Blasphemie-Debatte oder was ist uns wichtig?

Aktuelle Entwicklungen und Vorkommnisse in der Christenheit

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Joschie
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Blasphemie-Debatte oder was ist uns wichtig?

Beitragvon Joschie » 13.08.2012 18:59

Hallo Ihr!
Es gibt Diskussionen über Themen, die von den Christen in Deutschland so gut wie gar nicht wahrgenommen werden. Dieses ist um so mehr erstaunlich, weil es in dieser Diskussion um Themen geht, die den christlichen Glauben sehr direkt betreffen.Bei theoblog habe ich den folgenden Beitrag entdeckt:
Spaemann mischt sich in Blasphemie-Debatte ein.
Robert Spaemann hat sich in der FAZ zur Blasphemie-Debatte geäußert:

Irgendetwas stimmt nicht. Das deutsche Recht und mehr noch die deutsche Rechtsprechung muten es dem religiösen Bürger zu, dass das, was ihm das Heiligste ist, ungestraft öffentlich verhöhnt, lächerlich gemacht und mit Schmutzkübeln übergossen werden darf. Dann und wann einmal findet ein Richter, es sei irgendwo zu weit gegangen worden, und verhängt eine Bewährungsstrafe. In der Regel geschieht das nicht. Vor allem nicht mehr, seit nur noch diejenige Beleidigung strafbar ist, die den „öffentlichen Frieden gefährdet“.

Das heißt auf Deutsch: Nur noch die mohammedanische Religion genießt den Schutz des Gesetzes, nicht die christliche. Denn Christen reagieren auf Beleidigung nicht mit Gewalt, Muslime aber wohl, und keineswegs nur „Islamisten“. Als in London vor Jahren der Film „Die letzte Versuchung Jesu“ in die Kinos kam, wurde er nach drei Tagen wieder abgesetzt, weil Muslime die Theater wissen ließen, dass sie die Beleidigung Jesu, der bekanntlich für den Islam ein Prophet ist, nicht hinnehmen würden. Dass die Christen es bei folgenlosen Protesten bewenden ließen, konnte bei Muslimen nur stille Verachtung auslösen. Den Christen, so folgern sie, ist offenbar nichts wirklich heilig. Der ganze Beitrag hier

Nach dem Lesen dieses Beitrages stellte ich mir schon die Fragen, welchen Themen sind den Christen in der heutigen Zeit besonders wichtig? Durch was kommen wir auf diese Themen und was ist Maßstab, woran wir festmachen, ob ein Thema für sie wichtig ist oder nicht?
Gruß Joschie
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Snubnose
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Beitragvon Snubnose » 22.06.2014 22:37

Also für mich ist das was da Herr Ben Becker macht nichts anderes als Blasphemie:

https://www.youtube.com/watch?v=DReWWJPim6U

Was meint ihr?

ConfessorReformatus
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Beitragvon ConfessorReformatus » 26.06.2014 20:42

Snubnose hat geschrieben:Also für mich ist das was da Herr Ben Becker macht nichts anderes als Blasphemie:

https://www.youtube.com/watch?v=DReWWJPim6U

Was meint ihr?


Beim Klicken auf den Link steht bei mir, "Video nicht verfügbar"!

ConfessorReformatus
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Beitragvon ConfessorReformatus » 26.06.2014 20:58

Ja, es ist in der Tat traurig, zum heulen....

Wenn Mohammedaner ausrasten (es gab bei den Protesten gegen die Mohammed-Karikaturen sogar Tote!), dann waren die Zeichner der Karikaturen nicht "kultursensibel" genug, wir hätten alle netter zu Ihnen sein sollen... wenn anderseits Christen sich beschweren, dann heißt es habt euch doch nicht so, ihr Ewig-Gestrigen Fundamentalisten!

Wenn ein Bundespräsident, der noch verheiratet ist, mit seiner Freundin schon Jahre zusammenlebt, stört es fast niemanden, Kritiker werden wieder nur "Katholiban" "Fundamentalisten"gebrandmarkt. Wenn jedoch der gleiche BP sagt, man müsse eventuell militärische Mittel bei der Lösung internat. Konflikte häufiger in Erwägung ziehen, so wird er als "Kriegshetzer" verunglimpft, und ein Aufschrei geht durch die Republik, angeführt von den Pfaffen der linksliberalen EKD-Zivilreligion.

Du schreibst die Diskussion wird nicht wahrgenommen, warum wohl nicht?
Es liegt im wesentlichen an den Medien, und an einer Kirche, der selbst nichts mehr heilig ist, und die alle Prinzipien über Bord wirft (ich beziehe mich hauptsächlich auf die EKD, aber auch auf ein neo-evangelikales Show- und Wohlfühlchristentum).

Und dann schreibt noch einer, man solle als Christ keine Politik machen, Politik sei ja per se weltlich (was ich im Übrigen für eine quasi gnostische Weltflucht halte).

P.S.
Wer ab und zu mal theoblog liest, der weiß, was uns alles noch so blüht, in unserer ehemals christlichen Kulturnation....

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Beitragvon Snubnose » 26.06.2014 21:07

Hier nochmals der Link: Oder einfach Ben Becker und böhse onkelz eingeben:

https://www.youtube.com/watch?v=Z4lviH80hCE

Servant
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Beitragvon Servant » 27.06.2014 17:07

Und dann schreibt noch einer, man solle als Christ keine Politik machen, Politik sei ja per se weltlich (was ich im Übrigen für eine quasi gnostische Weltflucht halte).


Es ist besser für einen Chrisen keine politik zu machen, nicht in die Politik zu gehen - denn früher, oder später landen sie alle in einem faulen Kompromiß mit der Welt - siehe Ev. Allianz, EKD, ACK, ÖRK und so manch christliche Partei. Und nicht zu Vergessen die neuen Bewegungen ... das ist nur noch "Welt und politik" - mit einem "C" als Tarnung :)

Naja, "Politik" ist immer ein Spiel mit dem Feuer. Wer die meisten Stimmen, die größte Macht haben will muß eben Bündnisse mit der Welt eingehen ... und davor kann man, wenn es an die Substanz geht, nur Flüchten :)

Das sollte man auch Bedenken ...
1. Korinther 15,50 - wie kommt man dort hinein? Johannes Ev. 3,1-18; Joh. 12, 44f; 1.Thes. 1, 9.10

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Beitragvon Snubnose » 27.06.2014 17:39

Die Rede von Ben Becker kommt auch in der Presse nicht sehr gut an:

http://www.tz.de/stars/ben-becker-blami ... 53794.html

Ob der Stiefsohn der im vergangenen Jahr verstorbenen Schauspiel-Legende Otto Sander am vergangenen Samstagabend etwas getrunken hatte, ist nicht klar. Doch für viele ist das die einzige Erklärung für den "biblischen Metaphernsalat von beeindruckender Wirrnis", den er laut "Spiegel" als "Onkelz"-Anheizer vor dem Konzert von der Bühne ließ. Mit triefendem Pathos, das bestens zu den Lied-Texten der Band passte, erklärte sich Becker zum Märtyrer und spielte auf Luther an, als er stolz verkündete: "Einige Leute werden mich verfluchen, weil ich hier stehe. Ich stehe hier, weil ich keinen Bock habe umzufallen!" Das erinnerte stark an den Religions-Reformer, der sich einst mit den Worten "Hier stehe ich und kann nicht anders!" geweigert haben soll, seine Thesen zu widerrufen.

Ben Beckers religiöse "Onkelz"-Ekstase
Und auch bei Beckers Liebe zu den "Onkelz" geht es um nichts weniger als um Leben oder Tod: "Was mich am Leben hält ist der Gedanke daran, dass ich nicht alleine bin!" Da war er wieder, der Außenseiter-Mythos. "Nichts ist für die Ewigkeit!", brüllte der 49-Jährige ein "Onkelz"-Zitat ins Mikro - immer und immer wieder, bis die Fans vorübergehend aus ihrer Schockstarre erwachten und mitgrölten. "Hier wird nicht ein Stein auf dem anderen bleiben!", drohte der Mime gar, als er wie entfesselt über die Bühne tobte.

Damit nicht genug: Er erdreistete sich sogar, die Bibel zu bemühen und erklärte die Bandmitglieder zu geflügelten Wesen an der Seite des Herrn: "Sie werden auferstehen und fliegen wie die Engel! Und siehe, der Vorhang im Tempel zerriss in zwei Stücke, und Erde bebte, und die Gräber taten sich auf", schwadronierte Becker in Anspielung auf die Kreuzigungs-Szene im Matthäus-Evangelium. In den Boden versinken vor Fremdscham wollten dabei eher die Zeugen dieser Peinlichkeit. Doch erst nach geschlagenen acht Minuten wurden sie erlöst - von einem Schauspieler, der sich in religiöse "Onkelz"-Ekstase geschrien hatte, bis er nicht mehr konnte.

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Beitragvon Joschie » 27.06.2014 19:18

Servant hat geschrieben:Es ist besser für einen Chrisen keine politik zu machen, nicht in die Politik zu gehen - denn früher, oder später landen sie alle in einem faulen Kompromiß mit der Welt - siehe Ev. Allianz, EKD, ACK, ÖRK und so manch christliche Partei. Und nicht zu Vergessen die neuen Bewegungen ... das ist nur noch "Welt und politik" - mit einem "C" als Tarnung :)

Was verstehst Du genau, unter Politik zu machen ??!
Gruß Joschie
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Beitragvon ConfessorReformatus » 28.06.2014 21:20

Servant hat geschrieben:
Und dann schreibt noch einer, man solle als Christ keine Politik machen, Politik sei ja per se weltlich (was ich im Übrigen für eine quasi gnostische Weltflucht halte).


Es ist besser für einen Chrisen keine politik zu machen, nicht in die Politik zu gehen - denn früher, oder später landen sie alle in einem faulen Kompromiß mit der Welt - siehe Ev. Allianz, EKD, ACK, ÖRK und so manch christliche Partei. Und nicht zu Vergessen die neuen Bewegungen ... das ist nur noch "Welt und politik" - mit einem "C" als Tarnung :)

Naja, "Politik" ist immer ein Spiel mit dem Feuer. Wer die meisten Stimmen, die größte Macht haben will muß eben Bündnisse mit der Welt eingehen ... und davor kann man, wenn es an die Substanz geht, nur Flüchten :)

Das sollte man auch Bedenken ...


Deine Argumente weiterdenkend könnte man zugespitzt behaupten, in einem Angestelltenverhältnis zu arbeiten, eine öffentliche Bildungseinrichtung zu besuchen, Steuern zu zahlen (wozu uns Jesus ja auffordert), bei einem atheistischen Bäcker einzukaufen, Dienstelistungen bei Atheisten entgegenzunehmen etc. sei "ein Kompromiss mit der Welt."

Dabei spricht Paulus sogar von Ehen zwischen Gläubigen und Ungläubigen, ohne explizit Kritik daran zu üben.

Ich bin froh, dass sich ein Volker Kauder für verfolgte Christen einsetzt oder das - von den Medien größtenteils verschwiegene Thema - wenigstens zur Sprache bringt, auch wenn seine Partei zum großen Teil nur noch nominell christlich sein mag.

Richtig, Man muss schon in der Politik - gerade in Deutschland - als bibel-u. bekenntnistreuer Christ viele Kompromisse machen, aber woran liegt das zum großen Teil? An der Dominanz des rot-grünen (wo ich die sozialdemokratisierte CDU a la Merkel mit einschließen würde) post68er Establishments, also auch an politischen Gründen.

Politik, das ist alles was ist vom Worturspung her alles, was das Gemeinwesen anbelangt, bedeutet also weitaus mehr als Parteipolitik.

Und insofern - nicht im Käßmannschen Sinne - müssen bibeltreue Christen politisch aktiv sein, wir werden uns vorm Herrn verantworten müssen, wenn wir unsere Verantwortung zu wenig wahrgenommen haben.

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Beitragvon Joschie » 29.06.2014 18:05

@Christ der Einstieg für diesem Thread war:
Bei theoblog habe ich den folgenden Beitrag entdeckt:
Spaemann mischt sich in Blasphemie-Debatte ein.
Robert Spaemann hat sich in der FAZ zur Blasphemie-Debatte geäußert:

Irgendetwas stimmt nicht. Das deutsche Recht und mehr noch die deutsche Rechtsprechung muten es dem religiösen Bürger zu, dass das, was ihm das Heiligste ist, ungestraft öffentlich verhöhnt, lächerlich gemacht und mit Schmutzkübeln übergossen werden darf. Dann und wann einmal findet ein Richter, es sei irgendwo zu weit gegangen worden, und verhängt eine Bewährungsstrafe. In der Regel geschieht das nicht. Vor allem nicht mehr, seit nur noch diejenige Beleidigung strafbar ist, die den „öffentlichen Frieden gefährdet“.

Das heißt auf Deutsch: Nur noch die mohammedanische Religion genießt den Schutz des Gesetzes, nicht die christliche. Denn Christen reagieren auf Beleidigung nicht mit Gewalt, Muslime aber wohl, und keineswegs nur „Islamisten“. Als in London vor Jahren der Film „Die letzte Versuchung Jesu“ in die Kinos kam, wurde er nach drei Tagen wieder abgesetzt, weil Muslime die Theater wissen ließen, dass sie die Beleidigung Jesu, der bekanntlich für den Islam ein Prophet ist, nicht hinnehmen würden. Dass die Christen es bei folgenlosen Protesten bewenden ließen, konnte bei Muslimen nur stille Verachtung auslösen. Den Christen, so folgern sie, ist offenbar nichts wirklich heilig. Der ganze Beitrag hier

Hast Du Dir schon mal in Ruhe den ganzen Beitrag durchgelesen?
Gruß Joschie
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