Gesetz- Was gilt noch?

Nur für Gläubige, die die fünf Punkte des Arminianismus ablehnen

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Johannes S.
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Gesetz- Was gilt noch?

Beitragvon Johannes S. » 06.10.2007 18:09

Hallo zusammen

ich habe kürzlich einen Pastor gehört, der eine "historische" :motz: Auslegung der Bibel zum Dogma erhoben hatte. So sagt er beispielsweise, dass Paulus den Frauen verboten hatte zu predigen weil diese nicht gebildet genug war und keine Schule besucht hatten, heute könnten Frauen also sehr wohl lehren (über solch einen (historischen und theologischen) Unfug brauchen wir hier nicht zu diskutieren). Aber dennoch stellt sich für mich die Frage, wie weit insbesondere die alttestamentarischen Gebot allgemein und für uns als Christen im Besonder Gültigkeit haben. Ich meine damit nicht, die zehn Gebote, die eigentlich ja unumstritten sind, sondern vielmehr solche Anweisungen wie z.B. 5.Mose 25,5. Gelten für uns nur die Gebote, die auch im NT bestätigt sind? Oder sollte dies doch im historischen Kontxt gesehen werden? (Obwohl da die Gefahr besteht, dass der Zeitgeist die Bibel bestimmt) ??!

Gruß

Johannes

Gast

Beitragvon Gast » 08.10.2007 10:32

Hallo Johannes S.,

bezüglich der Argumentation des Pastors stimme ich Dir zu, dass es Unfug ist, wenn er meint, dass die Frauen damals nicht gebildet waren. Dagegen möchte ich dennoch anmerken, dass es durchaus den Willen Gottes entspricht, wenn Frauen sich unterordnen. Daher ist die Auffassung von Paulus im NT richtig, wenn er schreibt, dass Frauen nicht lehren sollten. Ob die Schwagerehe in 5. Mose 25, 5 noch seine Gültigkeit hat, weiß ich nicht, aber warum sollte sich nicht jemand verpflichtet fühlen, die Witwe seines Bruders zu heiraten. Ein Ältester meiner Gemeinde hat dies jedenfalls getan. Agape geht über die normale menschliche Liebe weit hinaus.

Gruß

Olly

Johannes S.
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Beitragvon Johannes S. » 08.10.2007 14:43

Hallo Olly

das genau ist doch die Frage. Ich habe dieses Beispiel zugegebenermaßen sehr willkürlich gewähtlt, für mich stellt sich hier mehr die grundsätzliche Frage der Gültigkeit von Geboten des Alten Testaments, die nicht im NT bestätigt sind. Warum sich jemand verpflichtet fühlen sollte die Witwe seines Bruders zu heiraten? Weil es in der Bibel steht (Provokativ gesagt). Ich frage mich grundsätzlich, was uns zu der Annahme bringt das dererlei Regeln nicht mehr für uns gelten. Weil sie nur an das Volk Israel gerichtet waren? Aber das Gesetz hat doch eine universelle Gültigkeit, oder?

Gruß

Johannes

P.S.: Ich wollte nicht den Eindruck vermitteln, dass ich die Frauenordination unterstütze, in diesem Punkt sind wir einer Meinung

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Joschie
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Beitragvon Joschie » 08.10.2007 15:29

Hallo Johnnes S.
Es hilft das Gesetz in drei Bereiche aufzuteillen 1.das Moralgesetz 2.das Zeremonialgesetz.3.dasJudizial oderStrafgesetz meinst du alles in einen
Block ?
Gruß und Segen vo $:P :wink: n Joschie
Tod, wo ist dein Stachel? Totenreich, wo ist dein Sieg? 1Kor 15,55

Johannes S.
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Beitragvon Johannes S. » 08.10.2007 20:34

Ist dies auch biblisch begründbar? So könnte man nämlich theoretisch jedes Gebot einfach in eine x-beliebige Sektion verschieben, und diese dann einfach für ungültig erklären. Allerdings denke ich dass das was du Zermonialgesetze nennst durch die Abschaffung des Tempelkultes im NT durchaus seine Gültigkeit verloren (Christus als unserer einmaliges Opfer). Meine Frage ist, inwieweit die Gebote des AT im Allgemeinen noch gültig sind (insebsondere für uns "Heiden" oder Christen). Einerseits erscheinen die Gebote des AT im Licht des NT an Bedeutung verloren zu haben (Sabat, Feste, Riten usw.) aber anderseits handelt es doch um Gottes Wort. Der genannte Pastor hat mir denn auch vorgeworfen dass ich durch die Missachtung manch altestamentarischen Gebots seine "historische" Methode anwende und Teile der Heiligen Schrift für ungültig erkläre weil sie nicht in mein kulturelles Umfeld passen. Was kann man gegen solche Vorwürfe sagen?

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Beitragvon Joschie » 09.10.2007 17:04

Hallo Johannes S.!
Die von mir beschriebene Einteilung ist alte reformatorische Theologie. Ich denke schon das es Weisungen Gottes gab die zeitgebunden waren, wie die das Manna aufzusammeln. Das Moralgesetz ist für mich heute noch voll gültig, da das NT sie auch nicht aufhebt. Bei deinem Gespräch mit deinem Pastor kann ich dir auch kein Patentrezept geben, das er dir Antinomismus unterschwellig vorwirft ist für jemand der die moderne Theologie vertritt, schon mehr als seltsam ??! ??!
Gruß und Segen vo :wink: $:P n Joschie!
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Norbert
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Beitragvon Norbert » 18.10.2007 22:13

Ähnlich wie Johanes verstehe ich auch GOTTes Wort. Es hat Bestand, so lese ich es jedenfalls in Lk 16,17: "Es ist aber leichter, daß Himmel und Erde vergehen, denn daß ein Tüttel am Gesetz falle" (mit Tüttel ist der kleinste Buchstabe in der hebräischen Schrift gemeint).

Als Christ habe ich manchmal Probleme die Bibel, ein jüdisches Buch (von Juden an Juden) zu verstehen. Eine Hilfe wurde mir dann aber der Beschluß auf dem apostolischen Konzil in der Apg 21,25: "Denn den Gläubigen aus den Heiden haben wir geschrieben und beschlossen, daß sie der keines halten sollen, sondern nur sich bewahren vor Götzenopfer, vor Blut, vor Ersticktem und vor Hurerei". Dies ist in erster Linie keine Entscheidung von Juden, die an JESUS glauben, sondern GOTTes Wort.

Aber was man so macht in der Kirche ist letzlich für mich nicht Maßstab. Ich halte es da mit der Gemeinde in Beröa (Apg 17,11). Wenn für mich die Gebote nicht mehr gültig sind, warum werden heute nicht die biblischen Feste gefeiert?? Die Feste wie Passah (statt Eiersuchen) und das Laubhüttenfest (statt Tannenbaum) könnten doch das AT im Licht des NT zum christlichen Reichtum machen. Auch der große Versöhnungstag im AT bekommt durch das Erlösungswerk JESUS auf Golgatha eine viel tiefere Bedeutung.
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Psalm 19,8+9


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