Deutscher Evangelischer Kirchentag in Dresden

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Snubnose
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Deutscher Evangelischer Kirchentag in Dresden

Beitragvon Snubnose » 02.06.2011 22:51

Was haltet ihr vom Kirchentag in Dresden der momentan läuft? Oft sind es meist Diskussione über gesellschaftspolitsiche Themen aber der Glaube kommt oft so wenig vor

http://www.mdr.de/sachsen/8670876.html
Die Vorträge von Christian Wulff und Margot Käßmann hörten am Donnerstag Tausende.
Halle wegen Überfüllung geschlossen
Auf große Resonanz stieß bereits Vormittag eine Diskussionsrunde mit Bundespräsident Christian Wulff und jungen Zuwanderern über Integration in Deutschland. Wulff räumte dabei ein, es habe beispielsweise Versäumnisse bei der Sprachförderung oder im Bildungssystem gegeben, auch sei die Arbeitslosigkeit unter jungen Migranten höher: "Wir müssen daran weiter arbeiten, aber die Richtung stimmt." Die Debatte im Eisstadion verfolgten mehrere Tausend Menschen. Die Halle musste wegen Überfüllung geschlossen werden.

Wulff wirbt auf dem Kirchentag für offene Gesellschaft
Audio: Bibelarbeit mit Margot Käßmann in Dresden
8.000 Menschen zur Bibelarbeit mit Margot Käßmann
Eine Bibelarbeit der ehemaligen Bischöfin Margot Käßmann verfolgten 8.000 Menschen, darunter war auch der Bundespräsident. Ihr Vortrag zum Thema Glück war damit nach Angaben der Kirchentagsveranstalter die bestbesuchte von rund 30 Bibelarbeiten am Donnerstagmorgen. Käßmann versuchte Antwort auf die Frage "Wie werde ich glücklich?" zu finden und riet dazu, dem Herzen zu folgen. Käßmann erinnerte auch an ihren letzten Auftritt in Dresden. Damals hatte sie noch als Ratspräsidentin der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) mit dem Satz "Nichts ist gut in Afghanistan" eine politische Debatte über Auslandseinsätze der Bundeswehr ausgelöst.

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Joschie
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Beitragvon Joschie » 04.06.2011 12:30

Kirchentag: Das Glaubensbekenntnis hat ausgedient

Ist das Apostolische Glaubensbekenntnis ein Schatz oder ein Ballast? Darüber diskutierte ein Podium am 3. Juni beim Deutschen Evangelischen Kirchentag in Dresden.
Der Publizist Christian Nürnberger (Mainz) sagte, das Glaubensbekenntnis sei für ihn wie ein Museumsgegenstand – es sei interessant anzuschauen, aber es sei ein Wortspiel, das ausgedient habe. Als Kind habe er geglaubt, dass Jesus Kranke heilen und Tote auferwecken konnte und dass Gott der Schöpfer des Himmels und der Erde sei. In diesem Glauben habe er sich sicher, geborgen und behütet gefühlt. Seine Zweifel am christlichen Glauben seien in der Schule und während des Theologiestudiums gewachsen. Dort habe er gelernt, dass die Welt nicht in sieben Tagen und Adam nicht als Erdenkloß erschaffen wurde. Nach dem Theologiestudium habe er keinen Satz des Glaubensbekenntnisses mehr sprechen können. Die ewigen Fragen seien für ihn „ewig unbeantwortbar“. In der Schatztruhe des Glaubensbekenntnisses sei nicht mehr viel drin außer „altem Gerümpel, aber irgendwo ganz unten verbirgt sich ein Diamant“. Man dürfe das Glaubensbekenntnis deshalb nicht komplett abwerfen. Dennoch sei ihm ein Restglaube geblieben, der Gold wert sei. Obwohl er nicht wisse, ob es Gott gibt, spüre er, dass er von Gott gewollt und dass jeder Mensch vor Gott gleich sei. Er sei „ein protestantischer Agnostiker, der der Kirche treu bleibt“, so Nürnberger.

Superintendent: Glaubensbekenntnis ist „fundamentalistische Zumutung“

Der Superintendent im Ruhestand Herbert Koch (Garbsen) sagte, das Glaubensbekenntnis sei für ihn eine „fundamentalistische Zumutung“ und ein wesentlicher Grund für die rückläufige Teilnahme an Gottesdiensten. Höchstens zehn Prozent der evangelischen Mitglieder glaubten an die Jungfrauengeburt und weniger als jeder dritte Protestant, dass Jesus Gottes Sohn sei. Hauptschwierigkeit sei für ihn die „übernatürliche Biographie Jesu“, so Koch. Die Jungfrauengeburt sei „eine fromme spätere Legende“, zudem sei Jesus Analphabet gewesen. Auch rechne er nicht mit der Wiederkunft Christi zum jüngsten Gericht. Koch: „Die Kirche rechnet sicher mit allerlei aber auf keinen Fall mit der Wiederkunft Christi.“ Was kirchliche Leiter wirklich verbinde, sei nicht das Glaubensbekenntnis, sondern das Interesse, die Kirche zu erhalten. Koch forderte dazu auf, von den Quäkern zu lernen: Diese lehnten Dogmen ab, weil diese abgrenzen und andere ausschließen und daher nicht dem Frieden dienten. Das Christentum behaupte eine „unendliche Überlegenheit“ über andere Religionen. Es müsse jedoch auf seine Absolutheitsansprüche verzichten. Die Christen sollten Jesus das sein lassen, was er wirklich war: ein großer Prophet und Weisheitslehrer, so Koch. Die wahren Schätze des Glaubens seien für ihn die Bergpredigt, die „Ringparabel“ des Dichters Gotthold Ephraim Lessing (1729-1781) sowie die Vorlesungen des Theologen Adolf von Harnack (1851-1930) über das „Wesen des Christentums“.
Quelle: hier
Tod, wo ist dein Stachel? Totenreich, wo ist dein Sieg? 1Kor 15,55


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