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Aktuelle Entwicklungen und Vorkommnisse in der Christenheit

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Snubnose
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Beitragvon Snubnose » 06.03.2013 21:54

Vom Thomasevangelium habe ich bisher noch ganz wenig gehört. Was ist eigentlich das Kindheitsevangelium von Thomas?

Bezeugt der Inhalt die Inspiration durch Gottes heiligen Geist?
Herrscht vollständige Übereinstimmung mit den übrigen Teilen der Bibel?
Stimmt es mit dem göttlichen „Muster gesunder Worte“ und mit den Lehren Jesu Christi überein? (2. Timotheus 1:13).

Ich habe gehört das Thomasevangelium propagiert Selbsterlösung - stimmt das?
Schildert es den gleichen Jesus als die Schreiber der Bibel?

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Joschie
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Beitragvon Joschie » 07.03.2013 19:27

Snubnose hat geschrieben:Vom Thomasevangelium habe ich bisher noch ganz wenig gehört. Was ist eigentlich das Kindheitsevangelium von Thomas?

Bezeugt der Inhalt die Inspiration durch Gottes heiligen Geist?
Herrscht vollständige Übereinstimmung mit den übrigen Teilen der Bibel?
Stimmt es mit dem göttlichen „Muster gesunder Worte“ und mit den Lehren Jesu Christi überein? (2. Timotheus 1:13).

Ich habe gehört das Thomasevangelium propagiert Selbsterlösung - stimmt das?
Schildert es den gleichen Jesus als die Schreiber der Bibel?


Das Kindheitsevangelium nach Thomas kann man als Märchenbuch bezeichnen, das ein Ausdruck der damaligen Volksfrömmigkeit" war. Die folgende Aussagen spricht für sich: "Jesus soll in einem Wutanfall den Sohn des Annas wie einen Baum verdorren haben lassen, weil der Junge ihn beim Spielen störte". Das Kindheitsevangelium ist nicht mit dem heutzutage bekannteren Thomasevangelium zu verwechseln. Das Thomasevangelium ist eine Sammlung angeblicher Jesusworte und kurzer Dialoge und Szenen, die in einem Jesuswort gipfeln. Es enthält auch keine Aussagen zur keine Passions- und Auferstehung Jesu. Aus diesem Grund kann man auch nicht davon Sprechen das, das Thomasevangelium feste Lehraussagen enthält. Die meisten der Aussagen haben starke Anklänge zum Gnostizismus. Hier drei Beispiele:
- Die rechte Erkenntnis („Gnosis“) bewahrt vor dem Tod: Logion 1: „Wer die Deutung dieser Worte findet, wird den Tod nicht schmecken“.
- Die Selbstbezeichnung Jesu als Menschensohn, die in der Logienquelle vorherrscht, wird hier aufgegriffen und auf alle wirklichen Nachfolger Jesu ausgedehnt: „Wenn ihr aus zweien eins macht, dann werdet ihr Söhne des Menschen. Und wenn ihr dann dem Berg befehlt, sich wegzuheben, so wird er verschwinden.“ – Jesus nach Logion 106
- Logion. Jesus sprach: Ich bin das Licht, das über allen ist. Ich bin das All; das All ist aus mir hervorgegangen, und das All ist zu mir gelangt. Spaltet das Holz, ich bin da. Hebt einen Stein auf, und ihr werdet mich dort finden.
Im Thomasevangelium kommt die Selbsterlösung im Sinne der Gnostik vor. Das Thomasevangelium hat keine Übereinstimmung mit den anderen Teilen des N.T. und ist aus diesem Grund völlig zu Recht von der alten Kirch als apokryph bezeichnet und abgelehnt wurde.
Gruß Joschie
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Der Pilgrim
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Beitragvon Der Pilgrim » 10.03.2013 11:25

Wie Joschie schon sagte ist das Kindheitsevangelium als Ausdruck der damaligen Volksfrömmigkeit zu sehen. Die einfache Bevölkerung hatte wohl noch viele offene Fragen: Über die Kindheit von Maria, über das Wirken von anderen Aposteln wie Andreas und eben auch über die Kindheit von Jesus. Um diese Neugier etwas zu stillen sind solche Geschichten entstanden. Sehr schön ersichtlich wird dieses Ausbauen von biblischen Stoff ja auch, wenn man sich die Geburtsgeschichte besieht. Die Heilige Schrift berichtet von Weisen aus dem Osten, im Laufe der Zeit wurden es dann Könige, dann wurden es 3, dann bekamen sie Eigennamen und schließlich sogar einen Herkunftskontinent zugeordnet.
Nicht nur in Hinsicht auf seinen Inhalt ist das Kindheitsevangelium sehr zweifelhaft, auch die vermutete Abfasungszeit (soweit ich weiß gegen 190 n.Chr.) zeigt, dass ihm keine historische Authenzität beizumessen ist.
Was ich bzgl. des Kindheitsevangeliums jedoch recht interessant finde, ist, dass es scheinbar Jahrhunderte später für die Entstehung des Korans von Bedeutung gewesen sein muss. Man vergleiche diesen Auszug aus dem Kindheitsevangelium mit der Sure 5,110:

Kindheitsevangelium
Als Jesus fünf Jahre alt war, gab es einmal einen starken Regenschauer. Jesus spielte an einer flachen Stelle am Bach. Er leitete das vorbei­fließende Wasser in kleine Vertiefungen, sammelte es dort und machte es sofort, allein durch sein Wort, ganz klar. Dann knetete er weichen Lehm und modellierte daraus zwölf Spatzen. Es war aber an einem Sabbat und es waren auch noch andere Kinder da, die mit ihm spielten. Als ein Jude sah, was Jesus beim Spielen am Sabbat tat, ging er sofort zu seinem Vater Joseph, und sagte zu ihm: „Dein Sohn spielt am Bach und hat aus Lehm zwölf Spatzen geformt. Dadurch hat er den Sabbat entweiht.“ Joseph lief an die angegebene Stelle. Als er sah, was Jesus gemacht hatte, rief er: „Warum machst du verbotene Dinge am Sabbat?“ Doch Jesus klatschte in die Hände und sagte zu den Spatzen: „Los, fliegt weg.“ Die Spatzen breiteten ihre Flügel aus und flogen laut zwitschernd davon. Die Juden staunten sehr als sie das sahen. Sie gingen hin und erzählten ihren Ältesten, was Jesus getan hatte.


Sure 5,110
Wenn Allah sagen wird: "O Jesus, Sohn der Maria, gedenke Meiner Gnade gegen dich und gegen deine Mutter; wie Ich dich stärkte mit der heiligen Eingebung du sprachst zu den Menschen sowohl in der Wiege als auch im Mannesalter; und wie Ich dich die Schrift und die Weisheit lehrte und die Thora und das Evangelium; und wie du mit Meiner Erlaubnis aus Ton bildetest, was wie Vögel aussah, du hauchtest ihm dann (Atem) ein, und es wurde mit Meiner Erlaubnis zu (wirklichen) Vögeln; und wie du mit Meiner Erlaubnis die Blinden und die Aussätzigen heiltest; und wie du mit Meiner Erlaubnis die Toten erwecktest; und wie Ich die Kinder Israels von dir abhielt als du zu ihnen mit deutlichen Zeichen kamst und die Ungläubigen unter ihnen aber sagten: "Das ist nichts als offenkundige Zauberei.""
Simon W.

Snubnose
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Beitragvon Snubnose » 05.05.2013 06:46

Werner Tiki Küstenmacher war auch auf dem Kirchentag und verbreitete seine Thesen:

http://www.badische-zeitung.de/deutschl ... 31043.html
Zum Schluss gelingt Küstenmacher dann noch die Kurve zum Geistlichen: Er plädiert dafür, sich nicht nur von Schnickschnack zu befreien, sondern auch von Gottesvorstellungen, die heute nicht mehr passen. "Ich glaube ja heute auch nicht mehr an den Osterhasen." Gelächter.

Snubnose
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Beitragvon Snubnose » 10.10.2013 19:33

Die Frau von Werner Tiki Küstenmacher hielt vor kurzem auch ein Vortrag. Was haltet ihr von diesen Bewußtseinsstufen. Kommen die in der Bibel irgendwo vor?

http://www.augsburger-allgemeine.de/don ... 86072.html
„Gott 9.0“ soll Perspektiven geben
Marion Küstenmacher zeichnete in der Donauwörther Christuskirche die Verknüpfung Gott-Mensch nach Von Fritz Berg

Donauwörth „Gott 9.0“ lautete die Überschrift – man durfte also gespannt sein: Im Rahmen der zweiten Vortragsreihe in der evangelischen Kirchengemeinde Donauwörth zum 150. Jubiläum der evangelischen Christuskirche war die Autorin Marion Küstenmacher als Referentin eingeladen.

Küstenmacher ist evangelische Theologin und Germanistin und arbeitet als Seelsorgerin und Trainerin für spirituelle Persönlichkeitsentwicklung. Sie lebt mit ihrem Ehemann Werner Tiki Küstenmacher, einem evangelischen Pfarrer und bekannten Kirchenkarikaturisten und Autor, in Gröbenzell bei München. Zusammen mit ihm und dem evangelischen Pfarrer und Seelsorger Tilmann Haberer hat Küstenmacher ein viel beachtetes Buch geschrieben: „Gott 9.0. Wohin unsere Gesellschaft spirituell wachsen wird.“ Dies war auch der Titel ihres Vortrags im Gemeindesaal, der mit rund 80 Zuhörern gut besetzt war. Jenes Motto erinnert an Updates von Computerprogrammen, bei denen die höhere Zahl immer die neuere, meist auch umfangreichere Version bezeichnet.

Zahl 9.0 für Gott deutet auf eine sehr hohe, noch weit in der Zukunft liegende und nur erahnbare Bewusstseinsstufe hin.

Marion Küstenmacher führte sehr anschaulich in das System sich ständig weiter entwickelnder Bewusstseinsstufen ein, in denen sich der Mensch als Individuum wiedererkennen könne, in denen aber auch die gesellschaftliche Entwicklung von den Anfängen der Menschwerdung bis zur globalen Verknüpfung in sozialen Netzwerken sichtbar werde.

Die Entwicklung und naturgemäße Veränderung der menschlichen Vorstellungen von Gott in den verschiedenen Bewusstseins- und Entwicklungsstufen machte sie anhand von Bildern, Beispielen und biblischen Bezügen deutlich. Auch mit verschiedenen Cartoons aus dem kirchlich-theologischen Bereich lockerte sie ihren Vortrag immer wieder hintergründig auf.

Beleuchten von Bewusstseinsentwicklungen

Küstenmacher führte anschaulich in das in ihrem Buch auf den Grundlagen der Forschungen mehrerer amerikanischer Sozialpsychologen entwickelte Stufensystem der Bewusstseinsentwicklung ein. Dabei werden zur anschaulichen Kennzeichnung der verschiedenen Bewusstseinsstufen unterschiedliche Leitfarben verwendet.

Die Referentin verstand es gut, die Zuhörer immer wieder bei ihren Lebens- und Glaubenserfahrungen abzuholen und sie in die Vorstellung des umfangreichen Systems mit einzubinden. Die Bewusstseinsentwicklungen zu erwachsenen und mündigen Menschen und Gläubigen sind ihr wichtig. Die globale und schließlich kosmische Verknüpfung von Gott und Mensch in den Gottesvorstellungen konnte sie abschließend nur noch andeuten.

Nach zwei Stunden lebendigen und anschaulichen Vortrags zeigte sich die interessierte und keineswegs ermüdete Zuhörerschaft noch zu manchen Rückfragen motiviert. Dabei kamen auch Themen aus dem aktuellen Erleben in den verschiedenen christlichen Kirchen zur Sprache.

In kleinen Gruppen wurde noch munter weiter diskutiert und auch dem Büchertisch fleißig zugesprochen.

lutz
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Beitragvon lutz » 10.10.2013 21:13

Snubnose hat geschrieben:Die Frau von Werner Tiki Küstenmacher hielt vor kurzem auch ein Vortrag....


Diese Buchbesprechung ist hilfreich:
http://www.theoblog.de/wp-content/uploa ... 0_Buch.pdf
Das Fazit ist am Ende unter der Frage: „Ein christliches Buch, das Orientierung gibt?“ zu lesen.

Diese Links sind ebenso interessant und geben auch in den jeweils ausführlichen Kommentarbereichen Einblicke …
Daraus wurde auch bereits auf Seite 1 hier unter dem Thema bereits zitiert.
http://www.theoblog.de/gott-9-0/15171/
http://www.theoblog.de/gott-9-0-im-o-ton/19413/
http://www.theoblog.de/kustenmacher-got ... ren/19814/

Snubnose
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Beitragvon Snubnose » 21.10.2013 21:00

Diese Meldung über Tiki Küstenmacher habe ich auch noch gefunden:

Karikaturist „Tiki“ Küstenmacher glaubt nicht mehr an einen persönlichen Gott

Der landeskirchliche Pfarrer und Buchautor Werner „Tiki“ Küstenmacher, der vielverkaufte Bücher wie „Simplify your life“ verfaßte, hat vor einiger Zeit geäußert, daß er keine persönliche Gottesvorstellung mehr habe. „Der evangelische Pfarrer und Autor Werner "Tiki" Küstenmacher fordert den Abschied von alten Gottesbildern. ‚Ich habe keine persönliche Gottesvorstellung mehr‘, sagte Küstenmacher im Gespräch mit dem Evangelischen Pressedienst (epd).“ (http://aktuell.evangelisch.de/artikel/7 ... och-mutter). In seinem neuen Buch „Gott 9.0“ tritt er für ein mystisches, von der Bibel völlig abgelöstes Gottesbild ein, nachdem Gott der „Urgrund alles Seins“ sei (http://www.mt-online.de/lokales/minden/ ... chaft.html). Solche lästerlichen, religionsvermischenden Verführungslehren werden insbesondere von Leuten verbreitet, die von fernöstlicher und europäischer Mystik, von C. G. Jung und Teilhard de Chardin beeinflußt sind. Diese „neue Spiritualität“ wird an Einfluß zunehmen, weist sie doch den Weg zur Religionsvermischung der babylonischen Welteinheitskirche.
http://www.das-wort-der-wahrheit.de/new ... =88&nid=39

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Beitragvon Snubnose » 10.11.2013 19:28

Diese Predigt hat Werner Küstenmacher heute im Radio auf Bayern 1 gehalten. Er behauptet schon erstaunliches, das mir bisher ganz neu war:

http://www.br.de/radio/bayern1/sendunge ... r-100.html

Traum vom Absoluten
Denn wir ahnen: Eine absolute Wahrheit, Werte und Worte, die für immer bleiben. Nein, die bekommen wir nicht. Nirgends, von niemandem. Wir wachsen, wir werden erwachsen, unser Geist lernt dazu. Was lebt, verändert sich. Was sich nicht mehr verändern kann, ist tot. Manche Christen verwenden für ihre Sehnsucht nach einer absoluten Wahrheit die Bibel. Jedes Wort darin ist für sie wahr, unumstößlich, von Gott selbst diktiert. Leider eignet sich die Bibel dafür gar nicht. Sie ist kein Buch, sondern eine Sammlung verschiedener Schriftstücke aus verschiedenen Epochen und von verschiedenen Autoren. Die Bibel selbst erhebt nirgends den Anspruch, Wort für Wort von Gott zu stammen. Im Gegenteil, bei vielen Büchern steht der Autor oben drüber. Und so etwas Wichtiges wie das Leben Jesu wird in vier Versionen angeboten, die sich zum Teil überschneiden, manchmal sogar widersprechen.
Jesus, als Kind aufgewachsen im jüdischen Glauben, hat mit hoher Wahrscheinlichkeit indische Einflüsse aus dem Buddhismus und anderen östlichen spirituellen Richtungen gekannt, und sie in seine Verkündigung aufgenommen. Dazu muss er nicht, wie einige Esoteriker behaupten,
persönlich in Indien gewesen sein oder gar nach seinem vermeintlichen Tod als Guru in Asien gewirkt haben. Mit dem Apostel Paulus kamen starke Einflüsse aus der griechischen Philosophie ins christliche Denken. Religionen entstehen aus Religionen und Philosophien, das war immer so.

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Joschie
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Beitragvon Joschie » 10.11.2013 19:40

Snubnose hat geschrieben:Jesus, als Kind aufgewachsen im jüdischen Glauben, hat mit hoher Wahrscheinlichkeit indische Einflüsse aus dem Buddhismus und anderen östlichen spirituellen Richtungen gekannt, und sie in seine Verkündigung aufgenommen.

Diese Aussagen von Küstenmacher wegen Buddhismus und anderen östlichen spirituellen Richtungen sind ein ganz alter Hut, das Problem daran ist das er diese Aussagen nicht belegen kann. Um im Gespräch zu bleiben muß er ebend diese alten Karmellen aufwärmen. Er hat wohl in seiner Jugend sehr viel Hermann Hesse gelesen oder ??!
Gruß Joschie
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Snubnose
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Beitragvon Snubnose » 01.12.2013 13:33

Die Macht des Gebetes nutzen in allen Religionen? Und wie soll man mit seinem Atem beten? Werner Tiki Küstenmacher gibt Tipps zum Beten. Was haltet ihr davon?

Spiritualität: Dank Beten zu neuer Kraft
spiritualitaet_kraftquelle-gebet

7 Wege zu Ihrem größten inneren Reichtum

Intime Geständnisse, geheime Leidenschaften, erotische Praktiken – alles wird öffentlich gemacht und in Zeitschriftenartikeln oder Talkshows breit getreten. Über alles wird geredet, alle Tabus fallen. Aber ein Themenbereich wird dabei fast immer ausgespart: Religion und Spiritualität. In Deutschland lebende Muslime und Hindus schmunzeln über unseren schamhaften Umgang mit Gebet und Glauben. Wir wollen dieses Tabu brechen, denn zu einem einfacheren und glücklicheren Leben gehört auch, die Macht des Gebets zu nutzen – in allen Religionen.
1. Beten Sie ohne Grenzen

Häufige Meinung: Ich habe so viele Zweifel. Ich glaube nicht an Gott.

Wir empfehlen: Die größte Blockade beim Gebet sind Ihre Vorstellungen. Viele Menschen wagen nicht zu beten, weil sie zu starre Erwartungen an ein Wunder haben, dessen Erfüllung sie sich nicht vorstellen können.
2. Tun Sie es privat

Häufige Meinung: Beten ist ein Bekenntnisakt, etwa ein lautes Tischgebet im Restaurant.

Wir empfehlen: Jesus hat seinen Jüngern geraten, nicht öffentlich zu beten. Ganz gleich, wie Sie den Adressaten Ihres Gebets nennen: Gott, Schöpfer, Quelle des Lebens – es ist vor allem eine Sache zwischen ihm und Ihnen.
3. Suchen Sie sich einen Gebetsort

Häufige Meinung: Beten kann man überall.

Wir empfehlen: Suchen Sie sich einen speziellen Platz dafür. Eine Bank in einem Park, eine leere Kirche, einen stillen Winkel in Ihrer Wohnung, der für Sie mit Ihrer Spiritualität verbunden ist. Verknüpfen Sie diesen Ort mental mit der Vorstellung, hier besonders gut loslassen und nachdenken zu können. Sie werden spüren, wie viel leichter Sie dort beten.
4. Beginnen Sie mit dem Danken

Häufige Meinung: Gebetet wird, wenn man ein Problem hat, und das bringt man dann vor („Stoßgebet“).

Wir empfehlen: Beginnen Sie gerade in Krisensituationen mit dem Danken, auch wenn Ihnen das in Ihrer Not noch so sehr an den Haaren herbeigezogen vorkommen mag. Nur so bringen Sie sich in die aufnahmebereite Gelassenheit, in der das Gebet wirken kann.
5. Lernen Sie das reine Loben

Häufige Meinung: Beten hat immer ein Ziel.

Wir empfehlen: Es gibt ein reines Gebet aus dem Herzen. Versuchen Sie einmal, ohne sinnvolle Worte zu beten. Murmeln Sie vor sich hin, drücken Sie sich mit Ihrer Stimme, aber sozusagen ohne Gehirn aus.
6. Beten Sie ohne Worte

Häufige Meinung: Zum Beten fehlen mir die richtigen Worte. Ich weiß nicht, was ich sagen soll.

Wir empfehlen: Lassen Sie eine Kerze beten. Beten Sie mit Ihrem Atem. Beten Sie mit Ihrem Körper.

7. Klagen und bitten Sie ohne Distanz
Häufige Meinung: Man sollte nur für Sachen beten, deren Erfüllung halbwegs realistisch ist.

Wir empfehlen: Erwarten Sie mutig das Unmögliche. Fixieren Sie sich nicht auf Dank und Bitte, sondern machen Sie sich im Gebet auch Luft. Klagen Sie, seien Sie wütend, traurig, verzweifelt. Indem Sie diese Gefühle aber nicht in sich hineinfressen, sondern „herausbeten“, werden Sie frei.

Gehen Sie ans Fenster oder vor die Tür und sehen Sie in den Himmel. Spüren Sie die Verbundenheit: mit den anderen Lesern, die jetzt auch in den Himmel sehen, mit den Hawaiianern, mit allen anderen Menschen und Tieren, die in diesem Moment den Blick nach oben richten.
Autor: Tiki Küstenmache

Servant
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Beitragvon Servant » 02.12.2013 18:12

Traurig das ganze.
1. Korinther 15,50 - wie kommt man dort hinein? Johannes Ev. 3,1-18; Joh. 12, 44f; 1.Thes. 1, 9.10

Snubnose
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Beitragvon Snubnose » 18.02.2014 22:10

http://www.dioezese-linz.at/redaktion/i ... _ID=100891

Gott 9.0: Wohin Kirche und Gesellschaft spirituell wachsen werden

Unter diesem Titel lud das Evangelische Bildungswerk Oberösterreich mit dem City-Forum/Bibelwerk der Diözese Linz am 11. Februar 2014 in das Linzer Landeskulturzentrum Ursulinenhof. Referent war Werner Tiki Küstenmacher, Theologe, Bestsellerautor, Karikaturist, Publizist und Redner.

„Mit diesem Gott kann ich nichts mehr anfangen.“ So denken wohl immer mehr Menschen. Von nah und fern folgten zahlreiche ZuhörerInnen der Einladung zum Vortrag von Werner Tiki Küstenmacher.

Mit „Limbi“ (das Limbische System als Karikatur sichtbar gemacht) wurde dem Publikum auf humorvolle Weise vermittelt, warum so manches im Leben nicht so ganz nach dem eigenen Willen und den eigenen Vorstellungen läuft.

Im zweiten Teil des Vortrages zeigte Tiki Küstenmacher, dass Glaube etwas Veränderliches ist. Glaube entwickelt sich, das Gottesbild in der Bibel enthält mindestens fünf klar erkennbare Entwicklungsstufen, vergleichbar mit den Updates eines Computerprogramms, auf die der Titel „Gott 9.0“ anspielt.
Ein faszinierendes Modell wurde daraufhin vom Referenten auf humorvolle, kritische, auch selbstkritische Weise zeichnerisch und rhetorisch gewandt vorgestellt, mit dem sich viele unlösbar erscheinende aktuelle Diskussionen in Politik, Gesellschaft und Kirche verblüffend einfach erklären lassen. Es beruht auf Gedanken des amerikanischen Soziopsychologen Clare Graves und der integralen Philosophie von Ken Wilber.

„Gott 9.0 vermittelt eine positive Zukunftsvision, in der Werte neu mit Inhalten gefüllt werden – inspirierend, getragen von spiritueller Erfahrung, dem Geist der Aufklärung verpflichtet und Gott 9.0 zeigt die Felder, in denen sich Kirche in den kommenden Jahrzehnten wiederfinden kann. Gott 9.0 bietet Orientierung in einer multireligiösen Wirklichkeit, um einen Weg zur tiefsten geistigen Bestimmung zu finden“, so Tiki Küstenmacher.

Ein interessanter und entspannender Vortragsabend war viel zu schnell zu Ende. Als Ausklang stand Tiki Küstenmacher noch lange zur Verfügung, um zahlreiche Bücher zu signieren und mit den BesucherInnen ins Gespräch zu kommen.

Glaube ist etwas veränderliches. Wie steht ihr zu dieser These?

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Beitragvon Joschie » 22.02.2014 19:42

Hallo Ihr
Ich habe bei www.theoblog.de den folgenden Beitag gefunden.

Der evangelische Pfarrer und Autor „Tiki“ Küstenmacher fordert den Abschied von vertrauten Gottesbildern. „Ich habe keine persönliche Gottesvorstellung mehr“, sagte Küstenmacher, der auch zu den Autoren des Buches Gott 9.0 gehört vgl. Gott 9.0 im O-Ton).

Verschiedene Gottesbilder, auch aus anderen Religionen, gelte es zu integrieren, sagte Küstenmacher. Alte Gottesvorstellungen müsse man loslassen, auch wenn Menschen dafür mit dem Tod drohen, sagte Küstenmacher. “Man muss Mohammed zeichnen!” Die Zeit einer Sonderstellung der Kirchen sei vorbei. “Ich denke, wenn man den Geschmack der Freiheit gekostet hat, will man nicht wieder zurück”, sagte er.
Ich gehe mal davon aus, dass er Pfarrer bleiben wird.
Mehr: evangelisch.de
Quelle

Das Buch von Küstenmächer ist eine Mischung von synkretistischen und "New Age" Gedankengebäude hinzu kommten noch zahlreiche Gedanken und Ideen aus der "Emergent Bewegung". Wie weit sich emergente Gedanken mit Panentheismus vermischen ist an der Person K.Küstenmacher in erschreckenden Maße zu beobachten. Küstenmachen bedient mit seinem Buch nur den Zeitgeist dieses möchte spiritueller Erfahrung ohne jede Konzeqenz oder Regeln für das eigende Leben. Ich wahre von dieses Buch und die Vortäge von Küstenmacher und Co. Der gefährlichste Feind des christen Glauben sind nicht andere Religionen oder relativ schnell erkennbare Irrlehren sonder es ist der Synkretismus. Im N.T. finen man schon Auseinandersetzungen der Jünger Jesus mit der dem Gnostizismus siehe dazu der 1.Johannesbrief. Der Gnostizismus bestand aus vielen synkretistischen Glaubenssystemen, in denen Elemente aus asiatischen, babylonischen, ägyptischen, griechischen und .... verschmolzen wurden. Der Kampf gegen den Synkretismus. finden wir schon im A.T., das Volk Israel war dafür sehr anfällig und mußte auch die schmerzlichen Folgen dafür tragen. Die Kampf gegen den Synkretismus läst sich von der Zeit des N.T., der Kirchenväter, der Reformation bis heute sehr präzise Nachvollziehen. Darum nocheinmal meine Bitte last die Finger von diesem Müll!

Ich habe bei www.theoblog.de den folgenden Beitag gefunden.
Es gibt eine Buchbesprechung von Falko Hornschuch über: Marion Küstenmacher, Tilmann Haberer, Werner Tiki Küstenmacher Buch Gott 9.0 hier, diese ist sehr Lesens und nachdenkenswert.
Gruß Joschie
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Snubnose
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Beitragvon Snubnose » 22.02.2014 22:31

Danke für deinen Beitrag. Dieser Radiogottesdienst der in Bayern 1 Morgen ausgetrahlt wird macht in erschreckender Weise deutlich was
so manche Theologen glauben.

http://www.br.de/radio/bayern1/sendunge ... r-100.html
In der Bibel steht erstaunlich wenig über das Leben nach dem Tod. Sie ist an diesem Punkt diesseitig, menschlich und ehrlich. Im Alten Testament heißt es: Die Toten loben Gott nicht. Das müssen wir Lebenden tun. Aber wir lernen dazu.

Steht wirklich so wenig über dem Tod in der Bibel?

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Beitragvon Joschie » 23.02.2014 13:20

Hallo Snubnose!
Ich hatte vor längerer Zeit ein Gespräch mit einem älteren Brüder dieser hatte früher Radioandachten verfasst. Er sagt mir das die Autoren von Radioandachten nicht frei sind in dem was sie als Andachten sagen. Ihnen wird von den Sendern in erheblichen Maße vorgeschrieben, was sie nicht sagen dürfen, dieses war schon in den 80/90 Jahre so. Ich vermute das sie diese Situation heute nicht gebessert hat, sondern es ist wohl eher das Gegenteil die Norm!
Gruß Joschie
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