Warum überführt Gott auch nicht Erwählte?

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Jose
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Warum überführt Gott auch nicht Erwählte?

Beitragvon Jose » 24.10.2010 19:24

Im Institutio (http://www.calvin-institutio.de) habe ich unter II, 7, 9 gelesen (es geht um das Gesetz):
Indessen vollbringt das Gesetz dies sein erstes Amt auch in den Gottlosen. Sie kommen zwar nicht soweit wie die Kinder Gottes, daß sie ihr Fleisch erniedrigen, am inneren Menschen wiedergeboren werden und neu aufblühen, sondern verfallen auf den ersten Schrecken hin in tiefe Verzweiflung; aber die Gerechtigkeit des göttlichen Urteils tut sich doch darin kund, daß auch ihr Gewissen in solche tiefe Erregung gerät. Sie möchten wohl immer gern gegen Gottes Urteil eine Ausflucht suchen - aber selbst jetzt, wo das Gericht selber noch nicht sichtbar ist, geraten sie doch durch das Zeugnis des Gesetzes und ihres eigenen Gewissens in Schrecken und beweisen an sich selbst, was sie verdient haben!
Und diese Menschen, die auch von ihrer Sünde überführt werden, sind nach der Prädestinationslehre nicht erwählt, d.h. Gott möchte sie nicht retten? Warum sollte Gott Menschen überführen, wenn nicht aus Liebe, damit auch sie die Chance haben zu Jesus umzukehren?


Liebe Grüße,
José

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Peter01
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Beitragvon Peter01 » 26.10.2010 07:04

Hallo Jose,

die Gottlosen werden nicht wirklich von der Sünde überführt, denn dann würde es ja heißen, dass der Heilige Geist in ihnen wirkt und sie zum Glauben kommen. Dennoch haben die Menschen, wie es Calvin richtig schreibt, eine gewisse Erkenntnis von dem Gesetz, Ich bin mir nicht sicher, ob Calvin sich auch auf diese Stelle bezieht, aber wir lesen den folgenden Vers in

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Röm 1,18-19: 
18Es offenbart sich nämlich Gottes Zorn vom Himmel her über alle Gottlosigkeit und Ungerechtigkeit der Menschen, welche die Wahrheit durch Ungerechtigkeit aufhalten, 19weil das von Gott Erkennbare unter ihnen offenbar ist, da Gott es ihnen geoffenbart hat; 
Was hat denn Gott den Gottlosen offenbart? Das lesen wir im Vers 32, des gleichen Kapitels:

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welche, wiewohl sie das Urteil Gottes kennen, daß die, welche solches verüben, des Todes würdig sind, es nicht nur selbst tun, sondern auch Gefallen haben an denen, die es verüben. 
Wir sehen also, dass die Gottlosen eine bestimmte Erkenntnis über die Sünde offenbart bekommen haben. Noch deutlicher wird es in Röm 2,14-15:

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Denn wenn die Heiden, die das Gesetz nicht haben, doch von Natur tun, was das Gesetz verlangt, so sind sie, die das Gesetz nicht haben, sich selbst ein Gesetz; 15da sie ja beweisen, daß des Gesetzes Werk in ihre Herzen geschrieben ist, was auch ihr Gewissen bezeugt, dazu ihre Überlegungen, welche sich untereinander verklagen oder entschuldigen. 
Allein aufgrund dieser Offenbarung bleibt der Mensch ohne Entschuldigung und Gott gebraucht eben diese Offenbarung, um die Gottlosen anzuklagen. Deshalb vernichtete Gott auch die meisten Menschen durch die Sinnflut, deshalb vernichtete Gott Sodom und Gomora -beachtet mal: Gerade in dieser Zeit gab es keinen Gesetz, wie es das Volk Israel später hatte.

Ich hoffe es beantwortet deine Frage

Gruß


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