Warum sollte Marketing falsch sein

Aktuelle Entwicklungen und Vorkommnisse in der Christenheit

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lutz
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Beitragvon lutz » 30.03.2010 23:02

Hallo Johannes,
ich denke dass du bemüht bist, Willow so darzustellen, wie sie sich selbst sehen. Das ist für eine gewisse Objektivität nützlich.
Dann versuchst du eine Beurteilung vorzunehmen.

Ich möchte mich jetzt auch wirklich nur auf diesen Teil 6 beziehen und hoffe, dass damit dein Nachdenken darüber noch nicht abgeschlossen ist.
In meinem ersten Teil möchte ich eigentlich nur auf den Schreibstil eingehen.
Im zweiten Teil möchte ich dich noch einmal zu einem prinzipiellen Nachdenken anregen.

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Schreibstil:
Mir (als Leser) fällt es mitunter äußerst schwer zu erkennen, was jetzt das Selbstverständnis von Willow, was deine Empfindung, was deine Behauptung ist. An diesen Stellen musst du dich genauer ausdrücken (denk auch an Rechtschreibung).

Bsp.:
4.Überzeugende Kommunikation (Marketingphase 4). Dazu gehören Willows offene Gottesdienste, die nebenbei nicht die Sonntagsgottesdienste bei ihnen ersetzen, wo sie Nichtchristen auf überzeugende Art und Weise den Glauben erklären.
Ist das jetzt deine Ansicht (überzeugende Art und Weise) – oder Willows Selbstverständnis?

Bsp.: (es geht um die Verkündigung der Sündenvergebung)
Früher wurde in Willow auf jeden Fall darauf eingegangen und heute?
So etwas muss der Leser dir einfach abnehmen, denn ihm ist es unmöglich das nachzuvollziehen! Handelt es sich hier um ein früheres Selbstverständnis von Willow oder um einen persönlichen Eindruck, oder eine Einmalerfahrung …?

Wie ordnest du in das Selbstverständnis von Willow das Eingeständnis von Bill Hybels ein:
http://distomos.blogspot.com/search/lab ... msbewegung
SONNTAG, 10. JANUAR 2010
Die Vermarktung des Evangeliums und Hybels schockierendes Bekenntnis
Umso überraschender kam das Bekenntnis Bill Hybels, eines der Idole und Experten für Gemeindewachstum: „Wir haben einen Fehler gemacht.“4 Die Ergebnisse einer mehrjährigen Studie über die Methoden des Gemeindeaufbaus in der Willow Creek Community Church wurden von den beiden Autoren Greg Hawkins, Hauptpastor von Willow Creek, und Cally Parkinson in einem Buch mit dem Titel Reveal: Where are you? (Gib Dich zu erkennen: Wo stehst Du?) veröffentlicht. Bob Burney kommentiert Hybels Reaktionen auf dieses Buch: „Hybels selber nannte die Ergebnisse ‘welterschütternd’, ‘bahnbrechend’ und ‘unvorstellbar’. Und das verwundert nicht: es scheint, als ob die ‘Experten’ sich geirrt haben.”5

Hybels fasst seine neu gewonnen Einsichten so zusammen: “Wir hätten den Leuten sagen und sie lehren müssen, dass sie dafür verantwortlich sind, sich selbst geistlich zu ernähren, als sie Christen wurden.”6 Dies ist eine späte Einsicht nach über 30 Jahren Willow Creek! Und es stellt sich die Frage, ob die Gegner der modernen Gemeindewachstumsbewegung am Ende mit ihrer Kritik an dieser Bewegung doch (wenigstens zu großen Teilen) Recht hatten?
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Prinzipiell:
Folgender Satz ist sehr bedenklich:
In diesem Bereich hat Willow durch das Marketing biblische Prinzipien besser zur Geltung gebracht aber nicht mittels Marketing erfunden.
Darüber solltest du wirklich noch einmal intensiv nachdenken!
Ist Marketing ein geistliches Prinzip in der Gemeinde?
Ist Marketing ein weltliches Prinzip?
Beim Begriff „Marketing“ ist da eher an Reich Gottes oder an Welt zu denken?

Gibt es etwas, was die Gemeinde von der Welt lernen soll?

Ist es möglich, dass die Welt (ein weltliches Prinzip) dem „Reich Gottes“ zu besserer Geltung verhelfen kann?

Lutz

Bibel lover
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Beitragvon Bibel lover » 31.03.2010 18:31

Ich antworte vorerst (da ich im Zeitdruck bin) auf das was du bedenklich findest.
Hier bitte ich dich doch nichts aus dem Zusammenhang zu reißen )

Ich gebe mal kurz den O-Ton an:
1.Willow hat eine Vision, also ein Ziel (Marketingphase 2) für die Gemeinde. Sie wollen das sich die örtliche Gemeinde in dem Gebiet der Evangelisation nach außen bemüht.
2.Verwalterschaft. Willow sagt das man die Verantwortung für das vorhandene Potential übernehmen muss und fordert auf zu einem treuen Verwalter-dienst
3.Willow hat für die Gemeinde eine Strategie (Marketingphase 3) um aussenstehende zu erreichen (siehe 7 Schritt-Strategie)
4.Überzeugende Kommunikation ( Marketinphase 4) Dazu gehören Willows offene Gottesdienste, die nebenbei nicht die Sonntagsgottesdienste bei ihnen ersetzen, wo sie Nichtchristen auf überzeugende Art und Weise den Glauben erklären.

Doch man sollte hinzufügen, keines dieser vier Punkte ist eine Neuerfindung des Marketing. Diese vier Punkte sind alle sehr gut und richtig In diesem Bereich hat Willow durch das Marketing biblische Prinzipien besser zur Geltung gebracht aber nicht mittels Marketing erfunden.
Diese Dinge wie ein Ziel mit der Gemeinde, verantwortungsvolle Verwalterschaft etc... sind biblisch. Aber sowas kommt auch im Marketing vor. Hier ist es wichtig das man nicht alles in Schwarz und Weiß einteilt sondern differenziert denkt.
Aber ich denke der o-Ton sagt genug aus :lol:

Liebe Grüße Johannes $:D $:D
Mein Blog: Gedanken über Gott und die Welt
http://blogofjohannes.wordpress.com

lutz
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Beitragvon lutz » 31.03.2010 18:56

Ich denke, du hast mich missverstanden!

Es geht nicht darum, ob bei manchen Marketingstrategien Biblisches auftaucht - das würde ich nicht bestreiten.
Es geht darum, wie du geschrieben hast:
Marketing bringt Biblisches besser zur Geltung (mal sinngemäß).

Wenn du etwas Anderes damit zum Ausdruck bringen möchtest, dann sollte es anders geschrieben sein!

Wenn du nicht der Ansicht bist, dass Marketing Biblisches besser zur Geltung bringen kann, dann gibt es nur die Überlegung:
Wie kann ich es besser kommunizieren?

Liebe Grüße Lutz

PS: Du musst immer davon ausgehen, dass der Leser bei zweideutiger Sprache - eben auch Anderes reinpacken kann. Das Andere ist durchaus bei deinem Schreibstil möglich.
Das ist dein Beitrag, ich habe nicht die Absicht mich mit dir darüber zu streiten, hätte es auch als Kommentar auf deine Seite stellen können.


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