Offen und undogmatisch

Aktuelle Entwicklungen und Vorkommnisse in der Christenheit

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Snubnose
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Offen und undogmatisch

Beitragvon Snubnose » 26.01.2013 15:08

War gestern auf einem Vortrag von Werner Tiki Küstenmacher und weiß nicht was ich so davon halten soll.

Der Veranstalter begrüsste am Anfang alle Gäste. Er meinte man müsse "Handwerkszeug zulegen, wie man in der modernen Welt zurechtkommt". Dann sprach Tiki Küstenmacher:
Er meinte: Meine Botschaft ist man kann es machen. Zwei Frösche fallen in einen Topf mit Sahne. Einer macht nichts und der andere strampelt und es wird Sahne darauf und er kann sich befreien. Er meinte wir lernen nur wenn wir Begeisterung haben. Wir sollten uns nicht zu viel vornehmen. Also nicht das jemand meint er muß heute Nacht noch den Keller aufräumen. Wir sollten uns an einem Tag vornehmen das wir nur die Schreibtischoberfläche aufräumen. Aber was ich dann mache das sollte ich radikal machen. Siegmund Freud meinte: 90 % aller Ent-
scheidungen treffen wir mit dem Unbewußten. Träumen ist eine Kommunikationsform zwischen Bewußtem und Unbewußtem.
Wir sollten den Stapel nicht immer vor uns haben. Stapel hat immer etwas zu tun mit Vergangenheit. Wir sollten nicht alles wegschmeißen sonden vielleicht nur die Erinnerungsstücke reduzieren. Von den ganzen Heften von Opo nur vielleicht drei Hefte aufheben.
Wie schaut denn ihr Beruf aus? Er zeigte ein Bild wo einer versuchte an mehreren Töpfen zu kochen. Multitaskin kostet Effizienz. Man soll sich nur einer Aufgabe widmen und dieser einen Aufgabe widmet man sich voll.
Wenn dein Pferd tot ist steige ab. Da bewegt sich nichts mehr. Wir können uns da keiner stärkeren Peitsche bedienen.
Er sprach noch vom Jesus Luxus. Jesus hatte kein so schlechtes Leben. Beim Schärflein der armen Witwe schaute Jesus den ganzen Tag zu. Jesus ging 40 Tag in die Wüste.
Sparen ist fürs Grundprinzip keine gute Idee. Über die hälfte der Firmen die das als Firmenphilosophie gehabt hat existiert heute nicht mehr.
Jeder von uns stammt von einem Sieger ab. 20.000.000 Spermien haben versucht eine Eizelle zu befruchten und nur einer ist durchgekommen.
Beim Fahrsicherheitstechnik ist es wichtig nicht die Bäume anzuschauen
sonden die Zwischenräume.
Burnout kommt nicht vom Job. Unmögliche Kunden halten Männer aus wenn sie von ihrer Frau gesagt bekommen: Das ist toll was du da machst.
Eine Partnerschaft ist viel größer als die Einzelteile. Eine Frau meint oft zu ihrem Mann: Wenn du ein bißchen mehr so wärst wie ich. Und wenn dann der Mann verändert wurde, gefällt ihr ihr Mann auch nicht.
Eine Raupe wenn sie schlüpft muß sie durch ein Loch nach außen schlüpfen.Eine Raupe bracht ein kleinen Loch.
Jeder hat von uns einen Schmetterlingsknochen. Er stammt noch aus einer
Zeit der Evolution.
Er verabschiedete seine Zuhörer sie sollen daran denken, heute nicht mehr den Keller aufzuräumen.
Man hört Tiki Küstenmacher gerne zu, aber es war sehr wenig biblische
Botschaft dabei. Dieses Jahr ist Werner Tiki Küstenmacher auch noch einer
der Hauptreferenten vom Lachjogakongreß in Deutschland. Er will " Augen
und Herzen für eine andere Auslegung öffnen, offen und undogmatisch mit Bezügen zu den wichtigsten Weltreligionen"
Was haltet ihr von Werner Tiki Küstenmacher und "simplify your life"?

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Joschie
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Beitragvon Joschie » 26.01.2013 17:54

Hallo Ihr!
Ich stelle mal zwei Beiträge über Tiki Küstenmacher die in www.theoblog.de stehen rein.
Gott 9.0
Wer neugierig in der Literatur der emergenten Christenheit stöbert, wird früher oder später darauf stoßen, dass Clare W. Graves und Ken Wilber zu den einflussreichen Impulsgebern der Emerging Church-Bewegung gehören (siehe a. hier). Jüngst haben Tilmann Haberer sowie Marion und Tiki Küstenmacher (beide sind Herausgeber des Beratungsdienstes »simplify your life«) in ihrem Buch Gott 9.0 versucht, die Entwicklungstheorien dieser Autoren mit der christlichen Tradition zu verbinden.

Viele Menschen sind begeistert von Gott 9.0. www.evangelisch.deist zu lesen: »Seit langem hat mich kein Buch mehr so fasziniert wie dieses … Am liebsten würde ich dieses Buch zur Pflichtlektüre machen für alle, die sich in irgend einer Weise mit Glauben beschäftigen. Prädikat: Unbedingt lesen!« Jesus.de empfiehlt das Buch mit der Note 1.5: »Dieses Buch empfehle ich allen, die sich um ihre Zukunft sorgen und die an einem guten Verhältnis zum lieben Gott interessiert sind.«

Mehr noch: Wer den Autoren von Gott 9.0 folgt, ist »religiös aufgeklärt dank Stufen [und] spirituell erfahren dank Zuständen. So könnte man ein Ziel unseres Buches beschreiben. Wer die Bewusstseinsstufen kennt, hat damit Kriterien an der Hand, um sich mit den inhaltlichen Aussagen seiner spirituellen Lehrer, Theologen oder Gurus kritisch auseinanderzusetzen und hier die Spreu vom Weizen zu trennen. Es geht darum, beide Stränge, die historische Bewusstseinsevolution und die kontemplative Tradition gleichzeitig zusammenzuhalten und unterscheiden zu können« (S. 238). Das Modell vermittelt nicht weniger als den Gottesstandpunkt: »Der Mensch wird Gottes Augenblick … indem er das sich stufenweise entwickelnde gesellschaftliche Bewusstsein wahrnimmt und anfängt, die Welt mit den Augen Gottes zu sehen. Gott wohnt in unserem Menschsein – in allen seinen evolutionären Entfaltungen« (S. 294). »Marion, Tiki und Tilmann zeigen und in diesem Buch«, schreibt Richard Rohr im Vorwort, »wie wir wachsen: in Richtung Mitgefühl, Inklusivität, Weisheit, Geduld, Nondualität. Wir werden immer weniger Antworten brauchen und immer weniger Kontrolle. So entfaltet sich die Seele stufenweise auf ihrem Weg. So werden wir erwachsener« (S. 11).

Wirklich? Falko Hornschuch hat Gott 9.0 studiert und freundlicherweise TheoBlog.de erlaubt, seine Eindrücke zu publizieren. Vielen Dank!
Wer lesen möchte, wie sehr sich das emergente Denken in den evolutionären Panentheismus verstrickt hat und wie zurückgeblieben sein Erkenntnisstand ist, falls er noch an einen personalen Gott glaubt, sollte sich diese hilfreiche Buchbesprechung zu Gemüte führen.
Hier: Gott9.0_Buch.pdf.
Der ganze Beitrag

und
Gott 9.0 im O-Ton
Es lohnt sich, da mal reinzuhören. Ab Minute 4:00 ist es besonders interessant. BibelTV spricht von einem einladenden Bibelverständnis:

Die Bibel nicht nur lesen, sondern weiterschreiben. Mit dem “Biblify”-Weg von Erfolgsautor Werner Tiki Küstenmacher kann man lernen, das eigene Leben als Geschichte der Erfahrungen mit Gott zu begreifen. Sein überraschendes und einladendes Bibelverständnis stellt der evangelische Pfarrer und Cartoonist im Gespräch mit Carola Schede vor.
BibelTV lädt mit solchen Produktionen wahrlich zum Wegschauen ein. Das ist schale Anti-Theologie. Die Sendung von BibelTV hier

Gruß Joschie
Tod, wo ist dein Stachel? Totenreich, wo ist dein Sieg? 1Kor 15,55

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Beitragvon Snubnose » 02.02.2013 01:19

In Idea ist jetzt einen sehr kritischen Artikel über Werner Tiki Küstenmacher erschienen. Ich habe auch mal einige Zitate von seinen Predigten zusamengestellt:

Das stand u.a. in "Idea"
"Ich habe keine persönliche Gottesvorstellung mehr. Gott sei weder Vater noch Mutter, und sogar dass Gott ein Schöpter ist ist, ist nur eine Metapher. Es gelte verschiedene Gottesbilder, auch aus anderen Religionen zu integrieren"

Weitherin lehrt Tiki Küstenmacher:
Gott oder die Göttin ist Quelle oder Leben. ER oder sie umfasst alles und schließt nichts und niemanden aus. Die Lehre von Sünde und Erlösung vom stellvertretendem Sühnetod Jesus am Kreuz ist sexistisch und eingeengt auf die männliche Perspektive. Aus weiblicher Sicht ist sie nicht nachvollziehbar weil schon das Konzept von Sünde vor allem in seiner katholischen Fassung mit der stark sexuellen Einfärbung für Frauen
nicht tragbar ist.

Er legt den Vers "Ich bin der Weg die Wahrheit und das Leben - niemand kommt zum Vater außer durch mich" so aus: Werner Tiki Küstenmacher sagt das stimmt, er meint damit das "ich" ist der Weg die Wahrheit und das Leben. Denn soetwas wie eine absolute Wahrheit gibt es nicht.

Weiter meint er: Natürlich wissen wir heute das es soetwas wie die Jungfrauengeburt Legende ist. Josef war natürlich der Vater von Jesus.

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Beitragvon Servant » 05.02.2013 20:58

Danke Subnose für die Info. So zu sagen ist Tiki im Sturzflug gen Abgrund. Es ist halt ihr emergentes Evangelium, das nach allen Seiten offen ist und rein gar nichts mehr mit dem Gott der Bibel zu tun hat und sich nahtlos in den Zeitgeist einfügt.
1. Korinther 15,50 - wie kommt man dort hinein? Johannes Ev. 3,1-18; Joh. 12, 44f; 1.Thes. 1, 9.10

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Beitragvon Gast » 08.02.2013 21:37

Snubnose hat geschrieben:In Idea ist jetzt einen sehr kritischen Artikel über Werner Tiki Küstenmacher erschienen. Ich habe auch mal einige Zitate von seinen Predigten zusamengestellt:

Das stand u.a. in "Idea"
"Ich habe keine persönliche Gottesvorstellung mehr. Gott sei weder Vater noch Mutter, und sogar dass Gott ein Schöpter ist ist, ist nur eine Metapher. Es gelte verschiedene Gottesbilder, auch aus anderen Religionen zu integrieren"

Weitherin lehrt Tiki Küstenmacher:
Gott oder die Göttin ist Quelle oder Leben. ER oder sie umfasst alles und schließt nichts und niemanden aus. Die Lehre von Sünde und Erlösung vom stellvertretendem Sühnetod Jesus am Kreuz ist sexistisch und eingeengt auf die männliche Perspektive. Aus weiblicher Sicht ist sie nicht nachvollziehbar weil schon das Konzept von Sünde vor allem in seiner katholischen Fassung mit der stark sexuellen Einfärbung für Frauen
nicht tragbar ist.

Er legt den Vers "Ich bin der Weg die Wahrheit und das Leben - niemand kommt zum Vater außer durch mich" so aus: Werner Tiki Küstenmacher sagt das stimmt, er meint damit das "ich" ist der Weg die Wahrheit und das Leben. Denn soetwas wie eine absolute Wahrheit gibt es nicht.

Weiter meint er: Natürlich wissen wir heute das es soetwas wie die Jungfrauengeburt Legende ist. Josef war natürlich der Vater von Jesus.


Würdest Du bitte belegen, aus welchen Predigten die Texte von Küstenmacher sind und wo man diese finden kann?

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Beitragvon Snubnose » 09.02.2013 09:15

Das erste Zitat müsste bei idea noch online stehen. Die weiteren Zitate sind Predigtzitate von Werner Küstenmacher. Kann man u.a auch hier hören:

http://www.gebetshaus.org/medien/lehre/ ... t#comments

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Beitragvon Joschie » 09.02.2013 09:39

Andreas hat geschrieben:Würdest Du bitte belegen, aus welchen Predigten die Texte von Küstenmacher sind und wo man diese finden kann?

Du wirst hier Belege finden.
Gruß Joschie
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Beitragvon Snubnose » 09.02.2013 19:17

Seine Thesen und Reformationsvorschläge hat Werner Tiki Küstenmacher auch in diesem Gottesdienst gepredigt:

http://www.kulmbach-evangelisch.de/reform.php
Jesus ist Sieger. Das hat sich gut angefühlt, auf der richtigen Seite zu sein. .

Es war außerdem ein nützliches, egozentrisches Gottesbild. Gott war für alles zuständig, was man alleine nicht durchsetzen konnte.
Imponiert hat mir auch, dass Martin Luther sein Mönchsgelübde gebrochen hat, ohne den ewigen Zorn Gottes dafür zu fürchten oder vor der mächtigen Kirche einzuknicken. Was ist das für ein Mut! Diese Kraft zur Selbstverantwortung stand an der Wiege unserer protestantischen Gemeinschaft und wir alle dürfen sie in Anspruch nehmen.
Heute weiß ich, dass ich eigentlich Sehnsucht hatte nach eigenen, authentischen Gotteserfahrungen und Gott nicht nur vom Hörensagen her kennen wollte. Zweifeln gehört zum eigenen Erkennen dazu und hilft uns, der eigenen spirituellen Intuition zu folgen. Im Grunde ist der Zweifel ein Wachstumsmittel, das Gott in unser Herz senkt, damit wir ein zu klein geratenes Gottesbild aufgeben und zu neuen Bewusstseins-Horizonten aufbrechen können.

Ich verdanke das dem Menschen Jesus. Wäre Gott nur dieser mythologische Gott auf dem Himmelsthron geblieben, hätte ich ihn auch losgelassen und für mich "beerdigt". So aber konnte ich ihn neu verstehen als eine Projektion von uns Menschen auf etwas da oben, die eben einer bestimmten Bewusstseinsstufe entspricht.

"Ich reformiere mich selber"! Oder, wie Martin Luther nicht müde wurde zu betonen: "Ich will das Meine tun!" Jeder Christ hat in unserer Kirche die Freiheit, zu sagen: Ich bin bereit, mich zu wandeln und von Gott wandeln zu lassen, und meine Erfahrungen damit in meine Kirche einzuspeisen. Genau das ist eine lutherische Tugend, wenn man von sich sagen kann: Ich kann mich kritisch prüfen und selbst fragen, wo denn die Reformation in mir und durch mich weitergehen kann.

Wer reformatorisch lebt, der braucht sich nicht davor zu fürchten, dass unser Glaube sich ändern und etwas anderes werden kann, etwas, was man bisher noch gar nicht denken konnte. Hoffen wir doch mit Martin Luther, dass immer mehr Christen mit Herz und Verstand den Horizont ihres Bewusstseins erweitern. Dass sie im dritten Jahrtausend dazu beitragen, dass Gottes Liebe, die uns Jesus Christus nahe brachte, unter uns sichtbar wird.

Thesen von Werner Küstenmacher:

MK: 3. Unsere Reformation geht dann weiter, wenn wir unter Kirche nicht nur ein Traditionsgebäude verstehen, Sie werden aber nur bleiben, wenn sie nicht wieder nur die alten fertigen Antworten vorgesetzt bekommen, sondern ihre eigenen Fragen stellen können. Es gibt so viele Menschen innerhalb und außerhalb der Kirchen, die sich danach sehnen, dass kompetente geistliche Begleiter ihnen helfen, die Entwicklungsschritte in der eigenen spirituellen Biografie zu verstehen. Sie stellen unser größtes Potential dar und sollten sich durch die Kirche ein- und nicht ausgeladen fühlen.

WTK: 4. Unsere Reformation geht dann weiter, wenn sich unsere Kirche weiterhin dem "Risiko der Gegenwärtigkeit" stellt. Wir wissen aber, dass die Zeiten vorbei sind, wo man sich als Kirchenmitglied in der festen Burg des eigenen Glaubens abschotten konnte. Wo man davon ausging, dass Kirche hauptsächlich aus Mauern gegen Veränderung zu bestehen habe. Wer wie die Reformatoren auf die Entwicklungsfähigkeit des religiösen Erkennens setzt, der wünscht sich, dass die Zugbrücke herunterlassen gelassen wird. Dass die Tore "hoch und weit" gemacht werden, damit wir entdecken können, wo wir gerade stehen, in was für Zeiten wir leben und wie wir sie besser begreifen können. Wir Protestanten wissen längst, dass wir dafür keine von der Amtskirche festgezurrte Theologie oder gesetzliche Glaubenspraxis brauchen. Das ist restaurativ und Ausdruck eines tiefen Misstrauens gegen Gottes lebendigen Schöpfergeist, der unentwegt Neues schafft. Gut lutherisch ist es dagegen, sich gegen die restaurativen Strömungen zur Wehr zu setzen. Ganz gleich, ob wir sie in den eigenen Reihen oder bei Teilen unserer katholischen Geschwistern vorfinden.

MK: 5. Unsere Reformation geht dann weiter, wenn jeder von uns die Tugend der parrhesia pflegt, also der Freimütigkeit.Haben wir die Kühnheit, wie Luther, unsere Zweifel und kritischen Anfragen an kirchlicher Verkündigung, an tradierten Formen und Aussagen auszusprechen? Oder halten wir lieber den Mund um des lieben Friedens willen, der dann doch eher ein bequemer Frieden ist? Der zur Denkfaulheit in religiösen Fragen anschwillt und somit letztendlich zur Banalisierung des Glaubens und Laschheit führt? Sprechen wir in Freimütigkeit davon, was uns wirklich bewegt!

MK: 7. Unsere Reformation geht also dann weiter, wenn unser religiöses Bewusstsein eine gehörige Portion Neugier enthält in Bezug auf die gewaltigen Erkenntniszuwächse durch wissenschaftliche Forschung auf so unterschiedlichen Gebieten wie z. B. Quantenphysik, Astrophysik, Hirnforschung, Biochemie, Evolutionspsychologie, Integraler Philosophie und Bewusstseinsforschung oder vergleichender Religionswissenschaft. Ihre interdisziplinären Ergebnisse, zusammen getragen von Wissenschaftlern rund um den Globus, wälzen gerade unser Weltbild um. Wie einst bei der kopernikanischen Wende werden sich auch unsere Glaubensvorstellungen ändern: Gut lutherisch ist es, dann den Mut zu haben, alte Denkvorstellungen loszulassen und sich dem neuen Verstehen zu öffnen. Schon jetzt ist zu sehen, dass sich eine kosmozentrische Prozesstheologie herausheben wird. Gott thront nicht mehr über den Wolken, er ist kein weltfernes, alles kontrollierendes, unveränderliches absolutes Wesen mehr, sondern er ist in die Entfaltung und Entwicklung der Welt so "verwoben", dass wir sagen können: Gott und Mensch wohnen gegenseitig ineinander (Koinhärenz). Man kann sie, wie Luther sagt, unterscheiden, aber auf Grund der Liebe nicht mehr voneinander trennen. Dafür findet er ein schönes Bild: Es ist so wie bei den Zutaten in einem Kuchen, die sich beim Backen miteinander vereinen: "Wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm, also, dass er und Gott ein Kuchen wird." Luther in einer Predigt von 1532) Und Gott, fügt er an anderer Stelle noch hinzu, ist wie "ein glühender Backofen voller Liebe".

Was haltet ihr von den Aussagen und von den Thesen von Werner Küstenmacher?

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Beitragvon Servant » 09.02.2013 22:01

Hallo Subnose,

MK: 7. Unsere Reformation geht also dann weiter, wenn unser religiöses Bewusstsein eine gehörige Portion Neugier enthält in Bezug auf die gewaltigen Erkenntniszuwächse durch wissenschaftliche Forschung auf so unterschiedlichen Gebieten wie z. B. Quantenphysik, Astrophysik, Hirnforschung, Biochemie, Evolutionspsychologie, Integraler Philosophie und Bewusstseinsforschung oder vergleichender Religionswissenschaft. Ihre interdisziplinären Ergebnisse, zusammen getragen von Wissenschaftlern rund um den Globus, wälzen gerade unser Weltbild um. Wie einst bei der kopernikanischen Wende werden sich auch unsere Glaubensvorstellungen ändern: Gut lutherisch ist es, dann den Mut zu haben, alte Denkvorstellungen loszulassen und sich dem neuen Verstehen zu öffnen. Schon jetzt ist zu sehen, dass sich eine kosmozentrische Prozesstheologie herausheben wird. Gott thront nicht mehr über den Wolken, er ist kein weltfernes, alles kontrollierendes, unveränderliches absolutes Wesen mehr, sondern er ist in die Entfaltung und Entwicklung der Welt so "verwoben", dass wir sagen können: Gott und Mensch wohnen gegenseitig ineinander (Koinhärenz). Man kann sie, wie Luther sagt, unterscheiden, aber auf Grund der Liebe nicht mehr voneinander trennen. Dafür findet er ein schönes Bild: Es ist so wie bei den Zutaten in einem Kuchen, die sich beim Backen miteinander vereinen: "Wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm, also, dass er und Gott ein Kuchen wird." Luther in einer Predigt von 1532) Und Gott, fügt er an anderer Stelle noch hinzu, ist wie "ein glühender Backofen voller Liebe".


darf ich dir ganz ehrlich sagen was ich davon halte - das ist die Fratze des Satans ...

Mit diesen Thesen öffnet er auch die Türen für die Grenzwissenschaften (NOETIK) und jeden erdenglichen Irrtum des New AGE - Seine Thesen - das ist einfach nur noch Finsternis was der da verbreitet ...

Gut lutherisch ist es, dann den Mut zu haben, alte Denkvorstellungen loszulassen und sich dem neuen Verstehen zu öffnen


Diesem Herren muss mal gesagt werden - es müsste heissen - das ist nicht Mut - das ist abgrundtiefe Dummheit ... und Rebelion gegen Gott.

Lehrnt man sowas beim CVJM ?

Möge Jesus Christus bald wiederkommen ...
1. Korinther 15,50 - wie kommt man dort hinein? Johannes Ev. 3,1-18; Joh. 12, 44f; 1.Thes. 1, 9.10

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Beitragvon Snubnose » 09.02.2013 23:27

In diesem Interview kommt ziemlich deutlich herüber was Werner Tiki Küstenmacher so lehrt:

http://www.mt-online.de/lokales/minden/ ... cnt_page=2

Was ist das Neue an Ihrem Buch "Gott 9.0" im Vergleich zu anderen spirituellen Ratgebern?

In "Gott 9.0" stellen wir - meine Frau Marion, unser Freund Tilmann Haberer und ich - ein Modell für die Entwicklung des menschlichen Bewusstseins vor, mit dem sich viele verwirrende Phänomene unserer Zeit erklären lassen. Wir beschreiben darin neun Entwicklungsräume, die wir als Individuen und als Gesellschaften durchlaufen. Dabei ändern sich unsere Wertvorstellungen und eben auch unsere Gottesbilder.

Was soll der Buchtitel dem Leser sagen? Wie lässt sich das Gottesbild "updaten"?

Glaube verändert sich. Das ist die Grundidee unseres Titels. Glauben hat sich in der Geschichte der Menschheit entwickelt, innerhalb der Bibel und innerhalb unserer eigenen Lebenszeit. Als Kinder haben wir zum Beispiel einen magischen Glauben an den Weihnachtsmann und den Osterhasen gehabt, und dann haben wir uns davon gelöst. Das war der Schritt von Gott 2.0 zu 3.0. Wenn jemand nach der Lektüre unsres Buches sein eigenes Gottesbild beschreibt, kann er die Versionsnummer dazu sagen: traditionell 4.0, kritisch-aufgeklärt 5.0, pluralistisch 6.0 usw. Früher passten fast alle in 4.0, und die Kirche war das große einende Dach darüber.

Die Kirchenaustritte in Deutschland mehren sich. Was müssten die Großkirchen anders machen?

Viele Menschen verlassen die Kirche, wenn sie zu 5.0 (kritisch-aufgeklärt) wechseln und das Gefühl haben, dass die Kirche dafür keinen Raum bietet. Viele fühlen sich sogar schuldig. Sie hören: Du hast deinen Glauben verloren. Wir aber sagen: Nein, nicht verloren - dein Glaube hat sich weiterentwickelt! Das wäre unser größter Wunsch, dass man Kirche als Raum erlebt, wo die Bewusstseinsentwicklung unterstützt wird. Wo man eigene Erfahrungen einspeisen kann. Wo man neue Fragen stellen kann und nicht immer nur die alten, überholten Antworten vorgesetzt bekommt.

Ihrer Meinung nach ist es höchste Zeit, das Gottesbild vieler Christen upzudaten. Bedeutet das, alte Gottesbilder aus der Bibel und aus 2000 Jahren christlicher Tradition aufzugeben?

Das ist die entscheidende Frage. Wenn unser Glaube in einen größeren Raum hineinwächst, lehnen wir erst mal die Stufe ab, die wir gerade verlassen haben. "Gott ist kein alter Mann mit Bart!", sagen wir dann. Aber nach einiger Zeit lernen wir, dass wir mit diesem nun überwundenen Gottesbild verbunden waren und es uns genährt hat. Wir können das dann würdigen und in Frieden loslassen. Ab Gott 7.0 merken wir, dass wir ein eindrucksvolles Gesamtkunstwerk sind aus ganz verschiedenen Glaubensschichten.

Wie kann Ihr Modell der verschiedenen Gottesbilder im normalen Alltag helfen?

Für mich am hilfreichsten war die Einsicht, dass diese Entwicklungsstufen im Glauben notwendig sind und nacheinander erscheinen. Sie gehen vom Einfachen zum Komplexen, Gott wird dabei immer größer, vom lieben Wunschzettelgott des Kleinkindes zum kosmischen Christus oder dem Urgrund allen Seins. Jeder Wechsel in eine neue Stufe erzeugt aber auch Krisen, ist anstrengend und verwirrend. Denn damit verbunden sind Phasen der Instabilität und des Loslassens. Wenn wir das wissen, können wir uns gegenseitig bei unseren Wandlungsprozessen unterstützen.

Besteht nicht die Gefahr, dass Gott zu abstrakt wird, wenn er nicht mehr als "Vater", sondern als "Urgrund allen Seins" gesehen wird?

Gott als Vater ist das klassische Gottesbild der Stufe 4.0. Das ist die Stufe, in der alle großen Weltreligionen entstanden sind. Aber irgendwann merkt fast jeder, dass das nur ein Bild sein kann. Wir brauchen in allen Religionen ähnlich starke Bilder auch für die jüngeren Bewusstseinsstufen ab 5.0. Wobei immer klar ist, dass ein gutes, die Seele ansprechendes Bild oder eine Metapher nur ein Hinweis ist auf Gott, dass Gott nie ganz beschreiben kann.

Wie ist eine Gemeinschaft von Gläubigen möglich, wenn Sie von modernen Christen fordern, eine individuelle Spiritualität auszubilden? Besteht nicht die Gefahr, dass sich jeder seinen eigenen Gott "zusammenbastelt"?

"Zusammengebastelt" klingt sehr unseriös, aber selbstverständlich sind wir Menschen ein Sammelbecken aus den verschiedensten spirituellen, kulturellen und sozialen Erfahrungen, die wir nach Sinn sortieren. Die können wir ja dann auch mit den Erfahrungen von anderen Suchern und Sucherinnen vergleichen. So entstehen wieder neue gemeinschaftliche Glaubensvorstellungen, die Sinn stiften.

Das Buch "Gott 9.0" hat sicherlich nicht nur Zustimmung gefunden, gab es auch Kritik und Angriffe?

Ein bisschen Kritik kam schon, aber nur aus fundamentalistischen Kreisen, die bei 4.0 stehen bleiben wollen, nicht von Kirchenleitungen. Ein merkwürdiges Schweigen herrscht dagegen bei der Presse. Die vier Auflagen in nur zwei Jahren verdankt "Gott 9.0" der Mundpropaganda unserer Leser.

Ist das Buch auch etwas für Leser, die Glauben und Theologie fernstehen?

Klar ist es das, das sehen wir an den vielen tollen Leserzuschriften. Wir haben Zustimmung aus den unterschiedlichsten Richtungen bekommen: Protestanten, Katholiken, Freikirchler, Kirchenferne, Buddhisten. Viele Psychologen, Seelsorger und Pfarrer lieben unser Buch und vermitteln das Modell in ihren Gemeinden. Unser Buch hätte auch "Mensch 9.0" oder "Bewusstsein 9.0" heißen können. Aber unser Schwerpunkt ist nun mal das Spirituelle. "Gott 9.0" ist inzwischen bereits zu einem Schlagwort geworden für eine aufgeklärte, christlich-integrale Spiritualität, die unseren Glauben für die Zukunft fit macht.

Was haltet ihr von seinen Aussagen?

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Beitragvon Servant » 10.02.2013 12:10

Hier auch ein Artikel zum Thema
http://www.mt-online.de/lokales/minden/ ... chaft.html

.... Das ist die entscheidende Frage. Wenn unser Glaube in einen größeren Raum hineinwächst, lehnen wir erst mal die Stufe ab, die wir gerade verlassen haben. "Gott ist kein alter Mann mit Bart!", sagen wir dann. Aber nach einiger Zeit lernen wir, dass wir mit diesem nun überwundenen Gottesbild verbunden waren und es uns genährt hat. Wir können das dann würdigen und in Frieden loslassen. Ab Gott 7.0 merken wir, dass wir ein eindrucksvolles Gesamtkunstwerk sind aus ganz verschiedenen Glaubensschichten.

Wie kann Ihr Modell der verschiedenen Gottesbilder im normalen Alltag helfen?

Für mich am hilfreichsten war die Einsicht, dass diese Entwicklungsstufen im Glauben notwendig sind und nacheinander erscheinen. Sie gehen vom Einfachen zum Komplexen, Gott wird dabei immer größer, vom lieben Wunschzettelgott des Kleinkindes zum kosmischen Christus oder dem Urgrund allen Seins. Jeder Wechsel in eine neue Stufe erzeugt aber auch Krisen, ist anstrengend und verwirrend. Denn damit verbunden sind Phasen der Instabilität und des Loslassens. Wenn wir das wissen, können wir uns gegenseitig bei unseren Wandlungsprozessen unterstützen.


http://gott90.de/home/blog/gott-9.0
hat wohl hier abgekupfert :-)
http://emergent-deutschland.de/2007/12/ ... tualitaet/

Zu diesem Thema würde auch der wunsch nach einer Transformation des Blauen Stufe 5 Christen passen - wie sie ja schon von der Emerging Bewegung gefördert wird.

Lesetip
http://distomos.blogspot.de/2011/08/hof ... roers.html

http://www.das-wort-der-wahrheit.de/irrlehren-3
1. Korinther 15,50 - wie kommt man dort hinein? Johannes Ev. 3,1-18; Joh. 12, 44f; 1.Thes. 1, 9.10

Gast

Beitragvon Gast » 16.02.2013 18:53

Joschie hat geschrieben:
Andreas hat geschrieben:Würdest Du bitte belegen, aus welchen Predigten die Texte von Küstenmacher sind und wo man diese finden kann?

Du wirst hier Belege finden.
Gruß Joschie


Vielen Dank.

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Beitragvon Snubnose » 05.03.2013 23:02

http://n-land.de/lokales/lok-detail/dat ... leben.html

„Von den Dingen kommt auch Segen“, so Küstenmacher. Predigt da einer Materialismus? Von wegen. So schön manche Sachen auch sind – wenn das Leben nur noch durch das Materielle bestimmt wird, dann wird es kompliziert. Sagt der Pfarrer und zitiert den Apostel Paulus. Sinngemäß meint der: Reichtum besteht nicht im Besitz, sondern in der Freiheit, wieder loszulassen. „Nach dem Entrümpeln fühlt man sich besser“, das weiß jeder aus eigener Erfahrung. Und wenn man dann auch noch schenkt oder spendet und nicht einfach wegwirft, kann das viel Freude machen.
Fasten sei ein Stück Freiheit, sagt der Bestsellerautor: „Vorher haben die Sachen etwas mit uns gemacht, jetzt machen wir etwas mit den Sachen.“ Das ist für ihn auch Vorbereitung auf den Tod. „Eines Tages“, so Küstenmacher, „müssen wir sowieso alles zurücklassen“. Aber asketisch ist seine Botschaft nicht. „Hebe einen Stein auf und du wirst mich finden“, zitiert der Fastenprediger das apokryphe Thomasevangelium. Das ist die göttliche Verheißung der Dinge.
Wieso predigt Werner Tiki Küstenmacher aus dem Thomasevangelium? Was steht denn da alles darin?

Manfred01
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Thomasevangelium

Beitragvon Manfred01 » 06.03.2013 15:19

Beitrag gelöscht.
Zuletzt geändert von Manfred01 am 06.03.2013 16:24, insgesamt 1-mal geändert.
1.Kor.14. 26: Lasset alles geschehen zur Auferbauung.

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Beitragvon Joschie » 06.03.2013 16:19

Hallo Snubnose!
Das Thomasevangelium ist eine unverbundene Sammlung von Jesusworten kurzen Szenen die in einem Jesuswort gipfeln und Dialogen. Es enthält keine Passions- und Auferstehungsgeschichte und wird daher nicht zur literarischen Gattung eines Evangeliums gezählt. Sie ist nicht im Kanon des Neuen Testaments (NT) enthalten und wird daher als apokryph bezeichnet.Der koptische Text dieser Spruchsammlung enthält eine Reihe von Parallelen zu Jesusworten, die im Neuen Testament bekannt sind, aber auch mehrere sonst unbekannte Jesusworte. Ihre Herkunft ist umstritten. Sie zeigen jedoch eine eigenständige Theologie, die nach heutiger Forschungsmeinung weder nur aus dem palästinischen Urchristentum noch nur aus dem Gnostizismus hergeleitet werden kann.

Text
In vollständiger Fassung wurde das Thomasevangeliums 1945 / 46 in koptischer Sprache in Ägypten bei Nag Hammadi gefunden. Der Text ist eine Übersetzung aus dem Griechischen . Das Manuskript wird auf das späte 4. Jahrhundert datiert. Griechische Fragmente wurden um 1900 in Oxyrhynchus gefunden und später anhand des koptischen Texts identifiziert.

Verfasser
Laut Prolog ist die Sammlung von Didymus Judas Thomas verfasst (wobei Didymus das griechische und Thomas das aramäische Wort für "Zwilling" ist). Über diesen Didymus Judas Thomas ist nichts bekannt. Im Neuen Testament kommt ein Thomas Didymus in Johannes 21 2 vor in einer syrischen Handschrift auch in Johannes 14 22 ein Judas Thomas. Außerhalb des Neuen Testaments findet sich ein Judas Thomas in den apokryphen Thomasakten aus dem 3. Jahrhundert. Andererseits gibt es im Neuen Testament fünf Männer namens Judas es ist jedoch nicht bekannt ob einer von ihnen den Beinamen Didymus oder Thomas hatte.

Datierung
Weitgehende Einigkeit herrscht darüber dass das Thomasevangelium in Syrien entstanden ist. Die Mehrheit von Autoren datiert es auf 150-180 einzelne Autoren gehen von einer Entstehung im 1. Jahrhundert aus.
An historischen nachweisbaren Anhaltspunkten für eine Datierung gibt es nur ein griechisches Fragment das auf ca. 200 datiert wird und eine Erwähnung bei Hippolytus in der 1. Hälfte des 3. Jahrhunderts.

Beurteilung bei den Kirchenvätern
Im kirchlichen Bereich wurde das Thomasevangelium erstmals um 230 wahrgenommen. Um etwa 200 war es noch unbekannt, auch Irenäus von Lyon, Tertullian und Clemens von Alexandria erwähnten es nicht, obwohl sie sich mit vielen christlichen Strömungen auseinandersetzten und deren Schriften erwähnten. Hippolyt von Rom zitierte (um 230 n. Chr.) in seinem Bericht über die Naassener aus
„[…] dem Evangelium, das nach Thomas genannt wird: ‚Wer mich sucht, wird mich finden unter den Kindern von 7 Jahren an, denn dort im 14. Äon verborgen werde ich offenbar.‘“
Um 233 n. Chr. erwähnte Origenes in seiner ersten Lukashomilie das Evangelium nach Thomas unter den heterodoxen Evangelien.
Eusebius von Caesarea zählte ein Thomasevangelium zu den Apokryphen.[12] Kyrill von Jerusalem und andere griechische Autoren nach ihm erwähnen ein „Evangelium nach Thomas“ als eine von den Manichäern benutzte Schrift.
Das ins 6. Jahrhundert datierte sogenannte Gelasianische Dekret erwähnt das Thomasevangelium in seiner Liste der abgelehnten Bücher. Unsicher ist, ob damit das Thomasevangelium oder das Kindheitsevangelium nach Thomas gemeint war.

Beziehungen zu den neutestamentlichen Evangelien
Das Thomasevangelium enthält neben eigenständigem Material ebenso viel Material aus denEvangelien aus Markus aus den Parallelel von Matthäus und Lukas und aus dem Johannesevangelium. Da es unwahrscheinlich ist dass sich alle diese Traditionen unabhängig voneinander aus dem Thomasevangelium bedient haben ist anzunehmen dass das Thomasevangelium alle vier Evangelien benützt hat also nach diesen zu datieren ist. Das eigenständige Material weist deutlich auf einen gnostischen Hintergrund hin.
Gruß Joschie
Tod, wo ist dein Stachel? Totenreich, wo ist dein Sieg? 1Kor 15,55


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