"Die Römisch-Katholische Kirche und ihre Lehren"?!

Lehrfragen in Theorie und Praxis - also alles von Bibelverständnis über Heilslehre und Gemeindelehre bis Zukunftslehre

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Joschie
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"Die Römisch-Katholische Kirche und ihre Lehren"?!

Beitragvon Joschie » 29.09.2016 08:25

Hallo Ihr!
Im Forum gab es ja öfter Beiträge zum Thema "Die Römisch-Katholische Kirche und ihre Lehren". Zu diesem Thema hatten mich öfter Nutzer kontaktiert.
Ihre Frage ist, ob man sich nicht mal in einem Thread über alle Fragen zu diesem Thema austauschen kann. Nachdem ich mich mit den anderen Moderatoren über diese Frage besprochen hatte, eröffnen wir hier diesen Thread.
Gruß Joschie
P.S. Der Austausch hier in diesem Thread soll sachlich und nicht polemisch sein :!:
Es werden keine persönlichen Angriffe auf andere Nutzer geduldet. Ich bitte darum, dass man die eigenen Aussagen im gegebenden Falle mit Zitaten und Quellen belegt
Tod, wo ist dein Stachel? Totenreich, wo ist dein Sieg? 1Kor 15,55

Jose
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Re: Die Römisch-Katholische Kirche und ihre Lehren

Beitragvon Jose » 29.09.2016 10:47

Hallo Joschie.
Finde ich gut. Hast du aktuelle Fragen von Nutzern?

Joschie hat geschrieben:Hallo Ihr!
Im Forum gab es ja öfter Beiträge zum Thema "Die Römisch-Katholische Kirche und ihre Lehren". Zu diesem Thema hatten mich öfter Nutzer kontaktiert.
Ihre Frage ist, ob man sich nicht mal in einem Thread über alle Fragen zu diesem Thema austauschen kann. Nachdem ich mich mit den anderen Moderatoren über diese Frage besprochen hatte, eröffnen wir hier diesen Thread.
Gruß Joschie

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Re: Die Römisch-Katholische Kirche und ihre Lehren

Beitragvon Joschie » 30.09.2016 08:21

Jose hat geschrieben: Hast du aktuelle Fragen von Nutzern?

In den verschiedenen Beiträgen geht es meistens um die Unfehlbarkeit des Papstes und um Maria. Daher die Frage welche Lehraussagen beinhalten der Römisch-katholische Kirche Katechismus und die Römisch-katholische Kirche-Dogmen?
Gruß Joschie
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Jose
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Re: Die Römisch-Katholische Kirche und ihre Lehren

Beitragvon Jose » 30.09.2016 20:06

Dieses Thema wurde im Bereich „Biblische Lehrthemen“ eröffnet, leider ist die Bibel aber nicht die Grundlage für die Lehren der katholischen Kirche. Als ich zum Glauben kam habe ich in meinem Heimatort den Priester in der Kirche am Ort aufgesucht. Im Gespräch fragte ich ihn, ob er glaube, dass die Bibel Gottes Wort sei, war er bejahte. Auf meine Nachfrage: „Nur die Bibel?“, sagte er nein, nicht nur die Bibel.

Ich möchte mal spontan auflisten was mir so einfällt an katholische Lehren und Dogmen und trage als Bemerkung ein, ob nach meiner Überzeugung biblisch oder unbiblisch.

Jesu von Jungfrau geboren: biblisch
Maria war und blieb Jungfrau: unbiblisch
Maria hatte keine weiteren Kinder: unbiblisch
Maria ist die Mutter Jesu: biblisch
Maria ist die Mutter Gottes: unbiblisch
Jesus ist für unsere Sünden gestorben: biblisch
Jesus ist der Mittler zum Vater: biblisch
Maria ist Mittlerin zu Jesus: unbiblisch
Gebet Ave-Maria (besonders zweiter Teil): unbiblisch
Himmelfahrt Jesu: biblisch
Himmelfahrt Maria: unbiblisch
Verehrung von Maria als Heilige Maria: unbiblisch
Verehrung von der Heiligen Anna (Maria‘s Mutter): unbiblisch
Zölibat: unbiblisch
Papsttum: unbiblisch
Unfehlbarkeit des Papstes: unbiblisch
Rosenkranz: unbiblisch
Eucharistie (Transsubstantiation): unbiblisch
Eucharistie (Wein nur für die Priester): unbiblisch
Seligsprechung: unbiblisch
Heiligsprechung: unbiblisch
Verehrung von Seligen oder Heiligen: unbiblisch
Weihwasser als Segenzeichen: unbiblisch
Statuen, z.B. von Madonnen, vor denen man sich neigt: unbiblisch
Dogmen (Lehraussagen mit unumstößlichen Wahrheitsanspruch): unbiblisch
Dogmen sind gleichwertig wie Gottes Wort: unbiblisch
Fegefeuer: unbiblisch
Totenmessen: unbiblisch
Jubeljahr / Ablass: unbiblisch
Werksgerechtigkeit: unbiblisch
Nottaufe bei sterbenden Säuglingen: unbiblisch

Soweit einige Punkte.

Gibt es Korrekturen, Ergänzungen, Verbesserungsvorschläge zur Auflistung?

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Joschie
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Beitragvon Joschie » 01.10.2016 07:30

Hallo Jose!
Du hast ja eine ganze Reihe von Lehren aufgezeichnet und bewertet. Es ging mir hier nicht gleich um eine Bewertung, sondern um eine Aufzählung der katholischen Lehren. Ich halte deinen Beitrag für kontraproduktiv, da er eine Bewertung schon vorweg nimmt. arrow:Hier ist der Katechismus der Katholischen Kirche, damit haben wir eine offizielle Quelle zu den Lehraussagen.
Gruß Lutz
P.S. Bitte bei euren Beiträgen immer die Quellen für eure Aussagen angeben.
$:P
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Jose
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Re: Die Römisch-Katholische Kirche und ihre Lehren

Beitragvon Jose » 01.10.2016 11:24

Hallo Joschie.
Ich komme aus der katholischen Kirche und wurde und werde immer wieder mit deren falschen Lehren konfrontiert. In der Römisch-katholischen Kirche werden ganz selbstverständlich Lehren der Bibel mit kirchlichen Überlieferungen und Beschlüsse in den Konzilen zusammengelegt. Es muss das Anliegen aller biblisch gläubigen Menschen sein, auf diese Irreführung hinzuweisen.

Du verweist auf den KATECHISMUS DER KATHOLISCHEN KIRCHE.

Dort heißt es zu Maria:
491 Im Laufe der Jahrhunderte wurde sich die Kirche bewußt, daß Maria, von Gott ,,mit Gnade erfüllt" (Lk 1,28), schon bei ihrer Empfängnis erlöst worden ist. Das bekennt das Dogma von der unbefleckten Empfängnis, das 1854 von Papst Pius IX. verkündigt wurde: daß die seligste Jungfrau Maria im ersten Augenblick ihrer Empfängnis durch die einzigartige Gnade und Bevorzugung des allmächtigen Gottes im Hinblick auf die Verdienste Christi Jesu, des Erlösers des Menschengeschlechtes, von jeglichem Makel der Urschuld unversehrt bewahrt wurde"(DS 2803).


501 Jesus ist der einzige Sohn Marias. Die geistige Mutterschaft Marias aber [Vgl. Joh 19,26-27; Offb 12,17.] erstreckt sich auf alle Menschen, die zu retten Jesus gekommen ist: ,,Sie gebar einen Sohn, den Gott zum ,Erstgeborenen unter vielen Brüdern‘ (Röm 8,29) gesetzt hat, den Gläubigen nämlich, bei deren Geburt und Erziehung sie in mütterlicher Liebe mitwirkt" (LG 63).


509 Maria ist wahrhaft „Mutter Gottes", denn sie ist die Mutter des menschgewordenen ewigen Sohnes Gottes, der selbst Gott ist.

510 Maria „ist Jungfrau geblieben, als sie ihren Sohn empfing, Jungfrau, als sie ihn gebar, Jungfrau, als sie ihn trug, Jungfrau, als sie an ihrer Brust nährte. Allzeit Jungfrau" (Augustinus, serm. 186,1). Mit ihrem ganzen Wesen ist sie „die Magd des Herrn" (Lk 1,38).

Quelle

Hier sehen wir, wie biblische Lehre mit Dogmen vermischt wird und somit zur Unwahrheit wird. Wenn jemand aber die Bibel mit aufmerksamen und gläubigem Herzen liest, wird erkennen, dass die katholische Lehre über Maria nicht stimmt. Es folgen einige Aussagen aus der Bibel.

"Josef aber, vom Schlaf erwacht, tat, wie ihm der Engel des Herrn befohlen hatte, und nahm seine Frau zu sich; und er erkannte sie nicht, bis sie einen Sohn geboren hatte; und er nannte seinen Namen Jesus." Mt 1,24-25

"Und er kam in seine Vaterstadt und lehrte sie in ihrer Synagoge, so dass sie sehr erstaunten und sprachen: Woher hat er diese Weisheit und die Wunderwerke? Ist er nicht der Sohn des Zimmermanns? Heißt nicht seine Mutter Maria und seine Brüder Jakobus und Josef und Simon und Judas? Und seine Schwestern, sind sie nicht alle bei uns? Woher hat er nun dies alles?" Mt 13,54-56

"Diese alle verharrten einmütig im Gebet mit <einigen> Frauen und Maria, der Mutter Jesu, und mit seinen Brüdern." Apg 1,14


Und was absolut unbiblisch ist, sind die Lehren über „MUTTER CHRISTI, MUTTER DER KIRCHE“.
963 Von der Stellung der Jungfrau Maria im Mysterium Christi und des Heiligen Geistes war bereits die Rede. Nun ist ihr Platz im Mysterium der Kirche zu betrachten. „Die Jungfrau Maria ... wird als wahre Mutter Gottes und des Erlösers anerkannt und geehrt ... ‚Sie ist ausdrücklich Mutter der Glieder [Christi], ... weil sie in Liebe mitgewirkt hat, daß die Gläubigen in der Kirche geboren werden, die jenes Hauptes Glieder sind‘ (Augustinus, virg. 6)" (LG 53). „Maria, Mutter Christi, Mutter der Kirche" (Paul VI., Ansprache vom 21. November 1964).


966 „Schließlich wurde die unbefleckte Jungfrau, von jedem Makel der Erbsünde unversehrt bewahrt, nach Vollendung des irdischen Lebenslaufs mit Leib und Seele in die himmlische Herrlichkeit aufgenommen und als Königin des Alls vom Herrn erhöht, um vollkommener ihrem Sohn gleichgestaltet zu sein, dem Herrn der Herren und dem Sieger über Sünde und Tod" (LG 59) [Vgl. die Verkündigung des Dogmas der Aufnahme der seligen Jungfrau Maria durch Papst Pius XII. im Jahre 1950: DS 3903.]. Die Aufnahme der heiligen Jungfrau ist eine einzigartige Teilhabe an der Auferstehung ihres Sohnes und eine Vorwegnahme der Auferstehung der anderen Christen.


969 „Diese Mutterschaft Marias in der Gnadenökonomie dauert unaufhörlich fort, von der Zustimmung an, die sie bei der Verkündigung gläubig gewährte und an der sie unter dem Kreuz ohne Zögern festhielt, bis zur immerwährenden Vollendung aller Auserwählten. Denn nach ihrer Aufnahme in die Himmel hat sie diese heilbringende Aufgabe nicht niedergelegt, sondern fährt durch ihre vielfältige Fürbitte fort, uns die Gaben des ewigen Heils zu verschaffen ... Deshalb wird die selige Jungfrau in der Kirche unter den Titeln der Fürsprecherin, der Helferin, des Beistandes und der Mittlerin angerufen" (LG 62).

Quelle


Nirgendwo in der Bibel wird Maria als Fürsprecherin und Mittlerin gelehrt. "Denn einer ist Gott, und einer ist Mittler zwischen Gott und Menschen, der Mensch Christus Jesus" 1.Tim 2,5.

Wir dürfen dem Wort Gottes nichts hinzufügen. Judas, einer der Brüder Jesu, Sohn Marias und Josefs, hat geschrieben: "Geliebte, da ich allen Fleiß anwandte, euch über unser gemeinsames Heil zu schreiben, war ich genötigt, euch zu schreiben und zu ermahnen, für den ein für alle Mal den Heiligen überlieferten Glauben zu kämpfen" Jud 3.

Die Römisch-katholische Kirche hält sich nicht an Gottes Wort. Darauf muss mit Nachdruck hingewiesen werden.

Editiert um die Zitate mehr hervorzuheben
Zuletzt geändert von Jose am 03.10.2016 14:47, insgesamt 1-mal geändert.

SK
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Beitragvon SK » 01.10.2016 13:44

Hallo alle miteinander,

Lutz hat ja im Eröffnungsbeitrag schon gesagt, dass es im Vorfeld dieses Threads PN-Kontakte zu dem Thema gab und ich oute mich mal als einer derjenigen welcher …
Um gleich allen Unklarheiten und Missverständnissen vorzubeugen, sei gesagt, dass ich katholisch bin und demnach als „Betroffener“ hier argumentiere. Ich freue mich jedenfalls auf einen konstruktiven und informativen Austausch.

José hat eine lange Liste von Themen begonnen, die man besprechen sollte. Dabei ist sie allerdings etwas ungeordnet. Für ein gutes Gespräch wäre es sinnvoll, hier eine Systematisierung hin zu bekommen.
* Beispielsweise geht es um Sakramente: Ihre Bedeutung (Eucharistie [Transsubstantiation] und ihre Praxis (Eucharistie [Wein nur für die Priester; Nottaufe bei sterbenden Säuglingen.])
* Es geht um die Bedeutung von Lehre (Themenbereich Dogmen)
* Um die Kirche und wie Gott sie geleitet haben möchte (Papsttum).
* Um Eschatologie (Fegefeuer)
* Um Gebete und Gebetspraxis (Gebet Ave-Maria [besonders zweiter Teil], Rosenkranz, Totenmessen) und um geistliche Berufung (Zölibat).
* Um die Rechtfertigungslehre (Werksgerechtigkeit)
* Und um Heiligenverehrung (Verehrung von Maria als Heilige Maria, Verehrung von der Heiligen Anna (Maria‘s Mutter), Seligsprechung, Heiligsprechung, Verehrung von Seligen oder Heiligen, Statuen, z.B. von Madonnen, vor denen man sich neigt).
* Dazu über besondere Aussagen zur Bedeutung und Stellung Mariens (Maria war und blieb Jungfrau, Maria hatte keine weiteren Kinder, Maria ist die Mutter Gottes, Maria ist Mittlerin zu Jesus).
* Und dann noch weitere Punkte (Weihwasser als Segenzeichen, Jubeljahr / Ablass)

Ich hoffe, ich habe jetzt nichts vergessen.

Ganz wichtig ist, dass diese Punkte (und noch viele mehr) eine höchst unterschiedliche Wertigkeit im Glauben haben.
Die katholische Kirche hat im 2. Vatikanischen Konzil ausdrücklich gesagt:
Beim Vergleich der Lehren miteinander soll man nicht vergessen, daß es eine Rangordnung oder "Hierarchie" der Wahrheiten innerhalb der katholischen Lehre gibt, je nach der verschiedenen Art ihres Zusammenhangs mit dem Fundament des christlichen Glaubens. (2. Vat. Konzil, Dekret UNITATIS REDINTEGRATIO 11)

So hat die Lehre von der Dreifaltigkeit im Glauben eine ganz andere, weit höhere Bedeutung als die Frage, ob beim Abendmahl der Kelch für alle gereicht werden muss oder nicht.
Ich denke, die wirklich wichtigen Glaubenswahrheiten sind im Glaubensbekenntnis (das apostolische und das große Glaubensbekenntnis von Nizäa-Konstantinopel) ausgesprochen. Und hier sind sich evangelische und katholische und orthodoxe Christen (weitgehend) einig.

Natürlich kann man über alles reden, aber man sollte die Wichtigkeit der Punkte im Blick behalten.
Jesus spricht: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben. (Joh 14,6)

Jose
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Re: Die Römisch-Katholische Kirche und ihre Lehren

Beitragvon Jose » 01.10.2016 14:45

Hallo SK und danke für deinen „Mut“.

SK hat geschrieben:Ich denke, die wirklich wichtigen Glaubenswahrheiten sind im Glaubensbekenntnis (das apostolische und das große Glaubensbekenntnis von Nizäa-Konstantinopel) ausgesprochen. Und hier sind sich evangelische und katholische und orthodoxe Christen (weitgehend) einig.

Was bedeutet es aber für den Katholiken, was im Apostolisches Glaubensbekenntnis oder Glaubensbekenntnis von Nizäa-Konstantinopel steht, wenn dazu noch viel mehr gelehrt wird, siehe meinen Beitrag hier. Letztlich führt es zu einem falschen Verständnis was Glaube bedeutet.

Wenn du meinen letzten Beitrag liest, hier, dann wird darin schon deutlich, dass bei allen ähnlichen Formulierungen im Glaubensbekenntnis die Glaubensgrundlage der katholischen Kirche leider doch eine ganz andere ist als was die Bibel lehrt. Nicht umsonst hat es die Reformation gegeben und bis heute hat sich an der katholischen Lehre leider nichts geändert.

Ich versuche mal auf das einzugehen, was dir wohl besonders wichtig ist und fange mit der Sündenvergebung an.

Im Glaubensbekenntnis steht:
Ich glaube an den Heiligen Geist, die heilige katholische Kirche, Gemeinschaft der Heiligen, Vergebung der Sünden

Aber was ist z.B. mit Vergebung der Sünden gemeint: Vergebung durch die Taufe, Vergebung durch das Abendmahl, Vergebung durch so und so viele Gebete oder etwa durch Ablass?

Zum Thema Ablass:
Im Heiligen Jahr spielt die Vergebung der Sünde eine wichtige Rolle. Die Gläubigen können einen Ablass erlangen.

Quelle

Was hier erschreckend offensichtlich wird, ist wie die Römisch-katholische Kirche sich weiterhin vorbehält zu entscheiden, wie Menschen Sündenvergebung erlangen können.

Das wird auch bei der Eucharistie deutlich, wo die Lehre der Transsubstantiation zum Tragen kommt:
Der Begriff Transsubstantiation (lat.: „Wesensverwandlung“) bezeichnet in der christlichen Theologie die Wandlung von Brot und Wein in den Leib und das Blut Jesu Christi in der Heiligen Messe.

Quelle

Das ist nach katholischem Verständnis die Voraussetzung für das Messopfer:
Das Messopfer (auch heiliges Messopfer) ist eine in der römisch-katholischen Kirche gebräuchliche Bezeichnung für die heilige Messe. Die Bezeichnung ist aus dem katholischen Verständnis der Eucharistie entstanden, nach dem diesedas Gedächtnis des Pascha Christi, die sakramentale Vergegenwärtigung und Darbringung des einzigen Opfers in der Liturgie seines Leibes, der Kirche (Katechismus der Katholischen Kirche, 1362) ist.

Quelle

Die Mahlfeier ist ein Gedächtnismahl und eine Wiederholung des Opfers Jesu ist weder möglich noch nötig, da es ein für alle Mal geschehen ist. Wichtig ist außerdem zu wissen, dass durch die Teilnahme an der Mahlfeier keine Sündenvergebung geschieht.

Jose
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Re: Die Römisch-Katholische Kirche und ihre Lehren

Beitragvon Jose » 01.10.2016 17:47

SK hat geschrieben:Die katholische Kirche hat im 2. Vatikanischen Konzil ausdrücklich gesagt:
Beim Vergleich der Lehren miteinander soll man nicht vergessen, daß es eine Rangordnung oder "Hierarchie" der Wahrheiten innerhalb der katholischen Lehre gibt, je nach der verschiedenen Art ihres Zusammenhangs mit dem Fundament des christlichen Glaubens. (2. Vat. Konzil, Dekret UNITATIS REDINTEGRATIO 11)


In dem referenzierten Dokument war einiges zu lesen was mir noch mehr bewusst gemacht hat, wie gefährlich es ist sich mit der katholischen Kirche einzulassen.

Jesus Christus will, daß sein Volk durch die gläubige Predigt des Evangeliums und die Verwaltung der Sakramente durch die Apostel und durch ihre Nachfolger, die Bischöfe mit dem Nachfolger Petri als Haupt, …


Dabei muß jedoch anerkannt werden, daß es zwischen diesen Kirchen und Gemeinschaften und der katholischen Kirche Unterschiede von großem Gewicht gibt, nicht nur in historischer, soziologischer, psychologischer und kultureller Beziehung, sondern vor allem in der Interpretation der offenbarten Wahrheit.


Während die von uns getrennten Christen die göttliche Autorität der Heiligen Schrift bejahen, haben sie jedoch, jeder wieder auf andere Art, eine von uns verschiedene Auffassung von dem Verhältnis zwischen der Schrift und der Kirche, wobei nach dem katholischen Glauben das authentische Lehramt bei der Erklärung und Verkündigung des geschriebenen Wortes Gottes einen besonderen Platz einnimmt.


In der Tat, es gibt große Unterschiede, wie bereits erwähnt. Es darf keine Lehren geben, die über das hinausgehen, was die Bibel lehrt und der biblischen Lehre widersprechen.

Für die Römisch-katholische Kirche gibt es Ökumene nur nach ihrem Verständnis, darum auch die Forderung das Papsttum anzuerkennen und sich der Römisch-katholischen Kirche zu unterordnen.

Während die von uns getrennten Christen…

Vor Jahren habe ich mich von der katholischen Kirche getrennt und dabei soll es auch bleiben. Bitte gestattet mir in aller Offenheit zu bekennen, dass ich entschieden bin Jesus zu folgen und nicht irgendeine Kirche, wie sie auch heißen möge.

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Beitragvon SK » 01.10.2016 23:12

Hallo José,

Wenn du meinen letzten Beitrag liest (hier), dann wird darin schon deutlich, dass bei allen ähnlichen Formulierungen im Glaubensbekenntnis die Glaubensgrundlage der katholischen Kirche leider doch eine ganz andere ist als was die Bibel lehrt.

Die Glaubensbekenntnisse stammen aus dem 4. Jahrhundert, weit vor der Reformation. Wenn die Reformatoren und die Kirchen der Reformation diese Glaubensbekenntnisse wortwörtlich übernommen haben und zu ihrem Glaubensgut zählen und in den Gottesdiensten beten, dann stellen sie sich bewusst zu diesen Formulierungen. Hätten sie sich davon abgrenzen wollen, hätten sie das getan. Ich denke schon, dass diese Bekenntnisse eine gemeinsame Basis evangelischer und katholischer Christen sind (deswegen habe ich ja auch zur EKD-Seite verlinkt, um deutlich zu machen, dass wir diese Glaubensbasis gemeinsam haben). Und dass dies nicht nur für die EKD gilt, sondern beispielsweise auch für die Baptisten, kann man hier finden. Dort heißt es über das baptistische Glaubensbekenntnis:
„Es setzt das Apostolische Glaubensbekenntnis als gemeinsames Bekenntnis der Christenheit voraus.”
Ich denke, hier bewegen wir uns auf einem guten gemeinsamen Boden.

Aber was ist z.B. mit Vergebung der Sünden gemeint: Vergebung durch die Taufe, Vergebung durch das Abendmahl, Vergebung durch so und so viele Gebete oder etwa durch Ablass?
Petrus sagt in der Pfingstpredigt klar: „Tut Buße, und jeder von euch lasse sich taufen auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung der Sünden.” (Apg 2,38) Also: Buße und Umkehr (im weiteren Sinn: Glaube) sind Voraussetzung, in der Taufe wird alle Schuld vergeben, der alte gottferne Mensch stirbt: „da ihr mit ihm begraben seid in der Taufe. In ihm seid ihr auch mitauferweckt worden.” (Kol 2,12). Das große Glaubensbekenntnis sagt entsprechend: „Wir bekennen die eine Taufe zur Vergebung der Sünden.” Damit beginnt etwas völlig Neues.
So schreibt Luther in seinem kl. Katechismus: „Was gibt oder nützt die Taufe? Sie wirkt Vergebung der Sünden.” (Quelle)
Und im Katholischen Weltkatechismus heißt es entsprechend: „Unser Herr hat die Sündenvergebung mit dem Glauben und der Taufe verbunden: ‚Geht hinaus in die ganze Welt, und verkündet das Evangelium allen Geschöpfen! Wer glaubt und sich taufen läßt, wird gerettet; wer aber nicht glaubt, wird verdammt werden’ (Mk 16,15-16). Die Taufe ist das erste und bedeutsamste Sakrament der Sündenvergebung. Sie vereint uns nämlich mit Christus, der für unsere Sünden gestorben ist und wegen unserer Rechtfertigung auferweckt wurde [Vgl. Röm 4,25], damit ‚auch wir als neue Menschen leben’ (Röm 6,4).” (Nr. 977)

Wenn du jetzt den Ablass ansprichst, dann ist das eben im Sinne der „Hierarchie der Wahrheiten” ein vergleichsweise unbedeutenderes Thema im Glauben.
Ich will einfach mal ein bisschen „wider den Stachel löcken” und aus den 95 Thesen Martin Luthers zitieren:
„These 47: Man muss die Christen lehren: Ablasskauf steht frei, ist nicht geboten.” — Anders gesagt: Ablässe zu erwerben, ist durchaus zulässig, aber nicht notwendig. Luther ging es zunächst einmal um die indiskutable Ablasspraxis seiner Zeit, nicht zwingend um den Ablass selbst.
Ganz deutlich wird das in den Thesen 71 und 72: „Wer gegen die Wahrheit der apostolischen Ablässe redet, der soll gebannt und verflucht sein.
Wer aber seine Aufmerksamkeit auf die Willkür und Frechheit in den Worten eines Ablasspredigers richtet, der soll gesegnet sein.”
Nicht die Ablässe sind für Luther hier das Problem, sondern die Ablassprediger. Für die Reformation waren die Ablässe der Auslöser, inhaltlich spielten sie eine untergeordnete Rolle.
Du wirst selbst bei den radikalsten Fundamentalkatholiken keine Verteidigung der Ablasspraxis zur Zeit Luthers finden. Von daher müssen wir darüber eigentlich nicht diskutieren.
Was die Ablässe als solche angeht, kann man viel reden, aber ich habe noch nie einen Ablass bewusst angestrebt, habe kein Bedürfnis hierzu und kenne keinen Katholiken in meiner Umgebung, der solche Anwandlungen hätte. Es ist schlicht auch nicht heilsnotwendig. Wer das tun will, soll das tun, wer nicht, der nicht.

Das wird auch bei der Eucharistie deutlich, wo die Lehre der Transsubstantiation zum Tragen kommt.

Das ist jetzt ein ganz großes Fass. Vielleicht sollten wir es separat behandeln, wenn wir mit dem Thema Sündenvergebung fertig sind. Das ganze ist, denke ich, ein umfassendes Thema, denn wenn du schreibst:
Wichtig ist außerdem zu wissen, dass durch die Teilnahme an der Mahlfeier keine Sündenvergebung geschieht.
, dann steht das auch gegen Luthers kl. Katechismus, wo es zum Heiligen Abendmahl heißt: „Was nützt denn solch Essen und Trinken?
Das zeigen uns diese Worte: Für euch gegeben und vergossen zur Vergebung der Sünden; nämlich, daß uns im Sakrament Vergebung der Sünden, Leben und Seligkeit durch solche Worte gegeben wird; denn wo Vergebung der Sünden ist, da ist auch Leben und Seligkeit.”
(Quelle)
Aber lass uns eins nach dem andern abhandeln, sonst kommen wir vom Höcksken aufs Stöcksken, wie man bei uns sagt.
Jesus spricht: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben. (Joh 14,6)

Jose
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Re: Die Römisch-Katholische Kirche und ihre Lehren

Beitragvon Jose » 02.10.2016 11:12

Hallo SK, das ist eine interessante Aussage:
Die Glaubensbekenntnisse stammen aus dem 4. Jahrhundert, weit vor der Reformation. Wenn die Reformatoren und die Kirchen der Reformation diese Glaubensbekenntnisse wortwörtlich übernommen haben und zu ihrem Glaubensgut zählen und in den Gottesdiensten beten, dann stellen sie sich bewusst zu diesen Formulierungen

Es war gewiss ein ringen dar, die Fundamente des Glaubens eindeutig zu formulieren und auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen.

Wenn ich mir aber die Liste der ökumenischen Konzilien anschaue, dann wird mir bewusst, dass in dem Ringen viel menschliches eingeflossen ist. Bei dem Konzil in Ephesus im Jahre 431 ging es z.B. auch um Maria als Gottesgebärerin. Das öffnete die Tür dazu, dass Maria auch als Mutter Gottes verehrt wurde, m.E. als Vermischung mit der früheren und vielleicht noch vorhandenen Verehrung der Artemis, die in Ephesus als Göttin galt, siehe Apg. 19.

Wenn du erneut betonst:
Ich denke schon, dass diese Bekenntnisse eine gemeinsame Basis evangelischer und katholischer Christen sind

so nutzt ein Bekenntnis recht wenig, wenn die gelebte Glaubenspraxis und die vielen Lehren, die sich eingeschlichen haben, doch eine andere ist.

Gehen wir nochmal zu Maria zurück.
Johannes Paul II war ein großer Anhänger Maria’s und Befürworter des Rosenkranzes. In ein Apostolisches Schreiben vom 16. Oktober 2002 zum Rosenkranz schreibt er:
Vielleicht besteht auch die Befürchtung, der Rosenkranz könne wegen seines ausgesprochen marianischen Charakters als wenig ökumenisch gelten. In Wirklichkeit führt uns dieses Gebet in einen viel klareren Horizont der Verehrung der Mutter Gottes, den das Konzil auf gezeigt hat: eine Frömmigkeitsform , die sich am christologischen Zentrum des christlichen Glaubens orientiert, und zwar in der Weise, dass „wenn die Mutter geehrt wird, der Sohn [...] richtig erkannt, geliebt, verherrlicht wird“. Wenn das Rosenkranzgebet in angebrachter Weise neu entdeckt wird, ist es eine Hilfe und sicher kein Hindernis für die Ökumene!

Es ist unbiblisch und daher definitiv hinderlich für den christlichen Glauben und somit hinderlich für die Einheit der gläubigen Christen. Und wie verkehrt zu behaupten, dass es ohne Marienverehrung keine rechte Gotteserkenntnis gibt:
„wenn die Mutter geehrt wird, der Sohn [...] richtig erkannt, geliebt, verherrlicht wird“.

Zum Ave Maria, was schon erwähnt wurde, gehört im 2. Teil die Bitte um den Beistand in der Todesstunde, die von Pius V. 1568 offiziell ergänzt wurde (Quelle). Hier erkennen wir, wie verkehrt es ist, wenn Menschen sich anmaßen, über das hinauszugehen was in der Bibel steht. Darum, das Papsttum ist unbiblisch und absolut abzulehnen. Die Bibel alleine ist die Grundlage des christlichen Glaubens.


Beim Thema Sündenvergebung hast du besonders die Taufe erwähnt, was ich interessant fand.
Petrus sagt in der Pfingstpredigt klar: „Tut Buße, und jeder von euch lasse sich taufen auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung der Sünden.” (Apg 2,38) Also: Buße und Umkehr (im weiteren Sinn: Glaube) sind Voraussetzung, in der Taufe wird alle Schuld vergeben, der alte gottferne Mensch stirbt: „da ihr mit ihm begraben seid in der Taufe. In ihm seid ihr auch mitauferweckt worden.” (Kol 2,12). Das große Glaubensbekenntnis sagt entsprechend: „Wir bekennen die eine Taufe zur Vergebung der Sünden.” Damit beginnt etwas völlig Neues.

Es gibt Aussagen in der Bibel, die kann man falsch verstehen. Die eindeutige Ermahnung des Apostel Petrus war: "Tut Buße, und jeder von euch lasse sich taufen auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung eurer Sünden!" Apg 2,38. Buße und Umkehr zu Gott ist die Voraussetzung, um Sündenvergebung zu erlangen. Später lesen wir auch: "So tut nun Buße und bekehrt euch, dass eure Sünden ausgetilgt werden" Apg 3,19. Nicht die Taufe befreit von Sünde, sondern die persönliche Umkehr zu Jesus und Annahme des Heils in Jesus. Dadurch empfängt der Gläubige die Sündenvergebung und die Verheißung des ewigen Lebens. Der Glaube ist entscheidend.

Die Frage nach der Taufe ist für mich sehr wichtig, allerdings gibt es auch falsche Vorstellungen dazu, was ich in einem nächsten Beitrag noch erwähnen möchte. Hier möchte ich aber noch auf folgende Aussage von dir eingehen:
So schreibt Luther in seinem kl. Katechismus: „Was gibt oder nützt die Taufe? Sie wirkt Vergebung der Sünden.” (Quelle)
Und im Katholischen Weltkatechismus heißt es entsprechend: „Unser Herr hat die Sündenvergebung mit dem Glauben und der Taufe verbunden: ‚Geht hinaus in die ganze Welt, und verkündet das Evangelium allen Geschöpfen! Wer glaubt und sich taufen läßt, wird gerettet; wer aber nicht glaubt, wird verdammt werden’ (Mk 16,15-16). Die Taufe ist das erste und bedeutsamste Sakrament der Sündenvergebung. Sie vereint uns nämlich mit Christus, der für unsere Sünden gestorben ist und wegen unserer Rechtfertigung auferweckt wurde [Vgl. Röm 4,25], damit ‚auch wir als neue Menschen leben’ (Röm 6,4).” (Nr. 977)

Du hast sehr richtig die Markusstelle zitiert, dass wer gläubig geworden ist sich auch taufen lassen soll und gerettet wird. Dann aber heißt es aber auch, dass wer nicht glaubt, verdammt wird. Hier wird deutlich, dass primär der Glaube entscheidend ist, um gerettet zu werden. Wer ungläubig ist und sich taufen lässt, dem hilft die Taufe auch nicht.

Jesus sagt: "Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer mein Wort hört und glaubt dem, der mich gesandt hat, <der> hat ewiges Leben und kommt nicht ins Gericht, sondern er ist aus dem Tod in das Leben übergegangen" Joh 5,24. Die Katholiken aber werden ermuntert zu Maria zu beten:
Heilige Maria, Mutter Gottes, bitte für uns Sünder jetzt und in der Stunde unseres Todes

Haben Katholiken überhaupt Heilsgewißheit? Wissen sie, dass ihre Sünden vergeben sind und sie nach dem Tod nicht ins Gericht sondern zu Jesus in den Himmel kommen?

Wenn ich an Fegefeuer, Totenmessen und nicht zuletzt die Bitte zu Maria um Fürbitte denke, so kann ich nur sagen: Nein, ein Katholik kann keine Heilsgewißkeit haben, zumindest keine die auf das vollbrachte Werk Jesu beruht, denn er vertraut der seligmachenden Kirche mit ihren Sakramenten.

Jose
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Re: Die Römisch-Katholische Kirche und ihre Lehren

Beitragvon Jose » 03.10.2016 11:37

Die Vergleiche mit Luther’s 95 Thesen und Luther’s kl. Kathechismus fand ich interessant, allerdings ist Luther’s damalige Erkenntnis nicht der Maßstab für die Suche nach der Wahrheit.

Jesus sagte Seinen Jüngern: "Wenn aber jener, der Geist der Wahrheit, gekommen ist, wird er euch in die ganze Wahrheit leiten; denn er wird nicht aus sich selbst reden, sondern was er hören wird, wird er reden, und das Kommende wird er euch verkündigen" Joh 16,13. Der Heilige Geist will uns in alle Wahrheit leiten, auf der Grundlage der Bibel.

Im Zusammenhang mit der Sündenvergebung wurde die Taufe erwähnt.
Die Taufe ist das erste und bedeutsamste Sakrament der Sündenvergebung. Sie vereint uns nämlich mit Christus, der für unsere Sünden gestorben ist und wegen unserer Rechtfertigung auferweckt wurde [Vgl. Röm 4,25], damit ‚auch wir als neue Menschen leben’ (Röm 6,4).” (Nr. 977)


Die katholische Kirche (vielleicht tat es auch Luther) legt in dem sogenannten Sakrament der Taufe eine Bedeutung und Wirkung hinein, die wir in der Bibel so nicht finden.
1213 Die heilige Taufe ist die Grundlage des ganzen christlichen Lebens, das Eingangstor zum Leben im Geiste [vitæ spiritualis ianua] und zu den anderen Sakramenten. Durch die Taufe werden wir von der Sünde befreit und als Söhne Gottes wiedergeboren; wir werden Glieder Christi, in die Kirche eingefügt und an ihrer Sendung beteiligt [Vgl. K. v. Florenz: DS 1314; CIC, cann. [link] 204, § 1; [link] 849; CCEO, can. 675, § 1]: „Die Taufe ist das Sakrament der Wiedergeburt durch das Wasser im Wort" (Catech. R. 2,2,5).

Quelle

Besonders bedenklich und biblisch unhaltbar sind solche Lehren:
Die Taufe von Kindern

1250 Da die Kinder mit einer gefallenen und durch die Erbsünde befleckten Menschennatur zur Welt kommen, bedürfen auch sie der Wiedergeburt in der Taufe [Vgl. DS 1514], um von der Macht der Finsternis befreit und in das Reich der Freiheit der Kinder Gottes versetzt zu werden [Vgl. KoI 1,12-14.], zu der alle Menschen berufen sind. Daß die Heilsgnade ganz ungeschuldet ist, tritt in der Kindertaufe besonders klar zutage. Die Kirche und die Eltern würden dem Kind die unschätzbare Gnade vorenthalten, Kind Gottes zu werden, wenn sie ihm nicht schon bald nach der Geburt die Taufe gewährten [Vgl. [link] CIC, can. 867 CCEO, cann. 681; 686].

Quelle

Diese Lehren über Erbünde und Wiedergeburt in der Taufe, sind wohl der Grund, warum die Nottaufe von Säuglingen empfohlen wird, als ob Jesus die Kinder nicht lieben und die strafen würde, die unschuldig und unmündig sterben.

Wie ganz anders sind doch die Aussagen Jesu:

"Zu jener Zeit begann Jesus und sprach: Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, dass du dies vor Weisen und Verständigen verborgen und es Unmündigen offenbart hast" Mt 11,25. Und dieses Wort Jesu ist keine Aufforderung die Kinder zu taufen: "Jesus aber sprach: Lasst die Kinder, und wehrt ihnen nicht, zu mir zu kommen! Denn solchen gehört das Reich der Himmel" Mt 19,14.

Den Kindern gehört das Reich der Himmel, auch wenn sie ungetauft sterben.

SK
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Beitragvon SK » 03.10.2016 16:13

Hallo José,
das Stichwort mit der "Muttergottes" ist ein gutes Beispiel, um deutlich zu machen, warum ich mich mit Deinen pauschalen Aussagen ("unbiblisch") schwer tue.
Du schreibst:
Bei dem Konzil in Ephesus ging es z.B. auch um Maria als Gottesgebärerin. Das öffnete die Tür dazu, dass Maria auch als Mutter Gottes verehrt wurde


1. Der Titel theotokos (Gottesgebärerin) wurde eingeführt, um eine christologische Wahrheit festzuhalten. In Jesus ist Gott wahrhaft Mensch geworden. Jesus Christus ist wahrer Mensch und wahrer Gott. Es hat immer (bis heute) Menschen gegeben, die sich mit diesem Gedanken schwer tun und ihn ablehnen. Der heilige, reine Gott kann sich nicht eins machen mit dem Menschen. Aber genau das ist Gottes Weg, den er gewählt hat und wie er ihn uns in der Schrift verkündet. Er wurde wahrhaft von einer Frau geboren. Der Titel „Gottesgebärerin”, volkstümlich „Mutter Gottes” oder „Gottesmutter” ist also in erster Linie eine Feststellung über Jesus.

2. Der Titel „Gottesmutter” ist eben keine katholische Eigentümlichkeit, wie du zu glauben scheinst. Der Konzilsbeschluss wird von den meisten Kirchen als Glaubensgut anerkannt, er ist keine katholische Sonderlehre. Die Orthodoxen verehren Maria ganz selbstverständlich als theotokos. Luther hat in seiner Predigt zum Magnificat (Lk 1,46–55) geschrieben: „Darum hat man in einem Wort alle ihre Ehre begriffen, so man sie Gottes Mutter nennet. Es kann niemand Größeres von ihr noch zu ihr sagen, wenn er gleich so viel Zeugen hätte wie Laub und Gras, Sterne am Himmel und Sand im Meer ist. Es will auch im Herzen bedacht sein, was das sei, Gottes Mutter sein.” (Martin Luther: Das Magnificat verdeutscht und ausgelegt [1521]. Martin Luther: Gesammelte Werke, S. 3566). In der Konkordienformel, einer der Bekenntnisschriften der Lutheraner, wird ausdrücklich erklärt: „Daher gläuben, lehren und bekennen wir, daß Maria nicht ein bloßen, pur lautern Menschen, sondern den wahrhaftigen Sohn Gotten empfangen und geboren hab: darum sie auch recht die Mutter Gottes genennet wird und auch wahrhaftig ist.” (Concordien-Formel (1577). VIII. Von der Person Christi, Nr. 7).
Es handelt sich also mitnichten um katholisches Eigengut. Wenn du solches suchst, müssen wir uns beispielsweise über das Papstamt unterhalten, das ist in der Tat katholische Sonderlehre. Nicht aber die theotokos. Dann muss man aber so ehrlich sein und einen Großteil Deiner eingangs aufgeführten Punkte wegstreichen.
Es ist vielmehr so, dass ein Teil der Christen die Bezeichnung Gottesgebärerin bejaht, ein anderer Teil nicht. Die Trennlinie verläuft mitnichten zwischen Katholiken und dem Rest der Christenheit.
Wenn aber Christen über jetzt gut 1500 Jahre diese Lehre als wahr und wichtig erkennen, dann muss man das ja noch nicht für sich auch so sehen. Aber man sollte doch zumindest zugestehen, dass diese Leute auch etwas Grips haben, die Bibel kennen, den Heiligen Geist empfangen haben und beten und auf Gott hören. Wenn sie dann zu anderen Erkenntnissen als man selbst kommt, sollte man das einfach so stehen lassen. Gott ist größer!

Das gleiche kann man bei der Frage nach der Sündenvergebung in der Taufe beobachten. Was Du als katholisch verwirfst, ist eine unterschiedliche Sichtweise in der Christenheit, die weit über die katholische Kirche hinausgeht. Nicht nur Luther und die Lutheraner, auch die Orthodoxen und die Anglikaner bekennen dies. Und selbst die Reformierten. Auf der Seite einer evangelisch-reformierten Gemeinde fand ich folgenden Satz aus einer Predigt über die Taufe: „Wenn wir getauft werden auf den Namen des Sohnes, bezeugt und besiegelt uns der Sohn, dass er uns in seinem Blut von allen unseren Sünden reinigt (1 Joh 1,7). Er macht uns eins mit sich selbst, mit seinem Tod und mit seiner Auferstehung, so dass wir von unseren Sünden befreit sind und Gott uns in Christus als gerecht ansieht (Röm 6,4; Kol 2,12).“ (Quelle: Selbstständige Evangelisch-Reformierte Kirche Heidelberg, Die Lehre von der Taufe) — Wenn wir getauft werden, macht uns der Sohn eins mit sich selbst, so dass wir von unseren Sünden befreit sind. — Wir können lange über diese Streitfragen an sich diskutieren und werden voraussichtlich zu keinem gemeinsamen Ergebnis kommen. Das ist vielen aufrichtigen Christen vor uns nicht gelungen, warum sollte das jetzt anders sein? Aber wir können einander als Christen akzeptieren lernen, die unterschiedliche Auffassungen in theologischen Fragen haben und dennoch in tiefer Aufrichtigkeit demselben Herrn Jesus Christus dienen, denn wir sind alle von IHM in die Nachfolge berufen worden.

3. Die ganze Frage der Marienverehrung ist in der Hierarchie der Wahrheiten nicht gerade weit vorne. Niemand, auch kein katholischer Christ, muss auch nur ein Ave Maria oder einen Rosenkranz beten, um in den Himmel zu kommen. Wenn man es aber will, dann kann man es tun. Es gibt Regionen, in denen das sehr exzessiv praktiziert wird und andere, in denen in der katholischen Frömmigkeit Marien- und Heiligenverehrung fast keine Rolle spielt.
Ich will diese Thematik nicht Kleinreden, aber man sollte schon sehen, dass es keine zentrale Frage des christlichen Glaubens darstellt.

4. Wenn man sich mit diesen schwierigen Fragen näher befasst, lernt man eine Menge für sich selbst. So geht es zumindest mir. Gerade bei der Frage der „Gottesmutter” ist dein Verdikt „unbiblisch” schlicht falsch, denn es gibt dafür sogar einen biblischen Beleg, wie ich vor zwei Tagen bei der Beschäftigung mit der Frage aus Anlass dieses Threads erstmals festgestellt habe. Elisabeth begrüßt die schwangere Maria bekanntlich mit den Worten: „Und woher wird mir das zuteil, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt?” (Lk 1,43) Die Mutter meines Herrn! Lukas bzw. Elisabeth verwenden genau den Ausdruck Herr – im Original kyrios, der für Gott verwendet wird: „Mein Herr und mein Gott!” (Joh 20,28) Oder Offb 4,11: „Du bist würdig, o unser Herr und unser Gott, zu empfangen die Herrlichkeit und die Ehre und die Macht.” Die Mutter meines Herrn – die Mutter meines Gottes – die Mutter Gottes – die Gottesgebärerin.

Ich möchte diese Punkte deshalb besonders betonen, weil ich glaube, dass die Perspektive sonst völlig verrückt und an den Tatsachen vorbei geht. Wir können uns über viele einzelne Punkte streiten und die Diskussionen ausfechten, die Christen seit 500 Jahren und viel länger ausgefochten haben. Und wir werden wahrscheinlich zu demselben Ergebnis kommen: wir können uns nicht einigen.
Aber: wir können lernen, warum die einen nicht katholisch sind und es gut so ist und warum die anderen katholisch sind und es gut so ist. Denn Gott hält viele Wohnungen bereit. Auf diese Weise können wir gemeinsam Gott näher kommen.
Jesus spricht: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben. (Joh 14,6)

Jose
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Re: Die Römisch-Katholische Kirche und ihre Lehren

Beitragvon Jose » 03.10.2016 19:15

Hallo SK.
das Stichwort mit der "Muttergottes" ist ein gutes Beispiel, um deutlich zu machen, warum ich mich mit Deinen pauschalen Aussagen ("unbiblisch") schwer tue.

Jesus Christus ist wahrer Mensch und wahrer Gott. Es hat immer (bis heute) Menschen gegeben, die sich mit diesem Gedanken schwer tun und ihn ablehnen.

Ich hatte befürchtet, dass du an dem hängen bleibst, daher möchte ich klarstellen: Dass Jesus wahrer Mensch war und zugleich Gott, ist eindeutig in der Bibel bezeugt und davon bin ich völlig überzeugt. Nur so konnte ER uns erlösen.

Wenn du aber schreibst:
Die ganze Frage der Marienverehrung ist in der Hierarchie der Wahrheiten nicht gerade weit vorne.

Dann ist das sicherlich deine eigene Einschätzung. Aber wenn du an die katholische Kirche insgesamt denkst, dann ist auch das keine Kleinigkeit. Siehe Lourdes, Fatima und vielleicht noch andere Orte. Bitte bagatellisiere das Thema mit der Marien- und Heiligenverehrung nicht, denn es führt von Jesus weg und beweist, dass die Päpste nicht die Stellvertreter Christi sind. Maria führt nicht zu Jesus, sondern von Jesus weg.

Es geht wie erwähnt nicht lediglich um die Aussage, ob Maria Mutter Gottes genannt werden kann oder nicht, sondern insgesamt, was um Maria herum falsch gelehrt wird, damit sie verehrt werden kann, bis hin zur Aussage, dass Maria selbst „unbefleckt“ empfangen wurde.
Immaculata Conceptio

Am 8. Dezember 1854 verkündete Papst Pius IX. das Dogma von der Unbefleckten Empfängnis nicht nur des Gottessohnes Jesus durch Maria, sondern auch der Maria durch Anna. Die Lehre von der "Immaculata Conceptio" ist seitdem fester Glaubenslehrsatz der Katholischen Kirche.

Quelle

Wenn du daher schreibst:
Der Titel „Gottesmutter” ist eben keine katholische Eigentümlichkeit, wie du zu glauben scheinst. … Dann muss man aber so ehrlich sein und einen Großteil Deiner eingangs aufgeführten Punkte wegstreichen.

Dann prüfe bitte alles was die Kirche lehrt über Maria, wie die unbefleckte Empfängnis Maria’s, ihre Himmelfahrt, ihre Verehrung usw. Wenn Päpste lehren, dass Maria um Fürbitte angerufen werden soll, siehe Johannes Paul II, dann ist das wirklich keine Kleinigkeit sondern schlimmer Götzenkult. Ich habe Menschen gesehen die auf Knien nach Fatima gepilgert sind oder auf Knien um Marienstatuen rutschten um ihre Gelübde zu erfüllen. Sie haben es so getan, weil sie so belehrt wurden, aber das ist nicht Gottes Wille sondern Götzendienst.

Und was die Aussagen über die Sündenvergebung in der Taufe anbetrifft, so sollen wir uns mit dem beschäftigen, was die Bibel lehrt und nicht was Menschen meinen, wenn du schreibst:
Das gleiche kann man bei der Frage nach der Sündenvergebung in der Taufe beobachten. Was Du als katholisch verwirfst, ist eine unterschiedliche Sichtweise in der Christenheit, die weit über die katholische Kirche hinausgeht.

Wie ich zuvor geschrieben habe, biblisch unhaltbar sind z.B. solche Lehren:
1250 Da die Kinder mit einer gefallenen und durch die Erbsünde befleckten Menschennatur zur Welt kommen, bedürfen auch sie der Wiedergeburt in der Taufe.

Quelle

Das Vertrauen darauf, dass durch das Sakrament der Taufe Menschen zu Gotteskindern werden, ist genauso unbiblisch, wie der Glaube am Sakrament der Eucharistie:
1322 Die heilige Eucharistie vollendet die christliche Initiation. Wer durch die Taufe zur Würde des königlichen Priestertums erhoben und durch die Firmung Christus tiefer gleichgestaltet worden ist, nimmt durch die Eucharistie mit der ganzen Gemeinde am Opfer des Herrn teil.

Quelle

Es werden Handlungen in den Vordergrund gestellt und nicht der persönliche Glaube.

Die Römische-katholische Kirche, und über die tauschen wir uns hier aus, bindet die Menschen an sich und hindert sie daran, eine ganz persönliche Glaubensbeziehung zu Jesus zu suchen und zu finden. Diese deine Aussage habe ich daher mit Traurigkeit zu Kenntnis genommen:
Aber: wir können lernen, warum die einen nicht katholisch sind und es gut so ist und warum die anderen katholisch sind und es gut so ist. Denn Gott hält viele Wohnungen bereit. Auf diese Weise können wir gemeinsam Gott näher kommen.


Du hast eine schöne Signatur:
Jesus spricht: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben. (Joh 14,6)

Hast du dir schon Gedanken gemacht, was es bedeutet? Die Wahrheit, die Jesus gelehrt hat und Seine Apostel, ist nicht die Wahrheit, welche du von der katholischen Kirche kennst. Auch ist der Weg, denn die katholische Kirche lehrt, nicht der biblische Weg. Es ist somit sehr fraglich, ob Katholiken, wenn ihr Glaube nur auf die Kirche und die Sakramente beruht, gerettet sind.

Du hast das Wort Jesu erwähnt: "Im Hause meines Vaters sind viele Wohnungen" Joh 14,2a. Wenn ich das Wort des Herrn aber ernst nehme, und das möchte ich, dann gilt was Jesus an verschiedenen Stellen als Bedingung gesagt hat: "Ich habe deinen Namen den Menschen offenbart, die du mir aus der Welt gegeben hast. Dein waren sie, und mir hast du sie gegeben, und sie haben dein Wort bewahrt" Joh 17,6. Ich kann mich leider nur wiederholen, dass in der katholischen Kirche das Wort Gottes nicht bewahrt wird sondern mit vielen anderen Lehren vermischt wird, wie bereits erwähnt.

Jesus spricht: Wenn jemand mich liebt, so wird er mein Wort halten, und mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm machen. Joh 14,23

Jose
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Es ist höchste Zeit...

Beitragvon Jose » 03.10.2016 20:05

An dieser Stelle möchte ich noch auf folgenden Thread hinweisen: Es ist höchste Zeit...


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