ihn nicht! 11Denn wer ihn grüßt, macht sich teilhaftig seiner bösen Werke.

Des weiteren lesen wir auch an anderen Stelle ähnliches:

2 Kor. 6,14-18: Ziehet nicht am gleichen Joch mit Ungläubigen! Denn was haben Gerechtigkeit und Gesetzlosigkeit miteinander zu schaffen? Was hat das Licht für Gemeinschaft mit der Finsternis? 15Wie stimmt Christus mit Belial überein? Oder was hat der Gläubige gemeinsam mit dem Ungläubigen? 16Wie reimt sich der Tempel Gottes mit Götzenbildern zusammen? Ihr aber seid ein Tempel des lebendigen Gottes, wie Gott spricht: «Ich will in ihnen wohnen und unter ihnen wandeln und will ihr Gott sein, und sie sollen mein Volk sein.» 17Darum «gehet aus von ihnen und sondert euch ab, spricht der Herr, und rühret kein Unreines an, so will ich euch aufnehmen», 18und «ich will euer Vater sein, und ihr sollt meine Söhne und Töchter sein», spricht der allmächtige Herr.

Paulus schreibt weiter in Röm. 10,1-3 folgendes:

1Brüder, meines Herzens Wunsch und mein Flehen zu Gott für Israel ist auf ihr Heil gerichtet. 2Denn ich gebe ihnen das Zeugnis, daß sie eifern um Gott, aber mit Unverstand. 3Denn weil sie die Gerechtigkeit Gottes nicht erkennen und ihre eigene Gerechtigkeit aufzurichten trachten, sind sie der Gerechtigkeit Gottes nicht untertan.

Wir sehen also deutlich, dass auch z.B. die Arminianer für Gott eifern, aber nicht nach der rechten Erkenntnis. Sie verstehen das Evangelium nicht. Paulus sagt, dass er sich wünscht - die Menschen gerettet werden (heißt es, dass sie (noch) nicht errettet waren).

Weiterhin heißt es in Sprüche 17,15: Wer den Gottlosen gerechtspricht und den Gerechten verdammt, die sind beide dem HERRN ein Greuel.

oder auch in Jes 5,22-25: Weh denen, die Helden sind, Wein zu saufen, und Krieger in Völlerei; 23die den Gottlosen gerechtsprechen um Geschenke willen und das Recht der Gerechten von ihnen wenden! 24Darum, wie des Feuers Flamme Stroh verzehrt und die Lohe Stoppeln hinnimmt, also wird ihre Wurzel verfaulen und ihre Blüte auffliegen wie Staub. Denn sie verachten das Gesetz des HERRN Zebaoth und lästern die Rede des Heiligen in Israel. 25Darum ist der Zorn des HERRN ergrimmt über sein Volk, und er reckt seine Hand über sie und schlägt sie, daß die Berge beben und ihre Leichname wie Kot auf den Gassen sind. Und in dem allen läßt sein Zorn nicht ab, sondern seine Hand ist noch ausgereckt.

Es ist leicht zu sagen, dass man an das Evangelium glaubt und dass man glaubt, der Sohn Gottes wäre der Christus. Aber diese Worte auszusprechen, heißt noch lange nicht, dass man gerettet ist. Denn klar ist, dass Jesus als der Christus richtig verstanden werden muss.

Menschen, die das falsche Evangelium tolerieren und die Arminianer als Brüder bezeichnen, wollen sich nicht all zu sehr abgrenzen. Sie tun es mehr oder weniger aus Menschengefälligkeit, aber Paulus sagt deutlich in

Galater 1,10: Predige ich denn jetzt Menschen oder Gott zu Dienst? Oder gedenke ich, Menschen gefällig zu sein? Wenn ich den Menschen noch gefällig wäre, so wäre ich Christi Knecht nicht.

deshlab vorsicht mit den toleranten Ansichten.
Zuletzt geändert von Peter01 am 13.11.2013 07:04, insgesamt 1-mal geändert.

Jose
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Re: Tolerante Ansichten !?

Beitragvon Jose » 22.10.2010 09:10

reformist hat geschrieben:Ich bin der festen Überzeugung, dass die Arminianer und auch andere vom Evangelium abweichenden Strömungen nicht als Brüder für die wahrhaft Gläubigen gelten dürfen.


Es ist gut, feste Überzeugungen zu haben und diese auch anhand der Bibel zu prüfen, wie du es in deinem Beitrag getan hast. Vielen Dank für die erwähnten Bibelstellen. Bei schwierigen Fragen, für die es keine einfache Antwort gibt, möchte ich mir persönlich aber die Haltung bewahren, die ich erst vor kurzem in einem Buch so formuliert wiederfand:
Alle Ergebnisse unseres Bibelstudiums sind vorläufige. Wir sind und bleiben Lernende.

Es gibt mit Sicherheit auch unter denen, die dem Arminianismus zugeordnet werden, auch unbestrittene Gläubige, daher bin ich vorsichtig mit Pauschalaussagen. Persönlich habe ich, im Austausch mit Geschwistern aus dem "reformierten Lager", zwischenzeitlich sehr wertvolle Anregungen empfangen.

Die von dir erwähnten Bibelstellen beziehen sich auf sehr vieles. 2. Kor. 6,14-18 hat z.B. bei mir, schon am Anfang meines Glaubenslebens bewirkt, dass Gott mir klar zeigte, dass ich nach meiner Bekehrung nicht mehr in der katholischen Kirche bleiben könnte. Bei meiner Frau, die ich damals noch nicht kannte, haben solche Ermahnungen der Schrift dazu geführt, dass sie aus der evangelischen Kirche ausgetreten ist. Deswegen sagen wir aber nicht, dass es unter den Katholiken oder Protestanten keine Gläubigen gibt. Der Herr ist es, der uns letztlich kennt und beurteilt.

Ob der "Calvinistischer Standpunkt"
1) Totale Verdorbenheit des Menschen
2) Bedingungslose Auserwählung
3) Beschränkte Versöhnung
4) Unwiderstehliche Gnade
5) Ausharren der Heiligen

oder der "Arminianischer Standpunkt"
1) Freier Wille des Menschen
2) Bedingte Auserwählung
3) Unbeschränkte Versöhnung
4) Widerstehliche Gnade
5) Abfall der Heiligen

der Wahrheit näher liegt, wissen John Wesley und George Whitefield, die wir als Gläubige im Himmel treffen werden, nun ganz genau. Wir können hier auf Erden noch darüber streiten oder Gott darum bitten, uns zu helfen, Ihm insbesondere darin gehorsam zu sein, dass unser Leben ein Zeugnis für die Welt ist und zu Seiner Ehre dient.

Vor tolerante Ansichten müssen wir uns wahrlich in Acht nehmen, da gibt es aber eine Fülle von Themen wo ich mich frage, wo bleibt bei den Anhängern des Calvinismus die Bibeltreue? Und bin ich selbst in allem, was mir Gott zeigt, Ihm gehorsam? Es erschöpft sich nicht in den genannten 5 Punkten der beiden Lager.


In Jesu Liebe,
José

Joel213
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Beitragvon Joel213 » 22.10.2010 12:24

Ich denke das es für dein Seelenheil egal ist welcher Denomination du angehörts und ob du jetzt den calvinistischen Standpunkt für wahr hälst oder nicht. Alleine in Jesus Christus liegt das Heil. Wenn du glaubst, dass er der Christus ist, der stellvertretend für deine Sünden gestorben ist, bist du heilig und gerecht vor deinem Schöpfer. Nach deiner Deffinition müsste ja jeder wahrhaft Auserwählte die wahre Theologie verstehen und glauben und wenn er sie nicht versteht und glaubt ist er nicht auserwählt und verdammt. Ja das sei ferne mein Bester! :roll:

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Peter01
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Beitragvon Peter01 » 22.10.2010 12:35

Hallo Joel 213,

nun ja, ich habe nicht gesagt, dass es meine Definition ist -daher habe ich meine Aussage auch weiter oben begründet. Vielleicht schaust du dir nochmal Gal. 1,6-9; 2 Joh. 9-11; Röm. 10,1-3; usw. an.

Dass das Heil allein in Christus liegt, bezweifle ich keinsfalls, auch habe ich nicht behauptewt, dass um gerettet zu werden man ein Calvinist sein muss. Ich gründetet mich auf Gal. 1,6-9 und betonte dass nur das wahre Evangelium rettet. Wenn einer so glaubt, wie es die Arminianer oder Katholiken oder andere tun, so glauben sie an ein falsches Evangelium. Wenn sich einer als Calvinist bezeichnet und auch an ein falsches Evangelium glaubt, gilt für diesen selbstverständlich das gleiche.

Ein Beispiel dazu: Glaubt ein Arminianer, dass Jesus der Christus ist? Nun, wenn er wahrhaft die arminianische Sicht von der Errettung vertritt, so glaubt er eben nicht das Jesus der Christus ist, selbst wenn er es äußerlich bekennt. Mit seiner Ansicht vom freien Willen und dass die Errettung letztendlich vom Menschen abhängt leugnet er vielmehr, dass Jesus der Christus ist -daher bleibt er nicht in der Lehre Christi und hat gemäß 2 Joh. 9 Gott nicht!

Nun noch in Kürze zu dem richtigen Verständnis: Die Kinder Gottes haben ein richtiges -selbst wenn nicht vollkommenes- Verständnis von z.B. der Errettungslehre, da sie den Geist Gottes haben, der alle Dinge erforscht:

1 Kor. 2,9-15: 9Sondern, wie geschrieben steht: «Was kein Auge gesehen und kein Ohr gehört und keinem Menschen in den Sinn gekommen ist, was Gott denen bereitet hat, die ihn lieben», 10hat Gott uns aber geoffenbart durch seinen Geist; denn der Geist erforscht alles, auch die Tiefen der Gottheit. 11Denn welcher Mensch weiß, was im Menschen ist, als nur der Geist des Menschen, der in ihm ist? So weiß auch niemand, was in Gott ist, als nur der Geist Gottes. 12Wir aber haben nicht den Geist der Welt empfangen, sondern den Geist aus Gott, so daß wir wissen können, was uns von Gott gegeben ist; 13und davon reden wir auch, nicht in Worten, die von menschlicher Weisheit gelehrt sind, sondern in solchen, die vom Geist gelehrt sind, indem wir Geistliches geistlich beurteilen. 14Der seelische Mensch aber nimmt nicht an, was vom Geiste Gottes ist; denn es ist ihm eine Torheit, und er kann es nicht verstehen, weil es geistlich beurteilt werden muß. 15Der geistliche Mensch aber erforscht alles, er selbst jedoch wird von niemand erforscht; 16denn wer hat des Herrn Sinn erkannt, daß er ihn belehre? Wir aber haben Christi Sinn.


Gruß
Zuletzt geändert von Peter01 am 13.11.2013 07:07, insgesamt 1-mal geändert.

Joel213
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Beitragvon Joel213 » 22.10.2010 15:12

Es ist halt die Frage wie eng die Apostel das Evangelium definiert haben. Klar, wenn die rettende Botschaft des Evangeliums nur im Rahmen des Glaubens an die "100% Gnade ohne freien Willen" definiert wird, dann wären alle die das nicht glauben würden verdammt.

Ich denke das Arminianer und Katholiken grds. Wiedergeboren sein können (und sind) und auch fromm und gottesfürchtig leben können, ohne die calvinistische Sichtweise zu vertreten oder auch nur von ihr gehört zu haben. Unterschiedliche Lehrmeinungen gab es immer. Für mich gilt als Minimalkonsens eigentlich das Apostolische, das Nizäno-Konstantinopolitanische und das Athanasiasche Glaubensbekenntnis. Wenn jemand sich in diesem Rahmen bewegt, maß ich mir nicht an das er kein Kind Gottes ist. Gott ist gnädig und vergibt auch seinen Kindern fehlgedeutete Bibelstellen.

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Peter01
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Beitragvon Peter01 » 22.10.2010 20:03

Hallo Joel213,

nun ja, dann ist es ganz gleich an wa man glaubt, es ist nur wichtig das man halt irgendwas glaubt. Dann rettet halt jedes Evangelium und nicht nur eines. Aber dann müsstest du auch die Verse, die ich angeführt habe erklären, besonders die Stelle in Gal. 1,6-9 und 2 Joh 9-11. Das ist es ja. Du wirst sie nicht umdeuten können um zu beweisen, dass auch diejenigen, die die arminianische Sicht unsw. vertreten, an das biblische evangelium glauben.

Gruß
Zuletzt geändert von Peter01 am 13.11.2013 07:08, insgesamt 1-mal geändert.

Jörg
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Beitragvon Jörg » 23.10.2010 08:29

Ich hab´da mal eine Frage an Dich, “Reformist”: wodurch wurde eigentlich der Schächer am Kreuz errettet? Warum versprach ihm Jesus Christus "Heute wirst du mit mir im Paradies sein." (Lukas 23, 43b)? Musste er zuerst die ganze Theologie verstehen? Dann hätte wohl die kurze Zeit am Kreuz nicht ausgereicht! Ich bekenne mit den Worten von Ludwig Hofacker: “Ich halte mich an den, der die Gottlosen gerecht macht, die Schwerverbrecher, die Lumpen, die Mörder, die Lästerer und dergleichen. Lieber Freund, mit denen will ich auch selig werden. Ich will als ein armer Sünder selig werden! Als ein Schächer, dem die blutigen Wunden des Sohnes Gottes die Bahn gebrochen haben.”

Es gibt Stufen des Glaubens, es gibt Wachstumsstufen. Deshalb ist im 1. Johannesbrief die Rede von “Kindern”, “jungen Männern” und “Vätern” (Kapitel 2, 12-14).

Lieben Gruß

Jörg
Es muß alles erst einmal an Gott vorüber, bevor es mich treffen kann. (Helmut Thielicke)

Joel213
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Beitragvon Joel213 » 23.10.2010 10:38

Also ich denke das Arminianer und Katholiken auch an die Gnade Gottes durch Jesus Christus glauben. Auch wenn das nicht so bis ins Detail ausgeprägt ist wie bei den Calvinisten. Zu deinen besagten Versen musste halt kucken, wer die Adressaten der Briefe waren und ob mit den Irrlehreren und anderen Evangelien nicht vielleicht ein Seelenheil ohne Jesus und das Heil erlangen durch das weitere Halten des Mosaischen Gesetzes gemeint ist. Denke das hier vor gesetzlichen und spalterischen Judenchristen (Galater) bzw. Gnostiker (2. Johannes) gewarnt wird.

Mir scheint, dass du Gott vorschreiben willst wie er in seiner Souverenität zu erwählen und wie er sich in menschliche theologische Systeme zu quetschen hat. Deine Sichtweise weist sektierische Tendenzen auf. Und Paulus sagte schon zu Titus
Titus 3,10-11: Einen sektiererischen Menschen weise nach einer ein- und zweimaligen Zurechtweisung ab, da du weißt, dass ein solcher verkehrt ist und sündigt und durch sich selbst verurteilt ist!

Jose
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Christum lieben ist besser als alles wissen

Beitragvon Jose » 23.10.2010 12:26

Joel213 hat geschrieben:Also ich denke das Arminianer und Katholiken auch an die Gnade Gottes durch Jesus Christus glauben. Auch wenn das nicht so bis ins Detail ausgeprägt ist wie bei den Calvinisten.


Ich würde nicht behaupten, dass die Gnade Gottes bei den Calvinisten besonders ausgeprägt ist. Wer einen gnädigen Gott wirklich kennt versteht es auch, gnädig zu sein. Das vermisse ich auch in den Beiträgen vieler sogenannter "reformierter".

Wir neigen alle zu Extremen und daran liegt unser Problem. Als ich vor über 20 Jahren von einem Bruder beeinflusst wurde, so wie er entschieden gegen allen Gläubigen zu reden die nicht einen bestimmten Stand entsprachen, da musste mich Gott demütigen, denn die Liebe fehlte. Wie viel Geduld hat Gott mit mir bis heute gehabt, dabei habe ich noch so viel Mangel an Erkenntnis.

In Eph. 3,19 (Luther 1545) lesen wir: "auch erkennen, daß Christum liebhaben viel besser ist denn alles Wissen, auf daß ihr erfüllet werdet mit allerlei Gottesfülle". Die Übersetzung Luthers ist nicht die vom mir bevorzugte, aber es ist hier schön formuliert und trifft die Wahrheit, denn wir lesen auch: "Und wenn ich Weissagung habe und alle Geheimnisse und alle Erkenntnis weiß, und wenn ich allen Glauben habe, so dass ich Berge versetze, aber keine Liebe habe, so bin ich nichts" 1. Kor. 13,2.

Lasst und bitte gemeinsam nach der Wahrheit suchen und einander in Liebe begegnen, einander helfen. Dabei aber auch an die Worte Jesu denken: "Wenn jemand mich liebt, so wird er mein Wort halten, und mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm machen" Joh 14,23. Wenn es uns nicht ein wirkliches Anliegen ist, Gottes Wort in allen Stücken zu halten, dann stehen wir nicht in der Liebe Jesu und da wird auch die Lehre von der Gnade zur Heuchelei im eigenen Leben. Und grundsätzlich, egal welcher Konfession wir angehören, wenn wir Gottes Wort nicht lieben und befolgen, stehen wir nicht in der Liebe Jesu.


In Jesu Liebe,
José
Bibelzitate sind, wenn nicht anders angegeben, nach der rev. Elberfelder (PC-Ausgabe)

Joel213
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Beitragvon Joel213 » 23.10.2010 16:24

Schön gesagt Jose, stimme dir da ganz zu... $:D

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Peter01
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Beitragvon Peter01 » 23.10.2010 17:33

@ Jörg: kurz zum Schächer am Kreuz. Gerade er hat das Evangelium von Christus richtig verstanden. Achte auf seine Worte:

Der Schächer sprach in Lukas 23, 40-42: „Fürchtest auch du Gott nicht, da du doch in dem gleichen Gericht bist?Und wir gerechterweise, denn wir empfangen, was unsere Taten wert sind“.

In dieser seiner Aussager ist folgendes zu beachten: Der Schächer hatte eine Sündenerkenntnis und glaubte an die Verdorbenheit des Menschen. Weiterhin anerkannte er auch seine Verurteilung und Gott gerechten Richter, der hinter diesem von der Obrigkeit vollzogenen Gericht stand.

In seinen Worten können wir also erkennen, dass ihm die Allmacht Gottes wohlbewußt war, schließlich sah er in einem von den heidnischen Römern vollzogenen Urteil ein Gerichtshandeln des lebendigen Gottes, der alles gemäß Seiner Vorsehung lenkt.

Weiterhin bekennt der Schächer: „Dieser aber hat nichts Unrechtes getan!“ Damit glaubte er an die Sündlosigkeit Christi.

Als letztes sagte er: „Und er sprach zu Jesus: Herr, gedenke an mich, wenn du in deiner Königsherrschaft kommst!“
Mit dieser Aussage erkannte in Christus den Messias. Seine Bitte, daß Christus an ihn gedenken möge, beweist, daß er auch die Gottheit Christi realisierte (das ergibt sich auch daraus, daß er die Sündlosigkeit des Herrn anerkannte, denn es war selbstverständlich bereits im Alten Bund bekannt, daß allein Gott ohne Sünde ist). Auch die Wiederkunft Christi war ihm bewußt, denn gerade für dieselbe erbittet er Fürsprache.

Weiterhin offenbaren die Worte des Schächers, dass er an den stellvertretenden Tod Jesu glaubte. Oben haben wir ja schon gesehen, dass der Schächer verstand, Jesus leide unschuldig. Und nun bittet er ihn an ihn zu denken, wenn er in sein Reicht komme. Mit anderen Worten bittete er Jesus für ihn zu sprechen und ihn zu erlösen.

Wir sehen also, dass der Schächer durchaus an das wahre Evangelium glaubte. Mir ist bewußt, dass er nicht alle theologischen Zusammenhänge einordnen konnte, jedoch war das ausschlaggebende vorhanden. Er glaubte an das wahre Evangelium.

Wenn du dagegen die Arminianer betrachtest, sie glauben eben nicht an das wahre Evangelium, da sie die Effektivität des Sühnopfers leugnen und an ein Herausfallen aus der Gnade glauben. Des weiteren glauben sie, das letztendlich der Mensch selbst sich rettet. Daher leugnen sie den Jesus als den Christus.

Es ist eigentlich sehr einfach.


@Joel213
Ich habe meine Ansicht ganz klar mit der Bibel belegt, es ist daher unnütz die Bibelstellen nochmal aufzuschreiben. Entschuldige, aber merkst du eigentlich, dass du dich im Kreis drehst? Wenn du so tolerant eingestellt bist und dabei meinst in dieser Hinsicht auf dem Wort Gottes begründet zu sein, dann möchte ich es auf Grund der Bibel belegt haben.

Desweiteren möchte ich Gott nichts vorschreiben (was für ein absurder Gedanke), sondern vielmehr offenlegen, dass die sogenannten toleranten Christen sich auf einem gefährlichen Boden befinden.

Weiterhin wirfst du mir vor, dass ich mit meiner Sichtweise zu einer sekterischen Vorstellung tendiere. Da ich aber meine Sichtweise klar auf dem Wort Gottes gründe, verurteilst du nicht mich, sondern Gott selbst. Meinst du nicht, dass es etwas zu gewagt ist, denn wenn du die Bibelstellen, die ich weiter oben angeführt habe, nicht umdeuten kannst, so dass diese es nicht verbieten, einen, der nicht in der Lehre Christi bleibt, als Bruder im Herrn zu bezeichnen, oder eine brüderliche Gemeinschaft zu führen, wirst du dich wohl für deine Worte verantworten müssen.

Entschuldige, dass ich so offen spreche, aber mein Ziel ist es nicht Menschen zu gefallen, sondern die Wahreheit zu bezeugen.

Gruß

Joel213
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Beitragvon Joel213 » 23.10.2010 23:44

Also was heisst hier ich kann die besagten Bibelstellen nicht umdeuten?! Ich brauch nichts umzudeuten, sondern ich habe dir schon bereits geschrieben wen ich als Adressaten der Bibelsstellen annehme. Wie ich schon schrieb: Deine Galaterstelle = Judenchristen die ihr Heil aus dem Mosaischen Gesetz erlangen wollten. Deine 2. Johannes Stelle = Gnostiker, die nicht an den Jesus Christus als Erlöser für ihre Sünden glauben. Also es handelt sich nicht um Christen ala Kaths oder Arminianer, sondern um Menschen die ihr Heil ausserhalb von Jesus Christus suchen!!!!

Was heißt Tolerant?! Ich glaube das niemand ohne den Glauben an Jesus Christus als den Erlöser für seine Sünden in den Himmel kommt. Siehe meinen beschriebenen Mimimalkonsens des christlichen Glaubens in den 3 Bekenntnissen.

Wie gesagt, Arminianer glauben auch das Jesus für ihre Sünden gestorben ist. Ich sehe da jetzt nicht das Problem, dass Jesus ihren Glauben nicht anerkennen würde, weil sie fälschlicherweise glauben sie hätten sich für den Glauben entschieden. Glauben an den Heiland tun sie ja und Glauben ist alleine aus der Erwählung von Gott geschenkt. Eine Beziehung zu Christus haben sie auch, könnten sie als Nicht-Christ ja garnicht haben.

Deine Sichtweise ist also nicht klar auf das Wort Gottes gegründet. Deine hermeneutische Sicht ist voreingenommen und du legst die Stellen sektiererisch aus. Wen du jetzt genau als Bruder im Herrn bezeichnest ist irrelevant. Gott kennt nämlich die Seinen.

Ich hoffe der Beitrag konnte deine theologische Fragestellung beantworten.

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Peter01
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Beitragvon Peter01 » 24.10.2010 00:21

Hallo Joel213,

leider hast du mit deiner Veranschaulichung immer noch nichts bewiesen.

Du sagst, dass die Galater die Erlösung außerhalb von Christus suchen. Vorher sagst du, dass sie die Erlösung aus dem mosaischem Gesetz erlangen wollten.

Eine Frage:Glauben die Arminianer an eine Werksgerechtigkeit? Natürlich, sie machen ja die Errettung vom Menschen abhängig. Was tun die Arminiaer also? Sie glauben an eine Erlösung, die außerhalb von Christus liegt.

Mit deinem letzten Beitrag, hast du mir -wenn auch unbewußt- völlig zugestimmt.

Des weiteren, sehe ich nicht, dass du dich auf das Wort Gottes gründest. Ich habe dir deutliche Bibelstellen aufgezeigt, die besagen, dass wenn jemand über die Lehre Christi hinausgeht, er Gott nicht hat. Mit so einem darf man keine Brüderliche Gemeinschaft pflegen (zum wiederholten Mal: vgl. 2. Joh. 9-11).

Du hast mir leider keine Bibelstelle gezeigt, die deine Position bestätigt. Anscheinend gründest du dich nicht auf dem Wort, sondern auf deiner eigenen Vorstellung. Da du meine Sichtweise nun schon zum wiederholten mal als sekterisch bezeichnest, erwarte ich von dir, dass du deine tolerante Sichtweise auf der Grundlage der Bibel bestätigst. Wirst du es nicht vermögen, bestätigst du meine Vermutung, dass du auf deinen eigenen Vorstellungen die Grundlage suchst.

Die fälschliche Sicht der Arminianer, wie du schreibst, dass sie glauben, sie würden sich für den Glauben entschieden haben, verfinstert das wahre Evangelium. Damit glauben die Arminianer an die Werksgerechtigkeit -genauso wie es Paulus den Galatern vorwirft. Du widersprichst dir also selbst, wenn du mit PAulus die Galter verurteilst, die Arminianer dagegen tolerierst.

Außerdem sagst du: Glauben an den Heiland tun sie (die arminianer ) ja. Naja, die Dämonen glauben ja auch gewisserweise, aber das ist eben kein rettender Glaube.

Paulusbuch
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Beitragvon Paulusbuch » 30.12.2011 15:25

Hat jesus nicht gesagt keiner kann zu mir kommen es sei denn es ziehe ihn der vater.Hier meint jesus das wir nicht von uns aus zu ihm kommen konnen.
S.liebelt

Donul
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Beitragvon Donul » 11.02.2012 12:28

Hi!

Möchte zu der diskussion sagen, dass ich nicht denke, dass Arminianer keine Christen sind, insbesondere weil ich selbst in einer arminianischen, pfingstlich-charismatischen Gemeinde errettet worden bin. Und zu keinem Zeitpunkt dachte ich dass ich mich durch Werksgerechtigkeit errette, sondern wie auch praktisch jeder andere Arminianer dachte ich, dass Gott es natürlich zu 100% ist, der uns errettet, Er uns aber so sehr liebt, dass Er uns die freie Entscheidung lässt. Natürlich ist das imo nicht biblisch und korrekt, aber deshalb würde ich niemals einem Arminianer seine Errettung absprechen. Ich denke auch, dass jeder der das tut, in einer sehr kleinen Minderheit sich befindet, sowohl aktuell als auch historisch gesehen. Jeder Arminianer würde mir zustimmen, dass wir allein durch Gnade errettet sind.
Charismatic-turned-Reformed


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