Ist es Sünde, Glied in arminianischer Gemeinde zu sein?

Lehrfragen in Theorie und Praxis - also alles von Bibelverständnis über Heilslehre und Gemeindelehre bis Zukunftslehre

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albi
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Ist es Sünde, Glied in arminianischer Gemeinde zu sein?

Beitragvon albi » 04.02.2015 20:39

Hallo!

Ich habe eine dringliche Frage und bite um Weisheit.

Seit einiger Zeit besuche ich eine Gemeinde, die ein arminianisches Heilsverständnis hat. "Calvinismus" ist auch für sie eine Irrlehre.

Da sie an einem Gemeindebund dran hängt, denke ich es ist ziemlich sinnlos mit dem Ältesten und einigen Brüdern zu sprechen. Denn man hängt ja insgesamt an den gemeinsamen Geist des Gemeindebundes (und so sehe ich jetzt auch, was für Nachteile so ein Bundwesen mit sich bringt... normalerweise sollte nichts über der Ortsgemeinde sein. Dann könnte ich zu den Verantwortlichen gehen und denen mein Anliegen vortragen und man klärt das im rahmen der Ortsgemeinde. Aber so stellt man sich gegen einen ganzen GemeindeBUND mit dutzenden Ältesten und leitenden Brüdern, die alle arminianische denken.)

Soweit dazu. Ich kam dazu und dachte, das geht schon irgendwie. Aber seit einiger Zeit kommen mir immer mehr Gewissen, weil Gedanken gelehrt werden, die einfach falsch und unlogisch sind und nur im Rahmen des "Freie Wille"-Vorurteils vernünftig klingen. Und ich finde, Gott wird viel Ehre genommen durch das arminianische Heilsverständnis.

a) Der Mensch rettet sich letztlich total selbst (sowohl "entscheidet" er sich für Jesus", als auch ist es letztlich sein Werk des Ausharrens (ja, ausharren muss er auch, aber es liegt nicht an ihm, sondern an GOTT.)
b) Gottes rettende Gnade wird ja verspottet und verächtlich gemacht, weil man statt ihn zu preisen sagt: "Nein, das wäre ja Zwang!!! Gott zwingt niemanden."

Meine Frage ist einfach: Da ich doch die klare Erkenntnis und Einsicht habe, dass Gott seine Leute erwählt hat, kann ich dann in so einer arminianischen Gemeinde Glied sein? Ich halte viele für wiedergeborene Christen und Geschwister, denen diese Erkenntnis mangelt.

Vor allem bin ich recht introvertiert und wage kaum, offen zu sprechen was ich denke und warum. So verschwieg ich bisher meine wahren Ansichten und komme mir wie ein Heuchler vor. Ich betete viel dafür, aber selbst tat ich bisher nichts.

(Ich weiß auch dass die Arminianer total schwer zu überzeugen sind. Es ist ja mit jedem Lehrvorurteil. Auch Zeugen Jehovas sind ja so geprägt von ihren Wachtturm-Lehren. Ich meine überall wo die Bibel von Erwählung spricht lesen die Arminianer einfach passives "Vorauswissen" rein.)

Also, was meint ihr?

Danke!

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Peter01
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Beitragvon Peter01 » 05.02.2015 09:31

Hallo albi,

es ist eine Schwierige Situation in der du dich befindest. Von außen schwierig abzuschätzen und von daher auch schwierig einen weisen Ratschlag zu geben. Ich kann aus Erfahrung sagen, dass die Abhängigkeit der Gemeinde an einen Bund kein Hindernis ist, die zuständigen Ältesten in deiner Gemeinde nicht ansprechen zu können. Ich war vor ca. 5 Jahren in einer dir ähnlichen Situation.
Grundsätzlich kann man nicht sagen, dass es Sünde ist, wenn man ein Mitglied in einer arminianischen Gemeinde ist bzw. eine solche Gemeinde besucht.
Die Frage die man sich stellen muss ist, aus welchen Gründen man eine solche Gemeinde besucht. Wenn das Motiv ist, für die Wahrheit einzustehen, mit einzelnen vielleicht Gespräche zu führen, oder irgend einen anderen Einfluss für die Wahrheit auszuüben, würde es sogar gut sein, wenn du in dieser Gemeinde bleibst, bis du sprichwörtlich rausgeschmissen wirst oder bis du auf Widerstand seitens der Ältesten stößt.
Falsch wäre es, wenn du als jemand der die Wahrheit erkannt hast, weiterhin in die Gemeinde gehst und für die Wahrheit nicht einstehst. Dann frage ich mich welchen Grund es geben kann, weiterhin in die Gemeinde zu gehen, wo das Wort Gottes verdreht wird, du keine geistliche Speise bekommst und und dementsprechend nicht geistlich wächst.

Wir können aus dem Beispiel von Jesus und seinen Jüngern lernen: Sie gingen in die Synagoge und verkündigten die Wahrheit, bis sie rausgeschmissen wurden und es ihnen verboten wurde zu reden. Das ist ein Prinzip, das auch heute gut umsetzbar ist. Ich würde dir folgendes raten: Bleibe in der Gemeinde und setze dich für die Wahrheit ein, spreche die Ältesten an, erkläre ihnen die Lehren der Schrift, sprich mit einzelnen Gläubigen. Mache dies solange, bis es dir verboten wird. Dann sehe ich keinen Grund weiter in der Gemeinde zu bleiben. Aber vielleicht wirkt Gott durch dich, dass noch andere die Wahrheit erkennen werden.

Gruß

Peter
Zuletzt geändert von Peter01 am 05.02.2015 10:16, insgesamt 2-mal geändert.

biggi
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Re: Ist es Sünde, Glied in arminianischer Gemeinde zu sein?

Beitragvon biggi » 05.02.2015 10:11

Hallo, also ich denke, es gibt keine perfekte Gemeinde, und überall Irrtümer, aber du solltest mit den Ältesten sprechen und sie sollten auch dazu ihre Bibel zur Hand nehmen. Ob du drin bleiben solltest oder nicht, ich glaube, da kann man kein Allgemeinurteil fällen. Allerdings - wenn dir beim Betreten der Gemeinde "geistlich übel" wird, kann das ein Zeichen des HERRN sein. Zumindest ging mir das in einer charismatischen Gemeinde so. Calvinismus stimmt für mich allerdings auch nicht, Calvin lehrt, dass man vorausbestimmt ist und wer vorausbestimmt ist, kommt in den Himmel. Das stimmt m. E. nicht. Gott will, dass sich ein jeder zur Busse kehre. das nun einmal dazu. Und ich denke du solltest zuerst die Dinge, die für dich im Argen liegen, versuchen mit der Ortsgemeinde zu Klären, wenn das nicht geht, dann wende dich an den übergeordneten Geistlichen.

Liebe Grüsse, Biggi
albi hat geschrieben:Hallo!

Ich habe eine dringliche Frage und bite um Weisheit.

Seit einiger Zeit besuche ich eine Gemeinde, die ein arminianisches Heilsverständnis hat. "Calvinismus" ist auch für sie eine Irrlehre.

Da sie an einem Gemeindebund dran hängt, denke ich es ist ziemlich sinnlos mit dem Ältesten und einigen Brüdern zu sprechen. Denn man hängt ja insgesamt an den gemeinsamen Geist des Gemeindebundes (und so sehe ich jetzt auch, was für Nachteile so ein Bundwesen mit sich bringt... normalerweise sollte nichts über der Ortsgemeinde sein. Dann könnte ich zu den Verantwortlichen gehen und denen mein Anliegen vortragen und man klärt das im rahmen der Ortsgemeinde. Aber so stellt man sich gegen einen ganzen GemeindeBUND mit dutzenden Ältesten und leitenden Brüdern, die alle arminianische denken.)

Soweit dazu. Ich kam dazu und dachte, das geht schon irgendwie. Aber seit einiger Zeit kommen mir immer mehr Gewissen, weil Gedanken gelehrt werden, die einfach falsch und unlogisch sind und nur im Rahmen des "Freie Wille"-Vorurteils vernünftig klingen. Und ich finde, Gott wird viel Ehre genommen durch das arminianische Heilsverständnis.

a) Der Mensch rettet sich letztlich total selbst (sowohl "entscheidet" er sich für Jesus", als auch ist es letztlich sein Werk des Ausharrens (ja, ausharren muss er auch, aber es liegt nicht an ihm, sondern an GOTT.)
b) Gottes rettende Gnade wird ja verspottet und verächtlich gemacht, weil man statt ihn zu preisen sagt: "Nein, das wäre ja Zwang!!! Gott zwingt niemanden."

Meine Frage ist einfach: Da ich doch die klare Erkenntnis und Einsicht habe, dass Gott seine Leute erwählt hat, kann ich dann in so einer arminianischen Gemeinde Glied sein? Ich halte viele für wiedergeborene Christen und Geschwister, denen diese Erkenntnis mangelt.

Vor allem bin ich recht introvertiert und wage kaum, offen zu sprechen was ich denke und warum. So verschwieg ich bisher meine wahren Ansichten und komme mir wie ein Heuchler vor. Ich betete viel dafür, aber selbst tat ich bisher nichts.

(Ich weiß auch dass die Arminianer total schwer zu überzeugen sind. Es ist ja mit jedem Lehrvorurteil. Auch Zeugen Jehovas sind ja so geprägt von ihren Wachtturm-Lehren. Ich meine überall wo die Bibel von Erwählung spricht lesen die Arminianer einfach passives "Vorauswissen" rein.)

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Biggi

Daniel Stippinger
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Beitragvon Daniel Stippinger » 14.02.2015 01:29

Hallo aibi!

Vor wenigen Jahren war ich in derselben Situation. Ich bin pfingstlich-charismatisch und demnach natürlich stockarminianisch aufgewachsen - bis ich mich mit der Bibel näher befasste. Trotzdem ging ich noch in diese charismatische Gemeine. Es gab zwar auch eine Vielzahl von anderen Sachen, mit denen ich nicht übereinstimmte, aber wäre es auch nur das gewesen, so wusste ich, dass ich das eines Tages zur Sprache hätte bringen müssen. Du wirst sehen, dass es dann wahrscheinlich ganz von allein so kommen wird - ob du willst oder nicht - dass dir evtl nahegelegt wird, die Gemeinde zu verlassen. Denn wenn du ehrlich sagst, dass du reformierter Theologie anhängst und dass auch nicht wie ein Geheimnis für dich behalten willst, werden die typischen Pastoren dass für nicht akzeptabel halten...und dann bist du ohnehin frei zu gehen um dir eine biblischere Gemeinde zu suchen ;)
Nur würde ich nicht einfach so gehen, ohne mit irgendjemandem darüber zu reden, weil das nur unnötige Verwirrung stiften würde...

Glg
D

arena
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Wohnort: Stade

Beitragvon arena » 14.02.2015 16:14

icch muss mal ragen

ist egal wasfür eie gemeinde ?


zb

http://www.baptisten-stade.de/
http://www.feg-stade.de//

bibeltrue dtrussen
oder

https://www.arche-gemeinde.de/arche-stade/

ist clvinismus nicht übertieben

Jose
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Re: Ist es Sünde, Glied in arminianischer Gemeinde zu sein?

Beitragvon Jose » 14.02.2015 16:35

Sünde ist es, den Willen Gottes nicht tun zu wollen und auf eigener Kraft zu vertrauen. Weder der Arminianismus noch der Calvinismus rettet uns, sondern der persönliche Glaube an den Herrn Jesus. Als Gotteskinder und als Teil der Gemeinde und des Leibes Christi sind wir aufgefordert, in der Wahrheit und im Gehorsam zum Wort Gottes zu leben. Dazu will Gott Gnade und Bewahrung schenken.

Wenn ich mir die Gemeinden im neuen Testament anschaue, so kann ich nicht sagen, ob sie den Arminianismus oder den Calvinismus verkündigt haben. Dort wurde die Lehre des Herrn Jesus und der Apostel verkündigt. Anhand des Wortes Gottes muss auch heute alles geprüft werden.

albi
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Registriert: 21.11.2014 12:40

Beitragvon albi » 16.02.2015 13:54

Hallo!

Es ist ja so, dass "jeder Erkenntnis" hat.

Manche so, andere so. Mir fiel schon auf, wie viele Unterschiede es gibt. Und ich merke, die meisten sind wahrscheinlich wahre Kinder Gottes.

Nun ist es ja so, dass es eine gewissen Toleranzspielraum geben muss. Wenn man sich wegen jeder Frage in die Haare liegt, wird man nie einig.

Mir ist halt wichtig geworden, ob ich diese Lehre stützen kann, die ich der schrift nach dafür halte, dass sie letztlich Gott entehrt. Allein der Gedanke, dass ein wahres Kind Gottes abfallen kann, also per eigenen Willen aus dem NEUEN Bund austreten kann, empfinde ich als Entehrung Gottes. Nur eine einzge Stelle dazu:

In Römer 4 steht: "Abraham wurde nicht schwach im Glauben, sondern wurde stark im Glauben, INDEM ER GOTT DIE EHRE GAB, dass er das, was er verheißen hat, auch zu tun vermag. Und so wurde es ihm als Gerechtigkeit angerechnet." (frei zitiert)

Also Abraham hatte keine Hoffnung, weil er und Sarah alt waren. So wie wir in unserer Sünde keine Hoffnung haben. Aber Abraham glaubte Gott trozt der Situation, weil Gott GOTT ist, dass Er es TUN kann. So glauben auch wir, dass Gott uns ewiges Leben gegeben hat und im Gericht geben wird. Einfach, weil Gott Gott ist. Und dies ist das Vertrauen von un zu IHM hin, dass wieder Frucht des Geistes bringt, welches uns wieder aktiv "würdigt" und "heiligt" (nicht aus uns, aus dem Glauben Gottes heraus!), das Leben dann auch zu empfangen.

Ein großes Problem ist auch die Bekehrungsmusik. Die zieht den Sünder an seinem Willen und manipuliert emotional. Ich habe das jetzt in den Missionszelten oft erlebt und fand es grausam, wie man nicht klar die Bibel auslegt und die Wahhriet offenbart, und damit auf das Wirken vom GEIST GOTTES durch das Wort vertraut, sondern nach der sehr rherotischen und biblisch flachen Predigt dieses Chorgedusel anfängt. Nach jeder Strophe eine Pause und der Prediger "Heute hast du noch eine Chance, morgen könnte es zu spät sein!", dann wieder eine Strophe, dann Musik wieder leiser, dann lockt der Prediger erneut mit ein paar Sprüchen, etc.

Und diese ganzen "Bekehrungen" sind total äußerlich. Ich sprach mit manchen dieser Kinder aus christlichen Familien, die sich so bekehrten, über ihr Bekehrungserlebnis und die Veränderungen danach. Mir scheint vielmehr, so manch einer der "Wiedergeborenen" ist zu einer äußeren Religion mit Geboten, Regeln und Gemeindedienst bekehrt statt zu der Person Christi Jesu. Sie "gingen im Zelt nach vorne", alle freuen sich dass "er sich bekehrte".

Und ich habe manchen erlebt, die kurz später wieder "abfielen". Natürlich spielt das dann keine große ROlle, es ist natürlich das harte Herz, der freie Wille, und der Einsatz mit der "Erweckung" ist eh längst vergessen, de nächste Einsatz steht schon bevor, wo "Erweckung" genauso "gemacht" wird.

Ich sprach mit unserem Ältesten und sagte, ob sich ein Sünder nicht ganza llein zuhause bekehren könne, für sich am Bett, wie derr herr Jesus (im anderen Kontext) lehrte "Wenn eine rbetet, gehe er in seine Kammer und bete zum Vater, der im Verborgenen ist". Aber nein, das wäre ja keine echte Bekehrung, das müssen alle sehen... Ich habe mich so bekehrt allein am Bett, ohne schmierige Chormusik, hatte schwere Anfechtungen und soweiter, und bin trotzdem noch im Glauben. Gott hat mich gehalten. Andere bekehren sich mit viel Freude und schmeißen gleich PC Und INternet und viele unnütze Dinge weg, und 2 Monate später holen sie alles zurück schlimmer als zuvor.

Deinen Tipp, Peter01, von wegen "solange die Wahrheit verkündigen bis sie mich rausschmeißen", hatte ich auch schon. Nur wenn man schon länger drin ist und dann auf einmal anfängt sowas zu tun, ist es schon komisch. Hätte ich das gleich zugebeben, hätten die mich ja nie genommen. (Es war von Anfang an mein Fehler, mich darauf einzulassen.)
Und ich möchte auch auf keinen Fall eine spaltung verursachen, dass die einen sagen "Ja" und die anderen "nein", und so Unruhe, Unfriedne etc. kommt. Wenn ich mit wen sprechen, dann mit dem Ältesten.


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