Betet und denkt an die verfolgten Geschwister

Aktuelle Entwicklungen und Vorkommnisse in der Christenheit

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Joschie
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Beitragvon Joschie » 22.02.2014 16:06

Christ darf nicht auf öffentlichem Friedhof bestattet werden

Immer wieder werden Christen in Algerien öffentlich diskriminiert. So wurde nun einer christlichen Familie verweigert, ihren verstorbenen Sohn Lahlou Naroubi (24) auf dem öffentlichen Friedhof seines Heimatortes zu begraben. Nur eine Beerdigung nach muslimischen Bestattungsregeln sei auf dem Friedhof erlaubt, wurde ihnen mitgeteilt. Aufgrund dieser Forderung bestattete die Familie, die in Chemini in der nordalgerischen Kabylei wohnt, den Studenten lieber auf einem privaten Grundstück. "Die muslimische Gemeinschaft Cheminis informierte uns, dass ihre Religion es ihnen nicht gestatte, einen Christen gemeinsam mit Muslimen auf ein und demselben Friedhof zu begraben", ergänzte Pastor Nordine Mahmoudik, der Naraouis Begräbnis geleitet hatte.

Diskriminierung von Christen an der Tagesordnung
Dieser Fall ist nicht der erste seiner Art. Bereits 2011 weigerte man sich in der Nähe, in Akbou, eine christliche Beerdigung zuzulassen. Die offizielle Begründung der Behörden lautete: "Der Islam duldet keine Bestattung von Ungläubigen neben Muslimen." Damals spendete die örtliche Kirchengemeinde ein Stück Land, auf dem Christen begraben werden konnten.

Wer islamische Regeln nicht beachtet, bekommt Schwierigkeiten
Christen und Nichtchristen geraten in Konflikt mit dem geltenden Gesetz, wenn sie die Beteiligung an islamischen Bräuchen verweigern. Am 27. Januar 2014 wurden zwei Algerier wegen Nichteinhaltung des muslimischen Fastens während des vorangegangenen Ramadans jeweils zu vier Monaten Gefängnis verurteilt. Das Urteil wurde vom Strafgericht in Sidi Aich in der Kabylei ausgesprochen. Auch das passierte nicht zum ersten Mal. Schon 2001 saß ein Restaurantbesitzer in Bejaia zwei Monate lang im Gefängnis, weil er sein Restaurant während des Ramadans auch tagsüber öffnete. 2010 wurde der 27-jährige Bouchouta Fares aus Oum El-Bouaghi im Süden Algeriens wegen Nichteinhaltung des Fastengebots zu zwei Jahren Gefängnis und einer Geldbuße von 100.000 Dinar (entspricht etwa 1.000 Euro) verurteilt. Im selben Jahr beantragte der Staatsanwalt in Ain El-Hamman, westlich von Bejaia, ein Jahr Haft für zwei Christen, die nicht gefastet hatten. Diese beiden kamen aber schließlich ohne Abbüßung einer Haftstrafe frei.

Diskriminierung ohne gesetzliche Grundlage
Es gibt in Algerien kein Gesetz, das dieses Verhalten von Seiten der Behörden rechtfertigt. Aber der Islam gilt als Staatsreligion. Wer immer die Regeln des Islam missachtet, muss daher mit der Beschuldigung rechnen, die Vorschriften des Islam missachtet und dadurch die öffentliche Ordnung gestört zu haben. Im vergangenen August kam es in der westlich von Bejaia gelegenen Stadt Tizi Ouzou zu einem Protest, bei dem Ortsansässige während des Monats Ramadan zu Hunderten in der Öffentlichkeit aßen und so gegen die Verfolgung von Andersgläubigen protestierten. Die Aktion war eine Reaktion auf die Verhaftung von vier Algeriern im Juli, die während des Ramadans tagsüber in einem dortigen Café gegessen hatten.

Bitte beten Sie für die Christen in Algerien !

•Beten Sie für die Christen, die Diskriminierung bis hin zu grundlosen Haftstrafen erleben
•Beten Sie für ihren Schutz vor dem zunehmenden Einfluss von islamistischen Gruppierungen
•Beten Sie für die Behörden und die Regierung, damit sie auch Christen respektiert und sich für sie einsetzt
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Nigeria: Zahlreiche tödliche Angriffe auf Christen

Beitragvon Joschie » 06.03.2014 20:35

Nigeria: Zahlreiche tödliche Angriffe auf Christen

Boko Haram Mitglieder zunehmend gewaltbereit

(Open Doors) – Für die Menschen im Norden Nigerias waren die letzten Wochen von Gewalt gekennzeichnet. Mitglieder der extremistischen Boko Haram, welche überall im volkreichsten Land Afrikas die Herrschaft des Islams etablieren will, haben seit Anfang 2014 etliche Anschläge vor allem auf christliche Ziele durchgeführt.

Einige Beispiele:
26. Januar, Waga Chakawa, Provinz Adamawa: Angreifer stürmen die St.-Pauls-Kirche während des Gottesdienstes; sie blockieren das Haupttor, zünden selbstgemachte Bomben und eröffnen das Feuer. "Mein Bruder wurde abgeschlachtet wie ein Hammel", berichtet Moses Yohanna. Der Bischof von Yola ergänzt: "Unmittelbar nach dem Angriff wurden mehrere Häuser niedergebrannt und Geiseln gefangen genommen." Bei dem Anschlag sollen bis zu 53 Personen getötet worden sein.

31. Januar, Sabon Gari Yamdula in Adamawa: Bewaffnete Rebellen stürmen einen Abendgottesdienst und eröffnen das Feuer. Der Pastor und 10 Gemeindemitglieder werden erschossen. Die Angreifer versuchen, das gesamte Dorf niederzubrennen, werden aber von bewaffneten Anwohnern vertrieben.

31. Januar, Manchok in Kaduna: Alle sieben Mitglieder einer christlichen Familie werden angegriffen und getötet.

Boko Haram wütet trotz Verbot und wird zunehmend gewaltbereiter

Mitglieder der extremistischen Boko Haram werden außerdem verdächtigt, bei den jüngsten Anschlägen im Bundesstaat Borno Menschen wahllos getötet zu haben: So überfielen mehrere Täter am 26. Januar das Dorf Kawuri. Mit Militärgewehren und Bomben bewaffnet, feuerten sie auf die Einwohner und zündeten hunderte Häuser an. 85 Personen fielen ihnen zum Opfer. In der Nähe des Dorfes Kuthra fuhr am 31. Januar ein Bus auf eine Bombe; sieben Personen wurden getötet und viele andere verletzt.
Nach Angaben des Christian Elders Forum of Northern States sind in den ersten sechs Wochen des Jahres 2014 bei 22 Zwischenfällen insgesamt 367 Menschen durch die Boko Haram getötet worden.

"Bisher haben wir in diesem Jahr nicht eine Woche erlebt, in der unsere christlichen Brüder und Schwestern in Nordnigeria nicht bedroht, verprügelt und ermordet worden sind", berichtet das Forum. "Sie wurden für das getötet, wofür sie standen und woran sie geglaubt haben. Sie wurden ermordet, weil sie entschlossen beteten. Beinahe täglich erhalten wir schockierende Meldungen, die uns informieren, dass es schon wieder Gewalt gegen unsere Gemeinschaft und auch unsere muslimischen Nachbarn gegeben hat."

"Regierung muss jetzt für Sicherheit sorgen"

Das Forum forderte darum von der Zentral- und Provinzregierungen, "ihre Pflicht zu erfüllen, wie sie in der Verfassung verankert ist, und den Schutz aller Nigerianer zu garantieren." Außerdem sollen die Regierungen sich darum kümmern, dass das Recht auf freie Religionsausübung in Nigeria gewährleistet wird. "Keiner der Befehlshaber über die Streitkräfte sollte mehr schlafen, bevor gewährleistet ist, dass auch die Nigerianer aus allen Konfessionen im Bundesstaat Borno wieder schlafen können", erklärte das Forum. Der Generalsekretär des Christenverbandes von Nigeria, Pfr. Musa Asake, beklagte, dass die Serie blutiger Zwischenfälle, Erschießungen und dem Abbrennen christlicher Häuser und Kirchen seit langer Zeit nicht abreiße, als er im Februar von neusten Entwicklungen berichtete.

Nicht weniger als 30 Menschen hätten auch im zentral gelegenen Bundesstaat Plateau unterschiedlich schwere Verletzungen erlitten. "Die Zentralregierungen müssen endlich ein wirkungsvolles und nachhaltiges System gegen Boko Haram und Fulani-Hirten entwickeln, die sich in Dörfern herumtreiben und auf unschuldige Christen schießen und sie töten, besonders diejenigen, die im nördlichen Teil von Nigeria leben", sagte Asake. Das offizielle Verbot, das für Boko Haram seit Monaten gilt, lässt sich bisher weder kontrollieren noch durchsetzen. Auf dem Open Doors Weltverfolgungsindex, einer Liste der Länder, in den Christen weltweit am stärksten verfolgt werden, belegt Nigeria derzeit Rang 14.

:arrow: Bitte beten Sie für die Christen in Nigeria
•Beten Sie, dass der Herr dem sinnlosen Morden Einhalt gebietet
•Beten Sie für die Christen, die bei den Anschlägen Familienmitglieder, Freunde und Verwandte verloren haben um Trost
•Beten Sie für Weisheit für die Regierung und die Sicherheitskräfte
•Beten Sie um innere und äußere Heilung für die Opfer der Gewaltt
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Syrien: Treu bis zum Tod

Beitragvon Joschie » 11.04.2014 07:26

Syrien: Treu bis zum Tod

Priester in Homs steht ein für die Schwächsten(Open Doors) – "Fürchte dich nicht vor dem, was du leiden wirst! Sei treu bis zum Tod! Und ich werde dir den Siegeskranz des Lebens geben". Jesus ermutigt seine Nachfolger, ihm auch in überaus schwierigen Situationen nachzufolgen.

Der 75-jährige Frans van der Lugt hatte seine Entscheidung, für die schwächsten und verwundbarsten Menschen in Syrien einzustehen, schon vor vielen Jahren getroffen. Die Menschen in Homs nannten ihn "Abuna (Vater) Francis", weil er sich wie ein Vater um die Alten, die Gebrechlichen und die Menschen mit Behinderungen in der Altstadt von Homs gekümmert hatte, selbst inmitten ständig zunehmender Kämpfe. Er brachte ihnen Essen, Medizin und Liebe.

"Wir wollen leben!"

Im Januar erreichte der über die Internetplattform YouTube verbreitete Aufschrei des niederländischen Jesuitenpriesters und studierten Psychotherapeuten die Welt: "Eines unserer größten Probleme ist Hunger! Wir haben nichts zu essen!" Im Februar wurde ihm und Hunderten anderer Syrer erlaubt, die schwer belagerte Stadt zu verlassen. Abuna Francis jedoch folgte seiner Berufung. "Ich will die noch verbleibenden 28 Christen in der Stadt nicht alleine lassen. Ich will den Menschen in Syrien und ihrem Land dienen. Ich liebe dieses Land." Vor dem Krieg lebten etwa 60.000 Christen in Homs. Die Not ist unbeschreiblich groß. Die Ordensleute der Jesuiten betrachten Bildung und den Einsatz für die Schwächsten als Herzstück des Evangeliums. Für sie hat er nun sein Leben gegeben.
Am Morgen des 7. April holten ihn vermutlich zwei bewaffnete Männer aus dem Kloster in der Altstadt von Homs, nachdem sie ihn zuvor im Kloster geschlagen hatten. Draußen richteten sie ihn mit zwei Kopfschüssen hin.

"Ich will die Hoffnung nicht aufgeben"

Vater Francis war voller Hoffnung und erwartete, dass die Belagerung von Homs in wenigen Wochen beendet sein würde. Jan Stuyt, ebenfalls Jesuit aus Holland, sprach noch in der vergangenen Woche mit ihm am Telefon. "Er klang sehr überzeugt und erwartete die baldige Befreiung von Homs. So wollte er danach zuerst seine Aufenthaltsgenehmigung verlängern."Kugeln haben ihn getötet. Sein Beispiel und die Botschaft der Hoffnung leben weiter!

Danke, dass Sie sich an die Seite der Christen in Syrien stellen

•Danken Sie Gott für die vielen treuen Christen, die den Flüchtlingen im Land dienen.
•Beten Sie für alle Verantwortungsträger, die geistliche und materielle Hilfe koordinieren.
•Beten Sie, dass die Menschen im Land von der Botschaft des Evangeliums erreicht werden. Beten Sie bitte für das Ende des Krieges.
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Re: Pakistan: Blasphemieanklagen auf Rekordstand

Beitragvon Joschie » 12.06.2014 16:00

Pakistan: Blasphemieanklagen auf Rekordstand

Bekannter Menschenrechtsanwalt ermordet
(Open Doors) – Nie zuvor hat es in Pakistan so zahlreiche Fälle von Anklagen wegen (angeblicher) Blasphemie, also Gotteslästerung, gegeben wie im laufenden Monat Mai. Mehrere Christen sitzen deshalb in Todeszellen. Sie sollen hingerichtet werden. Ähnliche Anschuldigungen gab es in den vergangenen Wochen sowohl gegen Muslime als auch gegen Nichtmuslime. Im Fall eines Schuldspruchs bedeutet dies lebenslange Haft oder die Todesstrafe.

Drei Klagen an einem Tag
Am 14. Mai wurden gleich 68 islamische Anwälte wegen angeblicher Blasphemie verhaftet. Sie hatten zuvor gegen die unrechtmäßige Verhaftung eines ihrer Kollegen protestiert.
Am 17. Mai wurde eine kleine Gruppe von Anhängern der "Zeugen Jehovahs" aufgrund des Verteilens von Traktaten angeklagt. Später ereilte das gleiche Schicksal einen 20-jährigen Muslim, der angeblich einen Koran in Brand gesetzt hatte. Die dritte Anklage an diesem Tag traf den bekanntesten Medienmogul Pakistans, Mir Shakeel-ur-Rehman, sowie einen Fernsehmoderator, eine Schauspielerin und ihren Mann. Ihnen wird zur Last gelegt, für die Ausstrahlung einer Sendung mit gotteslästerlichem Inhalt verantwortlich zu sein.

Die vier Zeugen Jehovahs wurden zu ihrer eigenen Sicherheit zunächst von der Polizei in Gewahrsam genommen. Daraufhin bildete sich rund um die Polizeistation ein Mob von mehreren hundert aufgebrachten Anhängern der islamistischen "Ahle Sunnat wa-al Jamaat", die in Pakistan als eine der gewalttätigsten Organisationen gilt.
Das sunnitische "Ittehad Council", Repräsentationsorgan von 160 Millionen Muslimen, hat vor dem pakistanischen Bundesgericht eine Petition gegen die angeklagten Medienschaffenden initiiert.

Fürsprecher in Lebensgefahr – Beklagte kämpfen um Hoffnung
Die drastischen Reaktionen unbeteiligter Muslime in den genannten Fällen sind eine erschreckende Erinnerung daran, welche Emotionen in der pakistanischen Öffentlichkeit mit dem Thema Blasphemie verknüpft sind. Eine offen geführte Diskussion dazu ist fast unmöglich. Jüngstes prominentes Opfer seines Einsatzes auf diesem Gebiet ist der Menschenrechtsanwalt Rashid Rehman. Er vertrat einen der Blasphemie angeklagten Lehrer und wurde deshalb am 7. Mai ermordet.

Angesichts dieser Entwicklung ist es kaum verwunderlich, dass die Anhörung der Christin Asia Bibi seit dem Februar dieses Jahres vier Mal verschoben wurde und jüngst sogar ohne jede Erklärung komplett von der Liste der geplanten Anhörungen verschwand. Der weltweit bekannte Fall der fünffachen, bereits 2009 zum Tod verurteilten Mutter gibt beispielhaft Einblick in die Situation der Verurteilten. Die jahrelange Zerrissenheit zwischen kleinen Lichtblicken und massiven Rückschlägen droht Asia und ihre Familie zu zermürben. Sie kämpfen gegen Resignation, Bitterkeit und Verzweiflung und benötigen dringend Ermutigung und Unterstützung durch andere Christen, insbesondere durch Gebet.

Das Blasphemiegesetz
Die pakistanischen Blasphemiegesetze in ihrer aktuellen Form sehen die Todesstrafe bzw. lebenslange Haftstrafe für jede Lästerung (Beleidigung) des Islams, des Korans oder des Propheten Mohammed vor. Sie finden unverhältnismäßig häufig Anwendung gegen Nichtmuslime. Auch wenn bislang noch keine offizielle Hinrichtung vollzogen wurde, so mussten dennoch mehrere Beklagte durch Lynchjustiz ihr Leben lassen – mitunter trotz Freispruchs. Auf dem aktuellen Weltverfolgungsindex von Open Doors rangiert Pakistan auf Platz 8 der Länder, in denen Christen am härtesten verfolgt werden.

Bitte beten Sie für Pakistan

•Bitte beten Sie weiter für Asia Bibi und ihre Familie, dass Gott ihnen Standhaftigkeit und die Gewissheit seiner Nähe schenkt und Asia Bibi in die Freiheit führt
•Beten Sie, dass Pakistan nicht der Willkür islamistischer Kräfte zum Opfer fällt
•Beten Sie um Stärke und Schutz für die verantwortlichen Anwälte und Richter, damit Recht gesprochen wird und Unschuldige geschützt werden
•Beten Sie, dass die pakistanischen Christen immer wieder Mut schöpfen, ihren Glauben zu bekennen und Jesus in jeder Lage zu vertrauen
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Irak: "Seht zu, erschreckt nicht!

Beitragvon Joschie » 20.08.2014 07:37

Irak: "Seht zu, erschreckt nicht!"

IS verbreitet gezielt Angst über soziale Medien(Open Doors) – Täglich erreichen uns Berichte über die Bedrohung und Gewalt durch die islamistischen Kämpfer der IS. Dadurch aufgeschreckt fliehen Christen und Angehörige anderer religiöser Minderheiten aus dem Nordirak in die kurdische Autonomiezone. Einer unserer Mitarbeiter dort berichtet, dass IS gezielt Facebook und andere Plattformen im Internet nutzt, um die Angst der Menschen zu schüren. So hat die Miliz bereits mehrfach fälschlich vermeldet, ihre Truppen seien bereits in bestimmte Orte eingedrungen. Die Nachricht allein reichte aus, um die Bevölkerung noch vor der tatsächlichen Ankunft der Islamisten in die Flucht zu jagen. Die konnten den Ort dadurch leicht einnehmen.

In seiner Endzeitrede in Matthäus 24,6 ermutigt Jesus seine Nachfolger: "Wenn ihr von Kriegen und Unruhen hört, achtet darauf, aber erschreckt nicht!" Hat Jesus hier etwa ‚leicht reden‘? Gewiss nicht! Er ist voller Fürsorge. Sein "Erschreckt nicht!" soll die Herzen stärken in einer Zeit, wo Furcht uns lähmen will. Auch als Beterinnen und Beter stehen wir in der Gefahr, uns im Gebet lähmen zu lassen. Doch wir wollen unseren Geschwistern in der Bedrängnis Gottes Wort im Gebet zurufen: "Fürchtet euch nicht!"

Mut der Verzweiflung?

Unsere Mitarbeiterin Raja* empfängt täglich Flüchtlinge in einem der von Open Doors unterstützen Nothilfeprojekte im kurdischen Gebiet. Bei den vielen Berichten der eintreffenden Christen hörte sie von einem 8-jährigen Mädchen, das sich den Kämpfern der IS widersetzte. Die Mutter erzählt, dass sie bei ihrer Flucht aus Mossul bei einem Kontrollpunkt der IS alles Hab und Gut abgeben mussten, sogar eine Tasche mit Kleidung. Als der IS Kämpfer das i-Pad des Mädchens an sich nahm – ein Geschenk ihres Vaters – konnte das Mädchen nicht mehr an sich halten. Sie warf sich wütend auf den Boden und schrie so lange, bis der IS Kämpfer ihr das Gerät entnervt in den Schoß warf und sie anherrschte: "Da, nimm schon!" Die Familie ist jetzt in einer Kirche in Erbil in Sicherheit – zusammen mit 300 anderen Flüchtlingen. Viele weitere sind noch immer auf der Suche nach einer Bleibe.
Raja schüttet ihr Herz aus: "Viele fliehen jetzt noch weiter in den Norden der kurdischen Zone, weil sie befürchten, dass die IS auch hierher kommt. Was soll ich dann tun? Es ist sehr schwer. Ich bitte Gott um Hilfe. Wir brauchen wirklich Hilfe!"
* Name aus Sicherheitsgründen geändert

DANKE, dass Sie sich an die Seite der Christen im Irak stellen.

•Bitte beten Sie für die Familien, die noch immer auf der Flucht sind, dass sie Essen, Trinken, Unterkunft sowie Trost und Beistand finden.
•Beten Sie bitte für die Christen in der kurdischen Zone, dass sie den Flüchtlingen wirksam helfen können.
•Beten Sie dafür, dass Gott die Herzen der Islamisten erleuchtet und sie aus ihrer Verblendung herausgerissen werden, damit Frieden im Land einzieht.
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Sudan: Kirche in Khartum abgerissen

Beitragvon Joschie » 03.09.2014 07:56

Sudan: Kirche in Khartum abgerissen

Weitere Kirche geschlossen – Der Kampf um die Ausreise der 27-jährigen Meriam Ibrahim, die wegen angeblichen Abfalls vom Islam zum Tode verurteilt worden war, hat die Welt aufhorchen und vielfach mitbeten lassen. Die konstruierte Anklage, ihre Verurteilung, die Geburt ihrer Tochter im Gefängnis sowie der Versuch der Behörden, ihre Ausreise zu verhindern haben einmal mehr deutlich gemacht, dass es Religionsfreiheit unter Präsident Al-Bashir nicht gibt. Dies mussten nun auch zwei Kirchen bitter erfahren.

Bau von Gemeinden verboten

Die etwa 600 Christen der ‚Sudanese Church of Christ‘ (SCOC) in Bahri, einem nördlichen Stadtteil der Hauptstadt Khartum können ihren Gottesdienst zukünftig nicht mehr in ihrer Kirche feiern. Die wurde auf Anordnung der Behörden Ende Juni abgerissen. Proteste der Gemeinde, die alle gültigen Dokumente besitzt, halfen nicht. Nun müssen die Christen ihre Gottesdienste in einem Zelt abhalten, das allerdings zu jeder Versammlung neu auf- und wieder abgebaut werden muss. Aussicht auf ein neues Gebäude gibt es nicht, da die Regierung bereits im vergangenen Jahr einen Baustopp für Kirchen erlassen hat. Eine Christin vor Ort: "Bitte betet zusammen mit uns für eine Lösung in dieser Angelegenheit. Wir vertrauen auf Gottes Hilfe. Er vermag alles und ist groß."

Grundstück konfisziert

Am 21. August hat Open Doors die Nachricht erhalten, dass auch die ‚Khartoum Central Church‘ (KCC) durch die Behörden geschlossen wurde. Ohne Angabe von Gründen hat die Regierung entschieden, dass sie das Grundstück der Gemeinde beansprucht, gleichwohl die Gemeinde rechtmäßige Eigentümerin ist. Zu den Gottesdiensten in arabischer Sprache versammelten sich bislang etwa 300 Einheimische und die englischsprachigen Gottesdienste wurden von etwa 250 Ausländern besucht. Der Einfluss der Islamisten unter Präsident Al Bashir nimmt weiter zu. Der Sudan steht auf Platz 11 des Weltverfolgungsindex von Open Doors.

DANKE, dass Sie sich an die Seite der Christen im Sudan stellen.

•Danken Sie für die Glaubensfestigkeit der Christen.
•Bitte beten Sie für die Christen der beiden Gemeinden, dass sie in dieser Bedrängnis das Zeugnis der Liebe Gottes bewahren.
•Beten Sie dafür, dass das Evangelium viele Herzen erreicht, gerade auch die Verantwortlichen in der Regierung.
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Servant
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Kontaktdaten:

Beitragvon Servant » 03.09.2014 21:10

Zur Weiterleitung - Diese Mail habe ich gerade von einem Bruder bekommen.

----------------------------------------------------------------



Liebe Freunde,

gerade vor ein paar Minuten erhielt ich folgende Textnachrichten auf

meinem Smartphone von Sean Malone, der Crisis Relief International(CRI)

leitet.

Wir sprachen dann kurz am Telefon miteinander und ich versicherte ihm,

dass wir dieses dringende Gebetsanliegen allen unseren Kontakten

mitteilen werden.



"Wir haben die Stadt Queragosh (Qaraqosh) verloren.Sie fiel an ISIS und

sie köpfen Kinder systematisch.



Das ist die Stadt, in die wir auch die Nahrung geschmuggelt haben.





ISIS hat die Peshmerga (Kurdische Streitkräfte) zurückgeschlagen und

befindet sich nun innerhalb 10 Minuten Reichweite zu der Stelle, wo

unser Team arbeitet.

Tausende flohen letzte Nacht in die Stadt Erbil.

Die UN hat ihren Stab von Erbil evakuiert.



Unser Team ist unverändert dort und wird bleiben.

Gebetsschutz ist unbedingt notwendig.



Fortsetzung unten:

Bitte betet treu(unablässig) für die Befreiung det Menschen des Nordirak

von dem schrecklichen/Schrecken verbreitenden Vorrücken von ISIS und

seinen extremistischen Islamistischen Zielen der Massenkonversion

(Massenbekehrung) oder Tod für alle Christen in dieser Region.

Ich bitte euch darum, setze mich dafür ein(bitte inständig), diese Email

nicht zu ignorieren. Versendet (löscht ?)

sie nicht, bevor ihr dafür gebetet habt.



Sendet sie zu so vielen Menschen, wie möglich.

Sendet sie zu Freunden, Christen, die ihr kennt.

Sendet die Email zu Gebetskreisen.



Sendet sie euren Pastoren und telefoniert mit ihnen, dass sie an

Sonntagen während des Gottesdienstes dafür beten.

Macht bitte spezielle Gebetszeiten für diese Anliegen.



Es ist nötig, dass wir für unsere Mitchristen einstehen!!
1. Korinther 15,50 - wie kommt man dort hinein? Johannes Ev. 3,1-18; Joh. 12, 44f; 1.Thes. 1, 9.10

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Nordkorea: Hoffnung in der Nacht

Beitragvon Joschie » 07.01.2015 21:43

Nordkorea: Hoffnung in der Nacht


Die Bürgerinnen und Bürger Nordkoreas können die Einhaltung der Menschenrechte in ihrem Land nicht einklagen. Und doch erreichen ihre Klagen die Ohren Gottes. "HERR, du lässt aufmerken dein Ohr" (Psalm 10,17).

Im Februar 2014 hat eine UN-Kommission einen knapp 400-seitigen Bericht zur Untersuchung der Menschenrechtsverletzungen in Nordkorea vorgelegt. Dort heißt es: "Die Schwere, das Ausmaß und die Art der Menschenrechtsverletzungen zeigen einen Staat, der in der gegenwärtigen Welt seinesgleichen sucht. Die Menschenrechte auf Gewissens-, Gedanken- und Religionsfreiheit werden fast vollständig vorenthalten … als besonders schwere Bedrohung betrachtet der Staat die Verbreitung des christlichen Glaubens." Nun gibt es neue Bemühungen auf politischer Ebene zur Befreiung der Menschen in Nordkorea.


Begegnungen der Hoffnung

Ein Gemeindeleiter aus Nordkorea schildert gegenüber Open Doors den Moment, als er sich kürzlich von einem Mitstreiter verabschiedete: "Mein Herz hüpfte vor Freude. Einmal mehr hatte Gott seine grenzenlose Gnade erwiesen. Dieser Bruder wird nun all die Materialien und Literatur, die ihr uns mit Hilfe eurer Unterstützer und aller Gebete gebracht habt, anderen Brüdern und Schwestern überbringen. Wir müssen nahe am Herrn bleiben, wenn wir ihm folgen, ganz gleich, wohin er uns führt. Das ist die Hoffnung und Zukunft unserer Kirche. Wir werden nicht davon abrücken. Ich weiß nicht, wie ich euch danken soll für all eure Liebe und eure Gebete."

Woher kommt eine solche Dankbarkeit mitten im Überlebenskampf? Die Christen im Untergrund sind sich sehr bewusst, dass viele ihrer Geschwister in anderen Ländern sich mit ihnen identifizieren. "All die Gläubigen hier möchten euch und den Brüdern und Schwestern in der ganzen Welt danken – für eure Gebete und eure Hilfe. Wir glauben, dass eine strahlende Zukunft vor uns liegt. Wir werden eure Liebe im Herzen tragen und dem Herrn dienen und folgen."

An Weihnachten werden manche unserer Brüder und Schwestern – auch in den Straflagern Nordkoreas – in einem unbewachten Augenblick zum Himmel hochschauen. Sie hoffen mit uns auf Immanuel, das heißt "Gott ist mit uns".


DANKE, dass Sie sich an die Seite der verfolgten Christen in Nordkorea stellen.

•Danken Sie Gott für die Christen in den Untergrundgemeinden.
•Bitte beten Sie für den Erfolg der politischen Bemühungen, dass die Einhaltung der Menschenrechte gegen allen Widerstand verbessert wird.
•Beten Sie besonders für die Christen in den Strafgefangenenlagern, dass sie ihre Hoffnung und ihren Glauben nicht verlieren.
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Bhutan: Pastor Tandin Wangyal ist frei!

Beitragvon Joschie » 04.02.2015 08:59

Bhutan: Pastor Tandin Wangyal ist frei!

Rückkehr zu seiner Familie nach Zahlung einer Geldstrafe
Der bhutanische Pastor Tandin Wangyal befindet sich nach Zahlung einer Geldstrafe wieder auf freiem Fuß. Das seit März 2014 laufende Verfahren gegen ihn ist damit beendet. Das Bezirksgericht von Samtse entschied im Berufungsverfahren, das ursprüngliche Strafmaß von fast vier Jahren auf zwei Jahre und vier Monate oder die Zahlung einer Geldstrafe von umgerechnet 1.400 Euro zu senken. Nach Informationen von World Watch Monitor hat Tandin die Summe bereits gezahlt und konnte darauf nach Hause zurückkehren.


Anlass: Nicht genehmigte christliche Versammlung
Im März 2014 war Pastor Tandin zusammen mit einem anderen Pastor, Mon Thapa, verhaftet und in der Folge wegen "Durchführung einer christlichen Versammlung und Vorführung eines Filmes ohne Genehmigung" sowie der "Veruntreuung öffentlicher Gelder" angeklagt worden. Anlass war ein Treffen mit etwa 30 Christen gewesen, die um ein Seminar gebeten und zum Teil selbst lange Anreisen zu dem Treffpunkt auf sich genommen hatten. Zur Einführung hatte Tandin ein christliches Musikvideo gezeigt. Den schwerwiegenden Vorwurf, er habe Menschen unter Druck zum christlichen Glauben "verführen" wollen, entkräftete er mit dem Hinweis, alle Anwesenden seien ohnehin Christen gewesen. Die Polizei bestätigte dies später. Während sein Kollege durch Zahlung einer Geldstrafe freikam, erhielt Tandin ein härteres Urteil und ging daraufhin in Berufung. In seinem schriftlichen Einspruch schilderte er unter anderem seinen persönlichen Glaubensweg und betonte, die Christen in Bhutan beteten für ihr Land und dessen König.

Während der Berufungsverhandlung waren auch Tandins Frau Nengboi und seine Söhne Kuenrab und Phuensum anwesend. Zu ihrer Überraschung erteilte der Richter auch ihnen das Wort, versicherte ihnen jedoch, ihre Stellungnahmen würden nicht ins Protokoll aufgenommen.


Christen werden als Bedrohung der bhutanischen Identität wahrgenommen
Bis zu den ersten demokratischen Wahlen im Jahr 2008 existierte die Kirche im Königreich Bhutan fast vollständig im Untergrund. Seitdem gibt es kleine Fortschritte, doch Christen haben weiterhin keinen Rechtsstatus und sind stark von der Willkür der Behörden und der Gunst ihrer Nachbarn abhängig. Der Buddhismus gilt als zentrales Element der bhutanischen Identität und damit als Garant für den Fortbestand der heimischen Tradition und Kultur. Auf dem Weltverfolgungsindex rangiert Bhutan aktuell an 31. Stelle unter den Ländern, in denen Christen am stärksten bedrängt werden.


Bitte Beten Sie für die Christen in Bhutan
•Danken wir Gott gemeinsam für den guten Ausgang des Prozesses und die Wiedervereinigung der Familie
•Beten Sie bitte weiter für die kleine Gemeinschaft der Christen, dass sie sich ungehindert treffen und im Glauben wachsen können
•Beten Sie besonders für eine gute Ausbildung der Pastoren und um Schutz bei all ihren Aktivitäten
Quelle:Hier
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Pakistan: Mörderische Anschläge auf Kirchen

Beitragvon Joschie » 22.03.2015 09:33

Pakistan: Mörderische Anschläge auf Kirchen

Tief erschütterte Christen bitten um Gebet


(Open Doors) - Möglichst viele Christen sollten sterben - mit diesem Ziel verübten Attentäter am Sonntag, dem 15. März, zwei Anschläge auf die Katholische St. Johannes und auf die Evangelische Christuskirche im pakistanischen Lahore. Ein dritter Anschlag konnte offensichtlich verhindert werden. Die Angreifer hatten versucht, während der Gottesdienste in die voll besetzten Kirchen vorzudringen, wurden aber durch anwesende Sicherheitskräfte aufgehalten und zündeten ihre Sprengsätze vor den Kirchen. Dennoch verloren Berichten vom Sonntagabend zufolge 15 Menschen ihr Leben, darunter eine schwangere Frau, zwei Kinder aus der Sonntagsschule sowie zwei Polizisten. Etwa 100 Christen wurden verletzt, viele von ihnen schwer.

Die pakistanischen Taliban bekannten sich zu den Anschlägen und drohten weitere an, "bis Pakistan die Vorgaben eines Islamischen Staates einhält". Pakistans Premier Nawaz Sharif verurteilte die Taten aufs Schärfste.

Open Doors ruft zum Gebet auf, besonders für die Angehörigen der Getöteten wie auch für die vielen Verletzten in den Krankenhäusern. "Wir sind als christliche Gemeinschaft heute Abend schwer getroffen", teilte ein Sprecher mit.


Schwer traumatisierte Christen
Ein Pastor berichtet, dass er den ganzen Tag mit Christen gebetet und geweint und ihren schmerzvollen Schilderungen zugehört habe. "Ich bin so dankbar, dass ihr jetzt angerufen und mit mir gebetet habt, denn ich kann die Bilder von Blut und zerfetzten Körpern nicht aus meinen Gedanken bekommen", äußerte er gegenüber Open Doors Mitarbeitern. Eine Krankenschwester sprach davon, dass sie im Angesicht des Todes und größter Furcht sich daran erinnert habe, dass Gott sie liebt und sie dadurch Frieden empfangen habe.

Die beiden Kirchen befinden sich neben weiteren Kirchen im christlichen Viertel von Lahore, die von den starken Explosionen ebenfalls erschüttert wurden. Eine Christin berichtet von ihrem Neffen, der die Geschehnisse in einer angrenzenden Kirche miterlebte und bis zum Abend nicht mehr zu beruhigen war, nachdem seine Familie bei ihrer Rückkehr nach Hause auch dort Granatsplitter vorfand. Die Detonationen und Gewehrschüsse sowie die Bilder der Ermordeten haben die Gläubigen schwer traumatisiert. Open Doors steht den Christen durch Partnerdienste und Kirchen vor Ort zur Seite.



Bitte beten Sie für die Christen in Pakistan
•Danken Sie Gott dafür, dass eine noch schlimmere Bluttat durch das Eingreifen der Wachen verhindert wurde
•Beten Sie für die Familien, die Angehörige verloren haben
•Beten Sie um Schutz für die Christen und dafür, dass sie dieser Botschaft des Hasses die Botschaft von Gottes Liebe entgegensetzen
•Beten Sie bitte für Frieden im Land. Direkt nach den Anschlägen kam es zu Unruhen und tödlichen Vergeltungsschlägen gegen mindestens zwei Muslime.
•Beten Sie für Gespräche zwischen Regierung und christlichen Leitern
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Laos: Christlicher Glaube per Gesetz verboten!

Beitragvon Joschie » 21.04.2015 17:41

Laos: Christlicher Glaube per Gesetz verboten

Seit Anfang 2015 zahlreiche Übergriffe und Verhaftungen
Die Christen im buddhistischen Laos erlebten während der ersten drei Monate dieses Jahres massive Unterdrückung. Dazu zählt ein deutlicher Anstieg der Verhaftungen, konstanter Druck vonseiten der Behörden und die Vertreibung vieler christlicher Familien aus ihrer Dorfgemeinschaft. Auslöser für die meisten Vorfälle war die Hinwendung Einzelner oder ganzer Gruppen zum christlichen Glauben.

Interesse am Evangelium ruft Behörden auf den Plan
Im Februar 2015 wurden die Pastoren Bhaw* und Han Sy* inhaftiert. Sie hatten bei einem Hausbesuch für zwei Familienmitglieder gebetet, die trotz medizinischer Bemühungen schon lange unter einer hartnäckigen Krankheit litten. Wenige Tage nach dem Gebet erfreuten sich beide wieder guter Gesundheit, wie ein lokaler Open Doors Kontakt bestätigte. Die Familie wendete sich daraufhin dem christlichen Glauben zu und erhielt in der Folgezeit viel Besuch von neugierigen Dorfbewohnern, die Näheres über die Genesung und den neuen Glauben der Familie erfahren wollten. Das rief die Behörden auf den Plan und brachte den beiden Pastoren den Vorwurf ein, die öffentliche Ordnung in der Gegend gestört zu haben.
In der Provinz Xaisomboun übte ein Dorfältester massiven Druck auf fünf christliche Familien aus, ihren Glauben an Jesus abzulegen. Als diese sich weigerten, wurden sie ins Gefängnis geworfen. Bereits seit November 2014 befinden sich zwei christliche Leiter in Haft, weil sie das Evangelium verbreitet hatten.


Glauben an Jesus Christus als Straftatbestand
30 Christen aus sieben Familien wurden im Januar aus ihrem Dorf in der Provinz Xayaboury verstoßen. Dabei handelte es sich nach Open Doors Informationen um Christen, die sich erst vor kurzem von den üblichen Gebräuchen des Ahnenkults (Animismus) losgesagt haben. Nachbarn hatten deren Sinneswandel bemerkt und daraufhin die Polizei verständigt. Die betroffenen Familien leben jetzt bei Verwandten in anderen Dörfern.
In einem Bezirk der Provinz Houa Phan ist einheimischen Bürgern der Glaube an Jesus Christus per Gesetz verboten. Wird eine Person beim Ausüben christlicher Handlungen im privaten oder öffentlichen Rahmen erwischt, so wird sie aus der Gemeinschaft verstoßen.

Beamter lässt Gemeindeälteste absetzen
Auf eine große christliche Gemeinde in der Hauptstadt Vientiane üben die Behörden in anderer Weise Druck aus. Ein Regierungsbeamter, der sich selbst zur Gemeinde zählt, hat nach der jüngsten Wahl der Gemeindeältesten die Absetzung von fünf der zehn Neugewählten gefordert und mit behördlichen Konsequenzen gedroht. Ein Open Doors Kontakt berichtet: "Die Gemeinde beugte sich dem Druck und setzte fünf andere Personen ein, die allerdings ihren Glauben weniger ernst nehmen als behördliche Vorgaben. Damit hat die Regierung genau das erreicht, was sie will."

Open Doors unterstützt die vertriebenen Christen in Laos beim Neuaufbau ihrer Existenz, setzt sich für inhaftierte Christen ein und trägt durch vielfältige Literatur- und Ausbildungsprojekte zur Stärkung der lokalen Gemeinden bei. Auf dem Weltverfolgungsindex 2015 steht Laos an 28. Stelle unter den Ländern, in denen Christen wegen ihres Glaubens verfolgt werden.
*Namen aus Sicherheitsgründen geändert


Bitte beten Sie für die Christen in Laos
Bitte beten Sie um Stärkung der laotischen Christen in ihrem Glauben, der durch die Vertreibung oder Inhaftierung oft auf eine harte Probe gestellt wird
•Beten Sie für die Dorfältesten, dass sie sich dem Evangelium nicht verschließen und den Christen Schutz gewähren
•Beten Sie für die Pastoren und christlichen Leiter, dass sie ihre Gemeindemitglieder gut auf die Herausforderungen des Glaubens vorbereiten und selbst Vorbilder im Glauben sind

Quelle
Tod, wo ist dein Stachel? Totenreich, wo ist dein Sieg? 1Kor 15,55

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Turkmenistan: Verschärfte Lage für Christen

Beitragvon Joschie » 17.06.2015 17:56

Turkmenistan: Verschärfte Lage für Christen

Präsident Berdimuhamedow lässt sich in der Hauptstadt Aschgabat mit Statue ehren

(Open Doors, Kelkheim) – Das autokratische Regime um Turkmenistans Präsidenten Berdimuhamedow hat den Druck auf Christen weiter erhöht, melden Partner des überkonfessionellen Hilfswerks Open Doors. Christen zufolge ist in dem streng abgeschotteten Land der Besitz christlicher Literatur, CDs und DVDs mit christlicher Musik oder Lehrmaterialien problematisch bzw. führt zur Verhaftung. Pastoren und Leiter werden beobachtet und mit Gefängnisstrafen bedroht. Einzelne Gemeinden versammeln sich nun nicht mehr öffentlich, sondern nur noch nachts und an geheimen Orten.

Etwa 90 Prozent der Bevölkerung folgen dem sunnitischen Islam. Neben russisch-orthodoxen gibt es auch katholische und protestantische Kirchengemeinden, sowie Christen muslimischer Herkunft.

Christliche Leiter werden rund um die Uhr bewacht und bitten um Gebet
Im Mai kontaktierten Mitarbeiter des turkmenischen Geheimdienstes SNB die Lehrerin Khadisha Apa*, die einer Untergrundgemeinde angehört. Sie forderten Informationen über Besucher der Gemeinde sowie über protestantische Christen im Land. Khadisha weigerte sich und verwies darauf, dass sie die gewünschten Informationen nicht hätte. Der SNB wird die 45-Jährige weiter beobachten.

Pastor Zaurbek* leitet eine protestantische Gemeinde. Wegen seiner christlichen Aktivitäten wird er auf Schritt und Tritt beobachtet. Der Polizei ist zudem bekannt, dass der Bruder des Pastors in Europa lebt und für einen christlichen Fernsehsender tätig ist. Er bat – wie andere Leiter – im Mai um Gebet.

Auch Pastor Nurjamal* berichtete im Mai von ständiger Überwachung. Im März dieses Jahres wurde ihm die Verbreitung religiöser Schriften angelastet und mit zwei Wochengehältern Strafe geahndet, nachdem bei einem Freund von ihm eine Bibel und ein Neues Testament gefunden wurden.

Zunehmende Restriktionen in Verbindung mit Persönlichkeitskult
Bereits der Vorgänger des heutigen Präsidenten pflegte einen ausgeprägten Personenkult. Präsident Berdimuhamedow steht ihm nicht nach. Am 25. Mai 2015 wurde in der Hauptstadt Aschgabat ihm zu Ehren ein 21 Meter hohes Monument aus weißem Marmor eingeweiht, auf dessen Spitze –mit Blattgold überzogen – erstrahlt hoch zu Ross der Präsident mit einer Friedenstaube in der Hand. Die Anwesenden riefen "Ehre sei Arkadag" (turkmenisch für Beschützer / offizieller Titel des Präsidenten). Frieden erfahren die Christen von ihm jedoch nicht in dem Land, das Platz 20 unter den Ländern einnimmt, in denen Christen weltweit wegen ihres Glaubens verfolgt werden.

In Zusammenarbeit mit einheimischen Kirchen und Christen unterstützt Open Doors die Gemeinden durch Schulungen für Kinder, Frauen und Leiter sowie Hilfe zur Selbsthilfe.

*Namen aus Sicherheitsgründen geändert

Stellen Sie sich an die Seite der Christen in Turkmenistan
Bitte beten Sie um Weisheit für die bedrängten Pastoren und Leiter.

Beten Sie um Schutz für die Gemeinden, die sich im Verborgenen treffen, dass sie im Glauben wachsen.
Beten Sie bitte auch für die Christen muslimischer Herkunft, die in vielen Fällen extrem von ihren eigenen Familien bedroht und verfolgt werden.
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Sudan: Pastoren wird der Prozess gemacht!

Beitragvon Joschie » 15.07.2015 19:17

Sudan: Pastoren wird der Prozess gemacht

Nun auch Verteidiger in Haft genommen!
Am 2. Juli 2015 entschied ein Gericht in der sudanesischen Hauptstadt Khartum, dass gegen die beiden südsudanesischen Pastoren Yat Michael und Peter Yen die Hauptverhandlung eröffnet wird. Die gegen sie erhobenen Vorwürfe, darunter Spionage, könnten im schlimmsten Fall die Todesstrafe nach sich ziehen (Open Doors berichtete).

Der Entscheidung war eine ausführliche Darlegung der Vorwürfe und Beweise durch die Staatsanwaltschaft in einem Vorprozess vorausgegangen. Die Pastoren befinden sich seit über einem halben Jahr in Untersuchungshaft
(Bericht).

Prozess am 14. Juli 2015 - 15 Minuten Vorbereitungszeit
Ihr Anwalt Muhaned Mustafa muss nun dem Gericht die Unschuld der beiden Pastoren beweisen und hat zur Vorbereitung darauf bis zum Prozess am 14. Juli 2015 Zeit. Seine Arbeit wird dadurch erschwert, dass ihm lediglich 15 Minuten Zeit unmittelbar vor der Verhandlung gewährt wurden, um sich mit seinen Mandanten abzustimmen.

Seinen Antrag, die beiden vorher im Gefängnis besuchen zu dürfen, lehnte der Richter ab. Begründung: Die Handhabung des Besuchsrechts obliegt im Sudan allein der Gefängnisleitung - und die hatte bereits zuvor jegliche Besuchserlaubnis verweigert. Diese Entscheidung steht in klarem Widerspruch sowohl zu sudanesischem als auch zu internationalem Recht.

Im Vorprozess befragte der Richter die Pastoren unter anderem zu einer auf ihren Computern installierten "Studienanleitung über den Nationalen Geheim- und Sicherheitsdienst des Sudans". Beide gaben an, ihnen sei weder ein solches Programm bekannt noch wüssten sie, wie es auf ihren Computer gelangt sei.


Willkürliche Zerstörung von Teilen einer Kirche durch die Polizei
In einer weiteren besorgniserregenden Wendung der Ereignisse steht Muhaned Mustafa inzwischen ebenfalls unter Anklage. Wie das Amerikanische Zentrum für Recht und Gerechtigkeit berichtet, wurde er am 1. Juli 2015 zur "Khartoum Bahri Evangelical Church" gerufen.

Dort waren Polizisten in Begleitung eines Abrisskommandos erschienen, um Teile der Kirchengebäude abzureißen. Allerdings wollten sie einen Teil zerstören, den die behördliche Anweisung nicht erwähnte. Wegen ihres Protestes gegen dieses Unrecht wurden zunächst der Pastor Hafez und später Muhaned Munir in Haft genommen. Beide kamen später auf Kaution wieder frei, werden sich jedoch in einem Strafprozess verantworten müssen.

Druck auf Christen und andere Minderheiten wächst weiter
Erst im vergangenen Jahr geriet der Sudan wegen des Todesurteils gegen die Christin Meriam Ibrahim in die Schlagzeilen. Als Tochter eines muslimischen Vaters war sie jedoch bei ihrer christlichen Mutter aufgewachsen und hatte einen Christen aus den USA geheiratet. Deshalb wurde sie wegen "Abfalls vom Glauben" zum Tod verurteilt. Weltweite massive Proteste und die gezielte Intervention der USA führten schließlich zu ihrer Freilassung, allerdings erst, nachdem sie mit Ketten gefesselt ihr zweites Kind im Gefängnis entbunden hatte.

Der Sudan belegt aktuell Platz 6 auf dem Open Doors Weltverfolgungsindex, einer Rangliste der Länder, in denen Christen wegen ihres Glaubens verfolgt werden.



Bitte beten Sie für die Christen in Sudan
-Bitte beten Sie für den Prozess am 14. Juli 2015, dass Jesus dem Anwalt Muhaned Mustafa übernatürliche Weisheit gibt und das Herz des Richters lenkt.
-Beten Sie für die christliche Gemeinschaft im Sudan, dass sie sich von den Druckmitteln des Staates nicht einschüchtern lassen.
-Beten Sie für die Familien der Angeklagten, die ihre Väter und Ehemänner seit Monaten entbehren und nun das Schlimmste befürchten müssen.
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Nordafrika: Zu Besuch in einer Hausgemeinde!

Beitragvon Joschie » 29.08.2015 18:14

Nordafrika: Zu Besuch in einer Hausgemeinde

"Ich weiß, dass Gott seine Leute nicht vergisst"
Es ist heiß und stickig, doch frohes Lachen erfüllt den Versammlungsraum. Die Besucher sitzen auf weißen Plastikstühlen. Vorhänge an den Fenstern schützen sie vor neugierigen Blicken. In einer Ecke befindet sich ein Regal mit Bibeln und anderer christlicher Literatur, die man in den lokalen Buchläden nicht findet. Woche für Woche treffen sich hier 10 bis 15 junge Christen aus der Stadt und den umliegenden Dörfern. Es ist die einzige Gemeinde in der Gegend. Die Gläubigen haben das kleine Haus vor ungefähr einem Jahr angemietet, um einen Ort zu haben, an dem sie gemeinsam Gott anbeten, das Abendmahl feiern und sich über ihren Glauben austauschen können. Da sie alle mit ihren nichtchristlichen Familien zusammen wohnen, können sie sich nicht in ihren Privathäusern versammeln.

Zuversicht trotz finanzieller Probleme
Die Gemeindemitglieder sind sehr dankbar dafür, dass sie hier so ungestört zusammenkommen können - in ihren Heimatdörfern wäre das oftmals nicht möglich. Problematisch ist allerdings, dass viele der jungen Männer keine feste Arbeit haben. Damit ist nicht nur ihre persönliche Versorgung gefährdet, sondern es besteht auch die Gefahr, dass die Miete und die Stromrechnungen für das Gemeindehaus nicht mehr bezahlt werden können.

Trotzdem schauen die Christen der Zukunft hoffnungsvoll entgegen und setzen ihr Vertrauen ganz auf ihren Herrn: "Ich weiß, dass Gott seine Leute nicht vergisst. Er vergisst seine Kirche nicht", sagt Adel*. Und Marwan* ergänzt: "Es ist wie in der Apostelgeschichte. Wir sind die erste Gemeinde in dieser Stadt. Wir werden Probleme haben und ein aufopferndes Leben führen müssen, aber ich bin sicher, dass unsere Kinder die Früchte davon ernten werden." Die Gemeinde möchte ein Licht für ihre Stadt und ihre Region sein.

Gemeinde bauen mithilfe von Schulungen
Die kleine Hauskirche ist aus einem Kurs des Talmatha-Jüngerschaftsprogramms von Open Doors hervorgegangen, durch das die wachsende Kirche in Nordafrika gestärkt werden soll. Es zeigt jungen Christen (vor allem muslimischen Hintergrunds) auf, wie sie Jesus Christus nachfolgen und im Glauben wachsen können, und schult sie darin, selbst das Wort Gottes zu lehren und eine Gemeinde zu leiten.
*Namen geändert

Danke, dass Sie sich an die Seite der Christen in Nordafrika stellen!
:arrow: Danken Sie Jesus Christus für den starken Glauben der jungen Christen, die sich in kleinen Hausgemeinden versammeln.
Bitten Sie Gott, dass er seine Kinder auch materiell versorgt und sie sich weiterhin treffen und gegenseitig im Glauben ermutigen können.
Beten Sie für das Talmatha-Jüngerschaftsprogramm, durch das schon hunderte Christen in Nordafrika geschult wurden.
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Ägypten: Christ 38 Monate lang unschuldig in Haft

Beitragvon Joschie » 02.12.2015 20:33

Ägypten: Christ 38 Monate lang unschuldig in Haft

Gericht zögert Freispruch hinaus und verweist auf „Sensibilität" des Falls
– Ein ägyptisches Gericht hat die Berufungsverhandlung gegen einen koptischen Christen erneut vertagt. Der 27-jährige Bishoy Garas war 2012 wegen Beleidigung des Islam sowie des damaligen ägyptischen Präsidenten und der Schwester eines muslimischen Scheichs zu sechs Jahren Haft verurteilt worden. Grundlage der Verurteilung waren Einträge auf der Internetplattform Facebook, die allerdings auf einer gefälschten Seite auftauchten und nachweislich nicht von dem Verurteilten stammten. Sein Freispruch war für den 14. November dieses Jahres erwartet worden, doch nach der Vertagung kann Garas nun frühestens am 13. Februar 2016 darauf hoffen.

Schwerwiegende Anklagen
Angefangen hatte alles am 28. Juli 2012, als Facebook-Freunde Garas ihre Verärgerung über einige seiner Facebook-Einträge mitteilten. Verwundert prüfte er die Angaben und stellte schockiert fest, dass jemand auf Basis seiner Identität ein neues Facebook Konto einschließlich seines Fotos eröffnet hatte. Auf dieser Seite waren anstößige Bilder und persönliche Beleidigungen veröffentlicht. Umgehend warnte Garas auf seiner echten Seite vor dem gefälschten Konto und informierte die Internet-Polizei mit der Bitte, der Angelegenheit nachzugehen. Tags darauf erhob Scheich Mohammed Safwat Tammam bereits Anklage gegen Garas. Der geistliche Führer gehört einer ultrakonservativen Salafistengruppe an und beschuldigte den jungen Mann, seine Schwester, Präsident Mursi und die islamische Religion auf Facebook beleidigt zu haben. Garas erklärte daraufhin den Sachverhalt und stieß bei der Polizei auf Verständnis, der Scheich hielt jedoch an seiner Anklage fest.


Sechs Jahre Haft trotz entlastender Beweise
Beim Gerichtstermin am folgenden Tag wartete vor dem Gebäude schon ein aufgebrachter Mob von Muslimen, die Garas‘ Bestrafung forderten. Der Staatsanwalt war schnell von der Unschuld des Angeklagten überzeugt, doch wegen der wütenden Menge wurde der Angeklagte für vier Tage in Untersuchungshaft genommen. Zwei von Garas‘ Freunden spürten unterdessen den Urheber der falschen Seite auf und brachten eine Aufzeichnung seines Geständnisses zum Gericht. Erstaunlicherweise führte auch dieser weitere Beweis von Bishoy Garas‘ Unschuld zu keiner Wendung. Stattdessen gab es weitere Gerichtstermine, bei denen aufgebrachte Ansammlungen von extremistischen Muslimen mehrfach Garas‘ Tod forderten. Am 18. September 2012 verurteilte ein Gericht in Tima den jungen Mann schließlich zu sechs Jahren Haft.

Ungewöhnliches Resümee
Es dauerte drei Jahre, bis das höchste ägyptische Berufungsgericht in Kairo am 27. Juli dieses Jahres das Urteil gegen Bishoy Garas aufhob und an das Gericht von Tima zurückverwies. Nach weiterer Verzögerung wurde er am 9. Oktober endlich auf freien Fuß gesetzt. Für seinen Anwalt Magdy Farouk Saeed zeigt dies den Einfluss islamistischer Hardliner in den Reihen der Staatsanwaltschaft. Nach 38 Monaten im Gefängnis zieht Garas jedoch ein erstaunlich positives Resümee: „Die Zeit im Gefängnis hat mich Gott näher gebracht. Am Anfang war es wirklich schwer. Ich fragte Gott, warum er mir all das antut. Den einzigen Trost bot mir eine Bibel – aber dieser Trost hat wirklich geholfen.“ Der endgültige Freispruch ist nach Einschätzung von Anwalt Saeed nur noch eine Formsache, stellt allerdings für Garas eine wichtige Voraussetzung dar, um seine Rückkehr in seinen alten Beruf als Lehrer zu erstreiten.

Der lange Weg von Bishoy Garas illustriert anschaulich, wie trügerisch die Lage für Ägyptens Christen auch nach einer Stabilisierung der politischen Verhältnisse im Land weiterhin ist. Trotz eines Präsidenten, der mehrfach sehr positive Signale an die christliche Gemeinschaft gesendet hat, müssen sie im Alltag immer wieder mit Diskriminierung und Anfeindungen kämpfen. Beamte auf kommunaler Ebene zeigen oft eine andere Haltung als die Regierung. Demokratie und Religionsfreiheit sind in Ägypten noch nicht etabliert. Auf dem Weltverfolgungsindex rangiert das Land aktuell an 23. Stelle unter den Ländern, in denen Christen weltweit wegen ihres Glaubens verfolgt werden.



Bitte beten Sie für die Christen in Ägypten
Beten Sie für dafür, dass Bishoy Garas im Februar endgültig freigesprochen wird und unbehelligt weiterleben kann
Beten Sie für die ägyptische Regierung, dass sie die Neuausrichtung des Landes einschließlich der Religionsfreiheit auf allen Ebenen der Behörden durchsetzen kann
Beten Sie, dass die ägyptischen Christen sich von Gottes Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit leiten lassen und ihre Glauben an Jesus klar bekennen
Tod, wo ist dein Stachel? Totenreich, wo ist dein Sieg? 1Kor 15,55


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