Wo ist der Gäubige nach dem Tod Paradis oder Totenreich?

Lehrfragen in Theorie und Praxis - also alles von Bibelverständnis über Heilslehre und Gemeindelehre bis Zukunftslehre

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Joschie
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Wo ist der Gäubige nach dem Tod Paradis oder Totenreich?

Beitragvon Joschie » 27.11.2013 21:07

Hallo Ihr!
1. Korinther 15,51–57(rev.Elberfelder)steht:
51 Siehe, ich sage euch ein Geheimnis: Wir werden nicht alle entschlafen, wir werden aber alle verwandelt werden, 52 in einem Nu, in einem Augenblick, bei der letzten Posaune; denn posaunen wird es, und die Toten werden auferweckt werden, unvergänglich sein, und wir werden verwandelt werden. 53 Denn dieses Vergängliche muss Unvergänglichkeit anziehen und dieses Sterbliche Unsterblichkeit anziehen. 54 Wenn aber dieses Vergängliche Unvergänglichkeit anziehen und dieses Sterbliche Unsterblichkeit anziehen wird, dann wird das Wort erfüllt werden, das geschrieben steht: "Verschlungen ist der Tod in Sieg." 55 "Wo ist, Tod, dein Sieg? Wo ist, Tod, dein Stachel?" 56 Der Stachel des Todes aber ist die Sünde, die Kraft der Sünde aber das Gesetz. 57 Gott aber sei Dank, der uns den Sieg gibt durch unseren Herrn Jesus Christus!

Der Sieg, von dem im diesen Zeilen die Rede ist, ist der bevorstehende Sieg über den Tod, der den Gläubigen bereits zugesichert ist, der aber erst zur Geltung kommt, „wenn aber dies Verwesliche anziehen wird die Unverweslichkeit und dies Sterbliche anziehen wird die Unsterblichkeit." Mit dem Kommen Christi ist dies der Fall und damit verliert der Tod seinen bis dahin scheinbar möglichen Sieg. Der Sieg ist den Gläubigen an Christus zugesprochen und diese können nun wahrhaft Gott danken, daß Er ihnen den Sieg gibt durch den Herrn Jesus Christus! Eine liebe Schwester hat mir zu diesem Text die nachfolgende Frage gestellt, die ich gerne an euch weiterreichen möchte: Ist der Christ nach seinem Tod gleich im Paradies=Herrlichkeit oder sind alle Gläubigen der Gemeinde, die bis zum Zeitpunkt der Wiederkehr Christi starben bis zu diesem Zeitpunkt im Totenreich? Diese Frage ist für mich keine reine theoretische Frage sonder hat für mich einen sehr tiefen seelsorgerischen Hintergrund um den überraschenden Tod eines Bruders der mir persönlich sehr nahe Stand aufzuarbeiten.

Gruß Joschie
P.S. Ich hoffe sehr das ihr mir bei dieser Frage weiterhelfen könnt.
Tod, wo ist dein Stachel? Totenreich, wo ist dein Sieg? 1Kor 15,55

Servant
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Beitragvon Servant » 01.12.2013 21:11

Lk. 23, 43

Elberfelder

43 Und er sprach zu ihm: Wahrlich, ich sage dir: Heute wirst du mit mir im Paradies sein.

Schlachter 2000

43 Und Jesus sprach zu ihm: Wahrlich, ich sage dir: Heute wirst du mit mir im Paradies sein!

Luther 84

43 Und Jesus sprach zu ihm: Wahrlich, ich sage dir: Heute wirst du mit mir im Paradies sein!

Nur der Verherrlichte Auferstehungsleib wir noch warten müßen ...

Wir werden bei IHM sein :)
1. Korinther 15,50 - wie kommt man dort hinein? Johannes Ev. 3,1-18; Joh. 12, 44f; 1.Thes. 1, 9.10

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Peter01
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Beitragvon Peter01 » 02.12.2013 07:58

Lieber Joschie,

ich glaube auch, dass der Gläubig gestorben, nach dem Tod sofort im Paradies ist. Zu der Stelle, die Servant angeführt hat, möchte ich auch noch einige weiteren Stellen anführen:

Für Paulus war das Sterben ein Gewinn - und warum? Er antwortet darauf in
Phil 1,23: Mich verlangt danach, aufzubrechen und bei Christus zu sein

Weitere Bibelstellen, die darauf hinweisen, dass die Toten im Herrn sofort zum Herrn kommen:

Lk16,22: Es geschah aber, daß der Arme starb und von den Engeln in Abrahams Schoß getragen wurde.

Offb 6,9-11: 9 Und als es das fünfte Siegel öffnete, sah ich unter dem Altar2 die Seelen derer, die hingeschlachtet worden waren um des Wortes Gottes willen und um des Zeugnisses willen, das sie hatten.
10 Und sie riefen mit lauter Stimme und sprachen: Wie lange, o Herr, du Heiliger und Wahrhaftiger, richtest du nicht und rächst nicht unser Blut an denen, die auf der Erde wohnen?
11 Und jedem von ihnen wurden weiße Kleider gegeben, und es wurde ihnen gesagt, daß sie noch eine kleine Zeit ruhen sollten, bis auch ihre Mitknechte und ihre Brüder vollendet wären, die auch wie sie getötet werden sollten.

Offb 14,13 Und ich hörte eine Stimme aus dem Himmel, die zu mir sprach: Schreibe: Glückselig sind die Toten, die im Herrn sterben, von nun an! Ja, spricht der Geist, sie sollen ruhen von ihren Mühen; ihre Werke aber folgen ihnen nach.

Gruß

Peter

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Joschie
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Beitragvon Joschie » 29.01.2014 21:04

Hallo Ihr!
Wie würdet ihr diesen Bibelvers einordnen?
2 Korinther 5:10 Denn wir müssen alle vor dem Richterstuhl des Christus offenbar werden, auf daß ein jeder empfange, was er in dem Leibe getan, nach dem er gehandelt hat, es sei Gutes oder Böses.

Gruß Joschie
Tod, wo ist dein Stachel? Totenreich, wo ist dein Sieg? 1Kor 15,55

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Peter01
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Beitragvon Peter01 » 07.02.2014 17:10

Hallo Joschie,

sorry für die späte Antwort.

Ich würde diesen Vers zum letzten Tag, zum Tag des Gerichts einordnen. Dort werden alle vor Gott stehen, sowohl Gläubige, als auch Ungläubige. Ich glaube nicht, dass dieser Vers von einem Extra-Gericht spricht, wo nur Gläubige sein werden und belohnt werden, oder eben nicht.

So z.B. das reformierte baptistische Glaubensbekenntnis von 1689, Kapitel 32, Artikel 1

https://www.google.de/url?sa=t&rct=j&q= ... 9247,d.bGE

Gruß

Peter

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Beitragvon Joschie » 23.02.2014 13:28

Hallo Ihr!
Snubnose hat in diesem Thread (22.02.2014) folgende Zeilen geschrieben:
http://www.br.de/radio/bayern1/sendunge ... r-100.html
In der Bibel steht erstaunlich wenig über das Leben nach In der Bibel steht erstaunlich wenig über das Leben nach dem Tod. Sie ist an diesem Punkt diesseitig, menschlich und ehrlich. Im Alten Testament heißt es: Die Toten loben Gott nicht. Das müssen wir Lebenden tun. Aber wir lernen dazu.
Steht wirklich so wenig über dem Tod in der Bibel?

Da diese Frage gut zu diesem Strang passt, habe ich sie mal hierrein gestellt!
Gruß Joschie
Tod, wo ist dein Stachel? Totenreich, wo ist dein Sieg? 1Kor 15,55

Jose
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Leben nach dem Tod

Beitragvon Jose » 31.10.2016 14:58

Zu der Frage:
Steht wirklich so wenig über dem Tod in der Bibel?

In der Bibel, und besonders im neuen Testament, steht sehr viel über das Leben nach dem Tod. Und was in der Bibel besonders klar gelehrt wird ist, dass es keinen Seelenschlaf bis zur Auferstehung gibt, wie es z.B. die ZJ lehren und auf den Alten Testament verweisen. Nach Meinung der ZJ sind die Toten alle bewusstlos und nur die Gerechten werden auferweckt und auferstehen, wenn Jesus kommt, um das Paradies aufzurichten. Es ist sehr wichtig, sich mit dem Thema zu beschäftigen und zu verstehen, was die Bibel darüber lehrt, um z.B. auch solche Irrlehren aufzudecken.

Zu der Frage, wo der Gläubige nach dem Tod ist, möchte ich auf einen Beitrag von mir verweisen: hier.

Was aber unsere Hoffnung anbetrifft, so sagt Jesus sehr deutlich: "Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer mein Wort hört und glaubt dem, der mich gesandt hat, <der> hat ewiges Leben und kommt nicht ins Gericht, sondern er ist aus dem Tod in das Leben übergegangen" Joh 5,24. Oder können wir uns vorstellen, dass Paulus noch darauf wartet, bei Jesus zu sein, wonach es ihm schon zu Lebzeiten verlangte (Phil 1,23)?

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Peter01
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Re: Wo ist der Gäubige nach dem Tod Paradis oder Totenreich?

Beitragvon Peter01 » 02.11.2016 18:47

Hallo Jose,

ich glaube dass die Stelle in Joh 5,24 nicht darüber spricht, dass der Gläubige nicht physisch anwesend im Gericht sein wird. Die Stelle bedeutet lediglich, dass er nicht gerichtet wird, im Sinne von "nicht verdammt werden". Warum ich das denke? Weil einige andere Bibelstellen von einem Gericht sprechen, in welchen die Gläubigen anwesend sind (vgl. Mt 25,31-46; 2Kor 5,10).

Gruß

Peter

Jose
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Gerechtfertigt vor Gott

Beitragvon Jose » 04.11.2016 22:05

Hallo Peter.
Joh. 5,24 sagt mir, dass ich nach dem Tod kein Gericht zu fürchten habe, denn wir lesen einige Verse danach: "Wundert euch darüber nicht, denn es kommt die Stunde, in der alle, die in den Gräbern sind, seine Stimme hören und hervorkommen werden; die das Gute getan haben zur Auferstehung des Lebens, die aber das Böse verübt haben zur Auferstehung des Gerichts" Joh 5,28-29. Hier steht es somit eindeutig, dass nur die, welche das Böse getan haben, gerichtet werden. Es geht hier m.E. um die Auferstehung unserer Leiber, aber schon davor sind die Gläubigen bei Gott. Sollten sie dann noch gerichtet werden?

Ich denke daher nicht, dass die Gerechten noch vor so einem Gericht erscheinen müssen wie die Ungerechten. So verstehe ich auch die Worte, die Jesus zu Marta sprach: "Ich bin die Auferstehung und das Leben; wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er gestorben ist" Joh 11,25. Auf Grund dieser Hoffnung konnte Paulus auch sagen: "Ich habe Lust, abzuscheiden und bei Christus zu sein, denn es ist weit besser" Phil 1,23. Darum wurde auch der arme Lazarus, als er starb, von den Engeln in Abrahams Schoß getragen (Lk 16,22), wo er sich im Paradies des Totenreiches befand. Und daher sagte Jesus zu dem Schächer am Kreuz: "Wahrlich, ich sage dir: Heute wirst du mit mir im Paradies sein" Lk 23,43. Dort befand er sich dann auch augenblicklich, nachdem er gestorben war.

Im Johannesevangelium lesen wir auch die Worte Jesu, dass wer an Ihn, den Sohn glaubt, nicht gerichtet wird (Joh. 3,18). Darum meine Überzeugung, dass wer so selig stirbt, vor Gott gerechtfertigt ist und kommt nicht ins Gericht. Demzufolge ist alles was nach dem Tod passiert, nach meiner Überzeugung, nicht mehr ein Gericht für die Gläubigen, als ob wir gerichtet werden müssten und würden. Im Römerbrief lesen wir auch: "Wer wird gegen Gottes Auserwählte Anklage erheben? Gott ist es, der rechtfertigt" Röm 8,33. Diese Rechtfertigung benötigen wir zu Lebzeiten, um als Gerettete zu sterben. Dann kommen wir nicht mehr ins Gericht. Was unser Leben aber gewesen ist, das wird offenbar werden, daher sicherlich auch 2. Kor 5,10.

Was aber die Stelle Mt 25,31-46 anbetrifft, so ist eine interessante Stelle, aber wie ist die eigentlich zu verstehen? Von welcher Wiederkunft Jesu ist da die Rede und wer wird gerichtet werden? Alle Menschen, die Lebenden und die Toten? Dass du erwähntest, dass auch der Gläubige „physisch“ anwesend im Gericht sein wird, kann ich nicht nachvollziehen.

Soviel zu meinem Verständnis.

Gruß, José

UriKulm
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Re: Wo ist der Gäubige nach dem Tod Paradis oder Totenreich?

Beitragvon UriKulm » 02.01.2017 18:32

Darf ich hier meine sehr wahrscheinlich nicht umfassende und eher unmassgebliche Sicht der Bibel äußern?

Im AT wird das Totenreich Scheol genannt, im NT Hades.

Das AT wie NT und das heute immer noch exitierende Totenreich oder besser Bereich der abgeschiedenen Seelen wird von jeher in zwei Zustände der Seelen und zwei Aufenthaltsorte unterschieden. (Die Leiber liegen im Bereich der Erde, wie Samenkörner bereit zur Auferstehung)
- das Paradies
- der Abgrund

1. Im Paradies befinden sich die entschlafenen Heiligen von Adam an, auch der Schächer am Kreuz, und die noch heute und zukünftig zu Christus gebrachten Seelen der Seinen. Auch jene aus der Trübsal und großen Trübsal. Die Seelen aus dieser Zeit werden in der Offenbarung unter dem Altar gesehen. Aber bei der Vereinigung von Seele, Leib und Geist der Entschlafenen Gläubigen von Anfang und der Umgestaltung der noch Lebenden bei der Auferstehung zum Leben von der Entrückung der Kirche an bei der Ankunft Christo in die Luft sind die Seinen im Paradies und warten auf die Erfüllung der Verheißung der Widervereinigung mit ihren Leibern in Herrlichkeit.

Beim Gericht am großen weißen Thron werden die Gläubigen ebenso bei Christus dem Richter sein wie sie es heute schon sind. Als Beisassen des Gerichtes. "Wisst ihr nicht das ihr Engel richten werdet?"

Das Paradies war zu keinem Zeitpunkt auf der Erde und wird auf dieser Erde auch nie sein. Adam und Eva in der Zeit der Unschuld waren im Garten Eden und nicht im Paradies. Aber im ewigen Zustand wird der Ort der Hütte Gottes bei den Menschen Paradies genannt, wo der Baum des Lebens steht usw..

2. Im Abgrund befinden sich die Seelen der Ungläubigen, die gefallenen Engel 1. Mose 6 und wird zukünftig Satan gebunden sein und auf diese wartet das Gericht bzw. die Auferstehung zum Gericht. Alle die den Herrn Jesus abgelehnt haben sterben zunächst den natürlichen Tod des Leibes und gehen in den Hades und von dort über das Endgericht in die Hölle.

Wenn der Hades nicht mehr gebraucht wird, weil der ewige Zustand erreicht ist, dass heißt zum sogenannten Jüngsten Gericht es dann eine Hölle gibt und danach auf neuer Erde und in neuem Himmel die Erlösten und Teilhaber der ersten Auferstehung zum Leben dort sein werden, geht der Hades in die Hölle, wo der Tod ist und auch Satan, die mit ihm gefallenen Engel/Dämonen und alle Ungläubigen gehen dort hin.

3. Schlussfolgerung
Welch ein Trost für alle Hinterbliebenen von Gläubigen, dass sie die ihnen Vorangegangenen bei Christus im Paradies wiedersehen wrden. Ewig mit IHM vereint.

Welche eine ernste Warnung für alle heute noch Fernstehenden, sich nun endlich zu bekehren. Da wir den Schrecken des Herrn kennen, überreden wir die Menschen: Lasst euch versöhnen mit Gott! Noch ist es nicht zu spät.

Die Seelen der Einen wie der Anderen sind im Hades und später in Himmel und Hölle im vollen Bewusstsein, aber ohne Leiber. Aber es gibt keine Beziehung oder "Brücke" oder gegenseitige Erkenntnis zwischen Paradies und Abgrund und Himmel und Hölle.

Jose
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Wie ist es im Totenreich jetzt?

Beitragvon Jose » 03.01.2017 10:33

Die Aussagen von UriKulm fand ich sehr interessant und freute mich besonders über die Schlussfolgerung. Allerdings denke ich nicht, dass der Zustand wie in Lukas 16,23-26 beschrieben, noch so existiert:
Das AT wie NT und das heute immer noch existierende Totenreich oder besser Bereich der abgeschiedenen Seelen wird von jeher in zwei Zustände der Seelen und zwei Aufenthaltsorte unterschieden.
Wenn ich an Eph. 4,8-10 denke so verstehe ich es so, dass Jesus die Gläubigen, die im Hades ausgeharrt hatten, mit sich in den Himmel genommen hat, um bei „Christus zu sein“, was ja auch unsere Hoffnung ist, wenn wir sterben. Siehe hierzu auch Römer 10,6-7, ein Hinweis, dass Christus bei den Toten war und heraufgeführt wurde. Im Hades oder Scheol befinden sich nun, nach meiner Überzeugung, nur noch die Ungläubigen.

UriKulm
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Re: Wo ist der Gäubige nach dem Tod Paradis oder Totenreich?

Beitragvon UriKulm » 03.01.2017 18:18

Du hast völlig recht. "Meine unmassgebliche Meinung". Ich weiss schon, dass in der Christenheit unterschiedliche Auslegungen zu diesem Thema gibt. Deshalb möchte ich mit dir einig gehen.

Die Seelen und Geister der entschlafenen Gläubigen von Adam an bis zum Abschluß der zukünftigen Auferstehung des Lebens, und somit der Wiedervereinigung von Seele, Geist und Leib, sind jetzt "bei Christo" usw. und werden dann in Ewigkeit "bei ihm sein". Welch ein Trost für alle Gläubigen Hinterbliebenen. Wir werden sie alle wiedersehen bei ihm.

Darf ich mir aber dennoch eine Bemerkung als Denkanstoß erlauben?

Der Herr Jesus war im
- leiblichen Tod im Grab eines Reichen, Joseph von Arimathia, also in den unteren Teilen der Erde
- seine Seele und Geist war zu keinem Zeitpunkt "im Tode" oder bei den Toten im "Totenreich"
- der Herr Jesus hat niemand bei seiner Auferstehung aus den Toten mitgebracht
- er hat Leben und Unverweslichkeit der zukünftigen Auferstehung ans Licht gebracht
- die entschlafenen Gläubigen waren zwar im Hades, aber in jenem Teil und Zustand wie oben beschrieben (im Praradies, bei Christo, im Schoß Abrahams usw.) und harrten nicht am Ort der Qual (wenn jemand unter Hades dies so versteht) auf ihre Erlösung, Lukas 16 ist heute noch real und existent bis zum Ewigen Zustand der Hütte Gottes bei den Menschen und zur Einrichtung der ewigen Hölle (Ort der Qual).
Wenn es den Hades nach Lukas 16 heute so nicht mehr gibt, wie kann er dann letztlich in den Feuersee geworfen werden?

Die angeführten Stellen aus Epheser und Römer belegen, das der Herr Jesus aus dem Himmel durch die Leiden des Todes am Kreuz und die Grablegung (untere Teile der Erde) seines Leibes wieder in die Herrlichkit zurückgekehrt ist.

Die Meinung, dass der Herr in das "Totenreich" (verstanden als Ort der Qual?) ging, dort predigte und dann die dort ausharrenden Gläubigen herausführte, finde ich bis jetzt durch keine Schriftstelle gestützt.
Wozu sollten oder sollen die Gläubigen an den "Ort der Qual" und über diesen Umweg dann daraus befreit zu werden?

Bitte, korrigiert mich mal jemand?

Jose
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Re: Wo ist der Gäubige nach dem Tod Paradis oder Totenreich?

Beitragvon Jose » 03.01.2017 18:32

Die Schilderung in Lukas 16 zeigt, dass der Hades getrennt war durch eine unüberwindbare Kluft, in den Ort der Qual und das Paradies. Hier im Paradies, nicht im Ort der Qual, ist Jesus gewesen, wo die Gläubigen ausharrten. Das meinte Jesus, als er zu dem Schächer sagte, dass er mit Ihm im Paradies sein würde (Lukas 23,43). Wo hätte Jesus sein sollen, wenn nicht dort, wo auch der arme Lazarus war, da Er noch nicht aufgefahren war zum Vater? Dass Jesus im Hades war, bezeugt auch Apostelgeschichte 2,27.31.

Im Hades, der weiterhin existiert, befindet sich jetzt nur noch der Ort der Qual, nicht mehr das Paradies, denn die Gläubigen sind nun bei Christus. Darum kann der Hades in den Feuersee geworfen werden. Der springende Punkt für mich ist, dass bevor das Werk auf Golgatha vollendet war, die Gläubigen nicht „bei Christus“ waren, sondern im „Schoße Abrahams“. So mein Verständnis.

Ich bin gespannt, ob jemand etwas anderes dazu schreibt.

PeterG
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Re: Wo ist der Gäubige nach dem Tod Paradis oder Totenreich?

Beitragvon PeterG » 06.01.2017 20:43

Reicher Mann und armer Lazarus: Eine etwas schwierig einzuordnende Geschichte. Ist sie ein Tatsachenbericht, weil Jesus einen der Beteiligten beim Namen nennt? Oder ist es ein Gleichnis, in dem Jesus auf die Bedeutung der Propheten bzw. der Schrift hinweist und dass seine Auferstehung auch nicht die Menschen überzeugen wird?
Röm 1:16: "Denn ich schäme mich des Evangeliums nicht; denn es ist eine Kraft Gottes, die selig macht alle, die daran glauben."

Jose
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Re: Wo ist der Gläubige nach dem Tod: Paradies oder Totenreich?

Beitragvon Jose » 07.01.2017 15:21

Es hört sich wie ein Gleichnis an, wird aber nicht als Gleichnis erwähnt, wie üblich. Es ist also davon auszugehen, dass es ein Tatsachenbericht ist, aber eben aus der Zeit bis zum Erlösungswerk Jesu am Kreuz, Seine Auferstehung und Himmelfahrt. Es bedeutet aber auch, dass Wunder alleine nicht überzeugen, auch ein aus den Toten auferstandener nicht. Dieser Vorwurf war sicherlich besonders an die Adresse der Pharisäer gerichtet.

Vorhin habe ich eine Predigt von Pastor Olaf Latzel gehört die mich im Zusammenhang mit dem Thema hier sehr angesprochen hat: 1.Sam 28,3-20 / Vier lebenswichtige Botschaften vom toten Samuel.


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