Kommentar zur Offenbarung + Fragen zur Eschatologie

Nur für Gläubige, die die fünf Punkte des Arminianismus ablehnen

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Joschie
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Beitragvon Joschie » 01.07.2009 10:29

HalloIhr
Wird der Antichrist eine Person oder ein System sein ??! Was ist eure Meinung dazu :idea:
Gruß unf Segen vo $:P :wink: n Joschie
Tod, wo ist dein Stachel? Totenreich, wo ist dein Sieg? 1Kor 15,55

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H.W.Deppe
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Beitragvon H.W.Deppe » 17.07.2009 00:02

Joschie hat geschrieben:HalloIhr
Wird der Antichrist eine Person oder ein System sein ??!
Unter http://www.betanien.de/forum/viewtopic. ... c&start=60 wurde ja schon einiges über die zwei Tiere aus Offb. 13 geschrieben.

Zum Begriff Antichrist nur kurz:

Kommt nur in 1. und 2. Joh. vor.
1Jo 2,18 besagt, dass schon zur Zeit der Abfassung "die letzte Stunde" war und schon damals "viele Antichristen" ihr Unwesen trieben. Also eigentlich klar nicht nur eine einzelne Person.
2Jo 7 setzt die "vielen Verführer" mit "dem Antichristen" gleich, also ebenfalls keine einzelne Person, sondern eher ein "System" oder "Prinzip".

Schwieriger sind die Schriftstellen, die zwar nicht ausdrücklich vom/von "Antichristen" reden, aber wohl das meinen, was landläufig darunter verstanden wird, insbesondere der "Mensch der Gesetzlosigkeit" und "Sohn des Verderbens" aus 2Thes 2,3. Eng damit verbunden ist die Frage nach dem "Zurückhaltenden" aus Vers 6 und 7. Darüber wurde ja auch schon in diesem Forum diskutiert. Ich denke, dass damit etwas für Paulus Zeitgenössisches, was mit dem Römischen Reich zu tun gehabt hat, gemeint gewesen sein muss. Der Mensch der Gesetzlosigkeit könnte dann ein bestimmter römischer Kaiser oder aber das Papsttum sein. Letzteres wurde oft in der Kirchengeschichte so gesehen und ich finde es naheliegend, schlüssig und mit der Schrift harmonierend - es passt zu der Verwendung des Begriffs Antichrist im Singular oder Plural in den Johannesbriefen.

In der Offb. ("Tier" steht in der Schrift eher für eine Reichs-/Staatsmacht als für eine einzelne Person) sehen wir dann die Verbindung von antichristlichen Mächten aus Religion, Geopolitik und Weltwirtschaft. Was die Religion betrifft, brauchen wir das nicht auf den Katholizismus beschränken, sondern der liberale, neoevangelikale und charismatische Protestantismus ist ebenso eine Marionette dieser Macht. Man lese z.B. dazu die Veröffentlichungen von Martin Erdmann, der die historische Entwicklung der etwa letzten 200 Jahre nachverfolgt hat (eine höchst bedrohliche Vermischung von weltwirtschaftlichen und geopolitischen Interessen mit Religion). Auch der Islam gehört zu diesem System.

Grüße, Werner
"Der Prophet, der einen Traum hat, erzähle den Traum! Wer aber mein Wort hat, rede mein Wort in Wahrheit! Was hat das Stroh mit dem Korn gemeinsam? spricht der HERR." (Jer 23,28)
Lasst uns bei dem bleiben, was geschrieben steht! Sola Scriptura!

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Martyn Lloyd-Jones

Beitragvon Joschie » 29.12.2009 20:45

Hallo Ihr
Welches Endzeitmodell vertritt Martyn Lloyd-Jones und gibt es was dabei zu beachten :?:
Gruß und Segen vo $:P :wink: n Joschie
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Tausendjähriges Reich

Beitragvon Joschie » 13.02.2010 17:28

Bei der Beschäftigung mit dem Tausendjährigem Reich wurde bei ihrer Begründung 1. Korinther 15, 22-26 angegeben. Als Begründung wurde geschrieben, das diese Bibelstelle das Tausendjährige Reich andeutet. Außerdem wurde angegeben, das es Parallelen zwischen 1. Korinther 15, 22-26 und Offenbarung 20,1-15 gibt. Ist dieses so exegetisch haltbar und wenn nicht, wieso nicht?
Gruß Joschie
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Beitragvon Joschie » 07.11.2010 08:38

Auf Anregung von Jose setze ich den Titel hier rein $:P
Adolph Zahn und die Endzeit
Es gibt kaum ein theologisches Thema, zu dem Adolph Zahn sich nicht kompetent äusserte. Zum Thema "Endzeit" habe ich bisher nichts gelesen, das in solcher Kürze und gleichzeitig in solcher Dichte die ganze Thematik zusammenfasst.
Man muss Zahns Artikel schon mehrmals lesen, um alles mitzubekommen, das er wie in einem Schnellzug 'unterwegs mitnimmt'. Aber eben das lohnt sich.
Adolph Zahn lebte und wirkte in der Zeit, in der sich die Gespinste der darbystischen Propheten-Konferenzen zu voller Blüte entwickelten. Er führt sie quasi in einem Atemzug ad absurdum. Hier ist der Artikel:

Endzeit
Wenige Regulative möchten wir gegen die schrankenlosen Liebhabereien auf dem genannten Gebiete in Kürze geben. Über drei aufeinander folgende Offenbarungen in der Geschichte des Rei­ches Gottes geht das biblische Wort nicht hinaus: über die Offenbarung des Heiles in dem Sohne Gottes, über die Offenbarung des Abfalles von diesem Heile in der Gemeinde Christi durch den Antichrist und über die Offenba­rung des jüngsten Gerichtes durch die Wiederkunft Christi in Herrlichkeit.

In diesen drei Offenbarungen bewegte sich schon die vorbildliche! Ge­schichte Israels. Der Gabe des Gesetzes schloss sich unter scheinheiligen Formen der Abfall des Volkes und das göttliche Gericht an. Auch in der Zeit der Erfüllung verläuft so die Geschichte Israels. Dem Menschensohne tritt eine aufrührerische Kirche und ein Sohn des Verderbens (Joh 17,12; vgl. 2. Thess 2,3ff) entgegen, und dann folgt in dem Untergange Jerusalems das völlige Gericht des jüdischen Volkes.

Die apokalyptischen Reden des Herrn, manche Reichsgleichnisse lassen auf seine erste Erscheinung eine Zeit der Verführung durch die falschen, Unkraut säenden Christusse kommen und dann das Weltgericht durch die Wiederkunft des Menschensohnes.

Ohne jeglichen genügenden Beweis zerstört man eben das "Ganze" der Schrift, wenn man diesen klar gezeichneten Weltgang Gottes durch die Ein­tragung einer noch zu erwartenden Erscheinung des in einer Person auftre­tenden Antichrist, einer zwiefachen Wiederkunft des Herrn, eines tausend­jährigen Reiches, einer Bekehrung der jüdischen Nation durchbrechen und verändern will.

1.
Die Schrift weiß nur von einer Wiederkunft des Herrn, an die sich alsbald die Auferstehung der Toten, die Verwandlung der noch lebenden Gläubigen und das allgemeine Gericht anschließt, aus welchem die ewige Seligkeit der Gerechten bei dem Herrn und das ewige Verderben der Ungerechten bei den Teufeln hervorgeht. Die Gründe für eine der letzten Wiederkunft des Herrn vorangehende so genannte erste Wiederkunft sind so nichtig, dass sie eigentlich einer Widerlegung nicht wert sind. Mt 25,31ff trennt man durch eine große Zeitenpause von dem Vorhergehenden; ebenso werden wir [nach dieser Theorie] einen längeren Gedankenstrich zwischen dem "zuerst" (1. Thess 4,16) und dem "darnach" (V.17) zu machen haben. Auch I. Kor 15,23.24 werden wir wieder zwischen "darnach" und "darnach" soviel ein. schieben können, als uns beliebt, obwohl offenbar die Wiederkunft Christi und das Ende zusammenfällt. Selbst Mt 23,39 ("der Jubelruf des jüdischen Volkes bei der ersten Wiederkunft des Messias") hat man hierher gezogen. Doch erklärt sich jenes Wort aus der Methode des Matthäus, welcher längere Redeabschnitte bildet und einen geschichtlich vor Mt 21 hingehörenden Ausspruch hier angebracht hat.

2.

Die Offenbarung eines besonderen Antichrist wird die Zukunft nicht brin­gen. Der Apostel beschreibt seinen Antichrist in grauenvollen, von irdischen, sich selbst vergötternden Gewalthabern entlehnten Bildern (Jes 14,13; Dan 11) und denkt dabei so wenig an eine bestimmte Person wie Johannes, der eben diesen geweissagten Antichrist in viele Antichristen auflöst [I. Joh 2,18]. Auch der Herr sprach von vielen falschen Christussen, die nach ihm kommen würden [Mt 24,24]: er hätte sie auch den falschen Christ nennen können mit demselben Recht, wie Jesaja den Gottlosen - im Gegensatz zu den Elenden, welchen geholfen wird - durch den Odem der Lippen des Mes­sias getötet sieht (Jes 11,4)

Der Antichrist ist der in allen Zeiten des Reiches Gottes nach der ihn nie­derhaltenden (to katechon [2. Thess 2,6] Predigt des Evangeliums sich of­fenbarende Abfall der einst gläubigen Gemeinde an die Christusse des Be­truges, an die lügnerischen Christusse menschlicher Erfindung: an Baal-Je­hova, an Jehova genannte Kälber, an die abgöttische, mit den Weltmächten buhlende Hure, an den falschen Propheten.

3.
Wir haben für das jüdische Volk als Nation keine Aussichten der Bekeh­rung mehr: Als Nation ist das Volk gerichtet, die Tage der Rache haben sich an ihm erfüllt und erfüllen sich an ihm (Lk 21,22), der Zorn Gottes ist bis ans Ende (I. Thess 2,16), d.i. in völliger, unwiderruflicher Vollstreckung über dasselbe gekommen; das Volk ist nichts als ein Gerichtsschauspiel Gottes bei sichtbarem fleischlichem Wohlstande. Darum fasst der Herr die Zerstörung Jerusalems und das Weltgericht Zusammen, und die Offenbarung des Johannes sieht eben in dem Gericht des Babylon-Jerusalem, des Sodom und Ägypten, wo unser Herr gekreuzigt wurde, das völlige, hoffnungslose Gericht desselben (Off 11,8; 18; 19).


Paulus greift in der bekannten Stelle (Röm 11,26) nicht über seine Zeit hinaus und spricht entweder von einem geistlichen Israel - und dafür lassen sich gewichtige, gar nicht zu bespöttelnde Gründe anführen -, oder er verstand unter dem "ganzen Israel" nur eine neue Auswahl des Volkes unter den bis dahin Verstockten, welche noch damals sich bekehren werde. Für das ganze Israel als Volk oder für Massenbekehrungen unter demselben hat niemals weder das prophetische noch das apostolische Wort irgendwelche Hoffnung gehabt. Es sind immer nur "die verlorenen Schafe des Hauses Isra­el" (Mt 10,6) die Erben der Verheißung. Die jahrhundertelange Selbst­verhärtung der Juden sollte Beweis genug für die Wahrheit der Worte des Stephanus sein (Apg 7,51). Auch bringen die letzten Zeiten keine besondere Geistesausgiessung, sondern eine völlige Entziehung des Geistes von der Menschheit (1. Tim 4,1ff; 2. Tim 3,lff.; vgl. 1. Mose 6,3; Mt 24,39; Jud 19).

4.
Die Offenbarung des Johannes, deren Erklärung aus der ganzen Schrift- und Glaubenseinheit heraus zu geben oder in Bescheidenheit und Vorsicht hei entgegenstehenden Resultaten beiseite zu legen ist, gibt uns nirgendein Recht, unter ihren symbolischen Formen solche Unterschiede zu machen, dass wir nach Belieben die Bilder massiv fassen und dann wieder geistig auflösen.

Nachdem der Prophet von Kapitel 4 bis 20 das Gericht über das mit den Weltmächten buhlende, abgöttische, fleischliche Israel (Babylon-Israel) be­schrieben hat, sieht er nach demselben eine Zeit anbrechen, wo die junge Christenheit unter dem Regimente Christi gedeihen, der Satan durch das Wort gebunden (niedergehalten) wird und die Gemeinde des Herrn einen Triumph über den Tod feiert (erste, geistige Auferstehung), während die Welttoten tot bleiben und noch einen anderen schrecklichen Tod zu erwarten haben. Alsdann enthüllt sich aufs neue der Abfall von dem Worte (Erschei­nung des Antichrists), und das Weltgericht macht dem Weltsturme ein Ende.

Es war die apostolische Zeit eine Zeit der Gebundenheit des Satans, auch die reformatorische. Wir haben keine Hoffnung auf eine neue Bindung der geistlichen Lüge: das Gericht ist nahe. Die Symbolik der Zahl 1000 bedarf wohl keines Beweises?

5.
Eine besonnene Vergleichung und Ausgleichung der nachfolgenden Schriftstellen: Jes 65,17; 66,22; 60,19; 30,26; Lk 23,43; Joh 14,2; 17,24; 2. Kor 12,4; Off21; 2. Pet 3,12.13; Hebr 2,5 ergibt das Resultat, dass wir einen neuen Himmel und eine neue Erde nicht in dem Sinne zu erwarten haben, dass uns noch eine Schöpfung derselben als vollkommene Neuschöpfung oder als eine Erdenumwandlung bevorstehe. Vielmehr ist mit der "Wieder­herstellung aller Dinge" in Christus auch der neue Himmel und die neue Er­de gegeben, in welche er als in "das Paradies Gottes", als in die "vielen Wohnungen" seine Erlösten führt, um "allezeit bei ihm zu sein".

Die zukünftige Welt hat ihre Vollendung und ihren Ausbau bereits durch den in sie zuerst eingegangenen König empfangen. Wir sind über die reformatorische Betrachtung der letzten Dinge nicht hi­nausgekommen. Es ist ein krankhafter Zug unserer Zeit, sich über das [feh­lende] Verständnis der grundlegenden Wahrheiten der Reformation mit apokalyptischen Spielereien hinwegzuhelfen. An dem Jammer der Zeit glaubt man nicht die Nähe eines tausendjährigen Reiches, sondern die Nähe des Gerichtes Gottes, und sucht für dasselbe die Gerechtigkeit des Glau­bens gefunden und bewahrt zu haben
Gruß Joschie
Tod, wo ist dein Stachel? Totenreich, wo ist dein Sieg? 1Kor 15,55

Gast

Beitragvon Gast » 07.11.2010 19:01

Ich habe mal folgende Frage zum Amillennialismus. Die Amillennialisten behaupten ja, dass das tausenjährige Reich bereits seit dem Tod und der Auferstehung Jesu bestehen würde. Seit dem Erlösungswerk Christi ist der Satan gebunden. Aber auch die 3 1/2 Jahre Trübsal oder 2x 3 1/2 Jahre Trübsal gelten seit dem Tod Christi. Die Trübsal erstreckt sich damit auf das gesamte Gemeindezeitalter, auch wenn die Heftigkeit dieser Trübsal zum Ende des zweiten Kommens Jesu noch zunehmen wird. Wie kann das aber zusammenpassen, dass die Zeitspanne von 1000 Jahren mit 3 1/2 Jahren gleichgesetzt wird?
Habe ich es richtig verstanden wie die Amillennialisten diese Jahre verstehen? (Mir ist schon klar, dass die 1000 Jahre bei den Ammilennialisten symbolisch für eine lange Zeitspanne stehen und bei den Prämillennialisten/Dispensationalisten wortwörtlich (bei den Postmillennialisten auch?) zu verstehen sind.)


Dann habe ich noch eine andere Frage, (wurde sie vielleicht irgendwo schon anders in den Foren beantwortet?) welche praktischen Auswirkungen und Unterschiede auf das Glaubensleben hat es, wenn ich an ein jetziges geistliches tausendjähriges Reich denke/glaube oder an ein zukünftiges irdisches tausendjähriges Reich?
Vielen Dank für eure Antworten
Samuel

P.S. sorry fürs editieren
Zuletzt geändert von Gast am 07.11.2010 20:27, insgesamt 3-mal geändert.

Jose
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Offenbarung, Endzeit, Israel

Beitragvon Jose » 07.11.2010 19:25

Joschie hat geschrieben:Auf Anregung von Jose setze ich den Titel hier rein
Vielen Dank, Joschie. Ich meine, hier passt es auf jeden Fall besser rein anstatt als Nebenthema unter "Spurgeon".

Zur Offenbarung und zum Volk Israel habe ich auch einige Fragen, bin jedoch unsicher, ob ich die in diesem Bereich für »reformatorisch« eingestellte Christen stellen soll. Vermutlich ist es besser, eigene Themen im allgemeinen Bereich anzulegen, auch wenn es dann auseinanderläuft.


Liebe Grüße,
José

Jose
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Das tausendjährige Friedensreich

Beitragvon Jose » 08.11.2010 22:39

Hallo Joschie. Ich hoffe, es ist doch gestattet, dass ich mich hier zu dem Thema äußere.
Joschie hat geschrieben:Bei der Beschäftigung mit dem Tausendjährigem Reich wurde bei ihrer Begründung 1. Korinther 15, 22-26 angegeben. Als Begründung wurde geschrieben, das diese Bibelstelle das Tausendjährige Reich andeutet. Außerdem wurde angegeben, das es Parallelen zwischen 1. Korinther 15, 22-26 und Offenbarung 20,1-15 gibt. Ist dieses so exegetisch haltbar und wenn nicht, wieso nicht?
Beitrag verschoben zu Die Offenbarung und das tausendjährige Friedensreich, um eine allgemeine Diskussion anzuregen.


Liebe Grüße,
José

1x editiert: Verschiebung des Beitrages zu dem Bereich Biblische Lehrthemen
2x editiert: Begründung zur Verschiebung.
Zuletzt geändert von Jose am 10.11.2010 21:49, insgesamt 2-mal geändert.

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H.W.Deppe
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Beitragvon H.W.Deppe » 09.11.2010 12:01

Samuel A. hat geschrieben:Die Amillennialisten behaupten ja, dass das tausenjährige Reich bereits seit dem Tod und der Auferstehung Jesu bestehen würde.
Genau genommen seit dem der Herr sich zur rechten Gottes gesetzt hat (Dan 7,13-14; Apg 2; vgl. Ps 110,1 mit 1Kor 15,25). Die Phase der Trübsalszeit ist daher sogar etwas länger ...
Samuel A. hat geschrieben:Aber auch die 3 1/2 Jahre Trübsal oder 2x 3 1/2 Jahre Trübsal gelten seit dem Tod Christi.
Den Beginn kann man denke ich nicht so genau festmachen, wie den Beginn der geistlichen Herrschaft Christi (mit der Himmelfahrt). Der Zeitraum von 42 Monaten etc. spielt wohl auf tatsächliche historische Vorläufer an wie schon in vorchristlichen Zeiten (Antiochus Ephiphanes, Makkabäer-Aufstand? bin da aber nicht sicher), vllt. auf die Länge des Dienstes Christi, wahrscheinlich auf den dreieinhalb Jahre wärenden jüdischen Krieg gegen die Römer (66-70).
Samuel A. hat geschrieben:Die Trübsal erstreckt sich damit auf das gesamte Gemeindezeitalter, auch wenn die Heftigkeit dieser Trübsal zum Ende des zweiten Kommens Jesu noch zunehmen wird. Wie kann das aber zusammenpassen, dass die Zeitspanne von 1000 Jahren mit 3 1/2 Jahren gleichgesetzt wird?
Wichtig ist einfach das Prinzip: Wir haben jetzt im geistlichen Sinne schon das Reich Gottes - die positive Seite -, aber im irdischen Sinne leben wir in der Drangsal - die negative Seite. Im geistlichen Sinne (Ausbreitung des Evangelums, Sicherheit des Heils, Ausführung des souveränen Heilswillens Gottes usw.) ist der Teufel gebunden, im irdischen Sinne bekommen wir seine Angriffe sehr wohl zu spüren (wenngleich der für uns positive Ausgang schon fest steht, eben weil die Offenbarung dies sagt und beschreibt).
Es ist doch sehr schön, dass die Offb die positive Seite mit 1000 Jahren viel übermächtiger beschreibt als die kurze Zeit des Aufstands Satans (die kurze Zeit in Offb 20,7f ist wohl dieselbe wie in Offb 12,12 und anderen).
Samuel A. hat geschrieben:welche praktischen Auswirkungen und Unterschiede auf das Glaubensleben hat es, wenn ich an ein jetziges geistliches tausendjähriges Reich denke/glaube oder an ein zukünftiges irdisches tausendjähriges Reich?
Wenn man nicht versteht, was es bedeutet, dass Christus jetzt auf dem himmlischen Thron sitzt etc., entgehen einem natürlich sehr wichtige Glaubensinhalte. Man hat dann nicht richtig verstanden, was es bedeutet, jetzt schon geistlich im Reich Gottes zu leben.
Ansonsten hat die Annahme von einem taus. Reich eigentlich keine direkten negativen Auswirkungen auf das Glaubensleben. Wenn man meint, die Ewigkeit beginnt mit einer 1000-jährigen Phase auf der alten Erde (der sog. historische Prämillenialismus - das ist aber kein Dispensationalismus), kann man das denke ich ohne großen geistlichen Schaden meinen. In Erklärungsnot kommt man aber bei der Überlegung, ob es dann verschiedene Heilskörperschaften geben wird (Entrückte, später Bekehrte, erst im T-Reich Geborene)

Problematisch finde ich aber die (darüber hinausgehende, spezielle dispensationalische) Sicht, dass es dann wieder einen jüdischen Steintempel mit Tieropfern, einer aaronitischen Priesterschaft etc. geben würde. Auch die Sache mit den Heilskörperschaften würde dann noch komplexer, da dann zusätzlich auch zwischen Juden und Nichtjuden zu unterscheiden wäre. Die Einheit der Gläubigen aller Zeitalter, die der Herr Jesus am Kreuz erwirkt hat (Eph 2), ist ein nicht nebensächliches Glaubensgut.

So weit erst mal relativ spontan. Es ist natürlich nicht schwierig, solide Antworten als Forumsantwort aus dem Ärmel zu schütteln, daher möge man dies bitte nicht als "verbindliche Veröffentlichung" von mir betrachten :wink:

@ Jose: bitte in diesem Bereich keine dispensationalistischen Gedankengebäude verteidigen, dafür sind die anderen Forenbereiche da.

@ Joschie: sorry dass ich auf deine Fragen nicht geantwortet hatte. Werde versuchen das gleich nachzuholen.

LG. Werner
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Beitragvon Joschie » 03.07.2013 18:08

Hallo Ihr!
Die meisten Bibelstellen über Gog und Magog findet man im Buch Hesekiel und in Offb 20,8 steht:und wird hinausgehen, die Nationen zu verführen, die an den vier Ecken der Erde sind, den Gog und den Magog, um sie zum Krieg zu versammeln; deren Zahl ist wie der Sand des Meeres. Sind Gog und Magog konkrete Personen bzw.Völker oder kann es sein das diese Namen rein symbolisch Namen und welche Bedeutung haben sie dadurch in der Offenbarung?
Gruß Joschie
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