"Der Christ und das Fernsehen"

Empfehlungen, Kritik oder Rezensionen von christlichen Büchern und Medien

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Gast

"Der Christ und das Fernsehen"

Beitragvon Gast » 05.11.2008 09:39

Hallo,
neulich gab mir ein Bruder eine Schrift "Der Christ und das Fernsehen" eines gewissen Herrn Kuhley, erschienen im Beröa-Verlag. In dieser Schrift werden Christen vor dem Fernsehen gewarnt. Kennt jmd. von Euch den Beröa-Verlag?
Gruß
M.

eddi
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Beitragvon eddi » 05.11.2008 11:05

Ich weiß nicht viel über den Beröa Verlag, nur dass Ihre Bücher in Deutschland über CSV vertrieben werden. Daher vermute ich, dass sie den geschlossenen Brüdergemeinden nahe stehen.


Gruß
eddi

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Joschie
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Beitragvon Joschie » 05.11.2008 11:29

Hallo Mephiboscheth
Kannst du bitte mal ein paar Agumente nennen womit er seine Wahrnungen begründet,
Gruß Joschie
Tod, wo ist dein Stachel? Totenreich, wo ist dein Sieg? 1Kor 15,55

Gast

Beitragvon Gast » 05.11.2008 14:01

Hallo Joschie
ich habe das Heft nur überflogen. Der Autor hat das Anliegen, Christen vor "weltlichkeit" zu bewahren. Er hält das Medium Fernsehen für das Hauptmanipulationsmittel der Welt, sogar bei der Tagesschau sieht er die Gefahr einer Manipulation. Womit der Autor m.M. nach sogar Recht hat, denn genau das ist die Gefahr von Bildern und ihrer selektiven Darstellung. Er sieht im Fernsehen die Gefahr, Zeit zu verlieren,die man besser mit Bibelstudium verbracht hätte. Er versucht, Bibelstellen zum "Bild" und zum Auge mit dem Fernsehen in Verbindung zu bringen, was mitunter sehr konstruiert erscheint. Immer wieder versucht er zu zeigen, daß Bild und Verführung zur Sünde nahe beieinander liegen.
M. Meinung nach macht der Autor einen entscheidenden Fehler (oder er spricht zumindest nicht ausreichend über diesen Punkt): bereits Jesus machte deutlich, daß die Sünde nicht durch das äußere Reinhalten des Bechers vermieden wird ("wir haben keinen Fernseher") sondern sich bereits im Inneren des Menschen befindet. "Aus dem Herzen gehen hervor...". Anders ausgedrückt: nicht das Gold macht den Götzen, es sind seine Anbeter. ICh hätte mir gewünscht, daß der Autor den Christen nicht in die Enge treibt ("Fernsehen verführt zur Sünde") sondern in die Weite: abhängig leben von Christus, treu dem Prinzip: seid heilig wie ich heilig bin. Wer dann noch fernsehen mag, soll es tun.
M.

Gast

Beitragvon Gast » 06.11.2008 11:28

Hallo nochmals,
ich habe nun nähere Informationen zum Verlag. Tatsächlich steht er in Verbindung mit der sog. AV (Alte Versammlung), besser bekannt als "geschlossene Brüder".
Interessant, daß in diesen Kreisen "Weltlichkeit" durch die drei H#s der Gemeinde definiert wird: Haare, Hose, Hüte und nat. das Fernsehen. Im Grunde doch recht äußerliche Aspekte. Andererseits hat man(n) kein Problem, sich nach dem Gottesdienst beim Rauchen zu treffen... $:D
Ja, die haben einfach die aufklärenden Sendungen im TV über die Schädlichkeit des Tabaks verpaßt ...:)))
Gruß
M.

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andy
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Buch zum Thema Christen und Fernsehen

Beitragvon andy » 09.11.2008 22:36

Hallo alle,

es gibt auch beim CLV (dem die 3 H's ziemlich egal sind) ein ausführliches Buch zum Thema, das auch viele Querverweise und Quellen enthält:

>> Wolfgang Zöller: Wenn das Bild das Wort erschlägt

Dieses Buch ist kein pauschaler Rundumschlag gegen ein von vornherein als "schlecht" bewertetes Medium, sondern nimmt sowohl biblische als auch wissenschaftliche Aussagen zum Fernsehen zur Hand, um die tatsächlichen Probleme aufzuzeigen.

Obwohl es nicht mehr verfügbar ist, kann man es weiterhin als PDF herunterladen. Ich habe nicht alles 100%ig genauso gesehen wie der Autor und habe mich beim Lesen an manchen Stellen etwas quälen müssen, aber ich habe als Resultat manche meiner naiven Sichtweisen korrigieren können. Die Lektüre lohnt sich meines Erachtens also...

Gute Nacht,

Andy

Gast

Beitragvon Gast » 10.11.2008 11:56

Hallo andy,
Neil Postman hat in vielen Punkten sehr scharf beobachtet. Und Herr Zöllner gibt sich redlich Mühe. Was mich allerdings viel mehr interessiert als die vielfach beschworenen Gefahren: wie kann ich als Christ verantwortungsvoll mit dem Medium TV oder noch aktueller, dem internet umgehen? Klar, daß Onkel Wolfgang Bücher veröffentlicht, die das TV kritisch sehen. Daraus hat er noch nie ein Hehl gemacht. Die Kritikpunkte sind bekannt und oft nicht von der HAnd zu weisen (außer diese netten kleinen Geschichtchen wie "ich konnte nicht mehr beten nachdem ich fernsah", die rein subjektives Empfinden oder "Erfahrungen" widerspiegeln, die ein anderer nicht unbedingt nachvollziehen könnte. Ich z.B. verspürte beim singen der "Geistlichen Lieder" ganz ungeistliche Stimmungen, weil ich Melodie und Text einfach unbrauchbar fand). Wie also verantwortungsvoll fernsehen? Beröa sagt: gibts nicht-alles Schmutz und Sünde. Ich sage: gibts doch, allerdings braucht man(n) tatsächlich viel Disziplin. Und um die geht es mir. Die ist nämlich das eigentliche Problem. Wir aber wollen die Symptome kurieren.
M.

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Christ und Fernsehen - zwei Welten

Beitragvon andy » 24.11.2008 10:19

Hallo Mephiboscheth,

Tut alles zur Ehre Gottes...

das mit der Disziplin ist richtig, aber es ist auch eine Frage der Prioritäten. Wir sollen auch in alltäglichen Dingen alles zur Ehre Gottes tun (1. Korinther 10,23.31). Fernsehen "zur Ehre Gottes" halte ich für schwierig, da Fernsehen grundsätzlich ein Sprachrohr des Zeitgeistes ist. Es dient unserer Unterhaltung.

Selbst die "Information", die durchs Fernsehen in 15 Minuten Nachrichtensendung wird, wird selektiv ausgewählt nach Kriterien, die nicht Gottes Kriterien entsprechen und entspricht nicht dem, womit wir unsere Gedanken füllen sollen. Wir sollen unsere Gedanken gefangennehmen (2. Korinther 10,5) und nicht an die Gedanken der Welt anpassen, die dem nichtigen Wahn und der Finsternis preisgegeben sind (Römer 1,21).

Fernsehen "zur Ehre Gottes" ist nicht möglich; Fernsehen zu unserer eigenen Unterhaltung ist mit dem christlichen Lebenswandel nicht vereinbar. Auch "Disziplin" wird hier nicht helfen, denn Glaube kommt aus der Verkündigung (Römer 10,17), und wer fortwährend der irrgeleiteten "Verkündigung" dieser Welt zuhört, der riskiert, daß er (bewußt oder unbewußt) davon beeinflußt wird. Dies ist nie ein Einfluß zum Guten!

Abstand halten ist "sicherer als ABS"

Während "Disziplin" natürlich eine gute Sache ist, so sollen wir dennoch nicht mit dem Feuer spielen oder Gott versuchen. Wenn mich eine äußerst attraktive Kollegin zwecks gemeinsamem Mittagessen anfragt, dann kann ich vermutlich ebenfalls die nötige Disziplin aufbringen, auf ihr Flirten nicht einzugehen und meine Blicke und Gedanken trotz ihres tiefen Ausschnitts im Griff zu behalten. Es wäre jedoch allemal besser, noch zwei, drei andere Kollegen mit zu versammeln und sich besagter Dame nicht direkt gegenüberzusetzen. In der Bibel werden wir an keiner Stelle dazu aufgefordert, unsere Disziplin zu "trainieren", indem wir sie täglich bis an die Grenze treiben ;o)

TV-Inhalte: Geistlich "neutral"?

Mit dem Fernsehen ist es genauso: Wir wissen, daß der Schmutz überall hineingemixt ist. Naturwissenschaftliche Sendungen basieren auf einem evolutionären Weltbild. Geschichtliche Sendungen feiern jene, die in den Augen der Menschen viel vollbrachten, und ignorieren jene, die ihr Leben für Gott hingaben. Politische Sendungen erörtern Ansätze, wie die Probleme der menschlichen Gesellschaft mit menschlichen Mitteln gelöst werden können und leugnen solche Ursachen wie "Sünde" vollends. Unterhaltungssendungen erzeugen "Spaß" meist auf Kosten anderer und dienen dazu, die Zuschauer von den ernsteren Fragen des Lebens abzulenken. Sportsendungen feiern die Leistungsfähigkeit des menschlichen Körpers, ohne dem Schöpfer auch nur im geringsten die Ehre zu geben. Spielfilme glorifizieren das, was Menschen mit entsprechendem Willen vollbringen können. Liebe und Gerechtigkeit werden auf ein menschliches Maß reduziert und in menschliche Maßstäbe gezwängt. Und alles wird regelmäßig durch Werbung unterbrochen, die einzig und allein dahingegend optimiert ist, aus der Lust des Auges, der Lust des Fleisches und unserem Hang zum hoffärtigen Leben einen finanziellen Gewinn zu erzielen.

Wie man den Konsum der derzeitigen TV-Inhalte (es geht ja um die Inhalte, nicht ums Medium) biblisch rechtfertigen könnte, ist mir schleierhaft.

Symptome kurieren?

Mit "Symptome kurieren" hat das Ganze nichts zu tun, denn Sünde ist objektiv. Wenn ich einen Spielfilm gucke, in dem der Held der Geschichte seine eigene "Gerechtigkeit" schafft, die "Schurken" ausmerzt und am Ende mit seinem hübschen Mädel in den Sonnenuntergang fährt, dann besteht kein Zweifel daran, daß ich mich am Anblick seines sündigen Lebensstils "erfreue". Ich identifiziere temporär mit jemandem, der nach gottlosen Maßstäben handelt und "freue mich", wenn er am Ende reich belohnt wird. Das nennt man dann "Happy End". Verantwortungsloser Fernsehkonsum ist nicht ein "Symptom" (während die "Ursache" natürlich die Sünde unseres Herzens ist). Vielmehr ist das Fernsehen der Katalysator, der die latent vorhandene Sündhaftigkeit unseres Herzens weckt und als "Symptom" unsere unterschwellig wachsende Toleranz gegenüber Sünde sowie unsere Akzeptanz eines gottlosen Weltbildes hervorbringt. Dieses Symptom ist natürlich seinerseits Auslöser für weitere Sünde, der wir in unserem Herzen Stück für Stück Raum anbieten.

Inhalt versus Medium

Ich will betonen, daß Fernsehinhalte das Problem sind, nicht das Fernsehen als Übertragungsmedium. Ich bin der letzte, der meint, das Gerät im Haus sei an sich "böse". Ich weiß, daß z.B. auch John MacArthurs Predigten auf diese Weise viele Menschen erreichen. Dennoch handelt es sich beim Fernsehen (mehr als beim Internet) um ein Medium, das sich außerordentlich gut für die Manipulation bzw. "Meinungsbildung" eignet. Das menschliche Gehirn verarbeitet Gesehenes und Gehörtes zunächst so, als wäre es tatsächlich passiert, und ordnet diese Eindrücke als "Erfahrungen" ein. Natürlich lernen wir von früher Kindheit an, daß das Fernsehen meist frei erfundene Geschichten zeigt. Dennoch sind gerade jene Sendungen am beliebtesten, die neben einer extremen emotionalen Dynamik die größte Realitätsnähe aufweisen. Daily Soaps prägen entscheidend, was der Durchschnittsbürger für "normal" hält.

Prüfet alles... wie denn?!

Selbst die vermeintlich "objektiven" Inhalte aus Wissenschaft & Co. enthalten nicht selten großspurig verkündete "Fakten" (Evolution, Erdalter), die keinesfalls wissenschaftlich bewiesen sind. In solchen Fällen ist es dem Laien überhaupt nicht möglich, Wahrheit und Lüge voneinander zu trennen. Auch die Berichterstattung aus dem politischen und gesellschaftlichen Zeitgeschehen ist oft "gefärbt" und eignet sich nicht als Grundlage für eine ausgewogene Beurteilung.

Ein "verantwortungsvoller" Umgang mit TV-Inhalten ist eine Wunschvorstellung. Er erfordert die Überprüfung der dargestellten Sachverhalte erstens anhand biblischer Maßstäbe und zweitens anhand ihrer Wahrhaftigkeit. Somit setzt er die vollständige Kenntnis der zugrundeliegenden Fakten seitens des Zuschauers voraus. So etwas ist nicht möglich.

Eine schöne Woche und Gottes Segen,

Andy

Gast

Beitragvon Gast » 24.11.2008 11:17

Hi andy,
woher bekommst Du Deine Informationen über Deine Umwelt?
Aus der Tageszeitung? Dem internet? Dem Radio?
Woher weißt Du, wie das Wetter morgen wird?
Wir alle beziehen irgendwoher unsere Informationen. Ich auch. Ich streue breit, bin interessiert. Das heißt aber noch lange nicht, daß ich alles glaube, was ich sehe oder lese. Anderes glaube ich sehr wohl. Ich halte die nzz- Wettervorhersage für ziemlich genau. Ich halte sogar die ARD-Nachrichten um 20.00 für relevant. Die Kommentare zum Weltgeschehen oft weniger.
Ich hole mir also meine Informationen und verarbeite sie mit meiner individuellen Geistessoftware. Ist Informationsbeschaffung nun zur Ehre Gottes?
Du schreibst: "Selbst die "Information", die durchs Fernsehen in 15 Minuten Nachrichtensendung wird, wird selektiv ausgewählt nach Kriterien, die nicht Gottes Kriterien entsprechen und entspricht nicht dem, womit wir unsere Gedanken füllen sollen." Wie würde Gott denn die Nachrichten selektionieren?
Zu Deinem Beitrag habe ich keinen Zugang gefunden. Schwarz-Weiß-Denken scheint mir hier unangebracht. Ich stimme allerdings mit Dir überein, daß alles zur Ehre Gottes geschehen soll.
M.

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Fernsehen und schwarz-weiss denken

Beitragvon schweissermueller » 12.12.2009 15:12

Also erst mal vielen Dank an Andi, der sich sehr viel Mühe gegeben hat und meiner Meinung einig-es sehr genau auf den Punkt gebracht hat. Was allerdings das schwarz-weiß-denken betrifft, so halt ich es nach der Schrift: Jesus sagte: Wer nicht für uns ist, der ist gegen uns. Und: Man liebt entweder die Welt oder man liebt das, was oben ist. Und: Man kann nicht zwei Herren gleichzeitig dienen. Vermag jemand hier, Gott schwarz-weiß-denken vorzuwerfen?
Das Fernsehen besteht meiner Meinung nach zu 99% Welt. Oder wer fragt in den Spielfilmen, die in der Welt als gut gepriesen werden, nach Gott? Wo findet er einen Platz? Wenn überhaupt mal, dann eine Nebenrolle, welche aber kaum der Wahrheit entspricht. Der Satan ist der Fürst dieser Welt und hat die Menschen von Anfang an über die Augen verführt, weil er wusste, dass sie hier ihre Schwäche haben.
Bedeutet das, ich verteufel das Fernsehen? War den die verbotene Frucht verteufelt, von der Eva aß? Auch die Frucht hatte Gott geschaffen und war gut, aber nicht zum essen für den Menschen, der Gemeinschaft mit Gott hatte. Ist denn jetzt der Fernseher mit der Frucht zu vergleichen? Sehen wir uns das Gebot an in 5. Mo. 6 in dem es heißt, Du sollst Deinen Herrn lieb haben von ganzer Seele mit all Deiner Kraft. Und Du sollst davon reden, wenn Du in Deinem Hause sitzt.
Wenn jetzt jemand zu Hause sitzt und sich im charmat verpackten Schmutz der Welt stundenlange Zerstreuung antut, dann ist das mit Sicherheit ein Weg weg von Gott. Aber es ist unsere Entscheidung. Wir können das tun, oder auch sein lassen. Wenn es jemand trotzdem tut, so mag kein Mensch, der sich Christ nennt, über ihn urteilen, sondern allein der, dem das Urteilen über die Menschen zusteht. Aber wir dürfen warnen.

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Beitragvon Jörg » 12.12.2009 19:10

Ich finde es eigenartig, daß Leute, die früher vehement gegen das fernsehen gewettert haben, heute einen Internetanschluß haben. Ich halte das Internet für 1000mal gefährlicher als den Fernseher. Hier gibt es überhaupt keine Grenzen moralischen Schmutz einzudämmen! Viele Christen sind heute Porno-abhängig, weil sie der Versuchung "Internet" nicht widerstehen konnten. Christen, die anderen Mitgeschwistern ein schlechtes Gewissen einreden, weil sie einen Fernseher haben, sollten konsequenterweise ihren Internetanschluß kündigen.

Ich zähle die Frage, ob ein Christ fernsehen darf zu den sogenannten Mitteldingen, Theologen haben ein schlaues Wort dafür: Adiaphora. Theaterbesuche gehören z. B. auch dazu.

Übrigens finde ich es o.k., wenn ein Christ aus Gewissengründen seinen Fernseher rauswirft. Nur sollte er seine Gewissensentscheidung nicht zum Maßstab für andere machen!

Gruß

Jörg
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Internet

Beitragvon schweissermueller » 12.12.2009 20:30

Ich muss Jörg unrecht geben. Warum sollte ich meinen Internet-Anschluss konsequenterweise kündigen? Wenn Christen pornosüchtig sind, dann sicher nicht wegen dem Internet. Genau so wenig, ist ein Akoholiker ein Alkoholiker, nur weil es Alkohol gibt. Wenn ich in einen Laden gehe, dann hängt es von meinen Prioritäten ab, ob ich vorwiegend die Schnapsflaschen aus dem Regal in meinen Einkaufswagen lege, oder Gemüse, Brot, etc. Also ich als Christ kann selbst entscheiden, wo ich hinklicke. Nur ist es im Internet einfacher, auf falsche Wege zu gehen, weil sie ja nur sehr wenige Klicks entfernt sind und sich derjenige nicht bewusst ist, dass ihm zwar kein Mensch über die Schulter schaut, aber Gott es genau weiß, was er da tut. Ich persönlich finde das Internet sehr bereichernd, wie z.B. jetzt dieser Artikel jetzt vom Andi über das Fernsehen und auch für den Hinweis zum clv-Verlag, bzw. der Download-Link (habe es noch nicht ganz gelesen) war für mich eine tolle Sache. Aber es gibt ja auch noch bibelserver.com oder was mich persönlich sehr sehr bereichert hat, waren die Vorträge von Willhelm Buch oder Werner Gitt, die man bei sermon-online.de kostenlos und ohne Anmeldung herunter laden kann. Und wer es glaubt oder nicht, habe ich meine Frau bei Jesus.de kennengelernt, im Chat.
Klar, wenn ich mit meiner Sexualität Probleme hätte, dann wäre ich wohl eher bei den äußerst fleischlichen Seiten. Aber es ist auch eine Sache, wie weit man den neuen Menschen in sich, den wir durch unsere Bekehrung zu Jesus Christus in uns geboren haben, weiter wachsen lassen. Es lässt sich ja nicht verhindern, dass man plötzlich, im Zuge einer Recherche plötzlich auf eine ganz andere Seite gerät und sich ein Pop-Up-Fenster öffnet, in welcher sich die Frauen selbst besudeln. Für mich persönlich kann ich sagen, dass ich früher aus Neugier dann auch geschaut habe und davon gebannt war. Heute hat sich mein Gewissen so weit entwickelt, dass ich es nicht mehr sehen kann und es weg klicke, so schnell ich kann. Ich weiß nämlich, was mein Herr mir zuschaut und ich mich damit versündigen würde, wissentlich und vorsätzlich.

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Beitragvon Jörg » 12.12.2009 21:09

Auch ich genieße die "guten Seiten" im Internet! Und genauso genieße ich die "guten Sendungen" im Fernsehen. Außerdem lese die Tageszeitung (nicht die taz, sondern die WAZ). Und ich hoffe durch die Gnade Gottes , daß es mir immer besser gilingt, mit der Medienvielfalt umzugehen. Denn wir leben nunmal in einer Welt, "die im Bösen liegt" und deshalb beten wir auch "führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen". Dazu brauche ich keine menschlichen Gesetze, sondern die Kraft des Heiligen Geistes, die mir zu einem disziplinierten Umgang verhilft. Eine falsche Weltflucht besiegt nicht die Welt in uns - wenn das der Fall wäre, sollten wir uns schleunigst ins Kloster begeben!
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Weltflucht Kloster

Beitragvon schweissermueller » 12.12.2009 21:27

:lol: Wenn einer doch auf die Idee kommen sollte, in ein Kloster zu gehen um vor der Welt zu fliehen, dann sei ihm schon mal vor ab gesagt, dass es im Kloster weltlicher zugeht, als man sich das vorstellt. Nein, ich bin überzeugt, dass wir, solange wir in der Welt sind, ihr nicht zu entfliehen vermögen. Das wird auch nicht verlangt. Aber lieb haben, sollen wir die Welt nicht. Hey, also ehrlich, es gibt im Fernsehen auch wirklich sehr gute und schöne Beiträge, das kann niemand abstreiten. Und die Nachrichten sind zwar entsprechend selektiert, aber man bedenke, das der HERR Könige einsetzt und absetzt. Also komme leider selten dazu, mir die Nachrichten anzuschauen und bin gespannt, was Gott für eine Weltpolitik macht. Eine Bundeskanzlerin oder einen Präsidenten, die setzt Gott ein und ab. Das erfährt man aus den Nachrichten zwar nicht, aber wer die Bibel liest, der weiß es. Aber niemand kann da einen Maßstab anlegen, aber SEIN Wort.

Jörg
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Beitragvon Jörg » 13.12.2009 06:42

Hallo "Schweissermüller", erst einmal herzlich willkommen in unserer Runde!

Habe einen - wie ich denke - bedenkenswerten Artikel von Michael Kotsch gefunden:

Fernsehen: Für den von Jesus befreiten Christen ist Fernsehen grundsätzlich möglich. Ist die Motivation hinter diesem Konsum[65] aber im Widerspruch zu den grundlegenden Werten und Ordnungen Gottes, sollte darauf verzichtet werden. Das kann dann der Fall sein, wenn der Mensch sich dadurch in neue Abhängigkeiten begibt, also die von Gott geschenkte Freiheit verlässt; wenn er sich durch widergöttliche Denk- und Verhaltensweisen prägen und möglicherweise zu widergöttlichen Handlungen verleiten lässt. Dadurch misstraut der Christ Gott in der Praxis und verdrängt dessen gute Ordnungen (gewissenhafte Selbstprüfung ist notwendig). Verzicht auf Fernsehen kann auch geboten sein, wenn dadurch andere von Gott gebotene Handlungen unterlassen werden, z.B. Geldspenden (keines mehr da), Bibel lesen (keine Konzentration oder Zeit mehr), evangelistische Gespräche (Motivation fehlt), Erziehung der Kinder (Zeit fehlt, Fernsehen widerspricht den zu vermittelnden Werten) usw. Nicht akzeptabel ist es für einen Christen auch Spott über Gott, Verhöhnung seiner Ordnungen, Verherrlichung von Gewalt usw. durch Anschauen (Fernsehquote) oder finanzielle Gebühr zu unterstützen. Wird ein Bruder - kein Pharisäer - durch meinen Konsum in seiner Beziehung zu Gott geschädigt, weil er Fernsehsüchtig war oder zu der geistlichen Überzeugung gekommen ist, das Fernsehen schade ihm in seinem Christenleben, ist es richtig auf den TV-Konsum zu verzichten. - Die Freiheit des Christen einschränkende Gesetzlichkeit bestünde an dieser Stelle darin, Fernsehen an sich als Sünde zu erklären und deshalb absolute Abstinenz zu fordern. Die Freiheit des Christen missbrauchender Libertinismus bestünde darin, jeglichen Fernsehkonsum für akzeptabel zu halten und höchstens an dem privaten Belieben, dem persönlichen Geschmack oder der Lust festzumachen.

Quelle: http://www.bibelbund.de/htm/2000-2-115.htm
(ich denke, weil es bei unserer Thematik auch um die Spannung zwischen Freiheit und Verantwortung geht, lohnt es sich, den ganzen Artikel zu lesen!)

Einen erholsamen, gesegneten Sonntag wünscht

Jörg
Es muß alles erst einmal an Gott vorüber, bevor es mich treffen kann. (Helmut Thielicke)


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