Gott macht 99 Schritte ...

Nur für Gläubige, die die fünf Punkte des Arminianismus ablehnen

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H.W.Deppe
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Beitragvon H.W.Deppe » 04.07.2008 14:30

Anton hat geschrieben:Naja, das Gleichnis vom Sämann ist an der Stelle nicht unangebracht
Um zu verdeutlichen, was Mauerhofer damit meint, habe ich die anderen Aussagen im Zitat vorangestellt: Gehorsam, Einsatz, Ganzhingabe usw.

Grüße, Werner
"Der Prophet, der einen Traum hat, erzähle den Traum! Wer aber mein Wort hat, rede mein Wort in Wahrheit! Was hat das Stroh mit dem Korn gemeinsam? spricht der HERR." (Jer 23,28)
Lasst uns bei dem bleiben, was geschrieben steht! Sola Scriptura!

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Anton
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Beitragvon Anton » 04.07.2008 14:47

Lukas 8,13 + 15
»Die aber auf dem Felsen sind die, welche das Wort, wenn sie es hören, mit Freuden aufnehmen; aber sie haben keine Wurzel; sie glauben nur eine Zeitlang, und zur Zeit der Anfechtung fallen sie ab. [...]
Das in dem guten Erdreich aber sind die, welche das Wort, das sie gehört haben, in einem feinen und guten Herzen behalten und Frucht bringen in standhaftem Ausharren

Kinder Gottes werden in Zeiten der Anfechtung ausharren. Sicherlich nicht in vollkommener Art, so wie es unser Herr in Gethsemane tat, aber sie werden ausharren, weil Gottes Geist in ihren Herzen wohnt!

Römer 5,1-5
»Da wir nun aus Glauben gerechtfertigt sind, so haben wir Frieden mit Gott durch unseren Herrn Jesus Christus, durch den wir im Glauben auch Zugang erlangt haben zu der Gnade, in der wir stehen, und wir rühmen uns der Hoffnung auf die Herrlichkeit Gottes. Aber nicht nur das, sondern wir rühmen uns auch in den Bedrängnissen, weil wir wissen, dass die Bedrängnis standhaftes Ausharren bewirkt, das standhafte Ausharren aber Bewährung, die Bewährung aber Hoffnung; die Hoffnung aber lässt nicht zuschanden werden; denn die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben worden ist

Herzliche Grüße,
Anton
»Meine Gnade muss dir genügen, denn meine Kraft gelangt in der Schwachheit zur Vollendung.«
2.Korinther 12,9 | -> "Best Message"

Gast

Beitragvon Gast » 09.07.2010 20:32

maxb hat geschrieben:1. Petrus 1,23
Denn ihr seid wiedergeboren nicht aus vergänglichem Samen, sondern aus unvergänglichem, durch das lebendige und bleibende Wort Gottes.

Das Wort vollbringt die Wiedergeburt und damit kommt dann auch der Glaube.

Ich lese gerade das Buch "Der Heilige Geist" von Pink. Nach seiner Auffassung macht der Heilige Geist erst lebendig und dann bewirkt das Wort die Wiedergeburt. Er unterscheidet also zwischen "Lebendig machen" und "neugeboren werden" (vgl. S.75 Kapitel 11, Der Geist macht lebendig).
Samuel

joasch
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Beitragvon joasch » 21.08.2010 19:07

Samuel A. hat geschrieben:
maxb hat geschrieben:1. Petrus 1,23
Denn ihr seid wiedergeboren nicht aus vergänglichem Samen, sondern aus unvergänglichem, durch das lebendige und bleibende Wort Gottes.

Das Wort vollbringt die Wiedergeburt und damit kommt dann auch der Glaube.
Ich lese gerade das Buch "Der Heilige Geist" von Pink. Nach seiner Auffassung macht der Heilige Geist erst lebendig und dann bewirkt das Wort die Wiedergeburt. Er unterscheidet also zwischen "Lebendig machen" und "neugeboren werden" (vgl. S.75 Kapitel 11, Der Geist macht lebendig).
Samuel
Hallo Samuel,

bei Pink findet sich ohne Frage viel Gutes, aber diese Lehre, die typisch für die reformierte Theologie calvinscher Prägung ist (Peter Masters geht auch in diese Richtung; Luther hingegen betont mit Recht die untrennbare Einheit von Wort und Geist), steht nicht im Einklang mit der Schrift. Man versucht, das für uns Menschen Unergründliche zu ergründen, nämlich Gottes Wirken bei der Errettung (Joh 3,8), und gleitet von der Exegese ins Philosophieren ab.

Dabei macht Joh 3,15 deutlich, was mit "von neuem geboren werden" gemeint ist: es ist schlicht ein Bild für die Errettung durch den Glauben an Christus.

Ich stimme daher maxb zu: Gott wirkt den rettenden Glauben durch sein Wort. Nicht durch das Wort und den Heiligen Geist, der extra dazukommen müßte, weil das Wort an sich sonst machtlos wäre; vielmehr wirkt der Heilige Geist durch das Wort Gottes, und zwar durch dieses allein. Gottes Wort selbst "ist lebendig und wirksam und schärfer als jedes zweischneidige Schwert" (Hebr 4,12).

Gottes Wort und Gottes Geist sind nicht voneinander zu trennen, wie der Herr selbst deutlich sagt:
Der Geist ist es, der lebendig macht; das Fleisch nützt nichts. Die Worte, die ich zu euch geredet habe, sind Geist und sind Leben. (Joh 6,63)
Sehr ausführlich dazu (wenn auch leider teilweise schwer verständlich geschrieben) ist das Buch von Ronald Senk, Das Schwert des Geistes, auf das in diesem Thread bereits hingewiesen wurde.


Liebe Grüße
Joachim
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Joschie
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Beitragvon Joschie » 21.08.2010 19:29

Hallo Joasch
Ist denn die Wiedergeburt nicht eine direkte Einwirkung der Heiligen Geistes auf den menschlichen Geistund wie sahen es Calvin und die Puritaner wie Owen?
Gruß und Segen von Joschie
Tod, wo ist dein Stachel? Totenreich, wo ist dein Sieg? 1Kor 15,55

joasch
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Beitragvon joasch » 21.08.2010 21:08

Joschie hat geschrieben:Hallo Joasch
Ist denn die Wiedergeburt nicht eine direkte Einwirkung der Heiligen Geistes auf den menschlichen Geistund wie sahen es Calvin und die Puritaner wie Owen?
Gruß und Segen von Joschie
Hallo Joschie,

kurz gesagt: nö. Siehe oben; ausführlich dazu das erwähnte Senksche Mammutwerk. ;-)

Was Owen betrifft: Ich meine, er fährt hier die "klassische" reformierte Linie, also Trennung von Wort und Geist. Konkret bin ich hierzu überfragt und müßte erst nachforschen – aber sorry, dazu fehlt mir momentan die Zeit. $:(

Calvin sah es so, wie ich oben schon sagte: zum Wort müsse der Geist hinzukommen. Siehe Institutio III,2,33: "Deshalb wird durch das Wort nichts ausgerichtet ohne die Erleuchtung durch den Heiligen Geist." Das ist – pardon – grundfalsch und steht im Widerspruch zu den von mir oben zitierten Bibelversen. In Sachen Gottes Geist und Menschengeist äußert sich Calvin in Inst. III,2,34 genau so, wie Du es oben beschrieben hast. Aber das ist – nichts für ungut – wie schon gesagt Philosophiererei und keine saubere Auslegung der Schrift.

LG Joachim
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lutz
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Beitragvon lutz » 21.08.2010 22:59

Kleine Anmerkung zu Calvin:

Wer Calvins Institutio und vielleicht auch noch Auslegung von ihm kennt, der wird feststellen, dass es Bereiche gibt, in denen er Aussagen trifft, die scheinbar nicht zusammenpassen.
Damit will ich sagen, es ist mitunter nicht so einfach mit seinen Lehraussagen.
Das Verhältnis von Wort und Geist bei Calvin lässt sich aber nicht auf diesen einen Satz reduzieren:
Institutio III,2,33: "Deshalb wird durch das Wort nichts ausgerichtet ohne die Erleuchtung durch den Heiligen Geist."
Wir finden eben auch in Institutio I, 9, 3 (Wort und Geist gehören unzertrennlich zusammen):
„ … Die Kinder Gottes müssen eine ganz andere Nüchternheit walten lassen. Sie sehen, dass sie ohne Gottes Geist ohne alles Licht bleiben, und darum wissen sie sehr wohl, dass das Wort das Organ ist, durch welches der Herr den Gläubigen die Erleuchtung seines Geistes zuteil werden lässt. …“

Oder in Institutio IV, 8, 13 (Wort und Geist gehören unzertrennlich zusammen):
„ … Jetzt lässt sich ohne Weiteres entnehmen, wie verkehrt unsere Widersacher handeln, die sich des Heiligen Geistes allein zu dem Zweck rühmen, um unter seinem Namen solche Lehren anzupreisen, die dem Worte Gottes fremd sind und außer ihm stehen, während der Heilige Geist doch selber ein unzertrennliches Band mit dem Worte Gottes verbunden sein will und Christus dies von ihm bezeugt, …“

Lutz

PS: Das Buch von R. Senk kann ich auch immer wieder nur empfehlen und ich möchte an der Stelle auch wieder auf den freizugänglichen Teil verweisen:
http://www.betanien.de/Material/wortundgeist.pdf


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