Lehren der Gnade & andere Sichtweisen

Lehrfragen in Theorie und Praxis - also alles von Bibelverständnis über Heilslehre und Gemeindelehre bis Zukunftslehre

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Peter01
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Beitragvon Peter01 » 10.08.2012 10:46

Hallo Florian,

ich gebe dir Recht, dass Paulus sich oftmals auf die Werke des Gesetzes bezieht (wie z.B. Röm 3,20; 9,23; Gal 2,16; 3,10 usw.). Doch kann man daraus nicht schließen, dass mit Werken immer diejenigen, des Gesetzes gemeint sind. Jakobus z.B. spricht auch von Werken Abrahams (vgl. Jak 2,21). Damals war das Gesetz Mose noch nicht da. Auch Paulus spricht einfach nur von Werken (z.B. Röm 11,6; Eph 2,9), wo man nicht mit Sicherheit behaupten kann, dass er sich dabei auf das Gesetz bezieht, zumal er meistens auch an Heiden schreibt, die nicht unter dem Alten Bund (somit unter dem Gesetz Mose) stehen, sondern unter dem neuen Bund sind.

Ein Werk hat eine weite Wortbedeutung: Es kann Arbeit, Beschäftigung, Tat, Handlung usw. bedeuten. Etwas, was jemand zu tun hat, oder tun muss. Wie man es auch auslegt, damit ist immer eine aktive Handlung gemeint. Wenn z.B. ein Mensch heute glaubt, dass er durch Gottesdiesntbesuche, durch die Teilnahme am Abendmahl, und durch ein mit guten Vorsätzen angestrebtes Leben gerettet wird, so würde es genauso auf eine Werksgerechtigkeit hinauslaufen.

Angenommen, es wird behautet, dass der Mensch aus sich heraus, ohne Gottes Wirkung, glauben muss, dann würde es ebenso auf eine Werksgerechtigkeit hinauslaufen. Wenn für Paulus Glaube das Gegenteil von einem Werk ist, so spricht er immer das biblische Verständnis vom Glauben an - nämlich dass dieser ein Geschenk Gottes ist. Dann ist es selbstverständlich das Gegenteil von einem Werk. Behautet aber jemand, dass der Glaube kein Geschenk ist, und von jedem Menschen produziert werden kann, wird der Glaube zu einem Werk. Dann befindet sich der Mensch, der so etwas behauptet, aber nicht mehr in dem biblischen Verständnis vom Glauben des Paulus und kann daher auch seine Verse bezüglich Glaube und Werk nicht mehr für sein Verständnis gebrauchen. Dies würde ein Missbrauch der Heiligen Schrift sein.

Ich hoffe, dass es verständlich ist...

Gruß

Peter

lutz
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Beitragvon lutz » 10.08.2012 19:14

Florian:
Wenn er [Paulus] den Begriff "Werk" hernimmt meint er damit immer "das halten des alttestamentarischen Gesetzes" auf dessen Grundlage man sich die eigene Errettung erhofft.
Er konstrastiert also immer "Glaube" mit "Werk"
Peter hat dazu ja schon etwas gesagt, ich möchte ergänzen:

Was ist für Parkinson „Glaube“?
(Also ich habe das Buch nicht geborgt – deutsche Ausgabe -, ich besitze es.)
Auf Seite 79/80 schreibt er:
„In den paulinischen Briefen werden Glauben und Werke immer als Gegensätze gesehen. Die Errettung ist eine Gabe Gottes, die man im Glauben empfängt. Man kann sie eben nicht aus sich selbst heraus erlangen, sie ist nicht Verdienst eigener Werke. Die Begriffe Glaube und Werke schließen sich also gegenseitig aus. Das ganze Konzept einer Errettung aus Werken beruht darauf, dass mit Werken etwas verdient wird. Doch Paulus betont, dass die Errettung nicht aus Werken geschieht, sondern durch Glauben. Der Glaube ist weder ein Werk noch sonst ein rühmenswerter Beitrag des Sünders zur Errettung….“

Auf Seite 76 steht:
„Die Bibel lehrt nirgends, dass der Mensch absolut unfähig sei, mit Glauben auf das Evangelium zu reagieren. Paulus lehrt, dass das Evangelium „Gottes Kraft“ sei, „zur Errettung für jeden, der glaubt“ (Röm. 1, 16). Die Kraft liegt also im Evangelium, nicht im Sünder. Für den Sünder bleibt nichts zu tun, als zu glauben [Hervorhebung wie im Buch selbst] und in der Bibel steht nirgends, dass er dazu unfähig wäre.“

Parkinson gesteht zu, dass dieser Glaube durchaus (ähnlich wie Gesundheit …) von Gott geschenkt sei. Das erkennt er gerne an. (S. 80).
Als Leser (ich kenne Parkinson sonst nicht weiter) komme ich natürlich auf den Gedanken: der Glaube, den Parkinson meint, ist so ähnlich wie „ein Arm“, „ein Bein“, „Sehfähigkeit“ ….
Kein Verdienst!!! Wir sind so ausgestattet.
Nur muss man doch hier bedenken, dass Parkinson dann vor die Fähigkeit bzw. vor die Möglichkeit etwas setzen muss (aus dem Menschen heraus), damit „das Bein läuft“, „der Arm sich bewegt“ bzw. „die Augen sich öffnen“ …

Wahrscheinlich wird das dann am Wollen liegen, das wiederum die Basis für eine Wahl bzw. Entscheidung ist.

Wenn du jetzt, „Werke“ bei Paulus im Gegensatz zum Glauben an das alttestamentliche Gesetz bindest – kommst du doch hier nicht weiter.
Dieses Gesetz kennt doch sehr wohl eine Aufforderung namens: „Wähle …!“
Also eine Argumentation: „Wahl“ hätte mit Gesetz und Werken nichts zu tun – greift nicht.

Paulus schreibt in Galater 3, 12 (Menge): „Das Gesetz aber hat mit dem Glauben nichts zu tun, sondern (da gilt): „Wer sie (d. h. die Vorschriften des Gesetzes) erfüllt hat, der wird durch sie leben“ (3. Mose 18, 5)“
Es ist nicht schlüssig dieses gesetzliche „Wähle!“ hier raus zu nehmen.

Dass Paulus „Glaube“ so pauschal den „Werken“ gegenüber stellt, dass man mit Parkinson sagen dürfte: Für den Sünder bleibt nichts zu tun, als zu glauben wird doch dem Paulus nicht gerecht.
Sagt er doch selbst in Galater 5, 6: „Denn in Christus Jesus hat weder die Beschneidung noch das Unbeschnittensein irgend welche Bedeutung, sondern nur der Glaube, der sich durch Liebe betätigt.“
Und das wiederum ist völlig im Einklang mit dem Jakobusbrief, der uns über „lebendigen Glauben“ belehrt.
Also den Glauben als ein „Nichtstun“ zu begreifen im Gegensatz zu „Tun“ (Werke) ist nicht korrekt.
Parkinson könnte man aber dahingehend in der deutschen Ausgabe so (Glaube = Nichtstun, deshalb kann Glaube nie Werk sein) verstehen.

Lutz

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Joseph28
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Beitragvon Joseph28 » 11.08.2012 07:32

Geliebte Brüder…

Unser Glaube ist sowohl sichtbar als auch unsichtbar.
Römer 1, 17 (Schlachter 2000) hat geschrieben:denn es wird darin geoffenbart die Gerechtigkeit Gottes aus (unsichtbarem) Glauben zum (sichtbaren) Glauben, wie geschrieben steht: »Der Gerechte wird aus Glauben leben«.
Paulus dann entwickelt den Begriff in dem Römerbrief, dass unser unsichtbarer Glaube läuft auf die Gerechtigkeit Gottes hinaus, die dann wieder offenbar wird, und somit sichtbar.
Römer 2, 13-16 (Schlachter 2000) hat geschrieben:denn vor Gott sind nicht die gerecht, welche das Gesetz hören, sondern die, welche das Gesetz befolgen, sollen gerechtfertigt werden. Wenn nämlich Heiden, die das Gesetz nicht haben, doch von Natur aus tun, was das Gesetz verlangt, so sind sie, die das Gesetz nicht haben, sich selbst ein Gesetz, da sie ja beweisen, dass das Werk des Gesetzes in ihre Herzen geschrieben ist, was auch ihr Gewissen bezeugt, dazu ihre Überlegungen, die sich untereinander verklagen oder auch entschuldigen — an dem Tag, da Gott das Verborgene der Menschen durch Jesus Christus richten wird nach meinem Evangelium.
Das Gesetz geschrieben in Herzen ist ein direkter Hinweis auf den Neuen Bund (Hebräer 8, 10). Die Manifestation ist die Frucht der Liebe, welche die Erfüllung des Gesetzes ist, das heißt, erfüllt die Liebe die Rechtsbestimmungen des Gesetzes.

Wir glauben an den unsichtbaren Samen des Wortes Gottes. Die sichtbare Manifestation ist Frucht. Jakobus ist fast sarkastisch, als er ein paradoxes Beispiel verwendet, dass „der Glaube“ der unsichtbaren Dämonen hat eine tatsächliche Manifestation in Schaudern, was Angst ist (Jakobus 2, 19). Unsichtbarer Glaube hat sogar seine Erscheinung unter Dämonen! Der sichtbare Ausdruck unseres Glaubens ist nicht Furcht, sondern Liebe. Die Liebe ist sichtbar, wenn wir einander lieben, wie Christus uns liebte. Wie Spreu und Weizen, sind Schafe und Ziegen nicht zu unterscheidend von der Entfernung. Was sie unterscheidet ist die Liebe für den Leib Christi.
Matthäus 25, 44-46 (Schlachter 2000) hat geschrieben:Dann werden auch sie ihm antworten und sagen: Herr, wann haben wir dich hungrig oder durstig oder als Fremdling oder ohne Kleidung oder krank oder gefangen gesehen und haben dir nicht gedient? Dann wird er ihnen antworten: Wahrlich, ich sage euch: Was ihr einem dieser Geringsten nicht getan habt, das habt ihr mir auch nicht getan! Und sie werden in die ewige Strafe hingehen, die Gerechten aber in das ewige Leben.
Die Ziegen hatten das Aussehen der Gerechtigkeit, aber gab es keine Liebe für den Leib Christi. Wie erwähnt von der Textstelle aus dem Römerbrief da oben, wird der Herr die Geheimnisse der Herzen beurteilen. Das heißt, nur diejenigen, die das Gesetz in die Herzen geschrieben haben, sind diejenigen, die durch Glaube leben. Dieser Glaube ist sowohl sichtbar als auch unsichtbar.

Liebe Grüße,
Joseph

Manfred01
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Beitragvon Manfred01 » 11.08.2012 13:38

Nach der Predigt des Petrus an Pfingsten, fragen ihn die Menschen, was sie tun sollen.
Die Antwort:
Buße (Sinnesänderung), Taufe, dann Geistempfang.

Der Kerkermeister fragt: was soll ich tun?
Antwort: Glaube an den Herrn.

Die Juden fragen: Was müssen wir tun, damit wir die Werke Gottes tun?
Jesus sagt: Glaubet an mich.

Hier werden Menschen aktiv aufgefordert etwas zu tun - nämlich zu glauben.

Und ich wiederhole mich:
Das Werk des Heiligen Geistes an allen Menschen besteht nach Joh 16. darin, dass er den Unglauben den Menschen demonstrativ vor Augen stellt.
Und da der Glaube aus der Predigt kommt, müssen Menschen das ganze Evangelium hören um sich entscheiden zu können.

Und das ganze Evangelium beinhaltet dies:
Es gibt nur einen Weg zu Gott: Jesus.
Wer diesen Weg ablehnt, geht verloren.
Der Glaube ist Voraussetzung. (Wer zu Gott kommen will, der muß glauben, dass er ist und ein Vergelter denen ist, die ihn suchen Hebr.11,6)
Anschließend geschieht folgendes:
Durch das Wasserbad im Wort geschieht die Wiedergeburt.

Vor dem gläubigen annehmen des Evangeliums reden die Apostel nie von Auserwählung , sondern immer nachher.

Der gleiche Petrus, der in seinem Brief die Gläubigen als Auserwählte anspricht, tut dies nicht an Pfingsten, denn die Reihenfolge ist Klar:
Buße, Glaube, Taufe, Geistempfang- das sind die Auserwählten.

Und das ist ja wohl jedem Bibelleser klar:
Durch unsere eigene Werke geschieht keine Errettung.
Aber wenn das NT die Menschen auffordert Buße zu tun, dann ist es ein aktives "Werk".

Jesus selbst fordert die ihn Fragenden auf, die Gebote zu halten um in das Himmelreich zu kommen.

Manfred
1.Kor.14. 26: Lasset alles geschehen zur Auferbauung.

Manfred01
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Beitragvon Manfred01 » 11.08.2012 13:46

Lieber Joschi,
Du schreibst:
Gott muß sein Wort nicht erst besonders durch den Heiligen Geist bestätigen lassen oder es "demonstrativ vor den Augen stellen"!!

Es tut mir leid, aber es steht nun mal so, dass dies der heilige Geist tut, um Menschen mit dem Wort zu konfrontieren, damit sie sich entscheiden können.

Es geht hier nicht um eine "Bestätigung", sondern um die Gnade Gottes, die durch den Geist Menschen anspricht.

Wir sehen heute unter den islamischen Leuten einen geistlichen Aufbruch, wo der Heilige Geist eben dies tut, dass er diese Menschen mit dem Wort Gottes konfrontiert - auch zunächst ohne Wortverkündigung vor Ort.

Wenn Du dir diese Zeugnisse anhörst, wirst Du merken, dass es diesen grundsätzlichen Willen Gottes gibt, dass Er will, dass alle Menschen errettet werden.

Und ER tut Seinen Teil, indem der heilige Geist, den Menschen die Sünde des Unglaubens demonstrativ vor Augen stellt und sie darauf reagieren können mit Ja oder Nein.

Lieben Gruß
Manfred
1.Kor.14. 26: Lasset alles geschehen zur Auferbauung.

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Joseph28
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Beitragvon Joseph28 » 13.08.2012 06:38

Bruder Manfred hat geschrieben:Vor dem gläubigen annehmen des Evangeliums reden die Apostel nie von Auserwählung , sondern immer nachher.
Bruder Manfred…

Du trafst den Nagel auf den Kopf. (Deine Annahme ist natürlich, dass im Neuen Bund Christus für alle Sünder der Welt gestorben ist.) Der Ungläubige kann daher nicht folgern, dass die Lehre der Auserwählung eine Ausschluss der Ungläubigen „a priori“ ist. Das heißt, es gibt keinen Sünder, der sagen kann, dass seine Sünden so schrecklich seien, dass sie unverzeihlich sind, und deshalb könnte er nicht unter den Auserwählten jemals in dem Sinne Gottes „a priori“ gewesen sein. Mit anderen Worten, wenn Christus für alle Menschen gestorben ist, dann kann sogar der schlimmste Sünder glauben, dass er unter den Auserwählten sein könnte, wenn er nur an Christus wie ein Kind glaubt, weil Christus für alle Menschen gestorben ist. Die Auserwählten sind daher nicht die Übermenschen Gottes; stattdessen sind sie nur einfach „Gefäße der Barmherzigkeit“ (Römer 9, 23-24).

Liebe Grüße,
Joseph
„Und dies schreiben wir euch, damit eure Freude vollkommen sei.“ (1.Johannes 1,4)

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Peter01
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Beitragvon Peter01 » 13.08.2012 18:01

Manfred01 hat geschrieben:Nach der Predigt des Petrus an Pfingsten, fragen ihn die Menschen, was sie tun sollen.
Die Antwort:
Buße (Sinnesänderung), Taufe, dann Geistempfang.

Der Kerkermeister fragt: was soll ich tun?
Antwort: Glaube an den Herrn.

Die Juden fragen: Was müssen wir tun, damit wir die Werke Gottes tun?
Jesus sagt: Glaubet an mich.

Hier werden Menschen aktiv aufgefordert etwas zu tun - nämlich zu glauben.
Hallo Manfred,

du bringst etwas total durcheinander. Wenn wir davon sprechen, dass der Mensch zu seiner Errettung nichts hinzufügen kann (keine Entscheidung, kein JA-sagen), so sprechen wir immer von dem natürlichem Zustand des Menschen, der im angeboren ist. Er ist völlig nicht imstande sich für Jesus zu entscheiden, weil er tot in Sünden ist.

Das einer, der errettet wird, glauben muss steht hier überhaupt nicht zur Diskussion. Dass jemand sich bekehren muss, ebenso wenig. Das, was ich deutlich machen möchte, ist, dass die Fähigkeit zu Gott JA zu sagen, wenn du so willst, die "Entscheidung" (ein übles Wort, das ich in der Errettungsfrage nicht gerne verwende, da es auf den Menschen hinweist und die Errettung so falsch verstanden werden kann) zu treffen, Gott anzunehmen, auf der Grundlage der Schrift auf Gottes Wirkung zurückgeführt werden muss.
Manfred01 hat geschrieben:Der Glaube ist Voraussetzung.
Auf keinen Fall ist der Glaube Voraussetzung. Du verwechselst das Objekt der Errettung mit dem Mittel. Die Voraussetzung ist die Gerechtigkeit Christi und sein Sühneopfer. Der Glaube ist das Mittel, wodurch einem Menschen die Gerechtigkeit Christi angeeignet wird, indem er den stellvertretenden Tod Jesu Christi und die Zurechnung seiner Gerechtigkeit für wahr hält.

Manfred01 hat geschrieben:Vor dem gläubigen annehmen des Evangeliums reden die Apostel nie von Auserwählung , sondern immer nachher.

Der gleiche Petrus, der in seinem Brief die Gläubigen als Auserwählte anspricht, tut dies nicht an Pfingsten, denn die Reihenfolge ist Klar:
Buße, Glaube, Taufe, Geistempfang- das sind die Auserwählten.


Lieber Manfred, ich würde vorschlagen, dass du das Thema Auserwählung in der Bibel sehr genau studierst. Wahrscheinlich werden dir die vielen Beiträge, die hier im Bifo schon zu diesem Thema abgehandelt wurden, helfen.

Auf Grundlagen deiner Beiträge, nehme ich sehr stark an, dass du die Auserwählungslehre entweder nicht richtig verstanden hast, oder du hast sie verstanden, möchtest diese aber -aus welchem Grund auch immer-nicht überbetonen.

Ich meine für die Aposteln war es selbstverständlich, dass die Erwählung nicht erst nach der Buße usw. stattgefunden hat, sondern vor Grundlegung der Welt -nach der Vorsehung Gottes (vgl. Eph. 1,4; Röm 8,30f).

Manfred01 hat geschrieben:Und das ist ja wohl jedem Bibelleser klar:
Durch unsere eigene Werke geschieht keine Errettung.


Glaub mir, es ist nicht jedem Bibelleser klar. Auch wenn er es behauptet, heißt es nicht, dass er es auch verstanden hat. Durch Werke geschieht keine Errettung. Richtig, doch wenn du hier behauptest, dass etwas von dem Menschen Abhängt und sei es ein JA-sagen, dann hast du mit diesem Satz dir selbst widersprochen.

Gruß

Peter

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Beitragvon Manfred01 » 13.08.2012 18:41

Lieber Peter01,
Du schreibst:
Er ist völlig nicht imstande sich für Jesus zu entscheiden, weil er tot in Sünden ist.

Und doch heisst es in Joh 16 dass der Heilige Geist diesen "toten" Menschen das Evangelium vor das Gewissen stellt.

Sei gesegnet
Manfred 01
1.Kor.14. 26: Lasset alles geschehen zur Auferbauung.

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Joschie
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Beitragvon Joschie » 15.08.2012 13:13

Joschie hat geschrieben:
Joseph28 hat geschrieben:Mit anderen Worten, wenn Christus für alle Menschen gestorben ist, dann kann sogar der schlimmste Sünder glauben, dass er unter den Auserwählten sein könnte, wenn er nur an Christus wie ein Kind glaubt, weil Christus für alle Menschen gestorben ist. Die Auserwählten sind daher nicht die Übermenschen Gottes; stattdessen sind sie nur einfach „Gefäße der Barmherzigkeit“ (Römer 9, 23-24).
Joseph, lange Rede kurzer Sinn, es geht im Prinzip um die Frage: "Hat der Mensch einen freien Willen oder nicht". Als Antwort auf diese Frage, gibt es nur ein Ja oder ein Nein und kein Jein. Jeder muss auf diese Frage für sich ganz allein die Antwort finden. Diese Fragestellung ist von der Lehre der Gnade und auch der Lehre der Erwählung nicht zu trennen.
Die Fragestellung, ob freier Wille oder nicht, ist ja nicht neu in der
Kirchengeschichte, hier die bekanntesten Beispiele:
unfreier Wille-freier Wille
> Augustin - Pelagius
> Luther - Erasmus
> Calvin - Arminius
> Whitefield - Wesley
Joschie
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Beitragvon Joschie » 15.08.2012 18:34

Manfred hat geschrieben:Es tut mir leid, aber es steht nun mal so, dass dies der heilige Geist tut, um Menschen mit dem Wort zu konfrontieren, damit sie sich entscheiden können.
Wo genau steht das Gott sein Wort erst besonders durch den Heiligen Geist bestätigen lassen muß und es dadurch demonstrativ vor den Augen der Menschen stellt? Die Lehre, dass die Bibel also das inspirierten Wort Gotte erst richtig wirksam wird, durch den Heiligen Geist ist nicht neu in der Kirchengeschichte, dieses besagt aber nicht das Sie richtig ist. Dazu einige Beispiele:

-Gnostizismus kommt vom griechischen Begriff "gnosis": Erkenntnis. Dazu
In 1.Tim. 6,20. "Bewahre, was dir anvertraut ist, und meide das ungeistliche lose Geschwätz und das Gezänk der fälschlich so genannten Erkenntnis (gnosis)"

-Der Montanismus war eine christliche prophetische Bewegung seit etwa 160 n.Chr. in Kleinasien. Die Mitglieder glaubten, Offenbarungen des Heiligen Geistes zu besitzen, die ihrem Gründer Montanus angesichts des nahen Weltendes eingegeben worden seien. Ihre strenge Ethik war auf eine Erneuerung und Vervollkommnung der kirchlichen Lebensordnung (Martyrium, Ehe, Fasten, Buße). Montanus erhob den Anspruch, das eschatologische Sprachrohr des Parakleten zu sein, der bereits im Evangelium nach Johannes (14,16) erwähnt wird. Er verkündete das nahe Ende des gegenwärtigen Zeitalters.
Aussprüche von Montanus:
1. Siehe, der Mensch ist wie eine Lyra, und ich fliege hinzu wie ein Plektron. Der Mensch schläft, und ich wecke (ihn). Siehe, es ist der Herr, der die Herzen der Menschen erregt und den Menschen ein neues Herz gibt. (Epiph., Pan. 48,4,1) - 2. Weder ein Engel noch ein Sendbote, sondern ich, der Herr, Gott der Vater ist gekommen. (Epiph., Pan. 48,11,9) - 3. Ich bin der Herr, Gott, der Allmächtige, wohnend in einem Menschen. (Epiph., Pan. 48,11,1) - 4. Warum nennst du den über einen Menschen (Hinausragenden) gerettet? Wird doch der Gerechte hundertfach mehr leuchten als die Sonne, die Kleinen aber unter euch, die gerettet werden, hundertfach mehr als der Mond.(Epiph., Pan. 48,10,3) Von Maximilla:
5. Hört nicht auf mich, sondern hört auf Christus. (Epiph., Pan. 48,12,4) - 6. Der Herr hat mich gesandt als Anhänger, Enthüller und Deuter dieser Mühsal, dieses Bundes und dieser Verheißung, der, willens oder nicht, gezwungen ist, die Erkenntnis Gottes wahrzunehmen. (Epiph., Pan. 48,13,1) - 7. Ich werde verfolgt wie ein Wolf von den Schafen fort. Ich bin kein Wolf. Ich bin Wort und Geist und Kraft. (Orbanus bei Eus., Kirchengeschichte 5,16,17) - 8. Nach mir wird kein Prophet mehr sein, sondern die Vollendung. (Epiph., Pan. 48,2,4)

-Bei der Auseinandersetzung von Martin Luther mit Kaspar Schwenckfeld 1490-1561 ging es nicht an erster Stelle um das Tauf und Abendmahlsverständnis. Es ging an erster Stelle um die Bedeutung des inspirierten Wort Gottes.Schwenckfeld schreibt: "Wer nur das äußere Wort Schrift gelesen und gehört hat und nicht das innere Wort hat das Evangelium Christi nicht gehört, das Evangelium der Gnade, und hat es nicht empfangen und begriffen". Ja, er geht im Kampf gegen tote Orthodoxie vermeidet er in der Regel den Begriff "Wort Gottes" für die Schrift, und wird nicht müde zu wiederholen, dass das "ewige Wort" ohne Mittel geht und gar nicht an das "äußere Wort" gebunden ist. Statt "Geist" sagt Schwenkfeld zuweilen auch das innere Wort. Die Aussagen laufen auf eine Abwertung des inspirierten Wort Gotte hinaus, das einzige Fundament christlichen Glauben (Eph2.20).Es ist ein Verdienst von M.Luther (bei all seinen Schwächen) das, das er diese ersten Anläufe eines Neo-Mystizismus und Schwärmertums erkannt und abgewehrt hat.

-Sebastian Franck 1499-1542 Er studierte in Ingolstadt und Heidelberg Theologie und wurde anschließend katholischer Priester im Bistum Augsburg. Unter dem Einfluss von Luthers Lehren trat er zum Protestantismus über. Ab dem Jahr 1526 wirkte er als lutherischer Pfarrer in Büchenbach bei Nürnberg und von 1527 bis 1528 als Pfarrer in Gustenfelden bei Schwabach. 1528 entwickelte er die eigene Ideen eines dogmenfreien Christentums des Herzens. Franke war der Überzeugung, das Religion und Theologie nicht auf " äußere Autoritäten" wie das Papsttumoder die Bibel("papierener Tiger",sondern allein auf die eigene "Erfahrung" zu gründen sei. 1528 legte er sein Amt nieder, weil Luther nicht seinem religiösen Subjektivismus teilte und an der Autorität der Bibel festhielt. Bei Sebastian Franck gab es die vollende Einheit von mystische Subjektivismus und Spiritualismus.

-Thomas Müntzer 1489-1525. Müntzers Theologie vereinigt auf mystischem Boden spiritualistische, täuferische, apokalyptische und sozialrevolutionäre Elemente zu einer Einheit.
Müntzers Bibelverständnis: Die Bibel legt primär Zeugnis ab von den Erfahrungen, die erleuchtete seelen im Umgang mit dem lebendigen Gott gewonnen haben. Sie ist Einladung, für ähnliche Erfahrungen offen zu werden, und gleichzeitig Maßstab, an der eigene Erfahrungen zu messen sind. Die Bibel ist nur das verbum externum (äußerliches Wort), das das verbum internum (innerliches Wort) braucht, um im Menschen anzukommen. Das verbum internum bedarf jedoch nicht unbedingt des äußeren Wortes der Bibel, um Glauben zu erzeugen. Vor allem an dieser Stelle erfolgte der Bruch mit Luther.Nicht die Schriftgelehrten und – wie Müntzer wörtlich sagt – ihr Bücherwissen, sondern die Visionäre sind die wahrhaftigen Interpreten des Alten und Neuen Testaments. Erst der gottesfürchtige Seher kennt Gottes aktuellen Willen für die Gegenwart. Nur er hat das Recht der Verkündigung des Wortes Gottes.


-George Fox 1624-1691 Begründer der Quäker („Religiöse Gesellschaft der Freunde“).1647 begann Fox, seine Lehre vom „inneren Licht" zu verkünden. Nicht mehr das inspirierten Wort Gottessoll die Grundlage und Richtschnur des Glaubens sein, sondern die Einsprache des "Geistes bekommt den Vorrang! George Fox behauptete, in jedem Menschen wohne ein "inneres Licht", durch welches er göttliche Offenbarungen erhalten könne. Dementsprechend sind die Versammlungen der Quäker von der Erwartung des Redens Gottes – etwa verbunden mit körperlichen Manifestationen wie Zittern – geprägt. Durch ihre Lehren befinden sich die Quäker in der Nähe der Mystik und des Enthusiasmus.

Charles G. Finney 1792-1875. "Es ist das einer der größten und beklagenswertestens Mißstände heutzutage. Selbst bei aufrichtig frommen Pfarrern ist das Christentum in vielen Fällen so oberflächlich, dass sie die wirklich geistlich gesinnten Glieder ihrer Gemeinden nicht verstehen können. Ihre Predigten entsprechen ihren Bedürfnissen nicht und geben ihnen daher auch nicht die richtige Nahrung. Sie stimmen nicht mit den von ihnen gemachten Erfahrungen überein. Die betreffenden Geistlichen sind selbst nicht tief genug gegründet, um dem Schaden der ihnen anvertrauten Seelen auf den Grund zu gehen und die Gemeinde erwecken zu können.“ aus Charles G. Finney: Erweckung. Gottes Verheißung und unsere Verantwortung. Finney verabschiedet sich in seiner Theologie nicht nur von "Sola Scriptura" sondern auch von "Sola Gratia" in dem er meinte Erweckung sei jeder Zeit machbar.

-Wort-des-Glaubens-Bewegung. Die Wort-des-Glaubens Bewegung unterscheidet zwischen zwei Arten von Lehre: Logos und Rhema: Logos ist die vernünftige Rede, das geschriebene Wort der Bibel, theologische Reflexion und Lehre. Rhema hingegen ist das Wort Gottes, das sich „ereignet“. Es bezeichnet einen bestimmten ekstatischen Zustand, in dem einem das Wort Gottes bewusst wird. Man erfährt biblische Wahrheiten existentiell, spürt, wie sie für das eigene Leben Bedeutung haben. Dies ist der Zustand, der eigentlich dem Glauben (wie oben definiert) vorausgeht. Recht plötzlich erhält man einen tieferen oder gar korrigierten Einblick in biblische Zusammenhänge, und es steigt der Mut in einem auf, diese auf sein Leben zu beziehen.Kernpunkt der Theologie der Wort-des-Glaubens-Bewegung ist Kapitel 11 EU des Hebräer-Briefes aus dem Neuen Testament. Darin wird Glaube als etwas definiert, das den empirischen Bereich übersteigt. Festhalten an biblischen Verheißungen trotz gegenteiliger Erfahrungen ist für die Wort-des-Glaubens Lehre zentral. Man bleibt also in einem Zustand der Erwartung und der Gespanntheit auf die Dinge, die Gott einem verheißen hat. Wichtig dafür ist auch die Lehre, dass der gläubige Christ, insofern er an der Erlösungstat Jesu festhält, bereits vollkommen ist. Es liegt also dieser Theologie grundlegend eine Spaltung der Wirklichkeit in unsichtbare Realität und sichtbare, noch nicht verwirklichte Realität zugrunde. Gott hat sich laut Glaubensbewegung festgelegt, immer gemäß den biblischen Verheißungen und Prinzipien (ein beliebtes Wort in der Bewegung) zu handeln. Glauben hat jetzt damit zu tun, diese Prinzipien auf sein Leben anzuwenden.Der Glaubensbegriff hat also weniger die Dimension der Gottesbeziehung und mehr den Charakter von Inanspruchnahme bestimmter Verheißungen. Deswegen ist eine häufige Redewendung in diesen Kreisen, dass man „für etwas“ glaubt, also „Glauben hat“, bestimmte Dinge zu erlangen.

Fazit: Wort und Geist können nicht gegeneinander ausgespielt werden, sondern "Gott gibt seinen Geist nicht anders als so, dass das äußere Wort vorangeht; also nicht unmittelbar, >ohn Mittel<, sondern mittelbar" (P. Althaus, Die Theologie Martin Luthers, 1980, 43). Wäre der Geist nicht mehr an das äußere Bibelwort gebunden, dann wäre der Willkür, der Uneindeutigkeit und damit der Heillosigkeit Tür und Tor geöffnet. Gott aber "will, dass alle Menschen gerettet werden und sie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen" (1. Tim 2.4) – und das kann nur ermöglicht werden, wenn die Offenbarung Gottes innerlich klar und eindeutig ist. Mit Martin Luther sprechen wir deshalb von einer "litera spiritualis", einem geisthaltigen Wort und einem wortgebundenen Geist (WA 7,647ff.). Eine "direkte Offenbarung", ein Sprechen des Geistes Gottes unter Umgehung des äußeren Bibelwortes, ist somit mit dem biblischen Schriftverständnis unvereinbar.

Dieses sind nur einige Beispiele aus der Kirchengeschichte. Viele der hier genannten Personen, haben zu Recht Missstände der Kirchen in ihrer Zeit angesprochen und bemängelt. Das Tragische daran ist, dass sie subjektive Eindrücke und Erfahrungen gegen das Fundament= sola scriptura eingetauscht haben und so der Mystik und den Spiritualismus Tür und Tor geöffnet haben.Sollte ich in der kirchengeschichtlichen Darstellung Fehler haben, bitte ich euch mich zu berichtigen, wir können uns auch gerne über die kirchengeschichtlichen Themen austauschen.
Gruß Joschie
Tod, wo ist dein Stachel? Totenreich, wo ist dein Sieg? 1Kor 15,55

Shalom
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Beitragvon Shalom » 16.08.2012 05:56

Wäre der Geist nicht mehr an das äußere Bibelwort gebunden, dann wäre der Willkür, der Uneindeutigkeit und damit der Heillosigkeit Tür und Tor geöffnet...
Eine "direkte Offenbarung", ein Sprechen des Geistes Gottes unter Umgehung des äußeren Bibelwortes, ist somit mit dem biblischen Schriftverständnis unvereinbar.
Das Tragische daran ist, dass sie subjektive Eindrücke und Erfahrungen gegen das Fundament= sola scriptura eingetauscht haben und so der Mystik und den Spiritualismus Tür und Tor geöffnet haben.
Wie wahr! Doch der "Trend" läuft leider weiterhin darauf hinaus, auf einen Geist im eigenen Herzen zu hören. Die Bibel kennt man ja, hat man sie doch irgendwann vor 10 Jahren gelesen.
Eine gefährliche Tendenz die darauf hinausläuft, "sein zu wollen wie Gott".
Gruß und
Shalom

Shalom
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Beitragvon Shalom » 16.08.2012 06:57

Hallo Joseph,
Der Ungläubige kann daher nicht folgern, dass die Lehre der Auserwählung eine Ausschluss der Ungläubigen „a priori“ ist.
Aus meiner Erfahrung, macht sich der Ungläubige erst gar keine Gedanken über "Auserwählung", weil ihn das Wort Gottes nicht interresiert.
Das heißt, es gibt keinen Sünder, der sagen kann, dass seine Sünden so schrecklich seien, dass sie unverzeihlich sind, und deshalb könnte er nicht unter den Auserwählten jemals in dem Sinne Gottes „a priori“ gewesen sein
Ein Sünder, der seine Sünden als unverzeihlich erkennt, ist auf dem Weg zur Buße (also evtl.zu den Auserwählten)
Mit anderen Worten, wenn Christus für alle Menschen gestorben ist, dann kann sogar der schlimmste Sünder glauben, dass er unter den Auserwählten sein könnte, wenn er nur an Christus wie ein Kind glaubt
Als ich anfing wie ein Kind zu glauben, wusste ich 1.nicht, dass Christus schon für meine Sünden gestorben ist und
2. erst recht nichts von AUSERWÄHLUNG! Ich glaubte und ging auf die Knie.
Ich war also so ein "schlimmster Sünder" , dem n i e m a n d je was von der Erlösungstat Christus erzählt hat.
Und jetzt?
Ich verstehe nicht, was du genau mit diesem Beitrag sagen willst. Sorry, das liegt wohl an meinem Begriffsverständnis.
Meinst du vielleicht wenn ich jedem nur klarmache, dass alle "Auserwählte" sind, dann können auch alle glauben? Das Wort "Auserwählung" als Lockmittel?
Ich denke, dass ich damit die Gottlosigkeit noch mehr bestärke. Denn als Auserwählter kann manch Gottloser noch mehr seinen fleischlichen Gelüsten fröhnen....ist er doch auserwählt und auf der "sicheren Seite".
Ich glaube an die Auserwählung, weil Gott mein Leben innerhalb 1 Stunde total verändert hat und dies nicht bei einer Predigt, sondern während ich Fernsehen geschaut habe..ein ganz normaler Krimi.
Wäre ich nicht auserwählt, würde Gott ein böses Spiel mit mir treiben - mir mein sündiges Leben vorhalten, mich glauben lassen, nur um mich später zu verdammen?
Statt der "Gott hat alle lieb - Predigt" , muss viel mehr von Umkehr und Buße gepredigt werden. Angst u. Schrecken vor der ewigen Strafe muss gepredigt werden.
Ich könnte laut heulen, wenn ich dieses "Köpfchentätscheln" höre.
Kennst du Paul Washer? Soviel zu der großen Allliebe.
Die Auserwählten sind daher nicht die Übermenschen Gottes;
Wer könnte denn so denken?
Lieben Gruß und
Shalom


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