Christin verhaftet wegen Schulboykott

Aktuelle Entwicklungen und Vorkommnisse in der Christenheit

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H.W.Deppe
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Christin verhaftet wegen Schulboykott

Beitragvon H.W.Deppe » 28.04.2005 23:38

Sicher habt ihr schon gehört (siehe Betanien Nachrichten Nr. 37), dass in Schloss Holte eine Mutter verhaftet wurde, weil sie ihr Kind nicht mit der Schulklasse in ein Theaterstück gehen ließ.

Interessante Informationen ("Der totalitäre Staat lässt grüssen - NRW Landrat Adenauer lässt rußlanddeutsche Christen inhaftieren") dazu finden sich auf der Seite der Philadlelphia-Schule http://www.philadelphia-schule.de/html/ ... holte.html

Was meint ihr dazu?
Gruß, Werner

Michael Pieper
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Unterordnung unter obrigkeitliche Gewalten!

Beitragvon Michael Pieper » 29.04.2005 09:18

Römer 13.1 ff

Ich denke obiger Textabschnitt sagt ganz klar, wie ein Christ sich verhalten soll, wenn etwas von der Obrigkeit angeordnet wird. Zahle deine Steuern, halte dich an die Verkehrsregeln und insbesondere an das Strafrecht... Nicht damit es Dir gut geht, sonder, weil sie von Gott eingesetzt ist. Widerstand gegen die Obrigkeit heißt Auflehnung gegen Gottes Autorität!

Wenn die Obrigkeit von uns etwas verlangt, dass wir vor Gott nicht vertreten können (z.B. Töte im Krieg), dann müssen wir Gott mehr gehorchen.

Bei dem vorliegenden Fall (ich kenne nur die veröffentlichten Details), liegt klar ein Rechtsbruch seitens der Eltern vor. Der Theaterbesuch war wohl eine Schulveranstaltung, die Teilnahme unterliegt somit der Schulpflicht.

1. Schade, dass das christliche Zeugnis durch solche Aktionen immer wieder beschädigt wird.
2. Die Eltern müssen aufpassen, dass keine Sorgerechtsverfahren anhängig werden. Ihnen muss klar sein, dass sie durch ihr Verhalten den Einfluss auf ihre Kinder völlig verlieren können.

Rolf
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Beitragvon Rolf » 29.04.2005 12:31

Hallo zusammen,

sehr aufschlussreich ist der Text hinter dem Link:

(...) Und am liebsten würde der Herr Landrat diese deutschen Staatsbürger ja auch noch nach Kasachstan zurückschicken. Dorthin hatte sie schon Stalin unter grausamsten Verfolgungen in elendigste Verhältnisse geschickt: ihr „Verbrechen“ damals - sie sind Deutsche! Bis sie als Deutsche zurück in ihr altes Vaterland kommen durften, wurden sie dort ständig als Deutsche verfolgt und diskriminiert. Nun wollen sie friedlich und in völliger Toleranz gegenüber Andersgläubigen als friedliche Christen hier leben. Wie gesagt: keiner dieser zurückgekehrten Deutschen will Gewalt gegen Andersdenkende und anders lebende Mitbürger. Ihr Verbrechen heute: Ihr Christsein. (...)

Sehr sachlich, sehr ausgewogen $:? , und wahrscheinlich einer der Gründe, warum einer der Initiatoren der Philadelphia - Schule sich einer Klage wegen Volksverhetzung und Landesverrat gegenüber sieht.

Beste Grüße vom Westerwald

Rolf

Rolf
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Beitragvon Rolf » 29.04.2005 13:31

Lieber Werner,

entschuldige, dass ich noch etwas Kritisches anmerke. Du schreibst:

´Sicher habt ihr schon gehört (siehe Betanien Nachrichten Nr. 37), dass in Schloss Holte eine Mutter verhaftet wurde, weil sie ihr Kind nicht mit der Schulklasse in ein Theaterstück gehen ließ.´

Diese Aussage ist m.W. falsch, denn die gute Frau wurde verhaftet, weil sie die Geldbuße nicht bezahlen wollte, die nun einmal auf Verletzung der Schulpflicht steht. Es ist eine Sache, bestimmte Dinge nicht mitmachen zu wollen, es ist eine andere, dann die darauf stehende Strafe nicht auf sich zu nehmen, und dafür - bei aller Hochachtung für die Verweigerungshaltung - zu riskieren zu Recht in Erzwingungshaft zu wandern.

Liebe Grüße

Rolf

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Jens
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@Herrn Pieper

Beitragvon Jens » 29.04.2005 13:57

Hallo lieber Herr Pieper,

da Sie nur die veröffentlichten Details kennen, darf man Ihnen Ihren Text wohl nachsehen. Vielleicht sehen Sie aber doch einmal nach, was dort wirklich passiert! Hausunterricht ist in Deutschland eben eine rechtliche Grauzone und es ist keines wegs eine Straftat, Alternativen auszuloten und ggf. dafür vehement einzutreten. (http://www.homeschool.de)

Ihr Verweis auf Römer 13 erscheint mir etwas dünn. Gegen was haben sich denn bitte aufrichtige Christen im 3. Reich zur Wehr gesetzt? Oder was meinten Petrus und die Apostel in der Apostelgeschichte (Apg 5, 29) mit der Aussage, man müsse "Gott mehr gehorchen als den Menschen"? Vermögen Sie die Nöte zu ermessen, in denen gläubige Eltern stecken, wenn sie zusehen müssen, wie ihre Kinder in staatlichen Schulen systematisch mit okkulten, gottlosen und teilweise sexistischen Lehrinhalten überschüttet werden? Daß uns westlich geprägten, weichgespülten Anpassungschristen die teilweise unglaublichen Gottlosigkeiten in staatlichen Schulen nicht mehr sonderlich berühren, ist zwar nicht neu, sollte uns aber beschämen, wenn wir treue Christen aus anderen Ländern darunter leiden sehen. Deren Bemühen sollte uns vielleicht besser die Augen öffnen.

Wie die Ungläubigen über die Angelegenheit denken, ist wohl klar - wir Christen sollten aber mit der Not der Geschwister dort mitleiden und dafür beten, daß die Betroffenen weise handeln. Jedenfalls sollten wir nicht noch draufhauen. Finde ich.

Liebe Grüße, Jens Grapow

Arne.B
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Beitragvon Arne.B » 29.04.2005 14:04

Hallo,

ich denke das es sehr schlimm ist jemanden eine Geldstrafe aufzubrummen, wenn es sich dabei nur darum handelt das Kind zu Hause zu behalten um es vor gewissen, für sie anstössigen, darbietungen zu schützen !
Das ist das Recht der "Eltern" und MUSS es auch bleiben, so lange es nicht das Kind selbst gefährdet !
Die Lehrer die das veranlasst haben sollten mal über das nachdenken was sie den Eltern und somit auch dem Kind an schlechtem zugefügt haben, das steht in keinem verhältnis zu dem was die Eltern als richtig und gut für ihr Kind sehen !
Die Strafe ist nicht gerechtfertigt und entbehrt jeder, der bei Pädagogen so hoch gelobten, Menschlichkeit in der Pädagogik !
Aber das zeigt sehr deutlich wie Menschlich unsere Menschlichkeit ist, sie lehrt ein das Fürchten, denn sie ist unberechenbar !
Jesus ist unverendererbar der Selbe gestern, heute und Morgen !!!!!!

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Beitragvon User1211 » 29.04.2005 15:28

Hallo Arne,

ich kenne nicht die Hintergründe (habe auch nicht die Zeit mir alles zu diesem speziellen Fall durchzulesen), aber mal eine kleine Anmerkung, die ich mir mit etwas juristischen Kenntnissen erlaube (einige Semester BWL und Jura sollten mir das erlauben):

Die Familie ist sicherlich nicht zu einer Geldstrafe von € 150,00 verurteilt worden, weil sie das Kind nicht zum Theater mitgehen ließ. Davor müssen meiner Vermutung nach bereits weitere Verstöße gegen die Schulpflicht vorgelegen haben. Eine Geldbuße ist sicherlich nicht der erste Schritt, den die Schulbehörde geht.

Übrigens war ich (als Kind bibeltreuer Eltern) mit meiner Schulklasse mal in einer Theateraufführung über "Hensel und Gretel". Wieso nicht nachher mit den Kindern drüber reden? Mein (noch ungeborenes) Kind wird sicherlich auch mit dem einen oder anderen Märchen in Kontakt kommen, ohne dass ich es dirket mitkriege. Kinder kann man eh nicht ständig von allem abschotten. Irgendwann müssen sie nun mal "hinaus in die böse Welt" und da sollten wir sie doch so früh wie möglich drauf vorbereiten, oder????
Lieben Gruß
Thorsten

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Beitragvon Jens » 29.04.2005 16:38

Vielleicht weiß der eine oder andere nicht mehr, was sich in unseren Schule so abspielt. Eben erhielt ich den "Christenkurier". Dies is ein Infoschreiben eines in Amerika lebenden Deutschen, der die Szene von dort aus sehr gut beobachtet. Er scheibt folgendes (und ich kann dies nur bestätigen):

1. Schund, schwul und Schule

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1. Schund, schwul und Schule
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Wer sich immer noch nicht erklären kann, warum Christen ihre Kinder aus der öffentlichen Schule herausziehen, für den habe ich hier noch einen weiteren Grund:


--> FDP-Generalin: "Homosexualität gehört in die Schule"

München (idea) - Homosexualität soll Thema im schulischen Unterricht werden. Das fordert die Vorsitzende des Bundestags-Bildungsausschusses, Cornelia Pieper (FDP). "Nur so bauen wir Vorurteile ab", sagte sie dem Nachrichtenmagazin "Focus". Die scheidende FDP-Generalsekretärin plädiert dafür, die Schulbücher zu überarbeiten: "In Textaufgaben und Lesestücken müssen Homosexuelle ebenso vorkommen wie Alleinerziehende oder Patchwork-Familien." FDP-Chef Guido Westerwelle hat sich im Vorjahr zu seiner Homosexualität bekannt. Er fordert ein Adoptionsrecht für alle festen gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaften.

Damit würde der deutsche Staat die Zerstörung der Familie noch weiter fördern, indem die Schulen die Gehirne der Kinder kräftig durchwaschen, bis das sie nicht mehr wissen, was eigentlich eine normale Familie ist. Jetzt fragen Sie: Was ist denn überhaupt "normal"? Meine Norm ist die ewig gültige Norm. Meine Norm ist die endgültige Norm, nach der die Menschen vor Gott gerichtet wird: die Heilige Schrift.

NRW-Wähler sollten die Bemerkungen der FDP-Politiker beherzigen am 22.05 zum Wahltag und FDP-Politiker auf Wahlkampfveranstaltungen drauf ansprechen. Sie sehen hier, wie die Schulen zum Austragungsort eines ideologischen Machtkampfes werden. Das deutsche System will die Christen aus diesem System schön heraushalten, während bevorzugte Bevölkerungskategorien wie die Schwulen gleich bedient werden und nach deren Wünschen werden dann die Schulbücher abgeändert.


Zitat Ende

Das ist aber nur die Spitze des Eisberges.

Lieber Torsten - es geht nicht um den Besuch eines Märchens wie "Hensel und Gretel" - es geht um die systematische Vernichtung von Werten - jeglicher Art. Von der Erziehung zur Gottlosigkeit mal ganz abgesehen. Sicherlich sollen die Eltern mit ihren Kindern reden - wie sollen sie aber, wenn die Kinder zu Hause kaum etwas erzählen, was in der Schule passiert? Ihr Werteempfinden wird ja gerade erst aufgebaut (der besser zerstört)



Gruß, Jens Grapow

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Dafresl
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Beitragvon Dafresl » 29.04.2005 16:39

gelöscht
Zuletzt geändert von Dafresl am 25.08.2010 21:12, insgesamt 1-mal geändert.

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Beitragvon User1211 » 29.04.2005 17:00

Jens hat geschrieben:Lieber Torsten - es geht nicht um den Besuch eines Märchens wie "Hensel und Gretel" - es geht um die systematische Vernichtung von Werten - jeglicher Art. Von der Erziehung zur Gottlosigkeit mal ganz abgesehen. Sicherlich sollen die Eltern mit ihren Kindern reden - wie sollen sie aber, wenn die Kinder zu Hause kaum etwas erzählen, was in der Schule passiert? Ihr Werteempfinden wird ja gerade erst aufgebaut (der besser zerstört)
Lieber Jens,

sooo lange bin ich noch nicht aus der Schule, als dass ich nicht weiß, was da ab geht. Durch die Jugend in unserer Gemeinde bekomme ich auch noch einiges aktuelles mit.

Was meine Bezugnahme auf "Hensel und Gretel" angeht: Es wird hier im Forum und auch in dem Rundbrief vom Betanienverlag so dargestellt, dass den Eltern die Strafe von € 150,00 auferlegt wurde, weil sie ihr Kind nicht zur Theateraufführung von "König Drosselbart" mitgelassen haben. Und in diesem einen Punkt kann ich die Eltern nicht verstehen, wußten sie doch genau, was das Kind da zu sehen bekommen würde. Dass sie vielleicht aus anderen Gründen vorher zum Schutz ihres Kindes gegen die Schulpflicht verstossen haben, kann ich vielleicht noch nachvollziehen, nicht jedoch (wie von Rolf schon geschrieben), dass man sich weigert die wegen der Verstöße auferlegte Strafe zu bezahlen.

Mir kommt diese Weigerung so ähnlich vor wie: Ich bin zu schnell zur Gemeinde gefahren, zahle aber den Strafzettel nicht, weil es ja um des Herrn willen war (ironisch gemeint).

Noch Bezug nehmend auf den von Dir zitierten Artikel:
Mich wundert, dass durch die evangelikale Landschaft kein Aufschrei bezüglich des zum Pflichtfach erklärten Werteunterrichtes an Berliner Schulen geht. Da ist ein bekennender Schwuler dabei uns Christen vorzuschreiben, wie die Werte aussehen, die unseren Kinder vermittelt werden. Dieser fehlende Aufschrei löst bei mir Kopfschütteln aus, auch wenn man vielleicht sagen kann, dass diese verdrehten Werte eh schon lage gelehrt werden.
Lieben Gruß
Thorsten

Reiner
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Beitragvon Reiner » 29.04.2005 19:28

Hallo!

Nur einige Anmerkungen:
- Laut Schulordnung besteht für alle Schulveranstaltungen Teilnahmepflicht.
- Schulveranstaltungen werden in der Schulkonferenz festgelegt.
- Die Schulkonferenz ist an Grundschulen mit Elternvertretern und Lehrervertreter paritätisch besetzt (bei Stimmgleichheit entscheidet der Schulleiter), an weiterführenden Schulen sind auch Schüler beteiligt.

Bitte: Engagiert Euch an den Schulen! (Ich konnte selbst einiges durch Mitarbeit in der Schulkonferenz und als Schulpflegschaftsvorsitzender erreichen!)

Weitere Anmerkungen:
- Eine Befreiung von Schulveranstaltungen ist nur aus wichtigen Gründen möglich (Da ich im vorliegenden Fall nicht den ganzen Sachverhalt kenne, möchte ich keine Vermutungen äußern, ob eine Befreiung möglich gewesen wäre oder nicht)

Eine Unklarheit besteht im Umsetzen der Verordnungen im Bezug auf die Einwilligungserklärung der Personensorgeberechtigten:
Bei einer Schulveranstaltung ausserhalb des Schulgeländes und wenn mit der Schulveranstaltung Kosten verbunden sind, müssen in der Regel vorab genaue Informationen weitergegeben und das Einverständnis über Übernahme der Kosten und Teilnahme von den Sorgeberechtigten eingeholt werden.
Was aber geschieht, wenn der Personensorgeberechtigte sich weigert sein Einverständnis zu geben?
Kann der Schüler ohne Zustimmung der Sorgeberechtigten zur Teilnahme gezwungen werden?
Wozu dann überhaupt erst die Einverständniserklärung?
Dieserhalb habe ich mich im Jahr 2003 an die Bezirksregierung in Köln gewandt und die telefonische Mitteilung erhalten, dass man wegen dieser juristischen Unsicherheit keine Ordnungsmaßnahmen ( wie Bußgeld) verhängt.
Soweit erstmal
Gruß Reiner

Arne.B
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Beitragvon Arne.B » 29.04.2005 19:40

Hallöchen,
habe mal wieder meinen Text geändert !

Ich würde mich sehr Freuen wenn bei solchen Nachrichten hintergrund informationen genant werden könnten, denn sie würden einem bei überlegungen sehr weiterhelfen und nicht zu Spekulationen führen.

Noch zu User 23 - zu dem was du sagtest wollte ich nur sagen, es ist gut wenn man mit seinen Kindern über solche dinge Redet, aber wen einem der inhalt solcher Theatersücke bekannt ist, warum sollte ich meinem Kind das zumuten.
Ich selbst komme aus einen nicht christlichen Elternhaus und muss heute sagen, sicherlich hat vielles mir zum guten mitgewirkt, aber meine Eltern hätten mir vieles ersparen können hätten sie sich mehr für mich interessiert.
Doch es muss und das sage ich immer wieder das Recht der Eltern bleiben für ihre Kinder zu entscheiden, und nicht eine Staatliche Gewalt !
Im sinne unseres Herrn Jesus Christus, dürfte es auch für ein Kind Gut sein, oder was meinst du ?

twiediger
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Lanze brechen für chr. Lehrer

Beitragvon twiediger » 30.04.2005 10:03

Letztes Jahr habe ich ein Jahr an einer Grundschule gearbeitet (nicht als Lehrer) und war doch überrascht, mit welch einer Selbstverständlichkeit Grundschullehrer nicht-chrlistliche Werte im Deutsch- und Sachunterricht vermittelten. Das hat mich neu fragen lassen, ob ich meine Kinder in spe wirklich auf eine öffentliche, staatliche Schule schicken will.

Andererseits war ich auch überrascht, dass viele christlichen Eltern der Gegend, die ihre Kinder auf diese Grundschule schicken, sich wenig an der Schule engagieren, z.T. nicht einmal zu Konferenzen und Besprechungen erscheinen. Das ist kein gutes Zeugnis für ungläubige Lehrer und hilft den Kindern auch nicht weiter. Deshalb kann ich dem o.g. Aufruf nur zustimmen: Eltern, engagiert euch an den Schulen!

Ich möchte an dieser Stelle einmal eine Lanze brechen für Christen, die als Lehrer an öffentlichen Schulen unterrichten und gegen den allgemeinen Trend ankämpfen müssen. Ich habe mich sehr gefreut, als mir mein Nachhilfeschüler vom Biologieunterricht an seiner Hauptschule erzählte. Es wird von der Lehrerin nicht nur das Evolutionsmodell, sondern auch das kreationistische Modell vorgestellt (woran sie als Christen glaubt). Das hat sie einige Gespräche mit der Schuldirektion gekostet - aber sie hat die Erlaubnis bekommen, beide Ansätze unterrichten zu dürfen.

Mich freut dieses Beispiel. Und ich denke, solche Lehrer(innen) brauchen gerade unsere Unterstützung, Anerkennung und Ermutigung, ihren Dienst weiterhin treu machen zu können - sicherlich manchmal entgegen vieler Kollegen und den Vorgaben des Kultusministeriums.
Thorsten

Antipas
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Registriert: 28.04.2005 21:39

Beitragvon Antipas » 30.04.2005 11:56

Ich möchte als Redakteur der Seite www.philadelphia-schule.de zu der Sache Stellung nehmen. Es liegen hier zwei verschiedene Fälle vor. In Paderborn tobt seit Monaten eine ziemliche Auseinandersetzung weil 7 rußlanddeutsche Familien aus Glaubensgründen ihre Kinder zu Hause unterrichten wollen, was international Homeschooling genannt wird und in fast ganz Europa außer Deutschland problemlos möglich ist. Nur hier wird man deswegen ziemlich diskriminiert. Wir sind selbst übrigens auch eine Homeschoolingfamilie und möchten das nicht mehr missen. Wer näheres Interesse hat, kann sich gern bei mir melden.
Der andere Fall ist der in Schloß Holte wo jetzt Christen inhaftiert werden. Dort ging es nicht um Homeschooling sondern um den Besuch eines Theaterstücks, deren Besuch die Eltern für ihr Kind nicht wollten. Wegen diesem Verstoss wurde ein Bußgeld verhängt und weil dieses nicht gezahlt wurde, ordnete der Landrat Erzwingungshaft an. Nun ist es ja schon ein Unding an sich, daß wegen der Nichtteilnahme an einem Theaterstück Bußgeld verhängt wird. Ein Staat der sich freiheitlich nennt, hat eine solche Entscheidung aus Gewissensgründen zu respektieren. Ich hatte Adenauer empfohlen die Sache nicht so hoch zu hängen, sondern das Kind dann in dieser Zeit am Unterricht einer Parallelklasse teilnehmen zu lassen. Was spricht denn dagegen? Man kann zum Theater unterschiedlich stehen, wenngleich die Glaubensväter den Theaterbesuch für Christen abgelehnt haben ("sitzet nicht da die Spötter sitzen" Psalm1). Aber auch wenn man anderer Meinung ist, sollte man sich doch soviel Toleranz bewahren, daß man unterschiedliche Gewissensentscheidungen zumindest respektiert, sonst gleiten wir in eine totalitäre Gesinnungsdiktatur ab, die nur noch eine Einheitsmeinung gelten lässt. Was ist denn, wenn es morgen kein Theaterstück mehr ist, wo man zu gezwungen wird, sondern ein Besuch bei "Pro Familia" (besser hieße es Contra Familia) ansteht mit entsprechenden stimulierenden Sexfilmen oder einer ansprechenden Präsentation der Homosexualität? Werden wir dann auch ins Gefängnis wandern, weil wir dies für unsere Kinder nicht wollen? Entweder gilt die Gewissensfreiheit noch in unserem Land oder man soll offen sagen, daß sie abgeschafft ist und wir in einem obrigkeitshörigen Staat leben in dem nur noch Unterordnung und totaler Gehorsam gefragt sind. Das Bußgeld wurde nicht gezahlt, weil die Eltern sich nicht schuldig fühlen, sondern ihre Entscheidung als von Gott her richtig ansehen. Ein Bezahlen des Bußgeldes hätte für sie bedeutet, daß sie damit bekennen schuldig zu sein im Sinne des Gesetzes. Dies konnten sie aus nachvollziehbaren Gründen nicht. Mich erschreckt wie auch zunehmend Christen nicht mehr erkennen wohin unser Land steuert und man weitgehend eingeschlafen ist gegenüber freiheitsbedrohenden Tendenzen. Im Ausland wird dies noch viel deutlicher gesehen, wie mir Zuschriften und Emails aus aller Welt bezeugen.

Jörg Großelümern
Internetredaktion www.hausunterricht.org und www.philadelphia-schule.de
infó@hausunterricht.org

Rolf
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Beitragvon Rolf » 30.04.2005 12:19

Lieber Jörg,

was ich nicht ganz verstehe: normalerweise kann ich im ersten Schritt gegen einen Bußgeldbescheid Widerspruch einlegen. Wird dieser abgewiesen habe ich die Möglichkeit, dagegen den Rechtsweg ein zu schlagen. Erst wenn alle diese Möglichkeiten nicht zu einer Aufhebung des Bescheides führen, kann m.W. eine Exekutive Erzwingungshaft anordnen. Wie war das denn im Falle dieser Familie? Haben Sie den Rechtsweg beschritten? Oder haben sie es einfach laufen lassen?

Gruß

Rolf


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