Der Papst in Deutschland

Aktuelle Entwicklungen und Vorkommnisse in der Christenheit

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Snubnose
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Der Papst in Deutschland

Beitragvon Snubnose » 23.09.2011 13:12

Der Papst ist ja momentan in Deutschland. Er kommt sehr sympathisch herüber, ob wohl ich viele Lehren mit ihm nicht teile. Gestern kam ja auch ein Gottesdienst vom Olympiastadion im Fernsehen. Was haltet ihr von seiner Predigt:

Die Kirche – eine Lebensgemeinschaft mit Christus
Liebe Mitbrüder im Bischofsamt!
Liebe Brüder und Schwestern!

Der Blick in das weite Rund des Olympiastadions, das ihr in so großer Zahl heute füllt, weckt in mir große Freude und Zuversicht. Sehr herzlich grüße ich euch alle – die Gläubigen aus dem Erzbistum Berlin und den Diözesen Deutschlands wie auch die vielen Pilger aus den benachbarten
Ländern.

15 Jahre ist es her, daß erstmals ein Papst in die Bundeshauptstadt Berlin gekommen ist. Der Besuch meines verehrten Vorgängers, des seligen Johannes Paul II., und die Seligsprechung des Berliner Dompropstes Bernhard Lichtenberg – zusammen mit Karl Leisner – eben hier an diesem Ort ist uns allen in lebendiger Erinnerung.

Wenn wir an diese Seligen und an die Schar der Heiligen und Seligen insgesamt denken,
können wir begreifen, was es heißt, als Rebzweige des wahren Weinstocks Christus zu leben und
reiche Frucht zu bringen.

Das heutige Evangelium hat uns das Bild neu vergegenwärtigt, dieses im
Orient üppig rankenden Gewächses und Sinnbilds von Lebenskraft, eine Metapher für die Schönheit
und Dynamik der Gemeinschaft Jesu mit seinen Jüngern und Freunden.

Im Gleichnis vom Weinstock sagt Jesus nicht: „Ihr seid der Weinstock“, sondern: „Ich bin der
Weinstock, ihr seid die Reben“ (Joh 15,5). Das heißt: „So wie die Rebzweige mit dem Weinstock
verbunden sind, so gehört ihr zu mir! Indem ihr aber zu mir gehört, gehört ihr auch zueinander.“

Und dieses Zueinander- und Zu-ihm-Gehören ist nicht irgendein ideales, gedachtes, symbolisches Verhältnis, sondern – fast möchte ich sagen – ein biologisches, lebensvolles Zu-Jesus-Christus-Gehören.

Das ist die Kirche, diese Lebensgemeinschaft mit ihm und füreinander, die durch die Taufe begründet und in der Eucharistie von Mal zu Mal vertieft und verlebendigt wird. „Ich bin der wahre Weinstock“, das heißt doch eigentlich: ‚Ich bin ihr und ihr seid ich‘ – eine unerhörte Identifikation des
Herrn mit uns, seiner Kirche.

Christus selbst hat damals vor Damaskus den Kirchenverfolger Saulus gefragt: „Warum verfolgst Du mich?“ (Apg 9,4). Damit drückt der Herr die Gemeinsamkeit des Schicksals aus, die sich aus der innigen Lebensgemeinschaft seiner Kirche mit ihm, dem auferstandenen Christus, ergibt.

Er lebt in seiner Kirche in dieser Welt fort. Er ist bei uns und wir mit ihm. – „Warum verfolgst du mich?“ – Es ist also Jesus, den die Verfolgungen seiner Kirche treffen. Und zugleich sind wir, wenn wir um unseres Glaubens willen bedrängt werden, nicht allein. Jesus ist bei uns.

Jesus sagt im Gleichnis: „Ich bin der wahre Weinstock, und mein Vater ist der Winzer“ (Joh 15,1), und er führt aus, daß der Winzer zum Messer greift, die dürren Reben abschneidet und die fruchttragenden reinigt, so daß sie mehr Frucht bringen.

Gott will – um es mit dem Bild des Propheten Ezechiel zu sagen, das wir in der ersten Lesung gehört haben – das tote, steinerne Herz aus unserer Brust nehmen, um uns ein lebendiges Herz aus Fleisch zu geben (vgl. Ez 36,26). Er will uns neues, kraftvolles Leben schenken.

Christus ist gekommen, die Sünder zu rufen. Sie brauchen den Arzt, nicht die Gesunden (vgl. Lk 5,31f). Und so ist, wie das Zweite Vatikanische Konzil sagt, die Kirche das „universale Heilssakrament“ (LG 48), das für die Sünder da ist, um ihnen den Weg der Umkehr, der Heilung und des Lebens zu eröffnen. Das ist die eigentliche und große Sendung der Kirche, die ihr von Christus übertragen ist.

Manche bleiben mit ihrem Blick auf die Kirche an ihrer äußeren Gestalt hängen. Dann erscheint die Kirche nur mehr als eine der vielen Organisationen innerhalb einer demokratischen Gesellschaft, nach deren Maßstäben und Gesetzen dann auch die so sperrige Größe „Kirche“ zu
beurteilen und zu behandeln ist.

Wenn dann auch noch die leidvolle Erfahrung dazukommt, daß es in
der Kirche gute und schlechte Fische, Weizen und Unkraut gibt, und der Blick auf das Negative fixiert bleibt, dann erschließt sich das große und tiefe Mysterium der Kirche nicht mehr.

Dann kommt auch keine Freude mehr über die Zugehörigkeit zu diesem Weinstock „Kirche“ auf. Es verbreiten sich Unzufriedenheit und Mißvergnügen, wenn man die eigenen oberflächlichen und fehlerhaften Vorstellungen von „Kirche“, die eigenen „Kirchenträume“ nicht verwirklicht sieht!

Da verstummt dann auch das frohe „Dank sei dem Herrn, der mich aus Gnad’ in seine Kirch’ berufen hat“, das Generationen von Katholiken mit Überzeugung gesungen haben.

Weiter fährt der Herr in seiner Rede fort: „Bleibt in mir, dann bleibe ich in euch. Wie die Rebe aus sich keine Frucht bringen kann, sondern nur, wenn sie am Weinstock bleibt, so könnt auch ihr keine Frucht bringen, wenn ihr nicht in mir bleibt, … denn getrennt von mir – wir könnten auch
übersetzen: außerhalb von mir – könnt ihr nichts vollbringen“ (Joh 15,4f).

Vor diese Entscheidung ist jeder von uns gestellt. Wie ernst sie ist, sagt uns der Herr wiederum in seinem Gleichnis: „Wer nicht in mir bleibt, wird wie die Rebe weggeworfen, und er verdorrt. Man sammelt die Reben, wirft sie ins Feuer, und sie verbrennen“ (Joh 15,6) Dazu meint der
heilige Augustinus: „Eines von beiden kommt der Rebe zu, entweder der Weinstock oder das Feuer; wenn sie nicht im Weinstock ist, wird sie im Feuer sein; damit sie also nicht im Feuer sei, möge sie im
Weinstock sein“ (In Ioan. Ev. tract. 81,3 [PL 35, 1842]).

Die hier geforderte Wahl macht uns eindringlich die existentielle Bedeutung unserer Lebensentscheidung bewußt. Zugleich ist das Bild vom Weinstock ein Zeichen der Hoffnung und Zuversicht. Christus selbst ist durch seine Menschwerdung in diese Welt gekommen, um unser
Wurzelgrund zu sein.

In aller Not und Dürre ist er die Quelle, die das Wasser des Lebens schenkt, die uns nährt und stärkt. Er selbst nimmt alle Sünde, Angst und Leid auf sich und reinigt und verwandelt uns schließlich geheimnisvoll in guten Wein.

Manchmal fühlen wir uns in solchen Stunden der Not wie in die Kelter geraten, wie Trauben, die völlig ausgepreßt werden. Aber wir wissen, mit Christus verbunden werden wir zu reifem Wein.

Auch das Schwere und Bedrückende unseres Lebens weiß Gott in Liebe zu verwandeln. Wichtig ist, daß wir am Weinstock, bei Christus „bleiben“. Der Evangelist verwendet das Wort „bleiben“ in dieser kurzen Perikope ein dutzendmal. Dieses „In-Christus-Bleiben“ prägt das ganze Gleichnis.

In unserer Zeit der Rastlosigkeit und Beliebigkeit, wo so viele Menschen Orientierung und Halt verlieren, wo die Treue der Liebe in Ehe und Freundschaft so zerbrechlich und kurzlebig geworden ist, wo wir in unserer Not wie die Emmausjünger rufen wollen: „Herr bleibe bei uns, denn es ist Abend (vgl. Lk 24,29), ja, es ist Dunkel um uns!“, da schenkt uns der Auferstandene eine Bleibe, einen Ort des Lichtes, der Hoffnung und Zuversicht, der Ruhe und Geborgenheit. Wo den Rebzweigen Dürre und Tod drohen, da ist in Christus Zukunft, Leben und Freude.

In Christus bleiben heißt, wie wir bereits gesehen haben, auch in der Kirche bleiben. Die ganze Gemeinschaft der Gläubigen ist in den Weinstock Christus fest hineinverfügt. In Christus gehören wir zusammen. In dieser Gemeinschaft trägt er uns und zugleich tragen alle Glieder sich gegenseitig. Sie halten gemeinsam Stand gegen den Sturm und geben einander Schutz.

Wer glaubt ist nicht allein. Wir glauben nicht alleine, sondern wir glauben mit der ganzen Kirche. Die Kirche als Verkünderin des Wortes Gottes und Spenderin der Sakramente verbindet uns mit Christus, dem wahren Weinstock.

Die Kirche als „Fülle und Ergänzung des Erlösers“ (Pius XII., Mystici corporis, AAS 35 [1943] S. 230: „plenitudo et complementum Redemptoris“) ist uns Unterpfand des göttlichen Lebens und Vermittlerin der Früchte, von denen das Gleichnis des Weinstocks spricht.

Die Kirche ist das schönste Geschenk Gottes. Daher sagt auch der heilige Augustinus: „In dem Maß, wie einer die Kirche Christi liebt, hat er den Heiligen Geist“ (In Ioan. Ev. tract. 32, 8 [PL 35, 1646]). Mit der Kirche und in der Kirche dürfen wir allen Menschen verkünden, daß Christus die Quelle des Lebens ist, daß er da ist, daß er das Große ist, nach dem wir uns sehnen. Er schenkt sich selbst.

Wer an Christus glaubt, hat Zukunft. Denn Gott will nicht das Dürre, das Tote, das Gemachte, das am Ende weggeworfen wird, sondern das Fruchtbare und Lebendige, das Leben in Fülle.

Liebe Brüder und Schwestern! Das wünsche ich euch allen, daß ihr immer tiefer die Freude entdeckt, in der Kirche mit Christus verbunden zu sein, daß ihr in eurer Not Trost und Erlösung findet und immer mehr zum köstlichen Wein der Freude und Liebe Christi für diese Welt werdet. Amen.

Jörg
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Beitragvon Jörg » 23.09.2011 17:45

Wenn der Papst sagt:"In Christus bleiben heißt, wie wir bereits gesehen haben, auch in der Kirche bleiben", dann muß man sich bewußt machen, was die römisch-katholische Kirche unter dem Begriff "Kirche" versteht:

„Die einzige Kirche Christi, die wir im Glaubensbekenntnis als die eine, heilige, katholische und apostolische bekennen ... Ist verwirklicht („subsistiert“) in der katholischen Kirche, die vom Nachfolger des Petrus und von den Bischöfen in Gemeinschaft mit ihm geleitet wird, auch wenn sich außerhalb ihres Gefüges vielfältige Elemente der Heiligung und der Wahrheit finden.“ (Lumen Gentium Nr.8)

"Aus dieser Definition ergibt sich dann eine abgestufte Nähe anderer Kirchen zur römischen Kirche, wobei die Ostkirchen aufgrund der in ihnen nach römischer Auffassung bewahrten „apostolischen Sukzession“ noch als „Kirchen“ bezeichnet und damit in größere Nähe zur römischen Kirche gerückt werden als die aus der Reformation des 16. Jahrhunderts
hervorgegangenen Kirchen, die nach römischer Diktion und zur Unterscheidung von den Ostkirchen lediglich als „kirchliche Gemeinschaften“ bezeichnet werden." (SELK Oberursel, Gemeindebrief)

Gruß, Jörg
Es muß alles erst einmal an Gott vorüber, bevor es mich treffen kann. (Helmut Thielicke)

Servant
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Beitragvon Servant » 24.09.2011 17:32

Hallo Subnase,

ich halte von seiner Rede nichts, rein gar nichts ... und es wird mich auch nie dazu drängen etwas auf seine Worte zu geben - alles nur Windhauch, und ein tönendes Erz.

... Seine Rede ist aber ein gutes Beispiel für die Bedeutung eines Verses aus dem 1. Kor. 13

1 Wenn ich in Sprachen der Menschen und der Engel redete, aber keine Liebe (Agape) hätte, so wäre ich ein tönendes Erz oder eine klingende Schelle.

... damit es nicht bei dieser dürre bleibt, die die Worte des Papstes hinterlassen - hier noch gutes Schwarzbrot für die Seele:

Lehre trennt, Liebe eint ... ?! von Benedikt Peters
Mit guten Wünschen,
Arne

Snubnose
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Beitragvon Snubnose » 25.09.2011 14:48

Also gestern in Freiburg beim Jugendtreffen hat der Papst einen Satz gesagt, den müssen wir uns als evangelikale Christen auch sagen lassen:

„Der Schaden der Kirche kommt nicht von ihren Gegnern, sondern von den lauen Christen"

Den Satz kann ich sofort auch unterschreiben!
http://www.dbk.de/nc/presse/details/?presseid=1962

lutz
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Beitragvon lutz » 25.09.2011 18:19

Snubnose hat geschrieben:Also gestern in Freiburg beim Jugendtreffen hat der Papst einen Satz gesagt, den müssen wir uns als evangelikale Christen auch sagen lassen:

„Der Schaden der Kirche kommt nicht von ihren Gegnern, sondern von den lauen Christen"

Den Satz kann ich sofort auch unterschreiben!


Bevor man einen Satz von Herrn Ratzinger unterschreibt, sind aber schon einige Dinge zu bedenken.

Wenn Herr Ratzinger etwas sagt, dann sagt Herr Ratzinger das gemäß seiner Glaubensinhalte.
Die Frage kann also nicht sein: Wie meine ich, dass ich denke, dass ….?
Die Frage muss heißen: Wen spricht Herr Ratzinger hier an?

Um die Rede von Herrn Ratzinger zu verstehen, muss man „denken, wie Herr Ratzinger denkt“. Dann unterschreibt man nicht so schnell.

Lutz

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Joschie
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Beitragvon Joschie » 25.09.2011 18:26

Snubnose hat geschrieben:Also gestern in Freiburg beim Jugendtreffen hat der Papst einen Satz gesagt, den müssen wir uns als evangelikale Christen auch sagen lassen:

„Der Schaden der Kirche kommt nicht von ihren Gegnern, sondern von den lauen Christen"

Den Satz kann ich sofort auch unterschreiben!
http://www.dbk.de/nc/presse/details/?presseid=1962

Dieser Satz vom Papst ist doch eine sehr allgemeine gehaltene Aussage.Füge statt Kirche einen anderen Namen ein und statt Christen Mitglieder und du wirst für diesen Satz eine breite Zustimmung finden.Für den Papst ist allein die katholische Kirche, die einzig wahre richtige Kirche, der orthodoxen Kirchen kommt man noch ein Stück entgegen in ihrem Verständnis.
Die reformatorischen Kirchen werden heute zwar nicht mehr offiziell als Ketzer bezeichnet, sie sind aber immer noch in dem Verständnis der katholischen Kirche, irrende und getrennte Brüder, die wieder zu der einzig wahren katholischen Kirche zurückfinden müssen. Was heute von vielen nicht beachtet wird ist, das der Papst besonders an diese Dogmen gebunden ist:
:arrow: 1215 Transsubstantiation (Eucharistie-Verständnis)
:arrow: 4. Dezember 1563: Schluss-Sitzung des Konzil von Trient (gegen die Reformation) das 1564 päpstlich bestätigt wurde.
:arrow: Papst Pius IX.: 8. Dezember 1854 Unbefleckte Empfängnis Mariens
:arrow: I. Vatikanum 1870: Unfehlbarkeit des Papstes
:arrow: Papst Pius XII.: 1. November 1950 Leibliche Aufnahme Mariens in den Himmel, das erste und zugleich bislang letzte Mal seit 1870, dass ein Papst vom Unfehlbarkeitsdogma Gebrauch machte.Würde der Papst nur einen kleinen Teil von diesen Dogmen als nicht gültig erklären,würden die anderen Dogmen wie ein Kartenhaus zusammenfallen. Dieses ist dem Papst und der Kurie durchaus bewußt und darum wird es für sie keine Änderung geben, es gilt eben immer noch „ex cathedra“. Im Gegensatz dazu haben sich die meisten evangelischen Kirchen von den 4 Solas verabschiedet. Sie werden eventuell nochmal zum Reformationstag als Religte der Kirchengeschichte hervorgeholt. Dadurch haben sie sich von der reformatorischen Lehre sehr weit entfernt und haben auch dadurch keine eigene Substanz mehr, gegenüber der katholischen Kirche. Hier kann man mit Recht sagen, gewogen und zu leicht empfunden.
Gruß Joschie
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Beitragvon biggi » 08.06.2015 12:51

Man schaue nur ein paar Jahrhunderte zurück und ich bin der Überzeugung, wenn die Kath. Kirche noch die gleiche Macht hätte wie damals, würden viele am Scheiterhaufen brennen. Trotz all der "sanftmütigen Worte " dieser Kirche darf man die Lehrmeinung dieser Kirche nicht vergessen" :Wer nicht glaubt, dass Maria in den Himmel aufgefahren ist, wer nicht glaubt, dass der Papst unfehlbar ist ..... sei verdammt. Man darf sich nicht so leicht blenden lassen
Biggi

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Beitragvon Joschie » 22.06.2015 18:57

biggi hat geschrieben:Man schaue nur ein paar Jahrhunderte zurück und ich bin der Überzeugung, wenn die Kath. Kirche noch die gleiche Macht hätte wie damals, würden viele am Scheiterhaufen brennen. Trotz all der "sanftmütigen Worte " dieser Kirche darf man die Lehrmeinung dieser Kirche nicht vergessen" :Wer nicht glaubt, dass Maria in den Himmel aufgefahren ist, wer nicht glaubt, dass der Papst unfehlbar ist sei verdammt. Man darf sich nicht so leicht blenden lassen

Jetzt mal Butter bei den Fischen ! Wann brannten in Europa die letzten Scheiterhaufen und wer konkret hat sie in brand gesetzt. Was glaubt ein Katholik heute ganz konkret? Das Maria in den Himmel aufgefahren ist und das der Papst unfehlbar ist sind die letzten Dogmen der katholischen Kirche. Das I. Vatikanum 1870 erklärte die Unfehlbarkeit des Papstes und Papst Pius XII am 1. November 1950 Leibliche Aufnahme Mariens in den Himmel als Dogma dieses war das erste und zugleich bislang das erste und letzte Mal seit 1870, dass ein Papst vom Unfehlbarkeitsdogma Gebrauch macht. Ich hätte folgende Frage an euch, was glaubt ein Katholik heute ganz konkret?
Gruß Joschie
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Beitragvon biggi » 22.06.2015 19:44

Was jeder Katholik jetzt wirklich in seinem Herzen glaubt, kann ich nicht beurteilen. Tatsache ist aber_ dass diese Dinge Lehrpunkte in der kath. Kirche sind und nicht aufgehoben wurden. - also noch aktuell sind.
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Beitragvon Joschie » 22.06.2015 19:55

biggi hat geschrieben:Was jeder Katholik jetzt wirklich in seinem Herzen glaubt, kann ich nicht beurteilen. Tatsache ist aber_ dass diese Dinge Lehrpunkte in der kath. Kirche sind und nicht aufgehoben wurden. - also noch aktuell sind.

Sind nur diese beiden Dinge, Lehrpunkte in der in der kath. Kirche und wird man aus der katholischen Kirchen ausgeschlossen, sollte man dieses beiden Punkte ablehne?
Gruß Joschie
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Beitragvon biggi » 22.06.2015 20:36

Es gibt jede Menge anderer Zeug, die Lehre der kath. Kirche sind, ich habe jetzt nur zwei herausgegriffen. Werde morgen genauer schreiben
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Beitragvon biggi » 22.06.2015 21:06

Habe ein Buch zuhause, Es heisst: Das Evangelium nach Rom, (eine Gegenüberstellung der Katholischen Lehre und der Heiligen Schrift) Es sind im Anhang Quellverweise angegeben. Es beinhaltet die Lehre des Abendmahles, die Lehre über Maria, über die Messe, über die autorität und auch über Errettung. Ich glaube nicht, dass die katholische Kirche Interesse daran hat, Mitglieder auszuschliessen, Priester vielleicht schon, wenn diese wahrhaftig sind und unbequem werden., über die Vergangenheit der Kirche besitze ich noch ein Buch: GOTTES ERSTE DIENER, es beschreibt die Macht, die diese Kirche über die Jahrhunderte hatte und das fleischliche Leben der hohen Geistlichkeit. Natürlich kann jeder Katholik glauben wie er will, aber es ist doch so: Wenn ich eine Kirche unterstütze, die solche Lehren als biblisch deklariert, und bemerke den Irrtum, bleibe aber trotzdem dort, kann ich mir da dann noch ins Gesicht schauen? Irgendwann stehe ich ja vor GOTT, und ER wird mich fragen, ob ich alles mit der Bibel überprüft habe. Bestimmt wird ER diejenigen danach fragen, die eine Kirche gut beurteilen können.
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Re: was glaubt ein Katholik heute ganz konkret?

Beitragvon Jose » 10.07.2015 11:02

Joschie hat geschrieben:Ich hätte folgende Frage an euch, was glaubt ein Katholik heute ganz konkret?


Wenn jemand sich Katholik nennt und sich somit zu den Lehren der katholischen Kirche bekennt, glaubt er nicht an Jesus Christus als den einzigen Mittler zwischen Gott und den Menschen, sondern glaubt an Maria und an die von der katholischen Kirche für heilig erklärten Verstorbenen. Ein Katholik glaubt auch an die Irrlehre des Fegefeuers, durch deren „reinigende Wirkung“ jeder Katholik irgendwann auch in den Himmel kommt. Hierzu tragen auch die Messen für die Toten bei, denn die Toten im Fegefeuer können nicht selber für sich beten.

Ein Katholik glaubt nicht, dass nur die Bibel Gotteswort ist, somit steht er unter dem Fluch, vor dem der Apostel Paulus gewarnt hat, wenn jemand etwas lehrt, als was in der Bibel steht. Wenn etwas neben Gottes Wort gelehrt wird, ist es ein anderes Evangelium. Auch die Lehre der Werksgerechtigkeit ist für den Katholiken sehr wichtig, damit steht er unter dem Fluch des Gesetzes und nicht unter der Gnade.

Unverdiente Gnade im biblischen Verständnis kennt ein Katholik gar nicht, sondern deren Gewährung beruht auf den Empfang der Sakramente, hat also mit Handlungen und nicht mit Glauben zu tun. Auch die Ablasslehre ist in diesem Zusammenhang weiterhin aktuell.

Wer sein Vertrauen auf etwas anderes setzt als auf JESUS CHRISTUS alleine, geht verloren. Hierin müssen sich Katholiken prüfen und sich dann ernstlich fragen, ob sie in der katholischen Kirche bleiben können. Für mich war es nach meiner Bekehrung nicht vereinbar.

biggi
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Beitragvon biggi » 10.07.2015 12:30

Ganz recht! Allerdings, da, wo die Katholiken die Werksgerechtigkeit lehren, unterschlagen oft die protestantischen Bibellehrer, dass man auch Werke bringen muss. Ich habe öfters gehört: Ja, Jesus hat ja alles getan, so zusagen, ich kann mich zurücklehnen. Natürlich bringen die Werke auf keinen Fall die Gläubigen in den Himmel, das wird dann vielerorts unter Werksgerechtigkeit verstanden. Aber Werke und Gehorsam den Geboten gegenüber muss sein. Siehe das Buch Jakobus.
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Jose
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Re: Werksgerechtigkeit

Beitragvon Jose » 10.07.2015 14:22

Da hast du recht, Biggi, dass es ohne Werke nicht geht, im Sinne von Jakobus und auch im Sinne von Paulus, denn im Römerbrief und andere Briefe des Paulus steht nichts anderes als was Jakobus geschrieben hat. Die Protestanten verdrehen vielfach die Gnade und meinen, man muss gar nichts tun. Aber das ist verkehrt, denn „Gesetzlosigkeit“ und „Unreinheit“ seien Ferne von einem Gotteskind. Gotteskinder sind nicht frei, zu tun und lassen was ihnen beliebt, sondern sie sind frei, den Willen Gottes zu tun, im Glaubensgehorsam.

Jakobus lehrte: "So ist auch der Glaube, wenn er keine Werke hat, in sich selbst tot" Jak 2,17. Und von Paulus lesen wir im Titusbrief: "Der hat sich selbst für uns gegeben, damit er uns loskaufte von aller Gesetzlosigkeit und sich selbst ein Eigentumsvolk reinigte, [das] eifrig [sei] in guten Werken" Tit 2,14. Am Anfang steht der Glaube, aus dem Glauben folgen dann die Werke, die Gott dann durch Seine Kinder wirkt. Ohne aus dem Glauben zu handeln kann niemand Werke tun die Gott gefallen.

Was aber die Werksgerechtigkeit in der katholischen Kirche anbetrifft, so ist dort gemeint sich den Himmel zu verdienen, und das geht gar nicht. Wer meint, durch Werke Gott gefallen zu können, wird es nie vermögen.

Zum Ablass hier noch einen Auszug aus einer katholischen Webseite:
Zitat:
Jede Sünde zieht nach der Beichte auch eine zeitliche Strafe nach sich. Mit dem Ablass tilgen wir die Strafe für Sünden die uns in der Beichte schon vergeben wurden. Der Ablaß ist der vor Gott gültige Nachlass zeitlicher Strafen, die hier oder im Jenseits noch abzubüßen sind. Durch den Ablass werden einem selbst oder den armen Seelen im Fegefeuer, Anteile aus dem Gnadenschatz (Kirchenschatz) zugewendet, den Jesus, Maria und die Heiligen für uns errungen haben. Durch den Ablass kann die Zeit der Läuterung im Fegefeuer für uns selbst oder für andere verkürzt werden, oder es kann sogar erreicht werden, dass man gar nicht ins Fegefeuer kommt.
Quelle: http://kath-zdw.ch/maria/ablass.html

Das ist katholische Irrlehre.


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