Finney, Charles Grandison

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lutz
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Re: Finney: Befreiung vom Hyper-Calvinismus

Beitragvon lutz » 27.06.2011 15:48

Jose hat geschrieben:Ich kann die Haltung gegen Finney, von der einen Seite, oder gegen Spurgeon, von der anderen Seite, nicht einfach übernehmen, denn unser Beurteilungsvermögen ist doch sehr eingeschränkt und alles andere als objektiv und in vielen Fällen alles andere als zuverlässig. Finneys Botschaft war ohne Zweifel eine von Gott sehr gesegnete Predigt gegen den Hyper-Calvinismus der bereits damals sehr vertreten war in Amerika, nachdem der Calvinismus über England dorthin gebracht wurde.


Jose, hast du überhaupt verstanden, wovon der verlinkte Artikel spricht?

Selbst eine maschinelle Übersetzung sagt genug, um eine Vorstellung zu gewinnen, was für Finney „Hypercalvinismus“ ist.
Finney wird dort zitiert:

maschinell: „ Ich habe überall festgestellt, dass die Besonderheiten des Hyper-Calvinismus haben die Stolperstein sowohl der Kirche und der Welt. Eine Natur sündig an sich, eine totale Unfähigkeit, Christus anzunehmen und zu Gott zu gehorchen, Verurteilung zum ewigen Tod für die Sünde Adams und für eine sündige Natur, und alle Verwandten und den daraus resultierenden Dogmen jener eigenartigen Schule, haben den Stein des Anstoßes gewesen der Gläubigen und die Ruine der Sünder. "[Memoiren, 444].“

Original: „I have everywhere found that the peculiarities of hyper-Calvinism have been the stumbling block both of the church and of the world. A nature sinful in itself, a total inability to accept Christ and to obey God, condemnation to eternal death for the sin of Adam and for a sinful nature,—and all the kindred and resultant dogmas of that peculiar school, have been the stumbling block of believers and the ruin of sinners." [Memoirs, 444].“

http://www.spurgeon.org/~phil//articles/finney.htm

Also wenn du der Ansicht sein solltest, dass man sich mit einem „Befreiungsschlag“ davon „befreien“ sollte – weiß ich nicht mehr, was ich dazu noch sagen soll.

Glaubensinhalte sind objektiv und ändern sich nicht, weil sich Christus nicht ändert! Wenn das kritisierte Starre ist, dann lieber starr als am Ziel vorbei.

Die Kritik eines Spurgeon ist keinesfalls mit der eines Finney auf eine Stufe zu stellen!

Lutz

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Beitragvon Joschie » 28.06.2011 13:19

Jose hat geschrieben:Ich kann die Haltung nicht übernehmen, denn unser Beurteilungsvermögen ist doch sehr eingeschränkt und alles andere als objektiv und in vielen Fällen alles andere als zuverlässig. Finneys Botschaft war ohne Zweifel eine von Gott sehr gesegnete Predigt gegen den Hyper-Calvinismus der bereits damals sehr vertreten war in Amerika, nachdem der Calvinismus über England dorthin gebracht wurde.

Woher weist du Jose, dass die Predigten von Charles ­Finney von Gott gesegnet waren?Was ist dein Maßstab für deine Meinung? Da du es schon erwähnst, wie stark war der Hypercalvinismus zurzeit ­Finneys in Amerika, du kannst bestimmt dazu Daten und Fakten nennen.In welchen Predigten genau setzt sich Finney mit dem Hypercalvinismus auseinander?
Jose dieser Beitrag zeigt, dass du von der Geschichte des Calvinismus recht wenig weist.Unter den erstem Pilgervätern waren auch die Puritaner diese waren Calvinisten dieses ist ja allgemein bekannt.Die Puritaner waren keine homogene Einheit es gab auch dort verschiedene Sichtweisen.Schon zurzeit von Jonathan Edwards gab es schon unter den Theologen in Neue England eine Strömung, die den Arminianismus vertrat.Von den Calvinismus als ganzes bis zu der Zeit von Charles G.Finney zu sprechen ist durch die größe des Landes und den Zeitraum nicht möglich, dazu kommt das es in Amerika keine Staatskirche oder Großkirchen gab.
Finney entwickelte eine neue Form der Evangelisation, diese beinhaltet einem großen Musikteil, Altarruf, die Hände aufheben, wer sich für Jesus entschieden hat.Dieses geschah sehr oft in großen
Erweckungsversammlungen, genau dieses barg die Gefahr in sich das ein Starker suggestives Element Einzug hielt.Durch ­Finney hat ganz stark der Pragmatismus bei Evangelisationen Einzug gehalten.Dieses wird besonders durch seine Aussage "Erweckung ist möglich" man muss nur die richtigen Mittel einsetzen.Besonders seid Finney wird der Erfolg einer Erweckung/Evangelisation daran gemessen, wie viele Menschen sich dabei bekehrt haben.Dieses Denken läst sich bis heute im so manchem Bericht über Evangelisation nachlesen.


Jose hat geschrieben:In meinem vorherigen Beitrag hatte ich die Frage gestellt:
Gibt es denn einen Gottesmann oder einen bekannten Zeugen Gottes, der nicht von der einen oder anderen Seite scharf angegriffen worden wäre?

Auch mit Spurgeon tue ich mich schwer, dennoch übernehme ich nicht die auf www.atruechurch.info vertretene Haltung über Spurgeon. Die Seite ist leider auf englisch, aber darin wird Spurgeon als gottloser und ökumenischer, falscher Lehrer bezeichnet.

Erst mal das jemand scharf angegriffen wurde sagt über eine Person erst mal recht wenig aus! Was verstehst du unter einen Gottesmann und wer ist ein bekannter Zeuge? Wie sind hier in diesem Thread bei der Person Charles G.Finney und nicht bei C.H.Spurgeon.Da du das Thema Charles G.Finney eröffnet hast solltest du auch erst mal bei der Person C.H.Finney bleiben.

Jose hat geschrieben:Ich möchte mich gerne aus verschiedenen Quellen mit Finney beschäftigen. Von Roberts Liardon gibt es das Buch: Gottes Generäle - Band 3 - Die großen Erweckungsprediger. Darin geht der Autor auch auf Finney ein. Dieses Buch habe ich bestellt, nachdem ich bereits Band 2 mit großem Gewinn gelesen habe.

Sekundärliteratur als Ergänzung zu einem Thema zu lesen ist bestimmt nicht verkehrt.Ich habe mir angewöhnt mich zu informieren, welcher Verlag dieses Buch herausgebracht hat.Das Buch was du erwähnst Jose bringt der Abdullam-Verlag heraus, dieser hat eine starke pfingstliche-charismatische Ausrichtung.Es ist heute kaum bekannt das genau diese Ausrichtung am Konsequentesten das theologische Erbe von Charles H. Finney weiter geführt haben.Es gibt nicht viele Bücher von Charles G. Finney auf Deutsch.Diese sollte man zuerst lesen um sich ein Bild von der Botschaft von Charles G.Finney zu machen.

Jose hat geschrieben:Auf www.spurgeon.org gibt es einen Artikel, in dem Finney als Wolf in Schafskleider bezeichnet wird. Es wundert mich nicht, dass Charles Finney besonders von Calvinisten in scharfer Form abgelehnt werden, fand aber sehr interessant im folgenden Auszug zu lesen, dass der - auch für Calvinisten als falsch betrachtete Hyper-Calvinismus - einen wesentlichen Anteil an Finneys Überzegung und Haltung hatte und überhaupt daran, dass so viele Menschen angesprochen wurden.

Deine Aussage Jose setzt voraus das der Hypercalvinismus in dieser Zeit in Amerika sehr weit verbreitet war und dadurch die vorherrschende Lehrmeinung war.In Amerika dieser Zeit gab es sehr viele verschiedene Gemeinden/Kirchen mit sehr unterschiedlichen Lehrmeinungen.Amerika war zu der Zeit Land, das viele Einwanderer aufnahm, dabei ist niemand nach seinen Glauben gefragt worden, weil der Glaube ist, in Amerika privat Sache.Viele Menschen die angesprochen wurden hat primär nicht mit dem Hyper-Calvinismus zu tun sondern es war der neuen Evangelisationsstil von Finney.

Jose hat geschrieben:Die Bekehrung Finneys war mit Sicherheit ein Befreiungsschlag aus der gottlosen Starre des Hyper-Calvinismus und ich kann die Zeugnisse über den Dienst Finneys nicht einfach als falsch abtun oder einfach nur dem Gefühl zuordnen, so z.B. das Zeugnis in dem Buch "Wie kommt eine Erweckung Zustande?",

Mit Sicherheit ist das grundlegend falsch was du hier schreibst Jose!Bekehrung ist um es ganz grob zu sagen die Abkehr von den persönlichen Sünden und die hinkehr zu Gott.Es ist kein Befreiungsschlag von einem theologischen System.Zumal wie soll Finney der ja bis zu diesem Zeitpunkt kein Christ war erkennen, dass der Hypercalvinismus in seinen Aussagen falsch liegt?Der Sachverhalt wird noch merkwürdiger, Finney wurde nach seiner Bekehrung ordinierter Pastor der presbyterianischen Kirche.In dieser Kirche war das Westminster Glaubensbekenntnis von 1647 für die ordinierten Pastoren bindend wie er wohl dieses mit seiner Abneigung gegen den Calvinismus zusammen bringend konnte?Dieser Sachverhalt wirft schon ein seltsames Licht auf diesen Lebensabschnitt von Charles G.Finney.
@Jose ich habe auch meine Probleme mit dem Hypercalvinismus genau wie mit anderen Richtungen wie die Pfingstbewegung.Ich bin mit meinem Urteil sehr vorsichtig geworden im Gegensatz zu meinen jungen Jahren im Glauben.Du unterstellst den Hypercalvinismus ja direkt für eine gottlose Starre verantwortlich ist also indirekt ist der Hypercalvinismus bei dir gottlos.In diesen Bereich hier zählen erst mal nur Fakten, Fakten, Fakten du kannst ja diese Meinung persönlich über den Hypercalvinismus haben dieses ist deine persönliches Ding.Hier in diesen Bereich haben persönliche Meinungen die man nicht genau mit Fakten belegen kan kein Platz.Ich hoffe das war deutlich genug!
Die eigentliche Tragik ist er Finney unterschied nicht zwischen
calvinistischer Orthodoxie und Hypercalvinismus.Demzufolge zerstörte er die orthodoxe Lehre und verwarf den Calvinismus samt und sonders.

:arrow: Nur so am Rande:Ich bin mal der Frage nachgegangen wie die Theologie von Charles G.Finney nach Deutschland gekommen ist.
Sie ist über England nach Deutschland gekommen.Das verbindene Glied ist die Heiligungsbewegung,diese hatte ihren Ursprung in Amerika.Sie wurde besonders beeinflust von John Wesleyden Begründer des Methodismus mit der Lehre "Von der Christlichen Vollkommenheit" den Begründer des Methodismus und von Charles G.Finney der in den späten Jahre seines Lebens immer mehr eine Perfektionsmuslehre in Richtung Heiligung entwickelte.Die Heiligungsbewegung trat in allen erweckten Kreisen des Pietismus und der Freikirchen auf. Entscheidende Personen waren Robert Pearsall Smith, Arnold Bovet, Andrew Murray, Carl Heinrich Rappard und Dora Rappard, Otto Stockmayer, Ernst Gebhardt, aber auch D.L. Moody, Anna von Wattenwyl, und später Franz Eugen Schlachter usw. Bekannt ist auch das Lied der Heiligungbewegung „Jesus errettet mich jetzt“. Obwohl er zum Kreis der Gemeinden, die man Offene Brüder nennt, gehört, ist hier auch der Waisenhausvater Georg Müller bzw. der Gründer der China-Inland-Mission, Hudson Taylor zu nennen, bzw. in China bedingt Watchman Nee.
Am Ende der Bewegung kam es in Deutschland zur Trennung von Gemeinschaftsbewegung und Pfingstbewegung.Es kam zur Berliner Erklärung in dieser geht es nicht nur um die Geistesgaben, sondern auch um die Lehre von "Reinen Herzen".Sollten ihr weitere Fragen zur Heiligungsbewegung haben kan man ja einen eigenen Thread aufmachen.
Gruß Joschie
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Ein gesegneter Erweckungsprediger: Charles G. Finney

Beitragvon Jose » 17.07.2011 20:36

Joschie hat geschrieben:Sekundärliteratur als Ergänzung zu einem Thema zu lesen ist bestimmt nicht verkehrt.Ich habe mir angewöhnt mich zu informieren, welcher Verlag dieses Buch herausgebracht hat.Das Buch was du erwähnst Jose bringt der Abdullam-Verlag heraus, dieser hat eine starke pfingstliche-charismatische Ausrichtung.

Danke für den Hinweis auf die Ausrichtung des Abdullam-Verlags. Da ich kein prinzipielles Problem mit den Geistesgaben habe und mich eher sehr darüber freuen würde, wenn wir heute mehr echte Geistesgaben hätten, stört mich die vermeintliche Ausrichtung des Verlages nicht.

Ich habe nun in dem Buch von Roberts Liardon: Gottes Generäle - Band 3 - Die großen Erweckungsprediger, den Teil über Charles G. Finney gelesen und bin sehr dankbar für die Ausführungen. Aufgefallen ist mir dabei, dass einige Male Finneys Konfrontation mit dem Calvinismus erwähnt würde, der besonders in Neuengland sehr verbreitet war. Besonders gefreut hat mich auch zu lesen, wie viele anhaltende Segnungen in Menschen und Gemeinden der Dienst Finneys hinterlassen hat.

Joschie hat geschrieben:Der Sachverhalt wird noch merkwürdiger, Finney wurde nach seiner Bekehrung ordinierter Pastor der presbyterianischen Kirche.In dieser Kirche war das Westminster Glaubensbekenntnis von 1647 für die ordinierten Pastoren bindend wie er wohl dieses mit seiner Abneigung gegen den Calvinismus zusammen bringend konnte?Dieser Sachverhalt wirft schon ein seltsames Licht auf diesen Lebensabschnitt von Charles G.Finney.

Finney war mit vielem nicht einverstanden und dazu stand er auch. Das wussten auch die, welche ihn ordinierten und befragten ihn daher gar nicht zu den umstrittenen Themen, da sie zu dem Zeitpunkt die Wirkung seines Dienstes und den Segen der darauf lag, nicht bestreiten konnten. So mein Wissenstand, darauf geht Liardon in seinem Buch teilweise auch ein. Wirklich ein gut recherchiertes Buch.

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Re: Ein gesegneter Erweckungsprediger: Charles G. Finney

Beitragvon lutz » 17.07.2011 21:32

Jose hat geschrieben:Besonders gefreut hat mich auch zu lesen, wie viele anhaltende Segnungen in Menschen und Gemeinden der Dienst Finneys hinterlassen hat.


Bei deinen Ausführungen, Jose, hast du aber schon Folgendes (bereits eingestellt) nicht vergessen:
http://www.kfg.org/archiv/pdf/artikel/0 ... ationi.pdf

Finney wurde von seinen Zeitgenossen heftig kritisiert.
Seine Evangelisationsmethoden stießen auf erbitterten Widerstand nicht von Ungläubigen, sondern von solchen Menschen, von denen ich sagen würde: die mir geistliche Lehrer geworden sind.

Ganze Kirchen, ganze Scharen von Gläubigen wandten sich gegen Finney und machten deutlich: Wir wollen nicht eine solche Verkündigung des Evangeliums. Besonders deutlich wird es vielleicht an einem Wort einer methodistischen Versammlung in Wales. Sie brachte als Antwort auf Finneys Bücher ein warnendes Wort an ihre Gemeinden heraus, in dem sie erklärte:

Es besteht keine Notwendigkeit, neue Methoden auszuprobieren, außer denen, die göttlich angeordnet worden sind.. 17) Die geistlichen Führer dieser Gemeinden waren über diese neuen Methoden besorgt und sagten: .Warum sollen wir etwas Neues ausprobieren neben dem, das der Herr selber für uns angeordnet hat?. Mit anderen Worten: neben dem, was bis dahin allgemein als Evangelisationsmethode akzeptiert war. Und es war nicht viel: Die Gemeinde betete, und sie vertraute darauf, dass der Herr durch Sein Wort wirken würde.

Warum war die Reaktion der Gläubigen so ablehnend? Hätten sie nicht sagen können: Geben wir dem Ganzen eine Chance. Ist es nicht wichtig, vielleicht diesen Mann auch stehen zu lassen? Richten wir ihn nicht vor der Zeit?. Doch viele Gläubige konnten nicht schweigen angesichts dessen, was sie sahen. Denn Finneys Evangelisationsmethoden waren der Grund dafür, dass sich viele gute Gemeinden spalteten.

Finney versuchte ohne Rücksicht auf Verluste seine Lehren und Methoden populär zu machen, und er hat dadurch viele Gemeinden an den Rand des Zusammenbruchs geführt. Er hat eine Spaltung nach der andern provoziert. Es gibt ganze Gemeinden und Gemeindeverbände, die sich jahrelang nicht von dem erholt haben, was er angerichtet hatte. Einfach durch die Art und Weise, wie er aufgetreten ist.

Aber auch aus einem anderen Grund erhoben namenhafte Prediger des Evangeliums ihre Stimme gegen Charles Finney. Als ich Finneys Bücher las, war ich so fasziniert zu sehen, wie Erweckung
um Erweckung entstand, wie hunderte von Menschen zum Glauben kamen. Auf der Rückseite der deutschen Übersetzung seiner Autobiographie schreiben die Herausgeber, dass durch Finney 500.000 Menschen zum Glauben gekommen sind. Doch als ich seine Erweckungen genauer studierte, wurde ich sehr traurig. Denn was für Erweckungen waren es? Es gab eigentlich nur wenige wirkliche Bekehrungen.

Er musste später selber angesichts dieser so genannten Bekehrten eingestehen:
.Die meisten von ihnen sind eine Schande für den Glauben.. 18)
Viele Gemeinden haben sich von diesen Erweckungen nie wieder erholt. Warum nicht? Nun: Wenn ich davon überzeugt bin, dass ich jemanden nur dazu bringen muss, dass er sich entscheidet, und ich setze zu diesem Zweck jede Technik ein, die ich zur Verfügung habe, dann bedeutet das praktisch folgendes: Ich führe jemanden dazu, dass er: Ja. sagt. Aber was nützt es, wenn es keine wirkliche Bekehrung ist? Wenn ich nur eine gefühlsmäßige Entscheidung hervorgerufen habe, dann sieht das Ergebnis folgendermaßen aus: Die Schrift sagt: Ein Mensch ohne Christus ist geistlich tot. Man hat vielleicht 100 Menschen soweit gebracht, dass sie äußerlich: Ja. gesagt haben. Nun halten sie sich für Christen und schließen sich einer Gemeinde an. In Wahrheit sind aber 100 Tote hinzugekommen. Wie wirkt sich das aus auf eine Gemeinde, die vielleicht vorher aus 50 lebendigen Christen bestand? Da hat sich mit einem Schlag die gesamte Atmosphäre geändert und diese wird eine Gemeinde lähmen und in Schwierigkeiten stürzen.

Finney musste es selber eingestehen, dass die Menschen nach ihren so genannten Bekehrungen nicht das waren, was man von der Schrift her nach einer Bekehrung eigentlich erwartet. In der Schrift wird klar gesagt: Wenn der Herr den Menschen … (S. 4 ff.)


Lutz

PS: Wie kann es sein, dass ein Finney in derartiger Weise so auf positive Resonanz bei dir persönlich stößt, nach all den Informationen hier, Jose?
Oder ist es eher ein Staunen darüber, dass Gott auch Menschen mit solchem "Glaubensfundament" zum Segen setzt?
Deine Ausführungen von Seite 2:
Aus der reformatorischen Sicht hat Finney sicherlich mit den Solas gebrochen, aber hat das im Grunde nicht jeder Arminianer? Finney lehrte, dass Christus keine Erlösung für irgendjemand bestimmtes getan hat, sondern eine allgemeine Erlösung schuf, die allen angeboten wird, welche aber verlangt, dass der Sünder bestimmte Bedingungen erfüllt, bevor die Erlösung wirkt. Mit anderen Worten ist die Erlösung durch die persönliche und freiwillige Umkehr des Einzelnen bedingt. Dies steht natürlich im Widerspruch zum reformatorischen Verständnis, aber Finney hatte sich vom Calvinismus abgewandt und wurde vermutlich der bekannteste Arminianer in Amerika.

Jose
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Charles G. Finney war kein Verführer

Beitragvon Jose » 18.07.2011 23:27

lutz hat geschrieben:Wie kann es sein, dass ein Finney in derartiger Weise so auf positive Resonanz bei dir persönlich stößt, nach all den Informationen hier, Jose?
Oder ist es eher ein Staunen darüber, dass Gott auch Menschen mit solchem "Glaubensfundament" zum Segen setzt?

Bereits beim eröffnen des Themas habe ich meine Verwunderung darüber zum Ausdruck gebracht, dass Finney von einigen als Verführer bezeichnet wird. Ich habe die warnenden Aussagen über ihn ernst genommen und sie dabei in meinen Beiträgen auch erwähnt, allerdings nie einfach die Vorwürfe übernommen sondern darauf hingewiesen, dass man über jeden Gottesmann etwas zu kritisieren finden kann, ob über Luther oder über Calvin, die doch in diesem Forum sehr vertreten sind. Ich bin Gott sehr dankbar, dass er in Charles G. Finney ein Werkzeug hatte, welcher die Verantwortung und Beteiligung des Menschen an seinem Heil und am Bau des Reiches Gottes wieder so stark betont hat, ohne dabei aber den Menschen im Mittelpunkt zu stellen.

Finney legte immer viel Wert auf das Gebet. Von einem Glaubensbruder und Mitarbeiter Finneys wird im Buch: Gottes Generäle - Band 3 - Die großen Erweckungsprediger, berichtet, dass er nie dabei war, während Finney predigte, sondern davor und während der Versammlungen im ernsten Gebet ausharrte. Gerade diese Zeugnisse, die ich wieder las, haben mich sehr ernst bewegt. Wissen wir, was es bedeutet: "Und alles, was immer ihr im Gebet glaubend begehrt, werdet ihr empfangen" Mt 21,22. Und was denken wir, wenn wir Jesu Ermahnung lesen: "Er sprach aber zu ihnen: Die Ernte zwar ist groß, die Arbeiter aber sind wenige. Bittet nun den Herrn der Ernte, dass er Arbeiter aussende in seine Ernte!" Lk 10,2. Hat hier der souveräner Gott nicht für genügend Arbeiter gesorgt oder wird uns hier unsere Verantwortung gezeigt, mitzuwirken an dem Heil unsterbliche Seelen? Gott ist souverän, aber dennoch lesen wir die Worte Jesu: "Siehe, ich stehe an der Tür und klopfe an; wenn jemand meine Stimme hört und die Tür öffnet, zu dem werde ich hineingehen und mit ihm essen und er mit mir" Offb 3,20. Es gibt viele Menschen, die Jesus klopfen hören, aber sie öffnen ihre Herzen nicht.

Wie ernst und zugleich traurig ist die Begebenheit, als der Apostel Paulus zu dem König Agrippa sprach: "Glaubst du, König Agrippa, den Propheten? Ich weiß, dass du glaubst. Agrippa aber sprach zu Paulus: In kurzem überredest du mich, ein Christ zu werden"Apg 26,27.28. Und was antwortete Paulus: "Ich möchte zu Gott beten, dass über kurz oder lang nicht allein du, sondern auch alle, die mich heute hören, solche werden, wie auch ich bin, ausgenommen diese Fesseln" Apg 26,29. So ernst hat auch Finney um die Errettung von Menschen gebetet und gerungen, und darauf lag Segen, der bis heute noch wirkt, den auch mich ermuntert sein Zeugnis sehr.

Vorhin habe ich noch einen sehr schönen Beitrag im Internet gefunden, den ich, ohne die Quelle beurteilen zu wollen lediglich auf Grund des Inhaltes hier einfügen möchte.

Gottes Segen beim Lesen!
José

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Ein Historiker reflektiert über ehrliche Meinungsverschiedenheiten


Nicht nur Schwarz - Weiß

Im neunzehnten Jahrhundert trat in Amerika Charles Finney als einflußreicher Evangelist auf und verhalf vielen Menschen zu einem lebendigen Glauben an Jesus Christus. Wir wissen recht viel über Finney und sein Wirken, weil er mehrere Schriften hinterließ; besonders interessant sind seine Autobiographie und seine Vorlesungen über Erweckungen. Er brachte viele Gemüter in große Erregung und hatte bald eifrige Befürworter, aber auch beachtliche Gegner.

Als Finneys Einfluß die deutschen Siedler in Amerika erreichte, schrieb John Nevin, Professor am Seminar der Deutsch Reformierten Kirche, eine Broschüre, in der er dieses Erweckungsphänomen analysierte und ablehnte. Verschiedene Meinungen prallten heftig aneinander. Jeder meinte natürlich, das Gute und die christliche Wahrheit zu vertreten.


Finneys Methoden

Charles Finney, in einer ungläubigen Familie aufgewachsen, erlebte als fast dreißigjähriger Mann eine radikale Bekehrung und die ganze Fülle des Heiligen Geistes. In einigen Monaten erwarb er sich durch Privatstudium eine Bibelkenntnis, die ihn sein Leben lang leitete. Die Ansichten gelehrter Theologen kümmerten ihn wenig. Er vertrat die Einstellung, daß jeder Gläubige Gott so erleben könne, wie er ihm begegnet war. Ganz bewußt wandte er als Evangelist »neue Mittel« an, um höhere Bekehrungszahlen zu erreichen. Versammlungen sollten nicht zur gewohnten Gottesdienstzeit, sondern an Alltagsabenden angesetzt werden und solange andauern, bis die Leute »niedergebrochen« waren. Sehr wichtig war für Finney, daß die Gefühle und der Wille des Menschen gezielt angesprochen und bewußt schockiert wurden, um eine »geeignete Atmosphäre« für sichtbare Erfolge zu schaffen. Als Höhepunkt galt dann endlich die »Bußbank«. Hierhin sollten diejenigen gebracht werden, die um ihr Seelenheil besorgt waren. Dann konnten sie sich unter Anleitung und besonderen Gebeten des Evangelisten bekehren.

Finney vertrat die Ansicht, daß letztlich jeder Mensch für seine eigene Bekehrung verantwortlich sei, denn Gott sei allezeit bereit, zu vergeben, aber der Sünder müsse Gott um Erlösung bitten, damit das Heil bewußt erlebt werden könne. Finney lehnte entschieden Calvins Lehre von der Prädestination (Vorherbestimmung) ab und befürwortete die Ansicht des Arminius vom freien Willen des Menschen.


Nevins Entgegnungen

John Nevin, als strenger Calvinist, meinte dagegen, daß solche »Bußbank«-Theologie für die Bekehrung sehr gefährlich sei, weil das Menschliche dabei eine zu große Rolle spiele und zu leicht zu fatalem Mißbrauch führe. Das Betonen des Gefühls bei den Versammlungen bewirke, daß wenig Männer, sondern fast nur Jugendliche und Frauen angesprochen würden. Nevin gab zu, daß sich echte Bekehrungen an der Bußbank ereignen können, aber er meinte, daß dabei insgesamt mehr Unheil als Gutes geschähe. Nachdem er ganz bestimmte Gefahren analysiert hatte, kam er zu dem Schluß, daß es im christlichen Glauben nicht so sehr auf den Anfang des neuen Lebens, sondern vielmehr auf das Leben, das dem Anfang folge, ankomme. Nevin folgerte, daß die Betonung des einen oder des anderen symptomatisch für zwei ganz verschiedene Arten des christlichen Glaubens sei.

Kurz nachdem Finney gestorben war, trat als dessen Nachfolger Dwight L. Moody als erfolgreicher amerikanischer Evangelist auf. Seine Erweckungsfeldzüge betonten weniger die den menschlichen Empfindungen angepaßten Elemente Finneys, sondern berücksichtigten mehr das göttliche Wirken, das Nevin gefordert hatte. Moody rief Heilsuchende in den Massenversammlungen in »Aussprache-Räume«, wo dann deutlich vom Elend des Menschen und der Sünde, aber auch von der Gnade, der Liebe und dem Willen Gottes gesprochen wurde. Er meinte, daß der Mensch nicht so sehr auf Gott oder auf sich selbst, sondern auf Jesus, den Gott-Menschen, als Hirten und Freund sehen solle. Moody behauptete einmal: »Ich bin ein Arminianer bis zum Kreuz; aber nach dem Kreuz ein Calvinist«. Er evangelisierte nicht nur inAmerika, sondern auch in Europa und wirkte bahnbrechend für die spätere christliche Studentenbewegung.


Wenn unterschiedliche Meinungen zum Segen werden

In den Meinungsverschiedenheiten über Evangelisation im neunzehnten Jahrhundert traten deutlich Tendenzen hervor, die lehrreich für uns heute sein können. Weder Finney noch Nevin waren in der Debatte zum Standpunkt des anderen übergetreten. Es wurde auch kein billiger Kompromiß als von beiden anerkannter Mittelweg gefunden. Und doch lernten mit der Zeit die Verfechter beider Ansichten voneinander und kamen zu einem völligeren Verständnis des christlichen Glaubenslebens.

Die Gefahr bei Meinungsverschiedenheiten unter Christen scheint mir die zu sein, daß jeder meint, seine Ansicht würde mit dem Willen Gottes übereinstimmen. Somit habe der Andere sie anzunehmen. Diese Einstellung könnte man als ein horizontales zweipoliges Gegenüber ansehen, wobei dann die Lösung nur ein Anerkennen der Position des einen oder des anderen oder ein Kompromiß sein kann (siehe Abb. 1). Dieser würde dann irgendwo auf der Linie zwischen den beiden Polen liegen, je nachdem, wer mehr nachgegeben hätte.

Eine bessere Lösung scheint mir ein dreieckiges horizontal _ vertikales Leitbild zu bieten. Wobei die horizontal unterschiedlichen Ansichten mit dem Vorbehalt anerkannt werden, daß ein jeder das Richtige fördern will und im Kennenlernen dieses Anderen auch ein vertikales Element mitwirkt, welches uns einem Höheren, nämlich Gottes Willen, näher bringt (siehe Abb. 2). Voraussetzung dafür ist, daß die Kontrahenten anerkennen, daß ihre Meinungen nicht unbedingt von vornherein mit dem Willen Gottes übereinstimmen. Sie sind ja Menschen und nicht Gott.

Um Gottes Willen besser zu erkennen und somit auch Gott näher zu kommen, brauchen wir gerade die unterschiedlichen Einsichten und Anregungen unserer Glaubensgeschwister. Es gilt also, nicht ein vorschnelles Urteil zu fällen, sondern auf die Meinungen anderer zu hören, um bereichert zu werden. Es gilt, nicht zu richten, sondern zu prüfen und das Gute zu fördern.

Mir scheint es sogar nicht verkehrt zu sein, die Differenzen unter Christen als eine Möglichkeit des Segens anzusehen. Der Grund ist folgender: Das, was dann mit der Zeit dabei herauskommt, liegt nicht in unserer Macht, sondern in Gottes Hand. Und wenn es stimmt, was Jesus in der Bergpredigt ausspricht, dann liegt der Segen nicht erst am Ende unseres Weges zu Gott, sondern ist schon zu Beginn und im Verlauf des Weges zu erfahren.



Dr. Walter Froese (58) ist verheiratet mit Gerda. Sie haben zwei verheiratete Töchter. Er ist Professor für Kirchengeschichte an der School of Theology der Anderson University, USA. Zuvor war er Professor an der Notre Dame Universität in Kanada, an der Universität von British Columbia, Kanada, am Gardener College in Camrose, Kanada und als Gymnasiallehrer am Melanchtongymnasium in Steinertal, Schwalm.

Quelle: http://www.fbgg.de/perspektiven/1996-1998/pe-4-397.htm

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Beitragvon lutz » 19.07.2011 08:29

Da siehst du wieder einmal wie die Meinungen auseinander gehen können.
Also ich würde Finney nie als Gottesmann bezeichnen, noch als Bruder in Christo anerkennen können, nachdem was hier steht. Dabei beziehe ich mich besonders auf die ersten zwei Seiten unter diesem Thema.
Meine Beurteilung würde jedoch in diesem Falle von dem, was man "die Lehre des Christus" nennt oder "die Lehre über Christus" abhängen.

Dabei habe ich keine Probleme damit, dass auch solche Menschen durchaus nach Gottes Ratschluss zum Segen gesetzt sein können. Wenn Gott Böses zum Guten verwendet, haben wir jedoch kein Recht das Böse gut zu heißen oder das Gute böse.

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Charles G. Finney kein Bruder in Christo?!

Beitragvon Jose » 19.07.2011 09:33

lutz hat geschrieben:Also ich würde Finney nie als Gottesmann bezeichnen, noch als Bruder in Christo anerkennen können, nachdem was hier steht. Dabei beziehe ich mich besonders auf die ersten zwei Seiten unter diesem Thema.

Über diese Aussage bin ich erschrocken. Finney nicht als Gottesmann bezeichnen zu wollen, das kann ich noch stehen lassen, aber zu behaupten, dass er nie ein Bruder in Christo war, das ist hart und außerdem gefährlich, denn dabei können wir uns sehr aneinander versündigen. Wenn ich mir z.B. die Beiträge unter http://charlesgfinney.com/german/german.htm anschaue und darüber nachdenke, was ich in der Zwischenzeit von Finney und über Finney gelesen habe, kann ich nicht behaupten, dass er das Heil nicht erfasst und angenommen hatte.

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Beitragvon lutz » 19.07.2011 11:27

Jose,

ich schrieb: nachdem, was hier steht. Erinnere dich, wie ich anfangs danach fragte, ob man einen solchen Menschen nach einem derartigen Bekenntnis taufen würde, wenn nicht, dann ....

Lutz

PS: Nach deiner Auffassung müsste es sich um "Abfall vom Glauben" handeln, rein nach der Lehre zu urteilen, so wie sie hier präsentiert ist.

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Beitragvon Joschie » 19.07.2011 18:34

Jose hat geschrieben:Danke für den Hinweis auf die Ausrichtung des Abdullam-Verlags. Da ich kein prinzipielles Problem mit den Geistesgaben habe und mich eher sehr darüber freuen würde, wenn wir heute mehr echte Geistesgaben hätten, stört mich die vermeintliche Ausrichtung des Verlages nicht.

Es ging mir bei diesem Verlag nicht nur um die Frage der Geistesgaben, sondern um die Bücher, die dort angeboten werden.Bei den Autoren beim ­Abddullam-Verlag findest du Namen wie ­Todd Bently, Mike Bickle und Joice Mayer und da gibt es für mich null Toleranz!
Gruß Joschie
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Beitragvon Joschie » 19.07.2011 19:13

Jose hat geschrieben:Finney war mit vielem nicht einverstanden und dazu stand er auch. Das wussten auch die, welche ihn ordinierten und befragten ihn daher gar nicht zu den umstrittenen Themen, da sie zu dem Zeitpunkt die Wirkung seines Dienstes und den Segen der darauf lag, nicht bestreiten konnten. So mein Wissenstand, darauf geht Liardon in seinem Buch teilweise auch ein. Wirklich ein gut recherchiertes Buch.

Finney wurde erst Pastor und danach begann er mit seinen Erweckungsfeldzügen.Finney hat als er als Pastor ordiniert wurde das "Westminster Glaubensbekenntnis von 1647" als verpflichten anerkannt.Was Liardon da schreibt past bestimmt zur heutigen Erfahrung uns Erfolgstheologie aber mit Sicherheit nicht zu den Calvinisten dieser Zeit!
Gruß Joschie
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