laues Luthertum- raues Reformiertentum?

Aktuelle Entwicklungen und Vorkommnisse in der Christenheit

Moderatoren: Jörg, Der Pilgrim

ConfessorReformatus
Beiträge: 18
Registriert: 23.02.2014 23:25

laues Luthertum- raues Reformiertentum?

Beitragvon ConfessorReformatus » 09.06.2014 19:57

Während im Bereich den Landeskirchen/der EKD der reformierte Anteil immer mehr zurückgedrängt wird, scheint sich im freikirchlichen Bereich seit ca. 10-15 Jahren eine gewisse Zunahme Reformierten Gedankenguts auszubreiten, Beispiele sind die Gründung der "Akademie für Reformatorische Theologie", die Entstehung bekennender Evangelischer Gemeinden (größtenteils reformiert geprägt, http://www.rbeg.de/ ) die Evangelium21-Konferenz, welche zumindest in ihrem Glaubensbekenntnis reformiert geprägt ist ( http://www.evangelium21.net/ ), die Gründung der Selbständigen Evangelisch-reformierten Kirche ( http://www.serk-heidelberg.de/ ), die auch eine Konferenz für Reformierte Theologie veranstaltet, welche international ausgerichtet ist, die Entstehung reformierter Baptistengemeinden wie der in Wetzlar oder Gießen. Wann wurde zuletzt eine (bekenntnis)lutherische Gemeinde gegründet? Neugründungen i.S. neue Gottesdienstorte sind mir von der Immanuelgemeinde Steeden bekannt. http://audiopredigt.de/

Wann gab es in Deutschland zuletzt eine internationale Konferenz für lutherische (Bekenntnis-)theologie ? Und wieso nimmt die Anzahl von Bekenntnis-Lutheranern in Deutschland ab (vgl. die Statistik der SELK), während eine neue Begeisterung für reformierte Theologie zu beobachten ist ? ("New Calvinism"), die natürlich im eher lutherisch geprägten Deutschland wirklich ein Novum ist. Und warum scheint das Reformiertentum überhaupt auf der Welt verbreiteter zu sein als das Luthertum -man ist fast geneigt zu sagen "erfolgreicher"-obgleich dies eine weltliche Kategorie sein mag/ist) Und gibt es heutzutage lutherische Theologen die genauso prägend sind wie z.B. John Piper, D.A. Carson oder Thomas Schirrmacher?

Natürlich ist ein Unterschied dass "reformiert" zwar ein Bekenntnis ist, aber man auch in Kirchen, die sich nicht explizit "reformiert" nennen, reformiert sein kann, z.B. in FeGs, Baptisten und Anglikanern oder gar "non-denominational" bzw. "Community.
-Churches". Hingegen sind "lutherische Baptisten" undenkbar (obgleich es auch solche Phänomene wie russlanddeutsche lutherische Brüdergemeinden etc. gibt).

Weiterhin stellt man fest, dass die Heiligung im Reformiertentum eine größere Rolle zu spielen scheint. Wurde diese im Luthertum zu lange vernachlässigt? Ist die orthodox-lutherische Trennung von Rechtfertigung und Heiligung überhaupt aufrecht zu erhalten?

Und spielt es eine Rolle, dass vielen Evangelikalen die Lutheraner einerseits vielleicht irgendwie zu "katholisch" sind (Liturgie etc.), und dass anderseits in Deutschland "evangelisch-lutherisch" häufig mit "(evangelisch-)landeskirchlich" gleichgesetzt wird?

Und ist die Theologie Calvins tatsächlich theozentrischer? Denn die Grundfrage Calvins lautet doch," Was kann ich zur Ehre Gottes beitragen" anstatt "Wie bekomme ich einen gnädigen Gott?"

Benutzeravatar
Joschie
Moderator
Beiträge: 5558
Registriert: 28.02.2007 20:18
Wohnort: Hamburg

Beitragvon Joschie » 12.06.2014 15:56

ConfessorReformatus hat geschrieben:Während im Bereich den Landeskirchen/der EKD der reformierte Anteil immer mehr zurückgedrängt wird, scheint sich im freikirchlichen Bereich seit ca. 10-15 Jahren eine gewisse Zunahme Reformierten Gedankenguts auszubreiten,
Wie groß war der reformierte Anteil in den Landeskirchen in früheren Jahren und was ist an der EKD heute eihendlich noch lutherisch?
Gruß Joschie
Tod, wo ist dein Stachel? Totenreich, wo ist dein Sieg? 1Kor 15,55

ConfessorReformatus
Beiträge: 18
Registriert: 23.02.2014 23:25

Beitragvon ConfessorReformatus » 19.06.2014 20:36

Wie groß war der reformierte Anteil in den Landeskirchen in früheren Jahren und was ist an der EKD heute eihendlich noch lutherisch?


Der reformierte Anteil war früher an der EKD bzw. den Landeskirchen auch nicht viel höher, richtig.

Und lutherisch sind die luth. Landeskirchen eigtl. nur noch de jure, nicht de facto, das ist korrekt.
Ich bezog mich v.a. auf folgende Entwicklungen:
Bezüglich des lutherischen Bekenntnisses gab es mal in der EKD vor ein paar Jahren die CA als Gesamtbekenntnis aufzunehmen. Außerdem ist die VELKD bezügl. der geographischen Ausdehnung größer als noch vor ein paar Jahren, das hängt mit der fusionierten EKM und nordischen Kirche zusammen, deren Vorgängerkirchen vorher teilweise nicht zur VELKD gehörten.


Ernst zunehmende, explizit "lutherische" Einrichtungen sind in der EKD eigentlich nur der lutherische Konvent im Rheinlandhttp://www.ekir.de/lutherkonvent/ sowie das Lutherische EInigungswerk http://www.einigungswerk.org/

Vorwürfe, die man von bekennenden Lutheranern an Reformierte hört u. liest, sind i.d.R. folgende:
- Gesetzlichkeit
- Politisierung (z.B. unter Nicht-Beachtung v. Luthers 2 Reiche-Lehre)
- Liberalismus
- Rationalismus
- Wohlstandsevangelium (Erwählte zeichneten sich durch Reichtum aus)
- Spalterei


Zurück zu „Aktuelle Sachthemen“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast