Wahre und falsche Mystik

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Jörg
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Wahre und falsche Mystik

Beitragvon Jörg » 25.07.2010 06:20

In dem Buch von Martyn Lloyd-Jones (“Der geistliche Kampf”, Seite 142f, 3L Verlag) habe ich eine gute Unterscheidung von wahrer und falscher Mystik gefunden, die ich hier wiedergeben möchte:

“Es gibt natürlich eine wahre christliche Mystik, wie sie in dem Apostel Paulus beispielhaft veranschaulicht wird, denn die christliche Mystik betont, dass ein Mensch nicht nur bestrebt ist, die Wahrheit intellektuell zu erfassen und zu verstehen, sondern auch eine lebendige und lebhafte Beziehung mit Gott und mit dem Herrn Jesus Christus zu unterhalten. Die wahre Mystik betont den lebendigen, erfahrungsmäßigen Aspekt des christlichen Glaubens und der christlichen Stellung. Wenn unser so genannter Glaube nicht zu irgendeiner Art von Erfahrung führt, dann bezweifle ich, ob er überhaupt christlich ist! Unser Glaube muss lebendig, echt und erfahrungsmäßig sein. Die Gefahr besteht, dass der Teufel an dieser Stelle kommen wird und die wahre christliche Mystik zu etwas verwandeln könnte, was jeglichen christlichen Charakter verliert. Mit anderen Worten: Ich wage die Behauptung aufzustellen (die ich übrigens leicht beweisen kann), dass die größte Gefahr der Mystik ist, dass sie am Kern des Christentums vorbeigeht; das bedeutet so viel, dass das mystische System und die mystische Methode so wichtig werden, dass der Herr Jesus Christus selbst verhältnismäßig unwichtig wird. Es gibt auch verschiedene Formen von nichtchristlicher Mystik, manche mit einer Beimischung östlicher Philosophie, die besondere Popularität genießt. Die Philosophie des Yoga wird, wie ich aus Zeitschriften entnehme, auf diese Weise immer populärer; und es gibt Menschen, die sich ihr zuwenden und zu ihren überzeugten Verfechtern werden.”


Lieben Gruß

Jörg
Es muß alles erst einmal an Gott vorüber, bevor es mich treffen kann. (Helmut Thielicke)

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