Was ist die Sünde gegen den Heiligen Geist?

Lehrfragen in Theorie und Praxis - also alles von Bibelverständnis über Heilslehre und Gemeindelehre bis Zukunftslehre

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Snubnose
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Was ist die Sünde gegen den Heiligen Geist?

Beitragvon Snubnose » 09.06.2013 20:16

War heute bei uns im Gottesdienst. Unser Pastor sprach zum Thema "Heiliger Geist". Ein paar Gedanken von der Predigt:

Manches kommt nicht zur Erfüllung weil wir geistliche Durchblutungsstörungen haben. Durch das bleiben fließt der "Saft".
Unter den Christen gibt es oft so eine Lesefaulheit. Wir befassen uns nur mit dem was wir im Gottesdienst hören. Man hat irgend wo etwas mal gelesen das Zungenrede aufhört. Zungenrede hört da auf, wenn Jesus wiederkommt.
Jedes Kind Gottes bekommt Geistesgaben. Wir sind im Glauben das wir keine kriegen. Auch die Jünger Jesus haben bei vielem nicht geglaubt. Auch Jünger Jesus können ungläubig sein. Wir glauben vieles nicht weil wir es nicht wissen.
Man hat früher vieles als Geist von unten eingestuft - welche Sünde.
(gemeint ist u.a. die Berliner Erklärung)
Wir sollen auch das Spiel beenden mit konkreter Sünde.
Frommer Unglaube ist genauso wie Götzendienst. In Mathäus 12 geht es um die Sünde gegen den Heiligen Geist. Aburteilen - diese Verantwortung habe ich nicht.
Der Heilige Geist ist Gentlemen - er drängt sich dir und mir nicht auf.
Der Heilige Geist soll mich neu bewegen. Man was kann Jesus aus deinem
Leben machen.
Manche haben Angst Gott könnte einem geben was einem nicht gut tut.
Geistliche Sattheit ist Sünde. Wir sollen nach den größeren Gaben streben.
Wenn der Körper nicht genug Sauerstoff bekommt fallen Sachen weg.
Wir sollen unser Denken verändern. Wir sollen Gottes Berufung und Fülle für unser Leben annehmen. Lebe ich in dieser Berufung.

Kleine Anmerkung: Ich gehe in keine charismatische Gemeinde sondern eine ganz normale evangelikale Gemeinde. Vieles war für mich neu, was unser Pastor gesagt hat. Bei vielem habe ich einfach zu wenig Hintergrundwissen. Was ist eigentlich die Sünde gegen den Heiligen Geist?
Hört das Zungenreden mit der Wiederkunft Jesus auf?
Was für Geistesgaben bekommen wir als Christen?
Sind wir einfach zu satt um auf die Stimme des Heiligen Geistes zu hören?
Wer kann da weiterhelfen?

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Joschie
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Beitragvon Joschie » 11.06.2013 20:13

Snubnose hat geschrieben:Was ist eigentlich die Sünde gegen den Heiligen Geist?
Ich versuche mal Dir eine Antwort zu geben. Ich halte es zu erst für wichtig alle relevanten Bibelstellen zu dieser Fragestellung sich erstmal durchzulesen. Dies sind für mich Apg 7,51; Hebr 10,26-29; Mt 12,31.32; Mk 3,28.29. Um den Kontext von Mt 12,31.32 besser zu verstehen, den Text von Mt 12,22-37
Dann wurde ein Besessener zu ihm gebracht, blind und stumm; und er heilte ihn, so dass der Stumme redete und sah. 23 Und es erstaunten die ganzen Volksmengen und sagten: Dieser ist doch nicht etwa der Sohn Davids? 24 Die Pharisäer aber sagten, als sie es hörten: Dieser treibt die Dämonen nicht anders aus als durch den Beelzebul9, den Obersten der Dämonen. 25 Da er aber ihre Gedanken wusste, sprach er zu ihnen: Jedes Reich10, das mit sich selbst entzweit ist, wird verwüstet; und jede Stadt oder jedes Haus, die mit sich selbst entzweit sind, werden nicht bestehen. 26 Und wenn der Satan den Satan austreibt, so ist er mit sich selbst entzweit. Wie wird denn sein Reich11 bestehen? 27 Und wenn ich durch Beelzebul die Dämonen austreibe, durch wen treiben eure Söhne sie aus? Darum werden sie eure Richter sein. 28 Wenn ich aber durch den Geist Gottes die Dämonen austreibe, so ist also das Reich12 Gottes zu euch gekommen. 29 Oder wie kann jemand in das Haus des Starken eindringen und seinen Hausrat rauben, wenn er nicht vorher den Starken bindet? Und dann wird er sein Haus berauben. 30 Wer nicht mit mir ist, ist gegen mich, und wer nicht mit mir sammelt, zerstreut. 31 Deshalb sage ich euch: Jede Sünde und Lästerung wird den Menschen vergeben werden; aber die Lästerung des Geistes wird nicht vergeben werden. 32 Und wenn jemand ein Wort reden wird gegen den Sohn des Menschen, dem wird vergeben werden; wenn aber jemand gegen den Heiligen Geist reden wird, dem wird nicht vergeben werden, weder in diesem Zeitalter13 noch in dem zukünftigen. - 33 Entweder macht den Baum gut, dann ist seine Frucht14 gut, oder macht den Baum faul, dann ist seine Frucht faul; denn an der Frucht wird der Baum erkannt. 34 Otternbrut! Wie könnt ihr Gutes reden, da ihr böse seid? Denn aus der Fülle des Herzens redet der Mund. 35 Der gute Mensch bringt aus dem guten Schatz Gutes hervor, und der böse Mensch bringt aus dem bösen Schatz Böses hervor. 36 Ich sage euch aber, dass die Menschen von jedem unnützen Wort, das sie reden werden, Rechenschaft geben müssen am Tag des Gerichts; 37 denn aus deinen Worten wirst du gerechtfertigt werden, und aus deinen Worten wirst du verdammt werden.
Dazu noch der der Text von Hebr 10,26-29
26 Denn wenn wir mutwillig sündigen, nachdem wir die Erkenntnis der Wahrheit empfangen haben, bleibt kein Schlachtopfer für Sünden mehr übrig, 27 sondern ein furchtbares Erwarten des Gerichts und der Eifer eines Feuers, das die Widersacher verzehren wird. 28 Hat jemand das Gesetz Moses verworfen10, stirbt er ohne Barmherzigkeit auf zwei oder drei Zeugen hin. 29 Wie viel schlimmere Strafe, meint ihr, wird der verdienen, der den Sohn Gottes mit Füßen getreten und das Blut des Bundes, durch das er geheiligt wurde, für gemein erachtet und den Geist der Gnade geschmäht hat? Der ganze Bibeltext

In beiden Texten wirkt der Heiligen Geistes nicht irgendwie allein, sondern er ist mit dem wirken und Werk Jesu Christi untrennbar verbunden. In beiden Texten wirkt der Heiligen Geistes nicht irgendwie allein, sondern er ist mit dem Wirken und Werk Jesu Christi untrennbar verbunden. Die Sünde wider den Heiligen Geist ist für mich nicht, wie immer noch oft behauptet wird, dass jemand sagt, dass die Zeichengaben aufgehört haben", dass sogenannte heutige Botschaften vom Heilgen Geist oder ihre Verkündiger hinterfragt werden. Die Lästerung des Geistes oder die Sünde wider den Heiligen Geist ist die Sünde derer, die durch das Wirken des Heiligen Geistes erkannt haben, dass Jesus der Sohn Gottes ist, Ihn aber dennoch verwerfen. In Matthäus 12,22-37 wird das besonders eindrücklich demonstriert.
Gruß Joschie
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Beitragvon Joschie » 29.06.2013 19:37

Snubnose hat geschrieben:Man hat früher vieles als Geist von unten eingestuft - welche Sünde.
(gemeint ist u.a. die Berliner Erklärung)
Frommer Unglaube ist genauso wie Götzendienst. In Mathäus 12 geht es um die Sünde gegen den Heiligen Geist. Aburteilen - diese Verantwortung habe ich nicht.
Es gab 1907 als die Berliner Erklärung veröffentlicht wurde Befürworter Neutale und Gegner dieser Erklärung, dieses hat sich bis heute nicht wesentlich geändert. Bei den meisten Veröffentlichungen zur B.E., die ich von Befürworter und Gegner gelesen habe, frage ich mich ernsthaft, ob die Autoren wirklich die ganze B.E. gelesen haben oder ob sie nur die Passagen über das Zungenreden kennen und benutzen. Im Punkt.4 der B.E. geht es um die Lehre vom "reinen Herzen", damit ist die Lehraussage gemeint, dass ein Christ sündlos leben kann. Diese verhängnisvolle Perfektionismuslehre ist durch die Heiligungsbewegung von England nach Deutschland gekommen. Der Vorwurf das B.E. eine Sünde wider den Heiligen Geist ist, ist nicht geschichtlich, inhaltlich noch biblisch haltbar. Es gibt die Aussagen von Charismatiker/Pfingstler, dass die Berliner Erklärung an vielen Dingen Schuld ist, weil sich danach der Heilige Geist aus Deutschland zurückgezogen hat. Aus diesem Grund ist der Nationalsozialismus an die Macht gekommen und es hat den Zweiten Weltkrieg mit all seinen Folgen gegeben. Ob die "Berliner Erklärung von 1909" heute noch aktuell ist, muss jeder für sich ganz allein entscheiden!

Hier der Text der "Berliner Erklärung von 1909"
Berliner Erklärung 1909
1. Wir sind nach ernster gemeinsamer Prüfung eines umfangreichen und zuverlässigen Materials vor dem Herrn zu folgendem Ergebnis gekommen:

a) Die Bewegung steht im untrennbaren Zusammenhang mit der Bewegung von Los Angeles, Christiana, Hamburg, Kassel, Großalmerode. Die Versuche, diesen Zusammenhang zu leugnen, scheitern an den vorliegenden Tatsachen.

b) Die sogen. Pfingstbewegung ist nicht von oben, sondern von unten; sie hat viele Erscheinungen mit dem Spiritismus gemein. Es wirken in ihr Dämonen, welche, vom Satan mit List geleitet, Lüge und Wahrheit vermengen, um die Kinder Gottes zu verführen. In vielen Fällen haben sich die sogen. "Geistbegabten" nachträglich als besessen erwiesen.

c) An der Überzeugung, dass diese Bewegung von unten her ist, kann die persönliche Treue und Hingebung einzelner führender Geschwister nicht irre machen, auch nicht die Heilungen, Zungen, Weissagungen usw., von denen die Bewegung begleitet ist. Schon oft sind solche Zeichen mit ähnlichen Bewegungen verbunden gewesen, z.B. mit dem Irvingianismus, ja selbst mit der "christl. Wissenschaft" (Christian Science) und dem Spiritismus.

d) Der Geist dieser Bewegung bringt geistige und körperliche Machtwirkungen hervor; dennoch ist es ein falscher Geist. Er hat sich als solcher entlarvt. Die hässlichen Erscheinungen wie Hinstürzen, Gesichtszuckungen, Zittern, Schreien, widerliches, lautes Lachen usw. treten auch diesmal in Versammlungen auf. Wir lassen dahingestellt, wie viel davon dämonisch, wie viel hysterisch oder seelisch ist, gottgewirkt sind solche Erscheinungen nicht.

e) Der Geist dieser Bewegung führt sich durch das Wort Gottes ein, drängt es aber in den Hintergrund durch sogen. "Weissagungen". Vgl. 2. Chron. 18, 18-22. Überhaupt liegt in diesen Weissagungen eine große Gefahr; nicht nur haben sich in ihnen handgreifliche Widersprüche herausgestellt, sondern sie bringen da und dort Brüder und ihre ganze Arbeit in sklavische Abhängigkeit von diesen "Botschaften". In der Art ihrer Übermittlung gleichen die letzteren den Botschaften spiritistischer Medien. Die Übermittler sind meist Frauen. Das hat an verschiedenen Punkten die Bewegung dahin geführt, dass gegen die klaren Weissagungen der Schrift Frauen, sogar junge Mädchen, leitend im Mittelpunkt stehen.

2. Eine derartige Bewegung als von Gott geschenkt anzuerkennen, ist uns unmöglich. Es ist natürlich nicht ausgeschlossen, dass in den Versammlungen die Verkündigung des Wortes Gottes durch die demselben innewohnende Kraft Früchte bringt. Unerfahrene Geschwister lassen sich durch solche Segnungen des Wortes Gottes täuschen. Diese ändern aber an dem Lügencharakter der ganzen Bewegung nichts. (Vergl. 2. Kor. 11, 3.4.14)

3. Die Gemeinde Gottes in Deutschland hat Grund, sich tief zu beugen darüber, dass diese Bewegung Aufnahme finden konnte. Wir alle stellen uns wegen unserer Mängel und Versäumnisse, besonders auch in der Fürbitte, mit unter dies Schuld. Der Mangel an biblischer Erkenntnis und Gründung, an heiligem Ernste und Wachsamkeit, eine oberflächliche Auffassung von Sünde und Gnade, von Bekehrung und Wiedergeburt, eine willkürliche Auslegung der Bibel, die Lust an neuen aufregenden Erscheinungen, die Neigung zu Übertreibungen, vor allem aber auch Selbstüberhebung, das alles hat dieser Bewegung die Wege geebnet.

4. In Besonderheit aber ist die unbiblische Lehre vom sogen. "reinen Herzen" für viele Kreise verhängnisvoll und für die sogen. Pfingstbewegung förderlich geworden. Es handelt sich dabei um den Irrtum, als sei die "innewohnende Sünde" in einem begnadigten und geheiligten Christen ausgerottet. Wir halten fest an der Wahrheit, dass der Herr die Seinigen vor jedem Straucheln und Fallen bewahren will und kann (1. Thess. 5, 23; Jud. 24.25; Heb. 13, 21) und dass dieselben Macht haben, durch den Heiligen Geist über die Sünde zu herrschen. Aber ein "reines Herz", das darüber hinausgeht, auch bei gottgeschenkter, dauernder Bewahrung mit Paulus demütig sprechen zu müssen: "Ich bin mir selbst nichts bewusst, aber dadurch bin ich nicht gerechtfertigt", empfängt der Mensch überhaupt auf Erden nicht. Auch der gefördertste Christ hat sich zu beugen vor Gott, der allein Richter ist über den wahren Zustand der Herzen, vgl. 1. Kor. 4, 4. "Wenn wir sagen, dass wir keine Sünde haben, so verführen wir uns selbst, und die Wahrheit ist nicht in uns", 1. Joh. 1, 8.

In Wahrheit empfängt der Gläubige in Christo ein fleckenlos gereinigtes Herz, aber die Irrlehre, dass das Herz in sich einen Zustand der Sündlosigkeit erreichen könnte, hat schon viele Kinder Gottes unter den Fluch der Unaufrichtigkeit gegenüber der Sünde gebracht, hat sie getäuscht über Sünden, die noch in ihrer Gedankenwelt, in ihren Versäumnissen oder in ihrem Zurückbleiben hinter den hohen Geboten Gottes in ihrem Leben liegen. Es kann nicht genug ermahnt werden, für die Sünde ein Auge sich zu bewahren, welches nicht getrübt ist durch eine menschlich gemachte Heiligung oder durch eine eingebildete Lehre von der Hinwegnahme der Sündennatur. Mangelnde Beugung über eigene Sünde verschließt den Weg zu neuen Segnungen und bringt unter den Einfluss des Feindes. Traurige Erfahrungen in der Gegenwart zeigen, dass da, wo man einen Zustand von Sündlosigkeit erreicht zu haben behauptet, der Gläubige dahin kommen kann, dass er nicht mehr fähig ist, einen Irrtum zuzugeben, geschweige denn zu bekennen. Eine weitere traurige Folge falscher Heiligungslehre ist die mit ihr verbundene Herabsetzung des biblischen, gottgewollten ehelichen Lebens, indem man mancherorts den ehelichen Verkehr zwischen Frau und Mann als unvereinbar mit wahrer Heiligung hinstellt, vgl. 1. Mose 1,28 und Eph. 5, 31.

5. In der sogen. Pfingstbewegung steht in Deutschland P. Paul als Führer vor der Öffentlichkeit. Er ist zugleich der Hauptvertreter der vorstehend abgewiesenen unbiblischen Lehren. Wir lieben ihn als Bruder und wünschen ihm und der Schar seiner Anhänger in Wahrheit zu dienen. Es ist uns ein Schmerz, gegen ihn öffentlich Stellung nehmen zu müssen. An Aussprachen mit ihm und an Ermahnungen im engeren und weiteren Brüderkreis hat es nicht gefehlt. Nachdem alles vergeblich war, müssen wir nun um seinet- und der Sache Gottes willen hiermit aussprechen: Wir, die unterzeichnenden Brüder, können ihn als Führer und Lehrer in der Gemeinde Jesu nicht mehr anerkennen. Wir befehlen ihn in Liebe, Glaube und Hoffnung der zurechtbringenden Gnade des Herrn.

6. Wir glauben, dass es nur ein Pfingsten gegeben hat (Apg. 2). Wir glauben an den Heiligen Geist, welcher in der Gemeinde Jesu bleiben wird in Ewigkeit, vgl. Joh. 14, 16. Wir sind darüber klar, dass die Gemeinde Gottes immer wieder erneute Gnadenheimsuchungen des Heiligen Geistes erhalten hat und bedarf. Jedem einzelnen gilt die Mahnung des Apostels: "Werdet voll Geistes!" Eph. 5, 18. Der Weg dazu ist und bleibt völlige Gemeinschaft mit dem gekreuzigten, auferstandenen und erhöhten Herrn. In ihm wohnt die Fülle des Geistes leibhaftig, aus der wir nehmen Gnade um Gnade. Wir erwarten nicht ein neues Pfingsten; wir warten auf den wiederkommenden Herrn.

Wir bitten hiermit alle unsere Geschwister um des Herrn und seiner Sache willen, welche Satan verderben will: Haltet euch von dieser Bewegung fern! Wer aber von euch unter die Macht dieses Geistes geraten ist, der sage sich los und bitte Gott um Vergebung und Befreiung. Verzaget nicht in den Kämpfen, durch welche dann vielleicht mancher hindurchgehen wird. Satan wird seine Herrschaft nicht leichten Kaufes aufgeben. Aber seid gewiss: Der Herr trägt hindurch! Er hat schon manchen frei gemacht und will euch die wahre Geistesausrüstung geben.

Unsere feste Zuversicht in dieser schweren Zeit ist diese: Gottes Volk wird aus diesen Kämpfen gesegnet hervorgehen! Das dürft auch ihr, liebe Geschwister, euch sagen, die ihr erschüttert vor den Tatsachen steht, vor welche unsere Worte euch stellen. Der Herr wird den Einfältigen und Demütigen Licht geben und sie stärken und bewahren.

Wir verlassen uns auf Jesum, den Erzhirten. Wenn jeder dem Herrn und seinem Worte den Platz einräumt, der ihm gebührt, so wird er das Werk seines Geistes, das er in Deutschland so gnadenreich angefangen hat, zu seinem herrlichen, gottgewollten Ziele durchführen. Wir verlassen uns auf ihn, der das spricht: "Meine Kinder und das Werk meiner Hände lasset mir anbefohlen sein!" (Jes. 45, 11 - wörtlich übersetzt)

Berlin, den 15 September 1909

Unterschrieben hatten:

Bähren, Hannover; Bartsch, Charlottenburg; Blecher; A. Dallmeyer; Broda, Gelsenkirchen; Dolmann; Engel, Neurode; Evers, Rixdorf; Frank, Hamburg; Grote, Oberfischbach; Hermann, Berlin; Heydorn; Huhn, Freinwalde; Ihloff; Jörn, Berlin; Kmitta; Knippel; Köhler, Berlin; Graf Korff; Kühn, Gr. Lichterfelde; Lammert, Berlin; Lohe; K. Mascher; Fr. Mascher, Lehe; Meister, Waldenburg; Merten, Elberfeld; Michaelis; v. Patow; Rohrbach; v. Rotkirch; Rudersdorf, Düsseldorf; Ruprecht, Herischdorf; Sartorius; Scharwächter; Schiefer, Neukirchen; Schopf, Witten; Schrenk; Schütz, Berlin; Schütz, Rawitsch; Seitz; Simoleit, Berlin; Stockmayer; v. Thiele-Winckler; Thiemann; v. Treskow; v. Thümmler; M. Urban; Urbschat, Hela; Vasel; v. Viebahn; Wächter, Frankfurt; Wallraff, Berlin; Warns, Berlin; Wittekindt; Wüsten, Görlitz; v. Zastrow, Gr. Breesen. Zustimmungen wurden erbeten an Wittekindt in Wernigerode.


Gruß Joschie
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Peter01
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Beitragvon Peter01 » 17.10.2013 12:14

Schnubnose hat geschrieben:Was ist eigentlich die Sünde gegen den Heiligen Geist?
Gibt es wirklich eine Sünde, die zu groß wäre, dass Christus diese sühnen konnte? Wohl nicht. Die Bibel lehrt nicht, dass Christus nur für bestimmte Sünden des Menschen gestorben wäre, während die anderen ihm weiter angehängt werden. Also um was geht es hier? Wie Joschie schon bemerkte, ist bei dieser Stelle der Kontext ausschlaggebend. Hier müssen wir aber nicht nur den Kontext von Kap. 12 betrachten, sondern was bisher insgesamt geschehen ist.

In Mt 12 findet ein Wendepunkt statt, was die Juden in Bezug auf Christus betrifft. Wir schauen auf das Evangelium sozusagen aus der Vogelperspektive: Im Matthäusevangelium geht es um zwei Dinge.

1. Wer ist Jesus?
2. Wozu ist er gekommen?

Die ersten 10 Kapitel handeln von der Offenbarung des Königs Jesus Christus. Wir erinnern uns: In Kap. 4 begann Jesus das Reich Gottes zu verkündigen. In Kap. 5-7 (Bergpredigt) unterwies er das Volk (insbesondere seine Jünger) in Bezug auf das Reich Gottes. In Kap. 8-9 verschaffte er seiner Lehre (von der Bergpredigt) Autoriät, indem er durch Wunderwirkungen auf die Verheißungen der Propheten im AT in Bezug auf den Messias verwies. Und es geht immer um die Frage: WER IST DIESER.

In Kap. 10 sendet er seine Jünger aus, das Reich Gottes zu verkündigen. Was hier bemerkenswert ist: Die Jünger dürfen nur zu den Juden gehen. Auf keinen Fall auf heidnische Straßen oder in heidnische Städte. Daraus merken und lesen wir auch an anderen Stellen, dass Jesus zuerst zu den Juden kam. Im Verlauf dieser ersten 10 Kapiteln merken wir auch wie die Spannung zwischen Jesus und den Führern des Volkes steigt. Zuerst werden sie mistrauisch, als Jesus Sünden vergibt, dann als er mit Sündern am Tisch sitzt usw. Also nochmal Kap. 10 zusammengefasst: Die Offenbarung des Königs.

In Kap. 11 und 12 sehen wir verschiedenartige Reaktionen der Juden auf den König. Es fängt mit Zweifel an (Johannes der Täufer), geht über Kritik (siehe das Gleichnis mit den Kindern auf dem Marktplatz), über Gleichgültigkeit (siehe die Weherufe über Städte), bis hin zur Ablehnung (siehe die Beratschlagung Jesus umzubringen) und so gar bis zur Gotteslästerung (Lästerung gegen den heiligen Geist).

Ab Kap. 13 fängt Jesus zum Volk über das Reich Gottes nur noch in Gleichnissen an zu sprechen. So langsam wird klarer, wie Jesus sich auch den Heiden offenbart.

Als Mensch war er auf den Geist Gottes angewiesen. Herleitung: Maria hat durch den Geist Gottes empfangen. Er wurde durch den Geist Gottes zur seiner Mission ausgerüstet (bei der Taufe Mt 3,15). Er wurde durch den Geist in die Wüste getrieben (Mk 1,12). Er kam von dort in der Kraft des Heiligen Geistes zurück (Lk 4,14). Jesus selbst hat dann gesagt, dass der Geist des Herrn auf ihm ist, und wozu? Antwort: lesen Lk 4,16-21. Sehr ihr? Alles was Jesus tat, geschah unter der Wirkung des Heiligen Geistes. Der Geist hat ihn ausgerüstet, der Geist hat in befähigt und der Geist wirkte, auch in der Austreibung des Besessenen von gerade eben. Daher, wenn den Pharisäern die Wirkung des Geistes so offenkundig offenbart wurde, sie aber diese Wirkung dem Satan zuschrieben? Wen lästerten sie damit? Den Geist Gottes.

Nochmal: Gott sagt nicht: Wenn du diese und jene Sünde tust, und zu mir kommst, werde ich dir nicht verzeihen. Nein Es gibt keine Sünde die so groß wäre, dass sogar der Tod Christi am Kreuz für diese Sünde nicht bezahlen könnte. Das ist unvorstellbar. Aber wenn ein Mensch alles gesehen hat, wenn er das Evangelium gehört hat und wenn er immer noch nicht glaubt, so gibt es einfach keinen anderen Weg für ihn als die Verdammung. Er bekommt keine Vergebung (vgl. Jes 5,3-4; Lk 13,6-9; Hebr 6,4-6; 10,26-27).

Gruß

Peter

Jose
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Re: Was ist die Sünde gegen den Heiligen Geist?

Beitragvon Jose » 24.11.2016 20:04

Hallo Snubnose,
du hattest einige Fragen gestellt.
Snubnose hat geschrieben:Was ist eigentlich die Sünde gegen den Heiligen Geist?
Als ich mich mit der Matthäusstelle beschäftigte, da fiel mir auf, dass es dort heißt:

"Die Pharisäer aber sagten, als sie es hörten: Dieser treibt die Dämonen nicht anders aus als durch den Beelzebul, den Obersten der Dämonen" Mt 12,24. Jesus ging darauf ein und sagte dann abschließend als Warnung: "Deshalb sage ich euch: Jede Sünde und Lästerung wird den Menschen vergeben werden; aber die Lästerung des Geistes wird nicht vergeben werden. Und wenn jemand ein Wort reden wird gegen den Sohn des Menschen, dem wird vergeben werden; wenn aber jemand gegen den Heiligen Geist reden wird, dem wird nicht vergeben werden, weder in diesem Zeitalter noch in dem zukünftigen" Mt 12,31.32. Ich sehe hier den Zusammenhang, dass wenn jemand genau weiß, dass etwas von Gott gewirkt wurde, - und das wussten die Pharisäer im Grunde (siehe Johannes 3,2) -, es aber dennoch dem Teufel zuschreibt, dann läuft man Gefahr, die Sünde wider den Heiligen Geist zu begehen.

Du erwähntest die Pfingstbewegung. Es war damals bestimmt keine einfache Zeit und es lag auch immense Druck vor. Mit der Berliner Erklärung von 1909 habe ich mich beschäftigt und auch wie sie entstand. Ich las, wie die wohl bekannteste Person der sogenannten Pfingstbewegung einen harten Kritiker auf den Bahnhof traf, auf ihn zuging, umarmte und herzlich fragte: „Gell, ich habe doch keinen Geist von unten?“ Gott wird über das ganze richten, auch über all das was wirklich falsch gelaufen ist.
Snubnose hat geschrieben: Was für Geistesgaben bekommen wir als Christen?
Darüber entscheidet letztlich Gott, aber wir dürfen IHN bitten. Es gibt heute leider viel falsche Geistesgaben und m.E. läuft das meiste im charismatischen Lager verkehrt. Aber es ist mir dennoch unmöglich, alles was heute geschieht als aus dem falschen Geist zu bezeichnen. Siehe auch den Beitrag hier.

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Re: Was ist die Sünde gegen den Heiligen Geist?

Beitragvon Joschie » 24.11.2016 20:19

Jose hat geschrieben:Du erwähntest die Pfingstbewegung. Es war damals bestimmt keine einfache Zeit und es lag auch immense Druck vor. Mit der Berliner Erklärung von 1909 habe ich mich beschäftigt und auch wie sie entstand. Ich las, wie die wohl bekannteste Person der sogenannten Pfingstbewegung einen harten Kritiker auf den Bahnhof traf, auf ihn zuging, umarmte und herzlich fragte: „Gell, ich habe doch keinen Geist von unten?“. Gott wird über das ganze richten, auch über all das was wirklich falsch gelaufen ist.
Jose, es wäre bestimmt interessant wenn Du hier mal die Namen und die Quelle für dieses Aussagen angeben würdest würdest ??!
In der Berliner Erklärung geht es nicht nur um die Geistesgaben auch wenn dieses von ganz verschiedenen Seiten so gesagt wird. Der Punkt 4 der B.E. wo es um die Lehre vom "reinen Herzen" geht ist der Umfangreichste Punkt, dieses bleibt heute so gut wie unerwähnt, leider :motz:
Gruß Joschie
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Re: Was ist die Sünde gegen den Heiligen Geist?

Beitragvon Jose » 24.11.2016 21:56

Jose, es wäre bestimmt interessant wenn Du hier mal die Namen und die Quelle für dieses Aussagen angeben würdest würdest ??!
Hallo Joschie.
Damit hast du bestimmt recht. Vielleicht kennst du z.B. das Buch:
Und flicken die Netze. Dokumente zur Erweckungsgeschichte des 20. Jahrhunderts
von Ernst Giese

Was die andere Aussage anbetrifft:
In der Berliner Erklärung geht es nicht nur um die Geistesgaben auch wenn dieses von ganz verschiedenen Seiten so gesagt wird. Der Punkt 4 der B.E. wo es um die Lehre vom "reinen Herzen" geht ist der Umfangreichste Punkt, dieses bleibt heute so gut wie unerwähnt, leider
Es war m.E. nicht das Thema hier, bezüglich der Sünde gegen den Heiligen Geist.

Ich finde manche Aussagen, im Zusammenhang mit dem „reinen Herzen“ auch nicht gut, aber es wurde von den Gegnern der Bewegung m.E. zu sehr instrumentalisiert und Erklärungsversuche ignoriert. Es gab auch eine Antwort auf die Berliner Erklärung, u.a. auch zu dem Punkt das „reine Herz“ betreffend. Siehe hierzu das erwähnte Buch von E. Giese, Seite 132.

Ich will keineswegs die Pfingstbewegung gutheißen, mit allem was lief. In dem erwähnten Buch wird auch sehr kritisch damit umgegangen. Aber es geht um ein „flicken der Netze“.


Vorhin hatte ich mich auch mit der Frage von Peter beschäftigt:
Peter01 hat geschrieben:Gibt es wirklich eine Sünde, die zu groß wäre, dass Christus diese sühnen konnte? Wohl nicht.
Christus könnte jede Sünde sühnen, aber so wie es nicht möglich war, einfach die Sünden zu vergeben, ohne dass ER am Kreuz starb, so heißt es auch, dass es unmöglich ist, die, welche abgefallen sind, wieder zur Buße zu erneuern, da sie für sich den Sohn Gottes wieder kreuzigen und dem Spott aussetzen (Hebr 6,6). Gott kann verstocken, Gott kann auch, wenn eine Grenze überschritten wurde, sagen: Nein, keine Vergebung mehr. ER IST GOTT und kann es tun.

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Re: Was ist die Sünde gegen den Heiligen Geist?

Beitragvon Snubnose » 03.12.2016 20:56

Und wer kann mir diese Fragen beantworten:

Hört das Zungenreden mit der Wiederkunft Jesus auf?
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Re: Was ist die Sünde gegen den Heiligen Geist?

Beitragvon Joschie » 06.12.2016 17:31

Snubnose hat geschrieben:Und wer kann mir diese Fragen beantworten:

Hört das Zungenreden mit der Wiederkunft Jesus auf?
Was für Geistesgaben bekommen wir als Christen?
Snubnose, die Frage mal andersrum gestellt warum sollen die Christen nach der Wiederkunft Jesus noch die Geistesgaben brauchen? Da Jesus Christus doch das Vollkommende ist!
Gruß Joschie
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Re: Was ist die Sünde gegen den Heiligen Geist?

Beitragvon Snubnose » 07.12.2016 17:33

Schon klar, aber es beantwortet nicht meine Frage! Was meinst Du dazu?

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Re: Was ist die Sünde gegen den Heiligen Geist?

Beitragvon Joschie » 08.12.2016 08:47

Snubnose hat geschrieben:Schon klar, aber es beantwortet nicht meine Frage! Was meinst Du dazu?
Zu deiner Frage 1Kor.13.
1 Wenn ich in den Sprachen der Menschen und der Engel rede, aber keine Liebe habe, so bin ich ein tönendes Erz geworden oder eine schallende Zimbel. 2 Und wenn ich Weissagung habe und alle Geheimnisse und alle Erkenntnis weiß, und wenn ich allen Glauben habe, so dass ich Berge versetze, aber keine Liebe habe, so bin ich nichts. 3 Und wenn ich alle meine Habe zur Speisung der Armen austeile und wenn ich meinen Leib hingebe, damit ich Ruhm gewinne, aber keine Liebe habe, so nützt es mir nichts. 4 Die Liebe ist langmütig, die Liebe ist gütig, sie neidet nicht, die Liebe tut nicht groß, sie bläht sich nicht auf, 5 sie benimmt sich nicht unanständig, sie sucht nicht das Ihre, sie lässt sich nicht erbittern, sie rechnet Böses nicht zu, 6 sie freut sich nicht über die Ungerechtigkeit; sondern sie freut sich mit der Wahrheit, 7 sie erträgt alles, sie glaubt alles, sie hofft alles, sie erduldet alles. 8 Die Liebe vergeht niemals; seien es aber Weissagungen, sie werden weggetan werden; seien es Sprachen, sie werden aufhören; sei es Erkenntnis, sie wird weggetan werden. 9 Denn wir erkennen stückweise, und wir weissagen stückweise; 10 wenn aber das Vollkommene kommt, wird das, was stückweise ist, weggetan werden. 11 Als ich ein Kind war, redete ich wie ein Kind, dachte wie ein Kind, urteilte wie ein Kind; als ich ein Mann wurde, tat ich weg, was kindlich war. 12 Denn wir sehen jetzt mittels eines Spiegels undeutlich, dann aber von Angesicht zu Angesicht. Jetzt erkenne ich stückweise, dann aber werde ich erkennen, wie auch ich erkannt worden bin. 13 Nun aber bleibt Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; die Größte aber von diesen ist die Liebe.
Das Vollkommene=Griech. τελειόω, τέλειος kann auch mit vollende oder perfekt übersetzt werden. Ich verstehe mit dem Vollkommenen die Wiederkunft JESU CHRISTI und das vollendete Gottesreich und das in der das Endgültige, das Ziel des Heilsplanes
Gottes, die Wiederkunft JESU CHRISTI und das vollendete Gottesreich. Das Vollkommenen ist eine Person: Der HERR JESUS selbst. Es wird neben dem Vollkommenen keine Geistesgaben mehr geben, weil sie schlicht und einfach nicht mehr gebraucht werden!
Gruß Joschie
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Re: Was ist die Sünde gegen den Heiligen Geist?

Beitragvon Snubnose » 09.12.2016 20:16

Im Umkehrschluß heisst das dann das es Zungenrede heute noch gibt, oder?

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Re: Was ist die Sünde gegen den Heiligen Geist?

Beitragvon Joschie » 10.12.2016 08:39

Snubnose hat geschrieben:Im Umkehrschluß heisst das dann das es Zungenrede heute noch gibt, oder?
Ja, die Geistesgaben gibt es heute noch, da wo Gott sie schenkt! Ich würde die Geistesgaben nicht nur auf das Sprachenreden verkürzen, dieses wird nicht den neutestamentlichen Aussagen gerecht!
Gruß Joschie
Tod, wo ist dein Stachel? Totenreich, wo ist dein Sieg? 1Kor 15,55

UriKulm
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Re: Was ist die Sünde gegen den Heiligen Geist?

Beitragvon UriKulm » 30.12.2016 21:15

1. Was ist eigentlich die Sünde gegen den Heiligen Geist?
Die Frage müsste lauten: Was ist Sünde wider/gegen den Heiligen geist?
„Eigentlich“ relativiert. „Die Sünde“ wäre eine ganz bestimmte Sünde.
Aus der Rede es Herrn Jesus und aus dem Zusammenhang der vorangegangen Aussagen der Pharisäer über die Wundertaten Jesus als eben nicht von Gott, dem Vater kommend, sondern vom Teufel ausgehend vollbracht wurden, geht hervor, dass diese Sünde nur damals diese Menschen taten. Wenn heute Menschen über die geistlichen Dinge vorbringen ist das zwar Sünde, aber nicht diese unvergebbare Sünde die damals begangen wurde. Diese Sünde kann heute niemand begehen. Christus lebt nicht auf der Erde und vollbringt keine Wunder im Auftrag des Vaters. Die heute begangenen Boshaftigkeiten können samt und sonders vergebenw erden bei aufrichtiger Buße.
2. Hört das Zungenreden mit der Wiederkunft Jesus auf?
Diese Frage impliziert, dass noch heute Zungenreden oder besser Sprachenreden gewirkt durch den Heiligen Geist ausgeübt werden kann. Das ist nicht der Fall. Sprachreden oder Reden in ungelernten Fremdsprachen gibt es heute nicht mehr. Jeder muss schon eine Sprache lernen, um das Evangelium in anderen als seiner Muttersprache zu verkünden. Wann diese aufhörten ist nicht bekannt Zur Zeit der Abfassung des Korintherbriefes gab es sie noch. Das heutige sogenannte Zungenreden ist nicht durch den Geist Gottes gewirkt. Über die Ursache möchte ich mich nicht auslassen. Gleichwohl hat der Geist Gottes sich nicht geändert und könnte solche „Geistesgaben“ einem Menschen auch heute noch geben. Allerdings widerspräche das der bibl. Aussage, dass diese Gabe für die Ungläubigen ein Zeichen war und aufhören sollte. Seit langem sind „Zeichen und Wunder“ keine die säkularisierte Christenheit zur Aufwertung und Anerkennung in der gottlosen Welt gegebene „Gabe“ mehr.
3. Was für Geistesgaben bekommen wir als Christen?
Besser heißt es wohl „Gnadengaben“ oder Gaben in Gnade. Die stehen in Römer 12, Epheser 4, 1.Korinther 12 usw., z.B. Hirten, Lehrer, Evangelisten, Propheten (Ausleger bestehender Prophezeiungen in Form von Weissagung) Diener, Aufseher, Weissagung, Ermahnungen, Mitteilen, Vorstehen Barmherzigkeit üben, um nur einige aufzuzählen. Ohne jedoch ein Amt oder mit apostolischer Vollmacht oder durch Händeauflegen vermittelt zu sein.

Nun, ich möchte nicht oberlehrerhaft jemanden etwas beibringen oder gar bestehende Praxis oder Ansichten mit dem Rotstift korrigieren, sondern nur auf Bibelstellen verweisen, zum Selbststudium.
es errnesus Segen dazu.

Jose
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Re: Was ist die Sünde gegen den Heiligen Geist?

Beitragvon Jose » 30.12.2016 22:57

Hallo Urikulm.
Was die Meinung anbetrifft, dass die Sünde wider den Heiligen Geist nur von den damaligen Juden zur Lebenszeit Jesu begangen werden konnte, so lehrt es wohl A. Fruchtenbaum, aber eine biblische Grundlage hat seine Auffassung nicht.

Mit der Gnade darf nicht gespielt werden, als ob immer wieder die Möglichkeit der Buße gegeben wäre. Esau fand keinen Raum mehr zur Buße, obwohl er sie mit Tränen suchte (Hebr. 12,15-17).

Ich lehne es auch ab, in der Form mit dem Wort Gottes umzugehen, als würden bestimmte Gaben nicht mehr gelten. Gott tut z.B. auch heute noch Wunder und überführt Ungläubige dadurch. Gott wirkt alles durch Seinen Geist und teilt aus, wie ER will (1. Kor. 12,11). Das gilt auch heute noch.


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