Der Abfall von Christus - Frage

Nur für Gläubige, die die fünf Punkte des Arminianismus ablehnen

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Julian
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Der Abfall von Christus - Frage

Beitragvon Julian » 19.02.2012 23:51

Hallo,

es steht doch geschrieben, dass in der letzten Zeit der Abfall sein wird.

Und die Bibelstellen hören sich auch so an als wenn die Leute echt Christen gewesen wären.

Wie soll man das verstehen. Kann mich wer mit passenden Bibelversen belehren?

Bitte antwortet.

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Joschie
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Beitragvon Joschie » 21.02.2012 18:53

Welche Bibelstelle meinst du ganz genau :?:
Gruß Joschie
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Julian
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Beitragvon Julian » 22.02.2012 07:52

1 Der Geist aber sagt deutlich, dass in den letzten Zeiten einige von dem Glauben abfallen werden und verführerischen Geistern und teuflischen Lehren anhängen,
2 verleitet durch Heuchelei der Lügenredner, die ein Brandmal in ihrem Gewissen haben.
1. Tim 4

Warum ermahnt Jesus Seine Jünger zum standhaften Ausharren? Mt 24 etc Warum kann ein Knecht auch schlafend erfunden werden?

Warum ermahnen die Briefe, dass wir nicht abweichen vom Glauben?

Die Stellen aus dem Hebräerbrief (6 + 10) gehen um Ungläubigen, dass weiß ich schon.

Würd mich über lehrreiche Antworten freuen.

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Joschie
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Beitragvon Joschie » 22.02.2012 17:25

Der Geist aber sagt ausdrücklich, dass in späteren Zeiten etliche vom Glauben abfallen
und sich irreführenden Geistern und Lehren der Dämonen zuwenden werden
durch die Heuchelei von Lügenrednern, die in ihrem eigenen Gewissen gebrandmarkt
sind. Sie verbieten zu heiraten und Speisen zu genießen, die doch Gott geschaffen
hat, damit sie mit Danksagung gebraucht werden von denen, die gläubig
sind und die Wahrheit erkennen. Denn alles, was Gott geschaffen hat, ist gut, und
nichts ist verwerflich, wenn es mit Danksagung empfangen wird; denn es wird geheiligt
durch Gottes Wort und Gebet. 1,Tim.4,1-5

Ich setze mal die folgende Auslegung von John MacArthur rein.

DIE GEWISSHEIT DES ABFALLS
etliche vom Glauben abfallen (4,1c)
Den Schlüssel, mit dem man diesen Abschnitt aufschließen kann, findet man in Vers 1:etliche werden vom Glauben abfallen. Es wird immer Menschen geben wie Judas,Demas, die falschen Jünger (Joh 6,6) und die oftmals im Hebräerbrief erwähnten Abtrünnigen des Glaubens. Abfallen stammt von aphistemi, was so viel wie »sich von etwas trennen« oder von
der Position, die man ehemals eingenommen hatte, zu einer anderen wechseln«.Es hat eine deutlichere Bedeutung als die Ausdrücke »zuwenden« in 1,6 und »Schiffbruch erleiden« in 1,19. Es verdeutlicht die zielbewusste und entschlossene Trennung von einer früheren Position. Dieser Begriff kann sich genauso auf eine geografische Trennung beziehen (vgl. Lk 2,37; 4,13; Apg 5,37; 12,10). Im geistlichen Sinne sind Menschen gemeint, die der rettenden Wahrheit sehr nahe kommen, dann aber weggehen. Jesus benutzte dieses Verb, als er Menschen beschrieb, bei denen das Evangelium wie ein Same auf steinigen Boden fällt: »Die aber auf dem Felsen sind die, welche,wenn sie hören, das Wort mit Freuden aufnehmen; und diese haben keine Wurzel;für eine Zeit glauben sie, und in der Zeit der Versuchung fallen sie ab (aphistemi)« (Lk
8,13). Dieser Begriff wird hier für Apostasie verwendet, also der Tatsache dass manche Menschen es Judas gleichtun und dem Glauben den Rücken kehren werden. Sie werden ihr Gesicht von der ewigen Freude abwenden und stattdessen die Hölle wählen.Ein Apostat ist nicht jemand, der generell Schwierigkeiten hat, zu glauben, sondern jemand, der den biblischen Glauben, zu dem er sich einst bekannt hat, bewusst aufgibt.
Wie schon erwähnt, bezieht sich der Glaube auf den Inhalt der göttlichen Offenbarung,der das ausmacht, was Christen glauben (vgl. Jud 3). Dieser Begriff beschreibt also einen vom Glauben Abgefallenen, jemanden, der Christus ablehnt, und zwar aus den Reihen der eigenen Gemeinde. In diesem Abschnitt wird der Abfall vom Glauben von Paulus aus sechs Blickwinkeln beleuchtet: die Vorhersagemöglichkeit, die Chronologie, die übernatürliche Quelle,die menschlichen Boten, der Inhalt und der Irrtum.

DIE VORHERSEHBARKEIT DES ABFALLS
Der Geist aber sagt ausdrücklich, (4,1a)
Wenn jemand vom Glauben abfällt, so sollte es die Gläubigen sehr wohl traurig machen und verletzen, es sollte sie aber weder schockieren noch überraschen, weil der Geist diese Möglichkeit ausdrücklich erwähnt. Diese Vorhersage ist Teil seiner durchgehenden Offenbarung der Schrift zum Thema Apostasie. Im Alten Testament warnte er vor den Folgen des
Abfalls (5 Mo 28,15ff; Hes 20,38) und nannte zahllose Beispiele von abgefallenen Menschen (2 Mo 32; 1 Sam 15,11; Neh 9,26; Ps 78). Auch das Neue Testament warnt uns, dass ganz besonders in der Zeit kurz vor der Wiederkunft des Herrn viele vom Glauben abfallen würden. Unser Herr warnte vor falschen Christussen, die viele in die Irre führen würden (Mt 24,4-12). Paulus schrieb den Thessalonichern, dass in der Trübsalszeit massenhaft Leute vom Glauben abfallen werden (2Th 2,3-12). Petrus und Judas warnten vor Spöttern, die sich in den letzten Tagen vom Glauben abwenden würden (2Pt 3,3; Jud 18). Der Apostel Johannes mahnte zur Vorsicht: »Kinder, es ist die letzte Stunde, und wie ihr gehört habt, dass der Antichrist kommt, so sind auch jetzt viele Antichristen aufgetreten; daher wissen wir, dass es die letzte Stunde ist« (1 Joh 2,18; vgl. 4,1-6). Aber Apostasie ist nicht nur auf die Endzeit beschränkt, auch wenn sie dann stark vermehrt auftreten wird. Der Schreiber des Hebräerbriefes ermahnt seine Leser: »Seht zu, Brüder, dass nicht etwa in jemandem von euch ein böses Herz des Unglaubens sei im Abfall vom lebendigen Gott« (Heb 3,12; vgl. 5,11-6,8; 10,26-31).Paulus wusste, dass es auch den Ephesern nicht erspart bleiben würde, dass Menschen aus ihrer Mitte vom Glauben abfallen würden. In seiner Abschiedsrede vor den Ältesten von Ephesus in Apostelgeschichte 20,29-30 sagte er: »Ich weiß, dass nach meinem Abschied grausame Wölfe zu euch hereinkommen werden, die die Herde nicht verschonen. Und aus eurer eigenen Mitte werden Männer aufstehen, die verkehrte Dinge reden, um die Jünger abzuziehen hinter sich her.« Wie der Geist in der Schrift offenbart hat, ist Apostasie vorhersehbar und unvermeidlich. Es wird immer Menschen geben, die eine kurze Zeit positiv auf das Evangelium reagieren, aber keinen echten Glauben an Gott haben. Wir sollten daher nicht überrascht sein, wenn sie uns verlassen, und sollten uns an die Worte von Johannes erinnern:»Von uns sind sie ausgegangen, aber sie waren nicht von uns; denn wenn sie von uns gewesen wären, würden sie wohl bei uns geblieben sein; aber sie blieben nicht,damit sie offenbar würden, dass sie alle nicht von uns sind. Kinder, es ist die letzte Stunde, und wie ihr gehört habt,dass der Antichrist kommt, so sind auch jetzt viele Antichristen aufgetreten; daher wissen wir, dass es die letzte Stunde ist« (Joh 2,19).
Der ganze Beitrag:Kapitel.13 aus JOHNMACARTHUR KOMMENTAR ZUM NEUEN TESTAMENT 1.Timotheus
Gruß Joschie
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Julian
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Beitragvon Julian » 22.02.2012 18:55

Danke für die Antwort.

Bleiben noch diese Fragen:

Warum ermahnt Jesus Seine Jünger zum standhaften Ausharren? Mt 24 etc Warum kann ein Knecht auch schlafend erfunden werden?

Warum ermahnen die Briefe, dass wir nicht abweichen vom Glauben?

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Beitragvon Joschie » 23.02.2012 17:55

Hallo Julian!
In Matthäus24 und Matthäus25 stehen die Endzeitreden von Jesus.
Endzeitrede:Tempelzerstörung und Drangsale der Endzeit
Endzeitrede: Ankunft des Menschensohnes
Endzeitrede: Ermahnung zur Wachsamkeit
Endzeitrede: Gleichnis vom treuen und untreuen Knecht
Endzeitrede: Gleichnis von den zehn Jungfrauen
Endzeitrede: Gleichnis von den anvertrauten Talenten
Endzeitrede: Das Gericht
Ich nehme noch Mt 13,47-48 hinzu: Wiederum gleicht das Reich der Himmel einem Netz, das ins Meer geworfen wurde und Fische von jeder Art zusammenbrachte, das sie dann, als es voll war, ans Ufer heraufzogen; und sie setzten sich nieder und lasen die guten in Gefäße zusammen, aber die faulen warfen sie hinaus.Die Gleichnisse sollen uns wieder mehr bewusst machen, dass jeder, der wie ein Christ "aussieht", wie ein Christ redet und sagt: "Ich bin ein Christ", in Wirklichkeit kein wahrer Christ sein muss. Des Weiteren sollen uns diese Gleichnisse motivieren, unseren Glauben zu prüfen, um sicherzugehen, dass wir in der Gruppe von Gläubigen sind, die zum Weizen, zu den guten Fischen und zu den klugen Jungfrauen gehören.Es gibt im Neuen Testament Warnungen und Ermahnungen und die Verheißungen Gottes sie bilden nicht einen Widerspruch , sondern bedingen einander.Ich lese gerade zum wiederholten Mal das Buch von Thomas Schreiner & Ardel Caneday "Mit Ausharren laufen" Gibt es Heilsgewissheit ohne Heiligung? und kann es nur weiterempfehlen.
Gruß Joschie
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Beitragvon Julian » 08.03.2012 21:10

Danke für die Antworten.
Wie soll man diese Stellen verstehen?

Gal 4:11 Ich fürchte für euch, daß ich am Ende vergeblich um euch gearbeitet habe.

2.Joh 8 - Sehet auf euch selbst, auf daß wir nicht verlieren, was wir erarbeitet haben, sondern vollen Lohn empfangen.

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Beitragvon Joschie » 11.03.2012 19:35

Julian hat geschrieben: Wie soll man diese Stellen verstehen?

Gal 4:11 Ich fürchte für euch, daß ich am Ende vergeblich um euch gearbeitet habe.
Julian, Paulus sieht diese Gemeinde(Galatere) in ihrem Glauben durch Lehrer gefährdet, die den nichtjüdischen Christen jüdische Riten auferlegen wollen: Jüdische Speisevorschriften und die Beschneidung halten wieder Einzug. Ihnen gegenüber verteidigt er die christliche Freiheit, die keinen Rückfall in die alte Gesetzlichkeit erlaubt.Das Hauptthema des Galaterbriefes heißt: »So steht nun fest in der Freiheit,zu der uns Christus befreit hat, und lasst euch nicht wieder in ein Joch der Knechtschaft spannen« (5,1). Unter dem Einfluss von Judaisten waren die Galater versucht, diese Freiheit erneut gegen die Knechtschaft des Gesetzes einzutauschen (2,4). Paulus ermahnt die Gläubigen »sich nicht wieder in ein Joch der Knechtschaft spannen zu lassen«, sondern ihre Stellung in Christus festzuhalten (5,1).In Galater4,11 befürchtet Paulus, seine Mühen zur Gründung und Auferbauung der Gemeinden in Galatien könnten sich als vergeblich erweisen, wenn die Galater in Gesetzlichkeit zurückfielen (vgl. 3,4; 1Th 3,5).
2.Joh 8 - Sehet auf euch selbst, auf daß wir nicht verlieren, was wir erarbeitet haben, sondern vollen Lohn empfange.
In dem 2.Johannesbrief geht es um die Abwehr von Irrlehren im Vers.7 geht es um die Irrlehre der Gnostiker, die besagt das Jesus Christus, nicht im Fleisch gekommen ist. Im Vers.8 sagt Johannes, dass jeder Christ für sich selbst verantwortlich ist, sich von dieser Irrlehre fernzuhalten. Die Verse.9-11 sehr mehr als deutlich 9 Jeder, der weitergeht und nicht in der Lehre des Christus bleibt, hat Gott nicht; wer in der Lehre bleibt, der hat sowohl den Vater als auch den Sohn. 10 Wenn jemand zu euch kommt und diese Lehre nicht bringt, so nehmt ihn nicht ins Haus auf und grüßt ihn nicht! 11 Denn wer ihn grüßt, nimmt teil an seinen bösen Werken.
Sie sollen die Irrlehrer nicht ihn ihren Häusern aufnehmen und nicht einmal grüßen.
Gruß Joschie
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Beitragvon Julian » 11.03.2012 21:23

aber wieso befürchtet denn Paulus, dass seine Mühen für die Gemeinde umsonst sein könnten? wenn ein Christ nicht vom Richtigen Glauben abfallen kann, wieso könnte die Gemeinde kaputt gehen durch eine (falsche, gesetzliche) Lehre? Weil Gott vollendet doch Sein gutes Werk.
Oder wusste Paulus einfach schon, dass die Gemeinde durch seine Ermahnungen beschützt würde?

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Beitragvon Joschie » 13.03.2012 18:41

Hallo Julian!
Der Galaterbrief unterscheidet sich von den anderen paulinischen Briefen darin, das er sich an eine Region,bzw. Gemeinden in dieser Region und nicht an eine lokale Gemeinde richtet.Es gab gute Gründe,diesen Gemeinden nach seiner Abreise einen Brief zukommen zu lassen, bedenkt man doch, welche Kämpfe gerade junge Gemeinden durchmachen.Paulus wurde darüber informiert, dass die jungen Gemeinden in Galatien von den sogenannten Judaisten bedrängt wurden. Daraufhin schrieb er ihnen, sie sollten den judaistischen Irrlehrern entgegentreten, die die zentrale neutestamentliche Lehre unterwanderten, dass die Rechtfertigung durch Glauben geschieht.Diese Irrlehrer ignorierten den ausdrücklichen Befehl des Jerusalemer Konzils (Apg 15,23-29) und verbreiteten ihre gefährliche Lehre, dass Heiden zunächst jüdische Proselyte werden und sich dem mosaischen Gesetz unterwerfen müssten, bevor sie Christen werden könnten (siehe 1,7; 4,17.21;5,2-12; 6,12.13). Schockiert über die Offenheit der Galater gegenüber dieser verderblichen Irrlehre (vgl. 1,6) schrieb Paulus diesen Brief, um die Rechtfertigung durch Glauben zu verteidigen und diese Gemeinden vor den schrecklichen Konsequenzen zu warnen, die ein Verwerfen dieser fundamentalen Lehre nach sich ziehen würde. Der Galaterbrief ist der einzige Paulusbrief,der nicht schon in den ersten Zeilen ein Lob für seine Leser enthält. Das zeigt, wie genötigt Paulus sich sah, die Galater dringend zu korrigieren und die grundlegend Rechtfertigungslehre zu verteidigen.Paulus schreibt in Gal 4:11 "Ich fürchte für euch, daß ich am Ende vergeblich um euch gearbeitet habe". Paulus befürchtete, seinen Mühen zur Gründung und Auferbauung der Gemeinden in Galatien könnten sich als vergeblich erweisen, wenn die Galater in Gesetzlichkeit zurückfielen.Nachdem Paulus die Galater (als Gemeinde) ernst zurechtgewiesen hat, ändert sich sein Vorgehensweise und er macht die Galater in den Versen4,12-20 auf seine starken Gefühle für sie aufmerksam.
Gruß Joschie
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