Frage zu Lukas.5.17-26

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Joschie
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Frage zu Lukas.5.17-26

Beitragvon Joschie » 04.05.2014 18:14

Hallo Ihr!
Zu den folgenden Text habe ich eine Frage: Lukas.5.17-26
17 Und es geschah an einem der Tage, dass er lehrte, und es saßen da Pharisäer und Gesetzeslehrer, die aus jedem Dorf von Galiläa und Judäa und aus Jerusalem gekommen waren; und des Herrn Kraft war da, damit er heilte. 18 Und siehe, Männer bringen auf einem Bett einen Menschen, der gelähmt war; und sie suchten ihn hineinzubringen und vor ihn zu legen. 19 Und da sie nicht fanden, auf welchem Weg sie ihn hineinbringen sollten, wegen der Volksmenge, stiegen sie auf das Dach und ließen ihn durch die Ziegel hinab mit dem Bett in die Mitte vor Jesus. 20 Und als er ihren Glauben sah, sprach er: Mensch, deine Sünden sind dir vergeben. 21 Und die Schriftgelehrten und die Pharisäer fingen an zu überlegen und sagten: Wer ist dieser, der solche Lästerungen redet? Wer kann Sünden vergeben außer Gott allein? 22 Als aber Jesus ihre Überlegungen erkannte, antwortete und sprach er zu ihnen: Was überlegt ihr in euren Herzen? 23 Was ist leichter zu sagen: Dir sind deine Sünden vergeben, oder zu sagen: Steh auf und geh umher? 24 Damit ihr aber wisst, dass der Sohn des Menschen Vollmacht hat, auf der Erde Sünden zu vergeben - sprach er zu dem Gelähmten: Ich sage dir, steh auf und nimm dein Bett auf und geh nach Hause! 25 Und sogleich stand er vor ihnen auf, nahm auf, worauf er gelegen hatte, und ging hin in sein Haus und verherrlichte Gott. 26 Und Staunen ergriff alle, und sie verherrlichten Gott und wurden mit Furcht erfüllt und sprachen: Wir haben heute außerordentliche Dinge gesehen.

Mir geht es besonders um den Vers.20, dort sah Jesus den Glauben der Freunde und vergibt den gelähmt die Sünden! Ich komme mit dieser Textstelle einfach nicht klar, nach mein Versändnis kann nur jeder persönlich selbst, für sich um die Vergebung der Sünden Gott bitten. Hier in diesen Text ist es aber ganz anders, können wir als Gott darun bitten das er anderen die Sünden vergibt? Es kein auch sein das ich ganz falsch liege, ich hoffe sehr das ihr mir bei dieser Fragestellung weiterhelfen könnt :!:
Gruß Joschie
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PeterG
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Beitragvon PeterG » 05.05.2014 14:42

Hallo Joschie!
Eine interessante Frage. Nur zu meinem Verständnis: Wie kommst du darauf, dass das "... als er ihren Glauben sah ..." sich nur auf die vier Freunde bezog und nicht den Gelähmten mit einschloss? Haben die vier ihn zu Jesus getragen gegen seinen Willen?

sdg
Peter
Röm 1:16: "Denn ich schäme mich des Evangeliums nicht; denn es ist eine Kraft Gottes, die selig macht alle, die daran glauben."

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Joschie
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Beitragvon Joschie » 05.05.2014 20:11

PeterG hat geschrieben:Eine interessante Frage. Nur zu meinem Verständnis: Wie kommst du darauf, dass das "... als er ihren Glauben sah ..." sich nur auf die vier Freunde bezog und nicht den Gelähmten mit einschloss? Haben die vier ihn zu Jesus getragen gegen seinen Willen?

In diesem Bericht wurde nicht genau geschildert was für eine Lähmung die Person hatte. Ich vermute nach dem Text das es eine Diparese, Paraparese ode Tetraparese gewesen ist da der Gelähmte ja getragen werden mußte. Das Handeln ging ja eindeutig zuerst von den vier Freunden aus, auf das Dach klettern und danach dieses aufreißen und den Gelähmten an Stricken runterlassen. Die Verantwortung für diese Aktion ging voll auf ihr Konto mit allen Folgen, die auf sie zukommen konnten, wie Sachbeschädigung=Reparaturkosten. Warum sollte der Gelähmte auch zu dieser Aktion nein sagen, er hatte persönlich nicht mehr zu verlieren oder :?:
Gruß Joschie
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Yvonne
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Beitragvon Yvonne » 19.05.2014 20:33

Aus dem Text geht - meiner Meinung nach - nicht eindeutig hervor, ob unser HERR nur diese Freunde meinte. Im Grunde gehört der Gelähmte auch mit dazu. Denn auch, wenn er vielleicht meinte, dass es ja nicht schlimmer kommen könnte, gehört auch dazu ein wenig Anfangsvertrauen...die Hoffnung, da könnte doch etwas passieren. Und genau hier greift Jesus Christus ein und segnet jetzt nicht im Besonderen die Freunde, sondern genau den, der die Hilfe wirklich braucht.

Aber es ist auch so, dass der Glaube anderer Christen auch Menschen zum HERRN und in die Erlösung bringt. Das dürfen wir auch heute erfahren, zb., durch Gebet für Andere. Manchmal dürfen wir die Gnade unseres HERRN Jesus direkt miterleben, wenn sich ein solcher Mensch zu IHM wendet - oftmals bekommen wir das aber gar nicht mit, wie, wann und wo Gott handelt.
.. weil ich davon überzeugt bin, daß der, welcher in euch ein gutes Werk angefangen hat, es auch vollenden wird bis auf den Tag Jesu Christi.
Phil. 1,6

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Beitragvon Joschie » 27.05.2014 21:04

Hallo Ihr!
Hier die Parallelstellen zu Lukas 5,17-26 .

Matthäus 9,1-8
1 Und er stieg in ein Boot, setzte über und kam in seine eigene Stadt.
2 Und siehe, sie brachten einen Gelähmten zu ihm, der auf einem Bett lag; und als Jesus ihren Glauben sah, sprach er zu dem Gelähmten: Sei guten Mutes, Kind, deine Sünden sind vergeben. 3 Und siehe, einige von den Schriftgelehrten sprachen bei sich selbst: Dieser lästert.
4 Und als Jesus ihre Gedanken sah, sprach er: Warum denkt ihr Arges in euren Herzen?
5 Denn was ist leichter zu sagen: Deine Sünden sind vergeben, oder zu sagen: Steh auf und geh umher?
6 Damit ihr aber wisst, dass der Sohn des Menschen Vollmacht hat, auf der Erde Sünden zu vergeben . . . Dann sagt er zu dem Gelähmten: Steh auf, nimm dein Bett auf, und geh in dein Haus!
7 Und er stand auf und ging in sein Haus.


und

Markus 2,1-7
1 Und nach einigen Tagen ging er wieder nach Kapernaum hinein, und es wurde bekannt, dass er im Hause sei.
2 Und es versammelten sich viele, so dass sie keinen Platz mehr hatten, nicht einmal vor der Tür; und er sagte ihnen das Wort.
3 Und sie kommen zu ihm und bringen einen Gelähmten, von vieren getragen.
4 Und da sie ihn wegen der Volksmenge nicht zu ihm bringen konnten, deckten sie das Dach ab, wo er war; und als sie es aufgebrochen hatten, lassen sie das Bett hinab, auf dem der Gelähmte lag.
5 Und als Jesus ihren Glauben sah, spricht er zu dem Gelähmten: Kind, deine Sünden sind vergeben.
6 Es saßen dort aber einige von den Schriftgelehrten und überlegten in ihren Herzen:
7 Was redet dieser so? Er lästert. Wer kann Sünden vergeben außer einem, Gott?

Wenn ich nach dem Prinzip „Die Schrift legt sich selber aus.“ ausgehe und diese Parallelstellen betrachte, werden allein nur den Gelähmten die Sünder vergeben. Wenn mir beim Betrachten der Bibelstellen Fehler unterlaufen sind, schreibt sie mir doch bitte!
Gruß Joschie
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Beitragvon Yvonne » 28.05.2014 11:34

"Als Jesus ihren Glauben sah"....

Wir können nicht herauslesen, dass Jesus mit "ihren Glauben" nur die Freunde meinte, und nicht auch den Gelähmten.

Aber Jesus nahm nur dem Gelähmten die Sünden fort und heilte ihn.

Es wäre natürlich eine Frage, warum nicht auch den Freunden die Lossagung der Sünden zugesprochen wurde? Hat das mit der für die Menschen sichtbar gemachte Vollmacht Jesu zu tun? Das würde sich schlüssig aus den nachfolgenden Sätzen beantworten:

Matthäus 9, 4 - 7:

4 Und als Jesus ihre Gedanken sah, sprach er: Warum denkt ihr Arges in euren Herzen?
5 Denn was ist leichter zu sagen: Deine Sünden sind vergeben, oder zu sagen: Steh auf und geh umher?
6 Damit ihr aber wisst, dass der Sohn des Menschen Vollmacht hat, auf der Erde Sünden zu vergeben . . . Dann sagt er zu dem Gelähmten: Steh auf, nimm dein Bett auf, und geh in dein Haus!
7 Und er stand auf und ging in sein Haus.

LG,
Yvonne
.. weil ich davon überzeugt bin, daß der, welcher in euch ein gutes Werk angefangen hat, es auch vollenden wird bis auf den Tag Jesu Christi.

Phil. 1,6

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Beitragvon Joschie » 01.06.2014 20:24

Zu der Zeit des Neuen Testamens war bei den Juden die Meinung vorherschend, dass Krankheit in einem Kausalzusammenhang mit den eigenen Sünden oder die der Eltern steht. Hierzu der Text aus Johannes.9,1-7
Heilung eines Blindgeborenen
1 Und als er vorüberging, sah er einen Menschen, blind von Geburt. 2 Und seine Jünger fragten ihn und sagten: Rabbi, wer hat gesündigt, dieser oder seine Eltern, dass er blind geboren wurde? 3 Jesus antwortete: Weder dieser hat gesündigt noch seine Eltern, sondern damit die Werke Gottes an ihm offenbart würden. 4 Wir müssen die Werke dessen wirken, der mich gesandt hat, solange es Tag ist; es kommt die Nacht, da niemand wirken kann. 5 Solange ich in der Welt bin, bin ich das Licht der Welt. 6 Als er dies gesagt hatte, spie er auf die Erde und bereitete einen Teig aus dem Speichel und strich den Teig auf seine Augen; 7 und er sprach zu ihm: Geh hin, wasche dich in dem Teich Siloah! - was übersetzt wird: Gesandter. Da ging er hin und wusch sich und kam sehend.

Ich finde das dieser Text für das Verstehen von Lukas.5.17-26 sehr hilfreich ist, wie ist eure Meinung zu dieser Hypothese?
Gruß Joschie
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