Finanzkrise ist das schon alles???

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Joschie
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Beitragvon Joschie » 16.10.2008 12:03

Hier ein Beitrag zum Thema;

5. Buch Mose: Gebote für das Leben des Volkes 23,20:

Du sollst von deinem Bruder nicht Zinsen nehmen: weder Zinsen für Geld noch Zinsen für Getreide noch Zinsen für sonst etwas, wofür man Zinsen nimmt. (21) … von deinem Bruder darfst du keine Zinsen nehmen, damit der Herr, dein Gott, dich segnet in allem, was deine Hände schaffen, in dem Lande, in das du hineinziehst, um es zu bestellen…


Die weltweite Finanzkrise beschäftigt Menschen und Medien rund um die (westliche) Welt. Man spürt, dass da etwas Historisches passiert. Was da aber nun genau wie und warum geschient, dass bleibt irgendwie undurchsichtig. Wir lesen anstelle einer Erklärung zumeist, dass die Zusammenhänge so komplex seien, dass sogar Experten keinen Durchblick mehr hätten. Blackbox Finanzwirtschaft!

Klar - wir hören, dass viele Banken Pleite gehen, dass es mit Dow Jones und DAX abwärts geht. Unser Finanzminister Peer Steinbrück ist öfter im Fernsehen als sonst (kein gutes Zeichen) und George Walker Bush will 700.000.000.000 US-Dollar ausgeben, um die Wirtschaft zu retten. Diese Maßnahme scheiterte zunächst im Repräsentantenhaus und wurde erst im zweiten Anlauf knapp genehmigt.

Wie hängen diese ganzen Dinge zusammen? Was haben Immobilien in den USA damit zu tun? Warum steht über diesem Eintrag ein Zitat aus der Bibel? Diese Fragen gilt es in diesem Beitrag zu klären.

Ist die Sache wirklich so undurchschaubar, wie behauptet wird?
Ja und Nein. Alle Feinheiten der Krise verstehen zu wollen, ist in der Tat nahezu unmöglich. Allerdings lässt sich schon zeigen, wo die Krise ihren Ursprung nahm und warum die Entwicklungen in den USA für Menschen in der deutschen Provinz von Bedeutung sind. Dass dies oft nicht ausführlicher erklärt wird, liegt daran, dass man die ganze Sache unmöglich in 1.30 Minuten im Radio oder in einer kurzen Zeitungsnachricht erörtern kann. Im Fernsehen würde das gehen, aber die Produktion eines guten “Erklärfilms” braucht Zeit und die Krise ist noch frisch. Es bleibt also zunächst nur der Blog und zeitaufwendiges Lesen. (Leider etwas aus der Mode gekommen)

Wie hat es angefangen?
Wir machen eine Zeitreise in die 90er. Da schien die Welt noch in Ordnung zu sein. An den Börsen sprudelte das Geld. Die “New Economy” beflügelte die Phantasie der Aktienhändler und die vieler Menschen auf der ganzen Welt, die schon immer ohne Arbeit viel Geld verdienen wollten. Die Wundermaschine, die das ermöglichen sollte, heißt “Internet”. Das Web kam Ende der 90er Jahre so richtig in Fahrt und die Menschen sahen unendliche Möglichkeiten, wie man über dieses neue Medium Geld verdienen konnte. Google, Yahoo, Amazon, ebay und andere Firmen zeigten, wie man es macht. Andere Firmen schlossen sich an. Die Menschen waren so geil auf alles, was irgendwie mit Internet zu tun hatte, dass sie bereit waren, ihr Geld in Unternehmen zu investieren, die nichts zu bieten hatten außer einer Idee.

Das ging eine Weile gut. Dann aber wurden die ersten skeptisch. Was wäre, wenn die Idee, in die ich investiere, doch nicht funktioniert? Die ersten Angsthasen begannen ihre Aktien lieber wieder (mit hohem Gewinn) zu verkaufen. Das blieb natürlich nicht unbemerkt und immer mehr Menschen wollten ihre Aktien verkaufen. Das wurde zum Problem.

Wie entsteht ein Preis?
An dieser Stelle ist kleiner Ausflug in die Wirtschaftstheorie nötig. Eine Börse ist im Prinzip nichts anderes als ein Markt. Auf einem Markt treffen zwei Arten von Menschen zusammen. Einmal diejenigen, die etwas verkaufen wollen (Angebot) und diejenigen, die etwas kaufen wollen (Nachfrage). Angeboten und nachgefragt werden Waren/Produkte. Diese werden gegen Geld getauscht. Entscheidend ist dabei die Frage, wie viel Geld man für welches Produkt bezahlen muss. Die Regel dafür ist einfach. Ist ein Produkt sehr begehrt (hohe Nachfrage) und ist zugleich das Angebot dieses Produktes knapp (niedriges Angebot), dann steigt der Preis. Wenn es regnet und du bist auf einem gut besuchten Markt, dann willst du unbedingt einen Regenschirm kaufen. Wenn es aber auf dem Markt nur einen einzigen Regenschirm gibt, so wird am Stande des Händlers ein ziemlicher Andrang entstehen. Der Händler wird natürlich versuchen, seinen Schirm so teuer wie möglich zu verkaufen. Wenn nun aber die Sonne scheint und auf dem Markt viele Regenschirme angeboten werden, so werden die Preise der Schirme sinken und viele Regenschirmverkäufer werden dennoch auf ihren Schirmen sitzen bleiben. Angebot und Nachfrage regeln den Preis – so die Theorie.

Verzweifelte Aktienbesitzer und viele Tränen
Zurück zu unserer Börse mit den Internetaktien. Das Angebot an Aktien steigt rasant. Zugleich sinkt die Nachfrage nach Internetaktien. Die Preise fallen. Fallende Preise treiben immer mehr Menschen dazu, schnell ihre Aktien zu verkaufen, bevor sie wertlos werden. Der Markt wird überschwemmt mit Aktien, die keiner mehr haben möchte. Die Preise fallen weiter. Ein Teufelskreis entsteht. Auch andere Aktien bleiben von diesem Strudel nicht verschont. Auch Aktien, die nur indirekt irgendetwas mit dem Internet zutun haben, werden unbeliebt und die Preise fallen. Teuer gekaufte Aktien verlieren an Wert. Menschen verlieren ihre in Aktien angelegten Ersparnisse. Börsencrash! Die “Dot-Com (.com)-Blase” ist zerplatzt!

Was ist daran so schlimm? Jeder bekommt, was er verdient!
Für US-Bürger ist ein solcher Crash viel schlimmer als für uns Deutsche. Die USA haben kein Renten- und Sozialsystem, wie wir es kennen. Dort sorgt jeder für sich selbst vor. Traditionell tun die Amerikaner dies durch Aktienkäufe. Mehrere Aktien werden von Banken zu Fonds zusammengebunden und als Paket für die Altersvorsorge an US-Bürger verkauft. Wenn der Wert der Aktien steigt, dann steigt auch das Ersparte für das Alter. Abgesehen von der Weltwirtschaftskrise in den 30er Jahren hat das immer gut funktioniert. Im Jahr 2000 aber verloren viele Amerikaner ihr erspartes Geld und standen vor dem Nichts. Die Folgen sind dramatisch. Die Menschen beginnen sich einzuschränken und drehen jeden Dollar zweifach um bevor sie ihn ausgeben. Anschaffungen wie Autos, Fernseher, Computer, Häuser etc. werden verschoben oder gestrichen. Die Wirtschaft kann ihre Produkte nicht mehr verkaufen. Sie müssen ihre Produktion der geringen Nachfrage anpassen und weniger Produkte herstellen. Dazu brauchen sie natürlich auch weniger Arbeiter. Entlassungen folgen. Die entlassenen Menschen müssen sich nun ebenfalls finanziell einschränken. Ein Teufelskreis!

Retter in Sicht - Die FED

Alan Greenspan, seinerzeit Chef der FED (US-Notenbank), hat die Situation blitzschnell erkannt und wollte die USA vor diesem Teufelskreis bewahren. Die FED ist in den USA das, was bei uns die EZB (europäische Zentralbank) ist. Sinnbildlich gesprochen sind diese Institutionen die Geldquelle der USA bzw. der EU. Sie haben die Lizenz zum Gelddrucken. Wenn es auf dem Geldmarkt knapp wird, dann dürfen diese Banken Geld drucken, um das Problem zu lösen. Das frisch gedruckte Geld vermieten sie dann an Amerika oder Europa (Drucken ist hier sinnbildlich zu verstehen. Das Geld wird natürlich virtuell zur Verfügung gestellt).

Warum verschenkt die Notenbank das Geld nicht? Das wäre gefährlich, denn dann wäre die Versuchung groß, ständig neues Geld zu drucken. Geld braucht aber immer einen Gegenwert; sonst ist es ja nichts weiter als Papier. Früher war dieser Gegenwert Gold. Der Gegenwert zu den Dollars in Amerika lagerte in Form von Goldbarren unter anderem in Fort Knox. Diese Bindung der Währung an Gold heißt “Goldpreisbindung” und wurde auch in Europa praktiziert. Im 1. und 2. Weltkrieg war diese Bindung aber lästig, da man unmöglich soviel Gold heranschaffen konnte, dass damit die Kriegskosten hätten bezahlt werden können. Man druckte das Geld also einfach ohne Gegenwert. In der Folge kam es zu einer Entwertung des Geldes (Inflation). Später wurden die Währungen der Welt an den Dollar gebunden. Der war bis zum Vietnamkrieg wiederum an das Gold in Fort Knox gebunden. In Vietnam hatten die USA aber das gleiche Problem, wie die Europäer im 1. und 2. Weltkrieg. Daher wurde dann auch dort die Bindung geschwind abgeschafft.

Was bildet heute den Gegenwert des Dollar? Kurz gesagt: Amerika selbst. Da Amerika weltweit als große Wirtschaftsmacht und reiches Land gilt, können andere Länder “Staatsanleihen” kaufen. Man kauft also praktisch ein Stück Amerika und gibt Amerika dafür Dollar. Amerika verpflichtet sich im Gegenzug dazu, diese Anleihe jederzeit von Steuergeldern wieder gegen Dollar zurückzutauschen. China findet das zum Beispiel sehr gut und hat viele Anleihen gekauft. Anders gesagt, Amerika hat Schulden bei China. Alan Greenspan konnte 2000 also aus dem Vollen schöpfen. Er ließ Geld drucken und vermietete es günstig an die Banken. Die Miete für Geld nennt man Zinsen und die Zinsen, die eine Zentralbank auf Geld erhebt, nennt man “Leitzins”. Den hat Alan so niedrig wie möglich gehalten, damit auch alle von dem billigen Geld aus der FED-Geldpresse profitieren konnten.

Was hat das mit der Krise 2008 zu tun?
Die Banken waren glücklich. Frisches Geld war auf dem Markt und es ließ sich sogar sehr günstig beschaffen. Da bot es sich an, mit diesem günstigen Geld neue Kunden zu gewinnen. Die besten Kunden einer Bank sind die, die wenig Geld haben. Klingt im ersten Moment unlogisch ist aber clever gedacht. Wenn du dir ein Auto kaufen möchtest und du hast die Kohle nicht im Sparstrumpf unter dem Kopfkissen vorrätig, dann gehst du zur Bank und leihst dir dort die benötigte Summe. Das nennt man einen Kredit aufnehmen oder (ehrlicher) Schulden machen. Die Bank prüft dann zunächst, ob du “kreditwürdig” bist, also ob du jemals in der Lage sein wirst, deine Schulden auch zu bezahlen (hast du einen Job, reiche Eltern, ein Haus, dass man pfänden könnte …). Wenn die Bank zufrieden ist, dann gibt sie dir das Geld für dein Auto. Als Gegenleistung reicht aber kein freundliches Dankeschön. Du musst Zinsen zahlen. Am Ende zahlst du der Bank also nicht nur das Geld für das Auto zurück, sondern auch noch eine ganze Stange Zinsen. Je länger du für die Rückzahlung brauchst, desto höher sind die Zinsen. Die Zinsen bleiben als Gewinn bei der Bank. Weil die Bank aber für die zusätzlichen Zinsen nicht arbeiten, sondern nur abwarten muss, steht in der Bibel, dass das Zinsgeschäft unfair sei. Zumindest in der Verwandtschaft ;o)

Die Banken haben also mit niedrigen Zinsen viele Amerikaner dazu gebracht, sich bei ihnen zu verschulden. Dabei ist es natürlich besser, wenn man große Kredite vergibt, denn dann kommen auch über viele Jahre viele Zinsen zusammen. Das teuerste, was sich ein normaler Privatmensch in seinem Leben kauft ist meistens ein Haus. Das ist auch in den USA so. Daher haben die Banken Hauskredite erfunden, die speziell für Menschen gemacht waren, die sich eigentlich niemals ein eigenes Haus hätten leisten können. “Subprime” nennt man dieses Geschäftsmodell. “Sub” für “unter” und “prime” für “erstklassig”. Das Geschäftsmodell bezieht sich also auf Kreditnehmer, die nicht erstklassig sind – weil sie nur wenig verdienen, keine größeren Sachwerte besitzen oder sonst finanziell schwach sind. Damit die auch bei solchen Kreditangeboten zugreifen, hat die Bank einen flexiblen Zinssatz mit ihnen vereinbart. In den ersten fünf bis zehn Jahren zahlen die neuen Hausbesitzer nur sehr wenig Zinsen. Im Laufe der Zeit steigen dann die Zinssätze. Das Geld für den Bau der Häuser haben sich die Banken wieder bei anderen Banken mit Zinsen geliehen, um die Bauarbeiter und Materialien für den Hausbau bezahlen zu können..

Die US-Bürger atmeten auf. Sie konnten trotz Börsencrash wieder Geld ausgeben und über günstige Kredite Autos, Computer, Fernseher und sogar Häuser kaufen.

Was hat das mit der Finanzkrise zu tun, die nun angeblich die ganze Weltwirtschaft gefährdet?
Die Banken hatten nun einen ganzen Haufen Kredite im Wert von etwa elf Billionen (11.000.000.000.000 US-Dollar) vergeben. Diese Kredite einfach nur liegen zu lassen und darauf zu warten, dass die Zinsen kommen, war ihnen nicht profitabel genug. Sie wollten daran noch mehr verdienen. Außerdem wollten sie das Risiko, dass der Kreditnehmer eventuell. seine Zinsen nicht mehr zahlen könnte, nicht allein tragen. Also packten sie Päckchen. In jedes Päckchen kamen mehrere der Subprimekredite hinein. Dann wurde das Paket fest verschnürt und mit dem Stempel “Immobilien” versehen. Eine tolle Sache, denn Immobilien sind etwas Handfestes, dass man im Notfall direkt wieder durch Verkauf zu Geld machen kann. Immobilien sind eine solide Geldanlage, denn Häuser braucht jeder.

Das dachten sich auch so genannte “Ratingagenturen”, die derartige Produkte erst überprüfen und mit Noten versehen, bevor sie gehandelt werden dürfen. Eine “1 mit Sternchen” für “besonders sicher” wird von den Agenturen durch “AAA” (tripple A) ausgedrückt. Die neuen Subprime-Päckchen erhielten diese höchste Wertung. Diese Päckchen (in den Medien als kompliziertes Finanzprodukt bezeichnet) wurden von den Banken an andere Banken verkauft – gegen Geld. Die haben diese mit eigenen Päckchen zusammengebunden und mit Gewinn weiterverkauft. Das ging gut, denn das “AAA” bewies, dass in den Päckchen kein Schrott versteckt war. Da die Wirtschaft ja nun global agiert, haben auch Banken in Tokio, Moskau und Sachsen diese Päckchen gehandelt.

Wie in einem Kettenbrief hängt also der Kunde der IKB (eine deutsche Bank – inzwischen pleite) mit dem Hausbesitzer in Ohio zusammen. Die Päckchen wurden zu einer Art Zahlungsmittel in der Finanzwelt.

Achtung. Jetzt kommt’s!

Der Hausbesitzer in Ohio hat nach fünf Jahren gemerkt, dass er die mit der Bank vereinbarte Zinserhöhung nicht leisten kann. Er musste sein neues Haus verlassen und blieb mit einem Haufen Schulden zurück. Eine menschliche Katastrophe in jedem einzelnen Fall! Doch nicht nur in Ohio wurden die Menschen aus ihren Träumen gerissen. In den gesamten USA mussten Menschen ihre Häuser räumen. Überall standen leere Häuser zum Verkauf. Die Banken, denen die Häuser ja noch gehörten, konnten keine Käufer für die vielen Häuser finden. Niemand war mehr bereit normale Preise zu bezahlen. Angebot und Nachfrage regeln den Preis! Immobilien verloren enorm an Wert. Wenn du dich nun an die Dot-Com-Blase erinnert fühlst, dann hast du es verstanden. Es ist der gleiche Mechanismus. Nur mit noch schlimmeren Folgen!

Die Katastrophe!

Die Banken gerieten in Panik, die Häuser konnten nicht verkauft werden. Die Schulden, die sie bei anderen Banken zum Bau der Häuser gemacht hatten konnten nicht bezahlt werden. Die Zinsen ebenfalls nicht. Da die Banken sich gegen derartige Pleiten bei Versicherungen abgesichert hatten, wurden auch die Versicherungen in den Strudel gerissen. Pleiten bei Versicherungen (AIG) und Banken (Lehman Brothers) folgten. Gleichzeitig merkten viele Banken, dass mit den Päckchen, die sie gekauft hatten etwas nicht stimmte. Sie dachten, sie hätten sichere Immobilien gekauft. Diese verloren nun aber an Wert. Einige Päckchen wurden geöffnet und siehe da, es waren nur “faule Kredite” drin. Dumm nur, dass diese Päckchen als Gegenwert für echtes Geld gedient hatten. Die Banken hatten einen schlechten Handel gemacht. Sie haben wertvolles Geld für wertlose Päckchen ausgegeben. Zudem hatten sie sich daran gewöhnt, mit diesen Päckchen eigene Schulden zu bezahlen. Jetzt da alle wissen, dass die Päckchen wertlos sind, will keine Bank diese mehr als Zahlungsmittel akzeptieren. Nur Bares ist Wahres. Die Folge: Das Geld wird knapp. FED und EZB müssen wieder Geld drucken…

Viele Banken haben aber so viele wertlose Päckchen eingekauft, dass ihnen niemand mehr Geld geben möchte (Hypo Real Estate). Sie gehen Pleite, werden aufgekauft durch andere Banken (zu Schleuderpreisen) oder vom Staat (Verstaatlichung).

Rettungspläne

Die amerikanische Regierung hat den Plan, alle Päckchen die noch auf dem Markt sind zu kaufen. Das würde etwa 700 Milliarden Dollar kosten. Das ist der Plan, der im Repräsentantenhaus zunächst gescheitert war. Das ist auch verständlich, denn im Repräsentantenhaus sitzen die Volksvertreter der US-Staaten und die müssen bald eine Wiederwahl bestehen. Die US-Bürger finden es aber nicht fair, dass von ihren Steuergeldern faule Kredite gekauft werden sollen, an denen die Banken zuvor sehr viel Geld verdient haben. Die Alternative ist aber ebenso unpopulär. Derzeit traut keine Bank der anderen, weil niemand weiß, wie viele wertlose Kreditpäckchen beim anderen noch lagern. Die Kreditwürdigkeit der Banken ist dahin. Das bedeutet, dass sich Banken untereinander kein Geld mehr verleihen wollen. Sie trauen einander nicht mehr.

Die Folge wird sein, dass die Banken kein Geld mehr eintreiben können, dass sie den Bürgern und Firmen des Landes leihen könnten.
Wenn also eine Firma eine neue Fabrikhalle bauen möchte, so könnte sie bald keine Bank mehr finden, die ihr dafür das Geld leiht. Das bedeutet auf absehbare Zeit eine schrumpfende Wirtschaft (Rezession), weniger Arbeitsplätze und mehr Armut. Die Notenbanken können auch nicht helfen, denn wenn sie noch mehr Geld drucken würden, dann wäre eine starke Inflation die Folge. Das Geld verliert an Wert, weil es zuviel davon gibt. Die Preise steigen. Das zu verhindern und die Menschen zu beruhigen, ist unter anderem die Aufgabe von Peer Steinbrück, der aus diesem Grund ständig im Fernsehen zu sehen ist. Er versucht gerade, die Banken dazu zu bringen, sich gegenseitig zu vertrauen, indem er verspricht, dass der Staat für mögliche Verluste im Kreditgeschäft aufkommt. Das ist natürlich ähnlich umstritten wie die 700-Milliarden-Aktion der USA.

Wo lag der Fehler?

Das kannst du nun selbst herausfinden. Denn hier beginnt der politische Streit der Zukunft.

- Die Gier der Banken?
- Die Bereitschaft der Menschen sich zu hoch zu verschulden?
- Die Ratinagturen mit dem “AAA”?
- Die Zinsen und der Verstoß gegen das Wort der Bibel?
- Fehlende staatliche Kontrollen?
- …

Sicher ist aber, dass Schuldenmachen eine schlechte Lösung ist, wenn man nicht sicher ist, ob man diese jemals zurückzahlen kann. Das gilt für den Kauf eines Hauses, wie für den Kauf eines Handys oder Flachbildschirms.

Hier kannst du dich selbst fragen, was du aus der Krise lernen kannst.


http://www.readers-edition.de/2008/10/0 ... cht/#19113

Dieser Beitrag ist eigendlich für junge Menschen geschrieben worden.Ich finde ihn sehr gut.Besonders die Frage nach denn Zinsverbot halte ich für Nachdenkenswert :!:
Gruß Joschie
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Beitragvon maxb » 16.10.2008 15:41

Vielen Dank dafür! Endlich mal etwas zum Thema, was ich halbwegs verstehe :D

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Wenn Prediger faule Kredite als „Segen“ verkünden

Beitragvon Joschie » 28.10.2008 06:59

Wenn Prediger faule Kredite als „Segen“ verkünden


N e w Y o r k (idea) – Die Verkündigung eines Wohlstandsevangeliums in manchen US-Kirchen hat die Finanzkrise verschärft und die Zahl der Opfer vergrößert. Davon ist der Religionswissenschaftler Prof. Jonathan Walton von der Universität von Kalifornien (Riverside) überzeugt.
Er erforscht unter anderem die Pfingstbewegung. Die zentrale Verheißung des Wohlstandsevangeliums – dass Gott den Armen den Weg zu einem genussvolleren Leben bahne – habe während des Booms fauler Kredite gefährliche Formen angenommen, sagte Walton dem New Yorker Nachrichtenmagazin Time. Gemeindemitglieder mit zweifelhaften Hypothekendarlehen seien verleitet worden zu glauben, dass Gott die Banken dazu gebracht habe, mangelnde Kreditwürdigkeit zu ignorieren und sie „mit ihrem ersten Haus gesegnet“ habe. Das habe katastrophale Folgen gehabt: Viele Christen seien gierigen Maklern in die Hände gefallen.

Faules Bankgeschäft als Gebetserhörung?
Ähnlich äußert sich die Pfingstbewegungsexpertin Anthea Butler von der New Yorker Rochester-Universität. Sie habe gehört, wie Pastoren Gemeindemitgliedern versichert hätten, Gott könne sie auch bei mangelnder Kreditwürdigkeit segnen: „Wenn ihr nur Glauben zeigt – sprich der Kirche eine große Spende zukommen lasst – dann werdet ihr das Haus oder das Auto oder die Wohnung bekommen.“ Der Chefredakteur des Magazins Charisma, J. Lee Grady (Lake Mary/Bundesstaat Florida), ergänzt: „Wenn die Leute dann das Haus tatsächlich bekamen, dachten sie, es sei eine Gebetserhörung; doch in Wahrheit war es ein faules Bankgeschäft.“ Der Glaube und der Wirtschaftsoptimismus seien – so Time – „eine giftige Verbindung mit einem pathologischen Markt“ eingegangen.

Schuldenmachen als „Droge“Die Zeitschrift kritisiert Auswüchse des Wohlstandsevangeliums und des religiösen „positiven Denkens“. Den Anhängern werde reiche Belohnung versprochen, wenn sie ihren Glauben an Gott durch großzügige Spenden an ihre Kirche untermauerten und sich auf angeblich in der Bibel enthaltenen Verheißungen weltlichen Reichtums verließen. Kritiker sähen das als „spärlich verhüllten Schwindel zur Bereicherung von Pastoren“ an. Walton sieht aber auch die Möglichkeit positiver Auswirkungen: An den Rand der Gesellschaft gedrängte Menschen könnten neues Selbstwertgefühl entwickeln. Mit ihrem Aufstieg reiften manche auch in geistlicher Hinsicht. Vielfach habe aber das leichte Schuldenmachen wie eine „Droge“ gewirkt. Zuhauf gebe es Berichte von Christen darüber, „wie Gott mich trotz meiner schlechten Kreditwürdigkeit mit einem Haus gesegnet hat“. Vom Platzen der Kreditblase seien diese Christen besonders schwer getroffen worden.
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Beitragvon Joschie » 28.10.2008 15:27

Christen sollen Geld ethisch verantwortlich anlegen


H a n n o v e r (idea) – Angesichts der internationalen Finanzkrise sollten Christen nicht nur danach fragen, wo sie ihr Geld sicher anlegen können. Noch entscheidender sei die Frage „Wo wird mit dem Geld ethisch verantwortlich gearbeitet?“
Das verlautete nach einer Sitzung des Arbeitskreises „Evangelium und gesellschaftliche Verantwortung“ des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (Baptisten- und Brüdergemeinden) am 6. Oktober in Hannover. Das Gremium befasste sich vor allem mit der Bankenkrise. Der Arbeitskreis begrüßte, dass angesichts der Finanzkrise die Spielregeln der Weltwirtschaft und der internationalen Bank- und Anlagegeschäfte auf den Prüfstand gestellt und das Finanzwesen stärker kontrolliert werden soll. Der Arbeitskreis will eine Orientierungshilfe erstellen, die die Frage des Umgangs mit Anlagen und Krediten theologisch unterfüttern und mit Handlungsmöglichkeiten versehen soll. Die Spar- und Kreditbank Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (Bad Homburg), die Finanzberatungsgesellschaft Plansecur (Kassel) und der Ethiker Ralf Dziewas, Dozent am Theologischen Seminars Elstal (FH), haben ihre Mitarbeit an dem Papier zugesagt.

Was bedeutet es das Geld ethisch verantwortlich anzulegen?
Gruß Joschie
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Sorget euch nicht...!

Beitragvon jeremia » 05.11.2008 00:45

Ich weiß nicht,Joschie,was da gemeint ist und frage mich ob ich das wissen
sollte. Wichtig ist dem Blick nicht zu verlieren! Denke an Petrus,der wind wehte und die Wellen schlugten,und er fingt an "Menschlich zu reagieren!"
Er sinkte...
Die Welt geschehen,wie der Wind und Meer lenkt der Herr! aber auch uns will der Herr lenken und unseren Füße nicht schwankend machen.
Wie einer es ewähnt hat,sollen wir wie Jakob,proviande sammeln,ich meine natürlich im "Glaube". Denn Jesus sagte seinen Jünger;"Sorget euch nicht ums essen und kleiden.." Der Vater weiß was wir nötig haben.
An eine andere stelle spricht er aber von diesen 10 Jungfrau,welchen der
Brautigam entgegen gehen. Oel haben sie genug mit auf den Weg genommen...Wenigsten 5 davon,wichtig ist doch das wir zu diesen fünf gehören,der rest macht der Herr allein!

Gast

Beitragvon Gast » 05.11.2008 09:01

Joschie hat geschrieben:Christen sollen Geld ethisch verantwortlich anlegen

Was bedeutet es das Geld ethisch verantwortlich anzulegen?
Gruß Joschie


Das bedeutet, Geld nicht unbedingt da anzulegen, wo es die hoechste Rendite gibt sondern die Unternehmungen, in die investiert wird nach ehtischen Masstaeben auszusuchen. D.h. zum Beispiel keine Investitionen in Unternehmen, die Waffen herstellen.

jeremia
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Die Arme Witwe.

Beitragvon jeremia » 05.11.2008 10:25

Ich aber bin Arm,und habe kein Geld,wo ich es einlegen könnte,weder im Böse noch im Gute. Was wird dann aus mir und meine Familien?
Und wenn ich geld habe,hätte,will ich es dem Herrn geben und die Armen!
Und nicht aufs Geld hoffen,sondern auf dem Herrn allein,der uns zu retten
vermagt.
Kann sogar noch kommen,egal im Gute wie auch im Böse,daß alles Geld
daß eingelegt wurde komplet verloren geht,und das werde noch Blöder! Als treue verwalter der Irdische Güte,die Bibel falsch verstanden zu haben.
Im Offenbarung und so im Endzeit wird nicht am Krieg und Weltchaos gesparrt...

Gast

Re: Die Arme Witwe.

Beitragvon Gast » 05.11.2008 11:52

jeremia hat geschrieben:Ich aber bin Arm,und habe kein Geld,wo ich es einlegen könnte,weder im Böse noch im Gute. Was wird dann aus mir und meine Familien?
Und wenn ich geld habe,hätte,will ich es dem Herrn geben und die Armen!
Und nicht aufs Geld hoffen,sondern auf dem Herrn allein,der uns zu retten
vermagt.
Kann sogar noch kommen,egal im Gute wie auch im Böse,daß alles Geld
daß eingelegt wurde komplet verloren geht,und das werde noch Blöder! Als treue verwalter der Irdische Güte,die Bibel falsch verstanden zu haben.
Im Offenbarung und so im Endzeit wird nicht am Krieg und Weltchaos gesparrt...


Ist ja klar. Dass mit dem ethischen Investieren betrifft nur die, die Geld zum Investieren haben. Mir bereitet die Frage, in welche Unternehmen ich investieren soll auch kein Kopfzerbrechen :lol: :lol:

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Beitragvon Joschie » 07.11.2008 09:30

Hallo Ihr
Das Thema bringt für mich noch einen ganz andere Frage wie gehe ich mit dem Geld um das mir anvertraut ist.Die gleiche Fragestellung wie wird in der Gemeinde mit Geld umgegangen?Welche Maßstäbe gibt es dafür genau?Ist der Zehnt heute noch gültig?
Gruß Joschie
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Der Zehnte (mal wieder)

Beitragvon andy » 07.11.2008 23:44

Hallo alle,

Joschie hat geschrieben:Hallo Ihr
Wie gehe ich mit dem Geld um das mir anvertraut ist? [...] Wie wird in der Gemeinde mit Geld umgegangen? Welche Maßstäbe gibt es dafür genau?Ist der Zehnte heute noch gültig?


Ich würde die letzte Frage umformulieren: War der Zehnte überhaupt jemals gültig? In der Bibel lesen wir nach der Wüstenzeit (wo dies anscheinend auch nur für die "Hebopfer" galt) nichts mehr davon, daß ein Zehntel des Einkommens an die Leviten oder sonstwen abgegeben werden sollte. Den "Zehnten" gab es natürlich, aber das war eine dankende Annahme, keine Abgabe!

In 5. Mose 12 kann man genau nachlesen, was mit dem Zehnten der Tiere und der Speisen gemacht werden sollte: Man sollte damit vor den Herrn an die von ihm auserwählte Stätte ziehen, um diese Dinge dort mit besonderer Danksagung vor dem Herrn zu essen und fröhlich zu sein. Dabei sollten Knechte, Mägde und Leviten einbezogen werden, da diese keinen eigenen Erbteil haben. Man hat also selbst genossen, was man mitbrachte, und hat brüderlich mit denen geteilt, die nichts eigenes vorzubringen hatten.

Auch in 5. Mose 14 geht es in diesem Sinne weiter - diesmal geht es um den Ertrag des Landes.

Du sollst allen Ertrag deiner Saat getreu verzehnten, was auf dem Feld wächst, Jahr für Jahr. Und du sollst essen vor dem Herrn, deinem Gott, an dem Ort, den er erwählen wird, um seinen Namen dort wohnen zu lassen, den Zehnten deines Korns, deines Mosts, deines Öls und die Erstgeborenen von deinen Rindern und Schafen, damit du lernst, den Herrn, deinen Gott, allezeit zu fürchten.


Erst in 5. Mose 14 ab Vers 28 kommt der Levit zu seinem eigenen Vorrat:

Nach Verlauf von drei Jahren sollst du den ganzen Zehnten deines Ertrages von jenem Jahr aussondern und es in deinen Toren lassen. Da soll dann der Levit kommen, weil er weder Teil noch Erbe mit dir hat, und der Fremdling und die Waise und die Witwe, die in deinen Toren sind, und sie sollen essen und sich sättigen, damit dich der Herr, dein Gott, segne in allen Werken deiner Hände, die du tust.


Also nur alle drei Jahre soll der Zehnte eingelagert werden für jene, die sonst ohne Versorgung wären. Wohlgemerkt für verschiedenste Gruppen: Neben den Leviten sind dies z.B. Witwen und Waisen, Fremdlinge etc. Das heutige amerikanische "Tithing", bei dem ein Zehntel des Nettoeinkommens (manchmal sogar des Bruttoeinkommens!) monatlich und am besten per Dauerauftrag direkt an "die Gemeinde" zu entrichten ist, die damit ihre administrativen Stellen finanziert, finde ich definitiv nicht in der Bibel.

Ist Gott das Geld denn wichtig?

Am Ende ist Geld aber auch eine Angelegenheit, die oft überbewertet wird. Geld ist uns im Alltag sehr wichtig, und manches Mal lassen wir uns von ihm regieren (ob wir viel haben oder wenig). Dann sehen wir immer wieder die humanitären Verkündiger, denen zufolge jede Eiswaffel nur mit Schuldgefühlen genossen werden dürfe, weil ja alle Probleme der Menschheit lösbar seien, wenn nur jeder Mensch auf dem Planeten 5 Dollar am Tag zum Leben hätte, die wir aber eben lieber für ein Eis und eine große Cola ausgeben. Und schließlich denken wir dann irgendwann, Gott sähe das genauso. Das ist aber Unsinn. Die Probleme auf der Welt werden überhand nehmen. Das sagt uns Gottes Wort. Meine persönliche Einschätzung: Es ist besser, naiv ein Eis zu genießen und Gott für den schönen Sommertag und das leckere Eis zu danken. Jetzt werden eventuell einige sagen, daß die Bibel doch sehr viel über unseren Umgang mit Geld sagt. Stimmt -- aber es geht selten wirklich ums Geld. In der Bibel zeigt der Umgang eines Menschen mit Geld den verborgenen Zustand seines Herzens: Wer am Geld hängt, hat mit dieser Welt noch nicht gebrochen (hat noch nicht Buße getan).

Wer sind heute die "Leviten"? Wohin fließt das Geld?

Auch die "Gemeinde" ist ein Begriff, der heute etwas ganz anderes bedeutet als "damals". Im AT waren die Leviten zu versorgen, das ist einleuchtend. Auch im NT ist es zunächst recht klar umrissen: Die ersten Christen haben Geld gesammelt, um einander zu helfen und die schwächsten Glieder des Leibes zu versorgen. Das war es, was man unter "Gemeinde" verstand.

Heutzutage ist eine "Gemeinde" üblicherweise eine staatlich registrierte Körperschaft (z.B. ein "e.V."), die einen hohen administrativen Aufwand betreibt. Das Geld fließt i.d.R. nicht an bedürftige Gemeindeglieder, sondern wird für die "betrieblichen" Ausgaben verwendet. Neben dem Pastorengehalt sind dies häufig Büropersonal, Steuerberater und Notare (notwendig für die rechtskräftige Regelung vieler Vereinsangelegenheiten). Dann natürlich häufig ein noch nicht abbezahltes Gebäude (Zinsen!) mit hohen laufenden Kosten bei minimaler Nutzung. Neben den offensichtlicheren Anschaffungen wie dem Projektor und der Soundanlage sind es oft die kaum merklichen Dinge, die ins Geld gehen. Das Heizöl fällt einem noch eher ein als die regelmäßige Überprüfung und/oder Wartung aller an den verordneten Stellen im Gebäude bereitgehaltenen Feuerlöscher, Rauchmelder, Erste-Hilfe-Kästen und der Notbeleuchtung zum Beispiel. Wenn die Gemeinde legal bleiben will, addiere man noch Lizenzgebühren für geistiges Eigentum (in Form von hundert Liederbüchern oder pauschal als Lizenz für einen Satz Overheadfolien bzw. Powerpoint-Dateien) und GEMA-Gebühren für jede Nutzung urheberrechtlich geschützter Musik im Gottesdienst.

Das Geld geht meist zum großen Teil an nichtchristliche Dienstleister, den Staat und solche Leute, die "im vollzeitlichen Dienst" tätig sind. Also Leute, die so viele Aufgaben auf sich selbst vereinigen, daß sie sich selbst davon überzeugen, daß sie etwas ganz besonderes sind und Gott sie von der allgemeinen Verantwortung der ehrlichen Arbeit fürs tägliche Brot entbindet. Wenn selbst Paulus weiterhin seine Zeltmacherei betrieb, die Jünger auch nach ihrer Berufung weiterhin fischten und die Gemeindezusammenkünfte ausdrücklich nach Feierabend stattfanden, dann kann ich dieses Modell nirgendwo in der Bibel finden. Natürlich kann man einen Missionar finanziell unterstützen, weil er in einer ungewohnten Umgebung nicht gleich die Möglichkeit haben wird, einen Job zu finden, der ihm noch genügend Freiraum für den eigentlichen Zweck seiner Umsiedlung bietet. Aber die meisten Gemeinden in Deutschland fallen nicht in diese Kategorie und könnten durch besseres Haushalten mit den Gaben in der Gemeinde sämtliche Vollzeitstellen streichen. Das Geld ist hier nicht gut investiert.

Das Geld investieren

Da ich selbst gern Nichtchristen von meinem Glauben erzählen möchte, gehe ich mit meinem Geld ganz entspannt um: Ich treffe mich mich Nichtchristen irgendwo in der Stadt zum Mittagessen und spendiere auch mal eine Runde Eis. Ich habe vor einigen Jahren einen Anhänger gekauft, mit dem ich ebenfalls gute Erfahrungen gemacht habe: So ziemlich jeder Nachbar hat früher oder später einen großen Haufen Reisig herumliegen, den er nicht unbedingt in sein frisch staubgesaugtes Auto verfrachten will. Und schon sitzen Nachbar und ich nebeneinander im Auto und haben auf dem Weg zur Entsorgungsstelle und zurück insgesamt 40 Minuten, um uns näher kennenzulernen. Auch bei Umzügen kann man prima helfen. Was will ich damit sagen: Ich investiere mein Geld da, wo es in meinem Leben sinnvoll ist, um (hoffentlich) Gottes Willen zu tun. Ich könnte es auch an die Gemeinde oder an ein christliches Werk spenden, aber damit würde ich meine eigene Verantwortung zum Umgang mit meinem Geld nur von mir weisen. Wenn Gott will, daß irgendein Werk Geld kriegt, dann macht er das schon irgendwie. Wenn er das Geld aber mir gibt (und zwar ohne Hinweis, daß ich es an xy weitergeben soll), dann nehme ich ganz naiv an, daß ich das Geld gebrauchen soll. Natürlich gucke ich, ob jemandem in meinem persönlichen Umfeld (z.B. in der Gemeinde) finanziell etwas fehlt. Und helfe auch gern, wenn das der Fall ist. Aber darüber hinaus übe ich mich in Bescheidenheit, bin spendabel, kann auch hin und wieder eine an sich teure Unternehmung genießen und danke Gott in allem.

Alles in allem eine Beziehungsfrage

Persönlich habe ich aber auch die Erfahrung gemacht, daß Überfluß viel belastender ist als Mangel. Denn im Mangel bittet man Gott, und Er versorgt (bisher immer). Aber im Überfluß ist es schwer, nicht in die Versuchung zu geraten, im Geld selbst ein "Potential" zu sehen. Man fängt irgendwie an sich vorzustellen, daß man mit der Summe x ja richtig etwas bewegen könne. Und man träumt schon einmal drauf los. Dabei hat Jackie Pullinger keinen Cent mehr gehabt, als sie ihren weltbekannten Dienst begann. Gleichzeitig haben manche Verkündiger Millionen in evangelistische Fernsehsendungen investiert, nur um letztendlich durch persönliche Sünde alles an einem Tag (oder in einer Nacht) in den Sand zu setzen. Geld bedeutet im Reich Gottes genausowenig wie politische Macht bzw. Popularität oder eine besondere Bildung. ("Gott beruft nicht die Begabten. Gott begabt die Berufenen.")

Auf jeden Fall glaube ich, daß die Antwort für jeden von uns in unserer persönlichen Beziehung zu Gott liegt. Nur Er wird uns offenbaren, wie er in unserem Leben wirken will. Einer ist reich und beherbergt in seinem schönen, großen Wohnzimmer einmal wöchentlich den Hauskreis. Ein anderer ist reich und soll alles verkaufen. Noch ein anderer ist arm, und Gott will sich dadurch verherrlichen, daß dieser Mensch durch ehrliche Arbeit zu einem guten Job hocharbeitet. Wieder ein anderer ist arm und soll es bleiben. Es gibt kein Patentrezept. Auch das mit dem Zehnten ist keine funktionierende Pauschalabkürzung.

Kleiner Scherz am Rande - vielleicht ist die Frage nach dem Umgang mit überschüssigem Geld angesichts der Finanzkrise bald sowieso hinfällig ;o)

In diesem Sinne gute Nacht,

Andy

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„Wirtschaftsabschwung ist Folge einer Rezession der Werte

Beitragvon Joschie » 02.12.2008 11:10

„Wirtschaftsabschwung ist Folge einer Rezession der Werte“


Der Allianz-Generalsekretär Hartmut Steeb wünscht sich mehr politisches Engagement von Christen.
K i r c h h e i m / T e c k (idea) – „Die Finanzkrise und die beginnende wirtschaftliche Rezession sind eine Folge einer längst herrschenden Rezession der Werte.“
Diese Ansicht vertrat der Generalsekretär der Deutschen Evangelischen Allianz, Hartmut Steeb (Stuttgart), am 28. November bei einer Veranstaltung der Christlichen Initiative Kirchheim/Teck bei Esslingen. Er bezeichnete es als „typisch deutsch“, dass die Gesellschaft den Werteverfall erst jetzt zur Kenntnis nehme, wo es ums Geld gehe. Christen beklagten seit langem, dass die Missachtung von Gottes Geboten zum moralischen und zahlenmäßigen Niedergang Deutschlands führe. So werde das Lebensrecht Ungeborener immer weniger geschützt und die Bedeutung von Ehe und Familie zunehmend relativiert. Steeb wünscht sich mehr politisches Engagement von Christen. Eine unpolitische Haltung gebe es nicht. Auch apolitische Menschen wirkten politisch, weil sie anderen Kräften den politischen Raum überließen. Beim Einmischen in die Politik könne man sich auf das Grundgesetz berufen, das zur „Verantwortung vor Gott und den Menschen“ auffordere und auf biblischen Werten gründe. In der Christlichen Initiative Kirchheim (CIK) arbeiten Mitglieder der evangelischen und katholischen Kirche, des Württembergischen Brüderbundes, des CVJM, der Biblischen Glaubensgemeinde, der Methodisten- und der Baptistengemeinde zusammen. Bei der Kommunalwahl 2004 bekam die Initiative auf Anhieb fünf Prozent der Stimmen und damit einen Sitz im Kommunalparlament.
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Beitragvon Joschie » 08.12.2008 16:45

Ich habe folgenden Beitrag in ein anderen Forum gefunden

Unveränderliche Finanzprinzipien


Hallo,

vor dem Hintergrund der aktuellen Krise ist es sinnvoll sich auch über dieses Thema Gedanken zu machen

"Am Ende eines jeden Jahres halten wir für die Leser unseres monatlich erscheinenden Finanzblattes Sound Mind Investing (Vernünftige und Solide Investition) eine Rückschau auf alle in dem Jahr vorgestellten Finanzprinzipien und –strategien und vertrauen darauf, dass unsere Leser unter den vielen Ideen einige finden, die sie im neuen Jahr erfolgreich umsetzen können. Es ist jedoch wichtig zu erkennen, dass solche Entscheidungen nicht im Vakuum getroffen werden sollten.

Wir ermutigen Sie als Investor, jede finanzielle Entscheidung im Lichte dessen zu treffen, was Gott in der Bibel offenbart hat. Egal also wen Sie im Finanzfragen konsultieren, hier einige allgemeingültige biblische Prinzipien, die unverändert bleiben, egal wie der politische oder ökonomische Wind bläst.
Gott ist der absolute Besitzer aller Dinge, die es im Universum gibt. „Dem Herrn, eurem Gott, gehört der weite Himmel, die Erde und alles, was dort lebt“ (5. Mose 10, 14). „Wer hat mir jemals etwas gegeben, das er nun von mir zurückfordern könnte? Mir gehört die ganze weite Welt“ (Hiob 41, 3). „Du bist König, der höchste Herrscher über alles. Du verleihst Reichtum und Ehre, du allein bist der Herr. In deiner Hand sind Macht und Stärke“ (1. Chronik 29, 11-12).

Gottes Besitz aller Dinge schließt mich ein. Gott ist niemals weniger als der souveräne Schöpfer; ich bin niemals mehr als sein Verwalter. „Dem Herrn gehört die ganze Welt und alles, was auf ihr lebt. Die Erde befestigte er über dem Wasser, ihre Fundamente legte er auf Meeresgrund“ (Psalm 24, 1-2). „Oder habt ihr etwa vergessen, dass euer Körper ein Tempel des Heiligen Geistes ist, der in euch wohnt und den euch Gott gegeben hat? Ihr gehört also nicht mehr euch selbst. Gott hat euch freigekauft, damit ihr ihm gehört; nun dient auch mit eurem Körper dem Ansehen Gottes in der Welt“ (1. Korinther 6, 19-20).

Da ich nichts habe, das mir gegeben wurde, habe ich keinen Grund zum Stolz, nur zur Dankbarkeit. „Was hast du denn irgendeinem anderen voraus? Was hast du vorzuweisen, das du nicht von Gott bekommen hast?“ (1. Korinther, 7 Neues Leben). „Denn wir sind ohne Besitz auf diese Welt gekommen, und genauso werden wir sie auch wieder verlassen. Wenn wir zu essen haben und uns kleiden können, sollen wir zufrieden sein“ (1. Timotheus 6, 7-8). „Aus seinem Reichtum wird euch Gott, dem ich gehöre, durch Jesus Christus alles geben, was ihr zum Leben braucht“ (Philipper 4, 19).

Bezüglich der Dinge, die ich habe, obliegen mir Verwaltungsaufgaben, keine Besitzansprüche. Es ist eine lebenslange Berufung, die mich dazu verpflichtet, mir kontinuierlich der Ewigkeit bewusst zu sein. „Geht ihr also schon mit Geld unehrlich um, wer wird euch dann die Reichtümer des Himmels anvertrauen wollen? Verwaltet ihr das Geld anderer Leute nachlässig, wer wird euch dann das schenken, was euch gehören soll?“ (Lukas 16, 11-12).

Ich bin dazu berufen, an jedem Tag bewusst zu leben, nicht in der Zukunft. Gott misst die Treue meiner Verwalterschaft und meiner Hingabe an dem, was ich heute vorweise, nicht an dem, was ich eines Tages tun könnte, wenn ich mehr hätte. „Sorgt euch vor allem um Gottes neue Welt, und lebt nach Gottes Willen! Dann wird er euch mit allem anderen versorgen. Deshalb sorgt euch nicht um morgen…“ (Matthäus 6, 33-34). „Da lobte ihn sein Herr: 'Du warst tüchtig und zuverlässig. In kleinen Dingen bist du treu gewesen, darum werde ich dir größere Aufgaben anvertrauen…'“ (Matthäus 25, 21).

Gott hat Richtlinien aufgestellt, nach denen wir sein Reichtum zu seiner Ehre verwalten können. Meistenteils sind diese Richtlinien eher allgemein als speziell gehalten – und das bedeutet, dass wir beständig Gottes Rat suchen müssen, um möglichst weise zu entscheiden. „Denn Gott hat uns nicht einen Geist der Feigheit gegeben, sondern den Geist der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit“ (1. Timotheus 1, 7 Die Gute Nachricht). „Denn jede Schrift, die von Gottes Geist eingegeben wurde, ist nützlich für die Unterweisung im Glauben, für die Zurechtweisung und Besserung der Irrenden, für die Erziehung zu einem Leben, das Gott gefällt. Mit den Heiligen Schriften in der Hand ist der Mensch, der sich Gott zur Verfügung gestellt hat, ausgerüstet für alle Aufgaben seines Dienstes“ (1. Timotheus 3, 16-17)."
Bob Milligan

Quelle
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Finanzkrise für Anfänger

Beitragvon Joschie » 18.12.2008 09:20

Finanzkrise für Anfänger


Mandy besitzt eine Bar in Kreuzberg. Um den Umsatz zu steigern, beschliesst sie, die Getränke der Stammkundschaft -hauptsächlich alkoholkranke Hartz IV Empfänger- auf den Deckel zu nehmen, ihnen also Kredit zu gewähren.

Das spricht sich in Kreuzberg schnell herum und immer mehr Kundschaft desselben Segments drängt sich in Mandy's Bar. Da die Kunden sich um die Bezahlung keine Sorgen machen müssen, erhöht Mandy sukzessive die Preise für den Alkohol und erhöht damit massiv ihren Umsatz.

Der junge und dynamische Kundenberater der lokalen Bank bemerkt Mandy's Erfolg und bietet ihr zur Liquiditätssicherung eine unbegrenzte Kreditlinie an. Um die Deckung macht er sich keinerlei Sorgen, er hat ja die Schulden der Trinker als Deckung.
Zur Refinanzierung transformieren top ausgebildete Investmentbanker die Bierdeckel in verbriefte Schuldverschreibungen mit den Bezeichnungen SUFFBOND®, ALKBOND® und KOTZBOND®. Diese Papiere laufen unter der modernen Bezeichnung SPA Super Prima Anleihen und werden bei einer usbekischen Online Versicherung per Email abgesichert.
Daraufhin werden sie von mehreren Rating Agenturen (gegen lebenslanges Freibier in Mandy's Bar) mit ausgezeichneten Bewertungen versehen.
Niemand versteht zwar, was die Abkürzungen dieser Produkte bedeutet oder was genau diese Papiere beinhalten, aber dank steigender Kurse und hoher Renditen werde diese Konstrukte ein Renner für institutionelle Investoren.

Vorstände und Investmentspezialisten der Bank erhalten Boni im dreistelligen Millionenbereich.
Eines Tages, obwohl die Kurse immer noch steigen, stellt ein Risk Manager (der inzwischen wegen seiner negativen Grundeinstellung selbstverständlich entlassen wurde) fest, dass es an der Zeit sei, die ältesten Deckel von Mandys Kunden langsam fällig zu stellen.
Überraschenderweise können weder die ersten noch die nächsten Hartz IV Empfänger ihre Schulden, von denen viele inzwischen ein Vielfaches ihres Jahreseinkommens betragen, bezahlen. Solange man auch nachforscht, es kommen so gut wie keine Tilgungen ins Haus. Mandy macht Konkurs.
SUFFBOND® und ALKBOND® verlieren 95%, KOTZBOND® hält sich besser und Stabilisiert sich bei einem Kurswert von 20%.
Die Lieferanten hatten Mandy extrem lange Zahlungsfristen gewährt und Zudem selbst in die Super Prima Anleihen investiert. Der Wein und der Schnapslieferant gehen Konkurs, der Bierlieferant wird dank massiver staatlicher Zuschüsse von einer ausländischen Investorengruppe übernommen.
Die Bank wird durch Steuergelder gerettet.
Der Bankvorstand verzichtet für das abgelaufene Geschäftsjahr auf den Bonus.

Ähnlichkeiten mit eventuell wahren Gegebenheiten sind zufällig und keineswegs beabsichtigt....

Aber so oder so ähnlich muß es wohl gewesen sein!!!!
Quelle.hier
Tod, wo ist dein Stachel? Totenreich, wo ist dein Sieg? 1Kor 15,55

Gast

Beitragvon Gast » 11.01.2009 17:32

.... ich denke das das nicht alles ist... nur ein Weg hier hin...

http://www.pbc-sachsen.de/aktuelles/mondex.pdf

...das wiederum ist auch nicht alles !

Sehen wir was uns die nächsten Jahre bringen werden !

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Beitragvon Joschie » 10.02.2009 11:11

Jim Wallis: Die sieben Sünden der Weltwirtschaft



D a v o s (idea) – Die Finanz- und Wirtschaftskrise sollte als Chance für eine neue Weltwirtschaftsordnung genutzt werden. Dazu hat der Leiter der links-evangelikalen US-Kommunität Sojourners (Gäste), Jim Wallis (Washington), auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos aufgerufen, das am 1. Februar zu Ende ging.
Wallis wies die in den Medien immer wieder aufgebrachte Frage, wie lange die Weltwirtschaftskrise noch dauern werde, als unzureichend zurück. Wichtiger sei die Frage „Wie wird die Krise uns verändern?“, sagte er in einer Veranstaltung des Forums zum Thema „Die Werte hinter dem Marktkapitalismus“. Nach Überzeugung von Wallis hat die Krise nicht nur wirtschaftliche, sondern auch geistliche Ursachen: „Wir haben einige Dinge verloren und vergessen – nämlich unsere Werte.“ Die Weltwirtschaft habe sieben Sünden begangen, die schon der Führer der indischen Unabhängigkeitsbewegung, Mahatma Gandhi (1869-1948), kritisiert habe, nämlich „eine Politik ohne Prinzipien, Wohlstand ohne Arbeit, Handel ohne Moral, Vergnügen ohne Gewissen, Erziehung ohne Charakter, Wissenschaft ohne Menschlichkeit sowie Gottesdienst ohne Opfer“. Wenn aus der Krise keine Lehren gezogen würden, seien Not und Leiden vergeblich. Wallis plädierte für einen „neuen moralischen Kompass“ und „einen neuen Maßstab, um Erfolg zu beschreiben“. Dass es höchste Zeit für einen solchen Wandel sei, zeige sich daran, dass der Hälfte der Weltbevölkerung, etwa drei Milliarden Menschen, nicht mehr als umgerechnet 1,56 Euro täglich zum Leben hätten. Soziale Fragen müssten in der Weltwirtschaft wichtiger werden. Bisher spielten sie meist eine Nebenrolle. So habe ein Seminar zum Thema „Anderen helfen in der Zeit nach der Krise“ in einem kleinem Raum in Davos stattgefunden und sei schlecht besucht gewesen, schreibt Wallis in seinem Internet-Blog „Gottes Politik“. Am Weltwirtschaftsforum nahmen rund 2.500 Teilnehmer aus fast 100 Ländern teil, darunter 40 Staats- und Regierungschefs.
Tod, wo ist dein Stachel? Totenreich, wo ist dein Sieg? 1Kor 15,55


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