Die EKD wird bald Witwer!

Aktuelle Entwicklungen und Vorkommnisse in der Christenheit

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Joschie
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Die EKD wird bald Witwer!

Beitragvon Joschie » 12.07.2013 17:46

Hallo Ihr!
In den 90.Jahren als viele evangelische Gemeinden immer dramatisch kleiner wurden hörte ich oft den Spruch "Die EKD schrumpft sich gesund".Heute kann man sagen die EKD Schaft sich ab. Dieser Beitrag soll nicht dafür da sein, um eine Plattform zum EKD-Bashing zu sein. Nein, er soll auch ein Wahn und Mahnruf an die freien Gemeinden und Freikirchen sein öfter zu prüfen ob Sie noch auf der Basis der Bibel und ihrer Bekenntnisse stehen. Das Abrutschen von diesen geschieht nicht in einen Augenblick, sonder dieser Prozess beginnt immer schleichend.

Sören Kierkegaard schreibt: „Wer sich mit dem Zeitgeist vermählt, wird bald Witwer sein.“

Hier, eine kleine nicht vollständige Chronologie.

:arrow: 1. 18. Juni, 2013
An was werden wir in einigen Jahren denken, wenn wir auf den Namen Nikolaus Schneider stoßen? Mir wird wahrscheinlich einfallen, dass unter seiner Ägide die EKD ethische Entscheidungen getroffen hat, die in eklatanter Weise von den Aussagen der Heiligen Schrift und der kirchlichen Bekenntnisschriften abheben. Also an das „wahrhaft epochale“ Pfarrerdienstgesetz der EKD aus dem Jahr 2010 und an den groben Umschwung, der durch ein Familienpapier angestoßen wird, das morgen der Öffentlichkeit vorgestellt werden soll (vgl. auch hier).

In der Orientierungshilfe fordert die EKD die Bundesrepublik Deutschland auf, eine neue Familienpolitik einzuleiten, da das „bisherige
wohlfahrtsstaatliche Arrangement mit seiner traditionellen Familienverfassung“ eine geschlechterhierarchische Arbeitsteilung voraussetzt. Ebenso sieht sich die Kirche in der Pflicht, nun „Familie neu zu denken“. Die Vielfalt der Lebensformen, in denen heute Partnerschaft gelebt werde, sei in „theologischer Hinsicht“ als gleichwertig anzuerkennen.

Um es klar zu sagen: Die Kirche knüpft damit nicht nur an gesellschaftliche Prozesse an, um modern zu erscheinen, sie selbst fordert und fördert die Auflösung des christlichen Familienbegriffs.

Reinhard Bingener hat in der FAZ darauf aufmerksam gemacht, dass an dem Papier ein erstaunlicher Umgang mit der Bibel erkennbar wird. Bibelstellen, die dem Anliegen der verantwortlichen Autoren widersprechen, werden „im Licht der befreienden Botschaft des Evangeliums“ schlicht neu interpretiert (FAZ vom 18.06.2013, Nr. 138, S. 8). Ich füge hinzu: Die Autoren haben keine Skrupel, dabei die biblischen Texte gegen ihren Wortsinn zur Stützung eigener Interessen zu vergewaltigen. Sie machen sich noch nicht einmal die Mühe, ihre Neuinterpretationen exegetisch zu rechtfertigen.

Matthias Kamann stellt für DIE WELT heraus, dass in dem Familienpapier gar nicht mehr überzeugend versucht werde, auf die Verbindlichkeit der Ehe zu setzen:

Doch wird auf den 160 Seiten, in denen sich die ganze Vielfalt und auch Unsicherheit des neueren protestantischen Ehe- und Familienverständnisses niederschlägt, gar nicht erst versucht, die lebenslange Treue von Ehepaaren und Eltern mit normativer Kraft auszustatten. Unentschieden heißt es: „Die Kirchen unterstützen Familien in ihrem Wunsch nach gelingender Gemeinschaft, sie begleiten sie aber auch im Scheitern und bei Neuaufbrüchen.“ Wer erwarten würde, dass der Glaube – als Anerkennung von Ansprüchen jenseits des irdischen Wandels – auch verbindlichere Maximen setzen könnte, der liest hier von einer „Freiheit mit Umgang mit gesellschaftlichen Veränderungen, die angesichts der Herausforderungen der eigenen Zeit immer wieder neu bedacht und oft erst errungen werden muss.“
Ich hoffe, dass evangelische Christen angesichts solcher desaströsen Entwicklungen nicht einfach still und leise aus der Kirche austreten, sondern im Namen von Bibel, Bekenntnis und dem Herrn der Kirche vernehmbaren Widerstand leisten. Dort, wo Kirchenleiter in offensichtlicher und willentlicher Weise das Wort Gottes durch eigene Rede dämpfen und verdrehen, sind sie zur Umkehr zu rufen. Wer das Gebot, das von Gott kommt, nicht anerkennt, wird auch von Gott nicht erkannt (vgl. 1Kor 14,38, siehe a. Offb 2-3).

:arrow: 2.. 19. Juni, 2013. Der Vorsitzende des Rates der EKD, Nikolaus Schneider, hat heute die EKD-Orientierungshilfe zum Thema Familie vorgestellt. Er hat es sich nicht nehmen lassen, den neuen Kurs der Evangelischen Kirche mit Martin Luther zu begründen:

Das „geschichtliche Gewordensein und der Wandel familiärer Leitbilder“ setze die Orientierungshilfe der EKD voraus, so Schneider. Dabei könne sie sich auch auf Martin Luther beziehen, denn bei aller Hochschätzung als „göttlich Werk und Gebot“ erklärte Luther die Ehe zum „weltlich Ding“, das von den Partnern gestaltbar sei und gestaltet werden müsse.“ Schneider: „Aus einem evangelischen Eheverständnis kann heute eine neue Freiheit auch im Umgang mit gesellschaftlichen Veränderungen erwachsen – im Umgang mit Geschiedenen genauso wie mit Einelternfamilie oder auch mit gleichgeschlechtlichen Paaren.“?

Was soll man dazu noch sagen? Da sie sich für Weise hielten, sind sie zu Narren geworden?

Die Orientierungshilfe „Zwischen Autonomie und Angewiesenheit: Familie als verlässliche Gemeinschaft stärken“ des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland kann hier im PDF-Format heruntergeladen werden: Der ganze Text.
Derganze Beitrag

:arrow: 3. 19. Juni, 2013 Die EKD und der Zeitgeist

Am 19. Juni hat die Evangelische Kirche in Deutschland ihre Orientierungshilfe zum Thema Familie der Öffentlichkeit vorgestellt. Matthias Pankau konnte das Papier im Vorfeld lesen und hat es für das Nachrichtenmagazin ideaSpektrum hilfreich kommentiert. In seinem Fazit schreibt er (Nr. 25 vom 19.06.2013, S. 16–18, hier S. 18):

Dieses Papier nimmt für sich, wie gesagt, in Anspruch,
eine „Orientierungshilfe” zu sein. Aber es hilft selbst dort kaum weiter, wo einige der abschließenden Empfehlungen richtig und nützlich sind. In der Frage, was denn nun aber Familie sei, vermitteln die Autoren den Eindruck, dass alles möglich wäre. Freiheit wird dabei mit Beliebigkeit verwechselt, so dass sich die evangelische Kirche einmal mehr der Welt und ihren Wegen anbiedert. Glaubt sie ernsthaft, damit wieder attraktiver zu werden für die vielen Menschen, die ihr den Rücken gekehrt haben? Das wird nicht geschehen! Denn wer braucht schon einen Ratgeber, der einem nur nach dem Mund redet, anstatt Irrwege liebevoll, aber deutlich zu benennen?

Die EKD führt doch die Gute Botschaft in ihrem Namen! Fällt ihren Funktionären wirklich nichts Biblischesmehr ein? Anscheinend nicht, denn hier entstand in drei Jahren Arbeit ein Papier, das sich wie ein weiterer Schritt der EKD in Richtung Beliebigkeit liest. Die Kirche sollte zur Ehe zwischen Mann und Frau Mut machen; sie sollte verunsicherte Menschen zu überzeugen versuchen, wie segensreiches es ist, Kinder zu haben; sie sollte wegweisend sein. Stattdessen verkündet sie modische gesellschaftliche Klischees – und manövriert sich in die Bedeutungslosigkeit. Wie sagte noch der lutherische Theologe Sören Kierkegaard (1813-1855)? „Wer sich mit dem Zeitgeist vermählt, wird bald Witwer sein.“
Die ideaOnline berichtet ausserdem über die Pressekonferenz in Berlin und die Stellungnahme von Manuel Diener, dem Vorsitzenden der Evangelischen Allianz. Das Orientierungspapier, so Diener, bietet keine evangelische Orientierung:

Der Vorsitzende der Deutschen Evangelischen Allianz und Präses des Evangelischen Gnadauer Gemeinschaftsverbandes, Michael Diener (Kassel), kritisiert in einer Stellungnahme, dass der Orientierungshilfe die „biblische Fundamentierung“ fehle. Deshalb werde sie dem Anspruch nicht gerecht, „evangelische Orientierung“ zu bieten. Vielmehr werde eine „Anpassung an gesellschaftliche Entwicklungen“ deutlich. Das EKD-Papier enthalte eine auffällige Abwertung sogenannter „bürgerlicher Ehe- und Familienverständnisse“ und eine Absage an jedes „normative Verständnis der Ehe als göttliche Stiftung“ oder „natürliche Schöpfungsordnung“. Ehe habe danach keinen Leitbildcharakter mehr. Der Erklärung zufolge seien alle anderen ebenfalls „verbindlich, verantwortlich und verlässlich“ geführten Partnerschaften in gleicher Weise anzuerkennen und – wo gewünscht – auch zu segnen. Diener: „Offensichtlich soll jeder Schein einer Diskriminierung der vielfältigen familiären Lebensformen vermieden werden.“ Hier folge der Rat der EKD der Argumentationslinie des Bundesverfassungsgerichts, „ohne kritisch zu hinterfragen, ob es hier wirklich um ‚Gleiches‘ geht, welches dann auch gleich behandelt werden soll“.

Nach Ansicht Dieners weist die Orientierungshilfe im Blick auf die biblisch-theologischen Grundlagen „gravierende Mängel“ auf „trotz der vollmundigen Behauptung, dass hier eine normative Orientierung am Evangelium geleistet werde“. So werde aus der schöpfungsgemäßen Polarität von Mann und Frau die allgemeine „Angewiesenheit auf ein Gegenüber“. Biblische Stellen, die von „zärtlichen Beziehungen zwischen Männern“ sprächen – ohne Textbeleg –, dienten „zur Relativierung der biblischen Aussagen über praktizierte Homosexualität als Sünde“. Der Präses fragt: „Wieviel hermeneutischer und theologischer Einseitigkeit bedarf es eigentlich, um wegzudeuten, dass in der gesamten biblischen Überlieferung die Polarität der Beziehung von Mann und Frau als schöpfungsgemäß und konstitutiv betrachtet wird?“
Quelle

:arrow: 4. 27. Juni, 2013: Die Bundesverbände „Evangelische Frauen in Deutschland“ e.V. und „Männerarbeit der EKD“ haben heute in Kassel eine Tagung zum Thema „LiebesLeben – Vielfalt sexueller Identitäten und Beziehungen als Herausforderung für Theologie und Kirche“ durchgeführt. Über das Anliegen der Tagung schreiben die Veranstalter.

Die Fachkonferenz lädt dazu ein, über die Vielfalt sexueller Identitäten und Beziehungsformen nachzudenken und der Frage nachzugehen, in welcher Weise die christlichen Grundwerte der Verantwortlichkeit, Verlässlichkeit, Wechselseitigkeit und Kontinuität in der Gestaltungder Beziehungen gelebt werden können. Die Fachkonferenz ermöglicht eine Auseinandersetzung mit Lebensformen, die bislang von der Kirche kaum oder gar nicht in den Blick genommen wurden. In Impulsreferaten soll die Situation und die besondere Herausforderung verschiedenster Lebensentwürfe aufgegriffen und dargestellt werden. Aus dem großen Bereich verschiedener Geschlechtsidentitäten und Beziehungsentwürfe wurden vier ausgewählt: Homosexuelle,Intersexuelle, Singles sowie polyamouröse Beziehungen.

In Impulsreferaten wird die Frage nach “Freiheit und Bindung” bedacht. Welche Wertvorstellungen prägen im Kern die verschiedenen Lebensentwürfe? Welche Vorstellungen von Treue, Ehrlichkeit, Transparenz und Verbindlichkeitliegen ihnen zugrunde? Das Ziel der Fachkonferenz ist, Menschen für die Vielfalt von Lebensentwürfen zu sensibilisierenbzw. ihren Blick zu weiten und damit auch Prozesse anzuregen, um neue kirchliche Angebote für Menschen in ihrer heutigen Lebens-, Arbeits- und Beziehungssituation zu entwickeln.Die Fachkonferenz will somit zu einem Klima beitragen, in dem es möglich wird, das gemeinschaftliche Leben in Beziehungen verschiedener Art dankbar als gute Gabe Gotteszu verstehen, anzunehmen und zu leben.
Wie die Nachrichtenagentur Idea berichtet, knüpfte die Tagung nicht nur an das neue Familienbild der EKD an, sondern regte bereits dazu an, einen konsequenten Schritt weiter zu gehen:

Wie der Geschäftsführer der Männerarbeit der EKD, Martin Rosowski (Hannover), sagte, sollte die Tagung an die neue Orientierungshilfe der EKD zum Thema Familie anknüpfen. Das Papier hat eine heftige Debatte um das evangelische Ehe- und Familienverständnis ausgelöst. Darin rückt die EKD von der Ehe als der alleinigen Norm ab und vertritt ein erweitertes Familienbild, das vielfältige Lebensformen – zum Beispiel gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften mit Kindern – einschließt. Rosowski zufolge ging die Fachtagung noch einen Schritt weiter, weil sie auch polyamouröse Beziehungen thematisiert habe.

Wie die Soziologin und Gender-Forscherin Marianne Pieper (Hamburg) sagte, geht es dabei um die Praxis intimer Liebes- oder sexueller Beziehungen mit mehr als einer Person. Befragungen polyamor lebender Männer und Frauen hätten ergeben, dass die meisten von ihnen die Beziehungen zu mehreren Partnern als Bereicherung empfänden. Einen neuen Partner zu gewinnen, bedeute nicht automatisch, einen anderen zu verlieren. Grundlagen gelingender polyamorer Beziehungen seien Offenheit, Ehrlichkeit, Vertrauen und Kommunikation. Zudem hätten Befragungen eine Verschiebung moralischer Standards ergeben. So werde Liebe nicht mehr als etwas Unteilbares erlebt, sondern als etwas, das sich vervielfältigen lässt: „Liebe lässt sich potenzieren!“ Die gesellschaftliche Anerkennung dieser Lebensform stehe allerdings noch aus, so die Forscherin

:arrow: 5. 1. Juli, 2013 Das Armutszeugnis der evangelischen Kirche

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Nikolaus Schneider, bemüht sich um Schadensbegrenzung. Er verteidigt die umstrittene Orientierungshilfe zur Familie. Gleichzeitig erzählt er, die traditionelle lebenslange Ehe bleibe das Leitbild der Evangelischen Kirche. Das ist Bullshit (siehe dazu hier)!

Matthias Kamann zeigt, weshalb die Orientierungsschrift ein einziges Armutszeugnis ist:
Gewiss, ihr [der Ehe] soll laut EKD-Text der Segen bei der Trauung zuteilwerden, als “wirkmächtiger Zuspruch von Zukunft”. Aber Segenshandlungen fasst das Papier dann auch generell bei “Partnerschaften” ins Auge – “selbst in ihrem Scheitern”. Durchaus, die EKD “würdigt” die Rechtsform der Ehe als “besondere Stütze und Hilfe”. Aber zum einen ist “würdigen” ein seltsam schwaches Verb, mit dem eher ein nachträgliches Wertschätzen als ein vorgebendes Normieren gemeint ist. Und zum andern folgt aus der Würdigung mitnichten eine orientierende Funktion dieser Lebensform. Vielmehr wird die Orientierungskraft einer Leitlinie nicht der Ehe, sondern allgemein dem freundlichen Familienleben in verschiedensten Formen zugesprochen: “Leitlinie einer evangelisch ausgerichteten Förderung von Familien, Ehen und Lebenspartnerschaften muss die konsequente Stärkung von fürsorglichen Beziehungen sein.” Weiter: “Dabei darf die Form, in der Familie und Partnerschaft gelebt werden, nicht ausschlaggebend sein.” Dadurch verschwindet jede Möglichkeit, der Form “Ehe” normativen Rang zuzuschreiben. Das führt zu Folgeschäden.
Quelle

:arrow: 6. 8. Juli, 2013 Protestantische Desorientierung

Der Ratsvorsitzende der EKD hat sich nochmals festgelegt: Es wird keine Änderung am Orientierungspapier der EKD geben. Die Kritik aus den eigenen Reihen wird ignoriert. Es scheint so, als seien die Nebelkerzen in der Evangelischen Kirche in die Serienproduktion gegangen. Zu lesen ist in dem FAZ-Interview:

Ich halte das „Neudenken“ von Familie nicht für einen Bruch. Denn das Neue besteht darin, dass Familie nicht mehr allein auf die traditionelle Ehe beschränkt wird. Aber das ist kein Abschied von der Hochschätzung der Ehe.
Immer wieder argumentieren übrigens die Verteidiger des EKD-Papieres mit einem Schluss vom Sein auf das Sollen: Weil die gesellschaftliche Wirklichkeit so oder so aussieht, sollen wir so oder so handeln. Das ist keine protestantische, sondern dilettantische Ethik.

Der DLF hat in einem Beitrag den verschiedenen Parteien im Streit um die EKD-Orientierungshilfe Raum gegeben. Scharfe (und völlig berechtigte!) Kritik übt der emeritierte Bonner Ethiker Prof. Ulrich Eibach.
Der ganze Beitrag

Es bleibt abzuwarten wie die Reaktionen der Freikirchen, Gemeinschaftsverbände und der Evangelischen Allianz aussehen und ob diese Reaktionen bloß Liebenbekenntnisse sind oder ihnen auch Taten folgen werden wird erst die Zukunft zeigen!
Gruß Joschie
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EKD beschleunigt Abschaffung

Beitragvon Schultheiss » 21.07.2013 20:30

Hallo Joschie,

zunächst einmal vielen Dank für die chronologische Zusammenstellung der Ereignisse.

Sören Kierkegaard schreibt: „Wer sich mit dem Zeitgeist vermählt, wird bald Witwer sein.“


Und ich dachte bis jetzt, der Spruch sei von Franz-Josef Strauss gewesen....

Die EKD beschleunigt ihre Abschaffung, meine ich.

Jedenfalls beginnt - wie von dir richtig angedeutet - die Chronologie dieser Ereignisse ja eigentlich schon mit dem neuen EKD-Pfarrdienstgesetz, laut diesem Homo-unz....ig "Verpartnerte" Pfarrer (bzw. "Pfarrerinnen") auch im Pfarrhaus zusammenleben können. Ich glaube im Rahmen dieses Gesetzes kündigte die EKD auch eine Schrift zur Ehe- und Sexualethik an.

Kritische Stellungnahmen gab es von innerhalb der EKD z.B. von den Bischöfen/Kirchenpräsidenten aus Anhalt, Sachsen, Württemberg, die sächische Landeskirche distanziert sich mittlerweile - zumindest teilweise von dem Papier; Weitere Kritik und abgrenzende Stellungnahmen kamen von der Sächsischen Bekentnissinitiative, vom Gnadauer Verband, von der Internationalen Konferenz Bekennender Gemeinschaften, ansonsten vonseiten der Evangelischen Allianz und aus der römisch-katholischen Kirche. Der lutherische Bischof H.J. Voigt von der SELK verfasste ein Hirtenworthttp://www.selk.de/download/Hirtenwort_Ehe-Familie.pdf, welches vom Selbstverständnis her allerdings nicht primär als Stellungnhame zu verstehen ist. Vom Bund freier evangelischer Gemeinden oder von BEFG_Baptisten ist mir keine Stellungnahme bekannt.

In vielen neo-evangelikalen Kreisen wird Homosexualität doch sowieso nicht mehr als problematisch angesehen, wie ich aus eigenens gehörten Gesprächen mit z.B. BefG-Baptisten sagen kann, haben viele die man als "evangelikal" einordnen könnte, kein Problem mit ausgelebter Homosexualität.

Für die bekennenden Christen innerhalb der EKD wünsche ich mir eine Bekentnissynode!

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Beitragvon Joschie » 27.07.2013 18:13

Hallo Ihr!
Ich hoffe das, das distanzieren von der EKD-Orientierungshilfe zur Familie nicht nur ein Lippenbekenntnis von Gnadau und anderem ist. Ich habe besonders gegenüber Gnaudau meine ganz großen Zweifel, seit den 90.Jahren höre ich immer wieder wenn die rote Linie überschritten wird müssen ganz klare Konsequenzen gezogen werden. Es sind schon so viele rote Linien überschritten worden ohne das es wirkliche Konsequenzen gegeben hat. Leider ist Gnadau dadurch bei einigen zur Lachnummer geworden, die dadurch oft nicht mehr ernst genommen wird. Diese Entwicklung ist für mich sehr schmerzlich, da meine erste Gemeinde eine Landeskirchliche-Gemeinschaft war und ich den Geschwistern dort für mein Glaubensleben sehr viel zu verdanken habe.

Let’s talk about Sex

In den letzten Wochen haben sich sonderbare Konstellationen ergeben. Im SPIEGEL, in der WELT oder in der FAZ wird die EKD-Orientierungshilfe zur Familie schonungslos verrissen (vgl. z.B.hier . Im Dunstkreis des Evangelikalismus finden sich hingegen Stimmen, die sich mit dem Abschied vom christlichen Familienbild solidarisieren (z.B. bei Peter AschoffPeter Aschoff von der Lausanner Bewegung oder bei Rolf Krüger von dem Internetportal Jesus.de).

Da macht sich ganz natürlich Unsicherheit breit, besonders unter jungen Leuten. Dankbar empfehle ich Zweifelnden den Aufsatz „Let’s talk about Sex: Eine Revolution, die sich an der Bibel orientiert“ von Konstantin Mascher (Salzkorn 3/2013, 120–125), der sowohl einen Rückblick als auch einen herausfordernden Ausblick zu Familie und Geschlechtlichkeit anbietet.

Das Reden über Sex hat inflationäre Ausmaße angenommen – auch in der Kirche. Zugleich aber herrscht eine erstaunliche Sprachlosigkeit unter uns, wenn es um die Gabe der Sexualität als Aufgabe geht. Prüderie unter Christen hat viele Formen: Sie kann den Menschen durch restriktives Moralisieren beschämen, sie kann ihn aber auch durch schamloses Verwischen der Grenzen demoralisieren. Darüber hinaus hat es vielen Ehepaaren schlichtweg die Sprache verschlagen, weil die Realität des Scheiterns in der eigenen Sexualität dominiert. Enttäuschungen, Frustrationen und Verletzungen sind kaum zu vermeiden; die Sprachlosigkeit darüber sollte aber nicht hingenommen werden. Die Heilung der Herzen und der Ehen beginnt, wenn Menschen dazu befähigt werden, das Erlebte oder Nichterlebte in ihrer Sexualität zu benennen und die damit einhergehende Scham auf angemessene und behutsame Weise in Worte zu kleiden. Es braucht daher in der Kirche insgesamt, aber auch in den Gemeinden vor Ort, ein neues, an der kraftvollen, lebenshaltigen Verheißung der Bibel ausgerichtetes Reden über Sex!

Die Revolution der Liebe, die das zeitlos aktuelle Modell propagiert, dauert an. Diese in der Zweiheit von Mann und Frau liegende kreatürlich-kreative Kraft der Geschlechtlichkeit soll wider den Zeitgeist behauptet und in seiner ganzen Schönheit, Fülle und Freude lebendig werden!
Hier: www.ojc.de.
Quelle
P.S.Zum besseren Verständnis P.Aschoff und R.Krüger sind Vertreter der Emerging Church-Bewegung in Deutschland!

Gruß Joschie
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Beitragvon Joschie » 16.09.2013 20:45

Hallo Ihr!
Die folgende Meldung past zum heutigen Zustand der EKD Kein Gottesdienst im Berliner Dom für Lebensrechtler
Gruß Naseby
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Ohne-grosse-worte!

Beitragvon Joschie » 20.02.2014 16:54

Das Zentrum für evangelische Predigtkultur hat den Aufruf zur Fastenaktion "Sieben Wochen ohne Große Worte" veröffentlicht:

Aufruf zur Fastenaktion "Sieben Wochen ohne Große Worte"
Kaum eine Predigt kommt ohne Große Worte aus: Barmherzigkeit, Hoffnung, Kreuz . Das Zentrum für evangelische Predigtkultur fordert Predigerinnen und Prediger an den Sonntagen in der Passionszeit 2014 zu einem Fasten in der Predigt auf. Oft gerinnt unsere Sprache in Substantiven. Wie kann sie wieder lebendig, anschaulich und konkret werden?

In der Predigt auf Große Worte zu verzichten, ist sicher mühsam, wie jedes Fasten. Aber es geschieht unter der Verheißung, dass sich etwas klärt und erneuert. Wir freuen uns über Ihre Beteiligung an unserer Fastenaktion! Unter www.ohne-grosse-worte.de finden Sie weitere Informationen und Materialien dazu.



Die 49 Beispiele Großer Worte sind: •Auferstehung, Buße, Christus, Erbarmen, Bund, Erlösung, Ewigkeit, Freiheit, Seele, Zorn [Gottes], Gehorsam, Gerechtigkeit, Herr, Gericht, Glaube, Gnade, Gott, Heiligkeit, Herrlichkeit, Herrschaft, Jesus, Kreuz, Liebe [Gottes], Messias, Hoffnung, Nächstenliebe, Rechtfertigung, Reich [Gottes], Barmherzigkeit, Schwachheit, Frieden, Strafe, Sünde, Trost, Treue, Umkehr, Unendlichkeit, Verborgenheit [Gottes], Gesetz, Böse, Geist, Verheißung, Verkündigung, Heil, Versöhnung, Versuchung, Wahrheit, Weisheit, Leiden.
Die evangelischen Prediger sollen passend zur Fastenzeit auch Begriffe wie „Kreuz“, „Leiden“ und „Auferstehung“ verzichten. Mag sich jeder selbst überlegen, wie er einem Menschen die Passion begreiflich machen will, wenn er wie im populären Spiel Tabu diese Worte nicht verwenden darf. Wenn also Gott nicht vorkommen darf und die Passion nicht mit den richtigen Worten beschrieben werden darf, dann wundert es auch nicht mehr, daß dieses Predikten keine Substanz mehr haben. Es ist schon eine Überlegung wert , wie man sich wohl Martin Luther vorstellen müsse, während er sich darum bemüht, die Vorgabe von 49 unerwünschten „Großen Worten“ auf der Kanzel praktisch umzusetzen. Es würde vielleicht nicht lange dauern, bis Luther ausrufen würde, dass er sich das Maul nicht verbieten lasse. Vielleicht würde er sogar noch grundsätzlicher hinzufügen: „Das Wort sollen sie lassen stahn!“ Es bleibt noch zu festzustellen das wie erstaunlich die Begriffe „Bibel/Hl. Schrift“ nicht auf der Roten Liste stehen, dieses ist wohl nur noch eine Frage der Zeit bis dieses auch geschehen wird!
Gruß Joschie!
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Tob
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Beitragvon Tob » 20.02.2014 18:25

Hallo Joschie,

was soll denn dann noch gepredigt werden? Ach, das Social Gospel vielleicht!?!

Wir dagegen sind von Paulus angehalten:
"Predige das Wort, halte darauf in gelegener und ungelegener Zeit; überführe, strafe, ermahne mit aller Langmut und Lehre. Denn es wird eine Zeit sein, da sie die gesunde Lehre nicht ertragen, sondern nach ihren eigenen Lüsten sich selbst Lehrer aufhäufen werden, indem es ihnen in den Ohren kitzelt; und sie werden die Ohren von der Wahrheit abkehren und zu den Fabeln sich hinwenden." (2. Tim. 4, 2-4)


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