Neue Luther Bibel 2009

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Moderator: Joschie

eugen
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Neue Luther Bibel 2009

Beitragvon eugen » 05.08.2013 21:06

Ich bin momentan auf der Suche nach einer Kindle-Version für die Luther-Bibel '84. Leider gibt es da nicht allzu viel Auswahl. Das, was da ist, scheint nicht besonders gut zu sein.
Gestern abends bin ich auf die Alternative Luther-Bibel 2009 (die Neue Luther Bibel) gestoßen. Da ich bisher keinerlei Erfahrung mit dieser Bibel habe, wollte ich mal in die Runde fragen, wie ihr sie findet. Vielleicht hat sie jemand schon, oder kennt jemand, der jemand kennt... :)
Als Ausgangsbasis die 1912er-Luther-Bibel zu nehmen, scheint mir nicht verkehrt zu sein. Die Frage ist nur wieviel davon überarbeitet wurde :)

Gruß
Eugen

Jose
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Re: Neue Luther Bibel 2009

Beitragvon Jose » 10.07.2015 18:24

Die Frage hier ist vermutlich nicht mehr aktuell für den Fragesteller, möchte aber doch antworten, dass in meinem Bekanntenkreis einige die Bibelübersetzung verwenden und damit sehr zufrieden sind.

Die Frage ist aber berechtigt, was sich wohl noch geändert hat. Auf der Webseite ist als Beispiel erwähnt:
Theologische Kernbegriffe wie etwa „Buße“ bleiben dabei unangetastet, aber statt z. B. im Geist zu „wandeln“, wird der Christ jetzt aufgefordert, im Geist zu „leben“.

So lautet Galater 5,16 in der LBN:
Ich sage aber: Lebt im Geist, dann werdet ihr euren natürlichen Begierden nicht nachgeben.

Während in der Luther 1912 es heißt:
Ich sage aber: Wandelt im Geist, so werdet ihr die Lüste des Fleisches nicht vollbringen.


Für die Onlinenutzung habe ich mir übrigens die
NeueLuther Bibel - BibelCarD im Kreditkartenformat
La Buona Novella CH
ISBN/EAN: 9783037710388
gekauft. Die 2,95 EUR sind für mich eine gute Investition.

Gast

Re: Neue Luther Bibel 2009

Beitragvon Gast » 07.03.2017 21:37

Die Frage habe ich jetzt erst gesehen. Wir schreiben schon das Jahr 2017!!!
Und es gibt auch schon wieder eine Nachfolgebibel die Luther Bibel 2017!!!
Ich habe sie miteinander verglichen. Es gibt einige kleine Verbesserungen. Aber ehrlich gesagt ist sie im Grunde nicht besser!!
Wer eine wirklich gute Übersetzung haben möchte -- ohne das ganze Texte weggelassen werden oder in Fuß texte verband werden--.
Der sollte sich die Schlachter 2000 oder die Luther Bibel 2009 zulegen. Kleine Beispiele: vergleiche
Markus 15,28
Erfüllung der Prophezeiung weggelassen!!

Luther 1984 und Luther 2017
Weggelassen
Schlachter 2000 – auch in Luther 2009 und 1912 zu finden.
Da wurde die Schrift erfüllt, die da spricht: Und er ist unter die Übeltäter gerechnet worden.

Johannes 6:47

Luther 1984
Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer glaubt, der hat das ewige Leben.
Luther 1912
Wahrlich, wahrlich ich sage euch: Wer an mich glaubt, der hat das ewige Leben. (Anmerkung wer an Jesus Christus glaubt)

Apostelgeschichte 8:37
Luther 1984, Luther 2017 und andere.
Einfach weggelassen bzw. in den Fußtext verbannt. Warum????
Luther 1912 (Luther 2009)
Philippus aber sprach: Glaubst du von ganzem Herzen, so mag´s wohl sein. Er antwortete und sprach: Ich glaube, daß Jesus Christus Gottes Sohn ist.
Schlachter 2000
Da sprach Philippus: Wenn du von ganzem Herzen glaubst, so ist es erlaubt! Er antwortetet und sprach: Ich glaube, daß Jesus Christus der Sohn Gottes ist!

und so gibt es noch viele, viele Beispiele.......Eine Luther Bibel 1984 ist nicht das richtige Instrument für ein Bibelstudium, da viel weggelassen wurde oder verfälscht wurde. Die Bibel 2017 ist nur in Kleinigkeiten besser als die Luther 1984. Für meinen Teil lohnt sich weder die 1984 noch die 2017. Auch die Bibel Neues Leben , Elberfelder, Neue Genfer Übersetzung, Gute Nachricht, Einheitsübersetzung und Neue evangelistische Übersetzung kommen an die Übersetzung der Luterbibel 2009 und der Schlachter 2000 nicht dran, da vieles verändert oder sogar weggelassen wurde. Jeder mag das für sich selber prüfen! 1. Thess. 5,21 Prüft alles, das Gute behaltet! Wer nicht alle Bibeln zu Hand hat, kann dies auf https://www.bibleserver.com nachlesen. Leider ist die Luther Bibel 2009 und die Luther Bibel 1912 nicht vorhanden. Jedoch die Schlachter 2000 und alle anderen Bibeln.. Ich hoffe ich konnte ein wenig Licht ins Dunkel bringen. Gruß Andreas

FrankS
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Re: Neue Luther Bibel 2009

Beitragvon FrankS » 09.03.2017 11:37

Ich benutze immer unterschiedliche Übersetzungen und schaue mir jede neue Revision bzw. Übersetzung an. Die biblischen Grundsprachen sind in ihrer Struktur im Vergleich zur deutschen Sprache halt viel zu unterschiedlich, um den jeweiligen Text immer unzweideutig übersetzen zu können. Dazu kommt, dass in den einzelnen Worten oft unterschiedliche Bedeutungen mitklingen und man sich anhand des Zusammenhangs für eine Lesart entscheiden muss.

Im Grunde müsste man für jede Übersetzung einen riesengroßen Anhang mit Bemerkungen zur Übersetzung einzelner Verse beifügen, um ggf. die Entscheidungen transparent zu halten.

Oder man besorgt sich Hilfsmittel (Lexika, Wörterbücher, prof. Bibelsoftware), besucht Sprachenkurse und nimmt Kontakt zu studierten Menschen mit umfassender Sprachenkenntnis auf. Letztere helfen tatsächlich oft sehr freundlich und bereitwillig weiter.

So mache ich es (habe ich es gemacht), wenn ich einzelne Aussagen oder Abschnitte ganz genau und mit allen Nuancen analysieren will.

lg, Frank

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Matze7443
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Re: Neue Luther Bibel 2009

Beitragvon Matze7443 » 14.03.2017 19:10

Hallo in die Runde

Ich möchte gerne etwas dazu zeigen zu den verschiedenen Bibel Übersetzungen. Ich selbst lese aus der Schlachter 2000 und der Luther 1945, 1912 und der 2009. Nun das hier.

Einführung
Der Zweck dieses Vergleichs
zwischen verschiedenen Bibelübersetzungen


Der gläubige Bibelleser, der verschiedene Bibelübersetzungen vergleicht, stößt an manchen Stellen auf Unterschiede, die ihn befremden und stutzig machen. Besonders im Neuen Testament (NT) kann es vorkommen, daß in der einen Bibelübersetzung Verse oder Versteile stehen, die in einer anderen Bibel einfach fehlen. In manchen Bibeln findet er dann Fußnoten, die diese Weglassungen mit Formulierungen begründen wie z.B.: „In späteren Handschriften finden sich noch die Worte …; die ältesten und besten Handschriften lassen diese Worte weg“. Auch bei Versen, die im Text abgedruckt sind, stößt der Leser manchmal auf Anmerkungen, die die Echtheit des Bibelwortes in Zweifel ziehen: „Dieser Vers findet sich nicht in den ältesten Handschriften“ o.ä.

Normalerweise gehen nur wenige Bibelleser diesen Dingen gründlicher nach. Sie lesen vielleicht im Vorwort ihrer neueren Bibel eine Erklärung, daß diese Bibel dem „Nestle-Aland“-Grundtext folgt. Dieser Text sei aufgrund der Fortschritte der wissenschaftlichen „Textkritik“ viel besser und zuverlässiger als der „Textus Receptus“, dem ältere Bibelausgaben folgten. Nachdem man ja in anderen Bereichen auch davon überzeugt ist, daß das Neuere besser, zuverlässiger und wissenschaftlich fundierter sei, geben sich manche schnell mit solchen Erklärungen zufrieden.

Dennoch ist es für gereiftere, im Wort Gottes gegründete Gläubige durchaus wichtig, sich näher mit diesen Veränderungen im Bibeltext zu beschäftigen. Zwar reden viele Befürworter der modernen wissenschaftlichen Textausgaben des NT davon, daß die Unterschiede zwischen denn modernen und klassischen Bibeln nur geringfügig seien und keine wichtige Lehre der Bibel von ihnen betroffen sei. Bei näherem Hinsehen muß man jedoch feststellen, daß dies eine Verharmlosung der Tatsachen ist. Eine ganze Reihe von textlichen Veränderungen in den modernen Bibeln, die auf dem „textkritischen“ Grundtext beruhen, ist für die biblische Lehre und unser geistliches Leben recht bedeutsam. Als bibeltreue Gläubige müssen wir uns fragen, wie es dazu kommt.

Was ist zum Beispiel mit dem Schluß des Gebetes des Herrn in Mt 6,13? Sind die gewichtigen Worte „Denn dein ist das Reich, die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit! Amen“ Bestandteil des Wortes Gottes oder nicht? Hat der Herr Jesus sie gesprochen, oder wurden sie (wie die textkritischen Fußnoten in modernen Bibeln es behaupten) von späteren Abschreibern nachträglich hinzugefügt? Für den gläubigen Bibelleser, der an die Inspiration der ganzen Heiligen Schrift glaubt, bedeutet das, daß er verunsichert wird: Sind diese Worte inspiriert? Darf ich sie als Wort Gottes annehmen und auslegen, oder muß ich sie als Menschenwort weglassen?

Wie sieht es dann mit dem Schluß von Markus 16 aus, wo die modernen Bibeln ganze 12 Verse des NT als eine spätere Hinzufügung von Abschreibern bezeichnen? In ihnen findet sich u.a. eine für die Lehre von Christus wichtige Aussage in V. 19: „Der Herr nun wurde, nachdem er mit ihnen geredet hatte, aufgenommen in den Himmel und setzte sich zur Rechten Gottes.“ Ist das nun ein inspiriertes Zeugnis von der Himmelfahrt und Verherrlichung des Herrn? Oder muß ich diese Verse gedanklich aus meiner Bibel streichen?

Wir sehen, daß die Veränderungen in den modernen Bibeln ernste Fragen aufwerfen, über die man nicht leichtfertig hinweggehen sollte. Das gilt umso mehr, wenn der Gläubige sich näher mit diesen Fragen beschäftigt und herausfindet, was ihm in den modernen Bibeln durchweg verschwiegen wird: daß nämlich die Weglassungen und Veränderungen von bekannten Bibelworten sich nur auf ganz wenige Handschriften aus einem ganz bestimmten Gebiet stützen, während sich die vertrauten Worte in mehr als 95%, oft mehr als 99% aller Handschriften aus dem ganzen Bereich der Christenheit finden! Der Markusschluß etwa wird als „unecht“ in Zweifel gezogen, weil er sich in ganzen drei (tatsächlich: DREI!) von 3 - 4.000 Handschriften des NT nicht findet!

Wer legt eigentlich fest, daß gerade diese verschwindende Minderheit von Handschriften den ursprünglichen Text bietet und nicht die große Mehrheit? Wie kommt die wissenschaftliche „Textkritik“ zu dem Urteil, diese drei Handschriften seien die „besten“? Weshalb findet man in so vielen modernen Bibeln Zweifel erweckende Fußnoten an dieser Stelle, aber keine zeigt das tatsächliche Zahlenverhältnis der Textzeugen an? Warum setzen die modernen Bibelübersetzer den Markusschluß überhaupt noch in den Bibeltext, obgleich sie der Überzeugung sind, daß er eine spätere Hinzufügung sei? Vielleicht, weil sonst viel mehr Bibelleser aufwachen und Zweifel an der Zuverlässigkeit ihrer modernen Übersetzung bekommen würden?

Wir finden heute zwei verschiedene Arten von Bibeln mit unterschiedlicher Textgrundlage: auf der einen Seite die Bibeln mit dem überlieferten Text, die Bibeln der Reformation, der Täufer und der Erweckungsbewegung, die im AT auf dem hebräischen Masoretischen Text und im NT auf dem griechischen Textus Receptus beruhen. Dazu zählen die berühmte King-James-Bibel, die spanische Reina-Valera, die italienische Diodati, die holländische Statenvertaling und viele andere mehr; im deutschen Sprachraum sind dies vor allem die Luther-Bibel bis 1912, die alte Zürcher Bibel vor 1931 und die neu revidierte Schlachterbibel 2000.

Auf der anderen Seite finden sich die „textkritischen“ Bibeln. Sie beruhen auf Grundtexten, die von der wissenschaftlichen „Textkritik“ zusammengestellt wurden und sich im AT wie im NT von den reformatorischen Texten unterscheiden. Dazu zählen die Lutherrevisionen 1956 und 1984, die Zürcher Bibel 1931, die Menge-Bibel, die Revidierte Elberfelder Bibel, die Ökumenische Einheitsübersetzung, die Gute Nachricht und Hoffnung für alle, die Neue Genfer Übersetzung, Neues Leben u.a. Eine Zwischenstellung nehmen die Schlachterbibel 1905/51 und die unrevidierte Elberfelder Bibel 1871/1905 ein.

Manche meinen, diese Fragen seien nicht so wichtig, weil ja etwa 90% des Textes des NT ohnehin nicht von den Textunterschieden betroffen sind und keine wichtige Lehre des NT durch sie in Frage gestellt wird. Nun dürfen wir dankbar dafür sein, daß die Unterschiede tatsächlich nur begrenzt sind und der allergrößte Teil des NT einheitlich bezeugt ist. Darin zeigt sich die Bewahrung Gottes; Gott hat nur eine begrenzte Anzahl von Textunterschieden in der Überlieferung Seines Wortes zugelassen und dafür gesorgt, daß es zu 90% völlig einheitlich von allen noch bestehenden Handschriften bezeugt wird. Auf der anderen Seite ist es für den bibeltreuen Gläubigen, der das Wort Gottes liebt und es mit ihm genau nimmt, dennoch wichtig, auch in bezug auf die Stellen, in denen moderne Bibeln gegenüber den älteren abweichen, Klarheit zu bekommen.

Immerhin sind mindestens 17 ganze Verse, die im Textus Receptus bezeugt sind, in modernen Grundtextausgaben und den meisten ihnen folgenden Bibeln weggelassen, an 185 Stellen wurden wichtigere Versteile gestrichen; in 212 Fällen wurden Namen und Titel Gottes und des Herrn Jesus Christus wie „Herr“, „Jesus“, „Christus“ oder „Gott“ gestrichen. Dazu kommen mehr als 280 Textveränderungen, die auf den Inhalt der biblischen Aussage Einfluß haben. Über 2.000 Unterschiede zwischen dem NA-Text und dem TR haben einen Einfluß auf die Übersetzung.

Laut E. Fowler (Evaluating Versions of the New Testament) wurden 3.602 Wörter aus dem TR bei NA (genauer: Nestle 23. Aufl.) weggelassen, 3.146 verändert, 976 hinzugefügt. Insgesamt ist der NA-Text um 2.886 Wörter kürzer als der TR. Das würde einer Bibel entsprechen, bei der der 1. und der 2. Petrusbief fehlt. (Zahlenangaben nach D. A. Waite, Defending the King James Bible, Bible for Today, Collingswood, N.J. 2. Aufl. 1996, S. 41-42). Solche Veränderungen sind bestimmt nicht als „unwichtig“ oder „untergeordnet“ zu bezeichnen. Die Frage ist berechtigt: Woher kommen sie?

Diese Liste wurde zusammengestellt, damit jeder mündige Bibelleser sich selbst ein Urteil darüber bilden kann, welche geistliche Bedeutung die in den modernen Bibeln weggelassenen oder veränderten Bibelstellen haben. Eine nüchterne geistliche Prüfung dieser Veränderungen zeigt nach unserer Überzeugung die Zuverlässigkeit und Überlegenheit des überlieferten Textes der Reformation. Es zeigt, daß hinter den abgeänderten Textformen der modernen textkritischen Bibeln eine bestimmte Tendenz steht, die biblischen Aussagen über den Herrn Jesus Christus, über die Errettung durch Christus und das gesunde biblische Glaubensleben abzuschwächen, zu verkürzen und zu verfälschen.

Es ist das Anliegen des Verfassers, daß diese Dokumentation nicht zu einem Meinungsstreit, zu Besserwisserei oder ungeistlichen Angriffen gegenüber Bibeln mit dem Nestle-Aland-Text oder Gläubigen mißbraucht wird, die die textkritischen Bibeln bevorzugen. Jeder geistlich mündige Gläubige sollte sich aufgrund der hier festgehaltenen Fakten selbst unter Gebet und Studium der Schrift ein eigenes Urteil bilden und das Urteil der anderen dabei respektieren.


Ich habe auch den Link dazu. Es ist eine PDF.Dieser Link führt dazu, das man nicht auf eine Seite kommt, sondern es wird sofort die PDF heruntergeladen.

https://www.google.de/url?sa=t&source=w ... cqc5SgAnbQ

Gruß Matze.
Befleißige dich, dich selbst Gott bewährt darzustellen als einen Arbeiter, der
sich nicht zu schämen hat, der das Wort der Wahrheit recht teilt. 2. Tim. 2:15

PeterG
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Re: Neue Luther Bibel 2009

Beitragvon PeterG » 18.03.2017 10:39

Diese Diskussion erlebe ich leider an vielen Stellen - sowohl in der realen Welt als auch in der virtuellen.
Leider nennt so gut wie keiner tatsächlich Argumente, warum eine Übersetzung "besser" sein soll als eine andere. In Regel ist das einzige Argument: Textus Receptus oder Nestle-Aland. Wobei die Vertreter des Textus Receptus dies als KO-Argument benutzen. Daher MÜSSEN ja NeueLuther (die nicht mehr so genannt werden darf) und Schlachter 2000 die richtigen Übersetzungen sein.
Unabhängig davon, ob ich Textus Receptus oder Nestle-Aland für richtiger halte (das werde ich hier auch nicht schreiben $:) ), gibt es zu den zwei genannten Übersetzung doch einiges kritisches anzumerken.

Schlachter 2000
An etlichen Stellen wurde das markante Wort doulos (=Sklave) mit Diener bzw. Wörter der Wortfamilie mit 'dienst' übersetzt. Das ist eine inhaltliche Verflachung des Begriffes. Wir sind und waren nie Diener der Sünde, sondern deren Sklaven!
Im Vorwort dieser Übersetzung wird behauptet, dass die Textgrundlage die der Reformatoren sei. Das ist eine glatte Lüge. Das Comma Johanneum war nie in einer Lutherbibel zu Lebzeiten Luthers enthalten. Sowohl Luther als auch Erasmus hielten das Comma Johanneum für falsch. Dazu kommen noch etliche Stellen, wo die Übersetzung unnötige Wörter hinzufügt (z. B. Heb 4,15 'doch', Heb 6,1 Anfang'sgründe', Heb 6,11 'festhaltet', ...), ohne diese als Hinzufügung zu kennzeichnen. Dafür werden an deren Stellen Wörter weggelassen.

NeueLuther
Sie enthält die altbekannten Fehler der Luther-Bibel, wie z. B. Psalm 68:20: "Gott legt uns eine Last auf ...". Ihr werdet das in keiner anderen Übersetzung so finden. Tatsächlich heißt es: Gott trägt für uns Last. Ist ja nur das Gegenteil.

Soviel in aller Kürze.
sdg
Peter
Röm 1:16: "Denn ich schäme mich des Evangeliums nicht; denn es ist eine Kraft Gottes, die selig macht alle, die daran glauben."

Jose
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Re: Bibelübersetzungen

Beitragvon Jose » 19.03.2017 15:41

Es gibt verschiedene Bibelübersetzungen und ich finde es sehr wichtig, eine Übersetzung zu verwenden, die sich möglichst am Urtext orientiert. Den Urtext gibt es nicht mehr und in die Übersetzungen fließen mehr oder weniger eigene Erkenntnisse bzw. Interpretationen hinein. Daher ist es empfehlenswert, selbst anerkannte gute Übersetzungen zu vergleichen.

Peter, was deine Aussage hinsichtlich den Bibelübersetzungen anbetrifft:
Diese Diskussion erlebe ich leider an vielen Stellen - sowohl in der realen Welt als auch in der virtuellen. Leider nennt so gut wie keiner tatsächlich Argumente, warum eine Übersetzung "besser" sein soll als eine andere.
, so finde ich es besonders kritisch, wenn bestimmte Übersetzungen Raum bieten für komplett falsche Auslegungen. Ein Wort alleine, wenn es falsch übersetzt wird, kann zu falschen Schlussfolgerungen oder sogar zu falschen Lehren führen.

In diesem Zusammenhang erinnerst du dich vielleicht noch an den Austausch hier. Das soll kein „Seitenhieb“ auf dich sein, sondern ein Thema, dass mich wirklich sehr beschäftigt hat.

PeterG
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Re: Neue Luther Bibel 2009

Beitragvon PeterG » 23.03.2017 20:00

Das soll kein „Seitenhieb“ auf dich sein, sondern ein Thema, dass mich wirklich sehr beschäftigt hat.

$:D Das habe ich auch nicht als Seitenhieb verstanden. 'Adoption' ist hier Terminus technicus in der reformierten Theologie. Wenn er nicht verstanden wird, macht mir das wenig aus, weil der Sache, die er aussagt, nicht widersprochen wurde.
... kann zu falschen Schlussfolgerungen oder sogar zu falschen Lehren führen.

Die Gefahr kannst du aber leicht minimieren, wenn du nicht nur alleine die Bibel liest und die Position einer biblischen Lehre einnimmst.
... die sich möglichst am Urtext orientiert. Den Urtext gibt es nicht mehr ...

Die Urtextfrage ist ja gerade das Problem bei den TR-Verfechtern ;-) Aber das war ja nicht das Thema. Zu meinem Kommentar kann ich in deinem keinen Beitrag finden - habe ich es überlesen?
Röm 1:16: "Denn ich schäme mich des Evangeliums nicht; denn es ist eine Kraft Gottes, die selig macht alle, die daran glauben."

Jose
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Re: Neue Luther Bibel 2009

Beitragvon Jose » 10.04.2017 11:00

Die Aussage habe ich nicht verstanden:
Die Gefahr kannst du aber leicht minimieren, wenn du nicht nur alleine die Bibel liest und die Position einer biblischen Lehre einnimmst.

Klingt so, als ob ich mich auf menschliche Lehren verlassen sollte. Daraus entstammen ja oftmals Irrlehren, weil die Bibel entsprechend einer theologischen Neigung ausgelegt wird.

Sobald ich bei bestimmten Auslegungen die theologische Ausrichtung erkenne, ohne, dass es aus dem Wort Gottes eindeutig so verstanden werden kann, verlasse ich mich nicht darauf.

Letztlich ist es der Heilige Geist, der auf der Grundlage des Wortes Gottes allein in alle Wahrheit leitet. Gott ist es, der Sein Wort bewahrt und es den aufrichtigen aufschließt. Daher finde ich auch die Diskussion, welche Bibel die beste Übersetzung ist, oftmals nicht hilfreich.

PeterG
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Re: Neue Luther Bibel 2009

Beitragvon PeterG » 10.04.2017 19:26

Klingt so, als ob ich mich auf menschliche Lehren verlassen sollte. Daraus entstammen ja oftmals Irrlehren, weil die Bibel entsprechend einer theologischen Neigung ausgelegt wird.

Stimmt - auch du bist nicht sicher davor, außer es gibt ein Korrektiv. Das ist die Gemeinschaft mit Christen. Wenn du ehrlich zu dir selbst bist, musst du zugeben, dass du die Bibel nach deiner theologischen Neigung auslegst und verstehst.
Sobald ich bei bestimmten Auslegungen die theologische Ausrichtung erkenne, ohne, dass es aus dem Wort Gottes eindeutig so verstanden werden kann ...

"eindeutig" - eindeutig im Sinne deiner theologischen Neigung. Auf den Heiligen Geist - der zum rechten Bibelverständnis absolut notwendig ist - kannst du dich nicht 'verlassen'. D. h. er steht dir nicht einfach so zur Verfügung bzw. ist nicht für dich verfügbar. Wenn du z. B. sagst, dass der Heilige Geist es dir in der Schrift so und nicht anders gesagt hat, wer sollte dann widersprechen und dich deiner Irrlehre überführen?
Jede Übersetzung ist bereits eine Interpretation, daher ist die Diskussion um die beste Übersetzung absolut notwendig.
Röm 1:16: "Denn ich schäme mich des Evangeliums nicht; denn es ist eine Kraft Gottes, die selig macht alle, die daran glauben."

Jose
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Re: Bibelübersetzungen

Beitragvon Jose » 10.04.2017 21:21

Wie bereits erwähnt, die Diskussion um die Beste Übersetzung ist oftmals nicht hilfreich, denn trotz gute Bibelübersetzungen gibt es doch viele Irrtümer. Das meinte ich, wenn ich davon sprach, dass der Heilige Geist es ist, der uns in aller Wahrheit leitet. Das ist eine Verheißung Jesu. Im persönlichen Bibelstudium, durch die Beschäftigung mit Auslegungen, im Austausch in der Gemeinde und im Hören von Predigten, können dann die eigene Erkenntnis und das eigene Verständnis überprüft werden.

Wir alle können, je nachdem in welchem Gemeindeumfeld wir uns bewegen, geprägt werden durch die theologische Ausrichtung der Gemeinde. Aber jeder von uns hat die Verantwortung, vor Gott ganz persönlich zu stehen und IHM Gehorsam zu sein.

Was Bibelübersetzungen anbetrifft, so ziehe ich es vor, verschiedene, qualitativ gute Übersetzungen zu verwenden und zu vergleichen. M.E. kann keine Übersetzung behaupten, die beste zu sein.


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